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18.5.1899 Erstes Blatt
 
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kirche gestiftet. Unser Bedauern wird nur durch die That- hche gemildert, daß es Euer Exzellenz durch Gottes Gnade ^schieden gewesen ist, länger als fünf Jahrzehnte für Kirche inb Staat unausgesetzt angestrengt thätig sein zu dürfen. Ciirum sprechen die ganz ergebenst unterfertigten evange­lischen Dekane, und sie sind der Zustimmung der evangelischen Seistlichen des Großherzogtums gewiß, Euer Exzellenz für aQ Ihr liebevolles Wirken, für all Ihr freundliches Wohl- vollen, für all Ihre stets bewährte Treue, Güte, Freund­lichkeit, Fürsorge und Nachsicht ihre Anerkennung und tief* mpfundenen Dank aus und bitten Gott, daß Er Euer HMenz mit seiner Gnade ferner geleiten und Ihnen einen srcchen Lebensabend in Gesundheit und Rüstigkeit schenken nöye, sodaß Euer Exzellenz mit ungetrübter Freude und »oller Befriedigung auf eine reichgesegnete Laufbahn in vohlverdienter Ruhe zurückzublicken vermögen. Mit voll- koinmenster Hochachtung und Verehrung verharren Euer Exzellenz dankbarst ergebene Evangelische Dekane des Groß-

Guy de Maupaffauls Gesammelte Werke, frei über­tragen von Georg Fretherrn v. Omptrda. 40 Lieferungen h 40 Pfg. oder 10 Bände ä Mk. 2. Verlag von F. Fontane & Co., Berlin W. Lieferung 12. Mit Lieferung 12 ist der dritte Band deS Unter­nehmens beendet. Derselbe enthält wiederum eine große Anzahl von Novellen und Skizzen, die alle Vorzüge deS Autors in reichem Maße -eigen und dem Uebersitzer eine dankbare, aufS glücklichste gelöste Aufgabe geliefert haben.

Aus der Zett für die Zett.

Lor 117 Jahren, am 18. Mai 1782, wurde zu Berlin !Adolf Freiherr von Lützow geboren. Er war eine iwmefome tapfere Natur, immer zur rechten Zeit am rechten Oitiinb von reinster Vaterlandsliebe beseelt. In den Be- fAtiunBskriegen bildete er aus dem Kerne deutscher Jugend r«i Freikorps, dem Theodor Körner durch seine Lieder iiiii dmrch seinen Tod eine höhere Weihe verlieh. Lützow | taib Kim 6. Dezember 1834 in seiner Vaterstadt.

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Neueste Meldungen.

Depeschen deS BureauHerold"'.

Berlin, 17. Mai. Bankier Riese, der nach Unter­schlagung von Depots in der Gesamthöhe von 200,000 Mk. flüchtig geworden war, hat sich gestern in Leipzig, unmittel­bar nachdem er mit seiner Geliebten verhaftet worden war, mit Cyankali vergiftet. Die Geliebte Rieses wurde wegen Beteiligung an der Unterschlagung in Haft behalten. Auch die Schwester Rieses ist wieder verhaftet worden.

Berlin, 17. Mai. Unter dem Namen: Schiffbau­technische Gesellschaft soll am 23. ds. Mts. in Berlin eine Gesellschaft gegründet werden, die für Deutschland dieselben Zwecke verfolgen soll, wie dieInstitution of naval Architekts" für Großbritanien. Die Konstituierung ist, nachdem ein in der Vorversammlung vom 19. Februar gewählter Ausschuß alle vorbereitenden Schritte gethan hat, völlig gesichert.

Wien, 17. Mai. DasFremdenblatt" dementiert in offiziöser Form das Gerücht, daß die österreichische Re­gierung die definitive Erledigung der Ausgleichs-Angelegen­heit hinauszuschieben und ein neuerliches Provisorium zu erzwingen beabsichtige.

