Ausgabe 
14.4.1899 Zweites Blatt
 
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6i/z Uhr unter. Cs steht 4% Grad nördlich vo« Aequator und erhebt sich daher bis zu einer Höhe von 42 Grad. Am 30. April erfolgt der Sonnenaufgang schon kurz nach 4 l/z Uhr, der Sonnenuntergang erst gegen 7»/, Uhr. Der Tag dauert mithin 15 Stunden, gegen 13®/4 Stunden am 1. April. Unser Zentralstern ist im Laufe des Monats 10 Grad weiter »ach Norden fortgeschritten und erreicht daher um Mittag eine Höhe von 52 Grad über unsrem Horizonte. Der Mond hatte am 27. März in Opposition zur Sonne gestanden; bei Beginn des April haben wir daher abnehmenden Mond. Er steht am 3. April im letzten Viertel und am 10. in Konjunktion mit der Sonne, es ist Neumond. Bald darauf zeigt er sich als schmale Sichel am Abendhimmel und erreicht am 17. April das erste Viertel. Am 25. April steht unser Trabant wieder der Sonne gegen- tber, wir haben Vollmond. Merkur ist bei Beginn des Monats am Abendhimmel im Bilde der Fische zu finden. Er geht am 1. April kurz nach 8 Uhr unter, kann also noch sehr gut bald nach Sonnenuntergang gesehen werden. Er erscheint so hell wie die Strene erster Größe, doch wird sein Glanz dadurch beträchtlich gemildert, daß er dem Horizonte sehr nahe steht. Der Planet nähert sich der Sonne rasch und erreicht sie am 12. April in unterer Kon­junktion. Er tritt dann an den'Morgenhimmel über und geht am Ende des Monats bald nach 4 Uhr auf. Venus ist noch Morgenstern im Bilde des Wassermanns. Sie geht am 1. April gegen 4>/2 Uhr, am 30. April um 33/4 Uhr auf und nähert sich der Sonne. Ihre Entfernung von uns nimmt zu, der scheinbare Durchmeffer des Planeten verringert sich infolgedessen von 16 auf 13 Bogensekunden. Ihre Sichelform nimmt zwar gleichzeitig ab, d. h. sie nähert sich «ehr der Kreisform; die Verkleinerung des Durchmessers Lberwiegt jedoch, so daß der Planet schwächer wird. MarS ist noch am Abendhimmel in den Zwillingen zu finden. Auch seine Helligkeit nimmt ab, da er sich von uns entfernt und sein scheinbarer Durchmesser sich daher von 8 auf 7 Dogensekunden verringert. Von den kleinen Planeten, die zwischen Mars und Jupiter ihren Lauf um die Sonne ausführen, gelangen zwei der hellsten im April zur Opposition: am 5. April Pallas und am 24. April Ceres. Pallas steht nördlich vom Bilde der Jungfrau im Bootes und nimmt späterhin ihren Lauf durch das Haupthaar der Berenice. Leres ist tm Bilde der Jungfrau zu finden. Zur Beobachtung dieser Himmelskörper muß jedoch ein kleines Fernrohr zu Hilfe genommen werden, obwohl Ceres unter Umständen auch von einem scharfen Auge ohne Fernrohr erkannt werden kann. Der mächtigste Planet unsres Systems, Jupiter, gelangt im April ebenfalls, und zwar am 25. im Bilde der Jungfrau zur Opposition. Er geht am 1. April kurz vor 9 Uhr, am Ende des Monats reichlich zwei Stunden früher auf und bleibt dann die ganze Nacht am Himmel. Sein scheinbarer Durchmesser beträgt 41 Bogensekunden, seine Helligkeit ist jetzt am größte». Schon ein mäßiges Fern­rohr zeigt auf seiner ovalen Scheibe einzelne Streifen, ein ganz kleines Fernrohr reicht schon hin, um die Bewegungen der vier größten seiner Monde zu verfolgen. In dem Kreis­läufe dieser Trabanten sind namentlich die Momente von Wichtigkeit, an denen die kleinen Lichtpünktchen in den Schatte« des Planeten eintauchen und dann plötzlich verschwinden, oder aus dem Schatten hervorkommen und dann ebenso plötzlich aufleuchten. Diese Erscheinungen finden nämlich für alle Beobachter, unabhängig von ihrem Stand­orte auf der Erde, zu gleicher Zeit statt. Ihre Beobachtung giebt daher ein bequemes Mittel, die Zeit zu bestimmen. So wird am 6. April um 11 Uhr 11 Minuten abends der erste Mond verfinstert. In dein Momente, wo der Mond in den Schalten eintritt, muß man daher eine Uhr, die richtig gehen soll, auf 11 Uhr 11 Minuten stellen. Am 13. April findet eine Verfinsterung des zweiten Trabanten um 8 Uhr 37 Minuten statt ein paar Stunden später, nämlich um 1 Uhr 5 Minuten, wird der erste Mond wieder verfinstert. Am 19. April um 9 Uhr 35 Minuten kann das Eintreten des dritten Mondes in den Jupiterschatten beobachtet werden. Am 20. April um 11 Uhr 14 Minuten wird wieder der zweite Mond und am 22. April um 9 Uhr 27 Minuten der erste Mond verfinstert. In der Nacht vom 25. zum 26. April endlich ist eine vollständige Ver­finsterung des dritten Mondes zu beobachten: der Eintritt in den Schatten erfolgt um 1 Uhr 33 Minuten, der Wieder­austritt um 3 Uhr 7 Minuten. Saturn steht im Skorpion und wird allmählich für die Beobachtung günstiger. Er geht am 1. April um 1 Uhr morgens, am 30. zwei Stunden später auf. Bei seiner stark südlichen Deklination 21 Grad südlich vom Aequator kommt er aber nur bis zu etwa 16 Grad über unser« Horizont. Uranus ist ebenfalls im Skorpion zu finden er geht reichlich eine Stunde vor dem Saturn auf. Neptun steht im Stier und geht am 1. April gegen 1 Uhr morgens, am 30. April zwei Stunden früher unter. Im ersten Drittel des Monats pflegt sich an klaren Abenden etwa in der Zeit von 8 bis 10 Uhr das Zodiakallicht am Westhimmel sehen zu lassen. Um den 20. April stellt sich der Meteor­schwarm der Lyriden ein: aus dem Sternbilde der Leyer kommen eine Anzahl von Sternschnuppen hervor, die sich durch langgestreckte Bahnen und eine verhältnismäßig lang­same Bewegung auszeichnen. Von den Leuchten des Fixsternhimmels finden wir in den Abendstunden des April die wohlbekannten sieben Sterne des großen Bären hoch Iber unserem Haupte nach Osten zu' Unterhalb dieses Sternbildes leuchtet im Osten ein Stern mit gelblichem Glanze, Arkturus im Bootes. Zwischen dem großen Bären und dem Bootes dehnt sich das Bild der Jagdhunde aus, das außer einem Sterne 3. Größe nur schwächere Himmels­körper enthält. Dafür sind aber in ihm sehr interessante Nebelflecke vorhanden, so der berühmte große Spiralnebel. Im Nordstern erblicken wir eine» kleinen Halbkreis, von einem Sterne zweiter »nd fünf Sternen vierter Größe ge­bildet. Dies ist das Bild der nördlichen Krone, bekannt

