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Mr. 244 Erstes Blatt.
Dienstag den 17. October
1899
Gießener Anzeiger
General-Unzeiger
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Amtlicher Feil.
Bekanntmachung.
Bei der heute für die Zuchtvereine Großen-Linden und Allendorf a. d. Lahn abgehaltenen Ortsschau von Vogelsberger Rindvieh wurden folgende Preise verteilt:
I. Bullen.
1. Preis 40 Mk., Gemeinde Großen-Linden für H.-B. 1281
2. „ 25 „ „ Allendorf „ „ 631
3. N 15 „ „ Großenlinden „ „ 1285
II. Kühe mit höchstens 2 Kälbern.
1. Preis 30 Mk., Ludwig Wagner I., Allendorf, H.-B.
2. N 20 „ Johs. FaberX.,Großen Linden, „
2. „ 15 „ Bürgerm. Leun, „ »
2. w 20 „ Phil. Luh VII.,
3. „ 10 „ Johs. Reitz, „ *
3. w 10 „ Ludwig Volk XI., Allendorf, „
Anerkennung und 5 Mk.:
Ludwig Volk XL, Allendorf, N
Jakob Viehmann I., M
Johs. Faber VII., Großen-Linden, „
M
Johs. Luh V., Bürgermeister Leun, Ludwig Keßler V.,
962
1291
1296
319
314
957
640
953
1280
1290
1278
1275
1.
2.
2.
3.
3.
III. Kühe mit 3 bis 4 Kälbern.
Preis 30 Mk., Johs.FaberX., Großen-Linden, H.-B. 1292 „ 20 „ Johs. Weigand IV., „ „ 1283
„ 20 „ Georg Hoffmann, „ n 1297
„ 10 „ Lud. Menges VII., „ „ 1286
„ 10 „ Lud. Weiß, Allendorf, „ „ 632
Anerkennung und 5 Mk.:
Ludwig Volk XL, Allendorf, Ludwig Leun II., Großen-Linden, Johs. Faber VIII. Wwe., Großen-Linden, Georg Schaum II., Großen-Linden,
IV. Rinder.
„ 951
„ 52
„ 1294
„ 1293
1295
1274
1277
1287
964
2.
2.
3.
3.
3.
15
15
10
10
10
Hch. Schaum II., „
Ludwig Magnus „
Lud. Menges VII., „
Joh. Reinstädtler Ww.,Allendorf,
1. Preis 25 Mk., GeorgVolklll., Großen-Linden, H.-B. 1279 Ludwig Leun II.,
Gießen, den 14. Oktober 1899. Der Direktor des Kreiszuchtvereins.
Boeckmann.
Bekanntmachung.
betr.: Maul- und Klauenseuche zu Inheiden.
Nachdem die Maul- und Klauenseuche in den gesperrten Gehöften in Inheiden erloschen ist, wird die Sperre der Gehöfte aufgehoben.
Dagegen bleibt die Gemarkungssperre bestehen und es wird die Sperre des Weidebezirks der Schafherde der Gemarkung Inheiden angeordnet.
Gießen, den 15 Oktober 1899.
Großh. Kreisamt Gießen.
v. Bechtold.
~ Bekanntmachung
Nachdem die Maul- und Klauenseuche auf der Weide in Lang-Gons erloschen und Desinfektion erfolgt tft, heben wir die angeordnete Sperre der Weide und der Gemarkung wieder auf.
Gießen, den 13. Oktober 1899.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Bechtold.
* Engländerin Trauerspiel.
Gießen, 16. Oktober 1899.
In einem Brief an einen Amerikaner hat der Mann, dessen Name jetzt wohl am meisten genannt wird, hat der greise Präsident des Transvaal die Ueberzeugung ausgesprochen, daß, falls die beiden Republiken in Englands Besitz übergehen sollten, ein Preis hierfür gezahlt werden würde, „über den die Menschlichkeit betroffen sein würde-. Mit furchtbarer Entschlosienheit werden die Buren um ihren heimatlichen Boden kämpfen,
und wenn mau auch in England auf die wirtschaftliche und finanzielle Ueberlegenheit bauen und die ganzen ungeheuren Mittel eines Weltreichs gegen die Armut der Farmer und Hirten aufbieten mag, so wird dennoch ein Preis bezahlt werden müssen, der sich nicht einfach in den Zahlen der Börse ausdrücken läßt. Die Buren sind entschlossen, die letzte Patrone zu verschießen und den letzten Mann zu opfern für ihre Freiheit, sie haben keinen Rudenz, der kleinmütig fragt: „Was können wir, ein Volk der Hirten, gegen Albrechts Heere?" Und nicht die Kämpfe der Schweizer allein und Marathon und Plataeae haben die Wahrheit des Fichteschen Wortes erwiesen: „Es siegt immer und notwendig die Begeisterung über den, der nicht begeistert ist; nicht die Gewalt der Arme, noch die Tüchtigkeit der Waffen, sondern die Kraft des Gemütes ist es, welche Siege erkämpft."