Wien, 17. Mai. Die hiesige bulgarische diplomatische Agentur dementiert kategorisch das Gerücht von einem angeblichen Attentat auf den Fürsten.

Wien, 17. Mai. Gestern abend fanden 12 große von der sozialistischen Parteileitung einberufene Volks-Ver­sammlungen statt. Dieselben protestierten in zwei Re­solutionen gegen die Agitation der Antisemiten, gegen ein Reichsschulgesetz mit freier Schule und freisinniger Lehre, ferner gegen die vom Gemeinderat beschlossene Unterstützung für 10 Kirchenbauten.

Haag, 17. Mai. Die Abreise des päpstlichen Nuntius nach Luxemburg macht in diplomatischen und politischen Kreisen viel Aufsehen. Die vatikanische Kundgebung, welche das Mißfallen des Papstes über die Nichteinladung zur Abrüstungs-Konferenz ausdrückt, entspricht nicht den bisherigen Gepflogenheiten des Vatikans.

Paris, 17. Mai. Die patriotische, monarchistische und antisemitische Gruppe der Kammer entsandten Delegierte nach Toulon zum Empfang Marchand's. Derselbe ist auf einen Wink von der Regierung hin entschlossen, sofort durch energische Erklärungen die an ihn gerichteten verdächtigen Aufforderungen abzulehnen. Die Regierung ließ für die

Mitglieder der Expedition eine Medaille mit der Aufschrift: ..Vorn atlantischen Ozean bis zum Roten Meere" prägen. In seiner Depesche aus Dschimbuti erwähnt Marchand aus­drücklich, daß er und alle Mitglieder der Expedition während ihrer langen Abwesenheit die Disziplin nicht verlernt hätten.

Paris, 17. Mai. General Mercier erklärte einem Reporter desMatin", daß er bei feiner eidlichen Aussage, er habe von dem von ihm als falsch erkannten Text der Depesche Panizzardis keinen Gebrauch gemacht, bleibe. Andererseits erklärt derTemps", er habe die Mitteilung, der falsche Depeschentext sei mit anderen geheimen Doku­menten den Richtern des Dreyfus-ProzesseS vorgelegt worden, von so guter Seite erhalten, daß man an ihrer Richtigkeit nicht zweifeln könne. Irrt derTemps" nicht, so spricht Mercier die Wahrheit. Es bleibt also nur die Erklärung übrig, daß Henry ohne Wissen Merciers den falschen Depeschentext in die zur Vorlegung bestimmten Geheimakten eingeschmuggelt hat.

Paris, 17. Mai. In der letzten Nacht brach in der Rue Castagliari ein großes Feuer aus. 75 Gebäude auf einem Flächenraum von 10,000 Quadratmeter stehen in Flammen. Die gesamte Feuerwehr ist auf der Brand­stätte und arbeitet mit größter Anstrengung, um das Feuer zu lokalisieren.

Paris, 17. Mai. Die offizielle Bestätigung der Ankunft Marchands in Paris wird in allen Kreisen dahin aus­gelegt, daß die Regierung ernste innere politische Ereignisse im Zusammenhang mit der Rückkehr des volkstümlichen Afrika-Reisenden befürchtet und auf Mittel bedacht ist, eine Erneuerung des Boulanger-Rummels, den die Nationalisten und Generalstäbler im Verein mit den Chauvinisten planen, zu hintertreiben. Man spricht bereits von einem an die Offiziere gerichteten Rundschreiben des Kriegsministers, in welchem er die Truppen auffordert, Zurückhaltung zu be­obachten.

London, 17. Mai. Nach einer Depesche aus Prätoria verursachte die in Johannisburg erfolgte Verhaftung von 7 Engländern wegen H ochverrats große Aufregung. Die Verhafteten wurden nach Prätoria gebracht. Das Komplott zur Rebellion, deffen sie angeklagt sind, soll seit 4 Monaten bestehen. Wichtige Papiere wurden mit Be­schlag genommen. Weitere Verhaftungen stehen bevor. Auf Hochverrat steht in Transvaal die Todesstrafe.

