Ausgabe 
16.8.1899 Zweites Blatt
 
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Mittwoch den 16. August

Zweites Blatt

Nr. 191

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mpeter- und Paaker- idert. 12, Potpourri Eilenberg. U. W a (Zapfenstreich und

itrie 75 Pfg,

Ernst Challier,

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lüags 3 Ahr, Zrückel IX' Den hierzu einfl*

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dahier ein Vieh- Mdlichst eingeladen ichiehl nur von der ig btt schönsten zu von SMMem, en unb einer Reihe inbet in dem Zelte JlartiplQ^e W nai)tn, W sich der en hatte unb laden i.

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>ierieliätzrlich

Januar d. I- ErtlLiuntz W oe^ammlung-

Gratisbeilagen i Gießener FamMenblätter. Der hessische Landwirt, Plätter für hessische Volkskunde. ___________

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13 aus Hannover

Im II.)

H- Fischer.

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frechst UtM mit »urnahme bei Montag«.

Die «iehener

»erden dem Anzeiger »dchcnUich viermol ßeigelogt.

qeftalt war das Schicksal zweier Aeronauten, Sivel und Croce-Spinelli, welche am 15. April 1875 einen Ballon­ausstieg unternahmen, der sie bis zur Höhe von 8600 Meter hinauftrng, während ein dritter Teilnehmer, der wider­standsfähigere Tissandier, den kritischen Zeitraum m Ohn­macht überstand und wieder zum Leben ewachte, als der Ballon bereits im Fallen war. n

Im Gegensatz zu dieser unglücklichen Ballonfahrt vermochte der Berliner Luftschiffer Dr. Berson mittelst Sauerstoffatmung ohne Schaden bis zu der zuvor me erreichten Höhe von 9100 Meter vorzudrmgen und hatte zweifelsohne noch höher steigen können, wenn Nicht der Ballast zu Ende gewesen wäre.

Wenn man die beiden erwähnten Ballonfahrten mit einander vergleicht, so ergiebt sich, daß in den höchsten Höhen von 8000 Meter und darüber der Sauerstoffmangel verderblich wird, und daß der Tod ausschließlich durch Erstickung eintritt, der sich als Todesursache allenfalls, was aber nicht streng bewiesen ist, die Zerreißung lebenswichtiger Organe, besonders gewisser Nervenzentren, durch die bei dem beträchtlich verminderten Atmosphärendruck aus dem Blute austretenben Blutgase zugesellen kann.

In den anderen hier angeführten Fällen spielt der Luftmanqel natürlich auch' eine wichtige Rolle, aber nicht die allein entscheidende. Wichtiger ist er trotz der geringeren Höhe noch im Falle des korpulenten Bergsteigers; denn das Sauerstoffbedürfnis eines arbeitenden Körpers ist an­nähernd proportional dem Lebendgewicht, und da die Lungen der Fettleibigen im allgemeinen von Natur aus innerhalb des in seinen Dimensionen nun einmal von Geburt aus ungefähr gegebenen knöchernen Brustkorbes nicht wesentlich größer sind als diejenigen von normal starken oder mageren Personen, müssen die ersteren mit der Leistungsfähigkeit der Lungen, wie ihre leicht zutage tretende Kurzatmigkeit be-

beweist die Schaffensfreudigkeit, die sich allenthalben regt, i um dem Kaiser auch äußerlich den Beweis zu liefern, wie sehr die Bewohner der Stadt Dortmund sich freuen, ihn m ihren Mauern begrüßen zu dürfen. Wir können kühn behaupten: es ist kein Haus und sei es auch noch so be- | scheiden und noch so entlegen, das nicht mit ewigen Fähn­chen und Guirlanden geziert ist, auch wenn die Straße an der es liegt, von dem Landesvater nicht berührt wird. Und nun erst die Feststraße, die der Kaiser durchzieht. Diese ist zu einer via triumphalis in des Wortes vollster Bedeutung hergerichtet. Ein Blitz aus heiterem Himmel war daher das Telegramm, das am 18. Juli eml.es und den Besuch des Kaisers absaqte. Da war mit einem Male alle Schaffens­freudigkeit unserer Bürgerschaft wie gelamt, ewe stumme Resignation hatte sich aller Gemüter bemächtigt; die Hand, die vordem so eifrig sich regte um dem Kaiser einen würdigen Empfang zu bereiten, sie erschlaffte m lässiger Ruhe. Herbe Enttäuschung malte sich auf allen Gesichtern, als sich von Mund zu Mund die Trauerkunde verbreitete: Er komntt nicht! Und welche Begeisterung entfachten wieder die nach bangen Tagen von dem prosaischen Telegraphen m der guten Stadt Dortmund verbreiteten wenigen kaiserliche Worte: Gerührt durch die Anhänglichkeit der Westfalen habe ich mich entschlossen, zur Einweihung des Dortmund-Emskanals nach Dortmund zu kommen! Sofort als diese Nachricht sich wie ein Lauffeuer verbreitete, schwand alle Resignation. Er kommt doch, so rief man sich auf den Straßen zu. Und die Begeisterung war die gleiche wie vordem. Wenn auch die Zeit von der definitiven Ansage des kaiserlichen Besuches

