betriebenen Legendenbildung hervorgetreten sind, und nicht schon vor vier Wochen die Veröffentlichung veranlaßt haben. Der kleine Teil der Bevölkerung, der bisher noch an die Versicherung der Führer geglaubt hat, daß Hungerlöhne die Veranlassung des Ausstandes gewesen seien, ist gründlich bekehrt; aber auch alle diejenigen, die geneigt waren, aus dem langen Schweigen der Fabrikanten Schlüffe auf die „gerechte Sache" der Arbeiter zu ziehen, sehen ein, daß dieser Ausstand und die Hartnäckigkeit der Arbeiter geradezu frivol zu nennen sind. Es hat sich herausgestellt, daß Jahreseinkommen von 1300 bis 1500 Mk. sehr häufig sind, und daß selbst bis annähernd 1700 Mk. von einzelnen Arbeitern verdient wurden, trotzdem die Arbeitszeit nur auf durchschnittlich 9 Stunden täglich beschränkt war. Wenn man nun berücksichtigt, daß die Arbeit der Sammetweber eine sehr leichte ist, daß der Stuhl, auch wenn sie ihr Frühstück verzehren, ruhig und sicher seine Arbeit weiter verrichtet, ja, daß er selbstthätig still steht, wenn einer der lausende von Fäden bricht, so versteht man die Verwunderung all der Arbeiter aus anderen Erwerbszweigen, die trotz weit größerer Anstrengung und längerer Arbeitszeit ein geringeres Einkommen haben. Erstaunt sind aber auch viele — Arbeiterfrauen, die durch die Zeitung erst erfahren, wieviel der Mann verdient hat und die nicht wußten, wieviel der Mann noch nebenbei für sich auslegen konnte. Eine für die Arbeiter unerwartete und einer gewissen Komik nicht entbehrende Folge wird aber der Ausstand noch haben. Er wird ihnen eine nicht geringe Erhöhung der Steuern bringen. Bisher war der Verdienst der Fabrikarbeiter von den Steuereinschätzungsausschüssen auf höchstens 900 Mk. angenommen worden. Diese Veröffentlichung, die natürlich auch der Steuerbehörde zu Gesicht gekommen ist, hat aber bewiesen, daß unter 900 Mk. kaum ein Arbeiter verdient, daß aber der größte Teil bis zu 1200 Mk. ein großer Bruchteil bis 1500 Mk. und eine kleinere Zahl noch darüber hinaus eingenommen hat. Bei der Gewissenhaftigkeit der preußischen Steuerbehörden braucht man sich über die Folge der Veröffentlichung der Lohnlisten keinen Zweifeln hinzugeben. Der Ausstand wird den Arbeitern zeigen, daß sie sich auch in anderer Beziehung nicht mehr als Staatsbürger letzten Ranges zu fühlen brauchen. K. Z.
Ausland.
Wien, 12. März. Heute findet unter dem Vorsitz des Grafen Goluchowsky ein Ministerrat statt. Graf Thun und Finanzminister Kayzl begeben sich Ende dieser Woche nach Budapest zum Beginn der Ausgleichsverhandlungen.
Prag, 12. März. Der „Bohemia" zufolge wird die Regierung den Verlauf des böhmischen Landtages abwarten und erst dann das Sprachengesetz auf Grund des § 14 erlassen. Die Regierung hofft für dieses Gesetz die Bewilligung des Reichsrates zu erlangen, der sofort nach Beendigung der Landtags-Periode einberufen werden soll.
Brüssel, 12. März. Der Gesundheitszustand der Königin hat sich so gebessert, daß von heute an offizielle Bulletins nicht mehr ausgegeben werden.
Paris, 12. März. Den letzten Nachrichten aus Toulon zufolge scheint es sich immer mehr zu bestätigen, daß die Explosion des Pulver-Magazins auf gewisse Mängel in der Ueberwachung zurückzuführen ist. Fremde Tagelöhner, welche im vorigen Sommer im Pulver-Magazin beschäftigt waren, stehen im Verdacht, die Katastrophe herbeigeführt zu haben.