London, 17. Mai. DerStandard" bestätigt die in Prätoria erfolgte Verhaftung von sieben Eng­ländern. An der Spitze des Komplotts stand eine eng­lische Gesellschaft, welche unter dem Namen: Südafrikanische Liga bekannt ist. Die Verhafteten erklären, der englischen Armee anzugehören. Unter den Verhafteten befinden sich zwei Kapitäne. In Johannisburg hatten mehrere dort an­sässige Engländer sich bereits anwerben lassen. Das Kom­plott soll dadurch entdeckt worden sein, daß ein Geheim­agent sich von einem Offiziere anwerben ließ, und dadurch die einzelnen Fäden des Komplotts aufdeckte. Der Prozeß gegen die Verschwörer wird bereits in den nächsten Tagen beginnen.

London, 17. Mai. Der Kaiser und die Kaiserin- Mutter von China haben durch freiwillige Entschließung den Papst anerkannt und zugleich den Katholizismus als eine in ganz China geschützte Religion bezeichnet. Die Bischöfe sollen im Verkehr mit den Behörden besondere Rechte genießen, gleich den Provinz-Statthaltern.

London, 17. Mai. Die Blätter fahren fort, wegen der neuen russischen Forderungen in China heftig gegen Rußland aufzutreten. Sie erklären, am Vorabend der Friedenskonferenz sei die Haltung Rußlands ebenso unge­schickt als unehrlich. Die Forderung Rußlands sei ein Nadelstich für England, weil dadurch der kürzlich abge­schlossene englisch-russische Vertrag verletzt werde und die englischen Kapitalien in China gefährdet würden.

Loudon, 17. Mai. Die Arbeiterschaft Englands erläßt an alle Arbeiter der Welt einen Aufruf, in welchem sie ihre Simpathie für die Ziele der Friedenskon­ferenz, trotzdem die Idee vom Zaren ausgehe, ausspricht und die Arbeiter auffordert, die Friedensarbeit zu unter­stützen.

Loudon, 17. Mai. Gestern fand unter dem Vorsitz Salisbury ein Kabinettsrat statt, in welchem die chinesische und die Transvaal-Angelegenheit beraten wurde, lieber das Resultat wird tiefstes Stillschweigen beobachtet.

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1899.

Herzogtums Hessen." Die Dankadresse ist von Herrn Hof- kavigraph Göttmann in künstlerischster Weise angefertigt. Der neue Präsident des Großh. Oberkonsistoriums, Herr öuchner, hat die erwähnte Deputation ebenfalls em* fangen, um den Ausdruck des Vertrauens entgegenzunehmen, kn die hessische Geistlichkeit in die fernere Leitung des Sirchenrkgiments setzt, woraufhin die Herren in liebend* viiririgster Weise von der fortgesetzten persönlichen und be­hördlichen Fürsorge für das Wohl der hessischen Landes­kirche und ihrer Organe seitens des Herrn Präsidenten ver- firheit wurden.

Mainz, 16. Mai. Im Anschluß an die neuliche Mitteilung bezüglich der projektierten Erweiterungs- hurten im Bereich des hiesigen Eisenbahnbezirks erfahren fir, daß die zur Prüfung der Projekte von Berlin hier trivartete bautechnische Kommission bereits vor 14 Tagen schon einmal in hiesiger Gegend weilte und dabei haupt­sächlich untersuchte, wie sich die Lage der Verhältniffe nach km vorliegenden Projekte auf der Jenseite des Rheines gal ten würde. Besondere Schwierigkeiten soll das Projekt iur dadurch gefunden haben, daß der direkten Anschlußlinie »ach Wiesbaden die großen Fabrikanlagen auf der Amöne­burg teilweise hindernd im Wege stehen und man daher eine ziemlich weite Umschreibung dieser Anlagen ins Auge sassci mußte.

