"“S AK eb d«r diu ’ £ "*=1*
>»" 6tJ
ÖQB die M 5* L nÄ”"9k,. *6 geb«.
tlN durch bit r '"den, und den l9e" innerhalb > 11 'hre strikte
"un aber an V 'ctJe' so müßt- ! der von den t ngenen Perpflit daraus entstehen .^streben sein, chnung und die da Eingeborenen hei stellen.
Spedition ist ypool eingetrossen sollte der «usbrut In Boma hat f igene Kosten nach! hlossen.
ms Kamerun iji mtztruppe unter Bestrafung des bck Ngila in der L
ü.
, Neuen Wiener i i Quelle gemtl: : Wiener fionjtn olger komme t xt) in Betracht^ Beenden bi ata hat sich s ibung ist im ite früh 3 V- \ dauerndeö Sidbi
s-Budget für M ufende uibUW lsammen 224449^ i au&erbem not für ReoxMise en W Mi«
Mrs KiW '' >n W W* eine DunumM!
rach Msburg ul- St. W .
niM" ja Die Abordn. Ersten Besuche ! tkin, dem Genera.^ et vexMem »
Mß alle Borurteile bezwingen, und wir können nur jedem Aufikkenner und -liebhaber in seinem eigensten Interesse icb legen, den im Laufe nächster Woche stattfindenden jietiten Konzertabend SLndor Schreyers, dem die Vorsehung o herrliche Gaben verlieh, nicht zu versäumen. Einlaß- 'arten sind in den Buchhandlungen Ferber, Frees und ^icbs zu haben. Herr Heinrich BodocsLnyi verdient tir seine gewandte, feinsinnige und zartfühlende Klavierbegleitung gleichfalls alles Lob. -ät.
♦* Stadttheater. Ein eigenes Mißgeschick scheint über )tm „Uriel Acosta" zu walten. Auch die zweite, als öolksvorstellung geplante Aufführung mußte wegen Er- irankung des Hauptdarstellers, Herrn Hubert Dietzsch, ab. gesagt werden. „Ultimo" wurde an dessen Stelle gegeben rvd seitens des allerdings diesmal etwas Besseres erwartenden zahlreichen Publikums beifällig ausgenommen.
•• Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde Gießen. Der zrstrige (5.) Vortrag darf als ein voller Erfolg der Gesellschaft angesehen werden. War doch in Herrn Generalkonsul Trust von Hesse-Wartegg ein Redner gewonnen »oröen, welcher — wie der an Stelle des verhinderten Vorsitzenden die Versammlung leitende Schriftführer Herr vr. Ebel bemerkte — durch seine an Ort und Stelle Rammelten Erfahrungen, sowie durch seine Kenntnis aller äinbti und Meere der Welt wie kaum ein Zweiter befähigt ist, sich ein Urteil über unsere jüngste deutsche Kolonie in Ostasren zu bilden. Ausgehend von der Schilderung dessen, »as unsere Marine-Truppen in KiaUtschou vorgefunden und ms sie dort geschaffen haben, entrollte Herr von Hesse- Wartegg ein fesselndes Bild des Lebens, der Sitten, der kkuliurzuftände in China im allgemeinen und der Be- mlferung, der Erwerbs-, Boden- und Ackerbauverhält- »ijse und der Industrie in der das Hinterland unserer Kolonie bildenden Provinz Shantung im besonderen. Ätbntr faßte sein abschließendes Urteil dahin zusammen, raß unserer Regierung uneingeschränktes Lob zuzuerkennen mb Deutschland Glück zu wünschen sei zu der Erwerbung »on Kiautschou, da unserem Markt bedeutende Absatzgebiete Enb unserem Kapital gewinnbringende Arbeitsgebiete beson- ij<r$ in der Kohlen- und mineralreichen Provinz Shantung »«schlossen werden, zumal wenn das Land durch das geplante «Eisenbahnnetz dem Verkehr geöffnet sein werde. Wärmstes Mob zollte er auch der Tüchtigkeit unserer Marineverwaltung und der Mannschaften und Offiziere, die wahre Herkules- crieitc-n in Kiautschou bewältigt und dadurch dem Reiche nitle Millionen erspart haben. Scharf, weil auf völliger ' lifeimtnid der Verhältnisse beruhend, sei das Verhalten einer g wissen Presse zu verurteilen, das in seiner abfälligen Liilik unserer neuen Erwerbung nur die Geschäfte unserer ..gute« Freunde", der Japaner und Engländer, besorge. ! Rtid)ficr Beifall dankte dem Redner für seinen fesselnden, i«il köstlichem Humor gewürzten Vortrag. Zu dem Abend- eipjtn, !das hierauf in den behaglichen Räumen des Hotels .Moßherzog von Hessen" stattfand, hatten sich etwa '.v Damen und Herren eingefunden. Eine Reihe launiger Tnschreden, die den berühmten Gast der Gesellschaft, die ß^efells chaft selber und die Damen (Herr v. Hesse-Wartegg) feierten, unterbrachen aufs angenehmste die Freuden der SCijel. Wir schließen mit dem Wunsche, Herrn v. Hesse- SBarttigg bald wieder bei uns begrüßen zu können, unseren Lbinichii.
