Ausgabe 
15.2.1899 Erstes Blatt
 
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|(i, da die Dienftsprache des Militärs und der Gendarmerie sie deutsche sei. Im Falle die Gemeindevertreter deutsche Zuschriften nicht verständen, so seien sie verpflichtet, sich dieselben bei den Bezirkshauptmannschaften übersetzen zu lassen.

Paris, 13. Februar. Die Blätter dementieren die Meldung, wonach Generalstaatsanwalt Ma ne au seine Demission eingereicht habe.Journal" versichert, die Kaffa- tionshofsmitglieder Löw, Bard, Maneau und Dumas hätten sich ihre Entscheidung Vorbehalten, bis der Senat sich über dkn Revisionsantrag ausgesprochen haben werde. Ein Redakteur desJournal" interviewte ein Mitglied der Ariminalkammer und erhielt von diesem die Erklärung, es wäre glücklich, wenn ihm irgend ein Beweis für die Schuld Dreyfus erbracht würde, aber bis jetzt sei ein solcher Beweis «och nicht vorhanden.

Paris, 13. Februar. Der Anwalt des Obersten f icquart hat das Studium der Prozeßakten beendet. Die Entscheidung der Kompetenzfrage für den Prozeß Picguart soll noch im Laufe dieses Monats erfolgen.

London, 13. Februar. Aus Bombay wird gemeldet, re tierische in Indien eine große Aufregung bezüglich der Frage über die Abtretung eines Hafens des Sultans Don Oman an Frankreich.

London, 13. Februar.Daily Mail" meldet aus Rom: Aus bester Quelle verlautet, daß zwischen Frankreich und Italien ein Vertrag abgeschlossen sei, in welchem Frankreich ermächtigt wird, das Kap Dumeria im Territvrium von Raheita dauernd zu besetzen.

Lokales und PrsvinsieUes.

Gießen, den 14. Februar 1899.

* Ordensverleihungen. Seine Majestät der Kaiser hoben Allergnädigst geruht, den nachbenannten Personen die krlcmbnis zur Anlegung der ihnen verliehenen Insignien zu Meilen, und zwar: des Ritterkreuzes 1. Klasse des Groß- hcrzvglichen Verdienstordens Philipps des Großmütigen: dem Cbcrbaurat Schneider, Mitglied der Königl. Preußischen mb Großh. Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz, dem keh. Baurat Porsch, Mitglied der Eisenbahndirektion in Frankfurt a. M., und dem Eisenbahndirektor Farwick, Milssiied der Königl. Preußischen und Großh. Hessischen kismbahndirektion in Mainz; des Ritterkreuzes 2. Klasse dcSsclben Ordens: dem Rechnungsrat Bockwoldt bei der Wi gl. Preußischen und Großh. Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz.

* Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten'

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Iwmmlung Donnerstag den 16. Februar 1 899, nachmittags 3*/, Uhr pünktlich: 1. Gesuch des Wil­helm Kupke um Erlaubnis zur Anbringung einer Laterne ml Heinern Hause Ludwigsplatz 13. 2. Gesuch des August Echt pelmann wegen Errichtung eines Backsteinmacherhäuschens m Lrofdorferweg. 3. Baugesuch des Joh. Peter Senßfelder, kcke der Kepler- und Stephanstraße; hier: Dispens von sn Vorschrift des § 15 des Ortsbaustatuts. 4. Gesuch des zcichlliflssührenden Ausschusses für das in 1899 in Gießen faltfindende Schützenfest um Ueberlassung des Bedarfes an Laulholz aus den städtischen Waldungen. 5. Die Festsetzung teS durchschnittlichen Jahresarbeitsverdienstes der in land- inb forstwirtschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen. 4 Jagdverpachtung im Neustädterfeld; hier: Zulassung des "Sent nerd Karl Clemm in Frankfurt a. M. als Mitpächter. 1 Gesuch des Pächters der Jagd im Stolzenmorgen, Hein- uich Mylius, um Erlaubnis zur Aufstellung einer Schütz­er auf städtischem Grund und Boden. 8. Voranschlag 8? städtischen Gas- und Wasserwerks für 1899/1900.

