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An und für sich halte er es weder für unmöglich, daß ein Schüler manchmal einen gewandten Ausdruck verrät, noch daß derselbe oder einer Gesellschaft Mehrerer aus einem Lexikon eine Stelle für eine Arbeit finde. Von einer Ueber- fetzung allerdings glaube er nicht, daß diese im Kopfe des Gustav Dettweiler entstanden sei.
Der Vertreter des Staatsinteresses vertrat nunmehr die Anklage, die er in Betreff aller in der Anklage besonders hervorgehobenen Punkte aufrecht erhält. Mit Unrecht berufe sich die Verteidigung darauf, daß ihn kein Lehrer gewarnt habe. Auch sei der Hinweis auf andere Stellen ohne Wert. Im Verhalten des Angeklagten habe es von Anfang an an der nötigen Vorsicht gefehlt. Bei dem Maß der Verantwortlichkeit eines Direktors gegenüber der sogenannten Schülermoral und besonders dem Verhalten seines Sohnes einem Lehrer in Bensheim gegenüber, müsse man eine solche fordern. In Betreff der Fälle aus Darmstadt sei das Verfahren keineswegs abgeschlossen, nachdem der Angeklagte selbst ein neues Verfahren beantragt habe und neue Beweismittel ermittelt worden seien. Die Verwarnung des Herrn Ministerialrats Soldan habe dem Gesetz nicht entsprochen und sei deshalb dem Gericht gegenüber nicht vorhanden. Daß dem jungen Dettweiler vor den andern Schülern eine Begünstigung zuteil wurde, sei eine Thatsache. Komme, gleich ihm, das Gericht zur Bejahung der Schuldfrage, dann beantrage er, unter Zubilligung mildernder Umstände auf Dienstentlassung zu erkennen, unter Zubilligung des höchsten Teils des gesetzlichen Ruhegehaltes auf Lebenszeit oder auf eine gewisse Reihe von Jahren.
Der Verteidiger Rechtsanwalt Hallwachs bestritt, daß eine verbotene Aushilfe gewährt worden sei, die ganze Verfehlung des Angeklagten habe in einem Mißgriff bestanden, den er beging, als er die Kenntnisse seines Sohnes an Vokabeln stärken wollte. Für diese Sache sei aber die Strafe der Verwarnung mehr als hoch genug. Was die Uebersetzung aus dem Deutschen ins Lateinische angehe, habe der Angeklagte nicht einmal Argwohn schöpfen können, als er hie und da Notizen bei seinem Sohne sah. Dessen Zeugniffe seien natürlich ganz dieselben geblieben. Die Beihilfe im Lateinisch-Deutschen sei ohne Wissen des Angeklagten gewährt worden. Die diesem erteilte Verwarnung sei in rechtsgültiger Weise erteilt und damit sei das 93er* fahren zu Ende. Er beantrage in erster Linie das Verfahren in Betreff der vor der Warnung liegenden Dinge einzustellen und im übrigen den Angeklagten freizusprechen. In zweiter Linie, falls die erteilte Warnung nicht als rechtsgültig erachtet werde, erachte er die erkannte Warnung als durchaus hinreichend.
Der Angeklagte erinnerte an die gegen ihn entbrannte Preßfehde und versicherte, daß er den heutigen Tag herbeigesehnt habe. Er hoffe von urteilsfähigen Leuten, wozu er das Ministerium auch zähle, verstanden zu werden. Er habe nicht nur in seiner Person gebüßt, sondern auch, indem er feinen Beruf verlor. Er vertraue der Gerechtigkeit des Gerichts.
Das Urteil lautet auf einen gerichtlichen Verweis (nicht Amtsenthebung, wie uns unser Depeschenbureau Herold gestern fälschlich gemeldet hat), sowie 500 Mark Geldstrafe, 2/3 ber baren Auslagen fallen dem Angeklagten, y3 der Staatskasse zur Last. Die von dem Ministerialrat Soldan seinerzeit erteilte Verwarnung wurde für gesetzlich ungültig erklärt. („N. H. V.")
