Ausgabe 
15.12.1899 Erstes Blatt
 
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Lokales und Vroviryielles.

Gießen, den 14. Dezember 1899.

* Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Die Sitzung des 12. Dezember fand wiederum in der großen Aula der Universität statt, wo auch die übrigen Vorträge voraus­sichtlich abgehalten werden sollen. Der Vorsitzende gedachte zunächst des allzu frühen schrecklichen Tode- eines früheren Redners in der Gesellschaft, Dr. G. Kolb, der im September nahe dem Flusse Guaso Njiro durch ein Nashorn getötet wurde, und wies dann auf die bevorstehende Rückkehr der Expedition des Herrn Dr. Hermann Meyer aus Zentral- brasilien hin, an der auch Herr Assessor Koch aus Grün­berg teilnimmt; wenn auch diese Unternehmung infolge von widrigen Umständen ihr Ziel nicht ganz erreicht hat, so sind doch ohne Zweifel auch so noch wertvolle Ergebnisse zu erwarten. Hierauf hielt Herr Dr. Deckert aus Washington einen Vortrag über die Nordamerikanische Union als Weltmacht. Daß der junge, demokratisch-förderalistische Freistaat Weltmachtbestrebungen, die denjenigen von Alt- Rom und Britannien nicht unverwandt sind, verfolgte, war denen, die sich mit der Weltpolitik der westlichen Erd- hemisphäre beschäftigen, seit lange bekannt, und in der so­genannten Monroe-Doktrin war das Programm jener Bestreb­ungen bestimmt formuliert. Deutlich vor Aller Augen trat die Thatsache aber erst durch die Ereignisse des Jahres 1898, als durch die leichten Siege der Amerikaner über die Spanier nicht blos in Westindien und Mittel.- und Süd­amerika, sondern auch im Stillen Ozean eine von Grund aus veränderte Weltlage geschaffen wurde. Die Zerstörung des spanischen Kolonialreiches konnte ohne Aufwand von großer militärischer Kraft gelingen, weil dasselbe ganz be­sonders durch die von den Unionsbürgern betriebene lang­jährige Unterminierungsarbeit vollkommen termitenhohl war. Das Festhalten der gewonnenen Positionen auf den Philippinen, sowie auf Kuba und Puertorico hat bereits größere Anstrengungen gekostet, wird aber noch viel größere kosten. Außerdem wollen die Amerikaner aber auf der be­tretenen Bahn offenbar noch weiter vorwärts gehen, und die geschaffene Lage im Stillen Ozean macht namentlich die Verbindung ihrer beiden Küsten durch einen interozeanischen Kanal zum dringenden Bedürfnis. Der von ihnen geplante Nicarragua-Kanal könnte aber gerade leicht die Achillesferse der Union werden. Technisch recht wohl ausführbar, wird er doch ungleich höhere Kosten verursachen, als veranschlagt ist (ursprünglich 41, jetzt 125 Millionen Dollars) und fein Betrieb würde schwerfälliger und langsamer sein, als bei dem halbfertig liegen gebliebenen Panama-Kanal, der vier­mal größer ist. Wirtschaftlich würde aber in absehbarer Zeit weder der eine Kanal, noch der andere die Ausführung lohnen, außerdem aber auch schon vor Beginn des Werkes vielfache Verwickelungen mit England und mit den mittel- amerikanischen Republiken erzeugen, welch letztere einschließ­lich Mexikos und Westindiens eine der amerikanischen fremd­artige Bevölkerungsmasse von 20 Millionen darstellen, die sich ein von den Amerikanern zum Schutze des Kanals geplantesGibraltar" schwerlich gefallen lassen werden. Die natürlichen Voraussetzungen der Welt- machtbestrebungen der Union sind im übrigen in vielfacher Beziehung außerordentlich günstige. Schon durch ihre Volkszahl von 70 Millionen, die auch die mexikanische ungefähr sechsmal überragt und die Gesamtvolkszahl der südamerikanischen Republiken zweimal, ist ihr Uebergewicht auf der Westhemisphäre erklärlich. Dazu stützt sich die Union auf phänomenale Hilfsquellen beinahe in jeder Be­ziehung, und vor allem ihre durch ungeheure Eisen- und Sohlenschätze sowie durch zahllose starke Wasserkräfte ge­förderte und durch den Mac Kinley-Tarif treibhausartig empor getriebene Industrie fordert heute die Eroberung neuer Märkte über See, sowie Kolonialerwerb. Die Lage zwischen ihren beiden großen Ozeanen macht sie an und für sich beinahe unverwundbar, ihre überseeischen Besitzungen würden aber jedem Gegner, der stark zur See ist, bequeme Angriffspunkte bieten. Auch für den Welthandel sind ihre geraden und vergleichsweise kurzen Seewege nach Europa und Asien, sowie nach den afrikanischen und amerikanischen Tropen die denkbar vorteilhaftesten. Ihre Küsten haben indessen das Heranwachsen eines tüchtigen Seemannsge­schlechtes nur in Neu-England begünstigt, und nur von Alaskas Aufblühen hat sie zur Abstellung dieser Schwäche vielleicht noch viel zu erwarten. Die amerikanische Hochsee­handelsflotte ist daher zur Zeit verhältnismäßig unbedeutend, und die Entwickelung der Kriegsmarine stößt in dem Mann­schaftenmangel auf eine Hauptschwierigkeit. Die Expansion im Sinne der Monroe-Doktrin würde in der Union natur­gemäß zu einer stärkeren Centralisation der Staatsgewalt und zu einer Vergrößerung der Befugnisse der Exekutive führen. Wir Deutschen haben uns namentlich in West­indien und Mittel- und Südamerika, wo unsere Kaufleute sich eine so stolze Stellung errungen haben, auf einen sehr harten Wettbewerb mit der Union gefaßt zu machen. Im Inneren des Unionsgebietes beeinträchtigen vor allem die riesigen Entfernungen und die dadurch entstehenden Transportkosten die Konkurrenzfähigkeit der amerikani­schen Ware.

