graphgehilfe Hugo Eber le braun alias Adolf Eberle aus Schleswig-Holstein wegen Unterschlagung von Großh. Staatsanwaltschaft Gießen; Liehschweizer Ferdinand Goldiger aus Gommiswald in der Schweiz wegen Straf- Vollstreckung vom Großh. Amtsgericht Oppenheim; Fuhr- knecht Heinrich Graber aus Kaiserslautern aus gleichem Anlaß vom Großh. Amtsgericht Lorsch; Dienstknecht Valentin Groß aus Albisheim und Dienstknecht Heinrich Michel aus Ramsen, beide wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amtsgericht Pfeddersheim; Händlerin Regine Hardt Witwe aus Medenbach wegen Betrugs i. w. R. von Großh. Staatsanwaltschaft Mainz; Fabrikarbeiter Fritz Hauck aus Zwingenberg wegen Diebstahls vom Großherzogl. Amtsgericht I zu Darmstadt; Peter Georg Joch um aus Pfungstadt wegen Strafvollstreckung vom Großherzogl. Amtsgericht Darmstadt II; Schreinergesclle Otto Meidt aus Schotten wegen groben Unfugs vom Großh. Amtsanwalt zu Büdingen; Schuhmachergeselle Hugo NadolSky aus Hammerstein wegen Diebstahls vom Großh. Amtsanwalt I zu Darmstadt; Johann Baptist Scherfius aus Ockenheim wegen Körperverletzung vom Großh. Amtsanwalt zu Alzey; Dienstknecht Karl Gottfried Schönleber aus Perouse wegen Diebstahls von Großh. Staatsanwaltschaft Darmstadt; Blumenverkäuferin Antonie Spycha- lowicz aus Adelnau wegen gleichen Vergehens von Großh. Staatsanwaltschaft Gießen; Dienstknecht Peter Stein aus Hammelbach i. O. wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amtsgericht Pfeddersheim; Glasmacher August Eller aus Kreuznach, Techniker Karl Holzhäuser aus Saarbrücken, Kindermädchen Rosa Krämer aus Wiesgen, Schmiedegeselle Wilhelm, gen. Valentin Kratz, aus Stromberg und Küfer Hermann Zahn aus Cumenau, sämtlich wegen Straf- Vollstreckung vom Großh. Amtsgericht Bingen; Dienstmagd Katharina Gemein der aus Biebrich, Schuhmacher Konrad Odenwald aus Fulda, Rekommandeur Heinrich Leube aus Besenkamp, Taglöhnerin Elise Bub aus Mainz und Dienstmagd Marie Stadtmüller aus Ingolstadt, sämtlich wegen Strafvollstreckung vom Großherzogl. Amtsgericht Mainz.
Darmstadt, 12. Dezember. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben heute mittag 128/4 Uhr den bisher am Großherzoglichen Hofe beglaubigten König!. Preußischen außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister Wirklichen Geheimerat Grafen v. d. Goltz behufs Entgegennahme seines Abberufungsschreibens in besonderer Audienz zu empfangen geruht.
A Babenhausen, 12. Dezember. Einen gesegneten Appetit entwickelt offenbar der Metzger und Schweinehändler P. E. in unserer Nachbargemeinde Schaafheim. Derselbe vertilgte nämlich dieser Tage in 1^ Stunden eine Fleischwurst von 1.20 Meter Länge und über 3 Centimeter Dicke. Dazu goß er ein ansehnliches Quantum Bier „hinter die Binde". Es war dies eine Gratis-Mahlzeit. Ebenso tüchtig vermag E. aber auch zu arbeiten. Unlängst trug er ein Viertel Fleisch von Großostheim nach Schaafheim, führte gleichzeitig eine Kuh und trieb zwei Schweine. In Großwallstadt kaufte er sich einen Wagen und zog denselben, da ihm ein Gespan« fehlte, die 2*/, Stunden Wegstrecke nach Hause.
A Seligenstadt, 12. Dezember. Die Ehefrau eines hiesigen Schreinergesellen glitt auf ihrer Haustreppe aus Und erlitt einen schweren Knöchelbruch des rechten Fußes. — Das zehnjährige Söhnchen einer hiesigen Arbeiterfamilie fiel gestern im Wohnzimmer beim Spielen wider den glühenden Ofen und zog sich namentlich längs des linken Beines entsetzliche Brandwunden zu.
