Ausgabe 
14.3.1899 Erstes Blatt
 
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füllt; den» groß ist die Zahl derer, welche die Kunst von Frl. Würdig, ihre ganz besondere Begabung für weibliche Charakterrollen, während der zweijährigen Thätigkeit an der hiesigen Bühne schätzen gelernt haben. Das Interesse für das neue Ritterfche WerkFrau Marie", das be­kanntlich hier seine erste Aufführung erlebt, macht sich übrigens auch in auswärtigen maßgebenden Theaterkreisen geltend. Es werden der morgigen Aufführung Vertreter des Hamburger Thaliatheaters, der Hannover­schen Bühne, der großen Berliner Verlagssirma Felix Bloch Erben u. s. w. beiwohnen. Diese Festaufführung dürfte sich somit zu einem für das hiesige Publikum höchst interessanten Theaterabend gestalten.

** Stadttheater. DieHannov. Post" schreibt über Frau Marie", Bürgerliches Trauerspiel in drei Akten von E. E. Ritter. Die große Revolution, die das letzte Jahrhundertviertel unserer Schaubühne und ihren Werken gebracht hat, findet immer neue Helfer und Streiter. Als der Berufensten einen muß man den jungen Autor der Frau Marie" bezeichnen.Frau Marie" ist einen Bühnen­stück im besten Sinne des Wortes, und es schreit förmlich nach der lebendigen Verkörperung auf der Scene. Aber auch dem Eindruck der Lektüre wird sich niemand verschließen können. In scharfen und konzisen Strichen wird das erschütternde Seelengemälde eines stark empfindenden Weibes gezeichnet, das Schuld und Sünde auf sich nahm, um sich and denjenigen, die sie liebt, das Lebensglück zu erhalten. Wie allmählich in ihr der Glaube, daß sie ein gerechtes :unb heiliges Opfer gebracht hat, wankend gemacht wird :nnb sie daran zerschellt, ist ebenso psychologisch wahr, wie dramatisch wirksam durchgeführt. Erstaunlich ist der vollendete Iscenische Aufbau und die prägnante, ganz und gar der Wirklichkeit abgelauschte und doch nicht banale Sprache. .Acht nur der Charakter der Titelheldin ist mit großer Hiebe ausgeführt, jede einzelne Person lebt förmlich vor «ns. Sie kommen und gehen, äußern und entwickeln sich »öllig zwanglos innerhalb der Ereignisse, die zwingend zur Katastrophe treiben. Auf den ersten Blick mag sich eine flüchtige Aehnlichkeit mit IbsensNora" vielleicht auch mit HebbelsMaria Magdalena" ergeben; eine Aehnlich­keit, die an Ibsen im seelischen Konflikt, an Hebbel in dem äußeren Vorgang erinnert, aber diese Aehnlichkeit ist eine kein zufällige, wie ja das interessante Problem des sich um des Großen willen opfernden Weibes nie aufhören wird, Bote Dichterphantasie zu reizen. Der Heroismus des Weibes ist nun einmal das Opfer, und aus dem Mißverstand der spießbürgerlichen Korrektheit entsteht so die Tragödie des Weibes, das kämpft, leidet, untergeht wie irgend ein Heros, uinb das in uns Mitleid und Furcht erregt, wie dieser. Ohne Zweifel werden sich in Bälde unsere Bühnen der ,Frau Marie" bemächtigen, und mit großem Interesse hört man von einer bereits demnächst stattfindenden Probe-Auf- siihrung dieses so vielversprechenden Werkes in Gießen. Auf alle Fälle darf sich die deutsche Schaubühne noch viel versprechen von E. E. Ritter.

17. Verbandsfchießen des Bad. Landesschutzen Vereins, des Pfälzischen und Mittelrheinischen Schntzenbundes zu Gießen. «Gestern tagte hier dieSchieß-Ordnungs-Kommission lbestehend aus den Herren Kallenberger-Mannheim, Wunder- Karlsruhe, Tropp - Frankenthal, Gibhard - Ludwigshafen, Seipp-Offenbach a. M., Aug. Kilbinger-Gießen und Hch. N icolaus-G ießen als Schriftführer unter dem Borsitze des Herrn Oberschützenmeisters Brück-Gicßen. In Abwesenheit des 1. Vorsitzenden des geschäftsführenden Ausschusses begrüßte Herr Stadtverordneter Emil Schmal! als 2. Vorsitzender die Kommission und gab der Hoffnung Ausdruck, daß dieselbe die Ueberzeugung gewinnen würde, !daß alle Vorbereitungen nicht nur in guten Angriff ge­kommen, sondern auch das Fest in gute Hände gelegt sei. Die getroffenen Vorarbeiten fanden denn auch den vollen Beifall der von auswärts erschienenen Herren, und sprachen sich dieselben in jeder Beziehung anerkennend über die Schießplatzanlage und die projektierten Festbauten auf dem Festplatze aus. Ihrer Freude verliehen die auswärtigen Herren dadurch einen besonderen Ausdruck, daß dieselben in höchst dankenswerter Weise einen ansehnlichen Preis als Ehrengabe auf Meisterscheibe stifteten.

