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14.7.1899 Erstes Blatt
 
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fie wie die Heringe zusammengepackt waren, so gut sie konnten. Um die Leute einigermaßen in Stimmung zu halten, hatten die Offiziere ein großes Monstre-Rauchkonzert auf dem Paradeplatze veranstaltet, dem die 7000 Mann beiwohnten. Gestern früh begann die eigentliche Mobili­sierung, um 3 Uhr und um 5 Uhr morgens waren sämtliche Leute den einzelnen Schiffen zugeteilt. Die Portsmouth- Reserveflotte allein besteht aus drei Kreuzern erster Klasse, -fünf Kreuzern zweiter Klasse, zwei Torpedoboot-Zerstörern von 30 Knoten Geschwindigkeit, zehn Torpedobooten nnd drei Schlachtschiffen. Die Reserve-Flotte in Chatham be­steht aus elf Kreuzern und acht Torpedobooten, welche -gestern früh in rascher Reihenfolge ihren Standhafen ver­ließen. Die beiden deutschen KriegsschiffePrinzeß Wilhelm" mndMoltke" trafen Montag an der Manöverstelle ein und werden Augenzeugen der Mobilisierung sein.

Petersburg, 12. Juli. Für den verstorbenen Groß- fürsten-Thronfolger Georg Alexandrowitsch wurde gestern in der Isaaks-Kathedrale eine Seelenmesse zelebriert, der das diplomatische Korps, die Spitzen der Zivil- und Militärbehörden, sowie die Offizierkorps des deutschen SchulschiffesCharlotte" und des dänischen Panzerschiffes ^.Tordenskjold" beiwohnten.

Ein grelles Licht auf russische Zustände und vor allem auf die Lage der den niederen Ständen angehörigen russischen Frau wirft eine Petersburger Zuschrift des ^.Rigaer Tageblatts". Sie macht auf eine Senatsentschei­dung vom Jahre 1897 aufmerksam, die den Bauernfrauen, die von ihren Männern gröblich mißhandelt und gequält werden, das Recht gibt, von der Gemeindeverwaltung einen besonderen Aufenthaltsschein trotz aller Proteste des Mannes Zu verlangen, und verlangt, daß dieserEventualschutz" auch den Frauen des sogenannten Kleinbürgerstandes zu Teil werde. Die verheiratete Kleinbürgerfrau darf von der Gemeindeverwaltung nur mit Einwilligung und auf ausdrücklichen Antrag des Mannes einen Aufenthaltsschein zum Alleinleben erhalten, und zwar auch nur auf die Zeit, die der Mann großmütig angibt. Bisweilen ist es ein Jahr, bisweilen sind es auch nur einige Monate, und jedes­mal, wenn die Frist dem Ablaufen nahe ist, muß eine neue Erlaubnis des Mannes beigebracht werden. Viele arme Frauen befinden sich hierdurch in dem Zustande einer ewigen Sklaverei. Sie dienen irgendwo oder sie ernähren sich als Wäscherinnen u. bergt, aber wenn sie aufatmen wollen, daß sie nun einem Leben voll täglicher schwerer Mißhand­lungen entronnen sind, so steht hinter ihnen der Mann, ge­wöhnlich ein arbeitsscheues Subjekt, das ihnen die letzten Kopeken auspreßt, um sie in der Schänke zu vergeuden, denn sonst wird der besondere Aufenthaltsschein nicht verlängert, und der Mann hat das Recht, zu verlangen, daß ihm seine Frau per Etappe von der Polizei wieder zugestellt wird.

Kopenhagen, 12. Juli. Der General-Gouverneur von Finnland, General Bobrikow, erklärte einem dänischen Journalisten gegenüber, die internationale Deputation sei vom Zaren deshalb abgewiesen worden, weil er nicht wünsche, in seinem eigenen Hause belehrt zu werden, wie er Rußland regieren solle.