A Bieber bei Offenbach, 12. Dezember. Der Jagdaufseher Ulbrich dahier fing dieser Tage im hiesigen Gemeindewalde mittelst einer Teller falle einen Fuchs, der ein Lederhalsband mit einem Stück Kette trug. Der bisherige Gefangenschaftsort des Ausreißers konnte bis jetzt nicht ermittelt werden. Ulbrich fing jetzt schon drei mit Halsbändern versehene Füchse. Junge Füchse sollte man nie in der Gefangenschaft halten, vielmehr sofort töten. Sie nehmen in der Gefangenschaft doch jede G legenheit zur Flucht wahr und werden dann dem Wildstande gefährlich.
A Aus dem unteren Maingau, 12. Dezember. Die Maul- und Klauenseuche greift trotz der behördlichen Bekämpfungsmaßregeln immer weiter um sich. Im Herbst trat die Seuche nur vereinzelt auf und jetzt sind die meisten Gemeinden des Gaues durchseucht. Viele Tiere fielen der Seuche bereits zum Opfer und vielerorts herrscht Mangel an Milch für die Kinder, da die Milch erkrankter Tiere nicht als Kindernahrung gebraucht werden kann, auch Erwachsenen nicht dienlich ist. Manche Landwirte erleiden an gefallenem Vieh, an verlorener Milch und durch den Verlust bei Abschaffung anderer Tiere empfindlichen Schaden.
Mainz, 11. Dezember. Der bekannte Löffler'sche Mäusebazillus wird gegenwärtig auch in hiesigen Fabriken, Brauereien, Mälzereien u. s. w. mit Erfolg gegen das Ueberhandnehmen der Mäuse angewendet. In verschiedenen hiesigen großen Etablissements, die von Mäusen wimmelten, wurde das Mittel angewendet, und im Verlaufe von etwa 14 Tagen waren keine Mäuse mehr zu spüren.
Mainz, im Dezember. Am nächsten Donnerstag, 14. d. Mts., vormittags 11 Uhr, hält der Mittel rheinische Fabrikanten-Verein eine Versammlung im Kasino „Hof zum Gutenberg" hier ab. Auf der Tagesordnung steht ein Vortrag des Reichskommissärs für die Weltausstellung in Paris, Herrn Geh. Regierungsrat Le- wald, über die Weltausstellung, sowie ein Vortrag des Herrn Redakteur W. Jutzi von Köln über den deutschen Geldmarkt im Jahre 1899. — Nachmittags 2»/t Uhr unternimmt der Verein eine Besichtigung des neuen städtischen Schlachthauses und Viehhofes und des Dampfsägewerks der Firma Dülken, Kaufhold & Cie. auf der Ingelheimer Aue.
Wiesbaden, 11. Dezember. Die Kurhausn eubau- frage wirbelt gegenwärtig wieder einmal viel Staub auf. Der derzeitige Kurdirektor v. Ebmeyer hat nämlich eine Broschüre erscheinen lassen, die in ihren Ausführungen auf die unbedingte Notwendigkeit eines Kurhausneubaues hinweist. Von anderer Seite wird in den Tagesblättern gefordert, die Wiesbadener Einwohner gänzlich vom Kurhausbesuch auszuschließen, es werde dann Platz genug für die Fremden sein und das Kurhaus noch für Jahrzehnte völlig genügen. Diese Auslassung rief nun einen Strom der Entrüstung bei den zahlreichen Wiesbadenern hervor, die tägliche Besucher des Kurhauses sind. Man ist hier gespannt, wie die Angelegenheit endet, jedenfalls verläuft der ganze Streit im Sand, das alte Kurhaus, das seit 1810 Dienst thut, bleibt stehen, in demselben machen sich die Wiesbadener breit, während die zahlreichen Fremden in den feinen Hotels „Metropole", „Kaiserhof" u. s. w. nach wie vor große Summen verzehren und der städtischen Kurverwaltung das Nachsehen lassen.
