eines Backsteinmacherhäuschens am Krofdorfer Weg auf die Dauer von zwei Jahren erteilt werden.
Für die ausnahmsweise Belassung einer den einschlägigen Bestimmungen nicht ganz entsprechenden Abortanlage in dem Schleenbecker'schen Hause in der Bleichstraße spricht sich die Versammlung aus, — desgleichen für Befürwortung des Dispenses zu dem Baugesuch des Herrn vr. Fel sing für die Bergstraße.
Herrn Carl Schw an soll gestattet werden, die Brandmauer an seinem Neubau auf der Mäusburg, soweit sie in die künftige Baufluchtlinie des Horn'schen Nachbargrundstückes reicht, in der Stärke von nur 25 Ctm. aufzuführen, nachdem die Firma Gebr. Horn sich verpflichtet, im Falle Neubau ihres Hauses das fragt Stück Brandmauer aus die vorgeschriebene Stärke zu bringen.
Der Firma Emil Piftor Nachfolger wird widerruflich die Genehmigung zur Ueberbrückung des Stadtbachs in der Sandgasse behufs Herstellung einer Zufahrt zu ihrem Lager erteilt.
Das Gesuch des Herrn H. Kockerbeck, welcher an der Stelle des Kattrein'schen Hauses an der Ecke der Sonnen- und Schulstraße einen Neubau errichten will, wird genehmigt. Dem Gesuchsteller soll das Stadtbachgelände zwischen seinem und dem Orbig'schen Hause (unter Eigentumsvorbehalt) bis auf Ladenbreite zur Verfügung gestellt werden, sofern er das zur Einhaltung der Baufluchtlinie in der Sonnenstraße in die Straße fallende Gelände unentgeltlich an die Stadt abtritt, von der Sonnenstraße einen Durchgang nach dem Stadtbach sreiläßt und dessen Benutzung dem mit Reinigung des Baches betrauten Personal jederzeit gestattet. Gleichzeitig spricht sich die Versammlung für Verzicht auf Massivbau des projektierten Hauses aus.
Das Gesuch des Herrn Wilhelm Valentin um Erlaubnis zum Bauen am Gleiberger Weg wird unter der Bedingung befürwortet, daß der geplante Neubau lediglich zur Befriedigung des eignen Wohnungsbedürfnisses des Gesuchstellers bestimmt ist und Gesuchsteller ferner das bisher von ihm bewohnte Haus nicht weiter zu Wohnungszwecken benutzt.
Ebenso befürwortet wird das Gesuch der Gail'schen Dampfziegelei, welche mehrere Anbauten am Thonwerke, Erdkauterweg 50, errichten will. Bezüglich der Errichtung einer Schlafbaracke für die von der Firma beschäftigten galizischen Arbeiter beschloß die Versammlung Genehmigung des Gesuchs unter dem Vorbehalt, daß die Firma diese Anlagen entfernen muß, falls aus deren Benutzung zu dem angeführten Zwecke Unzuträglichkeiten, über welche die Stadt zu entscheiden hat, ergeben sollten.
Zur Errichtung von Arbeiterwohnhäusern, seitens der Eisenbahndirektion Frankfurt a. M., hinter der Riemer- schen Wirtschaft nahe der Frankfurter Straße, giebt die Versammlung ihre Zustimmung.
Dem Allgemeinen Verein für Armen- und Krankenpflege, welcher das Mietspatronat im ehemals Bourgeoisschen Hause derart übte, daß der Verein die Mieterträge an die Stadtkasse abführte und dafür eine entsprechende Vergütung erhielt, soll das genannte Haus gegen eine jährliche Pauschalsumme von 600 Mark überwiesen werden. Hierbei bleiben die Räume, welche die Stadl selbst für die Unterbringung der Laternenwärterstation in Benutzung hat, außer Betracht.
Das Gesuch der Frau L. C. Rübsamen Witwe, welche mit Hinweis auf den ihr im vorigen Jahre durch Hochwasser zugefügten Schaden im Betrieb ihrer Badeanstalt und auf die Konkurrenz des Volksbades um Pachtpreis, ermäßigung für die Wiese an der Badeanstalt eingekommen ist, wurde abgelehnt.