Konstantinopel, 12. Juli. 30 000 Armenier und 50000 Nestorianer traten in der Gegend von Mossues zum römisch-katholischen Glauben über.

Lokales und Provinzielles.

Gießen, den 13. Juli 1899.

Empfang. Se. König!. Hoheit der Großherzog empfingen am 12. Juli u. a. die Pfarrer Gürtler von Engelrod und Brück von Groß-Eichen, den Kreisamt­mann Hechler von Schotten, den Pfarrer Heyl von Reichelsheim.

Ernennungen und Ruhestandsverfetzung. Seine König­liche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 12. Juli 1899 den Steuerkommissariatsassistenten Georg Hellwig aus Pfeddersheim und den Steuerassessor Wil­helm Ebert aus Darmstadt zu Ministerialsekretären bei dem Ministerium der Finanzen, sowie den Geometer erster Klasse Karl Blaß aus Siefersheim zum Wasserbaugeometer bei dem Wasserbauamt Worms zu ernennen; den Pfand- -meifter Christian Kemmer zu Gießen, auf sein Nach­suchen, unter Anerkennung seiner treu geleisteten Dienste, mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts des Dienst- nachsolgers an, in den Ruhestand zu versetzen.

Ordens-Verleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 12. Juli dem Pfandmeister Christian Kemmer zu Gießen die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu verleihen.

* * Proviuzialausfchußsitzuug. Samstag den 15. Juli I. Js., vormittags 9 Uchr, findet dahier eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses mit folgender Tagesordnung statt: 1. Nebenbahn FriedbergFriedrichs­dorf; hier: Enteignung von Gelände in der Gemarkung Rodheim. 2. Klage des Landarmenverbandes der Rhein­provinz zu Düsseldorf gegen den Ortsarmenverband Freien­seen wegen Unterstützung des geisteskranken Wilhelm Hanarius. 3. Gesuch des Hermann Löb von Berstadt um Erlaubnis zum Kleinhandel mit Branntwein. 4. Gesuch der Wilhelm Poppelsdorf Ehefrau zu Gießen um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb.

* * Einjährigen Prüfung. Diejenigen jungen Leute, welche sich der im Herbst dss. Js. stattfindenden Prüfung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst zu unter­ziehen beabsichtigen, werden aufgefordert, ihre desfallsigen Gesuche bis spätestens 1. August bei der Großh. Prüfungs- Kommission zu Darmstadt einzureichen.

* * Die Anbringung einer Gedächtnistafel an dem Hopfner- Haufe (Ecke der Souneuftraße und der Neuen Bäue, frühere Mcker'sche Buchhandlung) ist entsprechend der in der vor­

gestrigen Nummer gegebenen Anregung geplant. Geld­beiträge hierzu werden von der Expedition desGießener Anzeigers" und auf der Universitäts-Bibliothek entgegen­genommen.

* Photographische Aufnahmen. In der letzten Zeit sieht man in dem Schaufenster der Firma Heinrich Noll Serien von wunderbaren photographischen Aufnahmen. Die Bildchen, meistens Moment-Aufnahmen, so auch vom Schützen­fest, sollen dem Interessenten die Güte der zum Verkauf ausgestellten Apparate zeigen, und was man mit den jetzt so sehr billig gewordenen Cameras leisten kann. Der Sport ist in anderen Städten bedeutend weiter ausgedehnt, und hat die Firma, um jedermann Geleg nheit zu geben, sich über die Preise rc. zu orientieren, ein^i umfangreichen Katalog anfertigen lassen, der kostenlos Interessenten zur Verfügung steht.

* Zwecks Ausschmückung seines Klubzimmers und Post­kartenalbums bittet der Hessen-Klub von 1896 zu Hamburg, v. d. Klosterthor Nr. 6, Hansa-Hotel, die ver­ehrten Landsleute in der Heimat um Zusendung von An­sichtskarten aus derselben.

