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64 Zweites Blatt Donnerstag den 16. März
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Aints- und Anzeigeblntt für den Kreis Gietzen
Deutsches Deich
Darmstadt,
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die
Alle Anzeigen-BermittlungSstkllen bei In- und Auslandes nehmen Anzeigm für den Gießener Anzeiger entgegen.
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Sa. 1355 das dritte Vierteljahr
von 0— 1 Jahr:
1—15 Jahren „ 15-60 „
über 60 „
Im ganzen
den Erwachsenen im 9. Jahrzehnt war 38% zu 62o/o, in den abgelaufenen 7 Jahren des 10. Jahrzehnts 37,32% zu 62,68%, woraus der Schluß folgt, daß die Sterblichkeit der Kinder im allgemeinen zurückgeht.
Auf die einzelnen Altersgruppen verteilen sich die Ver- storbenen folgendermaßen:
Es starben im Alter
Bei Betrachtung der Todesursachen lassen wir die Kreisfremden wieder unberücksichtigt.
An akuten Infektionskrankheiten waren 47 Kreisangehörige verstorben oder 5,95 von 1OOOO Lebenden gegen 59 (7,60/qoq) im Jahre 1897. Von diesen Todesfällen, welche größtenteils das Kindesalter betreffen, kommen 6 auf Masern (7 im Vorjahre), welche in Großen-Buseck, Gießen, Staufenberg und Mainzlar aufgetreten waren. Scharlach hatte 7 (1) Todesfälle im Gefolge; es waren als von dieser Krankheit befallen gemeldet in Großen-Linden 1 (f 1), in Lang-Göns 30 (f 2), in Gießen 11 (t 0) und Treis a. d. Lumda 21 (f 4). In letzter Gemeinde sowie in Gießen dauert die Epidemie jetzt noch fort; vereinzelte Fälle kamen in mehreren Gemeinden vor.
An Diphtheritis und Croup sind aus dem Kreise von 257 gemeldeten Kranken 15 oder 5,8% gestorben, im Vorjahre von 251: 22 oder 8,7%.
Keuchhusten herrschte in Gießen, Lang-Göns, Queck- born, Staufenberg und Münster und brachte 9 Todesfälle.
Erkrankungen an Unterleibstyphus sind 5 und an Flecktyphus 1 zu unserer Kenntnis gekommen, nämlich 3 in Gießen (f 1), je 1 in Villingen (f 1), Eberstadt und Lang-Göns.
Zu diesen beiden Todesfällen kommen noch 3 in den Kliniken verstorbene Kreisfremde.
Von nicht epidemischen Infektionskrankheiten erlagen 3 Personen an Rose und 6 an Syphilis.
An Wochenbettkrankheiten starben 5 Kreisangehörige, davon 3 an Wochenbettfieber (im Vorjahre 4).
Eine hervorragende Stelle nehmen in jeder Jahresstatistik die Todesfälle an Lungenschwindsucht ein: es starben nämlich an Tuberkulose der Lungen 172 (175) oder 22,1 von 10000 Lebenden; getrennt für Gießen einer- und die Landgemeinden zusammen andererseits sind die entsprechenden Zahlen 16,6%00 beziehungsweise 24,0° Der Tuberkulose anderer Organe erlagen 48, an Tuberkulose überhaupt mithin 220.
Die an Tuberkulose der Lungen Verstorbenen gehören immer zum größten Teil dem Mannesalter an, während
starken Expedition aufsuchte und nach Bagamoyo zurück- brachte. Der berühmte Afrikaforscher Emin Pascha (Eduard Schnitzer) trat hierauf in die Dienste des Deutschen Reiches, er fand seinen Tod unter den mörderischen Händen der Eingeborenen auf einer kurz nach seiner Rückkehr (am 25. April 18^0) mit Dr. Stuhlmann angetretenen Forschungsreise nach dem Seengebiet (1892). Mittet- und Südafrika durchkreuzte der Portugiese Serpa Pinto (1877—79), H. Wiß- mann (anfangs mit Pogge) 1881—82, Capello und Ivens 1884—85. Die erste Durchkreuzung Afrikas vom roten Meere bis zum Meerbusen von Guinea führten die Italiener Massari und Mattenci aus. In jüngster Zeit vollendeten noch Johnston (1891—92), Moray (1892—95), Graf Götzen (1893—94) und Versepuy und de Romans (1895—96) Durchkreuzungen von Afrika. Nicht zu vergessen ist schließlich der Thätigkeit der Missionsgesellschaften, sowie der Dienste, welche die Kolonialpolitik, wenn auch aus anderen Gründen, der geographischen Wissenschaft leistete.