** Fräulein Johanna Orth aus Darmstadt, seither Schülerin der Gcsangschule des Herrn Richard Senfs dorten, sang vor kurzem mit großem Erfolg in einem Konzert des Darmstädter Lehrer Sängerchvrs. Die dortige Preffe rühmt einstimmig die sympathische Stimme, sowie deren vor­treffliche Schulung.

Grimberg, 13. Dezember. Wie nunmehr dem Vor­steher der hiesigen Neubauabteilnng für Nebenbahnen amt­lich mitgeteilt wurde, bleibt das Eifenbahnbauamt vorläufig hier. Diese für unsere Stadt günstige Entschei­dung der Behörde ist hauptsächlich den Bemühungen des hiesigen Stadtvorstandes, der in der Angelegenheit vorstellig

wurde, zu verdanken. Wie schon seit Jahren, so zirku­liert auch jetzt wieder unter der Bewohnerschaft eine Liste zur Zeichnung von freiwilligen Beiträgen zur Veranstaltung einer Christbescherung für die Kinder unbemittelter Eltern. Die Feier selbst wird auch diesmal wieder im Saale der Kleinkinderschule stattfinden. Der Süb- amerikaforscher Herr Dr. H. Meyer trat vor Jahres­frist wieder eine Reise in das Innere Brasiliens an. An derselben beteiligte sich auch Herr Lehramtsasseffor Koch von hier. Wie jetzt bekannt wird, ist die Expedition durch die Ungunst der Verhältnisse unterbrochen worden, und die Teilnehmer sind nach Cuyaba zurückgekehrt, von wo aus sie die Rückreise nach Europa bereits angetreten haben. Ende dieses Monats dürften die Herren voraussichtlich wieder in der Heimat eintreffen!