England hat nur einmal ein Volksheer beseffen. Das waren die gottseligen Dragoner Oliver Cromwells, ein in Technik und sittlicher Zucht bewunderungswürdiges Heer. Aber diese Truppen gehörten einer religiösen Sekte an, sie vertraten nur einen Teil der Nation. Das erste Geschäft der Restauration war die Auflösung dieser gottseligen Regimenter. Noch Macaulay stellte den trivialen Satz auf, daß mit einem stehenden Heere politische Freiheit unverträglich sei, und seine Landsleute haben diesen Satz bejubelt. Vor drei Jahren erst hat Lord Salisbury auf dem Guildhall- banket das Geständnis abgelegt: „Wir haben keine Armee, um eine militärische Occupation vorzunehmen; eine solche erfordert aber eine gewaltige Armee." Gewiß, es steht eine beträchtliche Truppenmacht in Indien und in den Kolonien, aber nur ein verhältnismäßig geringer Teil dieser Truppen kann ohne schwere Gefahren über das Meer geführt werden, und die Wirksamkeit der Flotte muß in allen Fällen versagen, in denen nicht weitgestreckte Küsten ein lohnendes Angriffsobjekt, und ein weithin getriebener Handel die Möglichkeit der wirtschaftlichen Vernichtung bietet. England vermag vielleicht den Buren eine Truppenmacht entgegenzustellen, die ihnen an Zahl gewachsen ist, es mag auch durch sein Waffenmaterial vor allem durch seine Artillerie eine gewisse Ueberlegenheit behaupten, aber die Schwierigkeiten des Transportes und der Ernährung und der Mangel an Kenntnis des Terrains lassen sich nicht von heute auf morgen ausgleichen, und jene totesmutige Begeisterung, die den Buren beseelt, wird schwerlich in den „Freiwilligen" der Königin Viktoria emporlodern. Ein anderes ist es, wie es jetzt in England geschieht, in massigen Volksversammlungen die Instinkte des Jingotumes zu entflammen, und ein anderes, um einer nur künstlich durch die Macht der Phrase genährten Idee willen furchtbare Strapazen zu ertragen und den nie fehlenden Kugeln der Buren zu trotzen. Liegt nicht auch in den Antipathien, denen das englische Unternehmen in der ganzen Welt begegnet, liegt nicht in der überall genährten Hoffnung, daß ein neues Majuba Hill der Endringlinge harre, ein surchtbares Urteil? Und liegt nicht ein noch härteres Urteil darin, daß dieselben Ausländer, für deren Rechte angeblich Alt-England zum Schwerte greift, in Massen fid? unter den Fahnen der Feinde ihrer Freiheit, der Buren, zusammenscharen? Das wird die Geschichte wahrlich nicht übersehen, wenn sie dereinst, wenn die Leidenschaften schweigen, ihr letztes Urteil fällt. Die Weltgeschichte ist das Weltgericht.
