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Nr. 216 Erstes Blatt. Donnerstag den 14. September 1SO9
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Amtlicher Teil.
Bekanntmachung,
betr.: Maul- und Klauenseuche.
Nachdem die Maul- und Klauenseuche in Kleinlinden erloschen und Desinfektion erfolgt ist, haben wir die angeordneten Sperrmaßregeln aufgehoben.
Gießen, den 12. September 1899.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Bechtold._______~
Bekanntmachung,
betr.: Vorträge über Düngung.
Nächsten Sonntag den 17. September b. I., nachmittags 4 Uhr, wird Herr Landwirtschaftslehrer Dr. v. Peter aus Friedberg im Bingel'schen Lokal zu Grüningen einen Vortrag über Düngung halten.
Ich lade hierzu alle Mitglieder des Vereins und alle, die sich dafür interessieren, ergebenst ein und bitte um recht zahlreiches Erscheinen.
Die Herren Bürgermeister bitte ich, die Abhaltung des Vortrags ortsüblich bekannt zu machen.
Gießen, den 12. September 1899.
Der Direktor des landw. Bezirksvereins.
__________________v. Bechtold.__________________
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Maul- und Klauenseuche.
Nachdem die Maul- und Klauenseuche in Lollar größeren Umfang angenommen hat, ordnen wir hiermit die Sperre des Orts Lollar und dessen Feld gemarkuug an. Danach unterliegt der Verkehr mit Rindvieh, Schweinen, Schafen und Ziegen folgenden Beschränkungen: Das Durchtreiben derselben von außerhalb durch Ort und Gemarkung ist verboten. Die Einfuhr von solchem Vieh über die Gemarkungsgrenze in den gesperrten Ort ist nur zum Zwecke sofortiger Abschlachtung gestattet. Die Ausfuhr ist ebenfalls nur zum Zwecke sofortiger Abschlachtung mit schriftlicher Erlaubnis der Bürgermeisterei Lollar auf Grund einer Aeußerung des Großh. Kreisveterinärarztes zulässig. Wer ein Stück Vieh an einen auswärtigen Metzger oder ein Schlachthaus liefern will, muß also zunächst die Untersuchung durch den Großh. Kreisveterinärarzt veranlassen und wenn danach der Ausfuhr kein Hindernis im Wege steht, einen Erlaubnisschein der Großh. Bürgermeisterei lösen. Bei dem Transport muß er diesen Schein, der eine dreitägige Gültigkeit hat, mit sich führen und die vorgeschriebenen Transportbedingungen genau beobachten, auch der Polizeibehörde (Bürgermeisterei) des Empfangsorts Nachricht geben.
Auf Antrag der Bürgermeisterei wird von uns im Bedürfnisfalle angeordnet, daß der Großh. Kreisveterinärarzt sich wegen Ausstellung solcher Bescheinigungen an einem bestimmten Lag wöchentlich, der ortsüblich bekannt zu machen ist, dienstlich einfindet.
Die Sperrmaßregeln bezüglich verseuchter Gehöfte oder Weiden bleiben daneben bestehen. Im übrigen können Klauentiere aus nicht verseuchten Gehöften innerhalb der gesperrten Gemarkung zur Feldarbeit benutzt oder auf die Weide getrieben werden, nicht aber über die Gemarkungsgrenze hinaus.
Wer Grundstücke oder Anlagen in einer anderen Gemarkung besitzt, muß dieselben entweder durch Pferdegespanne oder aber durch Rindviehgespanne aus dieser anderen Gemarkung besorgen.
Jede Weggabe von Milch aus der gesperrten Gemarkung darf nur nach vorheriger Abkochung erfolgen; ausgenommen, wenn die Abgabe an eine Molkerei erfolgt, welcher das Verbot der Abgabe ungekochter Milch zugegangen ist.
Ausfuhr von Dünger, Rauhsutter und Stroh aus dem Sperrgebiet ist verboten.
Gießen, den 12. September 1899.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
_______________ v. Bechtold.__
Bekanntmachung.
Bei der heute auf dem Viehmarktplatze zu Grünberg abgehaltenen Ortsschau für Vogelsberger Vieh der Zuchtvereine Grünberg und Lauter wurden nachstehende Preise zuerkannt:
2.
und 5
Anerkennung
5
M
mit
M
II
10
3-
und 5
Anerkennung
5
H
IV.
Klbiuue», erkeuvbar tragend.
H
bei
5
5
2.
2.
3.
3.
3.
20
20
10
10
20
20
20
10
15
15
10
10
10
5
5
1.
2.
1.
2.
2.
3.
3.
für Fanny, August Frank, Grünberg, für Eva,
Christian Pitz, Lauter, für Lotte, Heinrich Zinßer, Grünberg, für Frieda.