*• Schriftwechsel des Publikums mit der Eisenbahn. Im Publikum bestehen immer noch Zweifel über die Zuständigkeit der verschiedenen Eisenbahn-Inspektionen, was aus den vielfach falsch adressierten Schreiben hervorgeht. Da durch die Weitergabe der Schriftstücke an die richtige Adresse nicht unwesentliche Verzögerungen in der Erledigung der betreffenden Angelegenheiten entstehen, sei nochmals auf die Zuständigkeit der hier hauptsächlich in Betracht kommenden Eisenbahn-Betriebs- und Verkehrs-Inspektion hingewiesen. Die Eisenbahn-Betriebs-Jnspektionen sind zuständig für die Verpachtung von Lagerplätzen, Gras- und Weidennutzungen, für die Anlage von Anschlußgleisen, Unterhaltung der Bahnanlagen, Vergebung der von ihr ausgeschriebenen Leistungen und Lieferungen. Ferner: Für die Beschwerden, soweit dieselben aus Betriebs- und Telegraphendienst herrühren oder sich gegen einen in diesen Dienstzweigen beschäftigten Beamten, wie Portiers, Schaffner, Zugführer, Stationsbeamte, Telegraphisten u. s. w. richten. Die Eisenbahn-Verkehrsinspektionen sind zuständig für die Erledigung von Entschädigungsforderungen wegen Verlust, Beschädigung oder Lieferfristüberschreitung bei Beförderung von Gepäckstücken, Gütern, Leichen, Fahrzeuen und lebenden Tieren, für Anträge auf Rückerstattung vom Fahrgeld auf nicht ausgenutzte Fahrkarten und Anträgen auf Rückvergütung von Wagenstandgeld. Ferner für Beschwerden, welche aus dem Verkehrs- Abfertigung^ und Kassendienste herrühren oder sich gegen einen in diesen Dienstzweigen beschäftigten Beamten richten.
§ Aus dem Manöver, 14. September. Mit dem Beginne dieser Woche haben auch die Manöver im nordwestlichen Vogelsberg ihren Anfang genommen. Sie bestanden bis zum heutigen in dem Brigademanöver des 117. und 118. Regiments nebst der dazu gehörigen Artillerie und Kavallerie. Letztere wurde aus zwei Schwadronen des Thüringer Ulanen- Regimentes Nr. 6 gebildet. Das erste Gefecht entwickelte sich am Montag auf den Höhen zwischen Sellnrod und Höckersdorf (Kreis Schotten). Das 117. Regiment nahm seinen Alpnarsch aus der Umgegend von Grünberg aus über Miicke, Groß-Eichen und Sellnrod. Das 118. Regiment hielt die steilen Höhen südwestlich von Unter-Seibertenrod besetzt. Das gebirgige, waldige Gelände bot dem angreifenden Regiment Nr. 117 vorzügliche Deckung zum Aufmarsch und jedenfalls blieb es in dem interessanten Manöver Sieger. Am anderen Tage wände sich das Blatt. Das 117. Regi
ment wurde auf Grünberg zurückgeworfen und Grünberg von dem Sieger genommen. Gestern entwickelte sich das Gefecht wiederum auf den Höhen bei Höckersdorf nordwärts Ober-Ohmen zu. Auch hier hielten die 117er einen steilen Berg besetzt, der es ihnen ermöglichte, den aufmarschieren* >en Feind aus guter Deckung mit Salvenfeuer zu über» chütten. Der Berg wurde schließlich von den 118er unter Trommelwirbel und Hurrarufen erstürmt. Das überaus bergige Gelände im seitherigen Manöverfeld stellt an die Truppen nicht geringe Anstrengungen. Ist der eine Bergrücken eines Flußthälchens erstiegen, so heißt es wieder auf der anderen Seite hinab und den anderen Bergkamm er* 1 