Ausgabe 
13.9.1899 Erstes Blatt
 
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* England und Transvaal.

Unter den gegenwärtigen Verhältnissen ist die nervöse Spannung in dem bedrohten Transvaal außerordentlich hoch gestiegen. Seit dem Mai haben 25000 Personen Johannes­burg verlassen. Der Ton der englischen Depeschen in ihrer Schroffheit scheint anzudeuten, daß England eine Explosion auf der gegnerischen Seite willkommen wäre, um dann den Buren die Schuld des Friedensbruches ostentativ zuschieben zu können. So lautet die Antwort Milners aus die Anfrage wegen der englischen Truppenzusammenziehungen an der Transvaalgrenze:

Ich weiß nicht, was das StaatSiekretariat meint, wenn es von Truppenanhäufungen in Südafrika spricht. Die britischen Truppen in Südafrika, deren Zahl und Stellung kein Geheimnis, sondern Jedermann bekannt ist, sind hier, um die britischen Jnteresien zu schützen und gegen Eventualitäten zu sichern."

Infolge dieser Depesche gestaltete sich die Debatte im Volksrath überaus scharf und leidenschaftlich, und selbst Präsident Krüger ging über das Maß hinaus, das er sonst einzuhalten pflegt. So sagt er, Chamberlain hätte seine (Krügers) Hosen verlangt, er hätte sie ihm gegeben; dann hätte Chamberlain seinen Rock verlangt und er hätte ihn ihm auch gegeben; nun wolle Mr. Chamberlain auch noch seine Glieder haben, aber die könne er ihm nicht geben, denn in seinen freien Gliedern bestände seine Unabhängig­keit. Gott sei der schließliche Schiedsrichter in dem jetzige« Streit, er würde entscheiden, er habe Chamberlains Herz in seiner Hand, und es wäre immer noch eine leise Hoff, nnug, daß er es zum guten wenden möge. Selbst in buren­freundlichen Kreisen wird der Ton, den viele der Redner im Volkrat anschlugen, gemißbilligt.

Die Rüstungen werden von der südafrikanischen Republik eifrig fortgesetzt, von Krupp sollen zur Zeit 23 komplette Feldbatterien und 20 Mörser, von Loewe in Berlin 50000 Mausergewehre unterwegs oder schon eingetroffen sein.

Ueber den Ausgang eines eventuellen Krieges sind die Ansichten geteilt, darin aber sind sich die Buren einig, daß, so lange nicht erdrückende Streitkräfte herübergeschickt werden, der Erfolg auf feiten Transvaals sein dürfte.

Nach einer Neutermeldung aus Pretoria habe General­prokurator Smuts in einer Unterhaltung mit einem Bericht­erstatter erklärt, da Transvaal das Anerbieten des Wahl­rechts nach fünfjährigem Aufenthalt zurückgezogen hat, falle auch die damit verbundene Bestimmung wieder fort, daß die Suzeränität abgeschafft werden solle. (Vgl. NeuesteMeldungen.)

Males und MsomMrs.

Gießen, den 12. September 1899.

* * Diöciplinarverfahren gegen Oberschulrat Dettweiler. Vor dem Verwaltungsgerichtshof in Darmstadt beginnen heute die Verhandlungen in dem Disziplinarverfahren gegen Oberschulrat Dettweiler, für welche 3 Tage in Aussicht genommen sind. Der Verwaltungsgerichtshof ist in derartigen Fällen auf Grund der Bestimmungen des Disziplinargesetzes vom 21. April 1880 als Disziplinarhof konstituiert. Die mündliche Verhandlung vor dem Dis­ziplinarhof ist an sich nicht öffentlich, jedoch kann die Oeffentlichkeit auf Antrag des als Staatsanwalt fungieren­den Beamten oder des Angeklagten von dem Disziplinar­hof beschlossen werden. Wir erhalten dazu folgende Telephon­meldung:

Darmstadt, 12. September. In Sachen Dettweiler trat heute früh 9 Uhr der Verwaltuugsgerichtshof unter Vorsitz des Herrn Ober-Landesgerichtsrat Dr. Heß zu­sammen. Dem Gerichtshof gehören an: Ober-Landesgerichts- rat Forch, Ober-Landesgerichtsrat Berg st räßer, Pro­fessor Dr. Schmidt und Regierungsrat Rößler. Dettweiler ist vertreten durch Rechtsanwalt Hallwachs. Die An­klage vertritt Ministerialrat Braun, welcher in ausführ­licher Weise die ganze Anklageakten bekannt macht, aus welchen die schon bekannte Anklage hervorgeht und welche die von Ministerialrat Sold an und Direktor Mangold aufgenommenen Protokolle bekräftigt und beweist. Ministerial­rat Nodnagel vertritt wiederum die Schulbehörde. Die Anklagerede -dauert um 10 Uhr noch fort. Zuhörer sind ausgeschlossen, aber die Presse hat Zutritt. Mittwoch ist Dr. Alheim geladen. Genauer Bericht folgt.

