Ausgabe 
17.10.1899 Zweites Blatt
 
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J8 Rechttzbeistünd l>rK gr- nach Beendigung des Pro« stellen werde.

Der Schauplatz einer rineBorstadt von Spandau, letzten Spandauer Pserde- den, die bald in Thätlich- h zwei seindliche Parteien, iligten sich an dem Zauipf, .ufern an der Potsdamer Die Schlacht dauerte ge« tpo^ner einiger Raufet in (jart bebrängte Zigeuner Sorau schloß sein Lokal, nen lregann; Teuren nnd Da es wetzen der yro^en iich war, svsvrt polizeiliche nie geängstigten Bewohner rne, von wo bald einige :sen gelang es, die Ruhe irei Zigeuner festgenonimen ne interniert wurden., Die astete noch einen vielten itersuchungshaft abgeW- cht, darunter auch Weiber, Di, Leiche des Trd.

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Krone" stattgesundenen ng der Fleischer-Innung -as Schindler zum Ober- rhlt. Daß der Genannte, 'g stehende Persönlichkeit, lt, darf wohl als sicher

preußischer Offizier, besitzt ein Rittergut bei Groningen in Holland. Die beiden jungen Leute waren Jugendgespielen. Die Günther hatte auf vieles Bitten von ihrem Vater die Erlaubnis erlauben, sich der Bühne zu widmen und eine Theaterschule in Berlin zu besuchen. Aber das Studium dauerte dem Mädchen zu lange, und es beschloß, zur Varietö überzugehen. In Berlin hatten sich die beiden Jugend­gespielen wieder getroffen und schließlich den Beschluß ge­faßt, zur Bühne überzugehen. Das Paar fand Engagement im Hansa-Theater in Hamburg. Am Donnerstag voriger Woche war der Kontrakt abgelaufen, und beide waren ohne Stellung. Die jungen Leute nahmen dann unter der An­gabe, sie wären Geschwister und bedürften der Erholung nach einer anstrengenden Sommertour in dem Hotel zum Fahrenkrug an der Ahrensburger Chausiee in Meiendorf Logis. Da der Vater des Mädchens seine Einwilligung zu einer Heirat nicht geben wollte, faßten sie den Entschluß, gemeinschaftlich zu sterben. Der junge Mann versetzte seiner Geliebten mehrere Dolchstiche, und versuchte dann, sich selbst durch einen Dolchstoß zu töten. Die Günther ist durch die Dolchstiche am schwersten verletzt, jedoch ist Aussicht vor­handen, daß beide wiederhergestellt werden.

München, 14. Oktober. Heute nachmittag stürzte infolge fußstarker Untergrabungen das Hintergebäude eines Gebäudes an der Gabelsbergerstraße ein. Hierbei wurden einem Baumeister beide Füße abgeschlagen. Ein Arbeiter ist schwer, zwei sind leicht verletzt worden. Nach Angabe des Poliers sollen noch zwei Arbeiter unter den Trümmern begraben liegen.

* Nürnberg. 14. Oktober. Bezüglich des Eisen­bahn-Salonwagens des verstorbenen Fürsten Bismarck wird entgegen der neulichen Meldung jetzt mit­geteilt, daß der Salonwagen demGermanischen Museum" überwiesen werden solle, degegen würden die in dem als Schreibzimmer benutzten Abteil befindlichen Gegenstände dem Bismarck Museum" in Schönhausen überwiesen werden.

* Ortrand, 14. Oktober. In vergangener Nacht wurde der 64jährige Handelsmann Bachmann von vier Strolchen an gefall en und seiner Barschaft in Höhe von 22,307 Mk. beraubt. Die Thäter sind entflohen. Polizeiliche Recherchen sind seit heute morgen im Gange.

* Lewberg, 14. Oktober. Theophil Szumski, der älteste Journalist und Schriftsteller und Schwiegervater des im Jahre 1892 zu zehnjährigem Kerker verurteilten russischen Schriftstellers Kcndinger, hat sich infolge seiner großen Notlage erschossen.

* Moskau, 14. Oktober. Auf der Wolga haben hef­tige Stürme großen Schaden angerichtet. Zwischen Rybinsk und Kineschma gingen 20 große Fahrzeuge unter. Auch Menschen sind dabei verunglückt. Auch herrschen Schneestürme. Viele Personen wurden auf den Landstraßen von ihnen überrascht und erfroren.