dadurch, daß in ihm am 12. Mai 1866 plötzlich ei» Stern zweiter Größe aufleuchtete und sehr schnell wieder schwächer wurde, so daß er am 20. Mai dem unbewaffneten Auge bereits wieder verschwunden war. Au das Bild der Krone schließt sich weiter nach Norden zu der Herkules und an diesen die Leyer mit der Wega an. Im Norden selbst steht unterhalb des Polarsterns der Cepheus und darunter ziem­lich nahe de« Horizonte der Schwan mit Deneb. Im Nordwesten erblicken wir die Kassiopeja, leicht kenntlich durch ihre Form: fünf Sterne zweiter Größe bilde« ein W. Hier steht auch der Perseus mit dem bekannten veränder­lichen Sterne Algol. Im Westen funkelt Cavella im Fuhr­mann. Unterhalb dieses finden wir den Stier mit dem Aldebaran und der lichten Gruppe der Plejaden. An den Stier schließt sich der Orion an, in dem Rigel und Be­teigeuze prächtig strahlen. Hier erblicke« wir ferner die Zwillingssterne Castor und Pollux, zu denen als Dritter sich der Mars gesellt, hier steht der Procyon und hier der hellste der Fixsterne, der Sirius. Gerade im Süden haben wir das Bild des großen Löwen mit Regulus, während im Südosten das Sternbild der Jungfrau mit der Spika und dem Jupiter über den Horizont heraufsteigt.