** Provinzialausschußsihung. Samstag den 16. Sep­tember l. I., vormittags 9V2 Uhr, findet im Regie­rungsgebäude (Brandplatz Nr. 9) dahier eine öffentliche Sitzung des Provinzial ausschuss es mit folgender Tagesordnung statt: 1. Gesuch der Firma Friedel u. Aprion dahier um Erlaubnis zum Nachtbetrieb einer Dampfmaschine. 2. Gesuch des Friedrich Link II. zu Alt Wiedermus um Erlaubnis zum Ausschank von Flaschenbier. 3. Klage des Ortsarmenverbandes Offenbach a. M. gegen den Orts- armenvcrband Homberg a. d. O. wegen Unterstützung des Karl Strack. 4. Die Erbauung einer Nebenbahn von Salz­schlirf nach Schlitz; hier: die Enteignung von Gelände.

* Ordensverleihungen. Seine Majestät der Kaiser haben den nachbenannten Offizieren folgende Ordens-Aus­zeichnungen verliehen, und zwar haben erhalten: den Roten Adlerorden 1. Klasse mit Eichenlaub: West er well er von Anthoni, General der Inf. z. D. zu Darmstadt, General-Adjutant Seiner König!. Hoheit des Großherzogs, Baron v. Collas, Generalleutnant und Gouverneur von Mainz; den Stern zum Roten Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub: Freiherr Schilling von Can statt, Gene­ralleutnant und Kommandeur der Großh. Hess. (25.) Division; den Roten Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub: v. Ploetz, Generalmajor und Kommandeur der 49. Infanterie Brigade

(1. Großh. Hessische), Freiherr von Buddenbrock- Hettersdorf, Generalmajor und Kommandeur der 50. Infanterie Brigade (2. Großh. Hessische), v. Winter­feld, Generalmajor und Kommandeur der 25. Kavallerie- Brigade (Großh. Hessische); den Roten Adlerorden 4. Kl.: v. Stoessel, Hauptmann im 2. Großh. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 116, Graf v. Hertzberg, Hauptmann in demselben Regiment, ChLlons, Hauptmann im 3. Großh. Hessischen Jnf.-Regt. Nr. 117, Freiherr Treusch von Buttlar- Brandenfels, Hauptmann im 1. Großh. Hess. Jnf.- Regt. Nr. 115, Doerr, Hauptmann im 5. Großh. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 168, Pampe, Hauptmann L la suite des 2. Großh. Hess. Jnf.-Regts. Nr. 116 und Kompagnieführer bei der Unteroffizierschule in Biebrich; den Königlichen Kronenorden4.Klasse: Bartsch, Oberleutnant im 2. Großh. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 116, Fölsche, Oberleutnant im 3. Großh. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 117, und Westerweller von Anthoni, Oberleutnant im 1. Großh. Hess. Drag.- Regt. Nr. 23.

* * Am 1. Januar 1900 ändern sich die Verhältnisse der Gerichtsvollzieher vollständig. Von diesem Zeitpunkte an werden dieselben keine eigenen Kanzleien haben, son­dern in den Gerichtsgebäuden ihre Diensträume angewiesen erhalten

* * Einj'ährig-Freiwilligen-Prüfung. Bei der am Freitag in Darmstadt für die 1. Abteilung beendeten Einjährig- Freiwilligen-Prüfung haben unter 19 Kandidaten vier bestanden.

* Fleischauffchlag. Durch Steigerung der Einkaufs­preise für Schweine tritt bei den hiesigen Metzgern eine Erhöhung der Verkaufspreise für Schweinefleisch und einzelne Wurstwaren ein.

* * Die Banda Municipale di Pratola, welche augen­blicklich im Berliner Zoologischen Garten konzertiert, fällt nicht nur durch die schmucke und reiche Uniformierung, son­dern auch durch ganz hervorragende musikalische Leistungen angenehm auf. Einzelne Konzertpiecen, namentlich Ouver­türen zu italienischen bekannten Opern, werden mit voll­endeter Virtuosität zur Ausführung gebracht, und finden dementsprechend lebhafte Anerkennung des zahlreichen Pub­likums. Die Kapelle verbleibt dem Garten noch bis ein­schließlich Samstag. Sie bildet zweifellos einen will­kommenen Ersatz für die im Manövergelände befindlichen Musikkorps unserer Truppen.