Um die Kreisftraßenwärter möglichst nahe an den ihrer Beaufsichtigung und Unterhaltung anvertrauten Straßenstrecken stationieren zu können, ist seitens des Kreises Gießen die Errichtung von Dienstwohnungen beschlossen worden. Das dieserhalb zunächst zum Zwecke der Errichtung einer solchen Dienstwohnung an der Strecke Gießen—Hausen gestellte Gesuch des Großh. Kreisbauinspektors um Ueber-
Es ist dies die Eigentümlichkeit, die weichen Laute b, d, g in Verbindung mit einem Gleitelaut hart auszusprechen und umgekehrt die harten Laute p, t, k in gewissen Verbindungen zu erweichen. Das Wort „Fabrik" dürfte von der Mehrheit der Hessen so gesprochen werden, als ob es „Faprigg" geschrieben würde, wobei das p in der Mitte des Wortes vor r nicht ganz so scharf klingt wie im Anlaut, z. B. in Perle. Andererseits ist der Hesse gerne geneigt, den „Preußen" im Anlaut ein B zu geben, weil dies seinen Sprachwerkzeugen bequemer ist. Diesen Fehler wird man in der nachlässigen Unterhaltung immer beobachten können, aber er wird natürlich auch in die Schule geschleppt, und hier sollte ihm kräftig gesteuert werden. Wie häßlich klingt es, wenn die Schüler im Chor singen:
..Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, Daß ich so äraurig bin",
denn ein t vor dem r bringen sie nur mit Anstrengung hervor. Wenn der Lehrer ein Ohr für derartige Fehler der Aussprache hat, wird er sie gewiß nicht hingehcn las en, aber oftmals fehlt ihm nicht nur das Organ dafür, sondern cr diesen Gebrauch mit. Das ist durchaus erklärlich und entschuldbar: der betreffende Lehrer hat meistens auf der Landesumversität studiert, er wird dann in seinem Helmatlande angestellt, und er hört bisweilen sein ganzes Leben lang lernen anderen Dialekt als den seiner Heimat In späteren Jahren ist es sehr schwer, einen solchen Fehler noch abzulegen, und es bedarf dazu großer Willensstärke- denn sobald man sich nicht scharf beobachtet, wird man immer wieder ein Opfer des alt eingesessenen Uebels werden
In früheren Jahren war es Brauch, an vielen Gymnasien, Real- und gelegentlich auch Töchterschulen klassische Dramen einzuüben und sie vor geladenem Zuhörerkreis auf
lassung von cirka 1000 Quadratmeter Gelände vor dem Schiffenberger Walde, wird unter Festsetzung des Preises auf 60 Pfg. pro Quadratmeter genehmigt.
Zur Anschaffung von Straßenschildern und Hausnummertäfelchen werden 221 Mk. bewilligt.
Die Anfuhr von 22 Wagenladungen Cement- platten vom Bahnhofe nach den verschiedenen, mit neuem Trottoir zu versehenden Straßen, wird Herrn Fuhrmann Herzberger als Mindestforderndem übertragen.
Infolge der mildes Witterung des letzten Winters hat sich im Gaswerke der Vorrat an Stückkokes auf cirka 10000 Zentner angehäuft. Auf Vorschlag der Direktion des Werkes wird beschlossen, den Kokes unter Annahme eines von der Firma Stöck & Fischer in Bingen gemachten Angebots von 153 Mk. für den Doppelwaggon zu verkaufen.
Die über den Austausch von Gelände zwischen der Crednerstraße und dem Mittelweg mit den beteiligten Grundbesitzern abgeschlossenen Notuln werden genehmigt.
Der Berg- und Hüttenmännische Verein in Siegen und die Handelskammer daselbst haben sich erneut an die Stadt gewendet um Unterstützung einer an das Preußische Abgeordnetenhaus zu richtenden Petition wegen des Baues einer direkten Vollbahn Siegen-Haiger. Die Versammlung beschloß, die Petition zu unterstützen.
Der Druck der Schuldverschreibungen für das Anlehen der Stadt für 1898/1899 und 1899/1900 wird der Brühl'schen Druckerei übertragen.
