Ausgabe 
15.7.1899 Zweites Blatt
 
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Ine feineren Gewächse eingewirkt hat, beweist, daß heute auf Margaretentag ein F r ii h gn t ed el t r a n b e n st ock des Einsenders vollkommen durchgeblüht hat, und bereits Träubchen in der Stärke von Hasenschrot besitzt. Die übrigen Traubensorten blühen seit Dienstag, und verbreiten einen köstlichen Geruch im Garten. Von Sauerwurm oder Blattkrankheiten ist nichts zu sehen, alles steht frisch, freudig und üppig da. Wir können darum immer noch einen recht -trinkbaren 1899er erhalten.

H. Aus dem Horloffthal, 13. Juli. Durch Schaden wird man klug, sagt ein altes Sprüchwort aber mcht reich. Die Wahrheit dieser volkstümlichen Redensart haben verschiedene Kollegen in der Landwirtschaft gestern und vor­gestern zu erproben Gelegenheit gehabt, und zwar in folgender Weise: Seit 1893 hat eS bei uns nicht mehr gehagelt. Das ermutigte etwelche Bauern so sehr, daß sie dieses Jahr ihre Versicherungen unterließen. Ende Juni bekamen wir ein kräftiges Hagelwetter, der Schaden wurde angemeldet, und in der Vorwoche erschien ein Inspektor mit einem Sach­verständigen, um den Schaden festzustellen. Dies ist in sehr gründlicher, dabei aber doch anständiger Weise ge­schehen; um jeden Anschein von Reklame zu vermeiden, nenne ich die Versicherungsgesellschaft nicht. Die Beschädigten er­hielten 1070 Prozent Vergütung, je nach Verhältnis des abgeschätzten Schadens. Was die Leute seit sechs Jahren an Beiträgen entrichteten, das kam ihnen wieder zu gut und sie konnten ruhig und ohne Sorgen schlafen. Die Klughänse haben nichts, sie machen lange Gesichter und treten jetzt wieder ein. Vor vier Wochen vermahnte ich noch einen kleinen Bauer, an die Versicherung zu denken; er machte ein sehr kluges Gesicht und ließ es bleiben. Heute begegnete er mir und sagte:Die Kauh is fort, eich kann de Stall zougemache!" Solche Beispiele muß man anführen, sie wirken besser als große Vorträge.

W. Friedberg, 13. Juli. Am Montag 17. l. M., un­mittelbar nach dem Bundesfest des Ev. Bundes tagt dahier (von Ui/2 l^r vormittags an), imHotel Trapp" die etwa ein Drittel der hessischen evangelischen Geistlichen zu Mit­gliedern zählendeEvangelische Konferenz für Hessen". Herr Pfarrer Freundlieb-Ulrichstein wird über das wichtige Thema:Unsere Stellung zu Sekte und Ge­meinschaft", Thesen bieten, und referieren. Einem zahlreichen Besuch darf gewiß entgegengesehen werden. Auch Nicht­mitglieder sind willkommen.

n. Friedberg, 12. Juli. Unser heutiger Ferkel- mar k t verlief sehr flau. Es hatten sich nur wenige Käufer kingefunden; dagegen waren sehr viele Ferkel aufgetrieben, die Kartoffeln, das hauptsächlichste Schweinefutter, sind eben in den meisten Wirtschaften schon sehr rar geworden. Be­gehrt war unter diesen Umständen nur Primaware. Die Preise waren ungemein schwankend. Im Anfang des Marktes wurden wohl 20 Mk. für das Stück bezahlt, aber rasch sanken die Preise, und als gegen Schluß das Stück für 8 Mk. angeboten wurde, waren keine Käufer mehr da, sodaß die meisten Ferkel wieder mit nach Haus genommen werden mußten.

n. Weckesheim, 12. Juli. Gestern vernahm ein hiesiger Einwohner beim Klötzeabladen ein verdächtiges Krachen in Ser Giebelwand des Stalles, neben der er arbeitete. Kaum war er ein paar Schritte zur Seite gesprungen, so stürzte die Wand ein.