W. Aus der Wetterau, 13. Dezember. Mit der hessischen Landeslotterie wird es nun wirklich Ernst; in Nidda wurde eine Unterkollektur errichtet und man kann sich zum Ankauf von Losen melden. Wir hatten Gelegen­heit, die Spielpläne einzusehen, wahrscheinlich wird derjenige mit einer geringeren Anzahl von Losen, aber hohen Ge­winnen, zur Durchführung gelangen. Der höchste Gewinn mit der Prämie wird 700 000 Mark betragen, die Lose sollen noch vor den Weihnachtsfeiertagen erhältlich fein, es werden bereits Anmeldungen darauf entgegen genommen. Bei uns in der Wetterau ist man sehr begierig darauf. Bekanntlich fielen im vergangenen Sommer bedeutende Ge­winne aus auswärtigen Lotterien in die Dörfer Reichels­heim, Leidhecken, Bisses und nach Hungen. Das hat die Leute sehr angefeuert, und jeder möchte gern den höchsten Treffer erzielen.

Butzbach, 13. Dezember. Herr Bürgermeister Joutz ist auf feinen Antrag bis zum 1. Mai 1900 beurlaubt und sind Herrn Beigeordneten Bernh. Küchel die Geschäfte der hiesigen Bürgermeisterei übertragen worden.

-g. Von der Bergstraße, 13. Dezember. Sie brachten vor einigen Wochen eine kurze Uebersicht über den Aus­fall der Weinernte in Rheinhessen. Als Ergänzung dürften nachstehende Mitteilungen aus der hiesigen wein­bautreibenden Gegend dienen. Bei uns, das muß voraus- geschickt werden, geht die Kultur der edlen Rebe mehr und mehr zurück. Die Fehljahre bringen zu starke Ausfälle im Budget des kleinen Mannes, der nicht im stände ist, viele Jahre zuzuschießen, ohne etwas zu ernten. Daher kommt es, daß manche Weinberge trostlos aussehen; von Düngung ist vielfach keine Rede mehr, kaum wird die nötige Be­hackung und Verpfählung vorgenommen. Wüste und ver­wahrloste Weinberge gewähren einen trostlosen Anblick. Wie waren wir anno 1870 stolz auf unsere Weinberge, als die Ostpreußen und Pommern mit ihren schweren Belagerungs­geschützen für Straßburg bei uns anhielten und voll Ver­wunderung hörten, daß die stundenweit au den Bergen hin­ziehenden grünen Flächen feine Kartoffeln, sondern edle Reben wären und was wird nach und nach daraus! Die diesjährigen Erträge sind vielfach sehr unbedeutend und decken meistenteils die Kosten nicht. Wer in der Lage war, die Trauben im schönen Oktoberwetter noch ausreifen zu lassen, hat einen recht trinkbaren Stoff erzielt, dessen Haupt- gährung beendigt ist. Die Wein- und Mostpreise waren befriedigend. Da die meisten Winzer jedoch nichts, ober nur wenig zu verkaufen hatten, konnten diese Preise nichts nützen.

Mainz, 13. Dezember. Gegenüber einer Meldung derPol. Korresp.", daß gegenwärtig zwischen dem heiligen Stuhle und der hessischen Regierung Unter­handlungen wegen der Besetzung des Bistums Mainz gepflogen würden, teilt dasMainzer Journal" auf das bestimmteste mit, daß diese Gerüchte zurzeit jeder Unterlage entbehrten. Staatsminister Rothe habe noch vor wenigen Tagen erklärt, daß er nicht gesonnen sei, die Rechte des Domkapitels in irgend welcher Weise zu schmälern. Nachdem die Feuerbestattung in Hessen gesetzlich zu- gelassen ist, plant der Verein für Feuerbestattung, auch hier ein Krematorium zu errichten und zwar in Gemeinschaft mit dem Wiesbadener Feuerbestattungsverein. Die Vorstände beider Vereine haben letzter Tage eine gemeinsame Sitzung gehabt, in welcher man beschlossen hat, daß der Bau eines Krematoriums in Mainz von beiden Vereinen betrieben werden soll. Man erwartet, daß die Stadtgemeinde Mainz den für das Krematorium und Kolumbarium nötigen Platz auf dem hiesigen städtischen Friedhof bewilligen, sowie dem­nächst das vorgeschriebene Ortsstatut betr. Feuerbestattung annehmen und die Verwaltung des zu übernehmenden Krema­toriums übernehmen werde. Die für den Bau erforder­lichen Mittel sollen durch freiwillige Beiträge aufgebracht werden. Der Rhein geht feit verflossener Nacht in feiner ganzen Breite schwer mit Eis. Zahlreiche Dampfer beeilen sich, die vielen Schiffe, die noch auf dem Strome sind, in die Häfen zu schaffen, was der sich an den Ufern festgesetzten Eismassen wegen teilweise schon recht schwierig ist. Eben ist man damit beschäftigt, die Landungsbrücken abzufahren. An flachen Ufern und den Sandbänken haben sich große Eislehnen festgesetzt, deren Ausdehnung ein Zu­gehen des Stromes beschleunigen. Vor der Stadt hier waren verflossene Nacht 13 bis 14 Grad Kälte.