Hu8 Rheinhessen, 16. Mai. Dem Vorbilde der Winzer Rheingaues und der Mosel folgend, hat man jetzt mch in Rheinhessen ein» Winzergenossenschaft ge* fitlh.be t, die zunächst ihren Sitz in Wörrstadt haben wirb, jut Beschaffung ber nötigen Keller- unb Kelterräume er* M ibic Genossenschaft, eine Unterstützung aus ber Staats­kasse jzu erhalten, welche Hoffnung auf einer jüngst von tira Ministerium in ber zweiten Kammer in diesem Sinne Wachten Zusage basiert.

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Nummer der »Modenwelte (Berlin, Franz Lipperheide, nicht zu verwechseln mitKleine Modenwelf, und »Große Modenwelt") eine Wienerin über die neuesten Moden. Die hohe Schule der Toilettenkunst könnte man diesen Bericht nennen, der die «wesent­lichen und charakteristischen Züge der überaus komplizierten Mode so scharf erfaßt uud so anschaulich dem Verständnis der schönen Leserin übermittelt. Und dem Wort gesellen sich reizvolle Illustrationen, anmutige Genre-Bilder, liebliche Frauen- und Mädchengestalten, welche die neuen Moden verlockend zur Darstellung bringen, und an denen wir ganz besonders die Neigung zur geschmackvollen aparten Einfachheit rühmen möchten. Wer Gelegenheit hat, fran­zösische Modenhilder zu sehen, mit ihren stets die Karrikatur streifenden exzentrischen Moden, der kann sich nur darüber freuen, wie diese deutsche Zeitung es versieht, die Frauen zu schmücken, elegante, bad Auge erfreuende Erscheinungen aus ihnen zu machen, ohne sie zu Zerrbildern ihres Geschlechts herabzuwürdigen. Nicht genug damit, bietet die Modenwelt in ihren BeiblätternHand­arbeiten",Kindermoden",Unterhaltungsblatt" mit seinen ver­schiedenen Rubriken: Gesundheits- und Kinderpflege, Unsere Kinder, Für HauS, Küche, Zimmereinrichtung, Erwerbsthätigkeit der Frau, auch auf diesem Gebiete das Beste. Erwähnen wir noch den extra­großen Schnittmusterbogen und den Vorzug, daß die Leserinnen, außerdem gegen Einsendung von nur 30 Pfg. zu jeder der dar­gestellten Toiletten den Naturgrößen Schnitt nach ihrem Maß zu­gesandt erhalten, so begreift man wohl, daß die Modenwelt trotz aller Konkurrenz ihren Platz als das klassische Familienblatt behauptet.

fKbeitsvergebung.

ÄoauerStag de» 25. l. M., -tvüitags 1 Uhr, sollen in bem G^nrimdehause zu Rödgen nach- ftetynbc! Arbeiten öffentlich in ben AKbid gegeben werben unb zwar: veranschlagt zu

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Kunst-Ausstellung. aueetellung im Turmhaus am Brand ist täglich von 11 bis 1 Uhr mittags mit Ausnahme des Samstags geöffnet, Mittwochs auch noch von 3 bis 5 Uhr nachmittags, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen. Eintritt für Nichtmitglieder an Werktagen 50 Pfg. an Sonn- und Feiertagen 20 Pfg.

; I Mteratur, Wissenschaft und Kunst.

c I Sehr interessant plaudert in der soeben erschienenen Nummer der eRi»rlin Strom Livverbeide. nickt

Universltüts Nachrichten.

Die Universität Marburg hat in diesem Sommersemester zum ersten Male mehr als 1200 Studenten aufzuweisen.

Temperatur der Lahn uud Luft

nach Reaumur gemessen am 17. Mat, zwischen 11 u. 12 Uhr mittags:

Wasser 13°, Luft 13°.

Rübfamen'fche Badeanstalt.