Und wer will es heute schon künden, ob nicht gerade jener Zug nach Transvaal, jener Eroberungskrieg um die Goldfelder, den Anfang einer Katastrophe bildet, die noch ganz andere Faktoren bedrohen kann, als die armen Burschen im roten Rock, die man jetzt in England auf Schiffe verfrachtet, um weit über den Atlantischen Ozean hingeführt zu werden und sich in dem harten Boden des Transvaal ein Grab zu suchen? Die römische Weltmacht
war vor allem begründet auf dem Glauben an die Unbesieg- lichkeit der römischen Waffen, sie ging zu Grunde, als sich ihre innere Schwäche den Augen der Barbaren enthüllte. Auch Englands Macht gründet sich auf einer Art fatalistischen Glaubens der Besiegten. Aber schon jetzt kommt plötzlich die Kunde, daß der halb verschollene Kalif eine gewaltige Heeresmacht um sich gesammelt habe, daß auch der Negus von Abessinien sich rege und daß in dem Emir von Afghanistan der alte Haß gegen England sich rege. Werden die Engländer von den Buren geschlagen, so drohen ihnen in allen Weltteilen schwere Gefahren und auch im Kap- lande, das schon heute im Zustande der Gährung sich befindet, könnte leicht in der Bevölkerung das Bewußtsein erwachen, daß ihre überragende Mehrheit die Stammes- genossenschaft mit den Buren teilt. Vielleicht ist gerade in den Nachrichten, die aus Afghanistan kommen, die größte Gefahr angedeutet. Denn es ist an sich schon natürlich, daß der größte Rivale Englands um die Herrschaft der Welt, daß Rußland versuchen wird, aus den kommenden Verlegenheiten des Nebenbuhlers möglichst große Vorteile zu ziehen, so muß gerade das Land, das den Schlüffel zu Indien bildet, ihm den willkommensten Schauplatz zum Vorgehen bieten. Schon während des Aufstandes in Tschitral hat Abdurrahman eine mehr als zweideutige Rolle gespielt, und nur die reichlich gespendeten englischen Psnnde waren das Bindemittel seiner Treue. Aber auch der russische Rubel hat in Asien Kurswert und von Sentimentalitäten weiß sich der Emir frei. Aus englischer Quelle wird jetzt in der Welt die Nachricht verbreitet, daß Abdurrahman irrsinnig geworden sei. Es gehört wahrlich kein großes Kombinationstalent und keine übermäßige Kenntnis englischer Praktiken dazu, um den Zweck dieser Meldung zu durchschauen. „Diese Krankheit kam euch sehr gelegen." Wenn in allernächster Zeit dem Irrsinnigen etwas Menschliches passiert, wenn er vielleicht im Zustande der Tobsucht Hand an sich legt, so wird man ebensowenig darüber erstaunt sein dürfen, wie einst über den plötzlichen Tod des Beherrschers von Sansibar, der ja auch wohl versehentlich sich seinen Kaffee mit Strychnin statt mit Zucker versüßt hat.
Nur vor einer offiziellen Intervention der europäischen Mächte scheint England gesichert zu sein. Die Lorbeeren von Kreta waren nicht hinreichend reichlich bemessen, um bei irgend einer dieser Mächte die Sehnsucht zu erwecken, ähnliche stachliche Lorbeeren zu erringen. Und bei allen Sympathien für die Buren und ihren Freiheitskampf wird doch kein Besonnener wünschen, daß um ihretwillen jener verhängnisvolle Zusammenstoß erfolgen solle, vor dem die Welt seit drei Jahrzehnten zittert. Die Buren sind und bleiben auf ihre eigene Kraft angewiesen, und nur in ihrem Mut und in ihren Büchsen ruht ihre Hoffnung. Frankreich und Rußland mögen ja geheime Pläne nähren, aber sie werde» erst dann mit ihnen hervortreten, wenn Englands Wagen im Transvaal sich festgefahren hat, wenn also die Erfolge der Buren ein Recht zu der Annahme geben, daß das englische Selbstgefühl gedemütigt sei; dann wird Rußland am Persischen Meer, in Herat und Afghanistan seine Rechnung aufmachen und auch Frankreich wird nach den Brocken greifen, die von dem reichbesetzten Tische fallen werden. Auch in Persien kommen ja die Schwierigkeiten, die in dem Verhältnis zu Rußland aufgetaucht sind, durchaus ä propos; man wird sie auSnützen, sobald der Arm Englands gelähmt oder doch am Zuschlägen verhindert ist. So wird vielleicht schon die nahe Zukunft es erweisen, ob der Gewinn, den England zu erzielen hofft, wirklich im rechten Verhältnis zu dem Einsatz steht, den es auf die Karte Transvaals gesetzt hat, und ob nicht vielmehr das in solchem Spiele ja so überaus harmlose England den Gewinn den noch Harmloseren auszuzahlen haben wird, die mit verdeckten, aber recht deutlich gezeichneten Karten spielen.