A BurgGemünden, 16. Februar. Der hiesige Landwirt £|ob. Kehr, ein Mann ausgangs der 50er Jahre, stieg >u der Scheuer auf das Gerüst, um Stroh herabzuwerfen, ^inben glitt er aus und stürzte in die Tiefe. Schwer blieb er auf der Tenne liegen und verstarb bald dttmach.
§ Aus dem Ohmthal, 16. Februar. Die Geflügel-
dE^eflügelzuchtvereine, die Rassenzucht beim Geflügel zu
:, er-
eindringender Anerkennung und
z ^iht macht in unserer Gegend bemerkenswerte Fortschritte. Bur einem Jahrzehnt noch dachte niemand — mit wenigen Alur-nahmen — daran, wirklich rassenreines Geflügel zu y;|Hten. Man ließ in verschiedenen Orten Geflügel aus Ulnzarn kommen, um, wie man glaubte, bessere Leghühner tih'lllten, fiel aber im allgemeinen mit diesen Bezügen gehörig hinein. Die Preise waren zwar billig, dafür aber dna_-Geflügel noch rassenschlechter als das allergewöhnlichste hiliche. Der Bezug aus dem Auslande hörte denn auch b.ulb auf. Die neuerdings aufgekommenen Bestrebungen
-s dem - rE
chgttiuß 9e*
covinM de« n
_....._.......................
1März vtüts und namentlich dafür Sympathie zu erwerben, 11 an ®ei9er,„ Iv« sich immer weiter eindringender Anerkennung r Gießet p Äscher Anwendung. Großes Verdienst um die
- - nKl । .-r-—------Großes Verdienst um die Ein-
12)1 h qeÄ sbHm g der Rassenzncht hat sich der in den Kreisen der 18 ltling feflir GöÄügelzüchter gut bekannte Herr Södler von Nieder- vMrchual ? GkMinden erworben, indem er durch feine großen Rein- - v zWer eien unserer Gegend zuerst die Produkte dieser Zucht »eben Geflügelfreund erfreuende Prachtexemplare vor tlos " jU MM führte. Auf welch fruchtbaren Boden diese An- «iibt dag^'- gefallen, mag daraus hervorgehen, daß man in
>noch unb ö- Westenrob zirka 18 Reinstämme von Rassenhühnern zur »ftbeS d^Mchst in Gießen stattfindenden Geflügelausstellung bW11^ ferab wird.
bst & Mainz, 16. Februar. Der Verein für Reform des
, irgend w Mchit nngswesens hier, hat den Mitgliedern der zweiten Töne r« ” dil SÄ inner zu dem von der Regierung vorgelegten Gesetzent- iten^.nand^ wMs .emrge Abänderungsvorschläge unterbreitet, wie Rl, bbt die Regierungsvorlage wesentlich anders gestalten würden.
