Ausgabe 
17.2.1899 Erstes Blatt
 
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nn oar schlimmer Schwermutskandidat sein muß, wenn man z.ier so haarsträubenden Unsinn nicht von Anfang bis ,11 Ende herzlich lachen kann. Ein lustiges Durcheinander ijl diese tolle, frohlaunige Posse, deren verwickelter Inhalt mit seinen Verwechselungen und Verkleidungen, allerdings mquickt mit ziemlicher Frivolität, den Zuschauer in stürmische heiterfeit versetzt; namentlich wenn die Hauptfigur des Stückes, der leichtlebige Großkaufmann Naumburg, in Be- öeqmiq und Spiel so meisterhaft dargestellt wird, wie gestern durch Herrn Liebscher. Dieser Künstler mitsamt seinem Diener Stephan, Herrn Wilhelmi, wirkte wahrhaft er- Mternd auf die Lachmuskeln. Aber auch sämtliche andere Darsteller hatten ihre Rolle richtig erfaßt und spielten flott md sicher. So war Frl. Pauli als Dora eine ebenso feichc Tochter Naumburgs, wie Frl. Würdig als Tänzerin Lou Varoni eine schneidige Verehrerin desselben zu sein vor- zugdben verstand. Die altjüngferliche Pensionsvorsteherin und Cousine Naumburgs, Frl. Auguste Kirchbach, wurde von Frau Direktor Helm überaus wirkungsvoll gegeben; aber auch die Herren Merker und Walter als Fröden md Direktor Schneider waren durchaus am Platze. So mirltc alles zusammen, um den Erfolg des Stückes zu schm, und dürfte dasselbe vielleicht als Sonntagsvorstellung ein noch größeres Publikum ergötzen.

Der Verband von Rettungshäusern und verwandten Wollen und Vereinen in dem Großherzogtum Hessen und bet Provinz Hessen-Nassau berichtet über seine Arbeit folgen­des:Unser Lehrlingsheim in Dillenburg (Bez. Wies- libeii) hatte im ganzen bis Ende 1898 bereits 31 Zög­linge, der Bestand zu dieser Zeit betrug 20, die in den »rrschiedensten Handwerken bei Meistern am Orte ihre Be- Dlssbildung finden und im Lehrlingsheim wie in einer zweiten Heimat aufs beste versorgt sind. Einige Lehrlinge hllbem ihre Zeit im Lehrlingsheim bereits vollendet und -sind brauchbare Gesellen geworden, andere denken wir im Zrilhiahr 1899 als gut ausgebildete Handwerker zu ent­lassen, nachdem sie durch Erziehung und Ausbildung auf ^titelt Weg gebracht sind und von ihnen zu hoffen ist, daß Lebrave und in ihrem Berufe tüchtige Menschen werden. Dieser Erfolg und die uns von vielen Seilen zuteil ge- mtbtne Anerkennung und Zustimmung ermutigt uns, mit Freudigkeit in dem begonnenen Werke fortzufahren, es mehr unb mehr zu sichern und nach Möglichkeit auszudehnen, in der jetzt schon durch die Erfahrung begründeten Gewißheit, taburd) einem so oft und viel beklagten Notstände der Leit thatkräftig zu begegnen. Das erste Erfordernis dazu ist die Erwerbung eines eigenen Anwesens, mnb wir haben uns entschlossen, ein Haus für Las Lehrlingsheim in Dillenburg zu bauen. Äa inicht alle Zöglinge sich für Handwerk und freie Lehre eignem, ist ein weiteres ebenso dringendes Erfordernis die Atsch affung einer Anstalt mit eigenem Betriebe, damit wir dem so häufig uns knndgegebenen Bedürfnis gerecht werden Eönnem, wodurch unser Werk erst ein ganzes wird. Wir haben zu diesem Zwecke die Aumühle in Wixhausen beiDarmstadt mitgrößeremLand- desitz erworben. Sie soll uns dazu dienen, zunächst ms hauptsächlich Zöglinge in Landwirtschaft und Gärtnerei mszubilden; wir hoffen damit zugleich der Landwirtschaft einen Dienst zu thun und der Not an ländlichen Arbeitern ül etwas zu begegnen. Zur Ausführung dieser Ülntiernehmungen sind wir nun noch mehr auf allseitige Mithilfe und Unterstützung ange­wiesen, und in ersterLiniesoll unsdieHaus- slmmlung die nötig en Mittel gewähren, welche ms i.n Anerkennung unserer gemeinnützigen und verheißungs­vollem Bestrebungen wieder gütigst bewilligt worden ist. Sie aus vorstehendem ersichtlich, hat der Verband neben bin ganz selbstständig weiter bestehenden und wirkenden Hltungshäusern und als Fortsetzung ihrer Arbeit sein eigenes Arbeitsgebiet, nämlich an den schulentlassenen Jugendlichen, mährend jene an den Schulpflichtigen arbeiten. Er bedarf taju auch der eigenen Mittel. Zur Vermeidung von früher Mqckommenen Mißverständnissen sei darum ausdrücklich bmeirh, daß der Verband nicht für die einzelnen Rettungs- tzuser, etwa zur Verteilung unter sie, sondern für sich und jjjr Verwendung für seine eigenen Zwecke sammelt und die Miingshäuser nach wie vor auch ihrerseits ihre Beiträge tchben." Wir bemerken dazu, daß die Arbeit des Rettungs- b iusverbandes bisher vornehmlich dem Großherzogtum tzijsen zugute gekommen ist, und empfehlen daher die eben i«@ang befindliche Hauskollekte auf das wärmste.

