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Sonntag den 15 Januar
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Gießener Anzeiger
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Fernsprecher Nr. 51.
Amtlicher Teil.
Bekanntmachung.
Die Frankfurterstraße, zwischen Liebig- und Wilhelm- Lraße, ist am 16. «ud 17. l. MtS. wegen Erneuerung des Schienengeleises von dem Uebergang der Frankfurter- Straße für Wagen und Reiterverkehr gesperrt.
Gießen, den 14. Januar 1899.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
__________ Muhl. _______________
Gesunde« : 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Geldstück, 1 Geldbeutel mit Inhalt, 1 Zwicker, 1 Filzhut, 2 Schirme, 1 Handschuh und 3 Weckbeutel.
Gießen, den 14. Januat 1899.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Muhl.________________
Deutscher Reichstag.
10. Sitzung am 13. Januar. 12 Uhr.
Am Bundesratstische: Kriegsminister v. Go hier. Tages-Ordnung: Fortsetzung der ersten Lesung der Militärvorlage.
Abg. Bebel (Soz.) berührt das Friedensmanifest des Zaren und meint, die Worte, die dasselbe enthalte über den Zustand in Europa, über den Militarismus und seine Gefahren würden in keinem europäischen Parlament mehr aus der Erörterung verschwinden. Und wenn da unsere Diplomatie diesen kaiserlichen Worten zustimme, so erscheine es geradezu als eine Verhöhnung, wenn in einem solchen Augenblicke eine solche Vorlage dem Reichstage unterbreitet werde. (Präsident Graf Ballestrem bezeichnet den Ausdruck „Verhöhnung" in einem solchen Zusammenhänge als parlamentarisch unzulässig). Nachdem Redner nun behauptet, daß, wenn es nicht parlamentarisch sei, so sei es doch wahr, wird er vom Präsidenten zur Ordnung gerufen. Redner fährt fort, wenn erst einmal die fünfzehn Millionen Soldaten in Europa einander im Kriege gegenüber- gestanden hätten, dann werde auch die letzte Stunde der bürgerlichen Gesellschaft gekojnrnen sein. Abg. Bebel beleuchtet alsdann die schweren finanziellen Lasten, die der Militarismus Deutschland und ganz Europa auferlege. Für alle die politischen Mützchen, für alle die Zwecke, die heutzutage am politischen Horizont auftauchen, sei der deutsche Sozialdemokrat nicht geneigt, sein Leben in die Schanze zu schlagen; wenn das Vaterland aber ernstlich bedroht sei, werde auch der Sozialdemokrat seine Schuldigkeit thun. Er empfehle Einführung des Milizsystems, das fich beispielsweise in der Schweiz musterhaft bewähre.
Kriegsminister v. Goßler entgegnet dem Vorredner, die Auffassung der Regierung von dem Manifest des Zaren sei eben eine andere, als die der Sozialdemokratie. Den Vorwurf, daß zu zahlreich intelligente Industriearbeiter eingezogen würden, müsse er zurückweisen. Was das Milizsystem anlange, so würde dasselbe wohl noch kostspieliger sein als die jetzige Organisation. Den Bebel'schen Gedanken militärischer Jugenderziehung müsse er als Spielerei bezeichnen, und betreffs des Wunsches Bebels, die Armee zu demokratisieren, wolle er, Redner, nur sagen, daß alles geschehen werde, um diesen Wunsch zu vereiteln.
Abg. Frhr. v. Hertling (Zentr.) bezeichnete die Vorlage als eine Konsequenz derjenigen von 1893. Das Zentrum sei entschlossen, die Interessen der nationalen Verteidigung durchaus über die Interessen der Parteitaktik zu stellen, doch könne es sich freilich nicht verhehlen, daß die Vorlage unliebsam überraschte, zumal eben erst die Seemacht so außerordentlich verstärkt worden sei. Zahlreiche Widersprüche seien in der Vorlage vorhanden. Wünschenswert sei es im hohen Grade, wenn die zweijährige Dienstzeit gesetzlich festgelegt würde. Den Einzelheiten der Vorlage stehe das Zentrum mit abgestuftem Wohlwollen gegenüber. Auch seine, Redners, Freunde hätten die Empfindung, als ob mit dieser Vorlage die Neuforderungen nicht abgeschlossen seien. Was die zunehmenden Bestrafungen beim Heere beträfen, so hingen dieselben offenbar zusammen mit dem allgemeinen Rückgänge der moralischen Kräfte und der zunehmenden Jdeallosigkeit. Das vom Zaren entworfene Bild des ewigen Friedens sei zu schön, als daß man daran glauben könnte.
Abg. Sattler (nl.) führt aus, seine Freunde verständen die Notwendigkeit einer Vervollständigung der Artillerie,
sowie einer Vermehrung der Kavallerie und seien bereit, dieselben zu bewilligen. Die finanzielle Belastung werde sich hoffentlich weniger schwer erweisen, als es bisher den Anschein habe. Die Vorlage habe im Volke keine Aufregung hervorgerufen. Der Erlaß des Zaren habe wohl nur die Bedeutung, nach außen hin den idealen Sinn des russischen Kaisers zu zeigen, der noch kurz vor jenem Aufruf 90 Mill. Rubel zur Verstärkung seiner Flotte aufgewendet hatte.