lettert. Gerade in diesem Teile des Vogelsberges sind die Thäler sehr eng und die umfassenden Gebirgsrücken sehr teil. Dazu mußten die Truppen oft stundenweit bis zum Angriffsfeld marschieren und ebenso stundenweit wieder bis zum Quartier. Zwischen 2 und 3 Uhr nachmittags wurde etzteres erst vielfach erreicht. Das Wetter begünstigte die Brigademanöver auch nicht besonders. Unter solchen Umständen bleibt bann für den Soldaten nach dem Feldienste — das Quartier die Hauptsache. Der von den Bewohnern )er Ebene am Rhein und Main so vielfach gefürchtete Vogelsberg hat hierin gewiß sein bestes geboten. In den Ortschaften hat man geschlachtet, überhaupt für Fleisch gesorgt, die Wohnungen wie sonst nur auf die Festtage geputzt und gescheuert und die Mannschaften bewirtet, daß diese es überall dankbar bekundeten. Ausnahmen gibt es überall, auch in unserem Vogelsberg, aber sie begründen eben die Regel. Heute ist Rasttag. Morgen beginnen die Divisionsmanöver, jedenfalls in der Umgegend von Ulrichstein.
Q Lauterbach, 14. September. Die Anmeldungen zur Beschickung der Montag, am 18. September zu Lauterbach für den 2. Körbezirk (die Kreise Alsfeld und Lauterbach) stattfindenden Bezirks ti er schau sind recht zahlreich ausgefallen. Ist dies doch ein Zeichen, daß die Landwirte den hohen Wert der Tierschauen mit den damit verbundenen Prämiierungen voll und ganz anerkennen. Im ganzen sind nach dem Ausstellungs-Katalog 254 Tiere, darunter 184 Bullen, Kühe und Kalbinnen Simmenthaler Rasse, 51 Schweine und 19 Ziegen angemeldet. Der Kreis Lauterbach wird mit 207, der Kreis Alsfeld mit 47 Tieren vertreten sein. Auch wird der Geflügelzuchtverein Lauterbach mit obiger Tierschau eine Sonderausstellung von Nutzgeflügel in Verbindung bringen. Wenn auch die gegenwärtige Jahreszeit hinsichtlich des Exterieurs des Geflügels gerade nicht für Geflügelausstellungen besonders geeignet ist, so wird doch diese Ausstellung ein Bild darüber abgeben, daß auch auf dem Gebiete 'der Geflügelzucht in hiesiger Gegend schon Erfreuliches geleistet worden ist. Für Landwirte und Freunde der Landwirtschaft wird die bevorstehende Tierschau aller Voraussicht nach recht viel Interessantes und Lehrreiches bieten, sodaß der Besuch der Ausstellung nur empfohlen werden kann. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden auch Vertreter der Großh. Staatsregierung zu Darmstadt, des hessischen Landwirtschaftsrates, des landwirtschaftlichen Provinzialvereins Oberhessen und anderer landwirtschaftlicher Korporationen die Ausstellung mit ihrem Besuche beehren.
+ Echzell, 14. September. Die Familie unseres hochgeachteten Bürgermeisters Herrn Reitz wurde plötzlich in tiefe Trauer versetzt. Der einzige Sohn desselben, welcher demnächst sich verheiraten wollte, starb nach kurzem Krankenlager an dem auch in unserer Wetterau herrschenden Typhus, dHssen Keim der 24jährige Mann auf dem kürzlichen Gange in ein nahes Dorf bet der Einladung von Hochzeitsgästen sich geholt haben soll. Auch die Braut des Bedauernswerten ist bei letzterer Gelegenheit an demselben Leiden erkrankt, befindet sich aber auf dem Wege der Besserung.
