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14.9.1899 Erstes Blatt
 
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Vermischtes.

Magdeburg, 12. September. Hier ist der Stadt­rat Otto Duvigneau gestorben, der sich im Dienste der Stadt besonders hervorgethan hat. Von 1887 bis 1890 vertrat er Magdeburg im Reichstag. Anläßlich seines 70. Geburtstages war er zum Ehrenbürger der Stadt ernannt worden.

* Erfurt, 12. September. Am Montag fand hier das angekündigte große Radwettfahren statt. Beim Fahren um die Meisterschaft von Thüringen erwarb sich Willy Läufer-Kassel den ersten Preis (5000 Meter in 5 Minuten 438/5 Sekunden), Keitel-Erfurt den zweiten und Kritzmann- Erfurt den dritten Preis.

Jena, 12. September. In Mittelpöllnitz wollte die Dienstmagd des Gutsbesitzers Burkhardt in dem Stande, wo der behördlich angekörte Bulle steht, ein Seitenbrett wieder festnageln. Durch dies ungewohnte Geräusch wurde das Tier unruhig und drängte die Magd so gegen die Wand, daß ihr sofort der Brustkasten eingedrückt wurde. Nach wenigen Augenblicken trat der Tod ein.

Eisenach, 12. September. Am Freitag begann hier der Cyklus der unter der Oberleitung des Hofrats Edward in Szene gesetzten Aufführungen des Lutherfest­spiels von Otto Devrient. lieber 100 Eisenacher Bürger beteiligen sich an der Darstellung, Herr Edward selbst spielt den Luther, Frau Dr. Hauser-Berlin die Katharina von Bora. Es werden voraussichtlich sechs Aufführungen stattfinden.

" Gerbst'ädt, 12. September. Gestern abend stürzte auf der Strecke Halle-Hettstedt zwischen Polleben und Burgsdorf der Schaffner Schäfer von der Plattform. Es wurde ihm der Kopf abgefahren.

Rudolstadt, 12. September. Im Stadtrat wurde beschlossen, mit verschiedenen Persönlichkeiten in Unterhand­lung zu treten, um den Bau eines Technikums in hiesiger Stadt zu sördern. Bezüglich der Errichtung eines Elektrizitätswerkes war man der Ansicht, daß die Stadt die Angelegenheit möglichst selbst in die Hand nehmen solle, um durch Verbindung mit der Gasanstalt diese selbst nutzbringend zu erhalten, event. sogar zu fördern.

* Posen, 12. September. In Godurowo sind 15 Per­sonen nach dem Genuß verdorbenen Kalbfleisches schwer erkrankt.

* Leipzig, 12. September. Die gestern gemeldeten Skandalnachrichten aus Flöha bestätigen sich, sind jedoch nach denDresd. Nachr." stark übertrieben. Verhaftet sind nach dem genannten Blatte vier Männer, und zwar ein unverheirateter Lehrer, ein verheirateter Schloffergehilfe, sowie ein verheirateter und ein unverhei­rateter Handarbeiter. Unrichtig ist, daß ein verheirateter S1 Jahre alter Fabrikfeuermann aus Anlaß dieser Affaire den Tod in der Flöha gesucht hat. Dieser hat sich dem König!. Amtsgericht Augustusburg freiwillig gestellt, ist aber auf freiem Fuß belassen worden. Das 1886 geborene Schulmädchen Luise Antonie K. ist am 11. September zwangsweise in die Befferungsanstalt Bräunsdorf bei Frei­

9on der Post den mutmaßlichen Absendern zurückgegeben; auch dürfte, wo sie an die Adresse gelangten, Strafporto uacherhoben worden sein.

Alsfeld, 12. September. DieOberh. Ztg." schreibt: Wir verbreiteten am SamStagnachmittag in einem Teile des Leserkreises durch Extrablatt die Nachricht, daß Kapitän Dreyfus von dem Kriegsgericht zu Rennes frei­gesprochen worden sei. Wir sind leider in dieser Sache das Opfer einer vermutlich Börsenzwecken dienenden Falsch­meldung aus Frankfurt a. M. geworden." (Auch in Wies­baden wurden von mehreren Blättern Extrablätter mit der Meldung von der Freisprechung Dreyfus' ausgegeben.)

