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17.11.1899 Zweites Blatt
 
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Freitag den 17. November

1899

Nr 271 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger

General -Anzeiger

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Kchetßrete Nr. 7.

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Gewerbewesen im Ministerium, Ministerialrat Braun, will die zu erlassende Verordnung in möglichst liberaler Weise gehalten wissen. Hinsichtlich des direkten WahlmoduS be­stehen Schwierigkeiten namentlich darüber, wie hierbei die einzelnen Gewerbe- und Handwerkerzweigc und -Gruppen entsprechende Vertretung finden sollen.

* Die Leitung der CentenarkriegsinvalidenstiftungPatrio­tismus", deren Bestreben es ist, hilfsbedürftigen Kriegs- Veteranen im vorgeschrittenen Alter sowohl in feierlicher offizieller Weise alljährlich am 22. März, dem Geburtstag des hochseligen Heldenkaisers Wilhelm, als auch in dringenden Fällen sofort eine direkte Unterstützung zukommen lassen zu können, hat auf allgemeinen Wunsch im Jntereffe unserer braven Veteranen, von denen, wie aus den täglich bei der Stiftungslcitung einlaufenden Unterstützungsgesuchen aus allen Gauen des deutschen Reiches leider zur Genüge zu ersehen ist, viele in großer Not und Armut leben, die General­vertretung des im Verlag des Hofbuchhändlers H. Grund erschienenen Neuen Testamentes übernommen. Das Gruud- sche Neue Testament, herausgegcben von den Universitäts­professoren D. I)r. Nik. Müller und dem Lic. D. 3 m. Benzinger, erfreut sich nicht allein seiner ganzen Aus­stattung halber, sondern auch infolge feines künstlerischen Bilderschmuckes, in der christlichen Bevölkerung eines sehr großen Anklanges und hat schon bei den König!. Truppen­teilen, wie auch bei Behörden, Schulen rc. als Geschenk bei Konfirmationen, Trauungen, Weihnachtsgeschenk, als Prämien, als Geschenk für historische Festtage rc. einen sehr erfreu­lichen Eingang gesunden. Der Preis dafür ist, um das hervorragend schöne Werk auch Unbemittelten zugänglich machen zu können, ein sehr billiger, und zwar kostel das­selbe in der Volksausgabe, mit schönem Einband 3 Mk., in der Prachtausgabe mit Goldschnitt 5 Mk., unfrankiert unter Nachnahme resp. vorheriger Einsendung des Betrages. An­fragen rc. rc. sind an die Leitung der Centenarkriegsinvaltde»- stiftungPatriotismus", Berlin N., zu richten. Da es ferner gilt, unseren braven hilfsbedürftigen Kriegsinvaliden, denen das deutsche Reich seine Entstehung zu verdanken hat, den Abend des Lebens soviel als möglich zu erleichtern, so dürften wohl recht viele Bestellungen auf dieses schöne Werk aus dem Kreis unserer Leser, besonders jetzt zur Weihnachts­zeit, bei der Stiftsleitung einlaufen.

»» Preußischer Drill. Der Gedenktag der Pulver­explosion in Mainz (18. November 1857) frischt eine Er­innerung an den sogenannten preußischen Drill auf. Damals war das Exerzierreglement des preußischen Heeres stets ein Gegenstand des Spottes; man nannte es Gamaschen- knöpferei und konnte es nicht begreifen, daß damit die Manneszucht gefestigt werde. Wie es später die Erfolge des preußischen Heeres 1864, 1866 und 1870 zeigten, so zeigte es damals schon ein Vorkommnis bei genannter Ex­plosion. Vor dem Gauthor stand ein Soldat vor dem Wachhaus Posten. Als die furchtbare Explosion erfolgte,

hier Ausnahmen, und gar manche vortreffliche Sachen laffen sich von geschickten und ausdauernden Knaben Her­stellen. Vielfach geht jetzt die Richtung auch bei dem jungen Geschlecht dahin, fertige Gegenstände zu kaufen. Denn erstens, so sagt man, sind sie gewöhnlich noch billiger als die Rohmaterialien zusammengenommen, zweitens sehen sie besser aus und sind haltbarer, drittens spart man an Zeit. Womit wir unsererseits allerdings nicht sagen wollen, daß uns diese Mode empfehlenswert erscheint. Im Gegen- teil, selbst das unvollkommenste eigenangefertigte Geschenk besitzt in den meisten Fällen einen höheren ideellen Wert als die kalte Ware, die man für kaltes Geld kurzerhand in einem Kaufladen ersteht. Aber leider gilt mehr denn je heutzutage das Sprichwort:Zeit ist Geld" sogar bei der Jugend, die schon sehr früh den Ernst des Lebens zu kosten bekommt und sich zeitig durch praktische Thätigkeit für den Kampf ums Dasein stählen muß.

