Ausgabe 
13.10.1899 Erstes Blatt
 
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die Nachricht, daß bereits am Montag mit den Quellen­neubohrungen begonnen worden sei. Dem ist jedoch nicht so. Die Vorarbeiten werden immerhin noch zirka eine Woche in Anspruch nehmen, ehe die eigentlichen Bohrarbeiten beginnen. Die Neubohrungen nach neuen Quellen werden in der hiesigen Einwohnerschaft mit sehr gemischten Gefühlen ausgenommen, denn man verhehlt sich zwar nicht, daß im Interesse der Entwicklung unseres Bades Erschließungen neuer Quellen notwendig sind, aber wenn man bedenkt, welches Risiko damit verbunden ist, kann man es wohl be­greifen, daß Jedermann hier und in der ganzen Umgegend nur von der Quellenangelegenheit spricht.

Bad-Nauheim, 11. Oktober. Am Sonntag wurde von einigen Herren eine Postkarte von der Kirchweihe an einen kleinen Luftballon befestigt und freigegeben. Heute kam dieselbe per Post von Gludenbach (HundSrück) als Aufgabeort hierort unversehrt an.

Darmstadt, 11. Oktober. Wie derDarmst. Zeitung" aus Jagdschloß Wolfsgarten, 10. Oktober, gemeldet wird, sind Ihre Königliche Hoheit die Prinzessin Fer­dinand von Rumänien heute nachmittag nach Sinaia zurückgereist.

Darmstadt, 11. Oktober. (Einführung.) Am Montag vormittag 10 Uhr fand die feierliche Einführung des neu ernannten Direktors der hiesigen Oberrealschule, Herrn Dr. Dersch, durch Herrn Geh. Oberschulrat Nod- nagel statt. Letzterer erinnerte an die segensreiche Thätigkeit des seitherigen verstorbenen Direktors, Freiherrn v. Gall, unter dessen Leitung die Realschule das jetzige Schulgebäude bezog und dann zu einer Oberrealschule erweitert wurde. Hierauf wandte er sich an den neuen Direktor und wies darauf hin, daß dieser 15 Jahre hindurch die Realschule in Groß-Umstadt mit großem Eifer und mit bestem Erfolge geleitet habe, und daß daher die Erwartung gerechtfertigt sei, daß sich Herr Dr. Dersch auch in seiner neuen Stellung in gleicher Weise bewähren werde. Im Namen des Lehrer­kollegiums begrüßte hierauf als dienstältester Lehrer Herr Dr. Unverzagt den neuen Direktor. Dieser ergriff hierauf selbst das Wort und führte in eingehender Weise aus, welche Aufgaben die Schule im allgemeinen zu erfüllen habe und welche Aufgaben insbesondere einer Oberrealschule zu­kämen. Zur Erreichung dieses Zieles sei neben der Thätig- feit der dazu berufenen Lehrkräfte auch besonders das Ein­vernehmen zwischen Schule und Elternhaus erforderlich. Die erhebende Feier wurde durch einen Gesang des Schüler­chors eröffnet und geschlossen.

Falken Gesäß (im Odenwald), 11. Oktober. Einen gräßlichen Fund machte ein mit Holzholen beschäftigter Bauersmann in einem ganz nahegelegenen Wald. Dort lagen erschossen ein Lljähriges Mädchen von hier und ein in der Uniform eines Vizefeldwebels des 2. Seebataillons gekleideter Mann. Das Mädchen hatte in Darmstadt ge­dient und vor etwa 10 Tagen den Obengenannten mitge­bracht und als Bräutigam vorgestellt. Die Zeit bisher halten die Beiden in munterer Weise verbracht und niemand hatte einen derartigen Ausgang geahnt, wie auch über die

