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15.7.1899 Zweites Blatt
 
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Nr. 164 Zweites Blatt Samstag den 15. Juli

1809

Gießener Anzeiger

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Ein neues Heilverfahren.

In ärztlichen wie auch anderen Kreisen erregt eine neue Heilanwendung mit ihren erstaunlichen Erfolgen nicht geringes Aufsehen. Die neue Erfindung auf dem Gebiete der Heilkunde nennt sich Vibrationstherapie, System Muschik. Diese neue Krankenbehandlung hat sich in jüngster Zeit durch ihre außerordentlichen Heilerfolge schon an zahlreichen Orten Eingang verschafft. Die große Anzahl der Anstalten, in denen jetzt derartige Behandlungen (Vibrationsmassage) ausgeführt werden und worunter solche von berühmtem Rufe, beweist, daß die neue Heilanwendung von vielen Aerzten anerkannt und verordnet wird.

Die Vibrationstherapie, System Muschik (gesetzlich geschützt durch deutsches Reichspatent 99209), ist haupt­sächlich anwendbar bei den verschiedenen Krankheiten des Stoffwechsels, bei Knochen-, Muskel- und Blutkrankheiten, insbesondere bei Skrophulose, Bleichsucht, Blutarmut, Fett­leibigkeit, Gicht, Rheumatismus, Magen- und Darmleiden, Lähmungen, Verhärtungen, Zuckerkrankheiten, Frauenkrank­heiten und namentlich auch bei Nervenleiden.

Die Muschik'sche Vibrationstherapie ist im Prinzip eigentlich nichts neues; schon unsere Urgroßeltern wendeten -sie in allerdings primitivster Form an. Unsere Vorfahren benützten bei allerlei Krankheiten, zur Linderung von Schmerzen, zur Verteilung von Geschwülsten rc. ein Säge­blatt. Dieses wurde an einem Ende mit Wolle oder Watte umwickelt und an die schmerzende Stelle angesetzt. Während dann die eine Hand das Sägeblatt hielt, führte die andere ein Stück Holz auf den Zähnen desselben hin und her.

Die heftigsten Schmerzen verschwanden durch die hervor­gerufene Erschütterung sehr oft schon nach wenigen Mi­nuten, weil die Blutanstauung in den Haargefäßen beseitigt wurde.

Herr Muschik unternahm es nun, diese als heilkräftig erwiesenen Körper-Erschütterungen von aller zufälligen Wirkung abzulösen und einen Apparat zu konstruieren, der es ermöglicht, jene Heilwirkung in systematischer Weise, dem jeweiligen Zustand des Patienten entsprechend, zu erzielen.

Dieser patentierte Vibrationsapparat entspricht in der That vollkommen diesen Anforderungen. Er wirkt nicht nur, wie das primitive Instrument unserer Großeltern, lokal, sondern je nach Bedarf lokal oder allgemein. An den Stellen, wo er aufliegt, wird die Erschütterung, die er hervorruft, und die stärker oder schwächer erzeugt werden kann, bis in die Tiefen des Körpers empfunden. Ein Gefühl unbeschreiblichen, mehrere Stunden andauernden Wohlbehagens, ein schmerzstillendes Gefühl der Beruhigung und der Erleichterung hinterläßt '.diese Erschütterungstherapie nach jeder Anwendung.

Die alle Erwartungen übertreffenden Heilerfolge der Vibrationsmassage beruhen darauf, daß durch sie ein flotterer Blutumlauf erzeugt, die Funktionsfähigkeit der Muskeln, Nerven, Drüsen vermehrt, der Stoffwechsel beschleunigt, die Ernährung erhöht, die Ausscheidung verbrauchter Substanzen begünstigt werden. Durch die lebhaftere Ernährung der Hautzellen werden die Nervenendigungen günstig beeinflußt, daher die vorzügliche Heilwirkung der Vibrationstherapie bei allen Nervenleidenden.

Von ganz besonders wohlthuender Wirkung ist die

Vibrationstherapie bei Personen, die viel sitzen, die infolge der Überlastung des Unterleibes mit langsam strömendem Blut und Lymphe an Appetitlosigkeit, Verstopfung, Be­klemmung, Atemnot, Hämorrhoidalzustände leiden.

Anstalten für Vibrationstherapie sind bereits ein­gerichtet in Darmstadt, Mainz, Worms, Berlin, Hamburg, Köln, Dresden, München, Nürnberg, Heidelberg, Stuttgart, Kopenhagen, Amsterdam rc. rc. Die Centralanstalt befindet sich in Frankfurt a. M. Hoffentlich folgt Gießen, das in seinemVolksbad" die bestgeeignete Anstalt besitzt, bald nach.

Deutsches Reich.

Berlin, 13. Juli. Die Kaiserin ist mit den drei ältesten Prinzen Mittwoch nachmittag 5</2 Uhr in Berchtes­gaden eingetroffen und von den dort weilenden jüngeren Prinzen und der Prinzessin Victoria Luise empfangen worden. Zur Begrüßung hatten sich ferner der Bezirksamtmann und der Bürgermeister, sowie eine zahlreiche Menschenmenge eiu- gefunden. Die Stadt ist reich beflaggt; vor dem Grand Hotel, in dem die Kaiserin Wohnung nahm, wurde sie von 200 Schulkindern in bayerischer Gebirgstracht mit einem Gesang begrüßt.