* *

* Ernannt wurde am 15. November der Gerichts­vollzieher mit dem Amtssitze zu Grünberg, Johann Hefner, zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze zu Mainz mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts des Nachfolgers an.

** Wechselstempelsteuer. Amtlicher Nachweisung zufolge hat die Wechselstempelsteuer im Oberpostdirektions- bezirk Darmstadt im Oktober ds. IS. 16,980.10 Mk. er­tragen, zusammen mit den Vormonaten des laufenden Etats­jahres 111,758.70 Mk. oder 6700.60 Mk. mehr als im entsprechenden Zeiträume deS Etatsjahres 1898.

*» Heber die Errichtung von Handwerkerkammern in Hessen wird derFranks. Ztg." aus Darmstadt ge­schrieben : Hiesige und auswärtige Blätter wissen zu melden, daß in der Regierung über die Errichtung von Hand­werkerkammern bereits bestimmte Normen festgesetzt seien, sowohl hinsichtlich der Organisation, als hinsichtlich des WahlmoduS. Das trifft nicht ganz zu. Die Regierung hält allerdings die Errichtung einer Handwerkerkammer für das ganze Großherzogtum für am zweckentsprechendsten und am wenigsten kostspielig. Ueber die Zusammen­setzung und den WahlmoduS ist Bestimmtes noch nicht festgelegt. Mau glaubt, daß G ew erbe vereine und Innungen im Verhältnis von 5 zu 3 in der Handwerker­kammer entsprechend der' Zahl der beiden Organisationen angehörenden Handwerker und Vertreter zu berücksichtigen seien. Bezüglich des Wahlrechts will die Regierung sich zunächst weder für direkten noch indirekten Modus definitiv entscheiden. Für beide sind provisorische Entwürfe im Ministerium ausgearbeitet worden, die einer Kommission, bestehend aus Vertretern der Innungen (in Aussicht ge­nommen sind die Mainzer) und des LandesauSschuffes der Gewerbevereine, zur Begutachtung vorgelegt werden sollen. Es herrscht in der Negierung die Ansicht, daß die In­teressenten mit ihren Wünschen möglichst erschöpfender und authentischer Weise gehört werden. Der Dezernent für das

Er schwingt aber seine Glocke mit solcher Heftigkeit und solcher Aus­dauer/ daß sie endlich das Stimmengewirre überschallt. Noch ein kurzes, heftiges Durcheinanderlaufen wie in einem Ameisenhaufen, dann sitzen die Volksvertreter wieder auf ihren Plätzen, fein säuberlich nach Parteien geordnet und geschieden Nach herzlichen Begrüßungsworten des Prä­sidenten wird in die Tagesordnung eingetreten.

Die hundertste Sitzung! Durch eine bedeutsame Tagesordnung zeichnete sie sich nicht gerade aus. Dennoch verlief sie recht ungewöhn­lich. Zur Beratung standen eine große Anzahl von Berichten der Petitionskommifsion. Gewöhnlich werden diese Berichte ganz am Schluß einer Session mit sündhafter Eile in großem Ramsch ohne jede Erörterung nach den Anträgen der Kommission erledigt. Heute, da die Abgeordneten mit frischen Kräften zur Stelle waren, kam es wesentlich anders. Bei der Petition der Pfarrer v. Bodelschwingh-Bielefeld und Lic. Weber- M.-Gladbach auf Erlaß eines Reichswohnungsgesetzes hatte die Kommission Uebergang zur Tagesordnung beschlossen, weil die Angelegenheit zur Kompetenz der Einzelstaaten gehöre. Hiergegen erhob Abg. Schrader (fr. Vgg) lebhaften Widerspruch und beantragte eine Resolution, die den Reichskanzler auffordert, eine Kommission zur Untersuchung der Wohnungsfrage einzusetzen. Ihm schloffen sich in ziemlich entschiedener Mise nicht nur die gesamte Linke einschließlich der Nationalliberalen an, wobei natürlich von sozialdemokratischer Seite die üblichen Seitenhiebe auf das preußische Abgeordnetenhaus nicht fehlten, sondern auch die Abgg. Hitze (Z ) und Stöcker (wild-kons). Die Abstimmung ergab dann auch die Annahme des Antrages Schrader, gegen den nur die beiden konservativen Parteien stimmten, die wohl Bedenken trugen, die Materie den Einzelstaaten zu entziehen. Der erste Tag hat also auch bereits die erste sozialdemokratische Debatte gebracht. Gegen eine Anzahl vom Petitionen, die ein Gesetz zur Bekämpfung der Trunksucht fordern und die der Regierung zur Berücksichtigung empfohlen werden sollen, erhob sich scharfer Widersprucy von der linken Seite, die die Polizeivollmachten nicht ausdehnen möchte. Freisinnige und Sozialdemokraten blieben aber in der Minderheit, nachdem Dr. Stephan (Z ) erklärt hatte, daß ein Trunksuchtsgesetz wichtiger sei als Flotten- und Militärvorlagen. Morgen Post- und Fernsprechgesetze.

