Ausgabe 
18.3.1899 Erstes Blatt
 
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1809

Samstag den IS. März

Erstes Blatt.

Aintr- rind Anzeigeblatt für den K«b

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Nr. 8 des Reichsgesetzblattes, ausgegeben den 14. d.Mts,

lüler.

denn, werde dieselbe abgelehnt, werde sie später wieder ein­

benutzt den ihr durch obengenannte Resolution gebotenen

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Allr Anzeigkn-BrrmittlungSstellnz bei In- und AuSlande- nehmen Anzeigen für den (Rieftener Anzeiger entgegen.

Kuhmilch leidende, kenntlich.

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Rebcrttion, Lxpebinon und Druckerei:

SchukKraße Ar. 7.

«nneNnte »en Anzeigen zu der nachmittags für ben ftljenben Ta, erscheinenden Nummer bii norm. 10 Uhr.

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gebracht werden.

Abg. Lieber (Centr.) erklärt, seine Freunde würden ihren heutigen Antrag nicht eingebracht haben, wenn bisher das Wortunannehmbar" gefallen wäre. Das sei aber nicht geschehen. Dies und die drohende Gefahr für das Vaterland im Falle des Mißlingens einer Verständigung habe in der Centrumspartei das Bewußtsein der Verantwortung gestärkt, welche sie auf sich nehme, wenn sie ihrerseits die Verständigung ablehne. Redner geht auf die Einzelheiten seines Antrages näher ein und empfiehlt denselben zur An­nahme. Es sei dem Centrum nicht leicht geworden, den obigen Weg vorzuschlagen. Den verbündeten Regierungen könne er den Vorwurf nicht ersparen, daß sie das Ent­gegenkommen des Centrums eigentlich nicht verdient haben. (Heiterkeit).

Reichskanzlers Fürst Hohenlohe erklärt, die ver­bündeten Regierungen halten an ihrer Ueberzeugung fest, daß das von ihnen geforderte in seinem ganzen Umfange notwendig sei. Im Hinblick auf die militärische Wichtigkeit der Vorlage und in der Erwägung, daß ihre Durchführung keine Verzögerung erleiden könne, seien die verbündeten Negierungen entschlossen, der Vorlage auch in der ver- I änderten Form zuzustimmen; allerdings nur unter der Be- I dingung, daß die Resolutionen des Centrums angenommen I werden, wonach die Regierungsforderung in ihrem vollen I Umfange, wenn auch nicht jetzt, so doch noch rechtzeitig vor I Ablauf des Quinquennats, genehmigt wird.

Abg. v. Lev e tz ow (kons.) giebt namens seiner Fraktion I die Erklärung ab, daß sie angesichts der Erklärung der I Regierung und im Vertrauen auf die in der Resolution I ausgedrückte Zusage den Centrums-Vorschlägen zustimme.

Abg. v. K ar do r ff (Rp.) giebt eine ähnliche Er- I klärung ab.

Abg. Bass ermann (nl.) begrüßt die jetzige Einigung und bekundet, daß seine Freunde die vom Abg. Lieber ge- I schlagene Brücke beträten.

I Abg. Rickert (frs. Vg.) stimmt namens seiner Fraktion I für die Kommissionsbeschlüsse.

Abg. Richter (frs. Vp.) weist die Vorstellung zurück, I als ob der Reichstag hier nach der Lehre von dem be- I schränkten Unterthanenverstande kein Urteil gegenüber der Heeresverwaltung habe. Auf den Antrag Lieber eingehend, bemerkt Redner, die durch denselben geschlagene Brücke sei I doch nur geschlagen, um die Regierung aus einer unhalt- I baren Position herauszubringeu. Was die zweijährige Dienstzeit anlange, so werde er darauf aufmerksam mache«, daß diese unter allen Umständen für die fünfjährige Periode I gesichert sei. Es sei unbedingt notwendig, die zweijährige Dienstzeit für die Dauer festzulegen. Redner geht I dann sehr ausführlich auf die ganze vorgeschlagene Or- I ganisation ein, welche nicht in sich festgeschlossen sei, sonder« I wiederum nur einen Wechsel auf die Zukunft, Anweisungen I auf spätere Nachbewilligungen darstelle. Nach den Bor- I gängen seit letztem Donnerstag habe er, Abg. Richter, de« I Eindruck, daß oben nicht alles in Ordnung sei, daß die ei«- I heitliche Führung fehle. Bei solchem impulsiven autokratische« I Eingreifen, bei solchen Plötzlichkeiten sei die Gefahr um so I schwerer zu vermeiden, daß Krisen entstehen.

