Darmstadt, 13. Oktober. 11"Vorm. (Telegramm des Gießener Anzeiger). Das Urteil in dem Strafprozeß des Redakteurs Giesen von der „Frankfurter Zeitung" und Genoffen wurde soeben verkündet. Chefredakteur Giesen erhalt 6 Monate Gefängnis und hat die Hälfte der Kosten zu tragen. Redakteur Köpgen (Mainzer Journal) wird zu 500 Mk. Geldstrafe eventl. 100 Tagen Gefängnis, und Redakteur Malten (Mainzer Neueste Nachrichten) zur gleichen Strafe verurteilt. Die beiden Letztgenannten sollen die andere Hälfte der Kosten tragen. — Dem beleidigten Ministerium wird gestattet, den Tenor des Urteils auf Kosten der Verurteilten in der „Darmstädter Zeitung", der „Frankfurter Zeitung", dem „Mainzer Journal" und den „Mainzer Neuesten Nachrichten" einmal einzurücken. Die Exemplare, in welchen der Artikel erschienen, werden eingezogen. Bei der Strafbemeffung kam erschwerend in Betracht, die schwere Beleidigung in zweifacher Beziehung: einer Verfaffungsverletzung, ferner der Vorwurf der absichtlich wissentlichen, falschen Anschuldigung der fortgesetzten Ungerechtigkeit des Ministeriums. Weder der Verteidiger noch der An- geklagte waren zur Urteilsverkundigung erfchieueu.
i gegeben worden seien. Er habe den Auftrag gehabt, eine formelle Disziplinaruntersuchung einzuleiten; er sei dem nachgekommen, habe die Anklage beim Disziplinargericht erhoben; auch sämtliche Gerüchte über Küchler seien in Betracht gezogen worden, nach Abschluß der Untersuchung habe er sich aber nicht für eine Ausdehnung der Disziplinaruntersuchung entscheiden können. Der Ausgang der öffentlichen Klage gegen Rapp sei nicht deshalb nicht abgewartet worden, um den Direktor Küchler zu schützen, sondern in der Erwartung, daß Küchler die richterlichen Funktionen nach Abschluß des Disziplinarverfahrens nicht weiter ausüben werde; dies habe im öffentlichen Interesse gelegen. Er sei absolut nicht der Ansicht gewesen, daß sich Küchler einer
! kriminell strafbaren Handlung schuldig gemacht habe. Auch den Fall „Güngerich" und andere dem Direktor Küchler damals zur Last gelegte Fälle berührte Zeuge; sie seien dem Disziplinarsenat alle unterbreitet worden; dieser habe am 7. Oktober erklärt, daß diese Fälle zu einer Eröffnung des Hauptverfahrens gegen Küchler nicht geeignet seien, indem eine disziplinär strafbare Handlung nicht vorliege.
Auf den Zeugen Oberstaatsanwalt Preetorius wird verzichtet; Zeuge Hall wachs Exzellenz kann außerdienstliche Angaben nicht machen, ebensowenig weitere Zeugen. Bei Vernehmung deS Zeugen Mendelssohn, der insbesondere die Frage beantworten soll, ob ihm bedeutet wurde, daß er nicht angestellt werden könne, weil er Jude sei, erklärt der Justizminister, daß seiner Ansicht nach das Amtsgeheimnis auch bezüglich der Dinge gewahrt werden müsse, die bei persönlicher Aussprache mit den maßgebenden Personen über die Anstellung berührt werden müßten; andernfalls wäre es nicht möglich, die Staatsgeschäfte wahrzunehmen.
Von der Verteidigung wird darnach auf eine große Menge Zeugen, die als Beamten nicht aussagen können, ferner auf sämtliche Zeugen verzichtet, die über den Punkt, ob „Höhere Weisung" erlassen worden sei, hätten vernommen werden sollen.