Cafsel, 11. Dezember. Heute vormittag erregte auf dem Oberstadtbahnhof ein martialisch aussehender Herr durch sein aufgeregtes Wesen allgemein die Aufmerksamkeit der Beamten. Als dann um 11 Uhr 50 Min. der Zug von Bebra einlief, sah man, wie der Herr auf zwei dem Zuge entsteigende junge Leute zueilte, und dieselben mit in den Wartesaal zog. Wie sich ergab, war der Fremde ein in Heidelberg wohnender Rentier, dessen Sohn, ein 16jähriger Gymnasiast, im Verein mit einem gleichaltrigen Mitschüler sich heimlich aus dem Elternhause entfernt hatte, Hm über Hamburg nach Transvaal zu reisen und den Freiheitskampf . der Buren gegen die Engländer mit kämpfen zu helfen. Nur einem Zufalle war es zu verdanken, daß die Abschiedsbriefe früher, als beabsichtigt in den Besitz der Angehörigen gelangten, und so wurde es ermöglicht, die jugendlichen Ausreißer noch rechtzeitig hier abzufangen und mit ihnen die Rückreise anzutreten.
Gerichtssaal.
Darmstadt, 12. Dezember. (Schwurgericht.) Wegen einer vor über 5 Jahren verübten That stand gestern der am 12. April 1870 hier geborene, ledige, unbestrafte Gärtner Wilhelm Hallenberger unter der Anklage des versuchten Totschlags. Es handelt sich bei dieser Strafsache um ein Liebesdrama, das sich am 26. Juli 1894 in der Dienerwohnung des hiesigen Amtsgerichts I abspielte und nur durch eine seltene Fügung die meuchlings Ueberfallene mit verhältnismäßig nicht bedeutenden Verletzungen davon kommen ließ. Der Angeklagte kannte die letztere, eine Tochter des Amtsgerichtsdieners R. schon seit seiner Kindheit, war ihr nach seiner Rückkehr aus der Fremde im Jahre 1893 näher getreten und beide hatten sich im Mai 1894 verlobt. Als H, der damals eine Gehilfenstelle im Herrengarten inne hatte, die Gründung eines eigenen Geschäfts in einer den Verhältniffen nicht entsprechenden, gewagten Weise (Mietung eines Ladens für über tausend Mark) beabsichtigte und die Eltern seiner Braut deshalb mit pekuniären Anforderungen anging, kam eS zu Zerwürfnissen, und die Verlobung wurde seitens der R's aufgelöst. Frau R. machte dem H. diese Eröffnung am 25. Juli, worauf derselbe unter Drohungen das Haus verließ. Er versuchte am nächsten morgen erfolglos eine Wiederanknüpfung und kaufte alsdann bei Büchsenmacher Knies einen Revolver mit scharfer Munition. Gleich darauf betrat er nochmals die R'sche Wohnung, entfernte Frau R. durch das Verlangen der Aushändigung seines Verlobungsringes auf einen Augenblick und stellte während ihrer Abwesenheit seine am Tisch sitzende frühere Braut zur Rede. Als diese seine Frage, ob sie mit der Auflösung einverstanden sei, bejahte, feuerte H. mit den Worten: „Ich will Dir das Gesicht verschinden, daß Dich keiner mehr mag" aus unmittelbarer Nähe vier scharfe Schüsse auf das junge Mädchen ab. Die Angefallene sprang auf und der erste nach dem Gesicht gerichtete Schuß traf sie am Oberkörper, die zweite Kugel verursachte an gleicher Stelle eine Kontusion und die dritte verletzte die Hand. Der Thäter lag hierauf, während sein Opfer in ein Nebenzimmer gebracht war und man nach der Polizei ging, anscheinend besinnungslos kurze Zeit am Boden, raffte sich dann auf, sprang aus dem Fenster 4,50 Meter tief in den Garten und entfloh. Er kaufte sich für seinen in der R 'schen Wohnung zurückgelassenen Hut noch einen neuen, eilte dann angeblich an den Kranichsteiner Teich, sprang hinein, gelangte jedoch als guter Schwimmer wieder ans Ufer und wandte sich ins Ausland. Den größten Teil der folgenden Jahre hielt er sich in der Schweiz auf, war aber vorübergehend in Frankreich und Italien und kehrte in diesem Jahre nach Deutschland zurück. Im Oktober wurde er in Boppard, wo er in Arbeit stand, verhaftet.