Lokales und UrovinmUes.

Gießen, den 15. November.

* «efchichtSkalerider. (Nachdruck verboten.) Dor 123 Jahren, «m 17. November 1776, wurde ta Jever der berühmte Historiker Friedrich Christoph Schlosser geboren. In seiner Welt­geschichte faßte er mit tiefem Blick die LebenSthLttgkeit der Völker tat ihrer Gesamtheit auf, indem er die innige Verbindung der Ltlteratur, Sitte und Denkweise mit den Erscheinungen des öffent- lichm Lebens nachwies. Sch. starb am 28. September 1861 als Professor zu Heidelberg.

* Weihnachten ist schon wieder in greifbare Nähe ge­rückt; kaum noch sechs Wochen, und die Wintersonnenwende bringt uns das herrlichste und ersehnteste aller Feste. Kein Wunder daher, daß die Vorbereitungen für das bevor- stehende Weihnachtsfest in vielen Familien bereits in vollem Gange sind. Das gilt namentlich für die Töchter des Hauses, die nach alter Tradition verpflichtet sind, den Eltern und ebenso den Brüdern am heiligen Abend mit irgend einer Handarbeit aufzuwarten. Es kommen allerdings dabei sehr oft merkwürdige Ueberraschungen heraus, und viel Un­praktisches und Unbrauchbares wird da aufgebaut. Besonders die Gaben, die dem männlichen Geschlecht zufallen, sind nicht selten wahre Danaergeschenke: die Hosenträger, die mit den köstlichsten Plattstichen verziert sind, erweisen sich 18 viel zu breit und drücken entsetzlich, wenn man sie wirk­lich tragen will: die Golddrahtstickereien in der Brieftasche sehen nach wenigen Wochen schwarz aus, und das Schlüssel­bund-Täschchen ist viel zu klein. Aber das macht nichts, Papa und Mama sehen doch die Liebe und den guten Willen, »nd quittieren mit dem süßesten Lächeln und dem innigsten Kusse für das mühevolle Produkt soviel fleißig ausgenutzter Stunden. Auch wenn die Arbeit zu spät angefangen oder «ermattet umfangreich war und deshalb nicht fertig gestellt wurde, so geniert das nicht viel. Wir wissen ja alle aus eigener Erfahrung, daß gerade die Freude bei den Vor­arbeiten für Weihnachten die größte ist. Darum läßt die Hausfrau, die sich sonst um die kleinsten Angelegenheiten ihrer Mädchen aufmerksam kümmert, diese in den letzten Wochen des Jahres ruhig gewähren. Sie achtet das Geheimnis, wenn etwa bei ihrem plötzlichen Eintritt in die Stube ein Schubfach eilig geschlossen wird. Sie erlaubt es auch, daß ihre Kinder öfter als gewöhnlich ihre Freundinnen besuchen nd dort stundenlang verweilen; weiß sie doch, daß das junge Volk nur bei einander sitzt, um ungestörter an der diesmal fälligen Ueberraschung wirken zu können. Die Buben sind weniger für die Heimlichthuerei, wie sie über­haupt weniger fürs Schenken sind und den SpruchGeben ist seliger denn Nehmen" lieber in sein Gegenteil verkehrt wissen wollen. Wenu's hoch kommt, so wird von ihnen die Laubsäge zur Hand genommen was aber auch nicht mehr recht zeitgemäß ist und dann ein mehr oder weniger formenschöner Kasten zusammengeleimt, dessen Bestimmung ohne längeren Kom­mentar nicht sofort ersichtlich ist. Natürlich giebt es auch