Das Problem, den Nordpol zu erreichen, ist bisher leider nicht gelöst worden, und dürfte nun auch im 19. Jahrhundert nicht mehr gelöst werden. Die Zahl der Nordpol- Expeditionen seit 1806, wo Scoresby bis über den 81. Breitegrad hinansgelangte, ist Legion. Anfangs galt es vor allem der Auffindung der lange geträumten nordwestlichen Durchfahrt, auf deren Entdeckung die englische Regierung schon 1743 einen Preis von 20,000 Pfund Sterling ausgesetzt hatte. Parry erreichte 1827 die Breite von 82° 40'; John Roß mußte (1829-30) zwei Winter im Eise aus. halten; 1831 entdeckte James Clarke Roß auf Boothia.
»«nähme een Anzeigen zu der nachmittags für den plgendm Tag erscheinenden Nummer bis norm. 10 Uhr.
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mit 95, der ungünstigste, wie es meist der Fall ist, der April mit 132; die 4 Wintermonate Oktober bis Januar sowie der Mai stehen einander fast gleich mit 105 bis 106 Sterbefällen.
Von den Verstorbenen gehörten 395 oder 29,14% dem Kindesalter an und 960=70,86% waren Erwachsene.
Die Mittelzahlen für das Verhältnis der Kinder zu
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fiel zogin von Anhalt.
Berlin, 14. März. Die 9. Kommission des 'Reichötags zur Beratung des Jnv alid itäts- Lei sicherungsgesetzes fuhr heute in der Beratung über den §51, Einrichtung von örtlichen Rent »stellen, fort.
Berlin, 14. März. In der Budget-Kommission bt6 Reichstages wurde zu Beginn der heutigen Be- ratllirg zunächst Kenntnis genommen von einem Schreiben 1e8 Kriegsministers, in welchem derselbe bat, den ersten Gegenstand der Tagesordnung: „Etat für die Aenderung in brr Organisation des Reichsheeres" abzusetzen und wandte fich ßodann der Beratung einiger Petitionen zum Etat be- tresfind Aufbesserung der Beamtengehälter zu.
Berlin, 14. März. Der Chef der Marine-Station der Ostsee, Admiral Köster, ist unter Belassung in seinen bisherigen Vertretungen und Verleihung der Befugnisse und jes Ranges eines kommandierenden Generals zum General- Zns^ekteur der Marine ernannt worden.
Berlin, 14. März. Dem Landtage ist heute die Gesetzes-Vorlage betreffend die Kanal-Verbindung vom Rhein und) der Weser und Elbe zugegangen. Der Inhalt der Mlüge wird vom „Reichs-Anzeiger" veröffentlicht.
Berlin, 14. März. Der frühere freisinnige Reichstags- Abgeordnete Dr. Ludwig Bamberger ist heute mittag Zcstorbe n.
Befehl des Sultans getötet, Beurmann wurde 1862 er* mordet, Tinne erlag 1869 der Raubsucht der Eingeborenen. Weiter'nennen wir die berühmten Namen Nachtigal (1870 bis 1878), Gerhard Rohlfs (1865—1867), ferner Caillis, Barth, Lenz u. s. w. Die Missionäre Krapf und Rebmann brachten Kunde vom Kilima Ndscharo und Kenia, Burton und Speke entdeckten den Tanganjika- und Ukerewesee, welch letzterer 1863 von Speke als Quellsee des Nils erkannt wurde. Um die Erforschung des Nilgebietes hat sich auch der deutsche Gelehrte Schweinfurth (seit 1864) hervorragende Verdienste erworben. Den Süden Afrikas erschloß Livingstone (seit 1879). Er entdeckte — wir folgen der Darstellung Daniels — den Ngnamisee und den Oberlauf des Sambesi, und durchkreuzte Afrika von Benguela bis Kilimane. Bis zum Tode, der ihn am 1. Mai 1873 in Tschitaniba ereilte, setzte er unermüdlich seine Reise fort; immer weiter, immer weiter! war seine Losung. Um dieselbe Rett fanden die ersten Durchquerungen des Erdteils statt Cameron (1873—1875) und Henry Stanley (1874-1877) durchzogen Afrika von der Ostküste bis zur Westküste, letzterer stellte den ganzen Lauf des mächtigen Konqostromes fest. Schon vorher (1870-72) hatte der kühne Reporter im Auftrage des „New York Herald" eine Wanderung nach Zentralafrika zur Aufsuchung des damals verschollenen Livingstone angetreten und mit Glück und Energie durchgeführt. Auch die belgische Kongo-Expedition (1881—84) vertraute man seiner kundigen Führung an, wie er gleichfalls den im Innern Afrikas befindlichen Emin Pascha (1886—89) an der Spitze einer über 1000 Mann
Hichener Anzeiger
Heneral-Anzeiger
Prschetnt täglich eit Ausnahme des
Montags.
Die Gießener Pamilienk kälter Werben dem Anzeiger Wöchentlich viermal beigelegt.
Ausland.
Prag, 14. März. Die „Narodny Listt" bezeichnet die Wellung des Kabinetts Thun seit dem Rücktritt Banffys Äs ernstlich erschüttert. Es besteht kein Zweifel, daß Graf 3hun ein Ultimatum gestellt erhalten habe, entweder die Mischen zu versöhnen oder zurückzutreten. Der Zeitung ititen" zufolge sei man in gewissen Kreisen bestrebt, eine deutsch-polnische Regierung ans Ruder zu bringen.