Zeuge Landgerichtsdirektor Herzberger weiß nichts darüber auszusagen, daß es auffällig in richterlichen Kreisen erschien, daß Anklage gegen Küchler nicht erhoben worden wäre. — Zeuge Otto Wolfskehl erinnert sich eines vertraulichen Gesprächs mit Staatsminister Finger, in dem letzterer Ausschlüsse über seinen Standpunkt bei Anstellung von Juden als Richter gegeben habe, die sich im wesentlichen mit seinen Ausführungen in der Kammer deckten. Zeuge Landgerichtsrat von Hessert hat die Voruntersuchung gegen Rapp geführt, er hat sich dem Oberstaatsanwalt gegenüber geäußert, er halte es für angezeigt, auch gegen Küchler die Voruntersuchung zu eröffnen; der Oberstaatsanwalt habe Bedenken in thatsächlicher und rechtlicher Beziehung gehabt.
Oberstaatsanwalt Güngerich macht Mitteilung von einem Versuche des Landgerichtsrat Küchler im Jahre 1892, ihn zugunsten eines gewissen Herne zu beeinflussen. Seine subjekttve Ansicht sei es, daß K. dieses beabsichtigt habe. Er habe ihm Auseinandersetzungen über den Prozeß der genannten Person, gegen die demnächst das Konkursverfahren eröffnet werden sollte, machen wollen, doch habe er sich mcht darauf eingelaffen. Amtsrichter Schwarz sei in ähnlicher Weise angegangen worden (wird bestätigt). Aus den Akten wird konstatiert, daß Herne ein Schuldner Küch- lers war. Zeuge R.-A. Lind giebt Mitteilungen über das Verhalten Küchlers beim Konkurs Rapp, erwähnt auch, daß vtelfach, wohl schon im Winter, am Biertisch geäußert worden sei, es sei unerklärlich, daß ein Strafverfahren gegen Küchler nicht eingeleitet worden sei. Rechtsanwalt Or. Bender giebt ähnliche Aeußerungen an; nach seiner persönlichen Ansicht — er sei ein Verteidiger des Rapp ge-
rrchter Hoffmann glaubt, daß erst durch den Artikel der „Frankfurter Zeitung" die öffentliche Diskussion in Fluß gekommen sei; das Material für die vielfach geäußerten Ansichten, es sei wohl zweckmäßiger gewesen, eine Entscheidung der Beschlußstrafkammer über Küchler herbeizuführen, habe aber den Vertretern jener Ansicht nicht vorgelegen. — Die Beweisaufnahme wurde nach 5 Uhr abends geschlossen. — Die Plaidoyers nahmen mehrere Stunden in Anspruch. Bei Schluß des Blattes waren dieselben noch nicht beendet.
Generalstaatsanwalt Geheimrat Dr. Schlippe verfemt ausdrücklich, daß ihm von seiner vorgesetzten Behörde Weisungen über die Verhandlung in der Sache Küchler
Preßbeleidignngsprozetz.
(Ausführlicher Bericht.)
Darmstadt, 12. Oktober 1899.
*• Erledigte Stellen für Militäranwärter im Bezirk des 18. Armeekorps. Biebrich, Magistrat, Polizeisergeant, Anfangsgehalt 1000 Mk., freie Dienstkleidung und 30 Mk. Stiefelgeld. — Frankfurt a. M., Gerichtsgefängnis, ständiger Hilfs'Gefangenaufseher, 1170 Mk. Diäten, und zwar 900 Mk. eigentliche Diäten und 270 Mk. MietSentschä- digung. — Frankfurt a. M., im Bezirk der Kaiserlichen Ober-Postdirektion Frankfurt (Main), 5 Briefträger und Postschaffner, jährlich je 900 Mk. und der gesetzliche Wohnungsgeldzuschuß. — Frankfurt (Main), 'im Bezirk der Kaiserlichen Ober - Postdirektion Frankfurt (Main), zwei Landbriefträger, jährlich je 700 Mk. und der gesetzliche Wohnungsgeldzuschuß. — Katzenelnbogen, Amtsgericht, Kanzleigehilfe, monatlich ungefähr 20 Mk. — Wiesbaden, Königliche Po'izeidirektion, zwei Schutzmänner, während der Probezeit Remuneration von jährlich je 1200 Mk., bei definitiver Anstellung jährliches Gehalt von 1200 Mk., Wohnungsgeldzuschuß 180 Mk., zusammen 1380 Mk.