zieht, eine Berliner Lokalzeitung auf den Inhalt ihrer Annoncen zu prüfen, bemerkt man verschiedene land­läufige Besonderheiten, die eines komischen Beigeschmackes nicht entbehren. Wozu die jungen Männer manchmal dort verwendet werden, besagt folgende Annonce:.Junger Mann zum Melken verlangt." Welch' schönen langen Titel erwirbt man sich beispielsweise als:Gasglühlichtapparat- Reiniger verlangt von Berolina" oder als:Kartoffel- buddler bis zu drei Mark Tagesverdienst". Welch' neue Erwerbszweige dort geschaffen werden, die sogarhohen Verdienst" abwerfen, ersieht man aus dem Inserat:Kuh- fütterer, hoher Verdienst." Ein schlagender Beweis für die Berliner Höflichkeit ist, daß sogar die Lehrmädchen als Lehrdamen bezeichnet werden:Lehrdame gesucht auf Kra- vatten in allen Fatous, 14 tägige Lehrzeit, 10 Mk. und 5 Mk. Anzahlung, alsdann sofortige Beschäftigung. Vor­arbeiterinnen können sich melden." Wenn man ein In­serat liest:Fräulein zum Kassieren verlangt", so fragt man sich, wozu man ein Fräulein sucht, wenn man es wieder kassieren will. Neberrascht wird man hören, welche Hautfarbe manchmal eineSchürzenarbeiterin" in Berlin besitzen muß. In einem Inserat heißt es nämlich: Schürzenarbeiterin, schwarz, in und außer dem Hause verlangt." Daß es in Berlinkalte Mamsells",Ma­schinenmädchen" undKupfermädchen" giebt, erfahren wir aus der Annonce:Kalte Mamsells, Abwaschmädchen, Maschinenmädchen, Kupfermädchen sucht ..." Auch die Alleinmädchen mit der Wäsche außerhalb und viel Freiheit" scheinen ganz anmutige Geschöpfe zu sein. Eine einträg­liche Stellung muß auch folgende sein:Almosen-Empfängerin zum Kinde gesucht." Ein neuartiger Frauenberuf ist auch diegebildete Stütze", die Koche» und Handarbeit versteht. Wenn man liest:Mädchen verlangen Mutter und Sohn bei hohem Lohn, keine Wäsche", weiß man nicht, wessen Verlangen billiger ist, das der Mutter oder des Sohnes. Die stets auftauchende Frage:Was sollen unsere Kinder lernen?" findet in folgender drolliger Annonce ihre Antwort:Lehrling. Eltern, denen an der Zukunft ihres Kindes gelegen ist, lassen denselben Liniierer lernen."

Aumoristisches.

* Letzter Besuch. Photograph-Frau, wenn Du mich noch lange ärgerst, photographiere tch Dich 'mal vor Deiner Morgen­toilette I*

Sondertnteressen.Alle Bekannten sind des Rahmens voll wie prachtvoll mir das neue Kostüm steht Du allein verlierst kein Wort darüber!"Ja sieh', liebe gilt, die anderen Leute verlieren eben nur Worte ich aber's Geld!"

* Vaterstolz.Ihre Söhne sind wohl beide nach Amerika ge. gangen?"Ja, der eine mit zwanzigtausend, der andere mit dreißig, tausend Mark

Person des Mörders und den Grund zu dieser That ein vollständiges Dunkel schwebte. Die Leiche des Mädchens zeigte einen Schuß von der Seite ins Herz, der Soldat hatte sich in den Mund geschossen. Als Mordwaffe diente ein gewöhnlicher 6schüssiger Taschenrevolver, der noch vier nichtentladene Patronen enthielt. Das erschaffene Mädchen ist nach Erkundigungen derN. H. V." die Tochter des früheren Bürgermeisters Edelmann in Falken - Gesäß, das bis Ende September in Darmstadt bedienstet war. Ihr Geliebter war nach seinen Angaben der aus Sachsen gebürtige Sergeant im 2. Seebataillon, Hauschild.