Mainz, 12. Juli. Mit der wachsenden Bedeutung des Fahrrades als Verkehrsmittel haben die Radfahrer- Kongresse an praktischer Bedeutung und an Interesse ge­wonnen. Deshalb rüstet sich unsere Stadt, dem vom 14. bis 20. Juli in ihren Mauern tagenden Kongresse der All­gemeinen Radfahrer-Union eine würdige Stätte zu bereiten. Nicht weniger als 6000 Radfahrer, die aus fast allen euro­päischen Staaten zusammenkommen werden, haben ihre Teil­nahme zugesagt. Großherzog Ernst Ludwig von Hessen hat das Protektorat über die Veranstaltung übernommen. Wie aus dem Programm ersichtlich, ist dem Vergnügen und der Erholung allerdings ein breiter Raum gegönnt, immerhin wird die ernste Arbeit, für die hinlänglich Gelegenheit und Stoff vorhanden ist, die Würde des Kongresses wahren. Für Sportsleute wird es von Interesse sein, zu vernehmen, daß bisher Fernfahrten selbst von Budapest und Petersburg .angemeldet sind. Zu der Motorfernfahrt Mainz-Koblenz- Mainz haben sich bisher 20 Motorräder und Motorwagen angemeldet. Eine noch stärkere Beteiligung der verschiedensten Systeme wäre wünschenswert. Dem Automobil soll es ja Vorbehalten sein, selbst der Eisenbahn als Personen- Beförderungsmittel auf die Dauer erfolgreich Konkurrenz zu machen und so das Vehikel der Zukunft zu werden. Eine große Reihe von Wettkämpfen ist vorgesehen. Wie überhaupt das Programm eine solche Reichhaltigkeit aufweist, daß wir hier nicht annähernd darauf eingehen können. Im großen Ganzen kann man demselben das Plaeet erteilen. Das Fest­buch, das die Berechtigung zur Teilnahme an allen Ver­anstaltungen gibt, kostet 5 Mk., was in Anbetracht der in Aussicht gestellten sportlichen usw. Genüsse, die den Teil­nehmer sieben oder acht Tagen lang nicht zu Atem kommen lassen könnten, ist der Preis einziviler" zu nennen. Das hiesige Komitee, welches die Vorbereitungen zu treffen hatte, ließ es sich angelegen sein, allen Anforderungen gerecht zu werden. So weit es sich übersehen läßt, wird das ihm auch gelingen. Gutes Wetter vorausgesetzt dann all Heil!

Vermischtes.

* Seewesen. Sämtliche bisherigen Rekorde hat der SchnelldampferKaiser Wilhelm der Große", der Montag um 2 Uhr 45 Mm. nachmittags von New- York in Cherbourg eingetroffen ist, geschlagen und einen neuen Schnelldampfer-Rekord aufgestellt. Dauer der Reise nur 5 Tage 20 Stunden 55 Minuten. Geschwindigkeit im Durchschnitt 22,61 Knoten in der Stunde. Auf den Werften zu Bremerhaven und Geestemünde liegen gegen­

wärtig nicht weniger als 7 Fischdampfer in den Doks. Sie werden sämtlich um je 7 Meter verlängert. Es ist nur eine Frage der Zeit, daß auch die Mehrzahl unserer übrigen deutschen Fischdampfer in gleicher Weise vergrößert werden muß. Die Nordsee und die übrigen südlicheren Fischgründe sind notorisch übersischt und infolge dessen kommen die Fangreisen nach den reichen Gründen bei Island immer mehr in Aufnahme. Für diese Fahrten eignen sich aber unsere Fischdampfer in ihren gegenwärtigen Abmessungen nur wenig, da sie nicht das nötige Quantum Kohlen für die 2 bis 3 Wochen in Anspruch nehmenden Reisen in ihren Bunkern aufnehmen können. Als Not­behelf verstauen sie jetzt einen Teil der Kohlen auf Deck, was sowohl gefährlich wie unbequem ist. Der Umbau kostet für jeden Dampfer rund 20000 Mk.

