Donnerstag den 16. November
Meßmer Anzeiger
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Aints- und Anzeiseblatt für -en Areis Gieren.
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Ätletrisn, Lspel.rion und Druckerei: Ar. 7.
Wohl uns! Horcht aus den neuen Klang! Die deutsche Seele schlief so lang.
In einem Gehöft zu Ilschhausen, Kreis Marburg ist die Seuche ausgebrochen und Ortssperre ungeordnet worden.
In Wißmar, Kreis Wetzlar, ist in zwei Gehöften die Seuche festgestellt und Gemarkungssperre angeordnet worden.
In Steindorf, Kreis Wetzlar, ist die Seuche erloschen und alle Sperrmaßregeln aufgehoben worden.
Die Seuche zu Rebgeshain, Kreis Schotten, ist erloschen und sind die angeordneten Sperrmaßregeln wieder aufgehoben worden.
Nachdem unter dem Viehbestände zu Gonterskirchen und Wohnfeld, Kreis Schotten, die Seuche ausgebrochen ist, ist über die verseuchten Gehöfte Sperre angeordnet worden.
Nachdem das Erlöschen der Reude unter dem Schafbestand zu Ulrichstein, Kreis Schotten, amtlich festgestellt worden ist, ist die über diese Gemarkung verhängte Sperre aufgehoben worden.
Gießen, den 11. November 1899.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Bechtold.
«Ireffe für Depeschen: Anzel-er Fernsprecher Nr. 51.
Bekanntmachung,
betr.: Landwirtschaftliche Vorträge.
Am nächsten Sonntag, 19. d. Mts., finden folgende Borträge statt:
Herr LandwirtschaftSlehrer Reichelt aus Alsfeld wird in Großen-Buseck im Größer'schen Lokal um 3 Uhr nachmittags über „Stallmist und künstliche« Dünger" sprechen; Herr Landwirtschaftslehrer Andrä aus Büdingen in Hungen im „Solmser Hof" um 31/, Uhr über „Feldbereiuiguug".
Jedermann ist dazu freundlichst eingeladen. Die Herren Bürgermeister der Vortrags- sowie der Nachbarorte werden um ortsübliche Bekanntmachung ersucht.
Gießen, den 14. November 1899.
Der Direktor des landw. Bezirksvereins.
v. Bechtold.
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• efc.
Gott sei mit dir, tapfrer Bur!
Wohl manchmal flehte vor letzter Schlacht k Ein ganzes Volk zur heiligen Macht, Da rauschte ein einzig Gebet darem, Kein's mochte doch so von Herzen sem, Wie das eine, eine und eine nur: Gott sei mit dir, tapfrer Bur!
Gießen. Ferdinand Friedrich Werner.
Der Frostnachtspanner.
Einer der gefährlichsten Feinde unserer Obstbäume, der Frostnachtspanner, schickt sich wieder an, seine Brut an unsere Obstbäume zu bringen und dadurch jetzt schon die Nächstjährige Ernte zu beeinträchtigen. Deshalb ist es notwendig, daß alle Obstzüchter Hand in Hand gehen und verhüten, daß das Weibchen seine Eier an die Knospen der Obstbäume legen kann. Dieses Weibchen, das noch in der Erde als Puppe ruht, kommt nämlich von anfangs Oktober bis Mitte November aus der Erde. Es ist ein Schmetterling, welcher nur mit Flügelstummeln versehen ist, also nicht fliegen kann, dafür aber sehr kräftige, lange Beine besitzt, mit deren Hilfe er den Stamm erklimmen und zu den Knospen gelangen kann. Das Männchen dagegen, welches braune Flügel besitzt, kann fliegen und sucht das Weibchen während des Marsches am Stamme entlang auf. Gelangt das Weibchen dann in die Baumkrone, so legt es an die Knospen seine Eier ab, und zwar nicht weniger als etwa 250 Stück. Aus diesen schlüpfen im Frühjahr die kleinen grünen Spannraupen, welche mit der Entwickelung der Blüten wachsen, sich zwischen einige Blätter und Blüten einspinnen, um von da aus die Entblätterung der Bäume durchzuführen.
Als der bekannte Pfarrer Christ diese Lebensgeschichte kennen gelernt hatte, reihte er an die vielen Verdienste, die er sich um den Obstbau Qberhessens schon erworben hatte, noch das eine Mittel zur Bekämpfung dieses Feindes. Er
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Gratisbeilagen: Gießener Familienbiätter, Der hessische Kandwirt, Dlätter für hessische PMskmrde.__
Mtzn-Oprei« vierteljährlich 2 Mart 20 Vffr monatlich 75 $ffr mit Bringerloh».
