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155*"
1890
Donnerstaa den 15. Juni
1.
Alle Anzeigkn-BermittlungSstkvea M In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegn,.
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des Meeres Erfrischung suchte, wird vermutlich auch hinterher das erste Sand- und Lichtbad im weichen Sande der Düne genommen haben, und an den Küsten warmer Länder werden derartige Bäder seit jeher von Leidenden wie Gesunden gebraucht. Als man vor etwa 30 Jahren auch im deutschen Binnenlande wie z. B. in Goczalkowitz in Oberschlesien nut der Applikation von Sandbädern begann, blieb der billige Spott nicht aus; aber die bedeutenden Erfolge bei Rheumatismen, gichtischen Affektionen und vielerlei Nervenerkrankungen ließen sich nicht wegleugnen, und man streitet sich heute eigentlich nur noch darüber, ob der vom natürlichen Sonnenlichte durchwärmte Sand heilkräftiger ist als der künstlich temperierte. Soviel auch nach dem bisherigen Stande der Naturwissenschaften dafür spricht, daß beide einander gleichwertig sind, so wenig darf man aber auch nach den Erfahrungen der letzten Jahre, welche uns Mit ungeahnten Entdeckungen wie Röntgenstrahlen und Aetherion beschenkten, die Möglichkeit einer besonderen Heilkraft eines natürlichen Sandbades von vornherein in Abrede stellen. Das wesentliche bei der Kur ist der kolossale Schweißausbruch im Sandbade, welcher den kranken Körper von der gefährlichen Harnsaure und den anderen giftigen im Säftekreislauf besindlichen Stoffwechselprodukten entlastet, in deren Anhäufung im Organismus mehr und mehr die disponierende Ursache für zahlreiche chronische Erkrankungen erkannt wird.
Mit dieser Erkenntnis ist als Heilmittel das Schwitzen wieder zu Ehren gekommen, welches augenscheinlich auch bei allen Lichtbädern, unter welchen Modifikationen sie auch dar- qeboten werden mögen, die Hauptrolle spielt. Freilich darf man dabei auch den direkten anregenden Reiz des Lichtes auf die oberflächlichen Hautnerven nicht außer Acht lassen, den wir Stubenmenschen leider viel zu wenig auf uns wirken lassen obwohl das gebräunte Aussehen von Wohlsein und Gesundheit, welches wir aus einer richtig benützten Sommerfrische mitbringen, ein deutlicher Fingerzeig dafür ist, wie günstig die oxydierende Kraft des Sonnenlichtes das Allgemeinbefinden beeinflußt hat.
Anstalten, in welchen elektrische Lichtbäder verabreicht werden, schießen gegenwärtig in allen größeren Städten wie
Pilze nach einem Sonnenregen wuchernd aus dem Boden. Die Vorrichtung ist dabei in allen Fällen so ziemlich die gleiche, nämlich ein Kasten mit einem mit Ausschnitten für den Hals versehenen zusammenschiebbaren Deckel, welcher gestattet, daß der Kopf des Patienten draußen bleibt. Inwendig sind eine wechselnde Anzahl von Bogen- oder Glühlampen angebracht, deren Lichtstärke noch dadurch erhöht wird, daß die Wände des Kastens inwendig nut das Licht auf den Körper reflektierenden Spiegelflächen versehen sind. In diesem Kasten nimmt der entkleidete Patient Platz; sodann wird der Strom eingeschaltet, und die Bestrahlung nimmt ihren Anfang, erhöht aber auch binnen wenigen Minuten die Temperatur im Kasten auf 50 bis 60 Grad des hundertteiligen Thermometers. Die natürliche Folge davon ist ein ausgiebiger Schweißausbruch, ähnlich demjenigen in den Trockenkammern unserer Dampfbäder, mit dem Vorteile jedoch, daß die Hitze lange nicht so lästig empfunden wird, wie in jenen, da der Kopf frei bleibt und die Lunge überdies die gewöhnliche kühle Zimmertemperatur einatmet. Außer für Rheumatiker und Gichtische hat diese Kurmethode große Annehmlichkeiten für Fettleibige, welche sich dabei bequem des größten Teiles des ihren Körper unnütz belastenden Wafferballastes entledigen können, ein Vorgang, dem, falls er bleibenden Nutzen haben soll, freilich nicht eine literweise Libation an Bacchus folgen darf. Es muß aber hierbei dem weitverbreiteten Irrtum entgegen getreten werden, daß im Lichtbade, wie allgemein geglaubt wird, eine bedeutende Einschmelzung des Körperfettes stattfinde. Das ist nicht der Fall, und der Korpulente, welcher einen allseitigen Erfolg erzielen will, muß nebenher durch aktive Bewegung oder Maffage, durch Einschränkung seiner Nahrungsmenge oder Uebergang zur Fleisch- und Eiweißkost dem Fettansatz entgegenwirken.