»Madrid, 14. Oktober. Ein schreckliches Unwetter wütete in der Provinz Orense. Sieben Dörfer sind beinahe weggefegt, die Ernten sind zerstört. Tausende von Menschen befinden sich in größtem Elend.

Gerichtssaal.

Berlin, 14. Oktober. (Prozeß gegen denKlub der Harmlosen, 11. Berhandlungstag.) Erster Zeuge ist heute der Leutnant von Neumond, der längere Zeit in den Spielerkreisen ver­kehrt hat und eines abends bei Hecht mit dem Angeklagten v. Kayser in ein ziemlich wildes Spiel hineingeraten ist. An diesem Abend hat der Zeuge 12 600 Mk. von dem Angeklagten v. Kayser gewonnen, von denen ihm bisher ;nur 2600 Mk. gezahlt sind. Auch mit dem Ange­klagten v. Krocher hat der Zeuge gespielt und an einem abend an den­selben ca. 8000 Mk. verloren. Herr Rechtsanwalt Sello beantragt die Verlesung sämtlicher Protokolle über die Zeugenaussagen in der Vor­untersuchung in Gegenwart btt schon vernommenen Zeugen, um fest­stellen zu können, in wie weit dieselben von den jetzigen Aussagen ab­weichen. Der Angeklagte von Kayser und die übrigen Ver­teidiger erklären sich gegen diesen Antrag, über welchen am Montag Beschluß gefaßt werden soll. Hierauf wird der Rechtsanwalt Wronker als Zeuge vernommen, der bis zur Flucht Wolsis dessen juristischer Beirat war und die Erklärung abgiebt, daß Wolff sich den Gerichten nach Beendigung des gegenwärtigen Verfahrens stellen werde. Nach den Angaben Wolffs dem Zeugen gegenüber, wäre er 56 mal im Klub gewesen, habe nur niedrig gespielt und ebenso gewonnen wie verloren. Jeden intimen Verkehr mit den drei Angeklagten hat Wolff Wronker gegenüber abgeleugnet. Nach der Aussage des letzteren hatte Wolff den Ehrgeiz, in bessere Kreise zu kommen und habe deshalb wohl mehr zu seinem Vergnügen gespielt, als um Geld zu verdienen. Das ftcwerbsmäßige Glücksspiel will Wolff vollständig aufgegeben haben, der- elbe wäre gern als Zeuge erschienen, wenn er nicht hätte fürchten müssen, daß man ihn im Gerichtssaale sofort festgenommen hätte. Nach der Mittagspause teilt der Präsident mit, daß aus augenblicklich nicht wieder­zugebenden Gründen das Gericht die Vertagung bis Dienstag vormittag 9 Uhr beschlossen habe. Es herrscht allgemein die Ansicht, daß das Gericht Schritte thun werde, den Spieler Wolff verhaften zu lassen.

Schwerin (Meckt.). 14. Oktober. D'e Slrcnkammer verurteilt den Schutzmann Herrmann wegen Stttlichkeitßoerbrechen im Amte zu sechs Monaten Gefängnis.

Ein Entführer vor Gericht. Der Entführer einer sizilia- »ischen Baronesse di Valpetroso, ein junger Student namens Girolamo Campest, stand dieser Tage vor dem Schwurgericht in Palermo. Cam- pisi, der in die blendend schöne Baronesse bis über beide Ohren verliebt »ar, hatte im Juli vorigen Jahres, wie wir seiterzeit berichteten, im verein mit mehreren Freunden der Baronesse, als sie in den Anlagen von Palermo mit ihrer Mutter spazieren ging, aufgelauert und das junge Mädchen, sie gewaltsam von der vor Schreck ohnmächtigen Baronin trennend, entführt. Die Entführte wurde in einem bereitstehendeu Wagen nach einem Bauernhaus vor der Stadt geschleppt, wo sie der Student zwang, einen Brief zu schreiben, der vom Tage vorher datiert war und eine Aufforderung der Baronesse an den Studenten enthielt, sie zu ent­führen. Tags darauf sollte die Dame noch dem Landgute des Entführers gebracht werden, unterwegs jedoch stieß die Gesellschaft auf Jäger, die die Baronesse befreiten. Der Student und seine Genossen wurden ver­haftet, und obgleich der Schuldbeweis klar feststand, über ein Jahr in Untersuchung gehalten. Die Baronesse hat sich inzwischen vermählt und ist heute Gräfin Cascio-Ferro Die Zeugenaussagen waren für die nunmehrige Gräfin wenig schmeichelhaft. Es ging daraus hervor, daß sie sich die Huldigungen des jungen Campisi nicht nur gefallen ließ, sondern ihre Zofe veranlaßte, ihn durch Andeutungen in seiner Absicht zu bestärken. Die Zofe beteuerte ihm schließlich sogar direkt, daß ihre Hernn m ihn verliebt sei, und erhielt dafür von dem bethörten Studenten w vor der Entführung hatte die Zofe ihm mitgeteilt,

