Ausgabe 
14.11.1899 Erstes Blatt
 
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1899

Dienstag den 14 November

Rt. 268

ErstesBlatt.

Gießener Anzeiger

General-Mnzeiger

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2 Mark 20 Pf'

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2 Mark 50 Wt vierteljährlich

Großen-Buseck, Großen-Linden, Hausen, Heuchelheim, Klein-Linden, Lang Göns, Leihgestern, Lollar, Mainzlar, Oppenrod, Reiskirchen, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Steinbach, Treis a. d. Lda, Trohe, Watzenborn mit Steinberg, Wieseck, Winnerod.

3. Wahlbezirk Grün berg mit 1 Mitglied, umfassend die Orte des Kreises Gießen, die zu den Amtsgerichten Grünberg und Homberg a. d. Ohm gehören, nämlich Beltershain, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg, Har­bach, Kesselbach, Lauter, Lindenstruth, Londorf, Lumda, Odenhausen mit Appenborn, Queckborn, Reinhardshain, Rüddingshausen, Saasen mit Bollnbach, Veitsberg und Wirberg, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain und Weitershain.

4. WahlbezirkLich-Hungen mit 1 Mitglied, umfassend die Orte des Kreises Gießen, die zu den Amtsgerichten Lich, Hungen, Butzbach, Laubach und Nidda gehören, nämlich: Bellersheim, Bettenhausen, Birklar, Dorf- Gill, Eberstadt mit Arnsburg, Ettingshausen, Grüningen, Hattenrod, Holzheim, Hungen, Inheiden, Langd, Langs­dorf, Lich, Münster, Muschenheim mit Hof-Güll, Nieder Bessingen, Nonnenroth, Obbornhofen, Ober- Bessingen, Ober-Hörgern, Rabertshausen mit Ringels­hausen, Rodheim mit Hof Graß, Röthges, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, Villingen.

Gießen, den 10. November 1899.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Bechtold.

1 Besitzstandsverzeichnis,

1 Gütergeschoß,

das Protokollbuch, Einsicht der Beteiligten offen. Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hier-

GrWskeikagrn: Gießenrr Fsmilirnblütter, Der hessische Landwirt, Kl Wer für hessische Volkskunde._________________

Ibreffe für Depeschen: Jbqcifitt frttfcr*.

Fernsprecher Nr. 61.

L. Mainz, 12. November. Im Schauspielpersonal des Stadtihealers findet immer noch ein Kommen und Gehen statt, was der künstlerischen ThLttakeit selbstoerststSndlich nichts weniger als nützen kann. Eine Ausführung desHüttrnbesitzers hat die gänzliche Untaugltchkeit einer großen Anzahl von Mägliedern be­wiesen; da He>r Steinbach eben vorwiegend Musiker ist- hätte er vor allem einen tüchtigen Regisseur engagiei en sollen, den scheint er aber in Herrn Benno kaum zu besitzen, denn jenem Herrn ist durch seine falsche Besatzung der Hauptanteil an diesem M ßerfolge zuzuschreiben. Die Direktion hofft immer noch, durch NachengagementS Besserung zu schaffen, was ihr kaum jetzt noch gelingen dürste. Nachdem die Damen Mizzi Meyer vom R fidenzth-ater in Druden und Theres Schott vom k. k. LandeSthcater in Prag ihre UntaugUchkett, das Fach einer sentimentalen Heldin auszusüllen, bewie en haben, wird Mon­tag ein Fräulein Charlotte Landau vom Hostbeater in Koburg als Anne Lise in Hermann Herrschs gleichnamigen Schauspiel debütieren. Auch mit der Ausführung des Aubstattungsslück.sFrau Venus von Blumenthal und Paequö hat die D»rekiion keine künstlerische That vollbracht, obgleich das Stück sogar ein von 36 Damen ^ge­tanztes Amazonen-Ball t enthält. Die Ausstattung und die Kostüme sind prächtig, der Inhalt mag-r, die Musik von R. da ist ein Pot­pourri aus allen möglichen und unmoglischen Optrettm. Man hatte noch ringe Wochen mit diesem Stück warten sollen, dann hatte man eS ja als Weihnachtskowödte bringen können, so harm'os ist dasselbe. Trotzdem wird daS Stück, das im Jahre 1893 in Berlin im seligen V'kiortatheater über 300 Mal aufgeführt wurde, auch hier seinen Zweck erfüllen, es wird näml-ch die Kasse füllen. DaS Opernpersonal kann genügen, einige Mitglieder find sogar hervorragend, durch die Krankbeit des Heldentenors Frank wurde in der Oper, in der letzten Zeit, nichts Besonderes gebo'en. Im 3.Symphoniekonzert am Freitag wirkte der hervorragende Geiger Prof. Eugen Jsaye aus Brussel, unter großem Betfall, als Solist. Zur Erinnerung an Karl DitterS von Dittersdorf, den Schöpfer der deutschen komischen Oper, gelangte dessen Symphonie in C-dur zur Aufführung. An weiteren Orchester- nummern wurden die symphonischen Variationen von Nicods zum erstenmale, sowie die Egmont Ouvertüre von Beethoven gespielt. An Novitäten und Neueinstudierungen find kA. nächste Zeit, Max Dreyers LustspielIn Behandlung" Schmidt HäßlersHe.bst und Wohlthättge Frauen" im Schauspiel, sowie in der Oper neben ältern Opern, Künzls Eoangelimann zu erwarten.