Wer die hohen Kosten dieser Bäder scheut und zu Hause über den erforderlichen Raum verfügt, erreicht so ziemlich dasselbe, wenn er, auf Teppichen oder weichen Decken liegend, zuerst ein Sonnenbad nimmt, was in jedem sonncnsettlgen Zimmer, welches kein vis-ä-vis besitzt, geschehen kann, und sich unmittelbar darauf eventuell noch in einem jener Ztmmer-
meterpreis aufstellen: Klasse:
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Meßmer Anzeiger
Heneral-Anzeiger
Amts- und Auzeigeblatt für den Areis Glesien.
Absichten, di- der jetzt geplanten I tisemiten ^M^rchistcn'°und° Nallonalisteii 1 triumphierend
liegen, sind Vereinheitlichung und dabei Verbilligung I ’ ' Kandidaten für das Minister-Präsidium
Personentarifs. Der -ndgilnge Abschluß der B°rembarnng | begrüßt.« TO “ sÄu, Poincarö, Ribo! und Bourgeois. Die Linke des Senats wird relativ stark vertreten sein. Senator Monis gilt längst als Kandidat für das Justiz-Ressort. Dem ehemaligen Gouverneur von Indo- China ist gleichfalls eine hervorragende Rolle gesichert. Die Mehrheit der Kammer und des Senats wären mit einem Ministerium Delcassö einverstanden. Außer Dupuy wurden alsdann Lebret und Viger zu ersetzen sein.
9». 138 Drittes Blatt
Deutsches Reich.
Lmlm, 12. Juni. Zu der Erwerbung Mikro- wei!:fien!8 wird von beteiligter Seite berichtet: „Die deutschen Jchilmfi-nten auf den Philippinen haben es alle mit Freuden beit* daß Deutschland diese Inseln erworben hat- Man bi* Life durch diese Annäherung an die Philippinen DKMand die bedeutenden deutschen Interessen dort sehr ftälhrftn wirb, ohne die freundschaftlichen Beziehungen zu it.*» riner Nation zu ftöreu. Wünschenswert und notig „i»bt il aber sein, daß die Regierung von der an Spanien twi Menden Summe jene Beträge abzieht, welche die si'Mschr Regierung den Reichsangehörigen auf den Phi- lWwtr schuldet. Es liegen schon seit ewiger Zett beim i KMMqen Amte Eingaben über solche vor; darunter betobti sich Beträge, die von der spanischen Regierung seit vMsun voll anerkannt, aber nicht ausgezahlt sind, weit mL m Madrid stets vergaß, diese Verpflichtungen ui das PMippmer - Budget einzuftellen. Darunter befinden sich Zangen z. B. für Reis, den die Spanier bei der Blockade
Mnila von deutschen Häusern requirierten.
Bo dm, 12. Juni. Die süddeutsche Eisenbahn- telnti(, eform. Zu den bereits gemeldeten Verhandlungen «limine Eisenbahntarifgemeinschast zwischen den süddeutschen SÄMei-l und den Reichslanden entnimmt die „T. R." dem (^roiib. Merk." folgendes: Ein „Sonderbund", so hat si.P beer Ministerpräsident ausgedrückt, soll die jetzt beav- •rtifölifltt Bereinigung nicht sein. Dafür ist einige Gewahr bdM gegeben, daß diese Verhandlungen ..unter Teilnahme •tuib iv lweise auf Veranlassung des Reichseisenbahnamts st.'Mchmden haben, und daß ihnen noch eine allgemeine StiDifrrm aller Verwaltungen nachfolgen soll. Eine so viel' seWq verzweigte Aufgabe wird nicht in einem Gange gelost.