* Wasserpreis für kleinere Wohnungen. 10. Fortsetzung Hit Wasserleitung auf dem Wetzlarerweg zwecks Haus- mfchlusses. 11. Der Kolk am Mühlgraben unterhalb der Zbnrnühle. 12. Herstellung des alten Rathauses. 13. Die mlii'tlichen Aborte; hier: die Errichtung neuer Pissoirs. M. Die Reinigung der Straßen; hier: die Verbesserung äte Lagerplatzes für die Kehrichtabfuhr an der Westanlage. Di'. Die Beschaffung von Baumaterialien auf Lager pro llW/1900. 16. Pflasterung der Rodheimerstraße vom 'Anftädterthor bis zum Schlachthofe. 17. Ausbau der Plock- tee. 18. Ausbau der Johannesstraße; hier: Bauplatz- Mfrüedigung entlang desWiener Hofes" und Vergütung toi Straßengeländes. 19. Unterhaltung der städtischen Argen; hier: Umgestaltung der Südanlage. 20. Er­uierung des Realgymnasiums und der Realschule; hier: Linderungen im Hauptgebäude. 21. Unterhaltung der 8:adiknabenschule; hier: Verstärkung der Fundamente. W Teilung weiterer Klassen der Volksschule; hier: An- I'hiffang von Mobilien für dieselben.

Akademischer Gesangverein. Fest-Konzert am Lmintag dem 19. Februar. Im Anschluß an unsere ^m-iprung vom 12. Februar, in welcher wir nur die Vorwerke erwähnten, möchten wir heute der weiteren Ummern des Programms gedenken. Da tritt uns als Wägers hervorragend Brahms mit seiner F-moll-Sonate entgegen Brahms Schöpfungen sind von seinem Wirmchsten Geschichtsforscher H. Reimann in verschiedene Moden emgeteilt, so bezeichnet er dessen Arbeiten bis <op. 1 0 als Jugendwerke. Ganz falsch wäre es nun, hierbei * Mnid mit unvollkommener Reife zu identifizieren, Reimann sWil gerade von dieser Sonate op. 5 mit rückhaltlosester flnerfInnung, aber nicht er allein, auch viele andere, unter itzien ganz besonders Hans von Bülow, der dieses ' «ttk besonders hochschätzte nnd wiederholt seinem Programm ' mnllhte. Erstaunliche Tiefe in der Empfindung, wie R e i - »Hin schreibt, offenbart uns das Andante dieser Sonate.

' "ra'ckms hat selbst die Verse Sternaus:

.DOer Abend dämmert, das Mondlicht scheint, ^M sind zwei Herzen in Liebe vereint llimd hallen sich selig umschlungen

Mtnn Andante als Motto beigefügt. Gegen diese ge­

waltige Tonschöpfung treten die beiden anderen Klavier­vorträge: Etüde von Chopin und Rhapsodie Nr. 12 von Liszt, etwas zurück, ohne jedoch dadurch an dem eigenen Werte Einbuße zu erleiden. Für Violine sind drei Werke vorgesehen: Der erste Satz aus dem herrlichen Konzert von Beethoven, au diesen chließt sich Air aus der Suite in D-dur von Bach und Spanischer Tanz von Sarasate. Während die beiden ersten Nummern, neben gereifter Technik, vor allen Dingen hohe Anforderungen an die Tonbildung stellen, ist die dritte ein ausgesprochenes Virtuosenstück, freilich der besten Art, denn es erhebt sich weit über den musikalischen Firlefanz, den uns technisch vollkommene Geiger so gerne bieten.