> es 'ft «miirb beantragt, dem Art. 2 des Entwurfes folgende ' Trilliin dt- zu geben: „Die Feuerbestattung darf nur erfolgen, '' sind, !’ Jif entweder dieselbe von dem Verstorbenen in einer Ver-
Hogen fol9l t(I W Wg°ng von Todes wegen oder in einer hinsichtlich der Unter» " ■‘Lflflitb "SLjittj’ JW 'öffentlich beglaubigten Erklärung angeordnet oder der 11 \aubert 6ör<r ■ bbs Verstorbenen, verbrannt zu werden, von zwei ne btr,*.,i -)'■ v«';Netn aus seiner Umgebung in einer in gleicherweise be- ' ?^'96ten Erklärung bezeugt«und die Erfüllung der Vor-
19° ^ tin6, hir dieses Gesetzes von der Ortspolizeibehörde be- 6 l**6'*!® word-n ist."
tla9c11
A Mainz, 16. Februar. Vom 1. Mai an, mit dem Inkrafttreten des Sommerfahrplans wird nach Vollendung eines zweiten Geleises die ehemalige Ludwigsbahnlinie Höchst- Frankfurt ausschließlich für die Lokal- und Schnellzüge der Taunusbahn benützt werden, und gehen von dem angegebenen Termin an, alle Lokal- und Schnellzüge ab Höchst nach Frankfurt über Ried—Griesheim und zwar die Züge von und nach dem Rheingau in zwei Teilen mit Vor- und Hauptzug. Durch diese Aenderung werden die Hauptlinien Wiesbaden—Frankfurt bezw. Kastel—Frankfurt für den fortwährend steigenden Güterverkehr wesenlich entlastet.
A Aus Rheinhessen, 16. Februar. Der Lokalweinbauverein in Oppenheim hat auf den kommenden Sonntag eine große Prote st Versammlung gegen die geplante Wein- Iteuei anberaumt. Dieselbe findet auf der Landeskrone in Oppenheim statt, und sind zu derselben die meisten rheinhessischen Abgeordneten eingeladen. Wie verlautet, sind von den rheinhessischen Abgeordneten, die anfänglich für die Wein- fteuer waren, vier andern Sinnes geworden und werden jetzt gegen die Steuer stimmen. Nur der Abgeordnete Wernher- Nierstein ist nicht von seiner Ansicht abzubringen, weshalb er in einem Teil der rheinhessischen Lokalpresse aufgefordert wird, sein Mandat niederzulegen.
Aus der Zeit für die Zett.
Vor 96 Jahren, am 18. Februar 1803, starb zu Halberstadt der Dichter Johann Wilhelm Ludwig Gleim, ein edler freigebiger Mann, dessen Herz nur der Freundschaft und Liebe schlug und der wegen seiner Fürsorge für junge Poeten „Vater Gleim" genannt wurde. Das Haupt seiner Schule wurde er durch seine anakreontischen Lieder, in welchen er von Wein und Liebe singt. Seine Kriegslieder brachten ihm, als er im hohen Alter erblindet war, den Namen eines deutschen Tyrtäus. Gleim wurde am 2. April 1719 zu Ermslebeu bei Halberstadt geboren.
Vermischtes.
* Es geht nichts über den Bohnenkaffee. Eine in ihrem Beruf ergraute, keineswegs geschmacklose Kaffeeschwester bittet uns, zum Preise des unerreichten Labetrankes folgendes weiterzugeben: Der viel gepriesene Malzkaffee ist ohne Zweifel ein gutes und gesundes Getränk, auch mit wirklichem Kaffee gemischt, diesem an Geschmack ähnlicher, als etwa ein Hafer- oder Mehlsüppchen, das nicht minder gesund sein soll. Die belebende, anregende Wirkung wirklichen Bohnenkaffees, der jetzt schon zu erstaunlich billigem Preise zu haben ist, und bei dem Leute, die ihn lange trinken, erfahrungsgemäß alt, sogar sehr alt werden, besitzen alle diese Getränke nicht, und von dem prickelnden würzigen Duft kann dabei erst gar nicht die Rede sein. Item, es bleibt dabei.-„Bohnenkaffee bleibt Bohnenkaffee!"
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Sonntag den 19. Februar. Jnvokavit.
Gottesdienst.
I« der Stadtkirche.
Vormittags 9«/, Uhr: Pfarrer Schlosser.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer Schlosser.
Nachmittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Grein.
Beichte und heil. Abendmahl für die Matthäus- und Marcusgemeinde. Anmeldungen zuvor bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
In der Johannesttrche«
Vormittags 91/, Uhr: Pfarrassistent Dr. Heußel.
Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes- gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann.
Nachmittags 6 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.
Beichte und heil. Abendmahl im Abendgottesdienst für die Lukasgemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer erbeten.