* Polizeiberichts Berichtigung. In dem gestrigen Be- ni)t, betr. Unfug seitens eines Studenten am Fastnachts- MStag, ist bedauerlicherweise eine Verwechselung des N:iaens unterlaufen. Der Thäter heißt nichtHaak", siködern MaxSchlaak".

** Wetterbericht. Das Barometer ist allenthalben ge- Mgen und hat das Gebiet des hohen Druckes an Raum Mivonnen. Die Verteilung des Luftdrucks ist jedoch in den Wptzügen noch die gleiche geblieben, indem einerseits das wwnietrische Maximum seine Lage im Süden und Südosten o'iibehalten, andererseits die Depression über dem Nordwesten ^nbssteht. Indessen hat letztere an Tiefe wesentlich ver- \m. Im Gebirge und im Süden dauert das föhnige Bitter an. Im Norden hat die Bewölkung neuerdings Wmommen und sind stellenweise leichte Niederschläge ge- jdkm. Die Temperaturen liegen fortgesetzt hoch. Lor aussichtliche Witterung: Zunächst keine wesent­liche Aenderung des bestehenden Witterungs-Charakters.

* * Aus Oberheffeu, 14. Februar. In einer am 5. d. M. urAlsfeld unter dem Vorsitze des Landtagsabgeordneten Aumer abgehaltenen Versammlung von Mühlenbesitzern der «kiissi Alsfeld und Lauterbach wurde, lautOberhess. Ztg.", M,, .Kreis-Verein Alsfeld und Lauterbach des Mittelrheinischen Ättiligverbandes deutscher Müller" konstituiert, dem sofort Wtllliche anwesende 29 Interessenten (darunter 2 aus dem

Kreise Schotten) beitraten. Wie uns mitgeteilt wird, findet zu gleichem Zwecke, sowie zwecks Besprechung über die Wahrung der Interessen des Müllereigewerbes am Sonntag >en 26. Februar, 3 Uhr nachmittags im Hotelrestaurant Felsenkeller zu Gießen eine Versammlung statt. Die leabsichtigte Gründung einer lokalen Bereinigung der Mühlen­besitzer der Kreise Gießen und Wetzlar soll im Anschluß an )en Mittelrheinischen Zweigverband deutscher Müller in Frankfurt a. M. erfolgen.

Aus der Zeit für die Zeit.

Vor 150 Jahren, am 17. Februar 1749, wurde zu Asti (Piemont) der italienische Tragödiendichter Vittorio Al- fieri geboren. Empörung gegen jede mißbrauchte Gewalt und Tyrannei, ein begeistertes Gefühl für Freiheit, tiefer Groll gegen die Erschlaffung seines Volkes, das sind die Hauptzüge, welche die Seele seiner kraftvollen Tragödien ausmachten. Zu seinen besten Stücken zählen: Saul und Philipp II. Alfieri starb am 8. Oktober 1803 in Florenz.