** DerGießener Radfahr-Verein 1885" feierte am Samstag, dem 11. ds. Mts., in den festlich geschmückten Räumen der Turnhalle des Turnvereins sein Gala- Winterfest. Eingeleitet wurde die Feier durch eine An­sprache des ersten Vorsitzenden, Herrn Seuling. Redner wies darauf hin, daß sich der Verein, den Prinzipien des D. R. B. folgend, zur Aufgabe gemacht habe, das Touren- und Neigenfahren zu pflegen, wovon der heutige Abend Zeugnis ablegen solle. Aber nicht nur mit radsportlichen Aufführungen den Abend auszufüllen, sei man bedacht ge­wesen, sondern auch Humor und Gesang sollten nebenbei ihr Recht finden. Stellte schon das äußerst reichhaltige Programm einen genußreichen Abend in Aussicht, so über­trafen die einzelnen Leistungen das Erwartete. Die zur Aufführung gebrachten fünf Reigen fanden durchweg un­geteilten Beifall. Es ist zu hoffen, daß der Verein auch in kommender Saison auf diesem Gebiet gleiche Lorbeeren, wie im vergangenen Jahre, ernten wird. Der von den Zög­lingen des Vereins gefahrene Reigen zeichnete sich besonders durch schneidiges und sicheres Fahren aus, welchem sich auch der nachfolgende Damen-Reigen würdig anschloß. Der Achter-Herrenreigen" bot meisterhafte Leistungen, während derJockey-Reigen" die Glanznummer des ganzen Abends bildete. Trotz der Schwierigkeit der einzelnen Hebungen wurden dieselben mit Eleganz und Sicherheit ausgeführt, und wirkte dieser Reigen noch besonders dadurch effektvoll, daß er für die Teilnehmer eine überraschende Neuheit bot. Auch das98er saure Arbeit", sowie der Gesangsvortrag der Mitglieder des Vereins verfehlten nicht, zur Hebung der Stimmung beizutragen. Einen würdigen Abschluß des Programms bildete der zur Aufführung gebrachte Schwank Ein kritischer Tag". Im Gegensatz zuRud. Falbs kritische Tage" wirkte ersterer besonders stark auf die Lachmuskeln der Zuschauer. Der darauf folgende Ball, welcher die Teil­nehmer bis zur frühen Morgenstunde zusammenhielt, wird Allen in freudiger Erinnerung bleiben. All Heil!

** Die Bürgergesellschaft hielt am Sonntag in Steins Garten ihre diesjährige Karnevalistische Abend­unterhaltung. Die Chorgesänge, u. a. derGailthaler Jägermarsch" und dieFroschcantate" sowie das humoristische QuodlibetWein, Weib und Gesang" wurden vorzüglich exekutiert und zeugten von dem Fleiß der Sänger wie dem ihres verdienstvollen Dirigenten, Herrn Lehrer Trautmann. Gefielen schon diese Gesangsvorträge sehr, so entfesselten das TerzettDie drei Schusterjungen" und vor allem das komische QuartettEin fideles Gefängnis" wahre Beifalls­stürme, wie auchDer letzte Postillon vom Gotthard" und das CoupletBitte, reden Sie nicht darüber" viel zur Hebung der Stimmung beitrugen. Ein unter der Regie des Mit­gliedes Herrn Jaskowsky trefflich aufgeführter Carnevals SchwankNach dem Maskenball" machte den Mitwirkenden alle Ehre. Den Schluß bildete ein solenner Ball, der die äußerst zahlreichen Besucher bis zum frühen Morgen zu­sammenhielt.

*1 Beamten-Verein. Wie im vergangenen Jahre ver» anstaltete am Sonntag abend der Beamtenverein einen karnevalistischen Herren- undDamenabend", und zwar in dem närrisch-dekorierten Saale des Hotel Einhorn". Nachdem seineHohlheit" Prinz Karneval mit seinem Stabe unter Beifall seinen Einzug gehalten und sein mit viel Humor gewürztes Programm entwickelt hatte, sorgte in ununterbrochener Reihe eine große Anzahl der ge­lungensten Vorträge und Kouplets, abwechselnd mit heiteren Musikstücken und gemeinsam gesungenen karnevalistischen Liedern dafür, daß die zahlreich erschienenen Närrinnen und Narren aus der richtigen fröhlichen Faschingsstimmung nicht herauskamen. Und als dann zur vorgerückten Stunde die Jugend ihr Recht verlangte, da wurde aus dem ge­plantenTänzchen" ein größerer Tanz, der erst in früher Stunde die Feier schloß. Alles in allem können der neue Ober"-Präsident und namentlich auch Prinz Karneval und sein Ministerium mit dem Bewußtsein auf diesen Abend zurückblicken, den Mitgliedern des Beamtenvereins einige recht genußreiche Stunden bereitet zu haben, und darum Auf Wiedersehn, Fasching 1900!"