Fulda, 12. September. Vorgestern nachmittag gegen 6 Uhr brach in dem benachbarten Orte Ziegel in dem An­wesen des Bauern Karl Vogel Feuer aus, wodurch dessen Scheuer sowie Stall mit Bodenraum abgebrannt sind und das Wohnhaus des Vogel stark beschädigt wurde. In der Scheuer befand sich auch ein der Kaiserlichen Telegraphen­verwaltung gehöriger Gerätschaftswagen mit den zum Bau von Telegraphenleitungen erforderlichen Geräten, Werkzeugen und Materialien, welcher ebenfalls ein Raub der Flammen wurde. Die Entstehungsursache ist bis jetzt unbekannt, doch liegt hier keine Brandstiftung vor.

Kassel, 12. September. Um 12y2 Uhr mittags fand heute auf dem Platz des Sanet Martinsdomes, in dem Landgraf Philipp der Großmütige beigesetzt ist, die Enthüllungsfeier seines Denkmals unter großer Beteiligung von Behörden, Korporationen und Vereinen statt. Nach einem Vortrag des Posaunenchors und einem Festgesange hielt Superintendent Wissemann die Weiherede. Dem Enthüllungsakt folgten das Lutherlied, das Hoch auf den Kaiser und die Niederlegung von Kränzen unter Glockengeläute. Die Stadt prangt im Festschmuck.

Fritzlar, 12. September. Die Stadtverordneten ge­nehmigten den Vertrag mit der Firma Siemens u. Halske über das Elektrizitätswerk. Hervorgehoben sei be­sonders, daß sich nach diesem Vertrag der Stromverbrauch äußerst billig stellt, so z. B. stellt sich der Preis bei Ver­brauch von 300 Mk. die Ampäre-Stunde auf 10 Pfg. und über 300 Mk. auf nur 9 Pfg. Eine 16 fertige Brenn­stunde beträgt nach dieser Berechnung 2*/2 Pfg. Es ist vorauszusehen, daß, wenn das Werk im regelrechten Betrieb sich befindet, späterhin der Preis für eine solche 16 fertige Brennstunde auf 2 Pfg., ja bis auf l3/4 Pfg. ermäßigt wird.

Hersfeld, 12. September. Gestern nachmittag fiel der etwa 4 Jahre alte Sohn des am Eisfeld wohnenden Dach­deckers Maiwald in der Nähe der elterlichen Wohnung in die Geis und ertrank.

berg übergeführt worden. Alle übrigen Nachrichten und Gerüchte sind aus der Luft gegriffen.

Leipzig, 12. September. In Sommerfeld wurde der 31 Iahe alte Einwohner Wintzeck auf dem Heimweg von einem Tanzvergnügen von vier jungen Burschen überfallen und auf grauenhafte Weise ermordet. Es liegt ein Racheakt vor. Die Thäter sind verhaftet.

Braunschweig, 12. September. Die der Berliner Schauspielerin Frau Freund im Zug Köln-Berlin ab­handen gekommene Tasche mit Pretiosen ist hier wieder gefunden worden. Sie war durch Versehen eines Gepäckträgers in das Gepäck Braunschweiger Damen geraten.

Hamburg, 12. September. Wegen Raubmordes, begangen an einer Ehefrau in Altengamme, war am 11. Juli vom Schwurgericht der Weber Wilhelm Fischer zum Tode verurteilt worden. Seine Revision, die nur kleine Rügen enthielt, wurde vom Reichsgericht als un­begründet verworfen.