Abg. Liebermann v. Sonnenberg (Antis.) legt der Friedenskundgebung des Zaren keine besondere Bedeutung bei. Redner geht auf die Einzelheiten der Vorlage näher ein und bezeichnet die Aufhebung des einjährig-freiwilligen Dienstes als eine Forderung der Gerechtigkeit unter den heutigen Verhältnissen. Die Billigkeit erfordere eine größere Berücksichtigung der landwirtschaftlichen Bezirke bei der Rekrutenaushebung. Im Interesse der Erhaltung und Förderung des Mittelstandes liege eine Einschränkung des Geschäftskreises des Offiziersvereins und eine Erhaltung der Garnisonen in kleineren Städten. Er, Redner, sei mit seinen Freunden bereit, zum Zustandekommen der wesentlichen Bestimmungen der Vorlage mitzuwirken, verlange aber gesetzliche Festlegung der Kostentragung, so daß diese nicht auf die schwächeren Schultern falle.
Abg. Rickert (frs. Vp.) erwartet, daß die Regierung in der Kommission über etwaige Zukunftspläne offen Auskunft geben möge. Von dem Milizsystem halte er nichts; denn cs sei Thatsache, daß bei schweizerischen Offizieren ein starkes Mißtrauen gegen die dortige Heeresverfassung herrsche. Die zweijährige Dienstzeit müffe unbedingt beibehalten werden, denn sie habe sich durchaus bewährt. Die Kundgebung des Zaren sei sehr wertvoll, solche Worte eines mächtigen Herrschers könnten nicht in den Wind gesprochen sein. (Beifall.)
Die Vorlage wird an die Budgetkommission verwies en.
Nächste Sitzung: Dienstag 1 Uhr. • Tages-Ordnung: Zweite Lesung des Etats.
Schluß 3»/. Uhr.
Deutsches Keich.
Berlin, 13. Januar. Die Budget-Kommission des Reichstages trat heute in die Beratung des Postetats ein. Auf eine Anfrage des Abgeordneten Müller- Sagan erklärte Staatssekretär Podbielski, daß eine Vorlage betreffend Herabsetzung der Fernsprechgebühren für kleinere Orte ausgearbeitet sei. Das System West, welches den Anschluß mehrerer Teilnehmer an eine Leitung ermöglichen soll, halte die Postverwaltung zur Zeit noch nicht für reif. Weiter führte der Staatssekretär auf eine Anfrage des Abgeordneten Paasche aus, eine Novelle zum Post-Zeitungs- tarif liege gegenwärtig dem Bundesrat vor. Sie beruhe auf der Grundlage von Leistung und Gegenleistung. Die Zeitungsmeldung,' daß eine Verteuerung der Telegramm- bestellung beabsichtigt werde, sei falsch. Er wolle eine Beschleunigung der Bestellung dadurch herbeiführen, daß er anstelle der ausrangierten, über 50 Jahre alten Postbeamten versuchsweise junge von 16 Jahren für diesen Dienst einstelle. Weiter sprach sich der Staatssekretär gegen eine angeregte Erhöhung der Taxe für Sonntags-Telegramme aus. Die Beratung wird morgen fortgesetzt.
Berlin, 13. Januar. Die Verdeutschung der Armeesprache scheint sich noch weiter zu erstrecken, als es der Wortlaut der betreffenden kaiserlichen Kabinettsordre vorschreibt. Wie nämlich die neueste Nummer des „Mil.- Wochenbl." meldet, ist Prinz Bernhard Heinrich von Sachsen- Weimar, Herzog zu Sachsen, Leutnant, unter Belastung L la suite des 5. Thür. Infanterie-Regiments Nr. 94 (Großherzog von Sachsen) in das 3. Garde-Ulanen-Regi- ment „eingereiht" worden, während es bisher „einrangiert" hieß.
— Die Verdeutschung einzelner militärischer Fremdausdrücke wurde auch beim Württemberg! sch en Armeekorps eingeführt.
Berlin, 13. Januar. Der Ausschuß der Deutschen Kolonialgesellschaft hat eine Kommission zur Vorprüfung des Entwurfs zur Gründung einer deutschen Nyassa- Gesellschäft eingesetzt. Die zu gründende Gesellschaft soll vornehmlich zwei Aufgaben haben, einmal die Einrichtung eines Transportverkehrs auf dem Wege Sambesi- Shire-Nyassa und sodann die Besiedelung des Kondelandes. Der Gouverneur von Ostafrika wie die Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes stehen dem Unternehmen sympathisch gegenüber, letztere legt allerdings den größten Wert auf das Transportunternehmen.