** Den Bericht über den am Samstag abend vom Nationalliberalen Verein veranstalteten Vortrag des Herrn Ministerialsekretär Glässing über: Die Hessische Steuerreform, werden wir in nächster Nummer bringen.

** Der Jahresbericht der höheren und erweiterten Mädchenschule zu Gießen Ostern 1899 gelangte lioeben zugleich als Einladung zu der am 17. ds. Mts. in Steins Saalbau stattfindenden Schlußfeier zur Ausgabe. Derselbe enthält: Gedächtnisrede auf den Fürsten Bismarck, rooii Dr. Sommerlad, Schulnachrichten, Uebersicht und Ein­teilung der Stunden, Verzeichnis der Lehrbücher, Einladung gur Schlußfeier, Anmeldung.

* Turnverein. Das am vergangenen Samstag abend vom hiesigen Turnverein veranstaltete Winterfest verlief bestens. Das Programm, vorwiegend aus turnerischen Auf­führungen zusammengesetzt, wurde flott durchgeführt. Ein von Damen und Herren ausgeführter Reigen, sowie ein von 12 Turnern vorgeführtes Keulenschwingen ließen an Exaktheit und Fertigkeit nichts zu wünschen übrig. Mit großem Beifall wurden die von einer Anzahl Turner ge­stellten Stuhlpyramiden, die wir zum erstenmale hier sahen, ausgenommen. Diese Uebungsgruppen sowie zwei an Pferd und Barren vorgeführten Musterriegen legten Zeugnis davon ab, daß sich der Turnverein nicht allein der Turnsache unterzieht und dieselbe fördert, sondern auch über eine statt­liche Anzahl geprüfter, tüchtiger Turner verfügt. Aber auch in humoristischer Beziehung war gesorgt. Ein von einer Dame und einem Herrn vorgetragenes Duett wurde mit großem Beifall ausgenommen. Besonderen Erfolg hatte die zum Schluß aufgeführte komische Szene. Zwei Turner, deren Können wir schon oft zu bewundern Gelegenheit hatten, verstanden es auch diesmal meisterhaft, die Lachmuskeln sämtlicher Anwesenden in Bewegung zu setzen. Fein arrangierter Ball bildete den Schluß der Festlichkeit. Gestern fand wie üblich ein Ausflug nach Textors Terrasse statt, und war auch hier für Unterhaltung und Amüsement in jeder Beziehung gesorgt.

** Polizeibericht. Vorgestern nachmittag boten zwei durchreisende Handwerksburschen verschiedene Sachen, als Ringe, Zigarrenspitzen rc. an verschiedenen Stellen in hiesiger Stadt unter verdächtigen Umständen zum Verkaufe an. Bei der vorläufigen Festnahme gestanden dieselben ein, die Sachen in einer Meßbude in Mainz mittelst Einbruchs entwendet zu haben. In ihrem Besitze befanden sich noch 44 Ringe sowie Zigarrenspitzen rc. vor.

** Schlägerei. Gestern abend sanh eine große Schlägerei auf Oswalds-Garten statt, wobei das Messer eine Haupt­rolle spielte.

Aus der Zeit für die Zett.

Vor 284 Jahren, am 15. März 1615, wurde zu Renella bei Neapel der Dante der Maler Salvator Rosa ge­boren, ein talentvoller und phantasiereicher Künstler, der vorzugsweise die düstere Seite der Natur und des Lebens behandelte. Salvator Rosa war zugleich Dichter, Tonkünstler, Improvisator, Kupferstecher und Komponist und lebte zuletzt in Rom, wo er am 15. März 1673 starb.

Kirchliche Nachrichten.

Svarrgelifche Gemeinde.

Montag den 13. März, abends 8 Uhr: Bibelstunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Kolosserbrief Kap. 4, von Vers 10 an. Grüße, Aufträge, Segenswunsch. Pfarrer Dr. Naumann.

Mittwoch den 19. März, abends 6 Uhr: Fünfte Passionsandacht Pfarrer Dr. Naumann.

Schiffsnachrichten.

Der PostdampferAragonia" derSieb Star Line" ta Ant­werpen ist taut Telegramm am 9. März wohlbehalten in Phila­delphia angekommen.

Verkehr, Kand- und Volkswirtschaft.

11 fUtäri. Frachtpreise. Weizen»U 15,4616,00, Korn X 15,0215,20, Gerste X 16,50-16,60, Hafers 14,00-14,50, Erbsen X 00,00-00,00, Linsen X 00,0000,00, Wicken X 00,00, Lein X 00,00, Kartoffeln X 0,00-0,00, Samen X 00,00-00,00.

Aeueffe Meldungen.

Depeschen des BureauHerold".

Frankfurt a. M., 13. März. Gestern abend wurde im Opernhause zum erstenmale Gerlachs Matteo Falcone gegeben. Die Oper fand großen Beifall. Der Autor wurde mehrmals gerufen.