Er stellte in der Verhandlung die Tötungsabsicht in Abrede und gab eine sich widersprechende Schilderung des Vorgangs. Er habe nur die Absicht gehabt, seine Braut zu erschrecken und dadurch wieder an sich zu fesseln Zur Ausführung der That sei er durch schwere Vorwürfe der R. gereizt und erst wieder seiner Sinne mächtig geworden, als er aus dem Teiche ans Ufer gelangt war. Entgegen seinen früheren Vernehmungen brachte er in der jetzigen Verhandlung neu vor, daß seine Erregung unmittelbar vor den Schüssen durch neue Vorwürfe seiner Braut noch gesteigert worden sei, was diese Zeugin entschieden bestreitet. Der Sachverständige, Büchsenmacher Knies, hat durch Versuche festgestellt, daß eine Kugel aus dem fraglichen gezogenen Revolver auf 12 Schritte ein 2*/2 Centimeter starkes Brett glatt durchschlägt. Die damals Verletzte war mehrere Wochen an ihren Wunden krank und es mußten ihr zwei Kugeln herausgeschnitten werden
Im weiteren Verlauf der Verhandlung sagte die Zeugin Ehefrau R. aus, daß der Angeklagte am Tage der That morgens bei ihr den Versuch gemacht habe, sie zu einer Rücknahme der Verlobungsauflösung zu bewegen. Sie habe ihm dies im Interesse ihrer Tochter abgeschlagen und H. habe sie daraufhin mit der Drohung verlassen, wenn er seine Braut nicht bekomme, solle sie auch kein anderer haben. Zeuge Dr. Nöllner, der unmittelbar nach der That ärztliche Hilfe leistete, bestätigte, daß ihm Frau R. alsbald damals diese Aeußerung H.s mitgeteilt habe; er deponierte weiter, daß die Hauptwunde durch Eindringen einer Kugel in die Seite verursacht war und nur durch Anprallen an eine Rippe, sowie schrägen Verlauf eine sehr gefährliche, wahrscheinlich tötliche Verletzung verhindert wurde. Auch die durch die zweite Kugel hervorgerufene Kontusion faß an einer gefährlichen Stelle und die dritte Kugel traf die Hand, welche die Ueberfallene auf die erste Wunde preßte. Der Sachverständige, Kreisassistenzarzt Dr. Schäffer, stimmte den Ausführungen bezüglich der Gefährlichk-rt bei. An die Geschworenen wurde die Frage auf Totschlagsversuch und auf Antrag der Verteidigung diejenige wegen mlldcrnder Umstände gerichtet. Die Stellung einer werteren Frage auf gefährliche Körperverletzung war durch Verjährung dieses eventuellen Vergehens ausgeschlossen, da seit der damaligen h toten auf Strafverfolgung H.s gerichteten richterlichen Handlung und der neuerdings vorgenommenen ersten solchen Handlung fünf Jahre i «-rstrichen waren. In dem lebhaften 1'/.stündigen Plaidoyer sprach Großh. Oberstaatsanwalt Dr. Preetorius für Bejahung der Schuld, die sehr nahe an Mordversuch anstretfe, während der V rteidiger, Rechtsanwalt Dr. Reis, auf Grund der bei der That gefallenen Aeußerung H.s den Tütungsvorsatz bestritt und für Verneinung der Schuldfrage, eventuell für mildernde Umstände eintrat Nach kurzer Beratung bejahten die Geschworenen beide Fragen. Der Gerichtshof erkannte dem staatsanwaltlichen Antrag gemäß auf eine Gefängnisstrafe von 2 Jahren 6 Monaten und rechnete keine Untersuchungshaft auf. Der Verurteilte
erkannte die Enffcheidung an. — Hierauf wurde die SchwurgerichtS- tagung geschlossen.(D- Z )
Universität und Hochschule.