Vermischtes.

* Frankfurt, 15. Februar. Das Postcheckamt und der Bundespalast. In Frankfurt soll bekanntlich in naher Zeit ein Postcheckamt zur Einrichtung kommen. Seine räumliche Unterbringung muß im Interesse des kaufmänni­schen und handeltreibenden Publikums wenn irgend möglich im Verkehrsmittelpunkte der Stadt erfolgen. In dieser Beziehung wird es als im allgemeinen Besten liegend an­gesehen werden müssen, wenn die erforderlichen Räume in einem der beiden reichseigenen für den Verkehr besonders günstig gelegenen Posthäuser an der Zeil und der Großen Eschenheimer Gasse geschaffen werden könnten. Wie man erfährt, wird das Personal für das Frankfurter Postcheckamt zunächst auf etwa dreißig Köpfe bemessen werden. Ohne erhebliche bauliche Aenderungen ist die Unterbringung auf den Postgrundstücken unmöglich. Es ist daher nicht aus­geschlossen, daß das Posthaus an der Großen Eschenheimer Gasse (das ehemalige Bundespalais) zur Unterbringung des Postcheckamts einem Umbau unterworfen werden wird. Wir meinen, alle beteiligten Faktoren sollten ungesäumt und opferwillig Zusammenwirken, um dem künstlerisch und ge­schichtlich monumentalen Hause den ungeschädigten Fort­bestand zu sichern, so schreibt dazu die Redaktion der Franks. Ztg."

* Marburg, 14. Februar. Nicht geringes Aufsehen erregt der freiwillige Tod des Bürgermeisters Lin gewann in Bischhausen a. d. Schwalm. Der Unglückliche hat sich gestern auf seinem Heuboden erhängt. Lingemann war geistig und körperlich gesund, lebte in guten Vermögens- Verhältnissen, erfreute sich guten Rufes und hat sich, soviel, man weiß, nichts zu schulden kommen lassen. Das Motiv ist völlig in Dunkel gehüllt. Er ist ca. 40 Jahre alt, hinter­läßt Witwe und fünf unmündige Kinder.

* Dresden, 14. Februar. Im Luftkurort Weißer Hirsch ist der frühere Geh. Rechnungsrat im preußischen Kriegs­ministerium, Johannes Andreas Müller, ein Jngendgenosse Bismarcks, im fast vollendeten 89. Jahre gestorben. Er war am 25. Februar 1810 in Schönhausen geboren. Bis zuletzt erfreute sich der liebenswürdige Greis großer geistiger Regsamkeit.

* Der Oelkonig. Daß Geld Geld erzeugt, wird am schlagendsten durch die Erfolge von John D. Rockefeller bewiesen, dem vielgenannten Oelnabob. Nach einer kürz­lichen Schätzung soll sich sein Vermögen auf beträchtlich mehr als 50 Millionen Pfund Sterling belaufen (1 Mil­liarde Mark). Fünfundsiebzigtaufend Leute finden auf seinen Unternehmungen Stellung und reichliches Auskommen. Alles, was er heute besitzt, hat Rockefeller in vierzig Jahren er­worben. Im Jahre 1855 besaß er nichts, zehn Jahre später 20000 Mk., weitere zehn Jahre darauf vier Mil­lionen Mark, die sich bis 1885 fünfzigfach vermehrten. Im Jahre 1890 hatte er 400 Millionen Mark und im letzten Jahre bezifferte sich sein Vermögen wie oben angegeben. Die Oelröhren, die ihm gehören, haben eine Länge von 20 000 englischen Meilen, zweihundert Dampfer bilden seine Flotte, zu der auch 40 000 Oel-Tanks zählen. Sieben­tausend Wagen bringen der kleineren Kundschaft das Oel.

