Ausgabe 
17.11.1899 Erstes Blatt
 
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1899

Freitag den 17. November

täte ersichtlich.

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)il|rtilTr S«| trf^dnaiben Nusuver HB eor*. 10 Uhr.

Btt Nnztißtu»Bero»ittlunßAsttv?n M In- unM ButtaaM «hmra Bnjagen für Beu Gießener Anzeiger euiztWv,

IkHttten, ErpeBition und Druckerei:

Fchukßraße Ar. 7.

$ Nur an Artillerie dürfte Mangel sein, da die ersten drei Batterien England erst am 24. Oktober verlassen hätten und daher vor dem 20. November kaum in Durban em-

V. V«Pfd.

1.05 -.60

1.15 -.65

Btzreffe für Depeschen: JUtidttt Fernsprecher Nr. 61.

Monat herabgesetzt. Ein Antrag Müller-Sagan (fr. Vpt.)^ dem Verleger für die Selbstverpackung der Zeitungen eine Rückvergütung zu gewähren, wurde dagegen gegen tae Stimmen der Freisinnigen und Sozialdemokraten sowie ver­einzelter Nationalliberaler und Zentrumsmänner abgelehut. Herr v. Podbielski schien über die Beschlüsse sehr mißver­gnügt zu sein, aufgeregt lief er hin und her und zuckte ärgerlich die Achseln. Morgen Fortsetzung der Postdebatte- (Unser laufender Einzelbericht über die gestrige Ver­handlung mußte aus Raummangel für die nächste Nr. rückgestellt werden. D. Red.)

Aus dem Reichstage.

nh. Berlin, 15. November 1899.

mit Au-nah*»« M «iHet«.

Wtt Mtßtner üuHMcsMittei »erkn U* Bnzei^r «»cheittUch »Hemel brtjdc«L

* Bom Kriegsschauplatz.

Die Berichte aus Mafeking und Kimberley datieren, wieder sehr weit zurück, haben also nur sehr bedingten Wert. Auffallend bleibt, daß keine Meldungen neueren. Datums veröffentlicht werden, da man doch annehmen muß, daß die Verbindung von Mafeking über Kimberley nach Kapstadt noch nicht unterbrochen ist. Oder sollte dies seit acht Tagen und länger doch der Fall sein? Auch wie eS heute um Ladysmith steht, bleibt noch Geheimmß des Londoner Kriegsamts. In englischen Blättern wird be­hauptet, in Estcourt bilde sich unter dem Kommando des Generals Wolf Murray ein Entsatzkorps und aue Truppen, welche in Durban landen, würden unverzüglich nach Estcourt ^itS ein Teil der 2. Brigade

des Generals Hildyard (zwei Bataillone des Devonshire- und des West'York'Regiments) in Durban emgetrosien und sogleich mit der Bahn nach Estcourt, wo sich bereits em Bataillon Dubliner Füsiliere, die Nataler Polizei und die Freiwilligen befänden, weiterbefördert worden sem. Da i außerdem am 10. d. Mts. noch drei Transportschiffe von I Kapstadt nach Durban geschickt wurden, so würde, bevor I noch die Woche zu Ende geht, eine genügende Truppen- menge in Estcourt versammelt sein, um den Entsatzversuch

Mtzn-eprei» vierteljährlich 2 Mart 20 Pf» monatlich 76 Pf» mit vringerlohn.

8et Postbezu, 2 Mark 50 Pf» vierteljährlich.

Meßmer Anzeiger

Heimat-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt fite den AreisGiehen.

Nr. 271 Erstes Blatt.

larken:

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I Mk. 1.90

ie 2.20

Frhr. Schenck.

Gießen, den 15. November 1899.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen S« die Großh. Bürgermeistereien von Bellers­heim und der benachbarten Orte.

Obige Versammlung wollen Sie in Ihren Gemeinden

1 Vorige um Fabriken ^üh. Roth jr. ittgart

Jen, Fasen oder fremden

® deren er eich in Wasser Getränk eine gleichmässige lerungen sieh bilden;

*) das durch kein Parfüm

sein hoher Nährwert, Gesunde und Kranke machen. ' Preis und seine Uner-

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Paris, 15. November. Der..Courier du Soir" erfährt aus London, es seien daselbst Depeschen einge troffen^ welche über die Einnahme von Ladysmith durch die Buren berichten. Die Meldung scheint sich z» bestätigen, obgleich das Kriegsamt dieselbe m Abrede stellt ' London. 15. November. Dem .D-'lY T-l-gr." w.rd aus Estcourt vom 10. d. MtS. gemclbct daß die E.n- schlicßung der Stadt Ladysmith enger geworben sei, da keiner der nach Ladysmith 9<> sandten Boten zurückgekehrt ist. Nach einer M°lduug de« Generals White hat das Bombardement nur geringen Schaden verursacht. Die Berluste sollen gering und ge-

chöerhesstscher Hbstöauverein.

JereinsöezirL Kietzen.