* Köln, 12. September. Die Gewerbevereine Deutschlands halten in diesen Tagen hier ihren achten Verbandstag ab, mit dem zugleich das 70jährige Bestehen des Gewerbevereins für Köln und Umgegend gefeiert wird. Am Sonntag versammelten sich die Mitglieder des Kölner Vereins mit den zahlreich eingetroffenen Delegierten der einzelnen auswärtigen Vereine zu einer Festversammlung, der Vertreter der Regierung und der Stadt beiwohnten. Gratulationen statteten ab der württembergische, bayerische, badische, thüringische und hessische Verband, der Landes­verband Nassau, der pfälzische, badische, mecklenburgische, hannoverische und elsässische Gewerbeverein, der große Schweizer Gewerbeverband u. s. w. Die Gewerbeaus­stellung wurde durch den Bürgermeister Thewalt eröffnet.

* Oberhausen, 12. September. Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich auf dem Thyssenschen Werke in Bruckhausen. Unter heftigem Knalle platzte ein Rohr an der Gebläsmaschine eines Hochofens, wodurch das Dach demoliert wurde. Durch den ausströmenden Dampf wurden eine Anzahl Arbeiter mehr oder weniger verbrüht. Vier wurden ins Krankenhaus gebracht und einer von ihnen ist dort bereits gestorben.

* Mannheim, 12. September. Die Firma Benz L Co., Automobilfabrik, hat ihren Pariser Vertreter angewiesen, er möge die Plätze anderwärts vergeben, da sie die Aus­stellung nicht beschicke.

Wreschen, 12. September. In Borgnikowo ist eine Frau und ihr zweijähriges Kind an Pilzvergiftung gestorben, der Ehemann schwer erkrankt. Ein drei Tage altes Kind wurde von der Frau im Bette erdrückt.

* Wolgast, 12. September. Der letzte (?) Veteran aus den Freiheitskriegen, August Schmidt, ist, 104 Jahre alt, heute nacht gestorben.

* Wien, 12. September. Bor den czechischen Ge­schworenen in Kuttenberg begann heute morgen die Ver­handlung über einen angeblichen jüdischen Ritual­mord. Die czechische Bevölkerung der ganzen Gegend ist schon seit Wochen durch antisemitische Agitatoren und Flug­schriften in Aufregung versetzt. Am 29. März d. I. zur­zeit der jüdischen Osterfeiertage, wurde in einem Wäldchen bei dem czechischen Städtchen Polna ein neunzehnjähriges Mädchen, Anna Hruza, mit einem Schnitt im Halse er­mordet aufgefunden. Der Thäter konnte lange nicht ent­deckt werden; Anhaltspunkte für das Motiv des Verbrechens fehlten, da weder Raubmord noch Lustmord vorlag. Viele Verdächtige wurden verhaftet und wieder freigelaffen. End­lich konzentrierte sich der Verdacht auf den jüdischen Schuh­macher Leopold Hilsner, der sich als Bettler und Vagabund arbeitslos in Polna umtyertrieb. Er steht heute als An­geklagter vor Gericht. Die Antisemiten behaupteten sofort, es liege ein Ritualmord vor, da die Leiche blutleer gefunden wurde, was aber die Gerichtsärzte dadurch erklärten, daß die Leiche vor der Auffindung lange Zeit in einer Bach­rinne gelegen, wodurch alles Blut ausgelaucht worden sei. Die Geschichte von dem Ritualmord wurde ausgeschmückt durch die Angabe, daß die jüdischen Schächter zweier Nach­barorte am Morde beteiligt seien, was sich als Erfindung erwies, weshalb Hilsner allein angeklagt ist.

* Oporto, 12. September. Die deutschen Aerzte gaben, nachdem sie Kulturen mit Blut von im Hospital Erkrankten hergestellt hatten, ihre Diagnose ab, die das Vorhandensein der Pest feststellte.

New-York, 12. September. Cornelius Vander- bilt, der bekannte Eisenbahn-Magnat, ist heute früh gestorben.

Arbeiterbewegung.