* Huude-Ausstelluug. Der Ausschuß der Hunde-Aus- stellung hat heute, Donnerstag früh, schon das Sekre­tariat auf den Ausstellungsplatz verlegt. Eben wird da­selbst für die Unterkunft der Hunde die letzte Hand an­gelegt. Die ersten Ausstellungstiere sind auch schon eingetroffen, darunter ein edler russischer Windhund, der trotz der Hitze die lange Reise von Jaroslaw (Galizien) bis hierher bestens ertragen hat. Der Fe st platz des Schützenfestes bildet für die Hunde-Ausstellung ein Gebiet, wie es so schön und geräumig kaum wieder zu finden sein dürfte. Ein leichter Luftzug verhindert dort oben auf der Höhe jede übergroße Hitze. Uebrigens ist für durstige Menschenkehlen gut gesorgt, die große Fest­halle steht einzig und allein zu dem Zwecke der Restauration bereit. Zahlreiche Anmeldungen auswärtiger Festgäste sind in den Hotels der Stadt vorgemerkt.

** Von der Staatsregierung ist eine Aenderung der Fünfzigpfennigstücke in die Wege geleitet worden. Die neue Form dieser Münze soll sehr fühlbare Ränder erhalten, so­daß diese selbst unter starker Abnutzung entgegen den jetzigen nicht zu sehr leiden. Es ist derselbe Durchmesser wie bei den bisher geprägten Fünfzigpfennigstücken bei­behalten worden. Das Gepräge auf den neuen Münzen bleibt dasselbe wie auf den alten Eine Aenderung des Reichsmünzengesetzes ist damit nicht bedingt. Selbstverständ­lich wird man bestrebt sein, die jetzt irn Verkehr befindlichen beiden Sorten von Fünfzigpfennigstücken so schnell als mög­lich einzuziehen.

** Hessische Lutherstiftung. Diejenigen Herren Stu­dierenden der Theologie, welche sich um eines der am 1. Oktober dss. Js. frei werdenden Stipendien der hessischen Luther st iftung bewerben wollen, sind auf­gefordert, ihre Gesuche bis zum 10. August l. I. bei dem Schriftführer des Vorstandes, Herrn Dekan Wahl in Hausen bei Gießen, einzureichen. Die hessische Luther­stiftung ist bestimmt, solche Studierende der evangelischen Theologie, welche sich verbindlich machen, der hessischen Landeskirche zu dienen, und sich durch erwiesene Tüchtigkeit würdig gezeigt haben, durch Stipendien bei ihrem Studium, vorzugsweise bei solchem auf der Landes-Universität zu Gießen, zu unterstützen. Die Stipendien betragen 350, bezw. 700 Mark, und werden in der Regel auf zwei Jahre verliehen.

* Schulbildung der Rekruten. Bei den im Ersatzjahre 1898/99 bei der Großh. Hessischen Division eingestellten 3678 Rekruten war einer ohne Schulbildung. Im Vor­jahre war bei 3638 kein Analphabet. Im ganzen waren feit 20 Jahren unter 50,390 eingestellten Leuten 47 oder 0,08 Prozent ohne Schulbildung.

+ Vom Lande, 12. Juli. Eine sehr unliebsame Ent­deckung machen gegenwärtig die Gartenbesitzer. Wie noch kürzlich berichtet wurde, versprachen die Stachel- und Johannisbeeren heuer wieder reiche Erträge. Diese Hoff­nung wird sich leider nicht erfüllen. Der größte Teil der Beeren fällt ab, und bei näherer Untersuchung findet man, daß dieselbenangestochen" sind. Es ist dies augenscheinlich das Werk des Stachelbeerspanners. Es ist anzuraten, die abgefallenen Früchte zu sammeln, da sonst im nächsten Jahre wiederum das massenhafte Auftreten dieser Schädlinge zu befürchten ist. Seit einigen Tagen haben wir nun richtiges Heuwetter", das von den Landwirten auch fleißig be­nutzt wird. Wenn auch das Gras schon überreif, und in­folgedessen hart geworden ist, so kann es doch gut gemacht, und trocken eingebracht werden, was bekanntlich für die Güte des Heues von großem Vorteil ist. Die überschwemmt gewesenen Wiesengründe liefern dagegen nur minderwertiges Futter, da das Gras vollständig verschlammt ist. Die anhaltende Nässe hat das Wachstum der Kartoffeln und anderen Hackfrüchte derart befördert, daß das Hacken und Behäufeln nur schwer vorgenommen werden kann. Hält die jetzige Witterung an, so wird voraussichtlich in vierzehn Tagen mit dem Kornschnitt begonnen werden können.