daß der Graf Cascio-Ferro um die Hand der Baronesse angehalten habe, verzwelselt und fest überzeugt, daß er von der Baronesse geliebt wurde, beschloß Campisi die Entführung. Seine Mitschuldigen erklärten vor

dem Richter, es sei ihnen selbstverständlich erschienen, dem Freunde zu helfen. Die Baronesse selbst behauptete, daß sich Campisi rücksichtsloser benommen hätte als die Straßenräuber, die ihn bei der Entführung unterstützten. Die Geschichte kam den jungen Leuten teuer zu stehen. Girolamo Campisi und drei seiner Kumpane wurden zu drei Jahren Zuchthaus und Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt.

Handel und Herkehr. Volkswirtschaft.

15 Oklbr. Fruchtyretie. ffienenA 14.781600 Zorn A 17,00-16,00, Gerstel 14,72-15.00, Hafers 13,14-13 50 Trbsm A 00,00-00,00, Linsen A 00.0000,00, Wicke«, A 00,00 | 2ein A 00.00, Kartoffeln m 0,00-0. 0, -Lime» A 00.000000. I D Aus Starkenburg, 15. Oktober. Aehnlich, wie in früheren I Jahren, soll auch im laufenden Herbste und zwar Ende Oktober, fest- gestellt werden, welche Bestände an Reichsmünzen, Reichs- I banknoten, Reichskassenscheinen, Privatbanknoten und

I Thalerstücken sich in den öffentlichen Kassen und größeren I Privatbanken befinden. Hierbei soll auch nachgewiesen werden, I wieviele Thalerstücke österreichischen Gepräges und wieviel Scheidemünzen I vorhanden sind. Die Arbeit wird auch dieses Jahr sehr einfach ge- I h?0en, cs brauchen keine langen Berichte gemacht zu werden, sondern I b'e .Beträge werden auf Postkarten, die zweckmäßig eingerichtet sind, I notiert und direkt an die Hauptstaatskasse eingesandt.

Frankfurt, 14. Oktober. Umsätze bis 6«/, Uhr abends. Oesterr. Kredit 226,30-225,40 bz., Diskonto-Kommandit 189,60 bis I 70-10 ult , 189,70 etw. bz. cpt., Darmstädter Bank 147.90 cpt. bz, I Deutsche Bank 200,30-20 bz. G., Berliner Handelsgesellschaft 161,50 bz., I Nationalbank 142,80 etw. bz cpt. Gotthard 141,80 B. 70 G Schweizer Centralbahn 142,70 B. 60 G. Schweizer Nordost 93 80 bz., Schweizer Union 79,70 B. 60 G., Jura-Simplon 84,60 B.' 50 G. 3proz. Portugiesen 25,20 B. 10 G., 3proz. Mexikaner 26 B 25,90 G, 5proz. amort. Mexikaner 42,80 bz. G , 4proz. Spanier 60,30 bz., 4proz. I Italiener 91,50 B. 40 G Gelsenkirchen 191,40 bz., Laura 247 60 bz Bochumer 250,70 bz., Harpener 191,50 bz., Hibernia 209,40, bz.' Ober- schlesisches Eisen 173,60 bz., Elektriz. Schuckert 229 bz. G, Alkali Westeregeln 207,10 bz., Zellstoff Dresden 105,20 bz. G., Vcrzmkerei | Hugers 125 bz., Bad. Zuckerfabrik t9,8O bz. G, Adler-Fahrradwerke I Kleyer 204 bz. G-, Licht- und Kraftanlagen 120 bz G. 6»/< 6«/i Ubc Kredrtaktien 225,80. Diskonto 189,40. Deutsche Bank 200 30

Butter, Käse und Eier.

| _ B erlin. Hof- und Genossenschaftsbutter 1. Qualität 116 Mk..