alber die Verhältnisse unaufhaltsam zu einer Veremig- uim dm bisher zersplitterten, und darum nicht so voll wie si«köMlen, in Wirksamkeit tretenden Kräfte führen werden, Mr list nun die Thatsache ein Zeugnis, daß diedreisud- d.'M- n Staaten im Verein mit der in den Reichslanden m Müßenden Reichsverwaltung einen Zusammenschluß ver- iuiitn. Diese Allianz darf und wird nur der Vorgänger ei Mi mößeren, umfaffenderen sein, wenn sie der Rnchs- ei t*ng gegenüber Berechtigung haben soll. Die nächsten
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Rontag».
h Gießener
3» Mit« Hättet roewlm txtm Anzeiger viermal ttigelegL
ist noch nicht erfolgt, aber doch lassen sich aus der jetzt bekannt gegebenen Haltung der württembergischen Verwaltung einigermaßen Schlüffe ziehen. Man plant für den Personentarif im allgemeinen weitgehende Ermäßigungen. Darnach läßt sich folgende Tabelle für den künftigen Kilo-
Feuilleton.
Hremdarlige Mäder als KeilmiHel.
So« Dr. med. Kurt Rudolf ÄreuBner.
------- (Nachdruck verboten.)
Der lange Winter, der sich namentlich in seinem Aus- g Min das Frühjahr so launenhaft gestaltet hat, ist vorüber; d mLichtenthaler Allee in Baden-Baden, bie Umgebung des A!°Mader Sprudels, die Taunusstraße in Wiesbaden und wie d Mittelpunkte des Badelebens sonst alle heißen, bevölkern fltywbenim mit Gästen, und wer noch 5» Hause sitzt, geplagt v iirhiionischen Leiden, entwirft zum mindesten Plane für die ?Mkmr des herannahenden Sommers. . .
Was heute an Kurmethoden in den Bädern sowohl tote in di M Heilanstalten der großen Städte zur Verfügung steht, ü Mcifft an Mannigfaltigkeit die Heilvorrichtungen früherer > Mritn. allerdings um das vielfache. Was aber da dem q MNm, zumeist um teures Geld, geboten wird, ist sehr riech liedenwertig; zum Teil sind es wohlerprobte Methoden, »naie1 einen bleibenden Platz in der Heilkunde behalten 11»Jem, zum Teil vielversprechende, aber noch weiterer Prüfung b Hirfftige Behandlungsweisen, dann aber auch hart an Char- l iwe-rie streifende Veranstaltungen, und endlich sogar Unter« , «(frumqen, für welche die schwersten Tadelsworte nicht scharf t m sind. Einige ausklärende Worte über den Wert dieser 3 Mmidlungsmethoden dürften daher jetzt zum Beginn der 9 Mitfon wohl am Platze fein.
Wenn der Leser je einmal einer Henne zugeschaut hat, r Me« sich im lockeren Boden, der von der Sonne intensiv t iärmt ist, ein Loch scharrt und, darinnen liegend, halb r Miß von dem hochtemperierten Erdreich sich mit wonnigem i Den Strahlen der glühenden Sonne aussetzt, so I m er: die Kombination zweier Bäder gesehen, die derzett, und i ick mit Unrecht, in hohem Ansehen stehen, nämlich des t Mein! Sandbades und Sonnenbades.
" Weide Bäder find wohl so alt wie das Menschengeschlecht s ch- denn der erste Mensch, welcher in den kosenden Wellen
Meratur, Wissenschaft und Kunst.