Montag den 20. Februar, abends 8 Uhr: Bibelstnnde im Konfirmandensaal der Johanneskirche.
Am Sonntag, dem 26. Februar, Reminiscere, findet Beichte und heil. Abendmahl für die Johannesgemeinde im Abendgottesdienst statt.
I« der Stadtkirche.
Mittwoch den 22. Februar, abends 6 Uhr: Zweite Passions- andacht. Pfarrer Dr. Grein.
Katholische Gemeinde.
Samstag den 18. Februar.
Nachmittags um 4Vi Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheü zur heil. Beichte.
Sonntag den 19. Februar. 1. Fasterrsonrrtag.
Vormittags von 6>/r Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.
„ um 7 Uhr: Die erste heil. Messe;
vor und in derselben Austeilung der heil. Communion;
, um 8 Uhr: die zweite heil. Messe; Militärgottesdienst.
Verlesung des Fastenhirtenbrieses für die Militärgemeinde.
„ um 9‘/a Uhr: Hochamt mit Predigt;
Nachmittags um 5*/i Uhr: Christenlehre; darauf sakramentalische Bruderschaftsandacht.
Abends 8</8 Uhr im Lenz'schen Felsenkeller: Versammlung des Bolksvereins.
Mittwoch Abend um 6 Uhr ist Fastenandacht.
Gottrsdirnst m der Synagoge.
Samstag den 18. Februar 1899.
Vorabend 5«> Uhr, morgens 9 Uhr, nachmittags 3 Uhr Schrifterklürung, Sabbathausgang 6» Uhr.
Neueste Meldungen.
Depeschen des Bureau „Herold".
Berlin, 17. Februar. In der Wahlprüfungs-Kommission des Reichstages wurden gestern Abend die Mandate der Abgeordneten v. Winterfeld (kons.) und Depken (natl.) für giltig erklärt.
Berlin, 17. Februar. Wie der „Vorwärts" meldet, ist eine sozialistische Versammlnng, welche gestern abend in Leipzig stattfinden und in der der Redakteur Ledebour sprechen sollte, verboten worden, weil die „Sächsische Arbeiter-Zeitnng", deren Chef-Redakteur Ledebour ist, aufreizend geschrieben habe.
Berlin, 17. Februar. Der „Vorwärts" erhebt heute Beschwerde gegen die Behandlung des sozialistischen Redakteurs Paul Jahn, der wegen politischer Vergehen einige Monate Gefängnis in Tegel abbüßt. Demselben werde Selbstbeschäftigung verweigert, und er gezwungen. Wolle zu sortieren. Außerdem mußte er seine Kleidung ablegen und Gefängniskleider anziehen.
Karlsruhe, 17. Februar. Die Erderschütterungen am Kaiserstuhl wiederholten sich gestern. Es erfolgten mehrere starke Erdstöße zu verschiedenen Tageszeitungen.
Paris, 17. Februar. Präsident Felix Faure ist gestern abend 10 Uhr plötzlich an Gehirnschlag gestorben. In seinem Arbeits-Kabinett befindlich, fiel Faure plötzlich vom Sessel. Zu seinem Sekretär, der ihn auf sein Bett legte, äußerte er: Ich bin verloren, nicht wahr? Es ist aus.— Die Professoren Humbert und Lannelongue bemühten sich vergeblich, den Präsidenten am Leben zu erhalten. Außer der Familie war auch Ministerpräsident Dupuy sowie der Priester Bruneau, der dem Sterbenden die letzte Oelung reichte, beim Ableben des Präsidenten zugegen. Man glaubt hier, die Neuwahl des Präsidenten werde am nächsten Dienstag in Versailles erfolgen. Das Leichenbegängnis soll nächsten Sonntag vormittags 10 Uhr stattfinden. Als Ursache des Gehirnschlages, dem Faure erlegen ist, wird Verkalkung der Arterien angegeben.