Herr Dr. Tjaden, welcher im vorigen Jahre mit der Wahrnehmung der Funktionen eines Schularztes betraut wurde, hat einen umfassenden Bericht über die einschlägigen Wahrnehmungen und Anstände erstattet, dessen Veröffentlichung vom Schulvorstande empfohlen wird. Es sollen Druckexemplare der Schrift an die Stadtverordneten, die Lehrer, Aerzte, die Behörden des Landes und die hessischen Städte verteilt werden. Die Versammlung beschloß, in Anerkennung der auf die Arbeit seitens des Berichterstatters verwandten Sorgfalt und Ausführlichkeit den Bericht drucken zu lassen.
Nachdem Erhebungen über die Zahl der Wasseranschlüsse am Wallthor stattgefunden, welche ergaben, daß eine Notwendigkeit zur Belassung des Ventilbrunnens an der Ecke der Brandgasse und Wallthorstraße nicht mehr vorliegt, wird beschlossen, den Brunnen, dessen Vorhandensein besonders im Winter wegen der Eisanhäufung für die Passanten gefährlich wird, zu entfernen. Nach Fürsprache des Herrn Krumm, welcher den Brunnen wenigstens noch bis zur Vollendung der Kanalisation zu erhalten wünscht, beschloß die Versammlung auf Anregung des Herrn Schwall, die Frist bis zur Entfernung auf den 1. Oktober ds. Js. festzusetzen, um den Anwohnern Gelegenheit zu geben, inzwischen ihre Häuser an die Wasserleitung anschließen zu lassen.
Für den verstorbenen Herrn Stadtverordneten Habe- nicht, der Mitglied nachbezeichneter drei Deputationen war, wurden gewählt: Herr Huhn in die Deputation für Gas- und Wasserwerk, Herr Loos in die Armendeputation und Herr Hanau in die Kommission zur Prüfung der Bedürfnisfrage.
Das Gesuch des Herrn Conrad Pflug um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Liebigstraße 64 wird nicht befürwortet.
Das Gesuch des Herrn Wilh. Ruppel, welcher die Wirtschaft im Hause Riegelpfad 38 übernimmt, wird befürwortet.
Vermischtes.
* Bad Pyrmont, 12. Mai. Nachdem verschiedene frühere Versuche, die hiesige Fürstliche Quelle „Säuerling" nutzbar zu machen, mißglückt waren, ist es nun endlich der Firma Gebr. Vietmeyer hier gelungen, einen Vertrag mit der Domänenkammer zu schließen, und damit auf lange Jahre )ie Säuerlings-Quelle zwecks Vertrieb als Luxus- und Tafelwasser zu erwerben. Die Herstellung des unter
Universums Nachrichten.
— Leipzig. Der außerordentliche Professor der GynLkolcüi. an der hiesigen Universität, Max Sänger hat eben Ruf an Universität Prag angenommen.
— Würzburg. Als Nachfolger des Profeffors Dr. Rosenberger hat die medizinifche Fakultät den Privatdo»«^ Dr. HanS Gudden in München für die außerordentliche $rOf,.-;nr der gerichtlichen Medizin in Vorschlag gebracht.
— Jena. Dr. Ernst Schudt, Afststenzart am hiesigen krankenhaus, wurde zum leitenden Arzt der Volksheilstätte für lunaa kranke Frauen ernannt, die der vaterländische Frauevvnetn Gommern bei Magdeburg errichtet.
— Göttingen. Der ordentliche Professor Dr. 6notni e«. march zu Königsberg ist, wie jetzt auch amtlich gemeldet nih'b tD gleicher Eigenschaft in die medizinische Fakultät unserer Uchnfii. versetzt worden.
— Greifswald. Der frühere Professor der Theolosfr ir Dorpat, Dr. Wilhelm Volck, der sich vor kurzem an der Universität habilitierte, ist zum ordentlichen Honorar-Prosefior V. nennt worden.
