Ausgabe 
15.1.1899 Zweites Blatt
 
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Sonntag den 15. Januar

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Zweites Blatt

Nr. 13

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Redaktion, Expedition und Druckerei:

Fichutstraße Ar. 7.

ohne Dialekt aufzuführen.

Das Stück besteht aus fünf Akten, die der Dichter besser fünf Bilder genannt hätte, denn für die Handlung wichtige Dinge, wie der Tod der Frau Henschel, die Ver­heiratung des Fuhrmanns mit Hanne, und das Zustande­kommen des Verhältnisses derselben mit dem Kellner, fallen

Geburtszeugnis;

Einwilligungs-Attest des VaterS oder Bonuundes mit der Erklärung über dessen Bereitwilligkeit, den Freiwilligen während einer einjährigen aktiven Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähigkeit hierzu ist obrigkeitlich zu bescheinigen und muß die Unterschrift deS Vaters oder Vormundes beglaubigt sein;

ein Uubescholteuheitszeuguis, welches von der Polizei- Obrigkeit oder der vorgesetzten Dienstbehörde aus­

zurück, und endlich kommt er auch mit der Hanue nicht gut aus, obwohl er sich in seiner schlichten Art und Weise be­fleißigt, zu einer Gemeinschaft mit ihr zu kommen. Eine naive Größe, ein instinktives Rechtsgefühl, das niemals andere für sich verantwortlich macht, steckt in diesem Manne. Und daran geht er zu Grunde. Denn als er im Wirtshaus erfährt, daß die Hanne ihn hintergeht, daß sie mit einem windigen Kellner ein Verhältnis unterhält, daß man im Dorfe erzählt, die Hanne habe erst seine Fra« und dann sein Kind vergiftet, da bricht auch in ihm einmal die Leidenschaft und der Zorn mit sinnverwirrender Kraft aus. Bald aber sucht er auch hierfür die Schuld in sich, und er sindet sie; denn er hat das der Toten gegebene Versprechen gebrochen, und diese rächt sich nun dafür. Er sindet keine Ruhe mehr bei Tag und Nacht, überall sieht er die Verstorbene;se läht mer a Finger uf de Bust, do will'ich ersticka, do muß ich nach Luft schnappa". Sem Schuldgefühl peinigt und erdrückt ihn, der Wahnsinn seiner Visionen umnachtet seinen Geist mehr und mehr, und in einem lichten Moment erhängt er sich.

Das ist in kurzen Zügen der Inhalt der gewaltigen Dichtung. Mit welch feiner, eindringlicher Kunst dies alles geschildert, wie wir hier ein vollendetes realistisches Drama vor uns haben, wie neben Henschel und Hanne jede Figur des Stückes ein wirklicher Mensch ist, das darzulegen er* fordert eine besondere Schilderung. Die wirkungsvolle Dichtung, deren Bedeutung hier nur angedeutet werde« sollte, wird ihren Weg gewiß über viele deutsche und aus­ländische Bühnen nehmen, denn ihre Übersetzung ins Französische und Italienische ist bereits begonnen, und cm den meisten deutschen Bühnen ist sie schon aufgefuhrt oder doch in Vorbereitung.

Annahme von Anzeigen zu der nachmiltags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr.

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Hungen liegt nur eine Station und ebenso besinden sich zwischen Lich und Gießen an der Oberhessischen Bahn nur zwei Haltepunkte. Der Weg von Lich nach Friedberg ist auf den bestehenden Bahnen Über Hungen näher, als er über die projektierte Bahn und über Butzbach sein würde. Auch ist schon die erste nördlich von Butzbach gelegene Station dec Main*Weser*Bahn, Lang.Göns, auf dem Bahnwegs über Gießen der Station Lich näher, als über die Linie ButzbachLich. Aus diesen Verhältnissen ergibt sich, daß der projektierten Bahn irgend welcher Durch­gangsverkehr nicht zufallen kann, daß sie vielmehr lediglich den Verkehr der an ihr liegenden Orte zu vermitteln haben wird. , ,

In der dem Projekte beigegebenen Ertragsberechnung ist der voraussichtliche Reinertrag der Bahn zu 13 300 9^1. berechnet, d.i. nicht ganz 1 Prozent des zu 1440 000 Mk. veranschlagten Anlagekapitals. Wenn man nun auch an* nehmen wollte, daß in dieser Berechnung, der die Angaben der beteiligten Großherzoglichen Bürgermeistereien unver­ändert zu Grund gelegt find, die Einnahmen allzu vorsichtig veranschlagt seien, und daß mit der Zeit eine erhebliche Steigerung des Verkehrs eintreten werde, so wird man doch den Nachweis als erbracht ansehen müssen, daß die Bahn nur bei großer Sparsamkeit in Bau und Betrieb eine angemessene Rente abwerfen kann.