Polizeibericht. Ein in einem Eisengeschäft der Wall- thorstraße angestellter Kommis ließ in der Nacht vom Sonntag zum Montag an einem Hause der Marktstraße die Markisen herunter. Hierbei von einem Schutzmann an­gehalten, gab er demselben einen falschen Namen und Wohnung an. Um die Personalien genau festzustellen, sollte der junge Mann zur Wache gebracht werden. In. der Wagengasse widersetzte er sich thätlich gegen den Schutzmann und rauste mit demselben, so daß er sich demnächst wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt zu verantworten haben wird.

* Gewitterperiode. Von kompetenter Seite wird ver­sichert, daß eine Gewitterperiode wie die jetzige feit 30 Jahren in Deutschland nicht verzeichnet werden kann.

** Vakante Stelle. Die Stelle eines Bergassessors in Darmstadt, mit einem Gehalt von 28006000 Mk. nebst Diäten und Reisekosten, ist zu besetzen. Bewerber um diese Stelle mit geeigneter wissenschaftlicher und prak­tischer Vorbildung, wollen ihre Gesuche unter Vorlage ihres Lebenslaufes mit Zeugnissen, bis zum 10. Oktober d. I. bei dem Großh. Ministerium des Innern einreichen.

** Zur Reform der Mädcheupenfiouate, die der Ev. Diakonieverein von Anfang an in sein Arbeitsprogramm aufgenommen hat, hat derselbe zweiTöchterheime" in Kassel eingerichtet, über welche die soeben erschienene Bro­schüre des Vereinsleiters, Professor Dr. theol et phil. Zimmer in Berlin-Zehlendorf, das Nähere mitteilt. Die Töchterheime sollen das übliche Pensionsjahr der Töchter gebildeter Stände für eine vertiefte Erziehung und für die Ausbildung zur Hausfrau und Mutter nutzbar machen, zu­gleich aber eine Fachbildung geben, die auch den unver­heiratet bleibenden Mädchen für ihr Leben Inhalt und Unterhalt verbürgt. ImTöchterheim Luisenhaus" wird eine gute hauswirtschaftliche, imTöchterheim Comenius- haus" eine eingehend pädagogische Ausbildung gegeben. Der Gedanke, in ein Töchterpensionat zur unterrichtlichen Hebung für die jungen Mädchen einen Kindergarten hinein­zunehmen und in den Mittelpunkt der Arbeit zu stellen, wie dies im Töchterheim Comeniushaus geschieht, hat zweifellos eine große, erziehliche Bedeutung. Aber auch in vielen anderen Beziehungen werden die Töchterheime des Ev. Diakonievereins vorbildlich wirken. Dieselben sind keine Erwerbsmfternehmungen; der Pensionspreis ist zwar im Verhältnis gering, aber doch so gehalten, daß er die Kon­kurrenz privater Unternehmungen ermöglicht; aber die Ueber- schüsse werden zu gemeinnützigen Zwecken verwendet. So haben dieselben im letzten Jahre dazu gedient, ein päda­gogisches Preisausschreiben zu erlassen, das den fünf preis­gekrönten Bewerbern die Kosten einer pädagogischen Studien­reise nach Holland ermöglicht; ferner ist einer Anzahl von Lehrerinnen Gelegenheit gegeben worden, sich durch einen pädagogischen Hospitierkursus weiterzubilden, und einigen minderbemittelten tüchtigen Schülerinnen sind Stipendien gegeben worden. Wichtiger aber, als diese mannigfaltigen indirekten Anregungen ist die möglichst vorbildliche Gestal­tung der Töchterheime selbst, worüber die genannte Broschüre eingehend Auskunft gibt.

Darmstadt, 13. September, 11 Uhr 49 Min. norm. (Privattelegramm d.G. A.".) Die Synode wählte den Justizrat Weber-Offenbach zum 1., Professor Stamm- Gießen zum 2. Präsidenten.

Nidda, 11. September. Als Ergänzung zu dem von Ihnen bereits gebrachten Bericht über die Generalversamm­lung der Spar- und Leihkasse Nidda teile ich Ihnen noch im einzelnen die Zuwendungen mit. Es sind folgenbe: der Ludwig- und Alicestiftung 25 Mk., der Gewerbeschule Nidda 1000 Mk., der Gewerbeschule Echzell 400 Mk., dem Krankenpflegeverein Nidda 100 Mk. dem Veteranenverband Nidda und Umgegend 50 Mk., dem landwirtschaftlichen Bezirksverein Schotten 50 Mk., der landwirtschaftlichen Winterschule Büdingen 200 Mk., der Kasse des Obstbau- wärter-Kursus 50 Mk. und zur beliebigen Verteilung an die Zöglinge 100 Mk., der landwirtschaftlichen Haushaltungs­schule zu Lindheim 25 Mk., dem landwirtschaftlichen Bezirks­verein Büdingen 125 Mk., für die Dekanatskrankenschwestern 300 Mk., dem Hilfsverein für Geisteskranke in Hessen 100 Mk., für Fortbildungsschulen 1362.50 Mk. Verschiedene Gesuche für Volksbibliotheken, Tierschutzvereine u. a. m. mußten für dieses Jahr abgelehnt werden. 40 Dienstboten erhielten in Posten von 16, 18 oder 20 Mk. die Summe von 728 Mk. Die auf gestern und heute fallende Kirch- weihe nebst Jahrmarkt war vom Regen sehr beeinträchtigt. Am heutigen Viehmarkt waren Rindvieh mäßig, Schweine zahlreicher aufgetrieben der Handel ging flott, und mußte die Prämiierungskommission sich beeilen, ihren Bedarf für die Verlosung, deren Lose rasch vergriffen waren, zu decken. Die Preise für Rindvieh waren -hoch, für Ferkel mäßig, für größere Schweine wieder höher. Die prämiierten Tiere (Bullen und Rinder) waren von besonderer Schönheit.