I 2. Qualität 112 Mk., do. Abfall 105 Mk. Königsberg i. Sfr i1?» ro»110o JÜr 50 Hamburg. Butter 1. Klasse

112.65 Mk., 2. Klasse 120.55 Mk für 50 Kilo netto, reine Tara. Nordhausen. Landbutter 2 20 Mk., Speisebutker 2.30 bis 2.40 Mk emste Gutsbulter 2.50 bis 2.60 Mk. für 1 Kilo. Eier 3.80 bis 4.00 Mk' für 60 Stück, 1,27 bis 1.34 Mk für 1 Kilo. Käse 4 bis 5 Mk. für I 60 Stuck. Magdeburg. Eßbutter 2.20 bis 2 60 Mk. für 1 Kilo.

?oierAf(V° 3.30 bis 4 Mk. - Kempten. Süßrahmbutter I 98 Mk., Sennbutter 95 Mk. für 50 Kilo im Engros-Einkauf. Käse: | Monatskäse, Fabrikat, welches in jungem, unversandtfähigem Zustande | uon »en Sennereien zur Ablieferung kommt. Engros-Einkaufspreise auf I den Sennereien des Allgäu per 50 Kilo: Limburger feinste prima voll- I «ett 40 bis 40 Mk., Limburger feinste prima 34 Mk., Limburger prima 32 bis 33 Mk., Limburger sekunda 28 Mk, Ramadour, feinste prima 35 bis 36 Mk., Romadour, vollfett 40 Mk , Weißlack, vollfett (Bierkäse) 39 bis 40 Mk, Weißlack 8/<fett (Bierkäse) 36 bis 37 Mk. rz- bürg. Butter 0.85 bis 0 95 Mk.für '/» Kilo.

Bom Tabakmarkt. Mannheim, 13. Oktober. In ver­gangener Woche hat sich das Weiter etntgermaßtn etwas zum desseren gewendet und haben die jüngsten schönen Tage den noch am Doch hängendem Sandblatt für ein VorwärtSgehen in der Farbe gut ge- tban- DaS bis fitzt gelieferte Haardtsandblatt ist für den bezahlten Breis sehr schlecht ausgefallen sowohl in Farbe, als auch roat die ! AbhSngung anbelangt. Bei der jetzt modernen Etnkaufsweise ist es ab^r auch nicht zu verwundern, w.nn der Produzent keine Sorgfalt auf die Behandlung der Ware mehr verwendet, denn dieselben finden eben doch Kausliebhaber, wenn ihre Ware auch nicht reif ist. In HeddeShetm wurde mit dem Abtängen der Sandblätter ebenfalls begonnen und sind dieselben wenigstens gut abgehängt, lass n aber, wasFarbe anbelangt, sehr zu wünschen übrig und ergeben mit Ausnahme eine, Kleinigkeit nicht m br wie ein braunes und gulbremrendts Scud- blatt. Die Witterung ist bis jetzt für die unter Dach hängenden Tabake günstig. Im Lokogeschäft scheint sich in alten Tabaken für Cigarren­zwecken etwas Leben zu entwickeln, indem wie früher von den auf Lager liegenden Tabaken guten Jahrgangs von der Fabrikation gerne gekauft wird, was leider unter den jetzigen Steuer- und Zollverhältnissen bisher weniger der Fall ist. In den letzten Tagen wurden von einem Ober­länder Fabrikanten ca. 3400 Gentner Tabak in der Preislage von 4042 M. gekauft. Eine größere rheinbayerische Firma hat ca. 2500 Centner 1898er Tabake verschiedener Sortierungen zum Preise von 3540 Mk. gekauft. In Schneidtabaken wurden in letzter Woche auch einige Kleinig­keiten umgesetzt. Nach loser guter Pfälzer Einlage ist mehr Nachfrage. Lose Pfälzer Rippen geschäftslos, seine lose 99>/, Mk., gebündelte 11 Mk. Doch ist wenig trockene Ware vorhanden.

Zahlungseinstellungen.