Bei Postbezu, 2 Mart 50 Pf,, vierteljährlich.
Bekanntmachung,
betr.: Die Maul- und Klauenseuche.
Nachdem der Ausbruch der Seuche zu Storndorf, Kreis Alsfeld, amtlich festgestellt ist, ist Orts- und Gemarkungssperre angeordnet worden.
Wegen Ausbruchs der Seuche zu Ltederbach und zu Hof Dotzelrod, Kreis Alsfeld, ist Gehöftsperre angeordnet worden.
Die Seuche zu Ulrichstein, Kreis Schotten, ist erloschen und sind die angeordneten °Sperrmaßregeln aufgehoben worden.
verausgabt, sondern arbeitet und sich bildet. Diese hat Ehrfurcht vor ihren Lehrern, besucht fleißig deren Kollegien und hört auf ihre Ratschläge. Ohne die unwiderstehliche Anziehungskraft des Bieres auf die deutschen Kehlen zu leugnen, können wir uns doch nicht zu Nacherzählern jener Legende machen, nach der man in Deutschland um Mitternacht alle Tischgenossen unter dem Tische suchen muß. Die Studenten sind mäßig und darin liegt vielleicht das Geheimnis ihrer Strebsamkeit, die nicht in dem Maße wie bei uns durch den zu frühen Umgang mit dem Weioe ertötet wird. Denn das muß man zugestehen, die deutsche Jugend hat strengere Sitten, das kann man schon aus der Unterhaltung der Studenten merken, wenn sie unter sich sind, und derjenige ist keine Ausnahme, der seiner Braut em jungfräuliches Herz mit in die Ehe bringt. Diese Zuruckhaltung, die der Entwicklung des Ehegedankens so eminent günstia ist, ist die Frucht der Erziehung, welche die jungen Leute ^in ihren Familien erhalten, wo sie niemals die geringste anstößige Rede hören, und andererseits das Resultat des mannhaften Unterrichts, der gesuhlte Charaktere aus ihnen bildet, die ebenso fähig sind zu gehorchen, tote zu befehlen. Man höre auch die Gespräche anderer jungen Leute: man wird sie nicht bei rohen Redensarten überraschen. Sie sprechen nur sehr wenig von Wetbererober- ungen, die bei uns das Lieblingsthema der Jugend sind, und selbst wenn sie in den Wirtschaften der hübschen Kellnerin ein bischen die Kur machen, sind sie so zurückhaltend in ihrer Rede, als ob sie einem jungen Mädchen aus den besten Kreisen gegenüberständen."
Wir brauchen Charyers interessanten Aufsatz nicht weiter zu verfolgen, doch sieht man schon aus dem daraus Wieder-
Nr. 27» Erstes Matt.
Goslar
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Neuheiten.
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Gießen, den 14. November 1899. Betreffend: Vertilgung des Frostnachtspanners. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen ew Nie Grotzh. Bürgermeistereien de- «reifes.
Unter Hinweis auf den im Abdruck nachstehenden, aus dem Monatsblatt des Oberhessischen Obstbauvereins vom Oktober 1891 entnommenen Artikel beauftragen wir Sie, die Baumbesitzer Ihrer Gemeinden alsbald zur Anlegung von Klebgürteln an den Obstbäumen öffentlich aufzufordern, sowie an den Gemeindebäumen auf Kosten der Gemeinde Klebgürtel baldigst anbringen zu lassen. Ende November d. I. sehen wir Ihren Berichten über den Vollzug unserer Anordnung mit der Aeußerung darüber entgegen, inwieweit die Baumbesitzer Ihrer Aufforderung entsprochen haben.
v. Bechtold.
Bekanntmachung.
Betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Daubringen.
In der Zeit vom 14. November l. I. bis einschließlich 27. November l. I. liegen auf dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Daubringen die Arbeiten des II. Abschnittes vom I. Felde rubr. Feldbereinigung, nämlich:
2 Bonitierungskarten,
1 Besitzstandsverzeichnis,
Feuilleton.
Urteil eines Aranzosen über deutsche Studenten.
