Ausgabe 
14.6.1899 Zweites Blatt
 
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1899

Mittwoch den 14. Juni

Erstes Blatt.

Amtlich« Teil-

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«bresie für Depeschen: Anzeiger frkftou Fernsprecher Nr. 51.

80(iinV*e Anzeigen zu ba nachmittags für bta . tag erscheinenden Nummer bis vor». 10 Uhr.

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Gießener Anzeiger

General-^Heiger

Amts« «nd Anzeigeblatt für den Ureis Gieren.

Gießen, den 12. Juni 1899.

BM.: Die Vertilgung der Blutlaus.

M Grotzherzogliche Kreisamt Gießen

nm Vie Großh. Bürgermeistereien des Kreises.

Diejenigen von Ihnen, welche mit Erledigung unserer DAafüstUNg vom 29. April l. I. - Gießener Anzeiger s> loiß _ noch im Rückstände sind, werden hieran Mit sW hon drei Tagen erinnert.

v. Bechtold.

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i ^ei*t ttgkich nniluSneNme bei Blontagi.

le Gießener

»HeittfcelCiftet wrrk »em Anzeiger »iiMlich vierm.l Angelegt.

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7) -Christian Pitz, Lauter, für Rind in Kl. 71: 1. Preis: i 100 Mk. und Sieger-Ehrenpreis: silb. Pokal.

8) Julius Zimmer für Rind in Kl. 72: J- W: ® - 91 Derselbe für Sammlungsausstellung: 1. Preis: 210 Mk. ly Auchtvereiu des Kreises Gießen für Samm­

lung: 1. Preis . 600 Mk. und Ehrenpreis: "11) ^rband der Herdbuchgesellschaft für das Vogels­berger Rind" für Sammlung von 39 Stück: 1. Preis. 570. Mk und 200 Mk. .

18) Julius Zimmer für Familie (Kuh mit zwei RaH- kommen): 1. Preis: 90 Mk.

Nie Sammlung des Zuchtverems zu 10) bestand aus L Stück, nämlich: 3 Bullen, 5 Kühen und 4 Rindern; da- M (gehören 2 Stück dem Bahnwärter Faber, Großen- Wm, 1 Stück der Gemeinde Großenlinden, 1 Stuck dem Mdmirt Ehr. Pitz, Lauter, und die übrigen 8 Stuck dem Miwirt Julius Zimmer, Bingmühle.

^u dem ausgezeichneten Erfolg können wir den einzelnen -Wern und Ausstellern Glück wünschen und die Hoffnung ^sprechen, daß die Zucht des Vogelsberger Viehs mehr ucb mehr fortschreite.

Gießen, den 10. Juni 1899.

Str Direktor des Zuchtvereins für das Vogelsberger Rind im Kreise Gießen:

Boeckmann.

Bekanntmachung.

Den Mitgliedern und Freunden des Zuchtvereins und . i k ihm angegliederten Lokalzuchtvereine gebe W hiermit t Ergebnis der Bewerbung der Vogelsberger Viehzucht . msdv Frankfurter Ausstellung bekannt. Es erhielten Preise:

1) Julius Zimmer, Bingmühle, Zuchtviehhof, für Bulle im Klaffe 64: 1. Preis: 200 Mk. und Sieger Ehren­preis : silb. Deckelhumpen. .

2) Gemeinde Großenlinden für Bulle in Kl. 65: 1. Preis:

1150 Mk. w

3) Julius Zimmer, Bingmühle, für Bulle tn Kl. 66.

Ä. Preis: 100 Mk.E

1) Derselbe für Kuh in Kl. 67: 3. Preis: 75 Mk.