(Dr. Homann in der Nat.-Ztg.)

* Dem König Mbert von Sachsen soll als dem ältesten Ritter des Ordens pour le merite am 13. April d. I., d. h. an dem Tage, wo er vor 50 Jahren für seine Tapfer­keit bei Düppel mit diesem höchsten preußischen Kriegsorden ausgezeichnet wurde, eine eigenartige militärische Hul­digung dargebracht werden. Etwa 700 alte Soldaten, keiner unter 70 Jahre alt, die 1849 in Schleswig-Holstein oder in Dresden mitgekämpft haben, werden zur Beglück­wünschung ihres Kriegsherrn zusammenkommen und von diesem im Garten seiner Villa empfangen werden.

* Das Deutschtum in Brasilien. Der vomForeign Office" in London im Februar 1899 herausgegebene eng­lische Konsularbericht Nr. 493,Trade, Finanzes and Colonisation of the three Southern States of Brazil, ver­anschlagt die in Südbrasilien lebenden Deutschen auf 347 000 Seelen. Die gesamte Einwohnerzahl der drei brasilianischen Südstaaten beträgt 1480 000 Seelen. Dem­nach also würde das deutsche Element etwa den vierten Teil der Bevölkerung Südbrasiliens ausmachen. Die Ziffern für die einzelnen Staaten werden folgendermaßen angegeben: Parana: 280000 Einwohner, darunter 40 000 Deutsche. Santa Catharina: 300 000 Einwohner, darunter 100000 Deutsche. Rio Grande do Sul: 900 000 Einwohner, dar­unter 200000 Deutsche. Schon allein aus diesen Zahlen geht hervor, welche Bedeutung die deutsche Kolonisation für Südbrasilien hat und welche Position die Deutschen in wirt­schaftlicher Beziehung in Südbrafilien einnehmen. Die Gesamtzahl der in ganz Brasilien lebenden Deutschen beträgt ohne Frage mehr als 400 000 Seelen. Allein im Staate S. Paulo wohnen ungefähr 25000 bis 30000 Deutsche. Die Anzahl der deutschen Kaffeebauer in Espirito Santo wird auf 15000 bis 20000 geschätzt. Dazu kommen dann noch die deutschen Kolonisten in Juiz da Fora, Mucury und Petropolis, sowie die deutschen Kaufleute und Hand­werker in den großen Städten. Man dürfte die Gesamtzahl der in Brasilien lebenden Deutschen also auf etwa 450000 Seelen berechnen können.

* Der Kirchhof des Ozeans. Man schreibt derKöln. Volksztg." aus Washington: Das Marinedepartement der Regierung von Canada hat kürzlich eine Karte der Insel Sable-Jsland, genanntDer Kirchhof des Ozeans", ver­öffentlicht, auf welcher alle die 200 Wracks markiert sind, die an diesem gefährlichsten Punkte des atlantischen Ozeans aufliefen. Die lange, schmale Insel liegt ungefähr 145 Kilo­meter südöstlich von Cap Canso, an der Küste von Neu­schottland und zwar mitten im Kurse der Ozeanfahrer. Die Insel ist 42 Kilometer lang und ungefähr P/2 Kilometer breit, das ist jener Teil der Insel, der durch das Spiel der Fluten nicht beeinflußt wird. Wie groß der andere Teil ist, kann nie festgestellt werden, denn derselbe ändert sich fast von Tag zu Tag. Heute strecken sich die Sand­bänke der Insel meilenweit nach dieser Richtung hinaus in den Ozean, morgen nach jener, und dieser Umstand ist es, der Sable-Jsland zu dem gefährlichsten Punkt für den Ozean­verkehr macht. Häufig hat ein Kapitän geglaubt, Sable- Jsland genügend weit entfernt gelassen zu haben, um sein Schiff in der nächsten Minute auf einer der tückischen Sand­bänke auflaufen zu sehen, während 24 Stunden früher viel­leicht ein größerer Dampfer dieselbe Stelle ungehindert befahren hatte. Die Katastrophe derMoravia" hat diese Insel in den letzten Tagen wieder in Erinnerung gebracht; der Rumpf des Dampfers, deffen Mannschaft sich glücklicher­weise retten konnte, wurde entzwei gebrochen, auf einer Sandbank 12 Meilen nördlich von der Insel liegend, ge­funden. Wie gesagt, liegen 200 dem Namen nach bekannte Wracks in der Nähe von Sable-Jsland, aber es ist kein Zweifel, daß die Zahl der hier zugrunde gegangenen Schiffe thatsächlich weit höher ist. Die bekanntesten der hier zu­grunde gegangenen Dampfer sind die DampferGeorgia" und die französische FregatteL'Afrikaine", doch enthält die Liste Namen aus fast allen Flotten der Welt. Dek Bug des DampfersGlasgow", derMaskonomee", der Rumpf derBoston" und die Rippen derGuide" sind die letzten Ucberbleibsel der hier zugrunde gegangenen Wracks. Die Insel ist nur von den von der kanadischen Regierung dort unterhaltenen Wächtern bewohnt, doch ist sie mit Vorräten an Lebensmitteln u. s. w. für Schiffbrüchige reichlich versehen.

