,q*N
1 wottni roll
1899
Dienstag den 18. April
Erstes Blatt.
m so
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
Allr Lnjeizrn.Lrrmittlungsstrllen bei In- unb Äultenbd nehmen Hnjdgm für ben G,eß en er Anzeiger entgefee
5Ke|Uflspr<U vieneljLhrlich
2 Mark 20 Psg. monaUlch 7o Pfg. Witt Bringerlohn.
Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg.
vierteltährlich
O^bN ttstNch ^■ttinabme bei j Sentag«.
3-i Siehrn er iMMmtlUelfltUt Btwte Um Anzeiger •Wt viermal ieifdegt
■■Imine » n Anzeigen zu ber nachmlnagl für btw Kwg erfcheinenben Nummer bis »tim. 10 Uhr.
Zlints- unb Anzeigeblatt für den Nt-is Giefzen
Atrien, Expebltion und Druckerei:
300005
eins M
werden.
Deutsches Reich.
W, 6i*
J' Ar
^fteunk r W' H rtmiC.'.v
Bekanntmachung,
betr: Die Viehmärkte in Gießen.
!Eir bringen hiermit zur Kenntnis der Jntcresienten, biiyiom jetzt ab bis auf weiteres der Beginn der in hiesiger stattfindenden Viehmärkte auf 6 Uhr morgens fest- S!* ist.
rcabei nehmen wir Veranlasiung, wiederholt darauf Hi«.h.v°iifen, daß vor dieser Stunde der Auftrieb von Vieh tow*t auf den Viehmarkt selbst, noch in den Straßen gestalt ist, da erfahrungsgemäß durch das Aufstellen von
Brauch seien. .. ee
Abg. Siemens (frs. Vg.) spricht gegen die 14 und 12 und will alsdann der Auffassung entgegentreten.
GratisbeUasr«: Gießener Familienblätter, Der heftig Landwirt Mittler Wr hessische Volkskunde.________________
Staatssekretär v. Podbiel ski entgegnet dem Vor- redner, er glaube, daß die Städte demnächst bei den elektrischen Bahnen auf Anlage von Rückleitungen dringen
Äbreffe für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Nr. 51.
Vorlage geschehe.
Direktor Syd ow bemerkt, cs scheine ihm, als wenn der Vorredner übertreibe. Es handle sich hier um Eingriffe innerhalb einer Sphäre, wo Entschädigungen nicht
die Straßen in Städten.
Abg. Hasse (natl.) giebt semer Freude Ausdruck über die Schnelligkeit, mit der das Kabel zwischen Deutschland und Südwestafrika hergestellt worden ist. Er könne nur bitten, daß auch andere Wirtschaftsgebiete dieselbe Aufmerksamkeit erfahren. Redner behält sich em näheres Eingehen auf die Vorlage in der Kommission vor.
Abg. Schrader (frs. Vg.) bezeichnet die Vorlage als ein Konfiskationsgesetz, welches in das Eigentumsrecht em- qreife, ohne Entschädigung zu gewähren. Wenn er die Stimmung im Hause recht verstehe, so glaube er, daß wohl alle darin einig seien, daß die bestehenden privaten Eigentumsrechte mehr gewahrt werden müßten, als dies in der
। im
stfai
daher die Worte ..nach Möglichkeit" zu streichen. Ferner teile er die Bedenken gegen § 6.
Abg. Stephan (Centr.) hat ebenfalls verschiedene Bedenken gegen die Vorlage, so auch gegen die §§ 6 UIlb Direktor Sydow bemerkt, § 12 beziehe sich nicht auf
Das kleine Eiland in der Südsee hat eine nicht geringe Verwirrung in der internationalen Politik angerichtet, und wenn auch die Wogen sich heute geglättet haben, so ist doch aus den Erklärungen des Staatssekretärs v. Bülow in der Reichstagssitzung am letzten Freitag deutlich herauszulesen, welche Schwierigkeiten einer befriedigenden Lösung der Angelegenheit entgegengestanden. Auch in unseren maßgebenden Kreisen ist jedenfalls die Besorgnis nicht gering gewesen, daß es gegenüber dem amerikanischen Chauvinismus kaum gelingen würde, ohne ernstere Komplikationen der deutschen Anschauung zum Siege zu verhelfen. Das Vertrauen, welches wir auch in dieser Frage auf unsere Reichsregierung gesetzt haben, hat sich somit vollkommen gerechtfertigt, und die anscheinende Niederlage, welche Deutschland m Samoa erlitten, ist zu einem nicht zu unterschätzenden Erfolge geworden. Denn es steht unumstößlich fest, daß England und wuv „,1V --------- ... .. ... ,, --
Amerika sich den deutschen Forderungen schließlich fugen I al8 ob bie Starkstrom-Industrie mit Begeisterung diesem mußten, wenn auch die letzteren in den „Vorschlag" gekleidet I @efe$ entgegensetze. _
waren, eine besondere Kommission zu ernennen, welcher Die ! Regelung der samoanischen Angelegenheit obliegen solle. | Es erscheint selbstverständlich, daß alles, was kne beiden anderen Staaten auf der Insel ohne Zustimmung Deutschlands inszeniert haben, für Null und nichtig erklärt wird, falls es nicht unsere Genehmigung nachträglich finket.
