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Freitag den 17. März
M. 65 Zweites Blatt
1899
Gießener Anzeiger
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Fernsprecher Nr. 51.
Zur Beisetzung des Fürsten Bismarck.
Noch ruht Deutschlands großer Kanzler im Sterbe- zimmer des FriedrichSruher Schlosses, wo sein Sarg eine provisorische Stätte gefunden hatte, bis ein des gewaltigen Mannes würdiges Mausoleum errichtet worden war. Bisher hatte man angenommen, daß die Ueberführung der sterblichen MKe des Fürsten in das Mausoleum am 1. April statt- pnbfc'n würde, in letzter Stunde scheint dieser Plan aber auf- gcgrben worden zu sein, und der feierliche Akt erfolgt be- reitr am heutigen Donnerstag. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist her Tag gewählt mit Rücksicht auf das Eintreffen der Leiche der verewigten Fürstin, welche nunmehr neben'ihrem demahle ihre bleibende Ruhestätte finden soll.
Ursprünglich waren weitgehende Pläne gemacht worden, damit große Kreise an der Ueberführung der Leiche des Fürsten in das Mausoleum beiwohnen könnten. Noch einmal sollte das deutsche Volk Gelegenheit haben, seiner Liebe, Verehrung und Bewunderung für den Altreichskanzler Ausdruck zu geben. Denn ein Volk, das seine großen Toten chrt, ehrt sich selbst, und kaum einen größeren Toten hat es in Deutschland je gegeben, als es Fürst Bismarck, der eiserne -anAler war. Wir sind davon überzeugt, der Tag seiner endlichem Beisetzung hätte den Beweis geliefert, wie tief noch die Oerehrung für den Toten im Herzen des deutschen Volkes vurzelt, wie dankbar ihm jetzt und immerdar ganz Deutschland dafür ist, daß er es sich zu seiner Lebensaufgabe gerächt hatte, ein einiges Reich herzustellen, die deutschen Stämme zu sammeln, sie in ihrer Gesamtheit mächtig und -groß nach außen hin zu machen. Die Beisetzung soll nun aber in engem Kreise stattfinden. Kaiser Wilhelm läßt es sich nicht nehmen, dem treuen Diener seines Großvaters das litztr Geleit zu geben, und das deutsche Volk ist dem Herrscher dankbar für dieses Zeichen der Pietät. Sonst wird iie Beteiligung an der Feier sehr begrenzt sein; nur ein rusrrlesener Kreis von Personen dürfte Zutritt erhalten.
Das Mausoleum im FriedrichSruher Park wird nun ton deutschen Volkshelden aufnehmen, mit dessen Namen die Gründung des Reichs eng verknüpft ist, lausende und aber- ckusende werden ihre Schritte lenken nach dem Sachsenwalde, m ihren Tribut zu zollen dem Manne, der so großes ge- lltiftrt hat. Der Name des Fürsten Bismarck wird fortleben m d«er Geschichte, wenn auch längst der Leib zu Asche ge- nsoeben sein wird. Durch viele Generationen hindurch wird tot Verehrung und Bewunderung sich fortpflanzen, und mit Macht werden unsere Nachkommen sich erzählen, von den Astesthaten des Mannes, dessen Hülle im Parke von
Friedrichsruh beigesetzt worden ist, deffen Werke aber hoffentlich alle Zeiten überdauern. (xx)
Deutsches Reich.
Berlin, 15. März. Wie ein Berichterstatter meldet, ist für die dritte Lesung der Militär-Vorlage ein Verständigungsversuch gemacht, welcher sich in der Richtung bewegt, daß in einer vom Centrum beantragten Resolution die Bereitwilligkeit ausgesprochen wird, später den Wünschen der Militär-Verwaltung betreffend die Kopfstärke der Bataillone zu entsprechen.
Berlin, 15. März. In der Budget-Kommission des Reichstages wurde heute für die höheren Unterbeamtenstellen in der Postverwaltung die beantragte Gehaltsaufbesserung beschlossen und bezüglich der Postassistenten eine Resolution angenommen, nach welcher dieselben im nächsten Jahre etatsmäßig angestellt werden müssen.
Berlin, 15. März. Der Kaiser sprach heute morgen bei dem Staatssekretär v. Bülow vor. Um 10Uhr hörte er den Vortrag des Chefs des Civil-Kabinetts und um 11 Uhr denjenigen des sächsischen Kriegsministers. Zur Frühstückstafel beim Kaiserpaar waren geladen u. a. der Admiral L la suite v. Knorr.
Berlin, 15. März. In einem Anfalle von Geistesumnachtung hat sich heute vormittag im Grünewald der bekannte Schauspieler am deutschen Theater Hermann Müller erschossen.