Berlin, 13. März. Die Beschlagnahme des anti­semitischen General-Anzeiger, der die bekannten Reden des Grafen Pückler abgedruckt hatte, ist aufgehoben worden.

Berlin, 13. März. Gestern mittag fand beim Kaiser­paar anläßlich des Geburtstages des Prinz-Regenten von Bayern eine Frühstückstafel statt, zu welcher die Herren der bayrischen Gesandtschaft geladen waren.

Insterburg, 13. März. Das Ministerium hat das Pro­jekt, den oberen Tegel zu kanalisieren, ausgegeben wegen der' großen Kosten und wegen des geringen Schiffahrts- Verkehrs.

Forst i. L., 13. März. Die große vierstöckige Tuch­fabrik von Jul. Kranz ist vollständig nieber gebrannt. Der Schaben ist sehr bebeutenb. Zahlreiche Arbeiter unb

Arbeiterinnen find brodloS. In dem abgebrannten Gebäude hatten auch vier Spinnereibesitzer und zwei Tuchfabrikanten ihren Betrieb.

Wien, 13. März. Die sozialistische Arbeiter-Partei feierte gestern das Andenken des 13. März 1848 durch einen Fackel zug von mehr als 10,000 Personen am Grabe der Märzgefallenen auf dem Central-Friedhofe. Die Polizei hatte große Vorbereitungen getroffen, durch starkes Aufgebot der Polizeiwache, um bei dem Rückmarsch der Arbeiter Demonstrationen gegen den Bürgermeister Lueger vor dem Rathause zu verhindern. Die Arbeiter verhielten sich indes ganz ruhig.

Wien, 13. März. Der Faktor der österreich-ungarischen Bank, Franz Perik, hat sich entleibt, weil entdeckt worden ist, daß er mit Banknotenfälschern in Verbindung gestanden habe, welchen er die znrückgestellten Platten zur Verfügung stellte, um die Herstellung falscher Banknoten zu ermög­lichen.

Prag, 13. März. Das Exekutiv-Komitee der deutsch- böhmischen Abgeordneten beschloß, in der heutigen Ver- fammlung der Abgeordneten vorzuschlagen, dem Landtage fern zu bleiben. Der verfaffungstreue Großgrundbesitz nahm den Beschluß an, in dem gegen die Regelung der Sprachenfrage auf Grund des §. 14 Verwahrung eingelegt und der Wunsch ausgesprochen wird, nach einem gemein­samen Vorgehen mit den anderen gemäßigten Parteien.

Brüssel, 13. März. Gestern abend fand die letzte Aerzte-Konsultation über die Krankheit der Königin statt. Dieselbe lautete sehr günstig, so daß die Berichte nicht weiter veröffentlicht werden. Am Samstag wurde die Königin davon in Kenntnis gesetzt, wie gefährlich ihr Zu­stand gewesen sei.

Paris, 13. März. Mehrere Generale ersuchten neuer­dings den Kriegsminister, die B e h a u p t u n g E st e r h a z y ' s, soweit sie auf Generale Bezug habe, durch eine Enquete zu widerlegen. Der Kriegsminister hat es jedoch abgelehnt, eine Enquete über das Verhalten der Generale P e l l i e u x unb Gonse einzuleiten. Heute beginnt vor ben Geschworenen ber Prozeß gegen Gohier, wegen seines Buches, in welchem er Beleibigungen gegen bie Armee ausgesprochen hat.

Alicante, 13. März. Infolge bes vorgestrigen Orkans sinb alle Verkehrswege, Bahnlinien unb Telegraphen-Ver- binbungen gestört. Die Flüsse sinb überall aus ben Ufern getreten unb haben großen Schaben angerichtet.

Havanna, 13. März. Die Nationalkammer hat mit 26 gegen 4 Stimmen beschlossen, ben General Maximo Gomez vor bie Anklagebank zu stellen unb ihn seines Ober- Commanbos über bas cnbanische Heer zu entheben, weil er beschulbigt wirb, gegen seine militärischen Pflichten gefehlt zu haben unb gegen bie Nationalkammer sich bes Ungehor­sams schulbig zu machen. Der Hauptvorwurf, welcher gegen ihn erhoben wirb, ist bie Annahme einer Ent- schäbigung von brei Millionen Dollar, bie ihm von ben Vereinigten Staaten Amerikas angeboten würben, sowie seine Erklärung, er werbe bie Beschlüsse ber National­kammer nur insoweit befolgen, als er persönlich biefelben für nützlich erachte. Als bemGeneral ber Beschluß ber Kammer mitge- teilt würbe, soll er gesagt haben, das ist gut, bie Sache wird amüsant. In Havanna selbst wirb ber Beschluß ber Kammer abfällig berurteilt. Man glaubt, baß Gomez stärker ist, als bie Kammer. Gomez hat ein Manifest erlassen, worin er erklärt, infolge bes Beschlusses ber Nationalkammer, wonach er bem Oberkommanbo enthoben sei, habe er nur eins zu antworten: Er erkenne biesen Beschluß nicht an.

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