An amtlicher Stelle sowohl wie auch in der Presse ist in dieser Zeit der Wert Samoas für Deutschland vielfach erörtert worden. Auf allen Seilen hat man zugeben müssen, daß es unter keinen Umständen lohnen würde, wegen dieser Insel einen Krieg zwischen Großmächten in Szene zu setzen.
| Aber der Einsicht hat sich wohl niemand entziehen können, daß es für das deutsche Reich eine Ehrenpflicht war, von seinem durch internationale Verträge sanktionierten Stand- punkt nicht abzuweichen und sein Recht bis zum äußersten zu vertreten. Und so finden wir denn auch in der unbefangenen Presse des Auslands, daß man unser Verhalten vollständig billigt und dem besonnenen Vorgehen der deutschen Regierung Beifall zollt. Jedenfalls hat die Rede des Staatssekretärs v. Bülow starken Eindruck da gemacht, wo sie eine Wirkung ausüben konnte und sollte, und es hat sich wieder einmal die Taktik unserer maßgebenden Kreise I vollauf bewährt, nicht voreilig auf Grund unbestimmter Meldungen in Aktion zu treten, sondern erst authentische I Berichte abzuwarten, dann aber eine unbeugsame Energie
Die Vorlage geht an die Postkommission.
Montag 1 Uhr: Fleischschaugesetz.
Schluß 31/2 Uhr.
Deutscher Reichstag.
66. Sitzung vom 15. Aprü. 1 Uhr.
Fortsetzung der Beratung des Telegraphengesetzes. . .
Äbq. Singer (Soz.) hat einige Einwendungen gegen die Vorlage zu machen. Die §§ 6 und 12 halte er für unannehmbar. Wenn diese beiden §§, sowie § 18, der zu viel in das Ermessen des Reichskanzlers stellt, geändert würden, dann könne man dem Gesetze zustimmen, weil es notwendig sei. o c t •
Staatssekretär v. Podbielski entgegnet, im § 6 fei ;a in Bezug aus spätere notwendige kommunale Anlagen das Recht der Gemeinden gegenüber schon bestehenden postalischen Anlagen durchaus gewahrt. Die Verwaltung werde auch stets wie bisher den Kommunen gegenüber gefällig sein. Aber naturgemäß liege ja jeder Fall verschieden.
Aba v W aldow-Reitzenstein (kons.) erklärt sich namens seiner Partei für die Vorlage. Die Telegraphenlinien müßten aber nicht nur „nach Möglichkeit", sondern unbedingt so ausgeführt werden, daß sie vorhandene besondere Anlagen nicht störend beeinflußten. Im § 5 seien
Berlin, 16. April. Der „Lokal-Anzeiger" erfährt au- verläßlicher Quelle, daß eine Umwandlung Berlins zu einer Provinz weder beabsichtigt wird, noch überhaupt in Frage steht.
Berlin, 16. April. Wie der „Vorwärts" meldet, ist der Privat-Dozent Dr. Arons von dem gegen ihn eingeleiteten Disziplinar-Verfahren benachrichtigt worden. Die von ihm angesagten Vorlesungen sind nicht am schwarzen Brett der Universität angeschlagen worden.
Berlin, 16. April. Das „Berliner Tageblatt" veröffentlicht ein Interview eines Spezial Korrespondenten des „New- York Herald" mit dem Staatssekretär Bülow über die Samoa-Frage. In der kurzen Unterredung fagte der Staatssekretär, er sei Überzeugt, daß wir jetzt auf dem besten Wege seien, zu einer vollständigen friedlichen Verständigung zu gelangen. Die amerikanische Regierung habe durch ihr weises und staatsmännisches Verhalten viel dazu beigetragen, die Dinge zu jener befriedigenden Erledigung zu bringen,
zu der sie jetzt gelangt sind.
— Vom Kaisermanöver erfährt ein Berliner Blatt: An der Kaiserparade, welche in den ersten Tagen des September auf dem Cannstatter Exerzierplatz bei Stuttgart stattfinden soll, werden laut „Schwäb. Merkur" auch der Kaiser von Oesterreich, der König von Sachsen, der Prinzregent von Bayern und der Großherzog von Baden teilnehmen.