Abg. Bebel (Soz.) führt aus, daß er im Interesse I der Steuerzahler die Vorlage ablehnen müsse. Die Resolution I IV lege dem Reichstag eine Verpflichtung auf für die Zu- I fünft, sei ein Wechsel, den der Reichstag später unbedingt I würde einlösen müssen (Rufe rechts: Sehr richtig!)

Abg. P re (Els.) lehnt die Kommisfionsbeschlüsse, den I Antrag Lieber und die Regierungsvorlage ab.

Abg. Liebermann v. Sonnenberg (Antis.) be- I dauert, daß die Regierungsvorlage nur in der Form Lieber I bewilligt werden könne. Das kaudinische Joch, das Herr I Lieber leugne, stehe bereit, es möge kriechen, wer krieche« I wolle, er, Redner, krieche nicht mit. (Große Heiterkeit). Die I tyrannische, diktatorische Haltung des Centrums habe i« I weitesten Kreisen Erbitterung erregt. Heute, am Gedenktag I der Beisetzung Kaiser Wilhelms und an dem Tage, wo sich I über dem ersten Kanzler die Gruft geschloffen, heute werde I ein gutes Stück Vertrauen in die Festigkeit unserer Regiering

Äbreffe für Depeschen: Anzeiger Dietzen.

Fernsprecher Nr. 51.

Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt Älüttec für hessische Volkskunde.

litt (Plak), fte Fachschule.) ipril 1899.

13 bis 20 Jahren. Vor- elw.-Prüfun^.

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ionate finden am;?-1 i der Arbeitszeit uni'-1 ere unterstellt | iuere Auskunft durcjil

A. Harr. 1

dtbilt: . .jrx - » r.

(Nr. 2552.) Gesetz, betr. bte Einrichtung eines be­sonderen Senats für das bayerische Heer bei dem Reichs- mlüärgericht in Berlin. Dom 9. März 1899.

(Nr. 2553.) Bekanntmachung, betr. bte Außerkraft­setzung des Postvertrags zwischen dem Norddeutschen Bunde inb Norwegen. Vom 1. März 1899.

Gießen, am 17. März 1899.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Bechtold.

Aezngspret» vierteljährlich 2 Mart 20 Psg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn.

Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich.

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger

lkhrrrn.

Die Schule enthält folgende Abteilungen:

I. Mit dreijährigem Lehrplan:

Lehrwerkstätten für Elfenbeinschnitzer, Holzbild- huer, Drechsler und Ciseleure.

Unterricht im knnstgewerblichen Zeichnen und Model­lieren: für Bildhauer, Stukateure, Zeichner, Modelleure, Malier, Schreiner, Töpfer, Bauhandwerker usw.

Hierzu eine Vorklasse mit einjährigem Lehrplan: für Projektionszeichnen, Schaltenkonstruktion, Beleuchtungs- funbe, Architekturzeichnen, Ornamentzeichnen, Fachzeichnen inb Skizzieren.

H. Mit je einjährigem Lehrplan.

Zwei Fachkurse, für Figuren- und Ornament- itodellieren, Figurenzeichnen, Aquarellmalen, Fachzeichnen lind Entwerfen (in alten und modernen Stilen), Gewand- stlldien. Aktzeichncn (freiwillig und nur bet entsprechenden rorkenntnissen.) ,

Außerdem finden Vorträge statt über Anatomie des Memschen, ornamentale Formenlehre und Stilkunde, Techno­logie, Materialien- und Konstruktionslehre.

III, Fortbildungs-Unterricht: Aufsatz, Rechnen, Buch­führung, Geometrie, Gesetzeskunde, Wechsellehre, Kalkulation und Rundschrift. m , ... . ,

^unqe Leute, mit den nötigen Vorkenntmffen versehen, löimen als außerordentliche Schüler auch einzelne Mer der Werkstätten oder des übrigen Unterrichts besuchen.