Bei dieser Sachlage, da einerseits der Bahn nur eine örtliche Bedeutung zukommt, andererseits beim Bau und Betrieb nach den Grundsätzen und in den Formen der Staatseisenbahn-Verwaltung eine Verzinsung der beträcht* lichen Anlagekapitals nicht zu erwarten steht, erscheint der Bau und Betrieb der Bahn auf Rechnung des Staates nicht angezeigt.

Da die Bahn aber eine fruchtbare und wohl bevölkerte Gegend durchzieht, deren Wohlstand durch die Bahn ohne Zweifel gefördert werden wird, so erachten wir es für gerechtfertigt, durch Gewährung einer staatlichen Beihllfe das Zustandekommen der Bahn als eines Privatunter­nehmens zu fördern, vorausgesetzt, daß seitens der be­teiligten Gemeinden die gesetzlichen Vorbedingungen erfüllt werden.

Wir haben daher dem Landtage dne Vorlage in diesem Sinne zugehen lassen-.

Der in Beil. Nr. 56. enthaltene Antrag des Abgeordneten Schönfeld bezweckt im Anschluß an die Nebenbahn Butzbach Lich die Fortsetzung dieser Bahn nach Grünberg und wünscht von Großherzogltcher Regierung eine Vorlage wegen Ueber- nahme des Baues und Betriebes einer Bahn von Grünberg nach Lich und Butzbach.

gestellt werden, gibt die Prüfungs-Ordnung (Anlage 2 zur Wehr-Ordnung vom 22. Novbr. 1888 Regierungs-Blatt Nr. 27 von 1894) Aufschluß.

Bezüglich des Prufungstermins, sowie des Lokals, in welchem die Prüfung stattfindet, erfolgt eventuell weitere Bekanntmachung; auf spezielle Ladung kann nicht gerechnet werden.

Darmstadt, den 30. Dezember 1898.

Großh. Prüfungs-Kommission für einjährig Freiwillige.

Der Vorsitzende: Best.

ort hat.

Die Zulassung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr erfolgen.

Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein.

Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adreffe angegeben wird.

Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen:

will.

Ist bereits früher ein Gesuch um Zulassung zur Prü­fung eingereicht worden, so bleibt dem erneuten Gesuche nur ein Unbescholtonheitszeugnis beizulegeu.

Ueber die Anforderungen, welche an die zu Prüfenden

'scheu Ttiftuog MMS b(6 Leiter» rstabsarztes a. D. hiermit nachträglich geaeW* QUJ- nnt sein, noch viel- eichen Anstalt M

H Lüstling.

Die Nebenbahn von Butzbach nach Lich und ihre Fortsetzung nach Grünberg.

Namens des ersten Ausschusses der zweiten Kammer hat der Abgeordnete Köhler (Darmstadt) in obigem Betreff folgenden Bericht erstattet:

Der in Beilage Nr. 40 enthaltene Antrag der Abgeord­neten Joutz und Genossen erstrebt den Bau einer normal­spurigen Bahn von Butzbach nach Lich. Die Antragsteller erachten es für ihre Pflicht, den Bau dieser Bahn durch den hessischen Staat zu beantragen, da eS doch keinesfalls im Interesse des Landes liegen könne, eine Bahn, deren Renta­bilität in sicherer Aussicht stehe, durch eine Gesellschaft in Berlin bauen zu lassen mit der Aussicht, daß diese Bahn in wenigen Jahren mit hohen Kosten durch den Staat von dieser Gesellschaft zurückgekauft werden dürfte. Andererseits können sie sich der Auffassung nicht verschließen, daß Regierung und Stände den interessierten Gemeinden die Konzession und den gesetzlichen Staatszuschuß nicht erst verweigern könnten, wenn die Gemeinden bet Ablehnung oder weiterer Verschiebung des Bahnbaues durch die Landesvertreter die Bahn baldigst durch eine Privatgesellschaft gebaut sehen wollen.

Die Regierung hat sich über den Antrag der Abgeord* neten Joutz und Genossen uni ec dem 10. November 1898, wie folgt, geäußert:

Indem wir die mit dem gefälligen Schreiben vom 13. März v. I. uns mitgetellten Pläne und Berechnungen anbei zurückgeben, beehren wir uns zu dem Anträge der Abgeordneten Joutz und Genossen auf Bau einer normal- fpurigen Bahn von Butzbach nach Lich (Beilage Nr. 40) das folgende ergebenst zu bemerken:

Die projektierte Bahn hat als Verbindungslinie zwischen der Main - Weser. Bahn und der Bahn von Gießen nach Gelnhausen keinerlei Bedeutung, nachdem diese beiden Bahnen durch die Linien HungenFriedberg und NiddaFriedberg mit einander verbunden sind. Die Station Lich ist von Hungen nur 6,6 Kilometer entfernt; zwischen Lich und

Bezugspreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Gringerlohu.

Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich.

Adreffe für Depeschen: Anzeiger Hieße«.

Fernsprecher Nr. 51.

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1 30 Pfg.