- Närrischer Salamander. Ein minimaler studentischer Karnevalszug bewegte sich heute mittag unter Vorantritt eines Musikkorps durch die Straßen der Stadt, um endlich vor demEinhorn" den üblichen närrischen Sala­ma n d er zu reiben, und darauf perLeiterwagen weiterbefördert zu werden. Die kleine Welt unterstützte den Aufzug gebührend.

Offenbach, 13. Februar. Die zwölfjährige Tochter des Schreiners Euler s u ch t e und fand gestern den Tod im Main. Als Ursache der verzweifelten Thal wird verletztes Ehrgefühl angenommen, da dem Kind Vorwürfe über ein Vergehen gemacht worden waren, dessen es sich angeblich nicht schuldig fühlte.

Aus der Zeit für die Zeit.

Vor 140 Jahren, am 15. Februar 1759, wurde zu Heyn- rode bei Nordhausen der hervorragende Philolog Friedrich August Wolf geboren, der von dem Geiste des klassischen Altertums durchdrungen war, wie keiner, der ihm voran­

gegangen. Er wirkte als Professor in Halle und Berlin und erhob die Philologie zur selbständigen Wissenschaft. Den Spuren Wolfs sind seitdem alle deutschen Philologen gefolgt. Auf einer nach dem südlichen Frankreich zur Her­stellung seiner Gesundheit unternommenen Reise starb er am 8. August 1824 in Marseille.

Vermischtes.

* Der Winterfruhling. Gestern hatten wir, so schreibt d'e -Frkf. Ztg." vom 13. Februar, in Frankfurt einen mehrfachen wolkenbruchartigen Regen mit einer schwachen Gewittererscheinung. Temperatur: Mai. Aus Straß­burg wird unterm 12. ds. Mts. geschrieben:Nicht ein Frühlingslüftchen, nein, ein sommerliches Wehen zieht durch das Land. Vor 8 Tagen kaum verzeichnete das Thermo­meter noch 13 Grad Reaumur, und heute stieg er auf

+ 19 Grad Reaumur, an geschützten Stellen gar auf

4-29 Grad Reaumur! Daß man zu Anfang Februar

sich auch des leichtesten Paletots gern entledigt, ist eine

gar seltene Erscheinung. Die Sträucher schimmern vielfach schon im duftigsten Grün, und selbst unsere Exoten, z. B. die Magnolienbäume vor dem Kaiserpalaste, zeigen zahl­reiche schön entwickelte Knospen. Der erste Storch hat ganz kürzlich seine Aufwartung gemacht drum, armes Herze, sei nicht bang! Daß auch in der Hochregion die Vegetation außergewöhnlich weit vorgeschritten ist, beweist die Thatsache, daß vielfach vollständig entwickelte Farne angetroffen wurden, und auch sonst ist ein bedeutender Vor­sprung der Pflanzenwelt vor sonstigen Jahren festzustellen. Wenn nun gar die gefiederte Welt sich ungewöhnlich be­merklich macht, so ist an einem früher als programmmäßig beginnenden Frühling kaum mehr zu zweifeln. In dieser Erkenntnis haben die auch Heuer wieder schmählich betrogenen Schlittschuhfexe ihre Apparate resigniert zur Seite gelegt, und die Wanderlustigen sehen mit Freuden in das Weben und Treiben der erwachten Natur. Schon ist die blühende, goldene Zeit! DieNeue Züricher Zeitung" vom 11. ds. meldet: Dem gestrigen abnorm hohen Februar-Temperatur- stand folgt heute ein noch höherer mit 18 Grad Celsius im Schatten. Die Zahl bricht also auch den Rekord vom 28. Februar 1871, der mit 16,6 Grad bis jetzt das höchste Februarmaximum in Zürich lieferte. Aus Schwyz wird berichtet: Regenwetter und Föhn sind mit dem Schnee ab­gefahren, und jetzt haben wir Frühlingswetter. Donners­tag hatte man eine Schattentemperatur von über 15 Grad Celsius.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

In der Stadtkirche.