* Den Schrecken der Deutschen in Kiantscho» bilden die Sammler von Marken und Ansichtskarten im großen deutschen Vaterland. DieDeursch-Asiatische Warte", der amtliche Anzeiger des Kiautschou-Gebiets, veröffentlicht fol­genden Schmerzensschrei: Kein Postdampfer kommt in Tsintau an, der nicht aus Deutschland und anderswoher eine ganze Ladung von Briefen und Karten brächte, worin

die de« Empfänger« meist unbekannten Absender ergebens! oder sehr ergebenst, achtungs- oder hochachtungsvoll bitten oder ersuchen, ihnen doch freundlichst oder gefälligst, gükmft oder geneigtest eine Ansichtskarte oder Briefmarke, vielle,^ auch mehrere, aus Tsintau zu senden. Wir Tsintauer find gewiß recht gute Leute und erfüllen den Sammellustioen gern ihre« Wunsch, zu bunt aber kann einem die Cache werden, wenn die Marken- und Kartenliebhaber, w» so oft geschieht, die Beifügung des Wertes für Karten und Markenvergeffen" und zu allem übrigen verlangen, da» man sich ihretwegen auch noch in Unkosten stürze. ' Da! geht nicht a«, und deshalb haben wir Tsintauer uns ne schworen, uns solche Behandlung nicht mehr gefallen lassen. Wenn somit dievergeßlichen" Sammler in qJ kunft von uns etwas lange auf die Erfüllung ihres Wunich^ warten müssen, so mögen sie sich das selbst zuschreiben und ihrer eigenenVergeßlichkeit". Welch ergötzliche Slük« übrigens die Sammelwut zu zeitigen vermag, bevch> an Schreibe», das unserem neuen Gouverneur, Herrn ÄojMdn z. S. Jäschke, zuging. Es lautet:Ich habe gehört, Sie als Gouverneur von Kiautschou engagiert find, bitte um eine Ansichtskarte von dort."

Baronin Hirsch. Eine der reichsten Frauen der Vrlt und zugleich eine der freigebigsten Wohlthäterinnen in m Paris gestorben, die Baronin Hirsch; sie erlag'am 31. g)läq im 65. Lebensjahr einer dreimonatigen schmerzhaften, Krank heit. Sie war die Witwe des bekannten Barons 3)?ort) Hirsch - Gereuth, der sich beim Bau der türkischen Elfin, bahnen ein riesiges Vermögen erworben, das ungefähr auf 900 Millionen Franken geschätzt ward. In der Pariser Gr sellschaft spielte er zur Zeit eine große Rolle, gab in semei, Hause prachtvolle Feste, denen die höchste Aristokratie bc wohnte, verließ aber gekränkt Paris, als er bei seiner & Werbung um die Aufnahme in den Merliton-Kluö Durdifa!: er hielt sich seitdem bis zu seinem Tode vor drei Iah«!, meist in London und auf seinen ungarischen Gütern auf. Bei dem Prinzen von Wales stand er in hoher Gunst; bieie: erschloß ihm die Thüren der englischen Gesellschaft. Leiber hatte er sein außerordentliches Glück schon 18o7 bunt bat Tod seines einzigen Kindes, seines 30jährigen Schms, ;n büßen;' von seinem Gelde blieb ihm daher nur dar du gnügen, es mit vollen Händen ausgeben zu können. Dir Gr legenheit bot sich ihm dazu bei der russischen Judenverfolg'..^ unter Alexander III.; er ließ seine Glaubensgenossen in Südamerika sich ansiedeln; wenn der Versuch trotz der ver­ausgabten Millionen schließlich keine Früchte trug, so wo- das nicht seine Schuld. Seine Witwe, der er sein ganze» Vermögen vermachte, setzte sein Wohlthätigkcitswerk r großem Maßstabe fort; sie schenkte dem Pasteur-Institut zwei Millionen Franken, gründete iu Paris eine Ruhegehältcr Kasse für verarmte Damen aus der besseren Gesellschaft; in Oesterreich Kreditkassen für Arbeiter, in London ein Sana­torium, in New-Jork ein Asyl für mittellose, aus Europa eingewanderte Mädchen; in Baiern eine Anstalt für Wöchne rinnen. Vielleicht lassen sich noch andere anonyme Schenkuna- n auf ihre mildthätige Hand zurückführen, sie zog bw He« lichkeit bei ihren Werken vor. Der Kaiser von Oesterreich verlieh ihr den zum Andenken an seine Gemahlin gestifteten Elisabeth-Orden und versetzte ihre Adoptiv-Erben, die beiden Deforest, in den Freiherrnstand.