= Lich, 12. Oktober. Schadenfeuer. Heute kurz vor Mittag brannte die dem hiesigen Ortsbürger Georg Eise gehörige Feldscheuer ab. Der Eigentümer war mit seiner Familie auf einem hinter der Scheune gelegenen Grundstücke mit Aepfelabmachen beschäftigt, als das Feuer ausbrach. Kaum eine Stunde vorher hatte der Sohn des Besitzers eine Leiter aus der Scheuer geholt. Dann spielte der zu Besuch hier weilende 4jährige Enkel dort und zündete ein Feuerchen an, wie er es beim Kartoffelausmachen gesehen und lief dann fort, als er die Folgen seiner Spielerei sah. Die Scheuer war mit Stroh gefüllt.
** Verschiedenes. Der Turnverein zu Schotten feierte am verflossenen Sonntag unter zahlreicher Beteiligung feiner Mitglieder und der noch lebenden Gründer sein 4O._ Stiftungsfest. Der von 12 Turnfreunden am 22. Juli 1859 gegründete Verein zählt heute 7 Ehrenmitglieder, 63 Aktive, 172 Passive, 18 Vorschüler und besitzt eine gut geleitete Singabteilung. — Bei der am Mittwoch, dem I I. d. Mts. in Berlin eröffneten 6. Deutschen Gersten- und Hopfen Ausstellung wurden sämtliche dort ausgestellten ; Wetterauer Gersten mit Preisen ausgezeichnet. Die Wetterauer Landwirte können stolz auf dieses Ergebnis sein, । umsomehr als auch noch allgemein anerkannt wurde, daß sämt- I lic^c ausgestellten Wetterauer Gersten als ganz vorzügliche I Braugersten zu bezeichnen sind. Es erhielten: W. Breidenbach. Melbach 1. Preis, H. Jos. Köbel, Ober-Wöllstadt 2. Preis, Fr. Allwohn, Wölfersheim und Jul. Philippi, Wohnbach 3. Preis, K. P. L. Lott, Fauerbach, Anerkennung. — Unter zahlreicher Beteiligung seiner Kollegen und der Einwohnerschaft beging am Sonntag Herr Lehrer Kredel in Petterweil sein 50jähriges Dienstjubiläum. Herr Kredel wirkt seit 38 Jahren in der Gemeinde Petterweil. Der Großherzog zeichnete den Jubilar durch die Krone zum silbernen Verdienstkreuz, das Oberkonsistorium durch ein I Anerkennungsschreiben, die Gemeinde Petterweil durch Ueber- I rcichung eines Schreibtisches, die Lehrer des Bezirks durch ein Vertikow aus. — Am 22. Oktober eröffnet die Direktion des Gießener Stadttheaters in Friedberg einen Cyclus von 12 Vorstellungen.
Neueste Meldungen.
Devescken deö Bureau „Herold".
Berlin, 13. Oktober. Der „Lokal-Anzeiger" meldet aus Kopenhagen: Wie englische Blätter melden, soll der Zar bei seinem jüngsten Aufenthalt in Darmstadt sich einer gefährlichen Operation am Gehirn unterzogen haben, um ein Geschwür ent- fernen zu lassen. Die Nachricht wird von kompetenter Stelle als völlig grundlos bezeichnet.
Stober. Der bekannte Geograph und Afnkareisende Dr. Oscar Baumann, der seit mehreren Tagen in einem hiesigen Sanatorium mit dem Tode rang, ist gestern abend 8 Uhr gestorben.