Konkurseröffnungen: Kaufmann Max Goldstein, Berlin« M, Chorinsky & Co., Berlin; Maurermeister Diedr. W. Harjes Schwach- hausen (Bremen); Kaufmann Karl Jos. Salegg, Burglengenfeld« Ackerer Franz Ludw. Eman. Devin, Salonnes (Chateau-Salins); Handschuhfabrik Ernst Clem. Beyer (Arthur Felber Nachf), Chem­nitz; Schuhwarenhändlerin Agnes Hel. Mühlberg, Gablenz (Chemnitz); Kolonialwarenbändler Fürchtegott Jul Wilh. Voigt, Kötzeschenbroda (Dresden); Fabrik für Grolls Armee-Futterkasten, Düsseldorf; Börkel u Germer, Eisenberg; Kaufmann Heinr. Jung, Erfurt; Gärtner Ernst Bissegger, Esslingen; Gattwirt Osk Hermann Lenk, Bergen (Falkenstein i V.); Handelsmann Au?. Bammer, Fehrbellin; Kauf­mann Georg Maunz, Kleineislingen (Göppingen); Schuhmacher Karl Häuser, Hadamar; Schuhmacher Karl Jak. Heinr. Schröder, Ham­burg; Lotterie-Unterkollekteur Heinrich Christ. Friedr. Süberkrob, Hamburg; Kaufmann Max Ahronsohn (Gebr Ahronsohn), Hamburg; Krämer Eduard Dragon, Thurzo-Kolonie (Kattowitz); Stadtschreiber Mart. Henftling, Landau a. J ; Restaurateur Karl Dippel, Landsberg a. W.; Schuhmacher Heinr. Kirchhoff, Magdeburg-Neustadt; Gast­wirt Paul Stronk, Ratibor: Mechaniker Rich. Heinricht, Trier; Maler Franz Mart. Heinzmann, Vöhrenbach (Villingen).

Kunst und Wissenschaft.

Wiesbaden, 14. Oktober. Ein Kapellmeister ohne Ge­halt sofort gesucht. Die königliche (II) Intendanz in Wies­baden läßt zurzeit in Musikzeitungen anzeigen, daß die Stelle eines zweiten Bühnendirigenten (Kapellmeister Volontär) ohne Gehalt (!) sofort zu besetzen sei. Ein Kapellineister ohne Gehalt das dürfte nicht nur Anspruch auf Neuheit erheben, sondern auch ein wahrhaft probates Mittel sein zur Vereinfachung des Gagenetats eines könig­lichen Hoftheaters. Sollte denn im übrigen die Wiesbadener Intendanz noch keine Erfahrungen mit Leuten gemacht haben, die umsonst arbeiten wollen? Wer leistungsfähig ist, arbeitet nicht umsonst I!

. Stuttgart, 14. Oktober. Der hervorragende Komponist und Dirigent, Professor am hiesigen Konservatorium Wilhelm Speidel, ist vergangene Nacht nach langem Leiden, 73 Jahre alt, gestorben.

Unwersitäts Nachrichten.

Berlin. DerGermania" zufolge hat Professor Dr. Scheffer- Bo ichhorst, Dozent für mittelalterliche Geschichte an der hiesigen Uni­versität, den Ruf an die Universität Wien abgelehnt.

Bonn. Wie von hier berichtet wird, hat der Privatdozent der Geschichte, Dr. Meister, einen Ruf als außerordentlicher Professor an die Akademie zu Münster erhalten.

Poppelsdorf. Dem Landmesser Hillmer aus Düsseldorf ist, zunächst vertretungsweise, die Professur für Geodäsie an der land­wirtschaftlichen Akademie in Poppelsdorf übertragen worden, die durch Berufung des Prof. Reinhertz an die Technische Hochschule in Hannover freigeworden ist.

Jena. Die von der hiesigen Universität geplante Feier des 150. Geburtstages Goethes, die wegen der akademischen Ferien am 28. August nicht statifinden konnte, wird am 18. November in der Kollegtenkirche abgehalten werden. Professor Michels wird die Fest­rede halten.

Göttingen. Der Oberbibliothekar Professor Dr. Richard Pietschmann ist zum Direktor der Universitätsbibliothek in Greifswald ernannt worden.

Wien. In den nächsten Tagen werden in der Ruhmeshalle der Universität zwei neue Denkmäler enthüllt werden. Das eine ver­ewigt das Andenken des Professors Heinrich v. Bambergers (ge- storben 9. November 1888), das zweite ist dem Andenken des Physik­professors Dr. Joseph Loschmid (gestorben 8. Juli 1895) gewidmet.