* August Lehr, welcher jetzt als Besitzer des Hotels Zum goldneu Löwen" in Siegen lebt, schreibt demBer­liner Lokalanzeiger", daß er sich in der kommenden Saison wieder an Rennen beteiligen wird. Ob er in Berlin sein Training beginnen wird, ist noch unbestimmt. Ebenso hat er sich noch nicht definitiv entschlossen, auch in diesem Früh­jahr wieder eine Trainier-Schule auf der Rennbahn Halen­see zu eröffnen. Das Project, in Gießen eine Rennbahn zu bauen, hat Lehr einftroeien aufgegeben, da infolge des dor­tigen bergigen Terrains kein paffendes Grundstück zu haben ist.

1100 Theaterbrände. Nach einem jüngst in London erschienenen Buche sollen in den hundert Jahren 1797 bis 1897 nicht weniger als 1100 Theaterbrände stattgefuuden haben. In der Mehrzahl der Fälle ist das Feuer auf der Bühne ausgebrochen, lieber die Hälfte der Brände ist während der Nacht nach Schluß der Vorstellung entstanden. Der Monat Januar scheint für Theaterbrände der gefähr­lichste zu sein. In der Anzahl der Theaterbrände in dieser Zeit steht London mit 35 obenan. Es folgen dann New- Aork mit 34 und Paris mit 31.

* lieber das Wiederanffullen fremder Flaschen hat das Reichsgericht, wie derVerein der Brauereien Berlins und der Umgegend" mitteilt, in letzter Zeit wiederholt Ent­scheidungen gefällt. Aus diesen geht hervor, daß das Wieder­auffüllen von Flaschen, in deren Glas sich ein eingetragenes Warenzeichen eingegossen befindet, ein- für allemal straf­bar ist, gleichgiltig, ob ein Etikett den Ausdruck verdeckt oder nicht.

Universttüts-Uachrichten.

Halle. Der bekannte Lehrer deS StiasrechiS an der hiesigen Universität Pros. Fcanz v. LtSzt, hat einen R-rs an die Universität Berlin erhalten, dem er tm Oktober d. I. Forge leisten wird. E8 handelt sich nach derVoss Z'g." bet der «erusung von LisztS darum, für den Unterricht im Strafrecht neben dem jetzt 80jährigen Fr. A. Berner eine zweite ordentliche Lehrkraft für daS Strafrecht allein zu haben. Außer Berner lasten sich in den letzten Jahren noch die ordentlichen Profestoien Kaht und Kohler die Unter- weifung der Studierenden tm Strafrecht angelegen fein; der Schwer­punkt ihrer Lehrthättgkett liegt aber in ihren Vorlefungen über ihic Sonderg-btete, das Staats- und Kirchenrecht, das Zivilrecht und den vergleichende Rechtswissenschaft Liszt gehört zu den Führern der Srafrechtswistenschaft in Deutschland. Liszt will tm Gegensätze zu der früher allein heischenden juristischen Auffassung, dah Verbrechen und Strafen ebenso sehr vom soziologischen wie vom juristischen Standpunkte betrachtet werden. Vom anthropologischen Standpunkte aus drängt Liszt auf die strenge Scheidung von GelegenhettS- und Gewohnheitsverbrechern. Liszts Auffassung und die sich daraus er­gebende Methodik hat ungemein viel dazu beigetragen, die krtmt- naltsttsche Forschung zu erweitern und zu vertiefen. Franz v. LtSzt, ein Vetter des gleichnamigen Klavtervirtuosen und Komponisten, ist 1851 zu Wien geboren. Er studierte an der Universität seiner Vater­stadt, in Göttingen und Heidelberg. Seine Lehrthättgkeit begann er 1875 als Prtvatdozent in Graz. 1879 wurde er als ordentlicher Pro­fessor nach Gi'ßen berufen. Fortan blieb er an reichsdeutschen Uni« versttäten. 1882 folgte er einem Rufe nach Marburg. Seit 1889 lehrt er in Halle. 1887 gründete er in Marburg ein krtminalsttscheS Seminar, das bei seiner Uebersi^dlung nach Halle dorthin verlegt wurde. Die wichtigen Schriften Liszts sind:Meineid und falsches Zeugnih" (1876),Die falsche Aussage vor Gericht oder öffentlicher Behörde" (1877),Lehrbuch des österreichischen Preßrechts" (1878), Das deutsche Reichspreßrechi" (1880),Lehrbuch des deutschen Straf­rechts,, (1881)Der Zweckgedanke im Strafrecht" (1882),Die Re­form des juristischen Studiums in Preußen" (1886),Der italienische Strafgesetzentwurf" (1888),Die Grenzgebiete zwischen Privat- und Strafrecht" (1889). ____________________

Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast.