Paris, 13. Oktober. Der Senats Ausschuß billigte Baren ger s Entscheidung, nur je einen Advokaten zu den Verhören zuzulassen. Er gestattete jedoch jedem Angeklagten die Zuziehung mehrerer Verteidiger bei der Haupt- verhandlung. Der Ausschuß hieß außerdem die sonstigen Maßnahmen Börengers gut.
Arbeiterbewegung.
. M.-Gladvach, 12. Oktober. D.e au. ständischen Weber ocr tytrma Biocm u. d Remy Haden nach Erzielung eines beiderseitigen Entgegenkommens die Arbeit wieder ausgenommen, und die Weder der ^irma Klein und Bogel ihre Kündigung nach erzielter Einigung zurückgezogen.
Gerichtssaal.
Berlin, 12. Oktober. (Spieler-Prozeß.) In der heute fortgesetzten Beweisaufnahme bekundet der Zeuge v. Jagow, daß er einmal eine große Summe an den Angeklagten von Kayser verloren habe und von diesem etwas energisch unter Hinweis auf sein Bezirks-Kommando an die endliche Begleichung der Schuld erinnert worden sei. Weiterhin teilt der Präsident mit, daß er vom General-Kommando des Garde- Korps ein Schreiben erhalten habe, in welchem der kommandierende
(Fortsetzung aus dem zweiten Blatte.)
Was den anderen Vorwurf anlange, die Regierung sei notorisch die Verfassung zu verletzen gewohnt, weil sie grundsätzlich keine Juden anstelle, so habe er seinen Strafantrag nur soweit aufgefaßt, als die jetzige Regierung gemeint sei; ob er einen weitergehenden Strafantraa tÄW, »ä I habe einen solchen Beschluß in thesi nie gefaßt, auch habe dem neuen Ministerium eine mögliche Anstellung von Juden nicht Vorgelegen. Er wolle noch rückwärts gehen und bemerken, daß schon Staatsminister Finger in den Kammerverhandlungen 1894 festgelegt habe, es sei unwahr, daß die Regierung grundsätzlich Juden nicht anstelle, doch stünden Bedenken entgegen, eine Anstellung jüdischer Assessoren auf dem Lande vorzunehmen. Er denke ebenso wie der Staatsminister Finger, daß ein Richter seines jüdischen Glaubens wegen nicht ausgeschlossen sei. Daß seit 1848 noch keine jüdischen Assessoren ernannt worden seien, bedeute doch keine Verfassungsverletzung, es fehlten auch jüdische Kreisräte rc. Keine Volksvertretung habe bisher der Regierung den Vorwurf der bewußten Verfassungsübertretung gemacht. — Wenn die Verteidigung sich wundere, daß das Ministerium Finger doch nicht gegen frühere Angriffe protestiert habe, so erwidere er, daß dieses das Vertrauen des Landes hinter sich gehabt und grundsätzliche Nichtachtung solcher Angriffe habe wahren können. Nicht das „Schuldbewußtsein" sei maßgebend gewesen. Die heutige Regierung befinde sich noch nicht in dieser angenehmen Lage. — Eine angeblich persönliche Aeußerung, „andre Staaten könnten uns beneiden um unser judenfreies Richtertum", berichtigt der Zeuge dahin, daß er nur die Thatsache festgestellt habe, daß dies geschehe; als „beneidenswert" habe er diesen Zustand nicht bezeichnet; er bedauere vielmehr eine solche Auffassung und sei von einem Vorurteile gegen das Judentum absolut nicht befangen. — Weitere Einzelfragen der Verteidigung werden beantwortet. Zeuge erklärt noch, daß ihm von Reversen, wonach sich Richter hätten der Regierung zur Verfügung stellen müssen, widrigenfalls sie nicht ins Kolleg kommen sollten, nichts bekannt sei. Zeuge gab die Quin- j tessenz dessen, was darüber seiner Zeit in der Kammer ver- I handelt wurde.
UniverfiMs Nachrichten.
— Havelberg. Der Gymnasiallehrer und Privatdozent vr. Baumstark hat Heidelberg verlassen, nachdem gegen ihn die Beschuldigung einer schweren Verirrung erhoben worden ist.