5) .. >. .. .. 68: Anerkennung.

gegangen fein würden, werde sich das Reichsamt des Innern schlüssig machen, damit möglichst schon in der nächsten Session eine Vorlage eingebracht werden könne. Was die Bemerkung des Vorredners, daß kem Kommissar auf dem lebten Bauarbeiterkongreß anwesend war, anlange, so be­merke er, Redner, daß täglich Einladungen zur Beschickung von Kongressen an die Regierung gelangten, so daß es un­möglich sei, allen Folge zu leisten. Außerdem könne man doch der Regierung nicht zumuten, Kongresse zu^besuchen mit republikanischen Abzeichen. DerVorwärts habe s. Z. den durch Indiskretion erlangten Streikerlaß veröffentlicht Die Negierung habe aber auch em Rundschreiben an die Regierungen versandt, in denen diese gebeten wurden, der jedem Streik auch die Arbeiter zu Horen, um die Ursachen des Streiks genau zu ermitteln. Dieses Rundschreiben habe

i derVorwärts" nicht veröffentlicht.

Abg. Bebel (Soz.) meint, die Regierung solle doch sämtliche Erlasse demVorwärts" zusenden; derselbe werde sie gemi veröffentlichen. Redner geht alsdann nochmals auf die Bäckereifrage ein. , w

I Bairischer Ministerialdirektor v. Hermann bemerkt bezüglich des Würzburger Prozesses das darüber eingefor, derte Material habe er noch nicht erhalten, sobald dies ge-

I schehen sei, werde er hierüber Aufklärung geben.

Aba. Stadthagen (Soz.) erwidert bem (Staats* I sekretär Grafen Posadowski, er habe bisher nicht gewußt, I daß das rote Tuch auch auf Menschen solche Wirkung aus­übe (Präsident Graf Ballestrem ruft den Redner für diese Aeußerunq zur Ordnung). Redner fortfahrend, er könne I qar nicht begreifen, wie die Regierung Anstoß nehmen könne I an der roten Fahne, die doch das Banner der Menschen-

blikanischen Gruppen den letzten Sonntag ausersehen an I welchem Loubet das Rennen in Longchamps besuchen würde. I

Es war selbstverständlich, daß die französischen Be­hörden sich auf besondere Ereignisse gefaßt machen mußten, da man annehmen durfte, daß die politischen Leidenschaften I mehr oder weniger auf einander platzen wurden. Jedenfalls I erwartete man, daß den Sympathiekundgebungen für das jetzige Regime lebhafte Gegendemonstrationen derFeinde der Republik auf dem Fuße folgten. Und so hatte denn die Regierung umfassende Maßregeln getroffen, um allen Eventualitäten gegenüber gerüstet zu sein. ^wattiges Aufgebot von Polizei und Truppen war zur Stelle welkes jede gegen die Regierung gerichtete Demonstration im I H-ime zu ersticken bestimmt war.

Wider Erwarten ist der von den Nationalisten geplante I Coup gegen die Regierung ausgeblieben, und das Rennen I in Longchamps hat einen sehr ruhigen Verlaus genommen. Die meisten Mitglieder der Royalisten hatten es »DrSe$°8="- d-m sportlichen Feste fernzubleiben, wodurcht das letztere sich ziemlich eintönig gestattete, da das eigentliche beleben Element fehlte. Die Ovationen für den Präsidenten Loubtt wurden zwar an den Mann gebracht, es fand sich jedoch I keine Gelegenheit, nennenswerten Gegendemonstrationen die I Spitze zu bieten. Und so ist denn alle Erregung, mit der man dem letzten Sonntag entgegen sah, umsonst gewesen, das Herz Frankreichs schlägt wieder m normalen Pulsen.

Hoffentlich ist der Verlauf des Grand prix eine günstige Vorbedeutung für die weiteren Ereignisse, welche Franks noch bevorstehen. Es wäre an der Zeit, wenn die Franzosen endlich einmal den letzten Akt der Dreyfusaffaire ruhigen Bluts, nüchternen Auges passieren ließen, ohne ihr Land in eine Erregung zu versetzen, die ihm unter Umstanden I gefährlich werden kann. Möge es sich em Beispiel nehmen I an seinem jetzigen Ministerpräsidenten Dupuy unter dessen I Verantwortlichkeit die Verurteilung Dreyfus erfolgte, und der jetzt die Rückkehr des Verurteilten anordnen mußte. I Leicht wird ihm diese Gegenordre nicht geworden sein, aber I die Gerechtigkeit forderte es und dieser muß sich auch ganz Frankreich ohne Murren fügen.(xX

Deutscher Reichstag.