— Ein preußischer Gemeindebeamtentag, d. h. ein Kongreß der Stadt- und Gemeindesekretäre, Gemeindekassenrendanten usw. soll in Berlin dem allgemeinen preußischen Städtetag folgen und zu dem Gesetzentwurf über die Rechtsverhältuiste der Gemeindebeamten Stellung nehmen. Er ist einberufen vom Centralverband der Gemeindebeamte« Preußens für den 29. Januar oder 4 Februar.
M.P.C. Das Plenum des wirtschaftlichen Ausschusses wird darüber beraten, wie weit die bei den produktionsstatistischen Erhebungen gewonnenen Resultate veröffentlicht und damit auch der ausländischen Konkurrenz preisgegeben werden sollen.
M.P.C. Wenn die ausländische Presse bei jeder Gelegenheit Anzeichen dafür wittert, daß deutscherseits überseeische Annexionen beabsichtigt seien, so wird sie bis zu einem gewissen Grade hierzu herausgefordert, durch das von gewisser Seite bei uns immer erneut geltend gemachte Verlangen, wir müßten Kohlenstationen usw. haben. So lange unsere Flotte noch so klein ist wie jetzt, können wir Kohlenstationen nicht so leicht erwerben, wie manche Kolonialpolitiker sich denken. Zunächst handelt es sich darum, das, was wir haben — wie z. B. Kiautschou — auszubaüen. Dieser Stand der Dinge sollte die deutsche Presse veranlasten, allen Nachrichten, die wie neuerdings die von einer geplanten deutschen Annexion in der Südsee, besonders über uns von London aus lanciert werden, von vornherein den bündigsten Unglauben entgegenzusetzen.
Ausland.
Wien, 13. Januar. Innerhalb der oppositionellen Parteien besteht die starke Strömung, in der nächsten Abgeordnetenhaus-Sitzung sofort mit der entschiedensten Opposition einzusetzen, weil der Präsident auf die Tagesordnung vor der Minister-Anklage die erste Lesung des Rekruten-Gesetzes stellte. Auch die radikale Strömung innerhalb der Linken ist während der Vertagung des Parlaments gewachsen. Allgemein wird angenommen, die bevorstehende Tagung des Reichsrates werde nur kurz sein, da die Wiederaufnahme der Obstruktion zweifellos ist. Die radikale Gruppe des Vorstandes der deutschen Volkspartei wird verlangen, daß sich der Verband dem Standpunkte der Deutsch-Radikalen nähert. Falls diese Forderung abgelehnt wird, will die radikale Gruppe aus der deutschen Volkspartei austreten und mit der Schönerer-Partei in engste Fühlung treten. Die Gruppe, welche unter Führung der Abgeordneten Sylvester, Lemisch und Dobcrnig steht, zählt etwa 15 Mitglieder.
Paris, 14. Januar. Fortwährender großer Lärm war das Hauptkennzeichen der Donnerstagssitzung, in welcher die Deputiertenkammer sich mit der Angelegenheit Quesnay dc Beaurepaires beschäftigte. Zunächst hielt Deschanel seine Antrittsrede als neuerwählter Präsident. Er sagte, daß Frankreich das Heer, aber auch die Gerechtigkeit liebe und wies auf die Gefahren der inneren Zwistigkeiten hin. Millevoye wies als erster Interpellant auf die Erregung hin, welche durch die von Beaurepaire gegen gewisse Richter vorgebrachte Anschuldigung verursacht sei. (Lebhafte Zwischenrufe.) Er verlangt eine Untersuchung (Tumult) und Disziplinarmaßregeln gegen die Schuldigen. — Lasies (Antisemit) wirft schließlich unter großem Lärm der Kammer der Kriminalkammer Parteilichkeit vor; die Dreyfus-Kampagne werde mit fremden (Selbe unterhalten. (Lärm.) Der Justizminister Lebret erklärt, er habe im Jn- tereste des Richterstandes Erhebungen hinsichtlich dieser Vorwürfe anstellen lassen, diese Erhebungen seien umfassende und loyale gewesen. Er teilt nun die verschiedenen, jedes allgemeinen Interesses entbehrenden Einzelheiten mit. — Castagnac nennt die Haltung Lebrets zweideutig. Die Republikaner seien verantwortlich für die gegenwärtige Lage. (Widerspruch links, Rufe: Und Sedan?) Redner fährt fort, es gebe nicht allein militärische Sedans, und wenn man eben von Faschoda komme, habe man nichts zu sagen. (Heftiger Lärm, Rufe: Zur Ordnung.) Die Republik endige im Schmutz. — Ministerpräsident Dupuy erklärt hierauf: „Wir haben uns nichts vorzuwerfen. Das Land weiß, daß wir dem Heere alle unsere Fürsorge angedeihen lasten, daß Achtung vor dem Gesetze und Liebe zur Freiheit alle Re publikaner einigen. Eine dritte Untersuchung ist eröffnet und alle, die es angeht, werden ihre Aussagen machen können. Was die Dreyfus-Angelegenheit betrifft, so lasten Sie uns mit ihr so schnell wie möglich zu Ende kommen und dem Lande die Ruhe wiedergeben. Lasten Sie uns nicht vergesten, daß es ernste Fragen giebt, mit denen wir