- Bonn, 12 Dezember. Der Besuch der Universität stellt sich im laufenden Winters m fier nach dem amtlichen P^sonatoe'zetchut« auf 1886 Studieren!e gegen 1780 im vorigen Wintersemester. Die höhere Zahl detz laufenden Semesters ergieb, sich aus dem g'vtzeren B stand vom abgelautenen Sowmerfemrster, der hofo Dee außergewöhnlich sta ken Abgangs von 719 roch immer 1440 beträ.t. Der Zugang von neuen Studierenden ist ungefähr derselbe geblieben wie im Vorjahre: 446 gegen 440; der ungewöhnlich starke Abgang Um vorigen Herbst belief sich derselbe nur 656) hat die Gesam ziffer deS Besuches etwas hinter den E Wartungen zwückbteib'N 'affen, vtach den Fakultäten verteilen sich die eingetragenen Studurend'N folgenver^ maßen: 281 katholische Tbeologen. 82 eva» elische LH o-o^en, öiu Juristen, 254 Medizi5 er, 756 Angehör-ge der philosophischen Fa r-l-at. Der Zuwachs kommt vorzugsweise der juristischen (.0) und der philosophischen Fakultät <b5) zugute. In der l.tzteren hvt wtedec die math matilch-naturwiffei.schattliche Sektion am «eisten gewonnen: 28. D>e übrigen Fakultäten bezw. Abteilungen (S kt-on'n) haben gleichfalls einen kleinen Zuwachs erfahren. Von den eingeschriebenen Studierenden gehören 57 dem Ausland an (22 Ruffen, je 7 F-anzofeu und Amerikaner, je 5 Belgier und Engländer 2 Japaner vsw.) Von den Deutsch n bilden die beiden Nachbarpiovinzen Rheinland und Westfalen den Haup'bestandteil: 1274 und 212. Ihnen am nächste» kommt Hessen-Nassau m>t 78, Hannover mit 47 und d'e Provinz Sachsen m t 32 Unter den üb tuen deutschen Staaten ftebt « Idenburg und Elsaß Lotdrir gen an der Spitze mit 21 und 19, daran schließt sich Hamburg mit 11 A ß r den tmmatrckulierten Studierenden nehmen an de» Vorlesungen teil 143 Hospitant n, darunt.r 55 Damen. Die letzteren ha m gegen das vorige Winters, mester um 29 zvge- nommen. Sie stehen im Alter von 17 bis 75 Jahren und sind mit Ausnahme von 3 Russinnen, 1 Amerikanerin und 1 Sizilianerin Deutsche. Fünf sind v>rüe'ratet. Die Studienfächer der Damen sind: 2 Theologi-, 2 M.d'zi -, 2 Philosophie, 3 Ge chichle, 1 Mathematik, 1 Naturwffsei schalten, 1 Zahnbeilkunde, die übrigen Kunst, Literatur und Sprachen. Seit dem 75jährigen Jubiläum der Uni- versttät (Herbst 1893) bat sich der Besuch der U tversttät um gmau 500 gesteigert. — Der Großherzoa von M cklenburg chw"in wird sicherem Vern-Hmen noch zu Ostern k. I. die rheinische Hochschule bczi hm; der Kronpri z deS Deutschen Reichs dagegen .rst, soweit b.s jetzt b'kannt geworden, zum H rbft k. I.
— München, 12. Dezember. Wie verlautet, beträgt das Gehalt des dorthin übersiedelnden Physikers Professor Dr. von Röntgen 12,000 Mk., zu denen noch Nebeneinnahmen (vurch Kolleggelder u. s. w.) in der Höhe von rund 20,000 Mk. hinzukommen.
— Zürich, 12. Dezember. Im egenroärtigen Winterfemefier zählt die hiesige Universität 735 Studierende, darunter 170 Studentinnen, welche in ihrer Mehrzahl (124. bei der medizmffchen Fakultät inskribiert sind Dem Auslande gehört sowohl der größte Teil der Studierenden wie der 170 Studentinnen an, von welch letzteren nur 20 Schweizerinnen, 150 dagegen Ausländerinnen, zumeist Russinnen, sind.