— Wien. Der ordentliche Professor für römisches Recht u der hiesigen Universität, Professor Dr. C. Mittels hat eine 8ctui: ung an die Universität Leipzig angenommen.
dem Namen „Pyrmonter Säuerling" nu. mehr in den Handel gelangenden, ganz hervorragend Tafel- und Erfrischungs-Getränkes — ein roabrb3f" kostltcher, wirklicher Säuerling — hat begonnen, und Lü sich zahlreiche bedeutende Firmen, wie uns zuverlässig wj, geteilt wird um den Vertrieb dieses Mineralwassers bn- unzweifelhaft bald sich eines Weltrufs erfreuen wird' beworben. Das wahrhaft Gute empfiehlt sich selbst, so'wsit man auch mit Recht von diesem neuen Artikel sagen dürfen
Meratnr, Wissenschaft und Anriß.
— Enthüllung des Hebel-Denkmals in Basel, «fr Nachmittag bes 3. Mat ist in Basel das Denkmal eines freundlich^ Dichters, des alten Hausfreundes aller Allemannen, Johann Pr,^ Hebels, eingeweiht worden. Johann Peter Hebel hat zeitlebens m Basel „die Stadt" gesehen, die Metropole für das Rheinlhal unl die hier an der Wiege deS Rheins auSmündenden ThiUer, da schweizerischen BtrS- und Wirfigthäler, wie des badischen Bteltr, thaleS und Kaudererthales. Es war also ein schöner, glücklicher (S. danke, dem Wiesenthaler Poeten, dessen allemannische Grdtchic ir Basel seit Urgroßvaters Zeiten von Mund zu Mund gehui, hier wo er geboren ist, ein Denkmal aufzurichten. Vor der Ei. Wn-- kirche, an dem Petersgraben und gegenüber dem von hohen beschatteten Petersplatz steht, von einer reizenden Blumenrabatte uu? geben daS Monument. Auf anmutig geschwungenem, hohem Eocktt über den eine Feldblumengutrlande herabfällt, erhebt sich die Bronze- büste deS Dichters. An dem plastesch herausgearbeiteten Kopf ho- Max Leu, der vor wenigen Monaten verstorbene schweizerilche Bildhauer, zum letzten Male seine eminent charakteristische Kunst brthätitzl Eine anmutige Herzlichkeit und Schalkhaftigkeit spricht aut btn Zügen dieses Kopfes. Vortrefflich ist daS ganze Monument in srintt- Proportionen, etwas von dem veredelten VolkSgeschmack HebelS Ifi darüber auSgegossen. Der Akt der Enthüllung war einfach, >be eindrucksvoll. Als nächste Landsleute Hebels waren Vertreter stink'. Heimatgemetnde Hausen im Wiesenthal sowie Delegationen «uv Freiburg und Karlsruhe erschienen. Zu diesen Allemannen non jenseits deS Rheines gesellten sich die Baseler, auch Elsässer, und Profesior der Theologie Pfarrer Böhringer von Basel erinnerte, als er daS Denkmal, das von Hebelfreunden errichtet worden ist, in dir Hut der Baseler Behörden überwies, nicht umsonst an da» gemeinsame Sprachband, daS die Anwohner des RheinstromS umschling NamenS der Stadt übernahm RegterungSrat Dr. David das Denkmal, und des toten Bildhauers gedachte Dr. Albert Geßler, ein guter Kenner Hebels, in gebundener Rede. Am Abend vereinigte ein Fest' mahl die Gäste in der Zunft „Zur Rebleuten", wo noch herzliche Ansprachen getauscht wurden und LandeSkommissar Geh. Ober- regierungsrat Reinhard aus Freiburg den Gruß Badens brachte. Die Errichtung dieses geschmackvollen Denkmals ist doppelt zu be» grüßen. Die engen Beziehungen, die durch gemeinsame Kultur, gemeinsame Sprache und verwandtes poetisches Fühlen über Bit politischen Grenzen hinüber erhalten und genährt werden, unbeschadet aller Eigenart in nationaler Hinsicht, sinv durch die Errichtung beS Monuments offenbart worden. Der gute Genius deS alten r-Mchm Hausfreundes erhalte dies in die ferne Zukunst!