Rösicke, dem unermüdlichen bürgerlichen Vorkämpfer für die Arbeiter­rechte. Auf der anderen S-ue betritt zuerst Frhr. v. Stumm, der Anti­pode des Herrn Rösicke, den Saal; er scheint sich von seinem Sturze wieder ganz erholt zu haben und sieht sehr kampfesmutig aus, ebenso wie sein ewig junger Schildknappe v. Kadorff. Ganz rechts versammelt Dr. Hahn, der Direktor des Bundes der Landwirte, einen Kreis von agrarischen Abgeordneten um sich und spricht lebhaft auf sie ein, als wenn er in einer Volksversammlung redete. Herr Baffermann, der es durch seine Worte von der Heuchelei eines Teiles der Großindustrie und durch seine schroff ablehnende Haltung gegenüber dem Zuchthausgesetz mit dem größeren Teil seiner Parteifreunde etwas verdorben hat, reibt sich etwas verlegen die Hände, als «r seinen Platz auf der vordersten Bank, den Platz des anerkannten Parteiführers, den einst Herr von Bennigsen einnahm, von Herrn Möller, seinem Widerpart besetzt findet, der ihn allerdings schleunigst mit entschuldigenden Worten seinem zur Zeit noch rechtmäßigen Inhaber räumt. Wird Herr Baffermann chn noch lange behalten? Immerhin streckt ihm jeder seiner Parteifreunde die Hand zum Gruße entgegen.

Nicht ganz so gut ergeht es Herrn Schippe! von den Sozialdemo­kraten, der auch mit einem Teile seiner Parteifreunde in Differenzen geraten und von Bebel auf dem Parteitage in Hannover geradezu ab­geschlachtet worden ist, und der nun von manchem seiner Genoffen total geschnitten wird. Allgemein begrüßt wird dort dagegen der leidenschaft­liche Stadthagen, der deutsche Recordmann in Beleidigungsprozeffen, der von der Vertagung des Reichstages den größten Vorteil gehabt hat, da er bei einem Reichslagsschluß jetzt unfehlbar wieder hinter schwedischen Gardinen sitzen würde. Am stillsten geht es in der Mitte, im Zentrum, zu; hie: fällt es auf, daß Dr. Lieber nicht zu sehen ist.

Inzwischen hat sich der Saal recht stattlich gefüllt. Die Abgeord­neten eilen hin und her und tauschen Händedrücke und Begrüßungsworte aus, die Parteigrenzen verwischen sich immer mehr; schließlich setzt sich sogar der agrarische und hochkonservative Geheimrat Gamp neben den Sozialistenhäuptling Singer zu einer langen, vertraulichen Unterredung. Endlich erscheint Graf Ballestrem auf dem Präsidentensitz. Seine kleine Figur verschwindet fast völlig hinter den riesenhaften Chrysanthemen.

Feuilletsn.

Stimmungsöild aus dem Reichstage.

(Nachdruck verboten.)

nh. Berlin, 14. November 189S.

Man muß heute die breiten Stufen zur Preffe-Tribüne früh tzinanklimmen, denn vor Beginn der ersten Sitzung nach den großen Ferien kann man manche, wenn auch kleinen, so doch recht mtereffanten Episoden beobachten. Durch die lange Ruhezeit haben sich die kampf­erhitzten Gemüter abgekühlt, scharfe Angriffe sind vergeben und ver­gessen, und auf allen Seiten ist man vcrhältnismäßrg versöhnlich ge- ^nUnai8 ich die Tribüne betrete, liegt der Saal unten noch in gähnender Leere. Nur eine Reihe von Dienern eilt geschäftig umher, um die Plätze der Abgeordneten mit der Tagesordnung zu belegen, und auf der Prä- fidialestrade trifft Geheimrat Knaak, der Bureadirektor des Reichstages, dem man wegen seiner berühmtenKorrektur" der Worte des Präsi­denten im amtlichen Stenogramm die bestimmtesten Rücktrlttsgedanken .aus Gesundheitsrücksichten" nachgesagt hatte, mit seiner gemessenen Würde die letzten Anordnungen für den großen Moment. Auf beii Präsidententisch hat er in einer großen Vase einen riesenhaften Chrysan- thcmenfirauh von Halbmannshöhe aufstellen und daneben ein prachtvolles Bouquet von gelben Rosen gelegt. Die lieblichen Kinder Floras sollen andeuten, daß heute die 100. Sitzung der Session statt- ftndet, wiederum einer Session, die in Wirklichkeit aus zwei Tagungen besteht, und wie sie in letzter Zeit infolge der Kompliziertheit der Gesetz- gebungsmaterien immer häufiger werden. .

Endlich öffnet sich dieNein-Thüre" auf der linken Seite und langsam und schwerfällig schiebt sich eine Gestalt mit riesigem Nacken und gewaltigem Schädel durch die schmale Oeffnung. Eugen Richter schreitet schnurstracks auf seinen Platz zu, läßt sich nieder und vergräbt seinen Kopf in einem großen Aktenstoß. Ihm folgt behend August Lebel in lebhaftem Gespräch mit dem Großindustriellen und Millio.är