Am Sonntag dem 19. November, nachmittags 3 Uhr, findet im Gasthaus von Konrad Bopp II. m Bellersheim eine Versammlung statt, in welcher der Sekretär des Vereins, Herr K. Röchelt, Lehrer für Naturwissenschaften und Obstbau an der Großh. Obstbau­schule und Landw. Winterschule m Friedberg, überNeu- vklanzunqen" sprechen wird.

Die Mitglieder des Vereins sowie sonstige Jntereffenten Worden hierzu freundlichst eingeladen.

Gießen, den 15. November 1899.

Der Vorsitzende des Vereinsbezirks Gießen des Oberhess. Obstbauvereins.

wollen und folgten seinen Bitten nicht. Nicht einmal die Kommissionsbeschlüsse ließen sie unangetastet. Nach diesen sollte die Zeitungsgebühr betragen a) 3 Pfg. Grundtaxe für jeden Monat der Bezugszeit; b) 15 Pfg- jährlich für jede Ausgabe in der Woche; c) 10 Pfg. jährlich für jedes Kilo­gramm des Jahresgewichts unter Gewährung emes Frei- aewichts von je 1 Kilogramm jährlich für so viele Ausgaben, wie der vorigen Gebühr unterliegen, Bruchteile emes Kilo­gramms werden dabei für voll gerechnet. Von diesen Be- stimmuugeu wurde der letzt- Satz b-tr. Vollr-chuuug der Bruchteile mit knapper Mehrheit gestrichen, und die Grund­taxe wurde auf Antrag Dietz (soz.) gegen die Stimmen nur eines Teils der konservativen Parteien auf 2 Pfg. pro

(Nachdruck verboten.)

Die zweite Beratung des Postgesetzes zog sich heute bet recht aut besetztem Hause sehr in die Länge. Nur der erste Artikel wurde erledigt, der die Tarifänderungen festlegt. Diese Aenderungen gehen bekanntlich nach drei Richtungen hin. Zunächst soll das Höchstgewicht für einfache Briefe von 15 aus 20 Gramm erhöht werden; sodann soll der Reichskanzler die Ermächtigung erhalten, den Geltungs­bereich der Ortstaxe auf Nachbarorte auszudehnen; und endlich soll ein neuer Zeitungstarif geschaffen werden.

Daß zwischen diesen drei Aenderungen grundsätzliche Unterschiede bestehen, ersah man sofort aus der ganzen parlamentarischen Behandlung derselben. Die ersten beiden, die bei der ersten Lesung wenigstens einige anerkennende Worte hervorgelockt hatten, wurden heute in der Diskussion mit keiner Silbe erwähnt und fanden zum Schluß bei der Abstimmung einstimmige Annahme. In Bezug auf sie herrschte kein Zweifel darüber, daß sie lediglich dem Publikum zuaute kommen, und Herr v. Podbielski mußte, wohl nut etwas gemischten Gefühlen, f-hen, wie die Volksvertreter sie ohne ein Wort des Dankes einsackten. Geradezu schmerzlich 1 aber mußte es den sonst so jovialen Staatssekretär des Reichspostamts berühren, als er sah, daß die beiden frei­willigen Gaben die Reichsboten nicht müder zu stimmen ver­mochten gegenüber der dritten, die freilich etwas von der Natur eines Danaergeschenks an sich trägt. Aus der Reform des ZeituugstarifS hoffte Herr v. Podbielski einige Milliönchen I herauszuholen, die nicht nur den durch die beiden ersten Gaben zu erwartenden Ausfall völlig decken, sondern der Post noch ein erkleckliches Sümmchen weiteren Ueberschuffes I verschaffen sollten. t ...

An diesem Punkte setzte denn auch die parlamentarische I Kritik mit ausdauernder Zähigkeit ei:-., und fünf Stunden I lang wurde um den neuen Zeitungstarif gestritten^ Daß I die bisherige Berechnungsart der Zeitungsgebühr (20 Prozent I des Bezugspreises) sich vollständig überlebt habe, wurde von I allen Seiten anerkannt, und ebenso wurde allgemein dem neu

zu befolgenden Prinzip- rug-stimmt daßdie Hohe der . "Liesen, u-belstand- könnt- aber durch Ver-

ä'äwäers Mir-LL'Ls Versuch des Abg. Horn (nl.), auch den Bezugspr-,s m,t- m den HändenA-nfall« NsjÄÄÄsa« »

BttSsFvE xniXÄ I tarif schaffen, blieb aber damit gleichfalls in der Minderheit, ! Y § rvnnTnnh in keinem Falle die territoriale

nachdem der StaalSsekrelär sich dem Plane, unter Hinweis | legung, daß England m^kem-m FErerrnvr

auf die dadurch entstehenden großen rechnerischen Schwierig­keiten, energisch widersetzt hatte.