* Das Tuch der Königin. Das 200jährige Bestehen des Königlichen Schlosses zu CH ar lott enbur g bringt einen kleinen Charakterzug Friedrich Wilhelms III. in Erinnerung, der einen tiefen Blick in das Herz des Königs gewährt. Dieser Monarch hatte einen großen Hang zur Stille und Zurückgezogenheit. Ihm sagte das große Schloß zu Charlottenburg nicht recht zu; er ließ sich des­halb int Jahre 1825 an der Seite desselben eine kleine Wohnung von nur wenigen Zimmern erbauen. Ruhe und Friede lag auf diesem geschmackvollen Tuseulum. Als Privatmann wohnte er hier; nur wenigen Auserwählten war es gestattet, die Räume zu betreten. Im Wohnzimmer lagen auf den Tischen die Briefe feiner Kinder. Die Ge­schenke der Herzen und Hände seiner abwesenden Töchter standen und lagen in köstlichen Stickereien und Geweben umher. Das kleine, einfache, halbdunkle Schlafzimmer war ein Ort behaglicher Ruhe, und die Decke seines Bettes ein großes, schönes Tuch, das die Königin Luise lange und gern getragen hatte. Morgens, wenn der Diener das Bett ordnete, mußte er das Tuch gefaltet auf den davorstehenden Stuhl legen, und wenn der König sich zur Ruhe begab, breitete er selbst es jedesmal über sein Lager aus.

* Ueberschwemmung. Aus Houston in Texas wird gemeldet: Die schönste und blühendste Gegend von Texas ist durch schreckliche Ueberschwemmungen eine völlige Wildnis geworden. Die Fluten des Brazo haben das ganze Brazo-Thal angefüllt, und an manchen Stellen steht das Wasser 30 Fuß hoch. Hunderte von Häusern sind zusammen­gestürzt oder vollständig weggeschwemmt. Das Ueber- schwemmungsgebiet ist 500 Meilen lang und 50 Meilen breit. Die Zahl der Ertrunkenen wird auf nahezu 300 geschätzt.

* Die Berufswahl. In einem Londoner Blatte erzählt ein Humorist: Ein biederer Bürger unseres glorreichen Landes zerbrach sich den Kopf darüber, was er seinen Sohn werden lassen sollte.Welcher Art sind seine Fähigkeiten und welchen Beruf wird er wählen?" fragte sich der be­sorgte Vater. Eines Tages fuhr ihm eine glänzende Idee durch den Kopf, wie er sich Gewißheit verschaffen könnte. Er ging ins Zimmer seines Sohnes und legte dort auf den Tisch eine Bibel, eine Flasche Whisky und ein Goldstück mit dem Bilde der Königin. Dann versteckte er sich, um zu beobachten, indem er zu sich selbst sprach:Wenn mein Junge das Goldstück nimmt, so soll er ein Geschäftsmann werden; nimmt er aber die Flasche mit Whisky, dann ist er unrettbar dem Trünke verfallen und zu keinem Berufe tauglich." Wenige Augenblicke später kam der Junge pfeifend ins Zimmer, steckte das Goldstück in die Tasche, nahm das Buch unter den Arm, entkorkte die Flasche Whisky, trank zwei Gläschen davon und ging, sich die Lippen ab­leckend, wieder hinaus.God graciousl schrie der Alte voll Entzücken,der Junge wird ein Politiker!"

* Die größten Wälder der Welt zu besitzen, können sich ohne Zweifel die Amerikaner und Afrikaner rühmen. Nach neueren Vermessungen hat der Wald von Quebec und Ontario in (Sanaba eine Länge von 270 Kilometern und eine Breite von 1000 Kilometern. In den Niederungen an den Ufern des Amazonenstromes bedeckt der Wald einen Komplex von 3300 Kilometern Länge und 2000 Kilometern Breite. Den mächtigsten Wald hat aber jedenfalls das Innere Afrikas aufzuweisen mit einer ausgemessenen Länge von 4800 Kilometern und einer auf 2 bis 3000 Kilometer geschätzten Breite.

* Kaiserin Eugenie hat eine zehntägige Fahrt an die Küste Norwegens angetreten, und es wird nun ver­mutet, daß sie mit Kaiser Wilhelm, der ja ebenfalls die nordische Küste befährt, zusammentrifft. Bei dieser Gelegen­heit wird an eine Zusammenkunft mit der Exkaiserin erinnert, die bereits vor vier Jahren stattfand. Kaiser Wilhelm fuhr damals, als er in Cowes weilte, in der Uniform seines englischen Regiments nach Farnborough hinüber und blieb zum Thee bei der früheren Kaiserin von Frankreich.