Gratisbeilagen: Gießener Familiondlütter, Der hessische Landwirt, Hlätter für hessische Volkskunde.__________________

War Gerhart Hauptmann durch seine Glocke" fast Sieger auf der ganzen Linie, noch mehr durch sein neuestes Werk, den _ , Henschel" geworden. Gleich derVersunkenen Glocke" hatte derFuhrmann Henschel" sowohl einen bedeutenden Theater-, als auch einen seltenen Bucherfolg; denn seit seiner Erstaufführung am 5. November 1898 am deutschen Theater zu Berlin, ist dieses Werk bereits in der elften Auflage erschienen.

Das einzige, was der Kritiker an dem Stücke getadelt hat, ist der Stil seiner Dichtung, und auch dieser Tadel zerfällt, näher betrachtet, in nichts, denn es ist vor allem der Stoff, den der Dichter behandelt, der ihm die derben Ausdrücke, welche er bisweilen gebraucht, dicktiert. Oder wird vielleicht jemand Schiller tadeln, weil er seinen Stadtmusikus Miller nicht in den Versen eines Marquis Posa sprechen läßt? Gleich derVersunkenen Glocke", spielt auch der Fuhrmann Henschel" in den Dichters Heimat, in Schlesien, und zwar in einem kleineren Badeorte in den sechziger Jahren. Daß Hauptmann die Dichtung in schlesischem Dialekt geschrieben, wird sie vielleicht kleineren Bühnen unzugänglich machen, falls diese nicht vorziehen, dieselbe

zustellen ist;

ein selbstgeschriebener Lebenslauf.

In dem Gesuche ist außerdem anzugeben, in welchen zwei fremden Sprachen (von Französisch, Englisch, La­teinisch und Griechisch) der sich Meldende geprüft sein

Amtlicher Teil.

Bekanntmachung, betreffend Die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst im Frühjahr 1899.

Diejenigen jungen Leute, welche beabsichtigen, sich der im Frühjahr 1899 stattfindenden rubr. Prüfung zu unterziehen, werden hierdurch aufgefordert, ihre desfallsigen Gesuche um Zulassung bei Meldung des Ausschlusses von dieser Prüfung

spätestens bis zum 1. Februar 1899

bei der unterzeichneten Kommission einzureichen.

Hinsichtlich der Anbringung der Gesuche wird im Spe­ziellen das Folgende bemerkt:

1. Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfung« - Kom- »isfion nur daun eivzureichen, wenn der sich Meldende im Großherzogtum Hessen seinen dauernden Aufenthalts-

Feuilleton.

Außrmann Kenschet.

Von Hrrmann tieft fd?.

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kreitlshause:

zwischen die Akte. Die tiefste Wirkung hinterläßt unstreitig der vierte Akt, der sich in der Schenkstubezum Rauten­kranz" abspielt. Der Dichter versteht vor allem die treff­sichere Wiedergabe der Stimmung, und das ist es gerade, was der eigentlich kleinen Handlung des Stückes zu so wuchtiger Wirkung verhilft. 6 .. . .

Fuhrmann Henschels Weib ist krank, die Magd Hanne versieht deßhalb den Haushalt. Mit der sensitiven Abnei- auna der Kranken gegen die rohe, von Gesundheit strotzende Magd, haßt Henschels Frau Hanne, und wenn sie erst tot sein wird, so denkt die Kranke, wird dann nicht dieses ver­haßte Wesen ihre Nachfolgerin werden? Da sie nun einmal Verdacht geschöpft, ist jedes kleine Geschehnis für sie fchon eine Bestätigung ihres quälenden Argwohns.

Als sie nun noch hört, daß ihr Gatte der Hanne eine Schürze mügebracht hat, da ist sie ihrer Sache gewiß und sie stöhnt auf: Do hot a de Scherze doch mite gebrucht. Das setzt sie in immer größere Angst, die nicht eher auf­hört, als bis sie ihrem Manne das Versprechen abgezwungen, die Hanne nach ihrem Tode nicht zu heiraten. Henschel, der an nichts als an sein Geschäft denkt, schwört ihr das leichten Herzens. Doch nachdem seine Frau gestorben, suhlt er sich so verlassen, er merkt an allem, daß ihm die um­sichtige Hausfrau fehlt. Da nun die Hanne eine flinke Arbeiterin und eine kluge Rechnerin ist, fällt sein Blick so­fort auf sie, und er würde sie auch gerne zur Frau nehmen, wenn ihn nicht das der Sterbenden gegebene Versprechen davon abhielte. Als ihm die schlaue Hanne aber den Dienst kündigt, beschwichtigt er seine Bedenken mit den Worten: Se will mer doch nie im Wege stiehen. Wu se au sein mag, se will doch mei Furtkumma. Und er heiratet die Hanne.

Doch in dieser Ehe blüht ihm kein Glück; denn erst stirbt ihm sein Kind, dann geht sein Geschäft immer mehr

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Erscheint lägkick mit Ausnahme t>cS Montags.

Die Gießener Mamitienvtätier »erden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt.

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