2 bis 4 Kälbern.
Hermann Giller, Grünberg, für Frieda, Christian Pitz, Lauter, für Liese, Kaspar Bräuning, Lauter, für Lotte, Heinrich Kasper, Lauter, für Rosa, > Mk.: Kaspar Großhaus, Grünberg,
Hermann Giller, Grünberg, für Blume, Georg Hofmann III., Grünberg, für Lina,
Theod. Stein, Grünberg,
Heinrich Feldmann, Lauter, für Nelly, Heinrich Hock, Lauter, für Rosine, Karl Queckbörner, Grünberg, für Toni, Ph. Zimmermann, Grünberg,
der Vorführung ausgezahlt.
Gießen, den 11. September 1899.
Der Direktor des Kreiszuchtvereins. Boeckmann.
für Bertha,
Konrad Schwadel, Grünberg, für Frieda,
Peter Aff, Lauter, für Julie, Hermann Vellen, Göbelnrod, für Fanny.
I. Bullen.
1. Preis: 40 Mk., Gemeinde Grünberg für Bulle Fritz,
für Bommer,
Karl Frank III., Grünberg, für Leda, Heinrich Zimmer, Lauter, für Lotte, Ph. Schomber, Grünberg, für Selma, Hermann Velten, Göbelnrod, für Bommer,
Johs. Henkel II., Grünberg, für Ruth, . Mk.: Konrad Schwadel, Grünberg,
2.
2.
2.
3.
Kühe
Mk., Hieronymus Herzberger, Queckborn,
III.
1. Preis: 30
Preis: 25 Mk., n 15 ,,
„ 25 „ Julius Zimmer, Lauter, für Bulle Max.
II. Kühe mit höchstens 2 Kälbern.
Preis: 30 Mk., Johs. Henkel II., Grünberg, für Flora,
Anerkennung und 5 Mk.: Jakob Haas, Grünberg, für Rothe,
„ „ 5 „ Johs. Henkel, Grünberg, für
Thekla; nicht auszahlbar, weil der Besitzer schon 2 Preise für andere Tiere erhalten hat.
Außerdem wurden noch aus Mitteln des Kreiszuchtvereins an 7 Viehbesitzer je 2 Mk. verwilligt.
Die Preise wurden sofort nach Schluß des Richtens
Die Affaire Dreyfus.
Trotz des Spruches von Rennes ist sie noch nicht „tot"; das Urteil des Kriegsgerichts bezeichnet nur einen Aktschluß. Die Anhänger Dreyfus zeigen sich keineswegs ermüdet; deutlich tritt aber das Bestreben der Regierung und der militärischen Kreise nach möglichster Beruhigung des Landes hervor. Wir meldeten bereits gestern, daß die Mitglieder des Kriegsgerichts zusammentreten wollten, um sich über die Unterzeichnung eines Gesuches schlüssig zu machen, welches sich dafür aussprechen soll, Dreyfus die Strafe der Degradation zu erlassen. Bekanntlich war gleich nach der Verurteilung gemeldet worden, daß ein derartiges Gesuch bereits abgesandt worden sei. Vom psychologischen Standpunkt aus ist dieser Schritt interessant. Wäre das Kriegsgericht der felsenfesten Ueberzeugung, daß Dreyfus schuldig sei, so ist nicht zu verstehen, weshalb man einem Landesverräter im Soldatenrock diese Schmach ersparen will, zumal er, wenn man seine Schuld annimmt, mit zehn Jahren Gefängnis wohlfeil genug weggekommen ist. Sollten auch der Majorität des Kriegsgerichtes die Indizien, auf Grund deren er verurteilt ist, nicht ganz einwandsfrei erscheinen? Oder haben jene französischen Blätter Recht, welche die Bewilligung der „mildernden Umstände" als einen Kompromiß darstellen, der zwischen jenen Richtern, die an Dreyfus' Schuld glaubten, und denen, welche ihn für unschuldig hielten, getroffen sei? Wie man auch die Sache auffaffen mag, man steht vor einem Rattenkönig neuer
Fragen und Widersprüche. So viel scheint aber jetzt sicher zu sein, daß die Politik hier mitspricht, welche im Interesse des inneren Friedens Frankreichs nach einem Mittelwege sucht, der die Nationalisten einigermaßen befriedigt und auch den Dreyfusianern wenigstens so weit entgegenkommt, daß das Schicksal des unglücklichen Verurteilten etwas gelindert wird. Auch der Gedanke seiner Begnadigung wird, wie gemeldet, erwogen. Allein außerhalb Frankreichs wird man nicht verstehen, warum in solchen Dingen diplomatische Erwägungen eine Rolle spielen und nicht lediglich der Rechts- standpunkt maßgebend sein soll.