Der Unterricht wird durch eine vorzügliche Modell- mb Vorbildersammlung unterstützt.

Das Schulgeld beträgt halbjährlich lo Mk.

Anmeldungen und Gesuche unbemittelter befähigter Schüler um Nachlaß des Schulgeldes sind mit den nötigen Uni erlagen versehen an den Leiter der Anstalt zu richten, dir zu weiterer Auskunft bereit ist.

Erbach i. O., den 1. März 1899.

Ser Vorsitzende des Aufsichtsrats: Der Leiter der Anstalt: S'tegmüller, Bürgermeister. Klein, Hauptlehrer.

Die Entscheidung.

Mit großer Spannung hatte man allgemein der Ent- »ickelung der innerpolitifchen Situation entgegengesehen und ml Recht besorgt, harrten viele der Entscheidung darüber, ib ein ernster Konflikt zwischen der Regierung und der Mehrheit des Reichstages ausbrechen, und der letztere gar mfaelöst werden würde, wenn er die Militärvorlage nicht «olll und ganz bewillige. Unsere Leser werden sich des «Mels erinnern, den wir bereits zu Beginn der Woche bmchten, und in welchem wir entschieden die Auffassung ver- iratten daß schließlich doch ein Konflikt vermieden und eine Le-ständigung herbeigeführt werden würde. Wie richtig inftre Beurteilung der Situation war, haben die Ereigniffe mttiat, und der Verlauf der Reichstagssitzung am Donners- lagi hat bewiesen, daß der Streitpunkt doch nicht dazu an- gchan war, das deutsche Volk zu beunruhigen und es Erdings dem Kampfe der Parteien auszultefern.

Daß die Regierung von der Notwendigkeit ihrer Liderung durchaus überzeugt war, daran hat wohl niemand Miveiselt; umso anerkennenswerter ist ihre Resignation, mm ihr die letztere auch leichter gemacht worden ist durch

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trbtu dem Anzeiger «tchentlich viermal beigelegt.

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Deutscher Reichstag.

57. Sitzung vom 15. März. 1 Uhr.

Das Haus ist wiederum in allen seinen Teilen außer­ordentlich gut besetzt.

Tages-Ordnung: Zweite Lesung der Etatsreste.

Vom Etat des Reichsamts des Innern waren diverse Besoldungstitel für Bureaubeamte nebst einer Reihe von Petitionen an die Kommission zurückverwiesen worden.

Die Kommission beantragt, die Titel unverändert zu bewilligen. Das Haus beschließt demgemäß.

Auch die noch vom Poste tat rückständigen Besoldungs- titel werden nach den Vorschlägen der Kommission genehmigt, wobei Staatssekretär v. Podbielski erklärt, daß fortan bei der Post zwei streng geschiedene Laufbahnen bestehen: die obere und die mittlere. Für die obere bedürfe es des Reifezeugnisses bei einem Gymnasium, Realgymnasium oder Oberrealschule, für die mittlere der Reife für Untersekunda bei den genannten resp. gleichstehenden Anstalten. Nach 4 Jahren erfolge in letzterer Laufbahn die Assistentenprüfung; dieser folge die Anstellung sofort auf Lebenszeit. Nach sechs- jähriqer Dienstzeit als Assistent könne die Sekretärprüfung erfolgen, welche auch den Zutritt zu der Stellung als Ober- sekretär eröffnet.

Die zum Postetat vorliegenden Resolutionen werden nach den Vorschlägen der Kommission erledigt.

Debattenlos werden Reste vom Etat des Reichsschatz, amtes und der Reichsschuld erledigt. *

Es folgt die 3. Lesung der Milttärvorlage. Es liegt hierzu der Antrag Lieber vor, den § 2, betr. die Friedenspräsenzstärke in der Kommissionsfassung wiederher- rustellen § 3, welcher von der Einteilung tn bte verschobenen Truppenverbände handelt, soll in der Faffung der Regierungs­vorlage wiederhergestellt werden mit dem Zusatz: In den 482 Eskadrons für die Kavallerie sind diejenigen Formationen einbegriffen, welche zur Erhaltung und Weiterbildung der Spezialtruppe der Jäger zu Pferde (Meldereiter) erforder- h<$ Weiter beantragt Abg. Lieber (Centr.), die dritte Resolution der Kommission dahin zu vervollständigen, daß die Einstellung von Mitteln in den Etat auch erfolgen soll, nur statt der aktiven Mannschaften Zivilpersonen als Oeko- nomiehandwerker einzustellen.