Aßen. Mit der Entwirrung des italienisch-chinesischen Zwischenfalles will es nicht recht vorwärts. Das Tsung-li-Aamen hat den chinesischen Gesandten in London beauftragt, sich nach Rom zu begeben, um wegen der behaupteten Beleidigung dort zu verhandeln, aber derselbe ist ohne jede Vollmacht, um über die italienischen Forderungen selbst zu verhandeln, da die chinesische Negierung es durchaus ablehnt, denselben nachzukommen. Außerdem ist, wie man aus Peking meldet, die auf die Rücksendung der italienischen Note bezügliche Entschuldigung des Tsung-li-Aamen dem Gesandten de Martino in einem roten Umschlag zugestellt worden, was eine erneute verschlimmerte Beleidigung sei, da nur unwichtige Mitteilungen in roten Briefumschlägen geschickt zu werden pflegen. Die äußerst geringe Begeisterung, womit die chinesische Unternehmung i* Italien ausgenommen worden ist, verwandelt sich laut der „Voss. Ztg." schon in Unbehagen angesichts der aufgetauchten Schwierigkeiten, der drohenden Kosten und der kühleren Halung Englands. Die Warnung vor übermäßigem Vertrauen in die englische Unterstützung findet lebhaftes Echo in den Abgeordnetenkreisen. Der Minister des Aeußern, Canevaro hatte am Samstag eine lange Besprechung mit dem englischen Botschafter Currie, um festzustellen, wie weit England die Forderungen Italien unterstütze. Die Negierung ist angeblich entschlossen, ihr politisches Programm bezüglich des äußersten Ostens nicht fallen zu lassen. Ihr Gesandter de Martino wird in zwei oder drei Tagen Verhaltungsmaßregeln erhalten. Je nach der Haltung des Tsung-li- Hamen wird Italiens dann aus seiner abwartenden Haltung heraustreten. — Inzwischen sucht ein grimmiger Gegner des neuen Italiens seinen feindlichen Einfluß geltend zu machen: im Vatikan giebt man sich noch immer der Hoffnung hin, durch Bearbeitung der französischen Regierung der italienischen Aktion in China Schwierigkeiten bereiten zu können. Wie verlautet, habe Rampolla dem Geschäftsträger der Pariser Nuntiatur solche Anweisungen erteilt.
Kolmles und Vrovinstekes.
+ Angenrod (Kr. Alsfeld), 11. März. In der verflossenen Nacht gegen 2 Uhr brach in der Hofraite des hiesigen Gastwirts H. Stumpf Feuer aus. Mit Blitzesschnelle griff das Feuer um sich, und bald standen die großen
Oekonomiegebäude in einer einzigen Feuerflamme. Das Feuer hatte seinen Anfang in der Scheuer genommen und ergriff so rasch den Viehstall, daß nur mit knapper Not das Vieh gerettet werden konnte. Schon leckten die Flammen am Pferdestall empor, und man vernahm das verzweiflungsvolle Wiehern der dort befindlichen sechs Pferde, aber es gelang auch diese zu retten. Dagegen verbrannten ein Mutterschwein mit acht Ferkeln und mehrere Einlegeschweine. Eins der letzteren konnte noch mit bereits versengtem Rücken dem Feuertod entrissen werden. Der Knecht, welcher sein Nachtlager im Viehstall hatte, erlitt gleichfalls Brandwunden. Das Wohnhaus konnte ausgeräumt und gerettet werden, dagegen verbrannte der in den Oekonomiegebäuden befindliche große, auf Säulen stehende Tanzsaal. Durch die Eile aber, mit der man ausräumen mußte, erlitten die Möbel vielfach Schaden. Da erst vor drei Wochen die Hofraite der jungen Hausfrau in Leusel niederbrannte, so vermutet man Brandstiftung.