*t Frankfurt a. M., 11. September. Centralstelle für Obstverwertung und Obst-Markt-Komitee Frankfurt a. M. Nachfragen. Adolf Holl, Helferftraße 8, Aalen, Württemberg, kaufen mehrere Waggon Tafel- und Mostobst. — Karl Bauer, Mittelbronn, Oberamt Gaildorf, Württemberg, kauft 10 Waggon sauere Mostäpfel. — Gebrüder Baer, Graben, Baden, kauft mehrere Waggon Brennzwetschen und Brennbirnen. — Albert Reinländer, Plettenberg, kauft 200 Gentner gepflückte haltbare Aepfel. — Franz Garque, Schriesheim, Baden, kauft Mostapfel. — Revisor Schilling, Stuttgart, Lindenspürstr. 15 A. kauft 4 Gentner Winteräpfel. — Martin Bilger, Rain 89, Trossingen, Oberamt Tuttlingen, Württemberg, kauft Tafelobst. — Ehr. Burkard, Branntweinbrennerei, Oberursel im Taunus, kauft 100 Gentner Brennzwetschen. — I. Mat- schinsky, Obstgut Rosalienberg, Grötzingen, Baden, kauft Pfirsichkerne. — Oswald Kämpfer, Obstweinkelterei, Wiehe, Bez. Halle a. S., kauft 200 Gentner Mostobst. — Friedr. Preisicke, Obsthandlung, Halle a. S., kleine Klausstraße 6, kauft 600 Gentner Tafeläpfel. — Hans Strobl, Ziemetshausen, Bayern, kauft Tafel- und Kochäpfel. — Rechner Schramm, Enkenbach, Pfalz, kauft 200 Gentner Tafeläpfel. — Paul Eppinger, Frankfurt a. M., Peterweilstraße 15, kauft Mostüpfel. - Jac. Beffner, Nußdorf, Oberamt Vaihingen, Württemberg, kauft Mostäpfel. — Franz Veil, zum Freischütz, Böhlerstraße 3, Ludwigshafen a. Rh., kauft Himbeeren. — Hcmr. Theis VII., in Simmersbach, Post Eibelshausen, kauft alle Sorten Obst. — Gebr. Müller, Appenweier, Baden, kaufen einige Waggon Brennzwetschen. — Frau Dr. med. Benzler, Sterkerade, Rheinland, kauft 3 Gentner feine haltbare Tafelapfel. — Frau G. A. Schlechtendahl, Barmen, Ringelstraße, kauft Einmach- und Winterobst. — Aug. Schulte, Drasenbek bei Meschede, Westfalen, kaust großes Quantum Tafeläpfel. — G. Kopf, Bäckerei, Speyer a. Rh., Wormserstraße 36, kauft haltbare Winteräpfel. — Obstverwertungs-Genossenschaft in Osnabrück, kauft großes Quantum Mostobst. — Joh. Philipp Wagner & Go. in Mainz, kaufen großes Quantum Falläpsel.
— E. Taufall, Handelsmann, Neuweiler bei Zubern, Els., I auft großes Quantum Zwetschen. — Obstverwertungs- Genossenschaft Westfalen E. G. in Geseke, kauft 1000 Gentr. auere Mostäpfel, ab 1. Oktober lieferbar. — M. Held, Frankfurt a. M., Markthalle, kauft Zwetschen und Birnen. — Fritz Hammerau, Frankfurt a. M., große Eschenheimer- traße 72, kauft Birnen. Obstdurchschnittspreise )en 11. September 1899. (Die Preise verstehen sich bei ofortiger Lieferung). Himbeeren der Gentner Mk. 24, Brombeeren 15, Pfirsiche 45, Trauben 30, Mirabellen 40, Reineklauden 27, Frühbirnen je nach Sorte 10 bis 18, Frühäpfel je nach Sorte 8 bis 16, Jtal. (Eier)-Zwetschen 18, gewöhnliche Zwetschen (frühe) 12.