Sabbathfeier am 18. Februar 1898.

Freitag abend Uhr, Samstag vormittag 8« Uhr, nach­mittag 380 Uhr, Sabbathausgang 60 Uhr.

Nachmittag 3 Uhr Schrifterklärung Neustadt 13.

WochengotteSdienst morgens 7 Uhr, abends 5^ Uhr.

Wöchentliche Neberstcht der Todesfälle in Gießm.

6. Woche. Vom 5. Februar bis 11. Februar 1899. (Einwohnerzahl: angenommen zu 24100 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 36.68, nach Abzug der OrtSfremdur 15,10 o/oc.

Kinder

ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im

1. Lebensjahr : 2.-

vom

-1b. Jährt

Altersschwäche

Angeborene Lebens-

1

1

schwäche

4 (4)

4 (4)

Lungenschwindsucht

1 (1)

1 (1)

Lungenentzündung

1

1

Gehtrnschtagfluß

2 (1)

2 (1)

Gehirnentzündung

1

1

Darmentzündung

1

1

Darmeinklemmung

1 (1)

1 (1)

'

Blasenleiden

1

1

Leberentzündung

1 (1)

1 (1)

Abzehrung

Krebs der Speise-

1

1

tobte

1 0)

1 (1)

Unbekannte Krankh.

1 (1)

1 (1)

Summa: 17 (10) 9 (5) 6 (4) 2 (1)

Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Verkehr, Kmd- und Volkswirtschaft.

Mwbtttfi , »15. Februar. Fruchtmark l. Roth er Weiz» X 14,06, weißer Weizen X 00.00, Kor« X 11.11, Gerste X 9.00, Hafer X 7.34

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 16. Februar. Freiherr v. Stumm hat gestern im Reichstag einen Antrag eingebracht, den Reichskanzler zu ersuchen, bei Gelegenheit der in Aussicht stehenden Re­vision des Strafgesetzbuches auf die Verschärfung derjenigen Strafen Bedacht zu nehmen, welche für Sittlichkeitsverbrechen, insbesondere die gegen Kinder gerichtete, vorgesehen sind.

Paris, 16. Februar. Zwischen dem Prinzen Viktor und Louis Napoleon sind nunmehr alle Differenzen ge­schlichtet. Prinz Louis Napoleon hat unter Zustimmung der Exkaiserin Eugenie die Erbrechte des Prinzen Viktor Napoleon anerkannt.

Paris, 16. Februar. Der Ministerrat wird heute die Frage der Verfolgung der ZeitungDroit de lhomme beraten, welche bekanntlich den Präsidenten Faure der Mit- wifferschaft an den Gesetzesverletzungen im Dreyfns-Prozeß beschuldigte.

Paris, 16. Februar. Die Revisionspresse fordert den Ausschluß von neun Kassationshofsräten vom Urteils­spruch wegen offenkundiger Befangenheit.

Paris, 16. Februar. Einflußreiche Senatskreise wollen die Regierung veranlassen, gegen die Liga der Vater­ländischen vorzugehen wegen deren ungesetzlichen Be­stehens und insbesondere wegen der heimlichen Anwerbung von französischen Offizieren für die niemandem klaren Zwecke der weitverzweigten Gemeinschaft.

Paris, 16. Februar. Oberst Picquart, der bekanntlich während des Zola-Prozesses von Advokaten beschimpft wurde, erhielt gestern im Gerichtssaale eine Ovation der an­wesenden Advokaten. Zwei derselben drückten ihm ihre Be­wunderung aus und fügten hinzu, wir sind Söhne ehren­hafter französischer Offiziere. Picquart antwortete: Ihre freundlichen Worte thun mir darum doppelt wohl.

Lille, 16. Februar. Der Skandal wegen des Knaben­mordes durch einen Klosterbruder nimmt gewaltige Dimen­sionen an. Ein zweiter Bruder ist verdächtig, bei der Mordthat Hilfe geleistet zu haben. 18 Brüder sind nach Belgien geflohen.