Wetzlar, 14. Dezember. Wie derWetzl. Anz." ver­nimmt, hat sich der Minister der öffentlichen Arbeiten da­mit einverstanden erklärt, daß die voll- oder schmalspurige Schienenverbindung, welche der Bürgermeistereiverband Greifenstein (Ulm) .für den Personen- und Güterverkehr von Biskirchen durch das Ulmthal über Allen- borf, Ulm und Holzhausen nach Driedorf plant, als Kleinbahn gebaut werde Die Bahn wird in ihrem nördlichen Auslauf Anschluß erhalten an den künftigen Staatsbahnhof bei Driedorf der projektierten staatlichen Nebenbahn von Herborn nach Langenhahn oder an einem

anderen Punkt der Linie Limburg Altenkirchen (Westerwald), im Süden sich an die Lahnbahn Limburg-Wetzlar anschließen.

Marburg, 13 Dezember. Sein 25jähr. Dienst­jubiläum feiert am heutigen Tage Herr Kapellmeister Otto Schonert. Die Jägerkapelle brachte ihm am heutigen Morgen ein Ständchen, das der frühere langjährige Dirigent der Jägerkapelle, Herr Kapellmeister a. D. Musiklehrer Noak leitete. Das Offizierkorps, die Oberjäger und die Kapelle beglückwünschten den Jubilar und ließen ihm Ehrengeschenke darunter einen Ehrensäbel über­reichen.Ob. Ztg."

Biedenkopf, 12. Dezember. Wie man demH. A." mitteilt, sind die Hoffnungen, welche man auf ein aus- giebiges Kohlenlager bei der in der Nähe von Gladen­bach b. Br. gelegenen Erzgrube Boxbach gesetzt hatte, zu Wasser geworden. Das Kohlenlager ist bereits erschöpft, und hat es sich nur um einen Haufen Kohlen gehandelt, der vor Jahren von Arbeitern in einem verlassenen Stollen liegen gelassen wurde.

Vermischtes.

Würzburg, 12. Dezember. Einen traurigere Ausgang nahm verflossene Woche eine zwischen mehrere» jungen Leuten in Würzburg verabredete Wette. Der in einer Fahrradhandlung beschäftigte 19jährige Mechaniker Heller wettete, als blinder Passagier mit der Bahn nach Nürnberg zu fahren. Er verschaffte sich von einem Bremser eine Dienstmütze und gelangte damit auch auf einen Bahnzug. In der Nähe von Hellmitzheim stürzte er aber nachts vom Zuge, wobei ihm der Kopf vom Rumpfe getrennt wurde. Erst dieser Tage wurde durch die Untersuchung die Persön­lichkeit des Verunglückten, in dem man zuerst einen Bahn­beamten vermutet hatte, festgestellt.

