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Sonntag den 15 October
Erstes Blatt.
Nr. 243
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Aints- und Anzeigrblatt für den Kreis Gieren.
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und denselben ohne Verzug aussühren werden. In militärischen Kreisen erwartet man ein gemeinschaftliches Vorgehen der Buren und der Streitkräfte des Oranje-Freistaates gegen das englische Haupt-Quartier in Ladysmith, wo ein Haupttreffen zu erwarten ist. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Buren sogar den Plan hegen, bis nach Durban vorzudringen.
London, 14. Oktober. (Tel.) Nach einer Meldung aus Kapstadt wurde wegen der Gefahr hochverräterischer Umtriebe amtlich verkündet, daß Civilisten in Feldlagern nur gegen besondere Pässe zugelassen werden. Reporter dürfen die Truppen nur begleiten, wenn sie Erlaubnisscheine vom englischen Kriegs-Ministerium dazu haben.
Loudon, 14. Oktober. (Tel.) Um den zerstörten gepanzerten Eisenbahnzug angreifeu zu können, hatten die Buren die Schienen aufgerissen. Der Zug wurde von der Artillerie der Buren eine halbe Stunde lang beschossen und dann in Besitz genommen. 15 englische Soldaten sind dabei getötet worden.
Gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, Briefmarken, 1 Brosche, 1 Brille, 1 Taschenmesser, 1 Shwal, 1 Kinder- «mhang, 1 Herrenhut, 1 Taschentuch, 1 Spitzenhaube, 1 Stück Futterstoff, 1 Spazierstock, 1 Damenregenschirm, 1 Markttasche, 1 Metermaß, 1 Spannkette, 1 Hundspeitsche, 1 Sack Kleie und 1 Sack ohne Inhalt.
Gießen, den 14. Oktober 1899. Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Muhl. ________________
«breffe für Depeschen: Jbn|tiget Gieß«.
Fernsprecher Nr. 51.
Gratisbeilagen: Gießener Familienblütter, Der hessische Kandwitt, Dlätter für hessische Volkskunde.______________
* Vom Kriegsschauplatz.
Gießen, den 13. Oktober 1899.
Die Depesche Chamberlains an Sir A. Milner, in der die Antwort auf das Ultimatum Transvaals erteilt wird, lautet wie folgt: „ , m
„Die Regierung Ihrer Majestät erhielt mit großem Be- dauern die peremptorischen Forderungen der Regierung der Südafrikanischen Republik, die in Ihrem Telegramm vom 9. d. Mts. übermittelt find. Teilen Sie der Südafrikanischen Repu- tlit als Antwort mit, daß die Bedingungen derartig find, daß die Regierung Ihrer Majestät es für unmöglich erachtet, darüber zu diskutieren." _ ,. , .
Die Weltmacht England nimmt also den Fehdehandschuh auf, den ihr das kleine Boerenvolk in Südafrika not»
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Zungen erbeten werden.
Kkzegspret« vierltljLhrlich 2 Mark 20 Pf§. monatlich 75 mit Bringerlohe.
Bei Postbezug 2 Mart 50 Pf«, vierteljährlich.
Loudon, 14. Oktober. (Tel.) Aus Aldershot wird gemeldet, daß alle Reservisten am 17. Oktober kriegsbereit sein werden. Am 20. werden diese Reservisten in 15 Eisenbahnzügen nach dem Hafen von Southampton zur Einschiffung gebracht.
London, 14. Oktober. (Tel.) Zwei Eisenbahn» bahnzüge mit Flüchtlingen vom Kriegsschauplätze stießen bei Viktoria West zusammen, wobei 9 Personen getötet wurden.
London, 14. Oktober. Aus Pietermaritzburg wird gemeldet, daß eine angesehene holländische Persönlichkeit erklärte, falls die Buren Kimberley einnehmen, werde die gesamte holländische Bevölkerung des Kaplan des die Waffen zugunsten Transvaals ergreifen.
London, 14. Oktober. Die Meldungen über die ersten kriegerischen Operationen der Buren, wobei die Engländer 15 Tote zu beklagen haben, erregen großes Aufsehen in allen Kreisen. Die Promptheit, mit welcher die Buren bei der Kriegserklärung vorgehen, läßt darauf schließen, daß sie längst ihren Kriegsplan vorbereitet haben
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
Amtlicher Teil-
Bekanntmachung.
Betr.: Jahresberichte der Gewerbeinspektionen für 1899.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
MN bit Grosth. Bürgermeistereien des Kreises.
Diejenigen von Ihnen, welche mit unserer Auflage vom 18. September er. (Amtsblatt ohne Nummer vom 13. September d. Js.) noch im Rückstände sind, werden an deren sofortige Erledigung erinnert.
Gießen, den 13. Oktober 1899.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Bechtold.