Im Pariser „Figaro" hat ein Herr Charyer wieder einmal die Deutschen auf's Korn genommen, indes nicht tn der liederlichen Art der Tissots und verwandten Geister, sondern recht gründlich und, soweit es einem Franzosen möglich ist, ohne Vorurteile. Er überschreibt semen Aufsatz: „Worin liegt Deutschlands Macht?" und er glaubt zwei Kräfte hierfür verbindlich machen zu sollen. Eine materielle: die Zahl, und eine doppelte moralische: Energie und Disziplin. Hierbei kommt nun Charyer auch auf die deutschen Studenten zu sprechen. Sein Urteil ist dem Ver- bindungSleben nicht besonders günstig; wir nehmen es ihm nicht krumm, denn den Geist und Wert unserer Korporationen zu erkennen ist nicht leicht. Bei uns selbst sind manche falsche Auffassungen darüber im Schwange. Was der Franzose über die sittlichen Zustände im deutschen Studententume sagt, ist ehrenvoll für uns. Wenn sein Urteil nicht überall zutrifft, so ist es immerhin wert, die Thatsachen mit ihm in Einklang zu bringen.
Charyer sagt über die deutschen Studenten Folgendes: „Wenn es in Deutschland eine lärmende Jugend, diejenige der Studentenverbindungen, giebt, mit farbigen Mützen, polternden Forderungen, immer bereit zu Händeln und Säbelhieben, so giebt es auch noch eine andere, wett zahlreichere, die man nicht viel sicht, die sich an besonderen Bersammlungsplätzen — von den Studenten „Kneipen" genannt — erholt, die sich nicht in gehaltlosen Deklamationen
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hat zuerst auf Birkenrinde Theer gestrichen und diese Rinde I dann um den Stamm gebunden. In der neueren Zeit I wurden erst die Klebgürtel in Anwendung gebracht, welche, in der richtigen Weise und zur richtigen Zeit angewendet, das Erklettern des Baumes durch das Weibchen unmöglich machen. Im Kreise Gießen war dieses Anlegen der Klebgürtel überall da mit gutem Erfolg begleitet, wo es richtig mrchgeführt wurde, und wo die Bäume trotzdem von der Raupe entblättert wurden, waren eben Fehler gemacht worden. Wenn man den Gürtel anlegt, nachdem der Frostnachtspanner oben am Baume ist, oder wenn man den Leim eintrocknen läßt, oder wenn man fingerdicke Lücken zwischen Stamm und Ring läßt, dann darf man nicht der Methode, sondern muß seiner eigenen Gleichgiltigkeit die Schuld bei- meffen. Deshalb wolle man beim Anlegen der Leimringe, denen wir recht große Verbreitung wünschen, folgendes beachten: , .
1. Die Ringe müssen anfangs Oktober angelegt werden.
2. Das Papier muß sehr gut geleimt sein. Am besten verwendet man sogenanntes Pergamentpapier.
3. Das Papier muß mindestens 10 cm breit sein.
4. Der Papierring muß um den ganzen Stamm gelegt und mit einer Kordel unten und einer oben gebunden sein.
5. Zwischen dem Papierring und dem Stamm dürfen keine Lücken sein, da sonst das Weibchen unten durchkriecht. Etwa vorhandene Lücken werden mit Lehm, Werg rc. aus- aestopft.
6. Bevor man den Papierstreifen anlegt, muß an der betreffenden Stelle die Rinde glatt gemacht werden.
7. Der Leim wird mit einem Pinsel auf das Papier, niemals aber auf den Stamm selbst aufgestrichen.
8. Es ist notwendig, daß man die Ringe alle 10 Tage von neuem anstreicht. r,.ip r „
Im klebrigen sei bemerkt, daß die Geschäftsstelle des Oberhessischen Obstbauvereins in Friedberg gerne bereit ist, gutes, geschnittenes Papier und beliebige Mengen Leim zu vermitteln.
me etc.
•Pfc 7887
Solin.
MM de & Co. 'bürg Mit s November
gegebenen, wo er hinaus will: in der deutschen Erziehung, in der guten deutschen Sitte liege Deutschlands Macht. (Aus den Burschenschaftlichen Blättern.)
Den Bure«.
In langen Zügen bäumt die See, Die Schiffe furchen weißen Schnee, Mit düstrem Auge zielt der Tod, Der Tafelberg erglüht so rot. Es zieht sich eine blutige Spur — Gott sei mit dir, tapfrer Bur! Hoch steht dein Banner noch, Transvaal, Treu deine Männer, hart wie Stahl In altem deutschem Bauerndrang, Der Sempach schlug und Uri zwang, Bei Murten färbte blutig die Flur — Gott sei mit dir, tapfrer Bur!
Wo über uns die Wolken gehn
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