Friedrichsruh, 15. März. Die Leiche der Fürstin Bismarck ist heute nacht hier eingetroffen und nach dem großen Salon des FriedrichSruher Schlosses gebracht worden. Auch der Sarg, der die Leiche des Fürsten birgt, wurde in den großen Salon getragen. Beide Särge wurden auf einen gemeinsamen Katafalk gestellt. Vor Ueberführung der Leiche nach dem Mausoleum wird im großen Salon eine Trauerandacht abgehalten werden. Bei der morgigen Ueberführung wird der Kaiser, der vormittags IV/g Uhr in Friedrichsruh eintrifft, unmittelbar hinter dem Sarge schreiten. Nach Beendigung der Feier kehrt der Kaiser sofort nach Berlin zurück.
— Sozialdemokratisches. Auf der zu Ostern zusammentretenden Landeskonferenz der Sozialdemokratie Sachsens wird es vorausichtlich wieder zu heftigen Auseinandersetzungen kommen. Zunächst ist über die Frage der weiteren Beteiligung an den bevorsteherden Landtagswahlen Beschluß zu fassen. Hier stehen sich die Anschauungen ebenso diametral gegenüber, wie bei den letzten Ergänzungswahlen.
Obgleich diese infolge der Einführung des Dreiklaffen-Wahlgesetzes eine schwere Niederlage für die Sozialdemokratie bedeuteten, ist der überwiegende Teil der Führer, denen der „Vorwärts" energisch sekundiert, doch für Wahlbeteiligung, weil dieselbe die beste Gelegenheit bietet, die Massen agitatorisch zu erregen. Dagegen haben verschiedene starke Versammlungen strikte Wahlcnthaltung beschlossen, und daß die Leipziger und Zwickauer Wahlkreise ihren früheren ablehnenden Standpunkt festhalten werden, ist jetzt schon gewiß. Nicht minder erregt wird der Meinungsaustausch über den aus Anlaß der Aufhebung des Verbindungsverbotes für politische Vereine der Landeskonferenz zu unterbreitenden Parteit'Organisationsentwurf für Sachsen werden, nachdem das Land in vier Agitationsbezirke eingeteilt, die selbständige Organisation der einzelnen Reichstagswahlkreise aber beibehalten werden soll. Hiergegen macht sich, namentlich unter den Leipziger und Chemnitzer Genossen, starke Opposition geltend. Diese verlangen zum Zweck einer strafferen Organisation die Gründung eines sozialdemokratischen Landesvereins, wie in Württemberg und Bayern, dem die Lokalvereine korporativ beizutreten hätten. T., R.
Ausland.
Haag, 15. März. Die Liste zur Einladung der Abrüstungs-Konferenz ist der niederländischen Regierung von Seiten Rußlands nunmehr überreicht worden. Die niederländische Regierung wird in den allernächsten Tage» an die verschiedenen Regierungen Einladungen ergehen lassen.
London, 15. März. Ueber einen Unfall, welcher dem Prinzen Heinrich von Preußen zugestoßen ist, wird aus Shanghai telegraphiert: Während Prinz Heinrich dem Stapellauf eines kleinen Panzers beiwohnte, fiel ihm ein Stück Holz auf den Kopf und brachte ihm eine stark blutende Wunde bei. Der Prinz hielt dennoch die beabsichtigte Rede und behandelte den Unfall als unbedeutend.
Paris, 15. März. Im Prozeß Gohier wurde heute vormittag, nachdem die Geschworenen sämtliche Schuldfrage» verneint hatten, der Angeklagte unter ungeheurem Jubel des Auditoriums, in welchem die Freunde Gohiers in großer Zahl vorhanden waren, freigesprochen.
Kopenhagen, 12. März. Mit der Geburt eines Prinzen auf Schloß Sorgenfrei scheint die Thronfolge in Dänemark nach menschlichem Ermessen auf lange Zeit gesichert — nicht weniger als drei Thronfolger nennt Dänemark jetzt sein. Der neugeborene Prinz stammt in direkter
Feuilleton.
Künstliche Seen und Thalsperren.
Line Ltudie aus der moderuen Wafserbautechuik.
Von Karl Rudolfi.
(Nachdruck verboten.)
Wenn von der Ausnutzung der Naturkräfte zu mensch- llihe« Zwecken die Rede ist, denkt jeder, wie dies nach dem Scrl rufe der technischen Entwickelung unseres Jahrhunderts mit anders sein kann, zunächst an Dampf und die mit tojjen Hilfe erzeugte Elektrizität. Fast unbemerkt bleibt es bibei, wie eine Naturkraft im Begriffe steht, sich die früher imecgehabte Stellung und Bedeutung wiederzuerringen, aus btr fie durch die moderne Entwickelung verdrängt wurde. Lir meinen damit die Kraft des fließenden oder fallenden Laßsers, welche vor kaum hundert Jahren ihre führende M« an die Dampfkraft abgeben mußte, binnen kurzem aber das Bild mancher Gegenden gänzlich verändern, und oon ungeahntem Einfluß auf vielen Gebieten des wirtschaft- lichem Lebens werden wird.