* Ei«8 der nach Deutsch-Südwestafrika entsandten deutsche« Dienstmädchen hat einen in verschiedenen Zwischenräumen geschriebenen Brief in die Heimat gesandt, aus dem di« D. Kolonial-Ztg." einiges mitteilt. Der erste Eindruck, den das Mädchen von der Küste empfing, war, wie voraus zusehen, nicht der günstigste. Sie schreibt:Denk Dir da großen Ozean und dann eine fürchterliche, haushohe Bru- düng, und dann denk Dir eine große, gelbe Sandwüste Kein Hälmchen Gras, kein Baum, nicht das alkrHeinrte Sträuchchen, nur Sand, Sand, soweit das Auge reufit Und über dieser Sandwüste brütet der tropische Himmel, si ist es ein bischen windig, kann kein Mensch draußen sei», dann jagt der Wind mit dem Sand. Es ist schauerlich, man kann nicht sehen, nicht atmen. Und in diese Sandmiu denke Dir so schön weit verstreut 1215 Häuser au» Brettern und dann vielleicht ebenso viele Hottentottenkraals, das ist Swakopmund! Hier wächst nichts als Hunde nni Flöhe; die giebts hier unzählige, kein Mensch kann vor retten. Alles in allem sind hier vielleicht 200 Deut'che mit der Schutztruppe. Jeder Bissen, den die Leute htr effen, ist importiert aus allen Himmelsrichtungen. Äm wird aus Kapstadt eingeführt. Wie das Essen hier ist. kaimst Du Dir denken, morgens Reis mit Büchsenmilch. Reis und Rindfleisch, abends, was übrig bleibt. jeden Happen Wurst, alles in Büchsen. Das Pfund W kostet 4 Mk., Brot (solches wie unser 25 Pfennig Brot, r °u gröber und sandig) kostet 1,50 Mk., Kartoffeln jino o® theuersten, der Sack 36 Mk. Die Flasche Bier kostet 2,->0 JJ - ich bekomme alle Mittag eine Flasche, und, wenn es heiß ist, nachher noch eine." Nach kurzer Zeit äußert i sich schon weniger enttäuscht:... Leben kann man hier, u Schwester, das sehe ich. Vier Wochen bin ich siho" und so wird die Zeit vergehen. Es gibt hier Llcht- u Schattenseiten wie überall im Leben. Es ist hier em vi q) triste, aber ich schwärme ja fürs Einsame ..

Herrschaft ist sie sehr befriedigt. Sie schreibt: .

Stellung gefällt mir. Meine Herrschaft ist relzend zu - unsere Frau ist ein Engel an Güte und Sanftmut, - unser kleiner Junge ist süß, wenn er morgens angeia r kommt und ruft schon von Weitem:Guten Ültorgen, -ta 1 Ihre Wohnung schildert sie folgendermaßen:Ich meinem Hause ganz allein . . . Da ist erstens d,e groß, hell und ganz gut ausgestattet, dann kommt de vi stall und dann kommt meine Stube, schön groß, em F-ns^ und eine Thür, drin ein Bett, ein Tlsch, em h - Waschtisch, ein Kleiderriegel. Also Du siehst, 'st ° , ba! Auch baß zwei Schwarze für die grobe «wert sind, wirb in demselben Briese berichtet. Interessant s

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