Frauenstudium. Der Zudrang von studierenden Frauen zur Berliner Universität ist in diesem Winter ganz besonders stark. Bis jetzt siud bereits 372 Frauen als Gastzuhörerinnen zuge'assen, gegen 241 im vorigen Winter und 186 im letzten Sommer. Nach den vorliegenden Gesuchen ist zu erwarten, daß die Zahl bald auf 400 steigen wird Die Ausländerinnen stellen ein beträchtliches Kontingent; immerhin sind die deutschen Besucherinnen noch entschieden in der M hrheit. Die Hauptgruppe bilden Lehrerinnen, die sich zur Oberlehre'innenprüfung vorbereitm und an der Universität die treffliche Gelegenheit für ihre Studien finden — Zu den diesjährigen philosophischen Lehramtsprüfungen hier in München war zum ersten Mal in Bayern eine Dame zugelassen. Sie bestand die Prüfung und zwar in der Abteilung für klassische Philologie. — Die Universität Würzburg hat die erste Studentin in diesem Wintersemester aufzuweisen. Eine Dame au8 München, die die Abiturientenprüfung bestanden, wurde durch Ministerialentschließung auf Grund der Universitätsfavungen als Hörerin medizinischer und naturro ssenschaftlicher Vorlesungen zugelasfin. — Der erste akademisch gebildete weibliche Lehrer Bayerns dürfte Fräulein Dr. Kipf- müller sein, die als „Ordinarius" der achten Klaffe der städtischen höheren Mädchenschule zu Nürnberg Anstellung gefunden hat. Die Promotion war rite in Heidelberg erfolgt. — liebet Frauenstudium an der Wiener Universität endlich finden sich in der „Wiener Hochschul- Korr." folgende Mitteilungen: Es wurden im laufenden Wintersemester an der philosophischen Fakultät der Wiener Universität 13 ordentliche und 34 außerordentliche Höre»innen neu inskribiert. Außerdem wurde 44 Frauen die ®eroiUigir g einzelner Vorlesungen als Hospiiantinnen erteilt Rechnet man hierzu die im letzten Studienjahre inskribierten 39 Hörerinnen, so ergibt sich für dieses Wintersemester eine Gesamtfrequenz von 130 Frauen.
Theater.
— Turgenjew über Garah Bernhardt. Im „Atlantic Monthly" werden einige neue Briefe von Turgenjew veröffentlicht, die den berühmten Dichter als scharfen Kritiker erscheinen lassen. Namentlich mit SarahBernhard geht er scharf ins Gericht. Er schreibt im Jahre 1882 folgende vernichtende Kritik: „Diese Frau ist klug und geschickt, sie kennt ihr Geschäft bis in die Fingerspitzen, ist begabt mit einer reizenden Stimme und hat eine gute Schule durchgemacht, aber sie hat nichts Natürliches an sich, überhaupt kein künstlerisches Talent, und sie versucht das durch pariserische Zügellosigkeit zu ersetzen. Sie ist durch und durch mit „Chik", Reklame und Pose erfüllt. Sie ist monoton, kalt und trocken, kurz ohne einen einzigen Funken von Talent in höherem Sinne . . . Sie müssen mir erlauben, Augier zu zitieren, der einmal zu mir äußerte : „Man sagt von ihr, daß sie aud einem „Packet von Nerven" besteht, aber sie ist eine Sammlung von Kniffen. Sie werden nun fragen: Woher denn ihr Weltruf! Was kümmere ich mich darum! Ich spreche nur von meinem eigenen Gefühl, und ich bin froh, jemand zu finden, der meinen Standpunkt unterstützt!"
Jagd und Spart.
Breslau, 9. Dezember. Die erste schlesische Geweih- und Ge- hörnausfiellung wurde heute mittag eröffnet. Unter den Ausstellern befinden sich Kaiser Wilhelm und die Könige von Sachsen und Württemberg. Der König von Sachsen wird Montag die Ausstellung besichtigen
Wetterbericht. Das barometrische Maximum hat seinen Bereich südwärts bis zur Balkan-Halbinsel ausgebreitet, nachdem über Süd Ost- Europa der Luftdruck stark zugenommen hat. Dagegen besteht Über dem Mittelmeergebiet niederer Druck fort. Auch von Westen her ragt eine größere Depression in den Kontinent h-rein. Dieselbe weist brüte zwei Zentren auf, von denen das eine nördlich von Schottland, daS zweite im Südwesten Englands liegt. In den kontinentalen Lagen herrscht meist nebeliges ober trübes Wetter. Die Temperaturen sind andauernd sehr tief. — Voraussichtliche Witterung: Meist trübes Frostwetter mit stell-nweisen Schneefällen.
Schöner noch
als im Vorjahre sind die diesjährigen Weihnachtkartons der Doerings Seife mit der Eule. Sie bieten aber außer Eleganz noch das Vorteilhafte, daß auch der Inhalt wertvoller ist, denn sie enthalten diesmal 2 St. Doerings Seife und 1 St. hochfeinst mit Blumenduft parfümierte Eulen-Seife, welche letztere weit teurer ist. Ein Weihnachtskarton mit Doerings Seife ist in der That eine nobele und sehr nützliche Beigabe zu Festgeschen'en und sollte überall beigegeben werden. 8500-
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32 Buchen De = 0,86 f
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^aiMdorf, \
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^kaufen.
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