Mittwoch den 15. Februar, abends 6 Uhr,: Erste Passions­andacht. Pfarrer Schlosser.

Verkehr, Zand- und Volkswirtschaft.

Gietzt«, 14. Februar. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. JL 0.750.85, Hühnereier per St. 64 H, 2 St. 0000 Enteneier per St. 78 Gänse­eier per St. 1214 Käse 1 St. 58 H, Käsematte per St. 3 <4, Erbsen per Liter 20 Linsen per Liter 30 Tauben per Paar

JL 0.801.00, Hühner per St. JL 1.201.70, Hahnen per Stück JL 1.302.00, Enten per St. JL 1.802.40, Gänse per Pfund Jl 0 000.00, Ochsenfleisch per Pfd. 6874 H, Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 6264 Schweinefleisch per Pfd. 6876 H, Schweine­fleisch, gesalzen, per Pfd. 80 A, Kalbfleisch per Pfd. 6466 Hammelfleisch per Pfd. 5070 H, Kartoffeln per 100 Kilo 6.00 bis 7.00 JL, Weißkraut per St. 0000, Zwiebeln per Str. JL 8.009.00, Milch per Liter 16

Dauer der Marktzeit von 8 Uhr Morgens bis 2 Uhr Nach­mittags. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden.

Neueste Meldungen.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 14.Februar. DieReichstags-Kommission zur Vorberatung des Baukgesetzes ist gestern abend zusammengetreten und hat zu ihrem Vorsitzenden den national­liberalen Abgeordneten Büsing gewählt. Am 16. d. M. findet die erste Sitzung statt.

Berlin, 14. Februar. DieOpinioue" erhielt nach einem römischen Telegramm desBerliner Tageblatt" von erster Seite aus Alexandria Einzelheiten über das bekannte an­gebliche Attentat gegen den deutschen Kaiser. Hier­nach hat die Ratskammer des italienischen Konsulargerichts die Anklage auf ein geplantes Attentat wegen Mangel aller Beweise thatsächlich fallen gelassen und erhebt nur Anklage wegen gewöhnlicher anarchistischer Umtriebe. Daß die auf» gefundenen Bomben von einem in diesem Metier bewanderten Lockspitzel angefertigt und dem Wirth Pinelli insgeheim ins Haus geschmuggelt wurden, ist gleichfalls konstatiert, ja der Verhaftete hat bereits ein diesbezügliches Geständnis ab* * gelegt. Die Akten des auf eine ganz minimale Bedeutung reduzierten Prozesses wurden, wie bereits bekannt, dem Appellhofe in Ancona übermittelt.

Dresden, 14. Februar. Das Dresdener Journal ver­öffentlicht das Schwurgerichtsurteil gegen die wegen Landfriedensbruch Verurteilten aus Löbtau, sowie tien das Urteil begründenden Thatbestand. Dieser giebt ein Bild von der Vergewaltigung der nicht Organisierten durch die Organisierten. Das Urteil wendet sich scharf gegen die Sozialdemokratie, deren Irrlehren in diesem Straffalle furchtbare Früchte gezeitigt hätten und für deren Leiter der Ausgang des Prozesses ein harter Schlag sei. Von den Angeklagten wurden zwei nicht blos wegen schweren Landfriedensbruch, sondern auch wegen versuchten Totschlags, einer wegen schweren Landfriedensbruch und vier wegen des letzteren und wegen gefährlicher Körperver­letzung zu Zuchthausstrafen verurteilt.