Schließlich geht der Antrag Lieber auf Annahme i ^ner Resolution IV: Die Bereitwilligkeit auszusprechen, ; wenn sich bei Ausführung des gegenwärtigen Gesetzes die ! nachweisliche Unmöglichkeit ergeben sollte, mit der Frredens- vräienzstärke von 495500 Gemeine rc. bte zweijährige Dienst­zeit beiden Fußtruppen au^echt zu erhalten, alsdann nötigen­falls auch noch im Laufe der Geltungsdauer des § 2, tn I erneute gesetzgeberische Erwägungen über Bemeffung der

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messen,

Hroßherzogkiche Iachfchuke

für Elfeubeiuschuitzerei rrud verwandte Gewerve l erhebliche Verzögerung erleiden müßte.

Erbach i. C. I benutzt bett ihr durch obengenannte Re. .

An der Anstalt werden in allen Gebieten des Kunst- I Ausweg, noch im Laufe der nächsten fünf Jahre nottgen- havdWerks junge Leute theoretisch und praktisch tüchtig ausgebildet.

veaiuu deS Sowmerhalbjahres am 10. April 1899.

Unterrichtet wird von vier Fachlehrern und zwei Hufs-

falls mit weiteren Forderungen an den Reichstag heran­zutreten. Und allem Anscheine nach ist es schon jetzt aus­gemacht, daß die Regierung von der ihr gebotenen Mög­lichkeit auch wirklich Gebrauch machen wird. Ein Jahr kann viel verändern in den Anschauungen des Reichstages, haben doch die Beratungen der verflossenen Legislaturperiode über die Flottenvorlage ein Beispiel dafür gegeben.

Daß der Konflikt für jetzt vermieden werden konnte, erfüllt uns mit Genugthuung; wir wollen hoffen, daß solche Verständigungen zwischen Regierung und Parteien überall da Platz greifen, wo es daS Interesse des Vaterlandes nur irgend zuläßt. (xx)

I bie vom Zentrumsführer Dr. Lieber beantragte Resolution, I Friedenspräsenzstärke mit den verbündeten Regierungen em.

I wonach der Reichstag sich verpflichtet, mit der Regierung in I zutreten. f . rxnQercr Aussübruna

neue Verhandlungen über die Bemessung der Friedensprasenz- Kriegsmimster B. G o gl ei: legt wi Ian9etet au«f^nn« ftärte eiiuutreten falls es sich Herausstellen sollte, daß bei bte große Bedeutung der Infanterie für das veutflye Heer

' dem Stande von 495500 Gemeinen und Gefreiten die zwei- bar. Die Präsenzstärke müsse so gestaltet '""ben,

1 iäfirine Dienstreit der ^uktruvven nicht aufrecht erhalten I zweijährige Dienstzeit durchgeführt werden könne. Er appelliere Dienstzeit Der Struppen Ni^t i > Nochmals an das Haus, die Regierungsvorlage anzunehmen; weroen tonne. r , ( I < hwrhp sie fhiifer wieder et«-

Die vom Reichskanzler Fürsten Hohenlohe abgegebene Erklärung läßt erkennen, wie schwer der Regierung ihr Verzicht auf die ganze Forderung geworden ist. Nicht um ein Haar breit wird von der Ansicht abgegangen, daß tm Interesse der Landesverteidigung die geforderte Präsenzstärke unbedingt vorhanden sein muß. Nur die Erwägung, daß bei einem ablehnenden Standpunkt der Regierung auch die von der Kommission gebotenen Zugeständnisse verloren fein würden, und daß die Durchführung der Erhöhung der Präsenzstärke und die Ausbildung der Armee dann eine - Die Regierung

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