Dresden, 12. (September. Die bereits gemeldete Aussperr­ung von etwa 1200 Steinmetzen in Dresden und Umgegend war denselben von den Arbeitgebern bereits vor kurzer Zeit in Aussicht gestellt worden. Es war das durch einen Beschluß der Vereinigung der Steinmetzmeister von Dresden, Pirna und Umgegend geschehen, der die Absicht autzsprach, daß im ganzen Bezirk neue Arbeit nicht mehr ausgegeben werden solle, wenn bis zum 4. September mit den ausständischen Pirnaer Steinmetzen eine Einigung nicht zu erzielen sei. Diese letztere ist wesentlich durch die Dresdener Steinmetzen verhindert, an denen die Pirnaer bisher einen festen materiellen Rückhalt hatten. Im Zusammenhang mit dem Vorgehen des ge- nannten Dresdener Arbeitgebervereins haben die in Dresden vor einigen Tagen versammelten Vertreter des Verbandes deutscher Steinmetzgeschäfte beschlossen, daß, wenn die Aussperrung in Dresden sich nötig mache, such hier die Arbeit nicht eher wieder ausgenommen werden solle, als bis in Berlin, BreSlau, Bunzlau und Pirna eine völlige Einigung mit den ausständigen Arbeitnehmern erzielt sei. Es verdient bemerkt zu werden, daß die Steinmetzen von Dresden und Umgegend sämtlich organisiert sind. Sie bilden dort eine Kern« truppe der sozialdemokratischen Partei.

M.'Gladbach, 12. September. In der Weberei von August Göldner kündigten ebenfalls sämtliche Arbeiter wegen Lohnstreitig- keiten. Die Weberbewegung ist wieder in der Zunahme begriffen.

Krefeld, 12. September. Zwischen der Krefelder Seiden­färberei G. Büschgens Sohn und einem Teile der ausständischen Buntfärber ist eine Einigung erzielt. AuSständisch find noch 500 Färber. (Dgl. 215 desGieß. Anz.")

Gottrrdirnst in der Kynagozr.

Donnerstag den 14. September 1899:

BersöhnungSfest.

Vorabend «22 Uhr, Predigt, morgens 7« Uhr, Predigt und Seelcnfeierr 11» Uhr vorm., nachmittags Uhr Predigt, FefteSauSgang 7» Uhr.

Während der Predigten ist der Eintritt zur Synagoge nicht gestattet.

Neueste Meldungen.

Depeschen des BureauHerold'.

Berlin, 13. September. Die vornKonfektionär" ge­brachte Mitteilung, daß das russische Kaiserpaar auf sein er Reise nach Darrnstadt erst Potsdam berühren werde, ist nicht richtig. Wohl aber wird dasselbe voraus­sichtlich die Prinzessin Heinrich von Preußen in Kiel besuchen und einige Tage bei derselben verweilen. Eine Begegnung zwischen Kaiser Wilhelm und Kaiser Nikolaus ist für später in Aussicht genommen.

Kiel, 13. September. Auf dem dem ersten Geschwader als Aufklärungsschiff beigegebenen Kreuzer Wacht erfolgte durch Reißen von 26 Stehbolzen am Backbord-Vorderkessel eine Explosion. Vier Mann wurden getötet. Die Explosion fand bei der Flottenübung im Belt unweit Korsoer statt. Nur dem Umstande, daß der Kesselraum, in welchem sich nur die Bedienungsmannschaft befand, abgeschlossen war, ist die Verhütung eines größeren Unglücks zu danken.

Wien, 13. September. Infolge des seit Samstag anhaltenden Regenwetters laufen aus allen Landesteilen Oesterreich-Ungarns bedrohliche Nachrichten ein. Die Flüffe steigen rapid. Viele Ortschaften sind überschwemmt. In Nordböhmen hat das Hochwasser bedeutenden Schaden angerichtet. Mehrere Personen sind ums Leben gekommen.