Berlin, 13. Juli. Wie die Kreuzzeitung" erfährt, sind die Vorbereitungen für die Ausführung des Pfarrer- Besoldungsgesetzes soweit gefördert, daß die Finanzen angeblich dahin feststehen, daß die Zuschußfonds der Kon­sistorien in ausreichender Weise verstärkt werden können. Es sind in allen Provinzen ca. 200000 Mk. mehr vor-

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Beherrschten sie im vorigen Jahre die schöne Aussicht, so haben sie dies­mal Gelegenheit, Gießen auch von einer anderen Seite kennen zu lernen. Immerhin ist es noch eine der guten, und wenn die Hündchen einigermaßen für Naturschönheiten empfänglich sind, so wird es ihnen auf dem Trieb nicht minder gefallen, als auf der schönen Aussicht. Jedenfalls werden die An­wohner der letzteren es dankbar be­grüßen, daß diesmal die Bewohner einer anderen Gegend von der Wach­samkeit der getreuen Vierfüßler über­zeugt werden und Gelegenheit finden, belle-tristische Erfahrungen zu sammeln.

Doch Scherz beiseite, mit Rücksicht auf die dem Hunde eigenen Fähigkeiten, als da sind Gelehrigkeit, Schnelligkeit, scharfer Geruch, Ausdauer im Laufen und Schwimmen, sowie seine Gutmütig­keit und Treue, ist er einer ernsten Be­trachtung nicht unwert, und wir können Kennern und Liebhabern nur raten, die reich beschickte Ausstellung zu be­suchen. Kann es auch nicht unsere Aufgabe sein, hier auf beschränktem Raume eine übersichtliche Darstellung

an Größe und Stärke dem weltweisen Spitz über­legen ist, ersetzt er durch Behendigkeit und Wach­samkeit. Der eigensinnige Dackel weiß, daß er dem Jäger für unterirdische Kundschafterdienste unent­behrlich ist; er macht die Sache nach seinem Kopf und hofft, trotzdem volle Anerkennung zu finden, so­fern es ihm nur gelingt, den Grimmbart oder Freund Reinecke zu stellen. Hühner- und Vorstehhund leisten dem Jäger gleichfalls treffliche Dienste, und man braucht nicht erklärter Hundefreund zu sein, um von ihrem klugen und treuen Blick an­gezogen zu werden. Pinscher und Pudel besitzen wir leider nur in niegesehenen Exemplaren.

Es ist ein erfreuliches Zeichen, daß unsere Gießener Hunde-Aus- stellung derart reich und aus aller Herren Ländern beschickt ist, daß man sie unbedenklich als eine inter­nationale bezeichnen darf. Möchten die auf ihr zur Verteilung ge­langenden Preise dazu beitragen, das Verständnis für Zucht, War­tung und Pflege reiner Hunde­rassen zu fördern und möchten die hiermit im voraus losgelassenen hundekundlichen Ansichtskarten den Besuch der Ausstellung vorteilhaft beeinflussen. Wer, wie Schreiber dieses, einen in jeder Beziehung auch was Eigensinn anbetrifft echten Dackel oder ein sonstiges getreues Hundevieh sein eigen nennt, der wird trotz der geräusch­vollen Unterhaltung vor einem Besuch des sagen wir ver­hunzten Triebes nicht zurück­schrecken und seinen Wagemut be- /' lohnt finden.

aller Hunderaffen zu geben, so wollen wir doch aus unserem Hundepark vorführen, was an charakteristischen Exemplaren darin ist. Da ist zunächst der Liebling des großen Friedrich, der Windhund, mit dem es der behende und lebhafte Fox-Terrier noch am ehesten aufnchmen dürfte. Der fratzenhafte Mops verdankt sicher einer humoristischen Schöpferlaune fein Dasein. Was die ungeschlachte Dogge

Obschon die eigentlichen Hundstage erst am 23. ds. beginnen, erlauben es günstige Umstände dem Verein zur Züchtung reiner Hunderassen in Gießen, be­reits am 15. und 16. Juli eine derartige Veranstaltung zu treffen. Jäger und Hunde gehören ja einmal zusammen, so darf es kaum wunder nehmen, daß auf dem Fest­platz, daraus vor kurzem die Schützen und ihre Gast­geber sich ergangen haben, nunmehr die Hunde, des Menschen treueste Begleiter, sich tummeln und in den Hallen, darin vielleicht mancher Gefahr lief, auf den Hund zu kommen, ihr Quartier auf-

Spitz. vorhanden

Es bellen und heulen und winseln die Hunde, Die großen und kleinen in stattlicher Runde: Gelt Schützen, ihr braven, das ist doch zu stark, Zu stempeln den Festplatz zum Hundepack!

Verzeiht, daß betriebsam wir wohlgemut wedeln, Ihr wißt ja, man will uns planmäßig veredeln: Trug unlängst Hundewetter was ein, Gönnt billig den Hunden man Sonnenschein. Bdt.

if.

MopS.

Windhund.

Fox-Terrier.

Dachshund.

Kurzhaariger deutscher Hühnerhund.

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