Bekanntmachung,

betr.: Wie oben.

Unter Hinweis auf vorstehende Bekanntmachung bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß Großh. Ministerium des Innern auf Grund des Art. 8 des Gesetzes vom 17. November 1871 über die Handelskammern bestimmt hat, daß der Bezirk der Handelskammer Gießen zum Behuf der Wahl ihrer Mitglieder in sechs Wahlbezirke eingeteilt wird, von denen folgende für den Kreis Gießen in Betracht kommen:

1. Wahlbezirk Gießen Stadt mit 9 Mitgliedern.

2. ,, Gießen Land mit 2 Mitgliedern, um­

fassend die Orte des- Kreises Gießen, die zu dem gleichnamigen Amtsgericht gehören, nämlich: Albach, Allendorf a. d. Lahn, Allendorf a. d. Lda., Allerts­hausen, Alteu-Buseck, Annerod, Bersrod, Beuern, Burkhardsfelden, Climbach, Daubringen, Garbenteich,

Feuilleton.

Irene Mesch.

(aut Anssllbrung von IbsensNora" am Donnerstag den 16. November.)

Die Darstellung der Nora in Ibsens gleichnamigem Schauspiel gilt als eine der schwierigsten Aufgaben, die der Dichter einer Schauspielerin gestellt hat, und deshalb haben sich die berufensten Künstlerinnen mit Vorliebe an dieser Rolle versucht. So namentlich Agnes Sorma, welche denn auch in erster Linie für diese Gastrolle vom -rcheater- verein ausersehen war. Obwohl diese einzig dastehende Künstlerin sofort ihre Bereitwilligkeit erklärte, die Nora hier zu spielen, so mußten doch die Verhandlungen wegen der immensen Honorarforderung abgebrochen werden. Nunmehr kam eine Künstlerin in Betracht, welche der Sorma als Nora-Darstellerin seit einem Jahre erfolgreiche Konkurrenz »acht und jetzt zu den vorzüglichsten Vertreterinnen dieser Rolle gezählt wird* die jugendliche Irene Triesch vom Schauspielhause in Frankfurt. Seit kurzer Zeit erst gehört sie der Frankfurter Bühne an, aber lange durfte sie trotzdem nicht mehr ihr zuzuzählen sein, da sie fortwährend die glänzendsten Engagementsanträge von den größten Buhnen erhält. Wahrscheinlich wird sie schon im kommenden Jahre an daS Hoftheater nach München übersiedeln, wo sie bald »ach ihrem hiesigen Auftreten ein Gastspiel absolviert. Diese Gastspielreise wird sie weiter noch über eine große Zahl von Bühnen sühren.

Irene Triesch glüht von echter Begeisterung für ihren Beruf, sie besitzt edlen Idealismus, der zur Vollendung strebt. Wer die Künstlerin einmal gesehen hat, sei es als

Gießen, den 10. November 1899.

Betr.: Organisation der Großh. Handelskammern in der Provinz Oberhessen.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises.

Wir beauftragen Sie, die vorstehenden Bekanntmachungen in Ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntnis zu bringen.

v. Bechtold.

insbesondere im Falle einer gesetzlichen Regelung der Nind- viehversicherung Gebrauch gemacht werden wird.

Gießen, den 11. November 1899.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

I. V.: Dr. Wagner.

Bekanntmachung.

Der Viehversicherungsgesellschaft a. G. zu Plau i. M. ist seitens des Großh. Ministeriums des Innern auch der Abschluß von Rindviehversicherungen unter Aufrechterhaltung der früheren Bedingungen auf Widerruf mit der Maßgabe gestattet worden, daß von dem Vorbehalt des Widerrufs

Bekanntmachung,

die Organisation der Handelskammern in der Provinz

Oberhessen betr.

Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung vom 24. Februar 1872, betr. die Errichtung einer Handels­kammer zu Gießen, sowie vom 10. Mai 1898, betr. die Errichtung einer Handelskammer für die Stadt und den Kreis Friedberg, wird hierdurch auf Grund Allerhöchster Entschließung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs vom 25. l. Mts. zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß mit Wirkung vom 1. Januar 1900 ab der Bezirk der Großh. Handelskammer Gießen auf die Kreise Gießen, Als­feld und Lauterbach, derjenige der Großh. Handels­kammer Friedberg auf die Kreise Friedberg, Büdingen und Schotten ausgedehnt und die Zahl der Mitglieder der Großh. Handelskammer Gießen auf 18, diejenige der Großh. Handelskammer Friedberg auf 14 erhöht wird.

Die Kammern führen den Namen:Großh. Handels­kammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauter­bach", sowieGroßh. Handelskammer Friedberg für die Kreise Friedberg, Büdingen und Schotten".

Darmstadt, den 26. Oktober 1899.

Großh. Ministerium des Innern.

Rothe. Matthias.

Bekanntmachung.

Betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Daubringen.

In der Zeit vom 14. November l. I. bis einschließ­lich 27. November l. I. liegen auf dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Daubringen die Arbeiten des II. Abschnittes vom I. Felde rubr. Feldbereinigung, nämlich:

2 Bonitierungskarten,

Nora oder als Jüdin von Toledo, als Clara inMaria Magdalena", als Magda, der vergißt sie so leicht nicht, er bleibt befangen von dem tiefen Eindruck, den er in diesen meisterlich dargestellten Nollen von ihr erhält.

Frl. Triesch ist 1877 in Wien als jüngste von vier Geschwistern geboren und unter manchen Entbehrungen auf­gewachsen. Ihre Vorliebe für die Bühne zeigte sich sehr früh, oft erheiterte sie ihre, von der Not des täglichen Lebens niedergedrückten Eltern durch ihre deklamatorische und schauspielerische Begabung. Noch sehr jung kam sie auf das Wiener Konservatorium, wo sie aber wenig lernte und für talentlos gehalten wurde. Bald jedoch trat der Wendepunkt in ihrem Leben ein, als 16jährige wurde sie nach Berlin an das Residenztheater engagiert. Und da machte sie 1895 die Bekanntschaft des berühmten Mitter- wurzer, als sie für eine erkrankte Kollegin einmal eine größere Rolle spielen mußte.Mädel", sagte Mitterwurzer oft zu ihr,Du hast ja den Teufel im Leib, Du wirst einmal mein Stolz sein. Aber sei ernst, arbeite, ringe Dich empor! Der Sieg ist Dir dann gewiß!" Von Berlm kam die Künstlerin an das von Drast begründete Münchener Schauspielhaus, und auch Drast nahm sich ihrer hingebend an. Als Drast die Direktion abgab und die Künstlerin einen wahrhaft väterlichen Freund an ihm verlor, da brach sich ihr einmal gewecktes Talent selbständig Bahn und schnell bewährte es seine Kraft. c,

Irene Triesch's Lieblingsrollen sind solche, in denen sich Leidenschaft äußert, die Darstellung kühler, ruhiger Charaktere liegt ihr fern. Mit emsigem Fleiß ist die Künstlerin bestrebt, neue Rollen ihrem Repertoire einzufügen.Meine Kunst ist mein Leben, ist mein Hoffen und Erwarten, mein Wünschen und meine Erfüllung." Das sind die eigenen, wahrhaft schönen Worte der trefflichen Schauspielerin.

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gegen findet statt:

Dienstag, 28. November 1899, vormittags 1112 Uhr

im Gemeindehaus zu Daubringen, wozu ich die Beteiligten unter dem Ansügen einlade, daß die Nichterscheinenden mit Einwendungen ausgeschlossen sind. Einwendungen find schriftlich abzufassen, zu begründen und auf Papier in Aktengröße (mindestens */2 Bogen) einzureichen.

Friedberg, 8. November 1899.

Der Großh. Bereinigungskommissür.

S ü f f er t, - Kreisamtmann.

* Vom Kriegsschauplatz. Ladysmith vor dem Falle.

Alle Anzeichen sprechen dafür, daß der Fall von Lady­smith unmittelbar bevorsteht. Selbst der britische Genfer kann den Ernst der Lage nicht mehr verheimlichen und läßt zunehmend pessimistische Telegramme über Ladysmith durch, um die Gemüter in England auf das Unvermeidliche vor­zubereiten. Die Hauptsache aber ist, daß Lord Salis­bury selbst in seiner Rede beim Lordmayers Banket es für angezeigt fand, zum ersten Male ein Zugeständnis dahin abzugeben, daß die Engländer möglicherweise noch vor dem Eintreffen von Verstärkungen ihre Stellungen in Natal räumen müßten. Das kann sich nur auf Ladysmith und vielleicht noch auf Pietermaritzburg und Durban beziehen. Ob es dem General White überhaupt noch möglich ist, sich aus Ladysmith zurückzuziehen, ist sehr fraglich, nachdem sein