Mainz, 10. Oktober. Ein mißglückter Gauner­streich. Zu dem in der Wallaustraße wohnenden Fuhr­unternehmer D. kam gestern Morgen ein Fremder und bestellte eine mit zwei Pferde bespannte Rolle zum Abfahren von Glas vom Ballplatz aus. Zur festgesetzten Zeit, um 11 Uhr, war der Fuhrunternehmer persönlich mit Wagen und Pferden zur Stelle; der Fremde war ebenfalls schon da. Dieser übergab dann dem Ersteren einen Zettel, mit welchem der Fuhrunternehmer zuerst nach Kastel gehen und sich dort denselben unterschreiben lassen müffe, damit das Glas aus dem Magazin abgefahren werden könne. Ohne Argwohn ging der Fuhrunternehmer auch darauf ein, und in seiner Leichtgläubigkeit empfahl er die Pferde und den Wagen der Obhut des Fremden. Damit hatte er aber den Bock zum Gärtner gemacht. Als er nach etwa P/2 Stunden zurückkam, stand wohl sein Wagen noch da, die Pferde aber, die zusammen einen Wert von 2700 Mk. hatten, waren ver­schwunden und mit ihnen der Fremde. Dieser hatte näm­lich, nachdem ihm der Anfang seines Gaunerstreiches, den Fuhrunternehmer auf längere Zeit fortzusckaffen, gelungen war, nichts Eiligeres zu thun, als die Pferde auszuspannen und wegzubringen. Das that er aber nicht allein, sondern bediente sich dazu eines jungen Mannes von hier, den er von der Herberge geholt und als Pferdebursche gedingt hatte. Als der Fuhrunternehmer von seinem vergeblichen Gang nach Kastel zurückkehrte und die Entdeckung gemacht hatte, daß die Pferde fehlten, glaubte er zuerst nicht an einen Diebstahl derselben. Er befrug sich in der Nachbar­schaft, ob man etwas vom Wegbringen seiner Pferde ge­sehen, und da hörte er, daß der Mann, den er bei dem Gespann zurückgelassen, mit Hilfe eines Burschen die Pferde forttransportiert hätte, aber wohin, das wisse man nicht. Nachdem darauf erst in ihm der Gedanke an einen mög­licherweise vorliegenden Diebstahl aufstieg, begab er sich zur Polizei und meldete den Vorfall. Sofort wurden sämt­liche Kriminalschutzleute in die umliegenden Ortschaften ge­schickt, um nach den Pferden und insbesondere uach dem oder den Dieben zu recherchieren. Die Pferde waren aber nicht aus der Stadt hinausgekommen. Durch einen Zufall wurde entdeckt, daß eines der Pferde, ein Fuchs, beim Pferdemetzger Riedel für 60 Mark verkauft worden war. Man beschlagnahmte das Tier und hörte, daß das andere Pferd in dem Stall einer Wirtschaft auf der Gaugasse stände, was richtig war. Man ließ dieses zweite Pferd, einen Rotschimmel, ruhig in dem Stalle, und wartete das Wiederkommen der Gauner ab. Ein Schutzmann in Zivil wartete in der Wirtschaft auf das Eintreffen derselben. Gegen fünf Uhr kam denn auch der eine, und zwar der angebliche Pferdeknecht. Er wurde sogleich verhaftet, und gab an, von der ganzen Sache nichts zu wissen. Der Aeltere habe ihn morgens in der Herberge geholt, sich als Pferdehändler ausgegeben und ihn als Pferdeburschen in Dienst genommen. Die beiden Pferde habe er als von ihm gekauft bezeichnet. Sie hätten darum die Pferde zuerst in den Stall gebracht und später habe er das eine zu dem Pferdemetzger geführt. Bei letzterem hatte der verschwun­dene Gauner zur Motivierung des Verkaufs angegeben, daß das Pferd ein Schmisser sei und am Sonntag einem Burschen das Bein zerschmissen habe. Erst daraufhin kaufte Riedel das fehlerfreie und gesunde Tier für den Spottpreis von 60 Mark. Den festgenommenen Burschen behielt man vorläufig in Polizeigewahrsam und wartete weiter, daß auch der eigentliche Pferdedieb sich einstellen würde. Das ist aber bis gestern abend nicht geschehen. Der Flüchtige wird wie folgt beschrieben: Alter etwa 4550 Jahre, von seiner Statur, trägt dunklen, leicht melierten Schnurrbart, runklen Anzug, kleinen Hut und weiße Leibwäsche. Er pricht österreichischen Dialekt und giebt sich als Pferde­händler aus. Die Pferde sind Übrigens dem Eigentümer wieder zugestellt worden.M. A."

Mainz, 11. Oktober. Gegen einen hiesigen Po- izeikommissar, der bei der Abfahrt des Kaisers von Mainz am 21. August d. I. die polizeiliche Ueberwachung »er Eisenbahnbrücke zu leiten hatte, soll Disziplinar- Intersuchung angeordnet worden sein, weil er, entgegen >er Vorschrift, einigen Personen die Erlaubnis erteilt haben oll, die Brücke zu passieren.