Genf. Der Ordinarius für klinische und theoretische Psychiatrie an der hiesigen Universität und Chefarzt der Kantonalen Irrenanstalt Professor Jean Martin hat seinen Abschied genommen.

Neuenburg. An der hiesigen Akademie hat sich Frau M. Zebrowski für das Fach der deutschen Litteratur als Privat­dozentin habilitiert. Frau Zebrowski ist zurzeit die einzige weibliche Lehrkraft an einer schweizerischen Hochschule.

Krakau. Am 10 Oktober fand die Eröffnung des Jubiläums- Studienjahres an der Jagellonischen Universität statt. In diesem Studienjahr wird nämlich die Krakauer Universität das 500jährige Jubiläum ihrer Gründung feiern.

Tokio. Der als Hilfsarbeiter im preußischen Justizministerium beschäftigte Amtsrichter Dr. Georg Crusen hat, wie die »National­zeitung" mitteilt, einen Ruf als Professor der Gefängniswiffenschaften an die hiesige Universität und Beirat für Gefängniswesen im japanischen Ministerium des Innern erhalten und angenommen.

Zehn Jahre Univerfttätsstattstik. Das Börsenblatt sür Buchhandel veröffentlicht in seiner letzten Nummer das Gesamtergebnis einer dem Reichsanzeiger entnommenen tabellarischen Uebersicht über die Veränderungen in der Frequenz der verschiedenen Fakultäten. Als Vergleichshalbjahre sind die Wintersemester 1886/87 und 1895/96 an­genommen. Danach entfielen von je 100 Studierenden preußischer Staatsangehörigkeit, die in den Wintersemestern 1886/87 und 1895/96 auf den 22 Universitäten des Deutschen Reichs immatrikuliert waren auf die

evang. kathol. Juris- Medi- Philo- Mathe- | Theol. Theol. prudenz zin logie, rc. matik rc. 1886/87 17,24 4,20 16,43 31,87 14,99 15 37

1895/96 10,76 5,67 26,26 28,85 12,82 15,53

Landwirtschaft.

Aus der Wetterau, M>tte Oktober. Vor einigen Monaten brachte Ihre Zeitung die Nachricht, daß Geometer 1. Klasse Killer in Lampertheim einen neuen Pflug erfunden habe, der ganz besonderes zu Liften fähig sei. Die Nachricht wurde damals mit einem ? gebracht, (Das Fragezeichen war natürlich das Korrespondenzzeichen unseres Mit­arbeiters und hatte auf den Inhalt des Artikels gar keinen Einfluß. Die Red ) hat aber doch sehr konkrete Unterlagen, wie sich Einsender dieser Tage I selbst in Grundschwalheim überzeugen konnte. Der Pflug besitzt nämlich I ein sich drehendes Streichbrett, welches den Ackerboden in einer Weise I zerkrümmelt und zerkleinert, wie es bei anderen Pflügen, die feststehende I Strichbretter haben, nicht möglich ist. Die Erfindung ist bei dem Reichs- I Patentamts unter Klasse 45, Nr. 17 829 angemeldet. Proben mit dem I Pfluge wurden im Juli und August l. Js. in Büdingen und Lindheim vorgenommen; die Hauptprobe sollte am vergangenen Donnerstag in I Grundschwalheim bei Gutsbesitzer Mogk vorgenommen werden, das I Wetter ließ sich aber so jämmerlich an, daß nichts zu machen war, I weshalb die Probe, auf die man vielseitig gespannt ist, in vier Wochen I stattfinden wird.

-g- Hungen, 15. Oktober. Die Jungviehweide in unsrer I Nähe, auf deren großen Wert Ihre Zeitung vor mehreren Wochen ganz I allgemein hingewiesin hat, ist dieser Tage geschlossen worden und hat I sehr befriedigende Ergebnisse geliefert. Die jungen Tiere, 40 an der Zahl, haben sich trefflich entwickelt, und haben im Durchschnitt 116 Pfd. binnen 4 Monaten zugenommen, ganz abgesehen von der schönen, frischen I Körperbildung und der Kräftigung der Glieder. Wir sind überzeugt, I daß das gegebene Beispiel im nächsten Jahre sehr segensreich I wirken wird.

n. Ltndheim, 15. Oktober. Kürzlich wurde hier auf dem Hof- I gut ein Probepflügen abgchalten. Es kam dabei ein Pflugteil, der I auf dem System der rotierenden Schraube beruht, zur Anwendung. I Dieser Teil kann an jedem Pflug angebracht werden und soll hinter der I Pflugschar die aufgeriffene Erde zerkleinern. Vor der allgemeinen Ein- I führung werden noch Verbesserungen gemacht werden müssen.