» Als Admiral Schley noch Seekadett war, befand er sich auf dem kleinen KanonenbootOwasco", dessen Kapitän alsTrinker" eine gewisse Berühmtheit genoß. Die Owasco" gehörte zu einem kleinen Geschwader, dessen Hauptkommandant Kapitän Alden war. Schley war damals gerade mit der Marineakademie fertig geworden und kam auf das Schiff mit dem ganzen jugendlichen Feuer eines eben aus der Schule entschlüpften strebsamen Jünglings und natürlich mit etwas groß geratenen Begriffen von der Würde der amerikanischen Marine und ihrer staatlich beglaubigten Vertreter. Daß ihm unter solchen Umständen die durchaus nicht vorbildliche Art, wie sich der Kapitän derOwasco" mit seiner Würde abfand, ein Dorn im Auge war, ist begreiflich. Eines Tages wird nun dem Kapitän Alden gemeldet, daß das Kapitänsboot derOwasco" sich dem Schiffe nähere. Nichts lag näher, als die Vermutung, daß sich der Kapitän derOwasco" im Boote befinde. Kapitän Alden zieht also seinen Uniformrock an, macht ein offizielles Gesicht und erwartet den vermeintlichen Kapitän. Das Boot nähert sich, und zur allgemeinen Verblüffung betritt nicht der Kapitän, sondern Seekadett Schley mit der

unschuldigsten Miene von der Welt das Schiff. Als Alden nun sah, daß Seekadett Schley vor ihm stand, meinte er sarkastisch, er hätte gedacht, der Kapitän derOwasco" wäre im Boote gewesen.Ich bin der Kommandant der Owasco", sagte Schley.Seit wann?" fragte Kapitän Alden.Seit einer halben Stunde", erwiederte Schley. Wo ist Kapitän--?"In seiner Kajüte eingeschloffen,

betrunken."Wer hat ihn eingeschlvssen?"Ich. Ich habe ihm zuerst Arrest diktiert und ihn dann in seine Kajüte eingeschlossen. Dann habe ich das Kommado übernommen, und ich bin da, um Ihre Befehle zu empfangen." Der Kapitän hätte als Freund eines guten Scherzes am liebsten über dieses bündige Vorgehen des jungen Mannes laut aufgelacht. Schließlich sagte er:Nun, der erste Befehl, den ich Ihnen zu geben habe, ist: Gehen Sie aufs Schiff zurück, schließen Sie die Kajüte auf und setzen Sie den Kapitän wieder in fein Amt ein. Dann schreiben Sie mir, in welchem Stadium sich dieKrankheit" befindet, und ich will sehen, was sich weiter thun läßt."

Landwirtschaftliches.