§§ Gedern, 9. März. Der heute hier abgehaltene erste V i e h m a r k t war in Rindvieh schwach, dagegen in Schweinen gut befahren. Es wurden verkauft Läufer, sogenannte Einlegeschweine, dritter Qualität das Paar mit 50 bis 60 Mk., bessere Qualität mit 70 bis 85 Mk., erste Qualität 90 bis 110 Mk. Fette Schweine und Zuchtschweine waren nicht anfgetrieben, Ferkel, 6 bis 8 Wochen alt, kostete das Paar 30 bis 40 Mk. Der heutige Markt zeigte, daß die Märkte in hiesiger Gegend von Jahr zu Jahr an Bedeutung verlieren. Im allgemeinen war der Handel ein guter, die Preise standen auf respektabler Höhe.
§§ Herchenhain, 10. März. Ein Nachspiel zu der im vorigen Jahre hier stattgehabten Beigeordnetenwahl fand kürzlich vor dem Schöffengericht in Schotten statt. Am Abend des Wahltages entstand nämlich eine kleine Schlägerei zwischen den Parteien, und wurden infolgedessen fünf Personen mit je 50 und eine Person mit 80 Mk. bestraft.
+ Büdingen, 12. März. Der landwirtschaftliche Verein für den Kreis Büdingen wählte in seiner gestrigen General- Versammlung den Herrn Kreisrat Jrle einstimmig zum ersten, und Herrn Gutspachter Hahn (Tiergarten) zum zweiten Vorsitzenden, und beschloß u. a., demnächst eine Reise sämtlicher Mitglieder auf den Niederwald zu veranstalten. Drei der anwesenden Herren zeichneten sofort 300 Mk. für die Reisekosten.
A Mainz, 12. März. Der am verflossenen Freitag hier als Spion verhaftete Fremde hat sich als ein ganz gewöhnlicher Hochstapler entpuppt, der sich durch seine angebliche Beziehungen zu Dreyfus und Zola uns interessant machen wollte. Es wurde festgestellt, daß der Festgenommene früher in einem westfälischen Regiment gedient, von dort desertiert und sich zu der Fremdenlegion begeben hat, wo er die Feldzüge gegen Tonkin mitmachte. Seinen Lebens- imterhalt verdiente sich der Verhaftete in der letzten Zeit mit Halten von Vorträgen über seine Erlebnisse bei der Fremdenlegion, doch wurde auch ermittelt, daß er verschiedentlich Zechprellerei verübt. — Die letzter Tage durch die Blätter gegangene Mitteilung, daß die hessische Regierung beabsichtige, die Erhebung des Brückengeldes bei der hiesigen Straßenbrücke wieder an einen Pächter zu vergeben, ist, wie wir von wohlunterrichteter Seite erfahren, nicht zutreffend. Bei einer früheren Verpachtung habe man so wenige erfreuliche Erfahrungen gemacht, daß es das fiskalische Interesse geradezu verbiete, den Versuch zu wiederholen. Oben angeregte Mitteilung ist dadurch entstanden, weil eben allgemeine Erhebungen über das Brückengeld angestellt werden, die als Grundlage zur Neuverpachtung der Trajektanstalt dienen soll. Im Falle, daß der Versuch, eine zweite Trajektanstalt vor der Neustadt herzustellen, gut ausfällt, ist seitens der Regierung beabsichtigt, die Trajektanstalten nicht mehr gegen eine Pauschalsumme zu vergeben, sondern eine Person en zählung einzuführen.
A Kastel, 13. März. Dank der Aufmerksamkeit und der Unerschrockenheit eines Lokomotivführers ist gestern morgen, unmittelbar vorder hiesigen Station, ein großes Eisenbahnunglück verhütet worden. Einem von Wiesbaden, beziehungsweise aus dem Rheingau kommenden Personenschnellzug war freie Einfahrt von der hiesigen Station gemeldet worden, welche Meldung aber unrichtig war, denn direkt bei der Einmündung in den Bahnhof hielt auf demselben Geleise ein Güterzug. Aus einer Kurve auf die grade Strecke kommend, gewahrte der Lokomotivführer des sich im schnellen Fahren befindlichen Personenzuges in einer Entfernung von nicht 200 Meter den stillstehenden Güterzug vor sich. Mit Aufwendung aller Mittel brachte der Lokomotivführer des Personenzuges seinen Zug eine kurze Spanne vor dem Güterzug zum stehen. Bei einer Verzögerung von nur wenigen Sekunden wäre der Personenzug in den Güterzug hineingefahren. Der Brave, welcher das große Unglück abgewendet hat, ist der geprüfte Heizer Fries von Kastel.