Wien, 13. September. Der Abgeordnete Wolff wird voraussichtlich die Einladung des Präsidenten des Abge­ordnetenhauses Dr. Fuchs nicht annehmen, doch auch die Teilnahme der beiden anderen deutschen Gruppen ist sehr zweifelhaft. Die Haltung der Sozialdemokraten ist noch nicht bekannt. Bürgermeister Lueger wird als Obmann der Christlich-Sozialen wahrscheinlich annehmen.

Rom, 13. September. Der Papst war gestern krank. Er gewährte nur dem Kardinal Aloisi eine kurze Audienz. Er leidet an großer Schwäche. Im Vatikan befindet man sich in großer Aufregung.

Verdun, 13. September. Gestern abend entstand eine heftige Feuersbrunst in einem Gebäude, in welchem eine Anzahl Pferde der manöoerierenben Artillerie unter­gebracht waren. Mehrere Soldaten, welche sich an den Rettuugsarbeiten beteiligten, wurden schwer verwundet ins Hospital gebracht.

Fall Dettweiler.

Darmstadt, 13. September, 10 Uhr 45 Min. vorm. (Privattelegramm d.G. A.".) Die Zeugenvernehmung Dettweiler ergab nichts neues von Belang. Der Zeuge Gymnasiallehrer Dr. Geyer in Alzey will niemals von einer Bevorzugung des jungen Dettweiler etwas gemerkt haben, er habe niemals eine Präparation erhalten, die ein anderer Schüler nicht habe erhalten können. Gymnasial­lehrer Dr. Schrohe-Bensheim bekundet in einer ganzen Anzahl von Fällen, die die so auffallende und unberechtigte Mithilfe des Vaters Dettweiler nahelegt, daß daran keine Zweifel sein konnten. Niemand außer dem Vater wußte die Aufgaben, niemand außer ihm konnte sie verlangen; und aus sich selbst konnte der junge Dettweiler die Auf­gaben nicht wissen und nicht machen. Der junge Dettweiler hat auch wiederholt die Aufgaben schon gewußt und mit in die Schule gebracht; allen Schülern sei dies aufgefallen. Die Zeugenvernehmung dauert fort.

Dreyfus.

Paris, 13. September. DerLiberts" zufolge ist die Regierung entschlossen, sich jeder Einmischung in die Dreyfus-Angelegenheit zu enthalten. So­lange der Beschluß des Revisionsrates über das Annullier­ungsgesuch der Verteidigung nicht getroffen, ist jede Be­gnadigung Dreyfus' unausführbar.

Paris, 13. September. Die Liga der Menschen­rechte erläßt einen Aufruf an ihre Mitglieder mit der Aufforderung, infolge des Urteils zu Rennes ihren Feldzug für die Wahrheit und Gerechtigkeit fortzufetzen unter An­wendung von gesetzlichen Waffen, ohne zur Gewalt zu schreiten.

Paris, 13. September. Nach einer Meldung des Soir wäre im gestrigen Minister rate mit 8 gegen 3 Stimmen abgelehnt worden, dem Kassationshofe die Angelegenheit Dreyfus zu übertragen. In der Minorität blieben Monis, Lanossan unb Millerand.

Rennes, 13. September. Seit seiner Wiederverurtei- hing ist Dreyfus die Erlaubnis entzogen worden, andere Personen als die Mitglieder seiner Familie zu empfangen.

Budapest, 13. September. Im Gemeinderat brachte Karl Eoetvoes einen Antrag ein, wegen des Dreyfus-Urteils die Pariser Weltausstellung nicht zu beschicken.

Transvaalkrifis.

London, 13. September. Nach einer Meldung aus Prätoria wurde Chamberlains Depesche gestern im Volksraad verlesen. Dieselbe rief große Erregung hervor. Die Depesche verlangt Naturalisation der Uitländer in fünf Jahren, sowie deren Wählbarkeit in den Volkraad. Die Annahme dieser Forderungen wird ohne Verzug verlangt.

London, 13. September. Hier hat sich ein Komitee gebildet, welches außerhalb jeder politischen Partei den Versuch macht, einen Krieg mit Transvaal zu ver­hindern.