Emil Zola und der Dreyfus-Prozest.
Nachdem dem Prozeß in Rennes mit der abermaligen Verurteilung Dreyfus' geendet hat, ergreift Emil Zola, dessen Auftreten seiner Zeit die Revisionssache eigentlich in Fluß brachte, abermals das Wort, um die Fortsetzung des Kampfes für die Rehabilitation des Verurteilten anzukündigen. Er veröffentlicht in der „Aurore" einen Artikel, überschrieben „Der fünfte Akt". Es heißt darin: Es ist immer mein Entsetzen gewesen, daß der überführende Beweis der Wahrheit in der Dreyfus-Angelegenheit aus Deutschland kommen werde. Die Stunde ist jetzt nicht dazu angethan, um Stillschweigen über die hierdurch mögliche Gefahr walten zu lassen. Vielfach ist die Ansicht verbreitet, man müsse den Tag erwarten, an dem Deutschland unter einem Donnerschlag den letzten Akt der Angelegenheit vollzieht. Vor meinem Prozeß im Januar 1898 erfuhr ich auf das Bestimmteste, daß Esterhazy der Verräter sei, daß er an Schwartzkoppen eine große Anzahl Schriftstücke ausgeliefert habe, daß viele dieser Schriftstücke von seiner Hand waren, und daß die vollständige L-ammlung derselben sich im Kriegsministerium in Berlin befinde. Als ich die Wahrnehmung machte, daß das Kriegsgericht in Rennes Dreyfus wiederum verurteilen werde, sagte ich zu Labori, er solle Schwartzkoppen als Zeugen vernehmen lassen. Der Präsident des Kriegsgerichts weigerte sich, dies zu thun, und so muß die Regierung sich diese Dokumente auf diplomatischem Wege von Deutschland verschaffen. Alsdann wird eine neue Revision notwendig werden. Wenn die Regierung aber hiervor zurückschrecken sollte, so wird die Verteidigung der Wahrheit und Gerechtigkeit das Notwendige thun. Nicht einer von uns wird seinen Posten verlassen, den unbesiegbaren Beweis werden wir schon erbringen. Am 23. November werden wir wieder in Versailles versammelt sein. Mein Prozeß wird, da man es will, wieder beginnen. Wenn bis dahin die Gerechtigkeit nicht zu ihrem Recht gelangt ist, werden wir ihr dazu verhelfen. Labori wird alsdann sein Plaidoyer halten; ich werde ihn nicht zum Stillschweigen auffordern, er wird nur die Wahrheit zu sagen haben, ohne Besorgnis, daß er mir schadet, denn ich bin bereit, die Wahrheit mit der Freiheit und dem Blute zu bezahlen. Vor dem Kassationshof der Seine habe ich die Unschuld Dreyfus' beschworen, ich beschwöre sie vor der ganzen'Welt und ich versichere nochmals, die Wahrheit ist auf dem Wege, und nichts wird sie aufhalten. In Rennes hat sie große Fortschritte gemacht, ich habe nur noch das Bedenken, sie mit einem Donnerschlag als Rächerin herabkommen zu sehen, und daß sie das Vaterland zerstört, wenn wir uns nicht befleißigen, sie selbst unter dem klaren Himmel auf Frankreich ruhen zu lassen.
Deutschland uud die Pariser Welt Ausstelluug.
Der deutsche Kommissar für die Pariser Welt-Ausstellung, Geheimrat Richter, hat sich in Begleitung dreier Architekten nach der französischen Hauptstadt begeben, um die weiteren Arbeiten in der deutschen Abteilung zu fördern. Diese Reise, die unser Kommissar gerade in dem Augenblick angetreten hat, in welchem ein Sturm gegen die Beschickung der Ausstellung sich zu erheben beginnt, beweist, daß man in den maßgebenden deutschen Kreisen nicht gesonnen ist, die Zusage der Beteiligung an der Pariser Weltausstellung zurückzunehmen. Diese ruhige Auffassung der Frage kam auch in den Ausführungen zum Ausdruck, die der Vertreter der Kommission, Herr Geheimrat Lewald, einem Mitarbeiter der „B. L. A." machte. Er wies zunächst auf die eingangs erwähnte Abreise seines Kollegen hin und fuhr dann fort: „Was hat denn die Ausstellung mit der Politik zu thun? Die Ausstellung verfolgt und verkörpert lediglich wirtschaftliche Zwecke. So einfach ist das Absagen auch gar nicht. Jeder Industriezweig tritt als geschlossenes Ganzes auf, für das der Einzelne seinen Teil beiträgt. Es könnte mithin nur die ganze Branche sich ausschließen. Daß aber eine Neigung für derartige Demonstrationen irgendwo bestände, dafür haben wir bisher nicht das geringste An-