Mainz, 11. Oktober. Schwindlerbande. Heute vormittag fuhr eine feingekleidete, junge Dame, die einen weißen Strohhut trug, vor einem hiesigen Modewarenge- chäft vor, trat ein und sich als Angehörige einer ersten hiesigen Familie ausgebend, kaufte sie bezw. erschwindelte ie sich einen teuren schwarzen Hut mit Federn und eine Federboa. Sie fuhr darauf mit der auch vorher benutzten Droschke vor das Haus, in dem diejenige Familie wohnte, als deren Angehörige sie sich in dem vorerwähntrn Geschäfte ausgegeben. Nachdem sie ausgestiegen, beschwindelte sie den Kutscher um das Fahrgeld, indem sie ihn wieder zurück in »as betr. Geschäft schickte, um dort zu bestellen, daß man ihr die weiter aufgegebenen Waren ja um 1 Uhr zuschicke. Der Kutscher fuhr fort und die Schwindlerin ging aus dem Versteck, in das sie sich hinter der Hausthüre gestellt hatte, auch fort, um zu verduften. Als der Kutscher zurückkam, erfuhr er in der erwähnten Familie, daß keines ihrer Mit­glieder ausgefahren, noch derartige Einkäufe gemacht habe. Das beschwindelte Geschäft und der betrogene Kutscher er- latteten Anzeige, worauf seitens der Kriminalpolizei sofort

sämtliche Bezirke beauftragt wurden, die Geschäfte gleiche Branche vor der Schwindlerin zu warnen.

Oberrad, 10. Oktober. Zur Besetzung der erledigten Bürgermeister stelle haben sich 136 Bewerber gemeldet. Hierunter sind 24 Kreissekretäre, eine Anzahl Landbürger­meister, Assefforen, Polizeikommissare und Bezirksfeldwebel. Als aussichtsvollster Bewerber gilt ein Frankfurter Polizei­kommissar.

Fulda, 11. Oktober. Herr Hauptmann Hall wachs ist vom hiesigen Bezirkskommando als Bezirksoffizier nach Gelnhausen versetzt.

Fulda, 11. Oktober. In dem Konkursverfahren über die offene Handelsgesellschaft Scheuer & Selig­stein dahier ist gegen die Firmen-Jnhaber das Hauptver­fahren wegen Vergehens gegen die Konkursordnung eröffnet und Termin zur Verhandlung auf Freitag, den 27. Oktober d. Js. vor die Strafkammer dahier anberaumt worden.

Kassel, 11. Oktober. In nächster Zeit soll hier eine zahnärztliche Volksklinik gegründet werden, in der Unbemittelten Rat und Hilfe für die Zahnleiden von den hiesigen Zahnärzten gegeben werden soll. Ein Anzahl hiesiger, in Deutschland approbierter Zahnärzte hat sich zusammen- gethan und ist durch die Unterstützung städtischer und staat­licher Behörden in die Lage versetzt worden, ihre gemein­nützige Wirksamkeit in den nächsten Wochen zu beginnen. Herr Vizebürgermeister Sanitätsrat Dr. Endemann wird sich im Auftrag des Magistrats nach der Nervenheilanstalt Godesberg am Rhein begeben, um dem dort weilenden Herrn Oberbürgermeister Westerburg einen Besuch abzustatten und sich genau darüber zu unterrichten, ob es möglich sein werde, in Bezug auf die Beendigung der Oberbürger­meister-Krisis eine Verständigung herbeizuführen.

Kassel, 10. Oktober. Samstag Nachmittag wurde der Jntenda.nturrat Prüssen vonjoer Militär-Intendantur des 11. Armeekorps dahier als Leiche am Fuße der Felsen des Neuen Wasserfalles auf WilhelmShöhe aufgesunden. Der erst 37jährige verheiratete Mann war seit längerer Zeit nervenleidend.

Hofgeismar, 11. Oktober. Die in hiesiger Stadt durch Todesfall freigewordene Bürgermeisterstellesoll baldigst wieder auf 12 Jahre besetzt werden. Das pensionsfähige Jahresgehalt ist auf 3000 Mark steigend, von drei zu drei Jahren um 200 Mk. bis zum Höchstbetrage von 3800 Mk., nebst freier Dienstwohnung im nicht pensionsfähigen Werte von 4000 Mk. festgesetzt. Außerdem sind mit der Stelle voraussichtlich ca. 500 Mk. nicht pensionsfähige Nebenein­nahmen (als Amtsanwalt und Standesbeamter kleinerer Landgemeinden) verbunden.

Vermischtes.