selbe der auch die Malereien imReichshof" hergestellt hat. Die'in Gestalt mittelalterlicher Thorburgen an den Kreu­zungen der Mallinkrodtstraße mit der Scharnhorst- und Schützenstraße sich erhebenden Triumphbogen sind ausgefuhrt von der Baufirma Schaub-Weißhaar, die Malereien von Wilh. Hammann-Düsseldorf. Eine großartige DekoraN sehen wir amRömischen Kaiser", dann der Betenstraße an derEssener Kredit-Anstalt", dem Stadthause, dem Bäumerschen Hause, auf dem Südwall bei ^Trn^" Otto, Direktor Springorum, Justizrat Melchior, dem Grasen- hof, hervorragend ist auch die Dekoration des Elektrizitäts­werks an der Martinstraße.

Auch im westlichen Viertel, Rheinischestraße, werden sehr schöne Dekorationen geboten. Maschinenfabrik Lipp- mann und Depot der Straßenbahn heben sich durch elek­trische Beleuchtung glänzend hervor, während das Steinme^ Geschäft, Marmor- und Granitwerk von Heinr. Ochs durch Aufstellung einer Kaiserbüste auf schwarzem, Granitpostament, umgeben von einem schonen ^ottenbau, auf welchem über der Kaiserbüste ein mächtiger Adler seine Schwingen ausbreitet, sehr vorteilhaft wirkt. Vor dem Postament ist das eiserne Kreuz angebracht, sodaß alles zusammen, umgeben von frischem Grün und Fahnen, cm sehr prächtiges Bild abgiebt.

Die Ausschmückung der Märkischen Straße fällt besonders ins Auae Am Neuthor erheben sich unzähliche Fahnen- mastm di- an bet Einfahrt d-r -inz-ln-n F-ststraß-n an­gebracht sind. Auch di- dort b-finblich-n G-bäud-, Gym­nasium zc. haben prächtigen Flaggenfchmmk angelegt. Sehr wirkungsvoll ist die Ausschmückung der Ueberfahrt der Rheinischen Bahn; Fahnen, Wappen, verbunden rmt Guir­landen und frischem Grün sind dort in sinniger Weise an­gebracht worden, sodaß man glauben sollte, einen wirklichen Thorbogen vor sich zu sehen. Die Mälzerei von Overbeck und der angrenzende Tattersall, sowie die Besitzung von Pohlschröder u. Co. zeichnen sich durch wirkungsvolle Deko- rationen aus, dortselbst erheben sich auch mehrere Tribunen. Dortmunds Brauereien stehen in Bezug auf Dekorierung nicht hintenan. So haben, so weit wir wahrnehmen konnten, die Löwen-Brauerei und namentlich auch die Union-Brauerei großartiges geboten, wie man sich am heutigen Abend bet der Illumination überzeugen kann. Es wurde zu wett führen, hier alle Einzelheiten aufzuführen. Erwähnt sei nur die Dekoration der GesellschaftHelios", die durch eine umfangreiche elektrische Anlage an der ganzen Front des Gebäudes wirklich etwas großartiges geschaffen haben. Auch die anderen Straßen, die der Kaiser zum Ham passieren

Feuilleton.

Der Mensch auf den höchsten Wergen. Ei» hygienischer Beitrag zur Sommertouristik.