Mailand, 14. März. Die italienischen Sozial- 6tm o traten haben beschlossen, im Herbst cine%Kongreß «bzuhalten, um über ihre Lage zu beraten. Sollte die Aegierung die Abhaltung desselben verbieten, wird der Kongreß im Auslande stattfinden.
Madrid, 14. März. Auf der Universität Barcelona mürbe ein Komplott unter den Studenten entdeckt, alt nicht katatonischen Professoren zu boykottieren.
Madrid, 14. März. In Leon kam es anläßlich einer Lndgebung für die Armee zu einer großen Schlägerei
Darmstadt, 14. März. Seine Königliche Hoheit der »ßherzog sind gestern nachmittag von Gotha hierher
Berlin, 14. März. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht bie Verleihung der Rothen Kreuz-Medaille 1. Klasse an die
Gegen die Regel brachte
größte Zahl der Toten durch erhöhte Kindersterblichkeit an Darmerkrankungen im Nachsommer, gewöhnlich sterben die meisten Menschen im II. Quartal.
Von den Monaten war der günstigste der Januar
Feuilleton.
Das 19. Jahrhundert.
Anter Mitwirkung hervorragender Fachgelehrter herausgegeben von Friedrich Thieme.
(Nachdruck oder Auszug verboten.
VI.
(Schluß.)
Die Erforschung und Durchquerung des „k nflen" Erdteils (Afrikas) ist einer der größten Nmmphe des 19. Jahrhunderts. Seit der Begründung ibrr.afrikanischen Gesellschaft zu London (1788) nahm die EsO'rschung Afrikas einen bedeutenden Aufschwung, doch am die Zahl der Opfer hier weit größer, als die in den übrigen Erdteilen. Die Reise des Schotten Mungo Park (1806) verdient zunächst Erwähnung; der erste Europäer, btr Len Niger gesehen, überraschte ihn der Tod vor der Wsuvig der gestellten Aufgabe, welche in der Erforschung fr? Nigerlaufes bestand. Die Engländer Oudney und ühnHam (1822 bis 1824) brachten die erste Kunde vom Sjabeiee und den Negerreichen des Sudan. 1825 drang tHiipoperton in das Innere des Sudan vor, wo er starb; N Zentralafrika sandte die englische Regierung eine Ex- libittion unter Richardson (1849), auch er fiel nebst seinem Ärglleiter, dem Deutschen Overweg, als Opfer der Wissen- W:l, während der dritte Begleiter, Barth, 1855 glücklich di!Heimat erreichte. Bogel wurde 1856 in Wadai auf
Jahresabschnitte zeigt folgende Tabelle: Es starben im I. Quartal II.
„ ni. „
„ IV.
zwischen den Unabhängigen und den Karlisten. Das Militär mußte einschreiten und nahm viele Verhaftungen vor.
Gesundheitsstand und Sterblichkeit im Kreise Gietzeu im Jahre 1898.
Nach der Sterblichkeit beurteilt waren die Gesundheitsverhältnisse im Kreise Gießen im Jahre 1898 im Vergleiche mit vorausgegangenen Jahren recht günstige zu nennen; nicht nur war die Zahl der Todesfälle im ganzen wiederum zurückgegangen, sondern es ist auch besonders hervorzuheben, daß diese Minderzahl an Verstorbenen fast allein das kind- liche Alter betrifft, und daß ferner die ansteckenden Krankheiten weniger Opfer forderten als in den Vorjahren, wie dies aus den nachstehenden Zusammenstellungen hervorgehen wird.
Von der Gesamtsumme der im Berichtsjahre im Kreis verstorbenen 1355Personen lassen wir, wie bei unserer Veröffentlichung über die Sterblichkeit der Stadt Gießen zunächst diejenigen außer Betracht, welche in den Kliniken behandelt wurden und dem Kreise nicht angehörten. Es sind dies 164, und es bleiben verstorbene Kreisangehörige 1191 gegen 1275 im Jahre 1897. Bei einer Einwohnerzahl von rund 79000 beträgt die hieraus berechnete Sterblichkeitsziffer 14,76 auf 1000 Lebende. Die entsprechenden Zahlen der Vorjahre von 1891—1897 waren: 21,02 — 19,96 — 22,03 — 17,89 — 15,97 — 16,10 und 16,13%,,.
Bei getrennter Ermittelung Der Sterblichkeitsquoten für die Stadt Gießen und die Summe der Landgemeinden findet man die Zahl 12,2%0 für erstere und 16,1 %0 für den Landkreis, das heißt es starben im Jahre 1898 von 1000 Lebenden in der Kreisstadt 4 Personen weniger als im Landbezirke.
Die Verteilung der Todesfälle auf die einzelnen größeren
Kreisangehörige
Kreisfremde
Zusammen
218
+
17 =
235
i: 146
+
14 =
160
376
+
103 —
479
451
+
30 =
481