Universitäts-Nachrichten.
— 1314 Kandidaten der Medizin sind, wie die Veröffentlichungen des Kaiser!. Gesundheitsamtes frststellen, im Jahre 1897/98 approbiert worden. 21 waren Ausländer und zwar 8 Russen, 4 Schweizer, 3 Holländer, 2 Chilenen, je 1 Oesterretcher, Engländer, Mexikaner und Afrikaner. 835 waren Preußen, 150 Bayern, 74 Sachsen, 51 Württemberger, 46 Badener, 27 Hessen, 19 Elsaß- Lothringer, 15 Mecklenburger, 12 Hamburger, 10 Braunschweiger, 3 Schaumburger usw. 936 Kandidaten hatten neun Halbjahre, 158 zehn Halbjahre, 211 elf und mehr Halbjahre studiert. Im Durchschnitt dauerte die ärztliche Prüfung 7 Monate. Sie stellt sich aber bei den einzelnen Universitäten durchaus ungleich. Am längsten dauert die Prüfung im Durchschnitt in Berlin, sie währt 11 Monate, in Bonn 10 Monate, sie dauert in Breslau 4, Göttingen 7, Greifswald 8, Halle 7, Kiel 4, Königsberg 5, Marburg 4, Erlangen 9, München 7, Würzburg 9, Leipzig 8, Tübingen 4, Freiburg 3'/,, Heidelberg 5, Gießen 4, Rostock 8, Jena 5, Straßburg 5 Monate.
— Dr. jur. honor. causa von Miquel. Daß Finanzminisier von Miquel Ehrendoktor der Berliner Universität ist, dürfte nicht allgemein bekannt sein. Die juristische Fakultät verlieh dem damaligen Oberbürgermeister von Osnabrück und Reichstagsabgeordneten Joh. Miquel die Auszeichnung am 4. Januar 1877 in Anerkennung seiner Verdienste um das Zustandekommen der Justtzgesetze. Als Ftnanzminister, der im Kastanienwäldchen sein Heim hat, ist Herr von Miquel der nächste Nachbar der Untversi 6t.
— Wien, 14. September. Der bekannte Spezialist für HalS- krankheiten, UniversttätSprofeffor Karl Stoerk ist gestern abend gestorben.
Eingesandt.
In Grotzen-Buseck soll von selten der Civil-Gemeinde ein Leichenwagen angeschafft und vom Gemeinderat zugleich beschlossen worden sein, daß derselbe nur für Evangelische, nicht aber für Katholiken und Juden in Gebrauch genommen werden dürfe. Obwohl uns der Beschluß von glaubwürdiger Seite als Thatsache hmgestellt wird, können wir einen Zweifel daran nicht ganz unterdrücken. An der zweifellosen Feststellung der Sache und eventuell an der Begründung eines solchen Beschluffes besteht gewiß ein allgemeines Interesse, dem wir mit diesen Zeilen dienen wollen. X.
Sport und Jagd.