Von Dr. med. Kurt Rudolf Kreusner.

(Nachdruck verboten.)

(Schluß.)

Eiu junger schlanker Mann von mittleren Körper­kräften wagt sich an eine Hochgebirgspartie, etwa an den Ortler, die Bernina oder die Jungfrau, also an Berge von ungefähr 4000 Meter Höhe. Ohne besondere Umstände geht es bis zu einer Höhe von 3000 Meter und darüber, und außer etwas erschwertem Atmen und Herzklopfen und vielleicht etwas Kopfschmerz deutet nichts auf eine drohende Gefahr. Plötzlich treten Schwindel, Uebelkeit und Erbrechen ein, und der junge Mann ist, ehe seine Begleiter sich dessen versehen, eine Leiche.

Ein dritter Fall. Ein Luftschiffer macht im Ballon eine Hochfahrt. Wohlgemut geht es bis zu Höhen von 7000 bis 8000 Meter, ohne daß der in Ballons mit­genommene Sauerstoff eingeatmet zu werden braucht. Auf einmal werden seine Muskeln so schwach, daß er kaum im stände ist, den Kopf zu bewegen; während sein Geist voll­ständig klar ist, versagen die Extremitäten, ja selbst das Sprachoraan jeden Dienst. Es übermannt ihn unwider­stehliche Müdigkeit nnd er verfällt in Ohnmacht mit dem letzten Gefühle, als ob er in ewigen Schlaf versänke. Kommt der Ballon in kurzer Zeit wieder in tiefere Regionen mit dichterer Atmosphäre, so kehrt das Bewußtsein zurück. Hällt sich der Ballon jedoch längere Zeit mit den ohn­mächtigen Insassen in diesen höchsten Höhen auf, so geht der Betäubungsschlaf unmerklich in den ewigen über. Ver­

weist, stets eher ins Gedränge kommen als grazil ge-

Jm ersten wie im zweiten Falle wirkt aber verhängnis­voll die hochgradige Ermüdung. Zuerst kommt m Betracht, daß in bedeutenden Höhen, wie die Versuche mit dem Ergo- graphen (Kraftmesser) ergeben, die Leistungsfähigkeit der Muskeln bedeutend herabgesetzt ist. Dazu kommt, daß d e angespannte Aufmerksamkeit auf den Weg, ja für die auf jeden einzelnen Tritt zu wählenden Stellen einen weiteren Teil der Körperkraft absorbiert. Endlich geht es aber den übermäßig angestrengten Muskeln nicht anders, als einem über die Grenzen der Elastizität oder Zugfestigkeit m Aw spruch genommenen Gummibande oder Eisendrahte. Es finden molekulare Veränderungen statt, rückgängig zu machen sind. Die Herzmuskelfasern dehnen sich über Gebühr, und so tritt bei schnellem Bergaufsteigen nicht selten eine bleibende Herzerweiterung ein welche sogar unter Umständen bis zur selbstverständlich sofort totlichen Zerreißung der Herzwand sich steigern kann. Außerdem produziert aber jede arbeitende Muskel sogen. Ermudungs- stoffe. Wo Arbeit geleistet wird, kann dies immer nur aus Grund des Umsatzes latenter Energie in lebendige Arbeit geschehen. Bei den Dampfmaschinen sind es die zur ^>er- brennung aelangenben Kohlen. Im Menschen- unb Tier­körper aber ftnb es bie burch bie Ernährung enlstanbenen beim, ergänzten festen unb flüssigen Substanzen bes Leibes, welche zum Teil unter ber Einwirkung beS Atmungs- sanerstoffes in ben einzelnen tierischen SeHen £nber£ Stoffe umgesetzt werben. Schon Kohlensäure, Harnstoff[ un Harnsäure, bi-se alltäglichen Zer etzungspre> uhe d-r mensch-