90. Sitzung vom 12. Juni. 1 Uhr.

Das Haus ist überaus schwach besetzt. Tagesordnung: I 3. Lesung des Gesetzentwurfes betr. den Gebühren tans I auf dem Nordostseekanal. , . . I

Die definitive Annahme erfolgt debattelos m der I Fassung der zweiten Lesung.

Es folgt die 2. Lesung des Nachtragsetats.

Qar Abfindung der Gebrüder Denhardt hat die I Kommission die Bewilligung von 150000 Mk., statt der m der Vorlage ausgeworfenen 100000 Mk., beantragt.

Ein inzwischen eingegangener Antrag Lieber (^^itr.) will den betreffenden Etatstitel so gefaßt wissen, daß Die Abfindung als eine einmalige und endgiltige bezeichnet und außerdem angegeben wird, daß die Abfindung gewährt wird für die seitens des Reichs im Sultanat Witu gezogenen | ^^Staatssekretär Thielmann erklärt sich mit dem Anträge der Kommission wie mit dem Anträge Lieber em- ÜCr^ Der Titel wird in der Lieber'schen Faffung bewilligt.

Bei der Nachtragsforderung im Etat des Reichsamts i des Innern für einen vortragend en Rat, der nament- I lick mit der Praxis der Gewerbeaufsicht vertraut sem soll, verbreitet sich Abg. Bebel (Soz.) über die Notwendigkeit nicht nur der Bäckereiverordnung, sondern mehr noch emer strengen Kontrolle der Bäckereien in Bezug auf Durchführung der Gewerbeordnungsvorschriften.

Staatssekretär Graf Posadowsky giebt zu, daß sich in einem Prozeß in Würzburg Dinge ergeben hätten, denen I zufolge es in manchen Bäckereien an den notwendigsten er- oroernifien der Hygiene gefehlt zu haben scheine. Er habe Bericht darüber von der bayerischen Regierung erbeten, um zu wissen, ob noch weitere generelle Verfügungen nötig seien. Was die Aufhebung der Bäckereiverordnung oder die Modifikation derselben betreffe, so muffe er erklären, daß diese Frage noch in der Schwebe sei.

b Abg. Hoch (Soz.) tritt lebhaft für Maßnahmen zum Schutze der Bauarbeiter ein.

Staatssekretär Graf Posadowsky erwidert, die R^ gierunq wende dem ihr regstes Interesse zu. Es seien auch einschlägige Vorschläge an die Einzelregierungen ergangen; I die Antworten ständen noch aus. Sobald dieselben ein-

Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Mittler für hessische Volkskunde.

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liebe sei (Heiterkeit). .

Staatssekretär Graf Posadowski bemerktWir wünschen wohl alle, den Arbeitern nach Möglichkeit Schutz zu gewähren. Aber die Sozialdemokraten verquicken mit den berechtigten Arbeiterbestrebungen auch noch ganz andere Bestrebungen. Nach dem Bericht desVorwärts" wurden auf dem Bauarbeiterkongreß Hochs auf die Arbeiterbewegung angebracht, und das bedeutet doch Hochs auf die Sozial­demokratie. Da gehört ein Staatssekretär nicht hin.

Abg. Bebel (Soz.) behauptet, die roten Embleme brauchten für die Regierung kein Hindernis zu sein, Kom­missare zu entsenden. , . . , . .

Die Debatte wird geschlossen, der Titel wird genehmigt.

Eine längere Debatte entspinnt sich alsdann über den Vorschlag der Kommission, einen zur Förderung der römisch- germanischen Altertumssorschung in Deutschland m den @tat des Reichsamts des Innern eingestellten Betrag, 20 000 t., nicht hier, sondern im Etat des Auswärtigen Amts, Titel Archäologisches Jnstttut zu bewilligen. .