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gedrungen hingeworfen hat. Die kriegerischen Ereignisse sind naturgemäß noch nicht Über Plänkeleien hinausgekommen. Vom westlichen Kriegsschauplätze wird uns gemeldet: . .
Mafeking, 13. Oktober. Die Bewegungen der britischen Truppen vor der Stadt hatten den Zweck, Defensiv- Stellungen einzunehmen. Jetzt sind die Truppen des Obersten Baden-Powell so verteilt, daß sie einen Angriff zurückweisen können. Es sind indessen bisher keine Anzeichen von einem Anmarsche der Boeren vorhanden. w
Loudon, 13. Oktober. Wie dem Reuter'schen Bureau aus Kapstadt unter dem gestrigen Tage berichtet wird, ist der Telegraphendraht bei Maribogo, 40 engl. Meilen südlich von Mafeking, zerschnitten. — Dasselbe Bureau berichtet aus Vogburg, daß gestern nachmittag eine Abteilung Buren den Grenzzaun niedergerissen und, nachdem sie gegen die Eisenbahn vorgerückt war, die Telegraphendrähte zerschnitten hat. 2000 Buren halten jetzt die Bahnlinie besetzt.
Buch an der Natal-Grenze ist es zu einem Zusammenstoß noch nicht gekommen. Da die Engländer beschlossen zu haben scheinen, Charlestown und Newcastle ohne Schwertstreich zu räumen, so werden dieBuren vermutlich erst bei Glencoe bezw. D u n d e e auf bewaffneten Widerstand stoßen. Das nächste Ziel der Boeren ist Ladysmith, das nicht ganz 150 Kilometer von Volksrust, der letzten Eisenbahnstation in Transvaal, entfernt liegt. Ladysmith ist die Kreuzungsstation für die Bahn nach Transvaal und für diejenige nach dem Oranje Freistaat, welche über Harrismith führt und allerdings bei Bethlehem endet. Mit der Einnahme von Ladysmith würden die Buren die Truppenzusammenziehung der Engländer sehr erschweren, indessen dürfte die Einnahme des Ortes nicht leicht sein, da dort bereits mehrere englische Regimenter eingetroffen sind. Von dieser Seite des Kriegsschauplatzes ist nur folgende Meldung zu verzeichnen:
Durban, 13. Oktober. Die Boeren nahmen die Station Albertina, die Eigentum der Natal-Staats- eisenbahn ist, obwohl sie im Oranje-Freistaate liegt. Die Erregung in Ladysmith nimmt zu. Die Truppen sind bereit, auf Befehl sofort vorzugehen.
Prätoria, 13. Oktober. Präsident Krüger lehnte es ab, Prätoria zu verlassen. Er erklärte, er werde wie ein braver Kapitän auf der Brücke bleiben, gleichviel ob sein Schiff sicher in den Hafen einlaufe oder in die Tiefe sinke.
London, 13. Oktober. Das englische Haupt- Quartier wurde nach Ladysmith verlegt.
London, 13. Oktober. Aus Vryburg wird unter dem heutigen Datum gemeldet: Ein gepanzert er Eisenbahn« zug ist zerstört worden. Man befürchtet große Verluste von Menschenleben. Die Meldung wird offiziell bestätigt.
London, 13. Oktober. „Daily News" melden aus Kapstadt, die Buren hätten mit den eingeborenen Häuptlingen des Basuto-Landes Vereinbarungen getroffen, damit diese die Engländer angreifen sollen. Es sind zahlreiche Waffen verteilt worden.
London, 13. Oktober. Nach einer anderen Meldung versicherte der Häuptling der Basutos dem Vertreter der britischen Regierung seine Neutralität gegenüber
Deutsches Reich.
Berlin, 13. Oktober. Heute vormittag hat der Kaiser in Gegenwart des Staatssekretärs von Bülow den Gesandten von Haiti in Antritts-Audienz empfangen. Um 12’/4 Uhr gewährte der Kaiser dem früheren Oberpräsidenten von Willamowitz-Möllendorf die erbetene Audienz.
— Der Kaiser hat dem niederländischen Minister des Auswärtigen, de Beaufort, und dem niederländischen Gesandten am hiesigen Hofe den Roten Adler- Orden I. Klasse verliehen.
— Das Staatsministerium trat heute nachmittag 3 Uhr unter dem Vorsitz des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe in seinem Dienstgebäude zu einer Sitzung zusammen.
— In der bekannten Angelegenheit des Afrikareisenden Dr. Esser wird berichtet, daß derselbe unter Belassung seiner Offiziers Qualität den schlichten Abschied aus dem Militär-Dienstverhältnis erhalten hat.