I Ueber das Prinzip also ergab sich eine völlige Neber- einstimmung zwischen der Reichstagsmehrheit und der Regierung. Die Differenz, allerdings eine sehr erhebliche

I Differenz, bestand nur in Betreff des Ausmaßes der Gebührensätze. Der Staatssekretär erklärte es für unum- I gänglich notwendig, mehr als bisher aus der ZeitungS- I beförderung herauszuwirtschaften, da jetzt nicht einmal die I Selbstkosten gedeckt würden. Die meisten Redner aus dem Hause wollten dagegen einen Mehrertrag für die Post Nicht zulassen, weil dadurch eine Steuer auf das Bildungsbedürf­nis der breiten Massen gelegt würde. Dem üblichen Hin­weis darauf, daß die Verkehrszunahme, die ja sicher mit der Reit zu erwarten sei, auch wieder Mehreinnahmen bringen werde, konnte Herr v. Podbilski allerdings nut einem Schein des Rechts mit der Bemerkung entgegentreten, daß, wenn die Selbstkosten nicht gedeckt werden, doch mit jeder neu zu befördernden Nummer das Defizit wachsen muffe.

Gratisbeilagen: Gießener FamilienbläUer, Der hrsfisthe Landwirt, Kälter für hessische Volkskunde.________________

Selbständigkeit der südafrikanischen Republiken schmäler» werde, in maßgebenden Kreisen als irrig erklärt.

Es sei, wie man betont, der Aeußerung des Premiers großes Gewicht beizulegen, daß die Herstellung des Friedens im Einklänge ..mit den Rücksichten auf Die Sicherheit des Reiches- werde erfolgen müssen. Was man nun nach einer siegreichen Beendigung des Krieges als./tn Gebot dieser Rücksichten zu betrachten haben werde, lasse sich heute noch nicht feststellen. Vorläufig fasse man allerdings keine An­nexion ins Auge, sondern man wäre gesonnen, die Selbst­verwaltung der beiden Republiken unangetastet zu affen, sobald einmal dort die Gleichberechtigung aller Weißen ge­sichert, die Entwaffnung der Buren, wie die Schleifung der Befestigungen durchgesührt und eine neue militärische Orga­nisierung dieser Staaten unmöglich gemacht Jetn werbe, immerhin fei aber im Auge zu behalten, daß bic Aussicht auf ein entgegenkommendes Vorgehen Englands nach einem erfolgreichen 'Ausgange des Feldzuges um so mehr ab- nehmen müffe, j- länger ber Kampf bauere und je großer- aber bie Sbgeorbneten schienen ihm nicht recht glauben zu Opfer berfelbe erheischen tollte. #

...

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bekannt machen.

I. V.: Frhr. Schenck.______________

Hansen, den 15. November 1899.

Betr.: Dekanatskonferenzen.

Das Großh. evangel. Dekanat Gießen

an di- H-rr-n Geistlichen des Dekanats.

Die Novemberkonferenz soll Dienstag de« LI., nicht am 23. ds. Mts. abgehalten werden. Ich ersuche um «öalichst vollzähliges Erscheinen, da auch über Anschaffung »on geeigneten Büchern für die Dekanatsbibliothek Beschluß gefaßt werden wird.

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Bekanntmachung, betr.: Landwirtschaftliche Vorträge. , I

Am nächsten Sonntag, 19. d. Mts., finden folgende d^Her? Landwirtschaftslehrer Re ich eit aus Alsfeld wird in Großen-Bnseck im Größer'schen Lokal um 3 Uhr nachmittags überStallmist «nd Eün^licheu Dünger" sprechen; Herr Landwirtschaftslehrer Andra aus Büdingen in Hungen imSolmser Hof" um 3^ Uhr überFeldbereiuigung".

Jedermann ist dazu freundlichst eingeladen. Die Herren Bürgermeister der Vortrags- sowie der Nachbarorte werden um ortsübliche Bekanntmachung ersucht.

Gießen, den 14. November 1899.

Der Direktor des landw. Bezirksvereins. ..

v. Bechtold.___________________

Gießen, den 14. November 1899.

Betr.: Ermittlung der landwirtschaftlichen Bodenbenutzung und des Ernteertrags im Jahr 1899.

Das Großherzogllche Kreisamt Gießen

au die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises.

Soweit Sie noch mit Einsendung der rubricierten Ver­zeichnisse ün Rückstände sind, erinnern wir Sie unter Hin­weis auf unsere Verfügung vom 1. Juli d. I. (Gießener Anzeiger Nr. 155) an deren alsbaldige Erledigung. r.'.T-tWM v. Bechtold.

Amtlicher Feil.

Gießen, den 15. November 1899.

Betr.: Den Wiesengang.

Das Großherzogllche Kreisamt Gießen

«m dir Großh. Bürgermeistereien M «reise«.

Di-j-uig-n von Ihnen, welch- unserer Auflage vom 2. v. Mts. (G. A. Nr. 235) noch nicht entsprochen haben, werden an deren Erledigung erinnert.

v. Bechtold.