Das Haus tritt dem Kommissionsvorschlage bei.

Bei der Forderung zur Erwerbung eines Truppen­übungsplatzes für das elsässisch-lothringische Armeekorps widerspricht Abg. Wett er le (Els.) einem m dem Abg. Groeber in der Kommission gegen die Elsässer erhobenen Vorwurf, daß diese sich an Beratungen über elsasM- lothrinqische Angelegenheiten zu wenig beteiligten. Die Elsässer könnten sich freilich zur Teilnahme an den Ver­handlungen wenig ermutigt fühlen, wenn z. B. neulich ein­mal der preußische Kriegsminister dem Abg. Preiß auf sachliche Aeußerungen zu antworten abgelehnt und den CI- sässern schlechte Absichten nachgesagt habe.

Kriegsminister v. Goßler entgegnet, wenn er Herrn Preiß auf lange politische Auslassungen nicht geantwortet habe, so sei das doch kein Grund für die Elsässer, sich an den Verhandlungen der Kommissionen nicht zu beteiligen.

Die Nachtragsforderungen für die Marine werden ge- nehmigt, ebenso die für die Postverwaltuug

ES folgt di- zweite Lesung eines Hypothekenbankgesetzes.

Dasselbe wird en bloc angenommen.

Morgen 1 Uhr: 3. Lesungen des Gesetzes über Jn- validenfonds, Hypothenbankgesetz, Invalidenversicherung.

Schluß nach 5y2 Uhr. __

Hessischer Kandtag.

Erste Kammer der Stände.

nn. Darmstadt, 12. Juni 1899.

Unter dem Vorsitz des Fürsten zu Isenburg- Büdingen trat heute die Erste Kammer zu mehrtägigen Verhandlungen zusammen. Die Sitzung wird um /Jl Uhr eröffnet. Am Ministertisch Staatsnnmster Rothe Geh. Staatsrat Krug zu Nidda und Ministerialrat Braun. Zu Ehren des verstorbenen, längjährigen Mitgliedes des

Beim diesseitigen Kommando ist am 1. Oktober d. I. I Üil Stelle des Schneiders neu zu besetzen.

Bewerber wollen sich alsbald unter Vorlage eines Demslaufes nebst Zeugnissen ihrer ^°^brren hier melden.

Diejenigen Leute, welche bereits Uniformstucke be­reitet haben, erhalten den Vorzug.

Gießen, den 10. Juni 1899.

Großherzogliches Bezirks-Kommando.

Detring,

Oberstleutnant und Kommandeur.___________

^^Der Grand prix in Longchamps.

Die großen Rennen in der Umgebung der französischen mmptstadt haben seit einigen Jahren eine über den ihnen ieu Natur uach g-zog-n-n Rahmen hmausg°h-ud- Bedeu- viw erhalten. Und es ist >a auch kem Wunder! Besonders ^nachawps vereinigt sich all,ährl.ch mcht nur die sporp iimmdliche Aristokratie aller Länder, hier geben sich auch volitischen Größen aller Partei>chattierungen Frankreichs Stelldichein, welches gewöhnlich durch di- Anwes-nheit k8 Staatsoberhauptes gekrönt wird. Gelegentlich des «Wnens in Longchamps war es, daß ein Altentatsversuch ui den Präsidenten Faure gemacht wurde, und am vor- l,p.m Sonntag ereigneten sich bekanntlich die Angrist- aus k. volItümlichen Präsidenten Loubet ?°^end des Rennens h ituteuil. Diese Beschimpfung zu rachen und dem Prast, lauten die Sympathien zu bezeugen, hatten alle repu.

&n loumkü! Mtuttwt, ie gani außergewOi. ontauien. haüdatz, dicht D Rk. an noch |ui i. Ziegler, ßtllHt w. In ilücherW--!

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