__ Rheinbilder. In der Serie von Artikeln „Aus Rheinischen Städten" die gegenwärtig als willkommener Vorbote der Reisesaison m der bekannten illustrierten Zeitschrift ,,Bom N»M Meer (Stuttgart, Union Deutsche Verlagsgesellschast) zur Veröffentlichung gelangt, sind jetzt. Heft 18/19)dieStudien über „Königswinter und -Neuwied erschienen, deren glänzender illustrativer Schmuck so recht geeignet ist, ein lebensvolles Bild von den gesegneten Ufern unsres prächtigsten Stromes iu geben. Daß „Som F-IS jum Meer- fernen Lesern eine ebenso gediegene, wie oi.tseitige Leltnre but.t, beweisen »uss neu b.e vorliegenden Hefte, die ein jeder wegen ihrer schmucken Ausstattung mit Vergnügen in die Hand nehmen wird. Da finden wir, um bei den Schilderungen von Land und Leuten zu bleiben, weitere Artikel über Serbien (Belgrad) und Norwegen (das ValdreSthal) "ber Holland (die van Markenschen Arbeitereinrichtungen m Delfts, da leuchten uns Bilder wie „Straßenleben in Kiautschou", „Baumblute m der Heimat rc. Von den belehrenden und unterhaltenden Aufsätzen seien genannt: »Symbiotische Gewächse', eine Studie, die von größtem Interesse für den Landmann und Gärtner ist, „Unter Kunstgewerbe IX. Beleuchtungskörper, eine Fundgrube für praktische Zimmerausstattung, „Raturer- scheinungen in den Bergen" .Reiterspiele' rc. Von nachhaltigem Andruck ist Heffens „Glück in der Liebe", eine graziöse Plauderei, die weltmännische Erfahrung mit höchstem sittlichen Ernst verbindet und von allcn Müttern gelesen werden sollte. Auch der Romanteil enthält Werke
I von hohem Interesse: Gabriele Reuters unvergleichliche Studie aus dem modernen Leben „Frau Bürgelin und ihre Söhne" geht ihrem Ende entgegen, während ein Dresdener SittenbUd „Der Wohlräter von W. Wolters spannend einsetzt. Daneben läuft noch ein ellsässischer moderner Roman „Stille Waffer" von Herrmann Stegemann, wohl dem begabtesten Vertreter des litterarischen Jung-Elsaß. Im „Sammler wird in umfaffender und geschmackvoller Weise über alle Tageserelgniffe berichtet: namentlich erfreuen sich die Berichte aus dem Gesellschaftü- leben der lebhaftesten Wertschätzung unsrer Damenwelt, die auch für I die fein abgestimmten und gut illustrierten Modebeiichte des Blattes I volles Verständnis bekunden. Die künstlerische Form desJllustrations- | schmuck von „Vom Fels zum Meer" ist allseitig bekannt-, sie offenbart | sich in den vorliegenden Heften wieder aufs glänzendste.
A«ÄMÄ.
Paris, 13. Juni. Der Sturz bes Kabinetts Dupuy erregt großes Aussehen und Befriedigung. Er wird
1. 8 Pfg.
Für die einfache Fahrt würde sich also eine ganz erhebliche Verringerung der Fahrkosten ergeben. Selbstverständlich werden diese Reformen für die erste Zett mtt einem ganz bedeutenden Aussall sür die StaatSkas - verbunden kein Di- K-hrseite dieser Erleichterungen ist anch nicht ausqeblieben. W-gsallen sollen vor allem unsere zehntägigen Rücksahrkarten, die LandeSfahrkarten, die Fahrkartcnbucher, also lauter Spezialitäten, die der Partikularist mtt Vorliebe und besonderem Stolz als .moralisch- Eroberungen Württembergs zu feiern pflegt. Es ist deshalb nicht zu verwundern, wenn jetzt in der Kammer gerade von demo- kratischer Seite einige bittere Gedanken über diese drohenden I roie Verluste sich losgelöst haben, die vor allem den Landes- । karten gelten. Trotz des Wegfalls einer medereren Taxe wird man künftig in der 3. Klass- auch „retour" noch billiger oder höchstens um den gleichen Preis fahren wie bisher. Vorauszusetzen wird allerdings sem, daß die Rückfahrkarte als solche nicht verschwindet; sie bietet (wie auch bie zusamm-nst-llbaren Hefte) so viele Vorzüge, daß man sie ber Bevölkerung nicht vorenthalten bars. Was auszuhören hat, das ist nicht die Form, sondern nur die bis- heriqe Bevorrechtung im Preis. Eine richtige L.arifreform wird vor allem an Stelle des undurchsichtigen und prmzip- losen Labyrinths von Ermäßigungen aller Art einen em- heitlichen billigen Haupttaris schaffen müffen.______________