Auf allen Gebieten der Wasserbautechnik herrscht emsiges Deiben und lebhafte Arbeit; der zweihundert deutsche Meilen Cenge Seeschifffahrtsweg, welcher dem russischen Reiche die am englischer Willkür unabhängige ersehnte Verbindung Wslhen der Ostsee und dem Schwarzen Meere geben soll, Md allen Ernstes in Angriff genommen; das Zustande- fhirren des Kanales, welcher quer durch Deutschland von Kkstom nach Osten führen soll, und eine sich hundertfach brzEt machende wirtschaftliche Großthat sein wird, ist nicht nch: anzuzweifeln, und die Ausnutzung der Gebirgswässer zj» rain fabrikatorischen Zwecken macht reißende Fortschritte.
Dabei ist eine uralte Idee wieder zu Ehren gelangt, welche schon vor langen Jahrtausenden die Wassermüller dazu führte, sich künstliche Staubecken und Teiche anzulegen, um unabhängig von den Launen einer bald regenreichen, bald trockenen Reihe von Tagen die nötige Wasserkraft zur Verfügung zu haben. Der Unterschied zwischen einst und jetzt liegt aber darin, daß man statt armseliger Teiche von einigen Hektaren Oberfläche und 2 oder 3 Meter Tiefe Wasserflächen schafft, welche die Größe und Tiefe stattlicher Seen haben und, da sie meistens in gebirgigen Gegenden liegen, dem landschaftlichen Reize ihrer Umgebung nur zur Zierde gereichen.
Anch in alten Zeiten sind derartige Werke bereits angelegt worden, und zwar zu Bewässerungszwecken. Merkwürdigerweise haben die Chinesen, die, wie ihre zahlreichen und langen Kanäle beweisen, schon vor Jahrtausenden Meister des Wasserbaues waren, an der Schaffung von Thalsperren nicht gedacht, welche bei den regelmäßigen Ueber- schwemmungen ihrer großen Ströme von geradezu unberechenbarem Nutzen gewesen wären. Die ersten, welche diese Idee, und zwar gleich in ungeheurem Maßstabe, verwirklichten, waren die Aegypter, welche schon um 2200 vor Christus unter König Amenemha III., mit dem Beinamen (guten n Meri" (d. i. Seekönig) den bekannten See Möris schufen, welcher westlich vom Nil in der Oase Fayüm belegen ist, und, da er unter dem Hochwasserniveau des Nil liegt, sich alljährlich von selbst mit Wasser füllte, welches, in tausende von Adern verzweigt, weite Flächen sterilen Wüstensandes in fruchtbare Gegenden verwandelte, und übrigens auch die zuweilen allzu reichlich ausfallende Nil- uberschwemmung in wohlthätiger Weise regulierte. Natürlich verfiel das segensreiche Kulturwerk, wie so manches andere, in den Stürmen der späteren Zeiten, und der Wanderer, der heute diese Stätten besucht, findet nur noch
klägliche Reste des einstigen Weltwunders, welche unter dem Namen Birket el Kerun bekannt sind, und in keiner Weise mehr ihrem ursprünglichen Zwecke entsprechen.
Die Kultur hat sich eben andere Heimstätten gesucht, und man muß nach ihren heutigen Centren wandern, um Thalsperren und künstliche Seen in größerer Zahl teils schon vollendet, teils in Ausführung begriffen zu finden. Dar wesentlichste bei diesen Anlagen ist der Sperrdamm, welcher bei niedrigen Stauhöhen aus Erde aufgeführt wird, sobald es sich aber um größere Becken handelt, aus Mauerwerk auf das massivste erbaut und mit wasserbeständigem Zement und Beton versehen wird, um dem ungeheueren Drucke der Wassermassen stand zu halten. Natürlich legt man solche Sperrwerke am liebsten in oberhalb geräumigen, nach abwärts sich verengenden, mit steilen Rändern versehenen Thalbecken an, deren Untergrund fest genug ist, das schwere Sperrwerk zu tragen und Durchquellungen und Unterspülungen zu verhindern, und deren Kultur niedrig genug ist, um die Grunderwerbskosten nicht ins ungemessene zu steigern.
Die Vorteile eines wasserreichen Stausees sind aber s» vielseitig, daß im nachstehenden nur die wichtigsten hervor- gehobe» werden können. Zunächst wird damit eine gleichmäßige Betriebskraft für industrielle Werke in Gebirgs- thälern und auch weit in die Runde geschaffen. Seit der im Jahre 1891 auf der elektrischen Ausstellung zu Frankfurt am Main dem Publikum vorgeführten elektrischen Ueber- tragung eines namhaften Teiles der Kraft des Lauffeuer Neckarfalles nach dem 177 Kilometer davon entfernten Ausstellungsplatz hat man den ungeheueren Wert dieser fast ungenutzt dahinfließenden Stromkräfte erkannt, und es ist kein utopisches Traumbild, daß die Industrie in den nächste» Jahrzehnten aus den unheimlich anwachsenden Großstädte» aufs Land hinauswandern und ihre Maschinen statt mit Kohle durch Wasserkraft oder durch mittelst Wasserkraft er-