nn. Von der mittleren Ridda, 11. Juli. Die Wiesen bei uns sind immer noch zum großen Teil überschwemmt. Vom Ackergelände ist das Wasser zurückgetreten, doch kann man jenes noch nicht überall betreten. Soweit es möglich ist, ernten die Leute von diesem Gelände jetzt die Kartoffeln ein, weil sie sich eben noch zu Viehfutter verwenden lassen. Sie sind bereits stark angefault und zu menschlicher Nahr­ung gänzlich ungeeignet. Nach der Erfahrung sind sie in wenigen Tagen vollständig verfault. Das letzte Heu wird eben eingethan; viel wert ist es indessen nicht mehr. An den Nidda-Ufern hat sich eine Menge Heu angelagert, das der Strom bei dem Hochwasser, das wir kürzlich hatten, weiter oben weggeschwemmt hat. Es ist aber so verschlammt, daß man es als Viehfutter nicht benutzen kann.

L. Friedberg, 13. Juli. Nächsten Sonntag. 16. Juli, feiert hier der Hessische Hauptverein des Evangelischen Bundes fein Jahresfest. Der Festgottesdienst (Pfarrer Reinhardt-Wörrstadt) findet um 3 Uhr nachmittags statt. Abends sprechen in öffentlicher Festversammlung u. a. Pfarrer Dr. Weitbrecht-Wimpfen und Realgymnasiallehrer Waitz-Darmftadt. Alle Evangelische von nah und fern sind bei der Feier herzlich willkommen. (Letzte Züge in der Richtung Gießen ab Friedberg: IO26, ll53, 1240 Ut)r).

n. Büdingen, 11. Juli. Der hiesige Vorschuß- und Kreditverein macht eben bekannt, daß er die Einlagen vom 1. Januar 1900 an mit 4 Proz. per Jahr verzinst. Der Zinsfuß für Hypotheken und Schuldscheine beträgt von da an 4</2 Proz.

Vermischtes.

* D. Frankfurt a. M., 13. Juli. Im Frankfurter Zoologischen Garten sind in den letzten Wochen zahl­reiche Tiere eingetroffen, die früher noch nie lebend in den Garten gekommen waren. Aus Hinterindien stammt ein junger Riesenbüffel (Bubalus arni) der schon jetzt, als kaum halbjähriges Kälbchen, die Größe einer kleinen Kuh besitzt. Unter den kleinen Säugetieren zeichnet sich ein australisches Beuteltier durch seine abenteuerliche Gestalt aus, die an ein Kaninchen mit einem Rüffel und Känguruh­beinen erinnert; es ist der Per ameles lagotis. Unter den Vögeln sind verschiedene Drosseln, ein Worrokeh - Papagei und ein großer Bartvogel zum erstenmale im Garten, unter den Schlangen ein stattliches Exemplar der giftigen Puffotter aus Afrika. Am Sonntag dem 16. Juli ist der Eintrittspreis in den Garten während des ganzen Tages auf 50 Pfg. (Kinder 25 Pfg.) ermäßigt und das Aquarium kostet dann 20 Pfg. ä Person. Nachmittags und abends finden Doppel-Konzerte statt.