„Die beste Seift £!;Btt und werde nicht verfehlen, dieselbe überall za empfehlen"; so äußerte sich Herr Dr. E über die Patent-Myrr holin-Setfe. Diese Ansicht hat eine sehr große Anzahl hervorresm- der Aerzte, wie die uns vorliegenden Schreiben beweisen. Die Patent-Myrrholin-Setfe sollte daher zum täglichen Gebrauch, befand,r» auch für die zarte Haut der Kinder, in keiner Familie fehlen. Ueber- all, auch in dm Apotheken, erhältlich.
zuführen. Davon ist man mehr und mehr abgekommen, obwohl derartige Sprachübungen der Jugend sehr zu statten kommen. Solche Aufführungen sind gewiß mit großen Schwierigkeiten verknüpft; aber so gut früher die Schüler Sophokleische Dramen in griechischerSprache darstellten, werden die Primaner eines Gymnasiums doch z. B. Goethes „Iphigenie" bewältigen können. Wenn man die Schüler der oberen Klassen Monologe rezitieren läßt, so sieht man, wie ungewandt sie darin sind. Es wird überhaupt auf den Schulen zu wenig deklamiert. Der Lehrer achtet wohl auf sinngemäße Betonung, aber er sollte auch der Aussprache seine Aufmerksamkeit schenken. Er sollte vor allen Dingen dem Schüler die Mängel seiner Aussprache klar machen und sein Ohr für derartige Schwächen schärfen.
Die vorhin gerügte Unsitte wird besonders Unleidlich, wenn sie sich in fremden Sprachen breit macht. Hier kann ihr nicht früh genug und nicht energisch genug entgegengearbeitet werden. Es ist für das Ohr des Franzosen beleidigend, wenn er anstatt „grand“ (groß) „crand“ hören muß. So unbequem dies auch dem Anfänger sein mag, er muß dazu angehalten werden. Wenn der Hesse das englische Wort für Brot: ^bread“ ausspricht, das in seiner Aussprache wie „pret“ lautet, wird ihn der Engländer nur mit Mühe oder überhaupt nicht verstehen. So wohl im Englischen wie im Französischen habende stimmhaften Laute b, d, g, viel mehr Stimmklang als in unserer Muttersprache. Dem Anfänger kann natürlich noch nicht der Unterschied zwischen gestoßenem und geschliffenem Accent erklärt werden, aber das Vorbild des Lehrers muß ihn früh den Unterschied zwischen „hat“ (Hut) und „bad" (hatte) fühlen lassen. Gerade die Aussprache dieses End-d im Englischen will mühsam erlernt fein. Wir alle sprechen in der gewöhn
lichen Unterhaltung das Wörtchen „und" mit einem t am Schluß aus, wie anders klingt dagegen das englische „and“; ober wie anders lauten das deutsche Wort „Hand" und das englische „band"! Im ersten Falle neigen wir zu dem harten Laut, der Tennis t, im zweiten kommt die. Media d erst durch ein längeres Verweilen auf dem vorhergehenden n zu stände. Auch die stimmlosen Konsonanten p, t, k werden in den fremden Sprachen schärfer gesprochen als im Deutschen.
Wenn wir im Deutschen „treu" sagen mit scharfem anlautendem t, pflegen wir, ohne daß wir uns dessen bewußt werden, einen h-Laut hinter dem t einzuschieben 3" dem englischen Wort „true“ schließt sich das r unmittelbarer an das t an, es darf kein aspirierter Laut hörbar werden. Diese feinen Unterschiede wollen erlernt sein, und jeder Lehrer sollte seine Schüler sofort dazu anhalten. Dann kann der Unterricht in der fremden Sprache auch bessern auf die Muttersprache zurückwirken.
Es ist schwer, derartige subtile Erscheinungen der LM Physiologie einem größeren Publikum im Rahmen erne solchen populären Feuilletons auseinanderzusetzen. FüraU diese Nüancen gibt es in der Wissenschaft der Phonem ge' wisse feststehende Ausdrücke, die sich nur schwer entbehre lassen. Auch ohne diese wird dem Lehrer der Zweck dm Betrachtung einleuchten. Es ist schon ein großer $otw11' wenn er das Verständnis für solche lautliche Fragen e dem Schüler anregt. Sind auch Erkennen und $onnL durch eine hohe Mauer getrennt, so wird doch Erkenntnis heilsam wirken und den Schüler zu erziehu^ Thätigkeit anspornen, denn wie überall ist sie auch y' „der erste Schritt zur Besserung".