— Aus Neu-Guinea. Dr. Lauterbach, welcher bereits mehrfache Reisen in Neu Guinea gemacht hat, aus deren letzter er den Ramufluß entdeckte, beabsichtigt wieder nach der Stätte seiner früheren Wirksamkeit zurückzukehren. Die Expedition von Tappenbeck hat den Erfolg gehabt, die Identität des Ramu mit dem Ottilienflusse festzustellen. Es wurden am unteren Ramu noch mehrere Stationen von Herrn Tappenbeck errichtet, der nach mehrjährigem Aufenthalt im Schutzgebiet nach Hause zurückkehren wird. Dr. Lauterbach beabsichtigt nun, nicht nur den oberen Lauf des Ramu, sondern auch das Bismarckgebirge zu erforschen, und hat sich zu diesem Zwecke der Dienste zweier australischer Prospektors versichert, welche in ihrem Fach Vorzügliches geleistet haben.
Ausland.
Paris, 16. April. Der „Libertö" zufolge sind 27 Mitglieder des KaffationshofeS gegen die Revision unb nur 18 dafür. Dagegen hätte die Annullierung deS
Bekanntmachung,
bcdt: Den am 20. l. Mts. zu Freienseen abzuhaltenden
Viehmarkt.
Dca die Maul- und Klauenseuche in zwei Orten des K'ßchrsi Schotten zum Teil in größerer Ausdehnung herrscht, ifliitr auf Donnerstag den 20. I. Mts. für Freien- se» bestimmt gewesene Viehmarkt verboten worden.
SU eß en, den 14. April 1899.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Bechtold.
*U ^Hoffen wir, daß die Samoa-Angelegenheit nunmehr definitiv geregelt wird. Allen drei beteiligten Regierungen muß daran gelegen sein, daß einem Zustande ein Ende gemacht werde, welcher stets von Zeit zu Zeit zu Komplikationen führen muß. Daß unsere Interessen in der Südsee bei den bevorstehenden Verhandlungen gewahrt werden, davon sind wir sest überzeugt. (xx)
I 1 1 n#! b ad**' i
Vieh in den Straßen erhebliche Belästigungen der Anwohner unb Verkehrsstörungen hervorgerufen werden. Die Schutzmannschaft ist angewiesen, Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen.
Gießen, den 15. April 1899.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Muhl.
Samoa.
Gießen, 15. April 1899. I Mtfttffeib: Den Wiesengang.
Mz «Großherzogliche Kreisamt Gießen Edie Grohh. BürgermeistereienlAlbach, Alle«. boi-rf tu d. Lahn, Alleudors a. d. 86a., Alte«. Mwseck, BerSrod, Daubriugeu, Garbeuteich, tiWÜ&r«, Grüuberg, Grüuiugeu, Hause«, Heuchel- hemiv, Lauter, 8ich, Odeuhauseu, Rabertshausen, I RISthge-S, RüddiugShausen, Steinbach, Trohe.
Sie erinnern Sie an die baldigste Erledigung unseres 1 Aiuirtschlk-ibens vom 1. März 1899 (Kreisblatt Nr. 53).
_____________v. Bechtold. I
Gießen, den 15. April 1899. Buchend: Lehrerkonferenzen.
D:e
Mchh. Kreis-Schulcommisfion Gießen ,nu die Schulvorstände uud Bürgermeistereien deS Kreises.
Wr beauftragen Sie, die Lehrer Ihrer Gemeinden zu de Mchcichtigen, daß in diesem Frühjahre folgende Konferenzen ftädljinteen werden:
1 Montag den 24. April, vormittags 10 Uhr, im ' Schulhause zu Grünberg Konferenz für den
Bezirk Grünberg. An dieselbe schließt sich em einfaches Mittagessen im Hotel zum „Hirschen" an.
2. Dienstag den 25. April, vormittags IO1/* Uhr, im Casö „Ebel" Konferenz für den Bezirk Gießen. Hierauf einfaches Mittagessen daselbst.
3. Mittwoch den 26. April, vormittags 10 Uhr im „Holländischen Hof" zu Lich Konferenz für den Bezirk Lich-Hungen. Im Anschluß hieran einfaches Mittagessen.
Diie Herren Referenten werden gebeten, ihre Referate ?,u^r angegebenen Zeit bereit zu halten.
v. Bechtold.
~ Bekanntmachung,
bett.: 'Errichtung einer Zwangsinnung für das Bäckerei- Handwerk im AmtsgerichtSbezirk Gießen.
Nachdem bei der Abstimmung sich die Mehrheit der bettiligtien Gewerbetreibenden für die Einführung des Bei- iv Mzmanges erklärt hat, ordnen wir hiermit an, daß zum 1. gUg 11 ft eine Zwangsinnung für das Bäckerei-Handwerk in: ^ Gemeinden des Amtsgerichtsbezirks Gießen mit dem Sch litt Gießen und dem Namen „Bäckerei-Innung für di.il । Gemeinden des Amtsgerichtsbezirks Gießen" errichtet nntmh. Von dem genannten Zeitpunkt ab gehören alle Wütrbetreibenbe, welche das Bäckerei-Handwerk betreiben, bi idk Innung an. Zugleich wird zu demselben Zeitpunkte dick Srcker-Jnnung in Gießen geschloffen.
Aießen, den 13. April 1899.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Bechtold.