0. Aus Oberhefsen, 11. Juli. Mit der zweiten Juliwoche ist eine Wendung zum Besseren eingetreten, das naßkalte Wetter ist verschwunden und an dessen Stelle trat Sonnenschein und intensive Wärme. Beides übt einen ausgezeichneten Einfluß auf alle land­wirtschaftlichen Kulturpflanzen, aber auch auf das Unkraut. Der strebsame, denkende Landwirt muß diesem mit allen Krästen entgegenwirken, sonst büßt er einen großen Teil seiner Ernte ein. Was die Maikäfer in der Lust, die Engerlinge in der Erde ihrem Zerstörungstriebe und ihrer Schädlichkeit nach sind, das sind die verschiedenen Unkräuter aus der Erdoberfläche und unter diesen Un- kräuternffpielt die Quecke (Ariticum repens) eine sehr unliebsame hervorragende Rolle. Schon in früheren Jahren ist in dieser Zeitung auf die nichtswürdige Quecke hingewiesen worden; inzwischen hat man, wie auch mit dem Hederich, neue Erfahrungen in Bezug auf die Vertilgung der Schädlinge gemacht, weshalb auf die Sache «aus- merksam gemacht werden soll. Zuvörderst sei darauf hingewiesen, daß gerade jetzt eine recht geeignete Zeit zur Bekämpfung des Unkrautes ist. Der Bauer hat die Kartoffeln behäufelt, das Heu ist unter Dach, oder kommt recht bald darunter, die Ernte ist rum Schneiden noch nicht reif, es bleiben einige sogenanntemüssige Tage", die man vortrefflich verwerten kann. Also herbei mit dem Pfluge und die verqueckten Aecker zum zweiten, dritten oder auch zum vierten Male gezackert, je öfter, desto besser. Ist dies geschehen, so muß jedeSmal die Egge herbei und der Acker muß gekämmt, d. h. geeggt werden, daß der letzte Quckenfaden herausgerissen wird, nota bene es bleiben trotzdem noch Tausende darin. Nun aber kommt dre Hauptsache: Der Acker muß mit Senf, wohl zu merken, mit gelbem Senf eingesät werden und dazu ist gerade jetzt, in der ersten Julihälfte die geeignetste Zeit. Man kann noch bis in den August hinein sähen, der Erfolg ist jedoch nicht so sicher, und sitzt ist die Zeit um deswillen so sehr zu empfehlen, weil eine vierzehn- tägige Regenperiode vorausging, die den Ackerboden durchgeweicvt hat, wie's im Buche steht. Der Senf geht in wenigen Tagen aus, wächst in kurzer Zeit zu einem dichten Filz zusammen, versperrt der häßlichen Quecke Licht und Luft und erstickt sie völlig. Darin liegt das Geheimnis der Queckenvertilgung; das Unkraut mutz von den rascher und üppiger wachsenden Kulturpflanzen getötet werden, daS hilft besser und sicherer als Pflug, Egge, Hacke und Karst. Man sieht hieraus, wie in vielen anderen Fällen, daß die Natur auch wieder die Mittel bereit hat, die Schädlinge zu beseitigen. Wir Bauern drücken baß auch so au8, daß wir sagen: Für jedes Uebel gibt es in der Regel ein Gegenmittel, nur gegen den Tod ist kein Kraut gewachsen. Erfreulich ist bei der uns hier interessierenden Sache, daß der Senf aber nicht blos eine negative Rolle, die Be­seitigung des Unkrautes, spielt, sondern daß er auch sehr positiv wirkt, nämlich: er ist ein recht wertvolles Grünfutter, das die Eigen­schaft besitzt, die Milchabsonderung bei den Kühen zu befördern. Zum zweiten besitzt er die Eigenschaft, als Gründüngungspflanze nützlich zu sein. Wer je mit verqueckten Aeckern zu thun hatte und das ist sicher jedem Bauer schon widerfahren der weiß, wieviel Arbeit und Aerger die Beseitigung de8 Uebels verursacht. Nach der Be­handlung, die wir hier vorschlugen, wird sich der Aerger sehr bald in Wohlgefallen auflösen. Darum nur herbei und einmal probiert, es geht über studiert!

Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in Gießen.

27. Woche. Dom 2. Juli bis 8. Juli 1899. (Einwohnerzahl: angenommen zu 24 500 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 21,22, nach Abzug der Ortsfremden 14,860/«.

Kinder

ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom

1. Lebensjahr: 2.15. Jahr:

A n m. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Lungenschwindsucht

2 (1)

1 (1)

1

Gehirntuberkulose

1

1

Lungenödem

1

1

Empyem

1 CD

1 (1)

Schlagfluß

1

1

Krebs

1 (1)

1 (1)

Krämpfen

t

1

Selbstmord

1

1

Verunglückung

1

1

Summa: 10 (3)

6 (2)

1

3 (1)

Der PostdampferFriesland" derRed Star ßine* in Ant­werpen ist laut Telegramm am 10. Juli wohlbehalten in New- Uork angekommen.

eitttitotg, 12. Juli. Fruchtmarkt. Roter Weize» X 13,83, weißer Weizen X 13.60, Korn X 11.53, Gerste X 9 20, Hafer X 7 58.

Mk praktische Haassraa

wird eine soeben unter der MarkeMacks Pyrami-en'Glanz- Stärke" in den Verkehr gebrachte Neuheit mit Freuden begrüßen. Die billige kleine Packung zu 10 und 20 Pfg., die große Ergiebig­keit und die gleich gut Verwendbarkeit zum Matt- und Glanzbügeln, sogar ohne vorheriges Trocknen der Wäschestücke, machen Macks Pyramiden-Glanz-Stärke für jeden Haushalt unentbehrlich. 5203

Kunst-Ausstellung. au s Stellung im Turmhaus am Brand ist täglich von 11 bis 1 Uhr mittags mit Ausnahme des Samstags geöffnet, Mittwochs auch noch von 3 bis 5 Uhr nachmittags, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen. Eintritt für Niohtmitglieder an Werktagen 50 Pfg., an Sonn- und Feiertagen 20 Pfg.