Osnabrück, 12. Dezember. Prinz Leopold zu Isenburg und Büdingen-Birstein, der bei dem 78. Infanterie-Regiment eine außerordentliche sechsmonat­liche Reserve-Uebung absolvierte, wird zur ostafrikanischen Schutztruppe übertreten. Prinz Leopold ist der älteste Sohn des Fürsten zu Isenburg. Des Prinzen Mutter ist eine österreichische Erzherzogin. Infolge besonderer finanzieller Umstände hat der Prinz auf einen Teil seiner Vorrechte, u. a. auf den Titel Erbprinz, verzichten müffen. Er trat 1886 bei dem 4. Kürassier-Regiment in Münster ein, verließ indessen schon im darauffolgenden Jahre den aktiven Dienst und begab sich auf Reisen. Jetzt ist Prinz Leopold Ober­leutnant ä la suite der Armee und Reserve-Offizier im 78. Infanterie-Regiment, bei welchem er die erwähnte Uebung absolvierte. Während seines hiesigen Aufenthaltes hat er sich in weitesten Kreisen Sympathien erworben.

* Wien, 12. Dezember. Ein hübsches Pröbchen von Künstler-Eitelkeit hat Frau Pauline Lucca geliefert. Bürgermeister Dr. Lueger verlas in der letzten Sitzung des Gemeinderats folgenden Brief der Lucca: Hochverehrter Herr Bürgermeister! Erschrecken Sie nicht, wenn Sie auch meine Schrift sehen. Ich will Sie nicht wieder mit einem Anliegen belästigen, das heißt, ein An­liegen ist es allerdings, aber anderer Art. Es kränkt mich schon lange, daß im Rathause meiner Vaterstadt die Bilder so mancher Künstlerin und so manchen Künstlers sich be­finden, die weder Oesterreicher sind, noch einen Weltnamen besitzen, und mein Bild, die ich doch meiner Heimat in zwei Hemisphären die größte Ehre machte, fehlt. Ich bitte daher um die Erlaubnis, dem städtischen Museum mein lebensgroßes Porträt, gemalt von Professor Jebens, dessen Kopie sich in Rußland in der Galerie berühmter Frauen befindet, anbieten zu dürfen. Ich würde mich glücklich schätzen, wenn Sie, hochverehrter Herr Bürgermeister, dies mein Anerbieten annehmen würden. Mit der größten Ver­ehrung und Ergebenheit Pauline Lucca." Der Bürger­meister bemerkte hierzu, daß der Gemeinderat das Anerbieten dankbar annehme.

Wöchentliche Uebersicht derTodesfälle in Gießen.

Monat Dezember 1899.

(Einwohnerzahl: angenommen zu 24 500, inkl. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitsziffer: 14,86, ohne Abzug der Ortsftemden 8,48°/«.

Kinder

Es starben an:

Zusammen:

Erwachsene: im vom

1. Lebensjahr: 2.15. Jahr

Lungenschwindsucht

1 CD

1 (1)

Typhus

1 (1)

1 11) - -

Schlagfluß

1 (0)

1

Empysem

l (0)

1

Verbrennung

1 (0)

1

Bronchitis

1 (0)

1

Scharlach

1 (1)

- - 1 (1)

Summa: 7 (3) 5 (2) 1 (0) 1 (1)

Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Wetterbericht. Der Luftdruck hat noch an Intensität allent­halben verloren. Seine Verteilung zeigt jedoch im großen und ganzen das gleiche Bild wie gestern. Das Maximum hält sich im Nordosten, während über dem Mittelmeergebiet sowie westlich der britischen Inseln Depressions-Centren liegen. Letzteres Minimum breitet sich nunmehr auch gegen den Kontingent herein aus, wobei in Zentral-Europa der Luftdruck in sehr starkem Sinken begriffen ist. Die Witterung hat aus unserem Gebiete zunächst noch keine Aenderung erfahren. Der strenge Frost hält allgemein an. Der Himmel ist im Flachlande wolnq oder trüb, an den Hochstationen heiter. Voraussichtliche Witterung: Vorerst noch keine wesentliche Aenderung des bestehenden Witterungs Charakters.

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