— Hannover. In Gegenwart der Minister Miquel und Hammersteln, des Oberpräsidenten v. Stollberg, des Landesdirektors Lichtenberg und Vertretern deutscher und ausländischer Hochschulen fand am Mittwoch mittag die Einweihung der neuen tierärztlichen Hochschule statt. Direktor Profeffor Dammann hielt die Festrede. Mmisted v Hammerstein sprach der Hoch.chule seine Glückwünsche aus und gab der Freude Ausdruck, daß die Hochschule der Provinz und der Residenzstadt Hannover erhalten geblieben sei.
Q... 7" V ?er dösige außerordentliche Profeffor für
Literatur, Weißenfels, hat sein Amt niedergelegt.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Sonntag den 15. Oktober. 20. nack Trinitatis.
Erntedankfest.
Gottesdienst.
m . In der Stadtkirche.
Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Dr. ©rein.
untPrrirSa an“»11» ^erliche Eröffnung des Konfirmanden- unterncbls für die Markus- und Militärgemeinde.
Kinderkirche für die Markusgemeinde.
Nachmittags 5 Uhr- Pfarrer Schlosser.
Anschluß daran feierliche Elöffnung des Konfirmanden- Unterrichts tut die Matthäusgemeinde.
f„M,.«T®Onncrtta9 Oktober, abends 6 Uhr, nehmen die Verlammlungen der konfirmierten weiblichen Jugend der MatlbäuS- aUnÄ ,n* Schwesternhaus, JohanneSstraße - wieder a"9' r^ucb btc m diesem Jahre konfirmierten Mädchen Iliio oazu emgeladen.
„ . 3« der Johanneskirche.
Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Euler.
feierliche Eröffnung des Konfirmandenunterrichts für die Lukasgemeinde.
Vonrnttags ID/, Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Psarrer Euler.
Nachmittags 5 Uhr: Pfarrassistent Dr. Heußel. Kollekte für die Armen.
- act Montag den 16. Oktober, abends 6 Uhr: Gottesdienst zur Eröffnung des Konfirmandenunterrichts für die Kinver aus der Johannesgemeinde. Die Angehörigen der Konfirmanden, sowie die Gememdeglteder werden zu diesem Gottesdienst herzlichst eingeladen.
Pfarrer Dr. Naumann.
Katholische Gemeinde.
Samstag den 14. Oktober.
Nachmittags um 4'/, Uhr und abends um 8 Uhr-: Gelegenheit zur heil. Beichte.
Sonntag den 15. Oktober. 21. Sonntag nach Pfingsten.
Vormittags von 6>/, Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht.
- um 7 Uhr: Die erste heil. Messe;
m » bor und in derselben Austeilung der heil. Communion;
Vormittags um 8 Uhr: die zweite heil. Messe; Militärgottesdienft mit Predigt.
„ um 9i/> Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 21/, Uhr: Christenlehre; darauf Rosenkranzandacht mit Segen.
, „Im Oktober ist an den Werktagen täglich des Abends um 6 /2 Uhr Rosenkranzandacht mit Segen.
Hottrrdirnst m der Synagoge.
Samstag den 14. Oktober 1899.