Ein unerhörter Borfall ist auf dem Turf zu verzeichnen: einem engltschen Herrenreiter, Mr. E. Hampton, ist vorläufig die Rettlizenz entzogen worden, d. h. er darf in Deutschland als Herrenreiter nicht mehr im Sattel thätig sein und ist dadurch natürlich euch gesellschaftlich kalt gestellt. Alle Jahre kamen eine Anzahl englischer Herrenreiter nach Deutschland; eigene Pferde haben die allerwenigsten; die weitaus große Mehrzahl reitet in der Hauptfache für einen bestimmten Stall; hat derselbe kein Pferd tot Rennen, nun, fo reitet der Engländer auch für einen anderen Stall. Unter den englischen Herrenreitern, die in Deutschland thätig gewesen, haben sich nun letder etliche gefunden, die später in England sehr verdächtige Ritte gemacht und die man deßhalb in ihrem Vaterlande mit der schwersten Turfstrafe belegte, daß man sie vom Retten auSfchloß; damit durften sie auch in Deutschland nicht reiten, da die großen Rennvereine in dieser Beziehung in enger Verbindung stehen. Alle diese Vorgänge mußten unsere RennkomitecS mit einer gewissen Vorsicht gegen eine Spezies englischer Herrenreiter erfüllen. Da war in diesem Jahre ein gewißer Mr. E. Hampton nach Deutschland gekommen: ec ritt in Dresden ein so verdächtiges Rennen, daß alle Leute den Kopf schüttelten. Er erhielt eine energische Verwarnung; jetzt ist ihm vorläufig die Reitlizenz entzogen worden. Ob noch andere Umstände dazu gekommen, entzieht sich unserer Beurteilung; die technische Kommission des Unionklubs behält sich eine nähere Untersuchung des Falles vor.
Allgemeine deutsche Sport-AuSstellung München 1899, Das für Sonntag den 17. d. Mts., angefetzte Fußballwettfpiel kann des großen Hochwassers halber nicht stattfinden und muß daher bis aus weiteres unterbleiben.
Verkehr, Land- und Volkswirtschaft.
Tabak.
Mannheim, 12. September. Regen in ergiebigem Maase gestaltete die Beschaffenheit des Tabaks besser und zeigen die Anpflanzungen meistens üppigeres Aussehen. Während der Regen dem Obergute förderlich war, wurde die Qualität der Sandblätter und Grumpen dadurch verschlechtert. Die Sandblatternte ist grösstenteils eingebracht. In der Rheinpfalz ist die Ware hübsch, feinrippig, von hellgelber Farbe und gut im Brande. Infolgedessen setzte auch die Nachfrage darnach lebhaft ein. Je nach der Qualität und dem Produktionsorte stellte sich der Preis für mittelgute Ware bis auf Mk. 20, während erstklass. Erzeugniss bis zu Mk, 2» per Zentner erlöste. In der Landauer Gegend beschädigte Hagel- scblag einen Teil des Gewächses. Bei letzten Verkäufen von Grumpen in hiesiger Umgegend lagen die Preise niedriger; durchschnittlich wurden für die 50 Kilo Mk. 10 angelegt. Sehr lebhaften Verlauf nahm auch der Sandblatteinkauf in der Haardtgegend, wo der Handel etwa 4000 Zentner an sich brachte und dabei Preise von Ende der Mk. 23 bis Anfang der Mk 30 für den Zentner bewilligt. Sandgrumpen stellten sich dorten bis auf Mk. 20 für die 50 Kilo. Im Handel mit alten Tabaken blieb das bisherige gute Interesse für brauchbare Ware bestehen. Ausländische Rippen waren gefragter. (Frankf. Ztg.)
Zahlungseinstellungen.
Konkurseröffnungen: Schuhmacher Gottl. Beiz, Murrhardt (Backnang;) Louis Grand, Berlin; A. Machnes & Co., Berlin; Wagenbauer Karl Neiz, Bochum; Kohlenhändler Ernst Seifert, Prinzenthal (Broar berg;) Productenhändler Paul Heinr.Klemm, Oberpesterwitz (Döhlen;) Maurer Heinr. Hein, Elberfeld, und Maurer Wilh. Rinz, Unter- Barmen Elberfeld; Bau-Unternehmer Christ. Bohn der Junge, Altleiningen Grünstadt; Handelsgärtner Jul. Al fr. Herrmann, Berthelsdorf Hainichen: Schlosser Adolf und Ludw. Troue, Hannover; Klempner Wilh. Geiger, Lüdenscheid; J. Blanck & Co. (Jean Blanck und Elise Blanck), Schiltighelm; C. Gerloff, Stettin; Malzfabrikbesitzer Friedr. Frhr. v. Redwitz, Maineck Weismain.
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