Kastel, 10. März. Zu der Nachricht, daß das Kriegsministerium in Berlin für das F e st u n g s g e b i e t in K a st e l eine Gesamtforderung von 8 Millionen Mark gestellt habe, wird weiter mitgeteilt, daß die Forderung von 8 Millionen Mark sich auf das gesamte, der Militärbehörde jetzt gehörige Terrain erstreckt, daß aber von dieser Summe derjenige Betrag in Abzug zu bringen ist, welcher zu Eisenbahnbauten und Anlagen in absehbarer Zeit in Verwendung kommen soll. In und um Kastel sind bedeutende Bahnanlagen in Aussicht genommen, die mit der Errichtung einer weiteren festen Eisenbahnbrücke zwischen Mainz und Kastel in engem Zusammenhänge stehen.
Bingen, 10. März. Gestern Abend explodierte in einem Materialschuppen am Nheinquai eine Benz in lampe in dem Augenblicke, wo ein Arbeiter sie anzünden wollte. Der Arbeiter stand sofort in Flammen, hatte aber glücklicher Weise die Geistesgegenwart, sich in den dort lagernden Sand zu werfen, so daß die Flamme erlosch und er ohne den geringsten Schaden davonkam.
Frankfurt a. M., 7. März. Auf den Preußischen und Hessischen Staatsbahnen wird den am 21. d. Mts. und den folgenden Tagen gelösten gewöhnlichen Rückfahrkarten — nicht auch Arbeiter-Rückfahrkarten — von sonst kürzerer Dauer verlängerte Gültigkeit bis einschließlich den 14. April er. beigelegt. Die Rückfahrt muß spätestens am letzteren Tage um 12 Uhr Mitternacht angetreten und darf nach Ablauf dieses Tages nicht mehr unterbrochen werden. Die gleiche Vergünstigung tritt auch ein im Verkehr der Cronberger-, Kerkerbach-, Bröhlthaler- und Main- Neckar-Bahn, derSächsischen und Oldenburgischen Staatsbahn, der Lübeck-Büchener-, der Eutin-Lübecker-, Mecklenburgischen Friedrich-Franz Eisenbahn sowie im Verkehr mit den Holländischen, den Niederländischen und den K. K. Oesterreichischen Staatsbahnen. Die direkten Rückfahrkarten nach und vonBa dischen. Bayerischen, Württembergischen, Pfälzischen und Stationen der Reichseisenbahnen erhalten diese verlängerte Gültigkeitsdauer (bis zum 14. April er.) nur auf den Preußischen und Hessischen Strecken, während sich die Gültigkeitsdauer auf den Strecken der vorgenannten Bahnen selbst nicht über Mitternacht deszehntenTages, vom Lösung-, tage ab gerechnet, hinaus erstreckt.
Vermischtes.
m. Leipzig, 10. März. Am gestrigen Tage hielt die Freie Vereinigung von Uhren-, Musikwerk-, Feinmechanik-, Edel- und Unedelmetall-Jndustriellen und Großhandlungen zur Wahrung ihrer handelspolitischen Interessen im hiesigen Hotel de Pologne unter Vorsitz des Herrn D. Popitz- Leipzig ihre diesjährige ordentliche General-Versammlung ab. Es wurde hierbei eonstatiert, daß die produktionsstatistischen Fragebogen des Reichsamtes des Innern für die in der Vereinigung vertretenen Branchen unter Mitwirkung der Vereinigung in Angriff genommen worden seien, und Bericht erstattet über die seit der letzten General Versammlung unternommenen Schritte, woraus besonder- hervorzuheben ist, daß auf entsprechende Eingaben bei dem Bundesrat Speeialisierungen des statistischen Warenverzeichnisses und des deutschen Zolltarifs beschlossen worden sind. Weitere Punkte der Verhandlung betrafen die Handels politischen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten, Rußland und Belgien. Hervorgehoben wurde auch die unter Mitwirkung des Vorsitzenden erfolgte Begründung eines Vereins mit dem Sitz in Berlin und in Moskau, welcher die Anbahnung engerer freundschaftlicher Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Rußland und gemeinsame Be kämpfung der amerikanischen Bestrebungen und Uebergrisse bezweckt.