* Berlin, 11. Oktober. 750 Mk. Belohnung. Seit dem 9. September ist, wie seiner Zeit bereits mit­geteilt, der beim Hof-Postamt in Berlin beschäftigt ge­wesene Briefträger Hugo Schwarz nach Unter­schlagung von Postkassengeldern in Höhe von 11100 Mk. flüchtig. Die Ergreifung des ungetreuen Beamten, gegen den seitens des Untersuchungsrichters beim Landgericht! in Berlin Haftbefehl und Steckbrief erlassen wurde, ist bisher nicht gelungen. Es erscheint nicht unwahrscheinlich, daß Schwarz sich an einem kleinen Ort Deutsch­lands vielleicht zunächst unter bescheidenen Verhält­nissen aufhält. Auf seine Ergreifung und die Wieder­herbeischaffung des Geldes hat die Poftbehörde 750 Mk. Belohnung ausgesetzt. Schwarz ist 34 y, Jahre alt, 1,71 Mtr. groß, hat dunkelblondes Haar und Augenbrauen, graublaue Augen, einen spitz geschorenen, kurzen, dunklen Vollbart, eine volle, runde Gesichtsbildung, gesunde Gesichtsfarbe und schlanke Gestalt.

* Berlin, 11. Oktober. Die Polizei hatte 1000 Mk. Belohnung für die Ergreifung des Mörders der Witwe Jost ausgesetzt. Inzwischen ist der Mörder Trotzer heute früh 5e/4 Uhr am Ringbahnhofe Treptow als Leiche mit einem Schuß in den Mund auf gefunden. Der Revolver lag neben der Leiche. Die That selbst ist durch die nach­träglichen Meldungen in ein neues Licht gerückt. Die An- nähme, daß es sich um einen Raubmord handelt, muß näm­lich fallen gelassen werden, vielmehr ist verschmähte Liebe der Grund der That gewesen.

* Halle, 11. Oktober. Ein Liebesdrama hat sich auf der unweit der Stadt gelegenen Rabeninsel abgespielt. Gestern vormittag ließen sich ein etwa 30 Jahre alter Herr und eine 33 jährige, tiefschwarz gekleidete Dame nach der genannten Insel übersetzen. Nach längerem Verweilen des Paares ertönten kurz hintereinander mehrere Schüffe. Später fand man am Ufer der Saale einen Spazierstock nebst einem Korsett in Kreuzform verbunden mit einem Zettel folgenden Inhalts:Wir waren uns so gut im Leben, vor der Welt konnten wir nicht beisammen bleiben, so wollen wir im Tode vereint sein! Anna. Gustav." Das gleichfalls aufgefundene Chemisette des Fremden enthielt die mit Bleistift geschriebenen Worte:9 Uhr geschossen und dann ins Waffer". Die Lebensmüden wurden als der Kistenmacher Gustav Laue aus Möckern und dessen Geliebte, Witwe Anna Hermann aus Leipzig rekognosciert. Sie waren bei dem gemein- am ausgeführten Selbstmord so nahe an das Wasser getreten, daß sie, von den Kugeln durchbohrt, tot in dasselbe sineinfielen; hierauf wurden ihre Leichen sofort von den Fluten hinweggetrieben und konnten bisher nicht aufgefunden werden. Vor Ausführung der unseligen That hatte das Paar sich auf Tanzböden und in Gastwirtschaften amüsiert. Die unglückliche junge Frau war erst seit einigen Wochen zur Witwe geworden; ihre in Halle wohnenden Verwandten, ?ei denen sie ihren neunjährigen einzigen Sohn zurück- gelaffen hatte, waren daher nicht einverstanden, daß sie so urz nach dem Tode des Mannes schon wieder ein Liebes- Verhältnis unterhielt, das übrigens nicht ohne Folgen ge-

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* Spandau, .

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* Muster I- W., Fabrik von Anale

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* Dortmund. 11. i Lic. Weber tagte hm lichkeitSvereine. wurde u. a. folgender - Versammlung sP>M i? Gerichtsverhandlung ge Mage getretene fichtst aus, und protestiert mi die sogenannten noblen' und der Unzucht sich i deutschen ManneS vertr

* Stettin, 11. Olt, einem Artillerie-Lei kommandierten chileni Verl. Lokalanz." zufolg in den Hals lebensgefäh erfährt genanntes Blatt mann, der Kapitän La seil zwei Jahren in D findet er sich in Stettin bildung dem 2. AMei zugleich ist ein Lentnc Regiment attachiert rooi der von dem Duell bis machte fein Hehl dar immer die Veranlassm Pfinde und tief bekla gebildeter Offizier, stek

* Trier, 10. Okto in Garnison liegende L Holtzendorss wurde burt ungtn aus verriebenen artillerie-Regiment Mit wird fortan uns erhalten. Dieser Tage 1 lasnnr die feierliche Bec tens des Divifionslom v. Schlotheim nnd des S «er anwesenden Stadtv , * Mrlih, 11, q lammlung beschloß die ( auf der Landeskrone.

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