NamenErmüdungsstoffe" bekannt sind

bis zum heutigen Tage eine wiber alles Erwarten kurze war, so hat boch Dortmunbs Bürgerschaft gezeigt, baß auch ibr das englische SprichwortTime is money ,Ze" ist Geld" nicht unbekannt ist. Wie wurde Nicht allenthalben gesorgt, das erforderliche Grün für Guirlanden ur^ Maien zu beschaffen! Und als aus dem Harz die Nachrichten ent» gingen e« fei nicht möglich, in so kurzer Zeit bi° so unb soviel tausenb Meter Gmrlanben und Kranze zu liefern, ba würben, ,° weit es thnnlich war, bie w-stf°l-sch°n Eichen, unb Taunenwälber geplünbert unb wo bie mch langten, da half dasEichenlaub" der Papiergeschäfte aus. Mau machte eben aus der Not eine Tugend. Wo der Schmuck an natürlichem Grün verhältnismäßig gering ist, doi ist der Schmuck an Fahnen und Draperien um so ausgedehnter. Ein Gang durch die Feststraße, die der Kaiser befahrt^be­weist, wie die städtischen Behörden und die Bürgerschaft | alles aufgeboten hat, um die Ausschmückung zu einer des uno <2>eroerue, nuummuu, -------------z- . ;» verehrten Landesvater würdigen zu gestalten. Die Mipolame

zu begrüßen. Daß der Willkommgruß ehrlich gemeint ist, Mallinkrodtstraße ist ausgestattet mit drei im Stile der - - ~ ""t. I ^telalterlichen Thorburgen gehaltenen Ehrenpforten und

dazwischen zahlreich aufgestellten Flaggenmasten. An der Kreuzung dieser Straße jenseits der Münsterstraße ist eme prächtig arrangierte Abschlußdekoration a^ Mittelpunkt eine die Industrie versinnbildende Figur dar- gestellt, die in der rechten Hand einen Eichenzweig und in der linken einen Zuschlag hält.

Di- reichen Beflaggungen bes Hasensestplatzes selbst, die vornehme und prunkvolle Ausstattung des Kaiserzeltes, sowie die wirkungsvollen, künstlerisch m Malerei ausge­führten Ehrenbogen schufen ein unvergleichlich schönes Büd. Die Hauptdekoration mit Kaiserzelt, Ehrenpforten und Be­flaggungen lag in der Hand der Rheinischen Fahnenfabrik von Wilhelm Hammann in Düsseldorf, welche bei uns einen nuten Namen durch die Ausstattung unseres letzten Bazars hat. Die Firma leistete höchst Anerkennenswertes, zumal es eine nicht zu bewältigende Aufgabe war, die Dekorationen rechtzeitig herzustellen; - es blieben hierzu nur 3 Tage. Als Se. Majestät landete, war alles fertig.

Auf der Münsterstraße, Brück- und Betenstraße, welche i der Kaiser nach dem Austritt aus der Mallinkrodtstraße I befährt, hat man vollständig im Dekorieren gewetteifert, einer suchte den anderen zu übertreffen. Am Eingang der Brückstraße ist in der kurzen Zeit von 2 Tagen das frühere alte Burathor errichtet worden. Hier wurde gearbeitet mit einer Emsigkeit ohnegleichen. Die Zimmerarbeiten an diesem Bau hat Herr Zimmermeister Hanebeck von hier, die Malereien Herr Maler Schmitz aus Köln gefertigt, der-

Zum Kaisertage

schreibt bieTremonia" unterm 12. bS.JDlt«.: Glück auf im Kohlen und Stahlgebiebt!

Heil Kaiser! so klingt es in Wort und Lied Dir heute entgegen, jubelnd erbrausend Aus Herzen und Kehlen von Hunderttausend!

Ja ehrlich gemeint ist dieser Gruß der biederen wohner der Mark! Sie haben, wie Emil Rittershaus

ihnen sagt, keine schönen Reden und vieler Worte ^b^fluß, aber was sie bieten, das kommt aus Herzensgrund. Treue das ist der Charakterzug der Westfalen, treu sind die Sohne der roten Erde, ergeben dem angestammten Herrscherhause der Hohenzollern. Alle Gaue des alten Sachflnlandes sind heute geistig vereint mit den Bewohnern der Mark, die sich glücklich Preisen, in der Metropole des westfälischen ^ndustrie- bezirks den geliebten Landesvater, der Schützer von Kunst und Gewerbe, namentlich aber den Arbeiterkaiser Wilhelm II.

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Gießener Anzeiger

General-^Heie>er

Amt-- und Anzeis-blutt für den Nrei- «Meszen.