Aus der Gegend von Büdingen, Mute Oktober. Infolge I der anyaltenden ungünfltgen Witterung Ende September sind die I Landlrute mit den Herbstarbetten noch sehr zurück. Die Kartoffll- ernte geht erst fitzt ihrem Ende entgegen. Sie sind sowohl, wrs I Qualität wie Quantität anlangt, sehr gut ausgefallen, wteinJshrn I nicht. Der Doppelcentner ausgelesenrr Eßkartcff.ln kostet äugen- I blicklich 4 biS 4 50 Mk, L>rhr geklagt wird auch in hiefiger Gegend I über die überhand nehmenden Mäuse auf den Feldern; manche Ge- I meinden haben in letzter Zeit deshalb Vergiftungen vorgenommen. I Die anhaltend feuchte Witterung tat sehr - ngünftig auf den Zucker- I gehalt der Rüben gewirkt. Schien anfangs September der Z cker- I gehalt ein hoher zu w rden, so ging er Ende S ptember zurück und I konnten auch die letzten fonn<gm Tage des Oktober den Schaden I nicht wieder völlig gut machen. Fatzt man jedoch den gesamten Ernteertrag des ganzen Jahres zusammen, so muß auch für unsere Gegend gesagt werden, daß derselbe rin sehr guter war, wie wir ihn I in Jahren nicht erleben durften. Darum auch hier am Ende der I Ernte; Gott allein die Ehre!

O Bom Lande, 15. Oktober. Ein sebr beliebtes Futter- I mittet bildet in den letzten Jahren der Mais, den man allenthelben |

^-Pflanzt fieht. Leider versäumen viele Landwirte, D-cS G.wächs ist NÜM'ich sehr frÄ ?! ^,^Eu Kälte; er fällt gewöhnlich den e.sten lkichten Nacht- OAr und w>rd bann minderw rtig. wenn nickt ganz unbrauchbar. ES empfte.lt sich daher, den Ma's anfangs Oktober ?«!!!6" Utnb in Bibeln in einem gkschloss nei Raum, z. B. ? Sa t-nne, aufzust llen Auf diese Weise behandelt, hält er sich lsnge und kann nach und nach verfüttert werden.

Wien, 15. Oktober. DieNeue Fr. Presse" veröffentlicht ein ?".^vtew thres Berlmer Korrespondenten mit dem Präsidenten der deutschen Reichvbank, Dr. Koch üb-r die Situation des-internatio­nalen Geldmarktes. Dr Koch bezeichnete dieselbe als eine berat* AE' ^'?^w°r eme allgemeine Krisis nicht befürchten lasse, jedoch sei ^b.6rößte Vorsicht geboten, da vorläufig eine Besserung der Geld-Ver- hältmsse nicht zu erwarten sei und man nicht wissen könne, welche Folgen der Transvaalkrteg haben könne. ° ö

Spichlmi d» otrriaigtea Jrauhfurter Stahttörater.

Opernhaus.

Dienstag den 17. Oktober: Czaar und Zimmermann. Mitt­woch den 18 Oktober: Nachtlager von Granada. Donnerstag den 19. Oktober: Hemani. Freitag den 20. Oktober: Die Meister« stnger. Samstag den 21. Oktober: Iris. Sonntag den 22. Oktoter: nachmittags 3% Uhr: Orpheus in der Unterwelt. Abends 7 Uhr: Waffenschmied. Montag den 23 Oktober: Don Juan.

Tchausptelyaus.

Dienstag den 17. Oktober: Biberpelz. Mittwoch den 18. Ok­tober: Narziß. Donnerstag den 19. Oktober: Madame Sans Gene. Freitag den 2u. Oktober: Dr. Klaus. Samstag den 21. Ok­tober: Als ich wiederkam .... Sonntag den 22 Oktober: nach­mittags 3% Uhr: Im weißen Rößl. Abends 7 Uhr: Als ich wrederkam. Montag den 23, Oktober: Hans. In Civil.