* Heidelberg, 9. März. Der hiesige Studentenausschuß hat kürzlich beim akademischen Senat den Antrag gestellt, den 21. Juni (Sonnenwende) als „dies academicus“ zum Gedächtnis Bismarcks einzurichten. Wie man aber jetzt erfährt, dürfte der Plan, einen solchen Bismarckstag ün allen deutschen Universitäten einzurichten, ins Wasser fatttn, weil man in Bayern während des an und für sich schon kurzen Sommersemesters der Feiertage schon gerade genug habe; von den übrigen Universitäten sind namentlich Berlin, Rostock und Gießen gegen die Idee.
* Der falsche Kronprinz Rudolph. Aus Czernowitz wird dem „Neuen Wiener Tageblatt" vom 6. März berichtet: Der Holzschnitzer Basil Semakowsky benützte den unter der Landbevölkerung verbreiteten Glauben, daß Kronprinz Rudolph lebe und zu Zeiten auftauche, um die Leiden und Sorgen der Landleute kennen zu lernen, und gab sich im Bezirke Sodagora für den inkognito erscheinenden Kronprinzen aus. Den Bauer Todos Pidlubey befragte er über seine Ernte, über seine Abgaben- und feine häuslichen Verhältnisse, schlief in dem Bette der Eheleute, die dem hohen Gaste zuliebe trotz der Kälte im Freien kampierten, und chm, als er am Morgen fortziehen wollte, Hände und Füße küßten. Semakowsky hatte aber vorher dem Bauer gesagt, er möge ihm 100 Gulden geben, er bekomme in drei Tagen 400 Gulden zurück. Der Bauer beeilte sich, dem Kronprinzen Rudolph zu dienen; als aber nach drei Tagen kein Geldbrief kam, klagte er dem Pfarrer seine Not, und dieser ließ durch Gensdarmen den falschen Prinzen ver haften. Gestern wurde Semakowsky wegens Betrugs zu zwei Jahren schweren Kerkers verurteilt.
* Die Kaiserin Friedrich und die Geschichte von CrouKrg Kürzlich ist ein im Auftrage der Kaiserin Friedrich hergc- gestelltes Geschichtswerk erschienen, das allgemeinen Interesses sicher sein kann: nämlich „die Geschichte der alten Schloß" Herren von Cronberg von den frühesten Nachrichten an bis zum Ausgang des Geschlechtes". Der Text rührt vom Freiherrn v. Ompteda her, während der Bilderschmuck, der sich zumteil an alte Vorlagen lehnt, K. Sutter geschaffen hat. Künstlerischer Berater war der bekannte Mainzer Kunstforschcr Prälat Dr Friedrich Schneider.
* Heber minderwertige Lotteriegewiune wird geschrieben In der vom Dresdener Rennverein veranstalteten Lotterie bestand der Hauptgewinn in vier Pferden zum an geblichen Wert von 10000 Mk. Die Gewinner erhielten beim Verkauf erheblich weniger und richteten deshalb an das Ministerium des Innern eine Immediateingabe. Aus diese hin ist ein Beschluß der Kreishauptmannschaft ergangen, in welchem die Bewertung der vier Pferde, inj besondere die Hinzurechnung verschiedener Unterhaltung^ kosten (Fütterung, Transport re.) zu dem nur 5950 Mart betragenden Ankaufspreise als geeignet bezeichnet wird, denn Publikum Irrtum und Enttäuschung herbeizuführen. In Zukunft soll eine ausdrückliche Bezifferung der einzelnen Gewinnwerte entweder ganz unterbleiben oder doch in emcr jede Täuschung ausschlirßenden Weise erläutert werden. Künftige Verlosungen werden nur unter dieser Bedingung genehmigt.