Frankfurt a. M., 11. Juli. In der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung teilte Oberbürgermeister Adickes mit, daß die Stadt Frankfurt zum 150. Geburtstage Goethes als Erinnerungszeichen eine Goethe-Gedenkhalle er­richten werde, die Säle für Volksvorträge und für die Volksbibliothek erhalten soll.

Aus der Zeit fftr die Zett.

Vor 297 Jahren, am 14. Juli 1602, starb in Paris der Kardinal und Minister Mazarin, welcher lange Jahre in Frankreich und in Europa eines Ansehens genoß, wie es kaum Richelieu besessen. Darin, daß Mazarin im vollen Genuß von Würde, Macht, Reichtum und Ansehen hinging, sahen die Menschen eine Fortsetzung desselben Glücks, das ihn von Anfang begleitete.

Temperatur der Lahn und Lust nach Reaumur gemeßen am 13. Juli, zwischen 11 u. 12 Uhr mittag-: Wasser 18°, Lust 24°.

Rübsamen'sche Badeanstalt.

Neueste Meldungen.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 13. Juli. Der zum deutschen Botschafter in Rom ernannte Graf Wedel ist auf seinem Gute Stora Sundby in Schweden an Blinddarm-Entzündung erkrankt. Eine ernstere Gefahr für das Leben des Botschafters soll nach Ansicht der Aerzte nicht bestehen.

Wien, 13. Juli. Hier wurde gestern ein Mann ver­haftet, der in einem Gasthause einen blank geschliffenen Dolch zeigte und erklärte, daß er diese Waffe, ehe 14 Tage vorüber wären, tief in das Herz von Dr. Lueger stoßen werde.

Paris, 13. Juli. Die Untersuchung gegenDupaty de Elam kompromittiert schwer Boisdeffre, welcher alle Fälschungen kannte. Auch Frau Dupaty de Elam, geborne Gräfin Ursel, ist in die Affaire verwickelt, da sie an mehreren Fälschungen teilnahm.

Paris, 13. Juli. Der Kriegsminister gab namens der Regierung die Erklärung ab, dieselbe sei entschlossen, in keiner Weise sich in die vom Kriegsgericht zu Rennes zu erledigende Angelegenheit einzumischen und dem Regierungs- Kommissar volle Freiheit und alle Verantwortung zu über­lassen.

Paris, 13. Juli. Für Sonntag ist eine große Patrioten-Versammlung unter dem Vorsitz von Döroulöde am Theatre R6publique geplant. Die Anti­semiten und Monarchisten veranstalten gleichfalls Kund­gebungen.

Rennes, 13. Juli. Der Dreyfus-Prozeß dürste einen vollen Monat dauern, da bisher 200 Zeugen ge­laden sind.

Petersburg, 13. Juli. In den hiesigen Blättern macht sich eine auffallende Nervosität bei der Besprechung des Besuches Kaiser Wilhelms auf dem französischen SchulschiffIphigenie" und der Möglichkeit einer französisch- deutschen Annäherung bemerkbar.

Belgrad, 13. Juli. Nunmehr ist festgestellt, daß der nach Cettinje geflüchtete Bauernführer Taisic das Kom­plott gegen das Königshaus in Szene gesetzt hat. Das Befinden des Adjutanten des Königs Milan ist befriedigend.

Erfrischende Fruchtspeisen.

Wer Flammrts von köstlichem Geschmack begehrt, sollte fie mit Brown & Polson's Mondamin Herstellen. Ein Pfund Mondamin ist überall für 60 Pfg. zu haben und ist e« so ergiebig, daß sich autz einem solchen Paket 12 Flammrts für je vier Personen bereiten lassen. Die Kosten des Mondamins werden daher für einen Flammrt so gering, daß es sich jeder gestatten kann. Mondamin ist überall erhältlich. Auch sind neue Rezepte in einem Büchlein von Brown & Polson, Berlin C. 2, kostenlos franko zu haben.