Vorabend 5 so Uhr, morgens 9 Uhr, nachmittags 3 Uhr Schrifterklärung, Sobbakhausaang 6« Ubr
V? Gericht Nähere Angaben über die Gründe ber mif tiPr knrS. be® A"Maaten v Kröcher zu machen, weil hierbei ^kten zu,ückg«griffen werden müßte, die nur für die •®W? -6t.efhmn<S leun- Der Angeklagte von Kröcher bittet fÄnrnÄ”1 fr.u.^te" Regiments-Kommandeur, den Grafen zur Lippe Ausscheiden aus dem Regiment zu vnnehmen. aenphen hn;tÄaT,fietbJenera.3) e9Cr' welcher in dec Voruntersuchung an- Ä" der Angeklagte von Kröcher in seinem Koffer ein
^"^^p'el mtt sich geführt habe, bestreitet heute, Herrn v. Manteuffel S? 9?! gemacht-u haben, während letzterer mit lauter Stimme und unter lebhaften Gestikulationen diese Angaben aufrecht erhält. Er bezichtigt den Zeugen direkt der Unwahrheit, was sich dieser energisch k2^^'?^r"Lchste Zeuge von Priltwitz hat seit 1894 in Spiele? SrfSL’’ u U?b ^in ganzps Vermögen von etwa 100,000 Mark verloren. Student von Junta-Poscynski erklärt, der Angeklagte von Srft rinÄ unsympathisch gewesen, weil er seine Forderungen- äußerst rigoros emtneb. Rittergutsbesitzer von Wrede kann Nachteiliges gegen die Angeklagten mcht aussagen. Der Beamte der Deutsche Bank, Krüger, legt dre Kontoauszüge der Geliebten des Angeklagten v. Kayser der Frau Frieda Vogt, vor. Danach sind von Frau Vogt ca 16 000 Mk. bon ihrem Gutdaben abgehoben und dafür ca. 18,000 Mk von dem Angeklagten emgezahlt worden. Da der Präsident die Ansicht äußert, daß das von dem Angeklagten eingezahlte Geld gewonnenes Spielgeld fern könnte, beantragt die Verteidigung, die Verhandlung zu vertagen, um festzustellen, daß das nicht der Fall sei. Der Gerichtshof beschließt, zu diesem Zwecke die Verhandlung am Samstag auszusetzen. ^euge Graf Schwerm nimmt heute die in der Voruntersuchung gemachte Aussage, er sei überzeugt, daß die Angeklagten mit Wolff zusammen auS einer Kaffe gespielt, zurück. Nach Vernehmung einiger weiterer unbedeutender Zeugen wird die Verhandlung auf morgen früh vertagt. — Der Schluß des Prozesses dürfte am nächsten Mittwoch zu erwarten sein.
ti, ; !
W-KL
> s,ch «r triA 1hinbt 8lätt(t®eI&
»». utn j. flutet t, llbii ebener k'"9 hli6 'N bet be i'b" n«
el der %hri>a Q; bet L
nfe M
er in btn9MtQm-?untocJ' V «dr M
PAS »US 'üC1 Menschen Leben
K« Gras «5“^toitb 60' 70 « . M * Leben geht, ;be,r vergeht. Ans MMN, aus diesen J „anb '0 M es fort jahrai! loe- Srnd wir alt gewock velken auch wir unb fallen 4 brauchen wir deshalb nii Wer am Ende seines Lebenr tu« sagen kann-, „Hch Hal tm beruht siin. M rin. Wir sind alle sehlerhas lauge wir diesen sündigen erreichen. Einer war vol n jeder von uns muß beacht» »brigkeit unterthan, liebe recht. Das ist ein herrlich alle davon erfüllt werden!
♦
n Inseratenteile ersichtlich, ii ung im Turmhaus u inntag an wieder geöffnet, ml tit Mnahwe von SamStagl ,n 3-6, an Sonntagen un- ßtttiu beyty SuMatz, du a^esi. Mn anderem ttiil non Erich Hüdner durch k oßerr Anzahl Bereinsmitgliek ipgrte passieren in diesen Tag« e von Süden kommenden Zü- üchslanden für das GardM Armeekorps, die nach SE , dU§ Norddeutschland, wett enden Truppenteilen überM Mrk des Gaues 9 des Deutsch w dm« »ft; ab. Es findet
Mi« ffltbailtn unb* tatt D-r B«db-ch-l M • ■ hnmif fein dleSsühnge ieihg % L für «oigenN
M ’Ü’ta S< bi« Ä-rJr-’? fien 9823« i« 3 eine« Friedberg.
rEs-
in W aus fti-6 ®i! tfSm Ä «-ff!
für das 1 -ä K.--