Paris, 17. Februar. Die Nachricht von dem Tode Faures hat natürlich überall die größte Aufregung hervorgerufen. Ein Redakteur der „Agence Nationale" begab sich zu Brisson und teilte diesem die Nachricht vom Tode mit. Brisson war ganz betroffen. Er verlieh feiner großen Trauer Ausdruck und sagte, die Mitglieder des Kabinetts müßten sich in einigen Tagen vereinigen, um zur Neuwahl zu schreiten. Brisson fragte, wie die Nachricht auf den Boulevards ausgenommen werde und ob sich auf den Straßen keine Bewegung zeige. Auf die verneinende Antwort sagte Brisson, in einigen Stunden werden wir schon Geschrei hören. „GÄulois" sagt, Faure habe sich dadurch beliebt gemacht, daß während seiner Regierung die französisch-russische Allianz und der französisch- italienische Handelsvertrag zum Abschluß gekommen seien. „Figaro" sagt, in einigen Tagen müßten alle Repuplikaner sich vereinigen, um den neuen Präsidenten zu wählen. Für diesen Augenblick müssen alle Streitigkeiten aufhören, welche bisher zwischen den Republikanern geherrscht haben. Man könne volles Vertrauen zu Dupuy haben, der, wie es heißt, die Spezialität der Zwischen-Regierung habe. „Autorits" stellt Betrachtungen an über die Schicksale, welche die Präsidenten der atheistischen Republik heimsuchten. Nicht einer von allen, welche bisher den Präsidentenstuhl inne hatten, sei bis zum Ende seiner Regierung gekommen. Alle sechs Präsidenten blieben auf dem Wege zurück. Dieser Platz scheine verdammt zu sein. Wer werde künftig noch den Mut haben, diesen Sitz einzunehmen. Glemenceau schließt seine Besprechung in der „Aurvre" mit den Worten: Ich wähle Loubet, den jetzigen Präsidenten des Senats.
Paris, 17. Februar. Ministerpräsident Dupuy hat gestern abend sofort dem Präsidenten der Kammer und des Senats sowie seinen Minister-Kollegen Mitteilung von dem Ableben des Präsidenten Faure gemacht und an sämtliche Präfekten und Unter-Präfekten telegraphiert, man möge das Ableben des Präsidenten Faure sofort der Bevölkerung anzeigen und für Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung sorgen.
Paris, 17. Februar. Labori erklärte im Gerichts- Palast : Diejenigen, welche jetzt Gegner des Obersten Picquart seien, würden demselben ihre Freundschaft und ihr Vertrauen wieder schenken, sobald die Aktenstücke der verschiedenen Untersuchungen, zu denen die Dreyfus-Angelegenheit Anlaß gegeben, veröffentlicht werden.
Paris, 17. Februar. Im Senat hat gestern die Wahl des Zlusschusses stattgefunden, welcher über die Gesetzes- Vorlage, betreffend die Revision beraten soll. Es wurden 9 Mitglieder gewählt, von denen 5 der Regierungs-Vorlage günstig und 4 derselben ungünstig gesinnt sind. Die Zusammenstellung der Stimmenzahl in den verschiedenen Gruppen hat ergeben, daß von den anwesenden 213 Senatoren 123 dem Gesetzentwürfe günstig und 113 demselben ungünstig gegen überstehen. 7 Mitglieder haben sich der Abstimmung enthalten. Dieses Votum kann natürlich nicht als endgültig angesehen werden, da 57 Senatoren bei der Abstimmung fehlten, deren Stimme im Plenum nach der einen oder anderen Seite hin den Ausschlag geben wird. Trotzdem ist mau in verschiedenen Gruppen der Meinung, daß die Gesetzes-Vorlage der Regierung mit wenn auch noch so geringer Mehrheit durchgehen wird. Die Aufregung in den Wandelgängen war eine so große, wie sie seit den Tagen des Boulangismus nicht mehr vorgekommen ist. Die Parteiführer haben alles in Bewegung gesetzt, die Senatoren herbeizuführen, trotzdem aber waren von den 300 Mitgliedern nur 243 erschienen.
Wien, 17. Februar. Der plötzliche Tod des Präsidenten Faure wird von der hiesigen Presse als ein Ereignis von großer politischer Bedeutung bezeichnet, von dessen politischen Folgen nicht nur Frankreich, sondern auch ganz Europa getroffen werden könnte.
i Meyers Konversations-Lexikorr
58 i
, _____
(auch in UmUuioh gegen älter« Werke) sowie alle andern Büche liefert gegen Teilzahlungen von monati. 3 M. an H. 0. Sperling, Buchhandlung, Stuttgart YIL