— Wie das „Berliner Tageblatt" hört, wird die sozialistische Fraktion des Reichstages alsbald nach dem Wiederbeginn der Sitzungen darauf drängen, daß von den von ihr eingebrachten Jnitiativ-Anträgen derjenige, welcher die Aufhebung des Majestäts-Beleidigungs- Paragraphen des Strafgesetzbuches bezweckt, mit an erster Stelle zur Verhandlung kommt.
— Aus England kommt eine sensationelle Nachricht über die angebliche Niedermetzelung einer deutschen Expedition in Kamerun. In hiesigen maßgebenden Kreisen ist jedoch von einer solchen Angelegenheit nichts bekannt. Man zweifelt die Richtigkeit der Meldung an und ist der Ansicht, daß der Gouverneur von Kamerun zweifellos von einem Ereignisse von solcher Tragweite Kunde erlangt und auf telegraphischem Wege der Reichs-Regierung davon Mitteilung gemacht hätte.
— Der Magistrat beschloß, gegen das Erkenntnis des Bezirksausschusses betreffend das Portal des Friedhofs der Märzgefallenen beim Oberverwaltungsgericht Berufung einzulegen.
Berlin, 13. Oktober. Die Novelle zum Unfall- Versicherungsgesetz dürfte dem Bundesrat erst nach Neujahr zugehen. Gegenwärtig unterliegen die vom Neichs- amtc des Innern ausgearbeiteten Abänderungs-Vorschläge erst der Begutachtung des preußischen Staatsministeriums.
Berlin, 13. Oktober. Die „Norddeutsche Allgemeine Ztg." erklärt in einer offiziösen Auslassung, daß die Blättermeldung, der Direktor im landwirtschaftlichen Bureau de- Staatsministeriums Dr. von Falck habe im Auftrage des Herrn von Miquel die Redaktion der „Kreuzzeitung" aufgesucht und daselbst irgendwelche Erklärungen abgegeben, für unbegründet.
Weimar, 13. Oktober. Der Schauspieler Groß erhielt, wie er einem hiesigen Blatte mitteilte, einen Engagementsantrag für Vorstellungen, welche die preußische Negierung in vier Städten der Provinz Posen zum Zwecke der Verbreitung des Deutschtums veranstalten wird.
Hannover, 13. Oktober. Sozialdemokratischer Parteitag. Die heutige Sitzung zeigte zunehmende Erbitterung, anfangs gegen Auer, weil er persönliche Gehässigkeiten in die Debatte gebracht. In seinem Schlußworte spottet Bebel über Bernsteins Zustimmung zur Resolution; jetzt wundere er sich bei Bernstein über gar nichtmehr. Wozu denn der Lärm? „Auer hat mich diskreditieren wollen." (Stürmische Kundgebung.) Ich beschwöre Sie, Parteigenoffen, bleiben Sie ruhig! Er hat mich
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Bekanntmachung.
Die Maul- und Klauenseuche unter den Rindvieh' beständen des Ludwig Jost I. und Peter Seibert II. zu Crumbach, Kreis Biedenkopf, ist erloschen.
Die Sperrmaßregeln sind aufgehoben worden.
Die Maul- und Klauenseuche unter den Nindvieh- beständen zu Günterod, Kreis Biedenkopf, ist erloschen nub die angeordneten Sperrmaßregeln aufgehoben worden.
Gießen, den 13. Oktober 1899.
Großh. Kreisamt Gießen.
v. Bechtold.
"Bekanntmachung.
Unter dem Rindviehbestande des Conrad Müller zu Ockershausen, Kreis Marburg, ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und Ortsjperre angeordnet worden.
Nachdem die Maul- und Klauenseuche in Merlau, Kreis Alsseld, mit Ausnahme eines Gehöfts erloschen ist, ist die über Merlau und den Bahnhof Mücke verhängte Gemarkungssperre wieder aufgehoben worden. Auf letzterem darf nunmehr wieder Vieh verladen werden. Bezüglich des noch verseuchten Gehöfts bleibt die Gehöftsperre bestehen.
Die über Nie der-Ohmen, Kreis Alsfeld, verhängte Gemarkungssperre ist wieder aufgehoben worden. Bezüglich einer Hofraite bleibt bis auf weiteres Gehöftsperre bestehen.
Nachdem das Erlöschen der Maul- und Klauenseuche in Ruppertsburg, Kreis Scholten, amtlich festgestellt worden ist, ist die über diese Gemarkung verhängte Sperre aufgehoben worden.
Nachdem amtlich festgestellt worden ist, daß in Ulfa, Kreis Schotten, die Maul- und Klauenseuche erloschen ist, sind die angeordneten Sperrmaßregeln wieder aufgehoben worden.
Nachdem unter dem Viehbestand des Heinrich Desch zu Wetterfeld, Kreis Schotten, die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden ist, ist über das verseuchte Gehöft iie Sperre verhängt.
Gießen, den 12. Oktober 1899.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Bechtold.
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