§ Aus dem nordwestlichen Vogelsberg, 11. September. Die Hochsommertemperatur der vorigen Woche hatte Gewitter im Gefolge, die namentlich heftig zu Ende der Woche auf­traten. Ganz wie im Sommer waren die Gewitter von heftigen elektrischen Entladungen begleitet. Auch an Blitz­schlägen fehlte es nicht. In Windhausen schlug der Blitz in die Hofreite des Landwirts Scharch. In der um diese Zeit vollgefüllten Scheuer fand der Strahl reichlichen Brennstoff. Die Hofreite ging in Flammen auf. Am gestrigen Sonntage ging ein wahrhaftes Eisgewitter nieder. Dasselbe zog in der Richtung von Nordwesten nach Süd­osten. Die Hagelkörner fielen so dicht, daß noch stunden­lang nach dem Gewitter die Hagelkörner wie Schneestreifen sichtbar waren. Die Temperatur fiel sofort um mehrere Grade; ja es wurde so kühl, daß man mehrfach abends die Zimmer heizte. Der Hagel that indessen feinen Schaden, da die Hagelkörner keine abnorme Größe besaßen und die Ernte größtenteilts geborgen ist. Wie immer, wenn im Herbste noch ungewöhnliche Wärme herrscht, so findet man auch heuer Blüten und Früchte nebeneinander. So zeigte uns Herr Förster Jäger aus Elpenrod ein Sträußchen wunderschöner Erdbeeren mit frischen Blüten ganz wie im Juni.

Friedberg, 11. September. Heute nachmittag fand in der Turnhalle des Schullehrerseminars die Einführung des neuen Direktors der Augustinerschule, Herr Prof. Dr. Löbell, durch Herrn Geh. Oberschulrat Dr. Nodnagel statt.

Büdingen, 11. September. Morgen beginnt nach fünf- wöchentlichen Ferien der Unterricht im hiesigen Gymnasium. Heute nachmittag um 4 Uhr wurde durch Herrn Ministerial­rat Dr. Eifenhut der neue Direktor Herr Professor Dr. Mohr eingeführt. (A. O.)

Oberaula, 11. September. In der Nacht zum Sonntag entstand in einem Stalle des Oekonomen Reinecke zu Im­michenhain Feuer. Es brannten sämtliche Stallungen so­wie Scheunen ab; es konnte von den Gebäuden nichts ge­rettet werden. Nur das Wohnhaus und eine an das Gut grenzende Kirche konnte von den Flammen bewahrt werden. Das Hofgut ist eine staatliche Domäne. Wodurch das Feuer entstanden ist, konnte nicht ermittelt werden. (O. Z.)

Darmstadt, 11. September. Das russische Kaiser­paar wird Mitte der nächsten Woche von Kopenhagen auf demStandart", welcher vomPolarstern" begleitet wird, nach Kiel in See gehen und sich wahrscheinlich einige Tage bei der Prinzessin Heinrich von Preußen aufhalten. Eine Zusammenkunft zwischen dem Zaren und Kaiser Wilhelm in Kiel ist, wie bereits gemeldet, somit nicht ausgeschlossen. Von Kiel begiebt sich das russische Kaiserpäar nach Darm­stadt, um den Angehörigen der Zarin einen Besuch abzu- statten. Der Zar hat aus Anlaß des 25 jährigen Jubiläums der KaiseryachtZarewna" der Offiziersmesse des Schiffes kostbare Geschenke überweisen lassen, und am Abend des Jubiläums sand an Bord derZarewna" ein großes Fest statt. Am Freitag Morgen inspizierte Kaiser Nikolaus in Kopenhagen die beiden russischen Kreuzer, welche vor einigen Tagen dort eingelaufen sind und sich feit drei Jahren auf einer Fahrt im Mittelländischen Meer befunden haben. Eine andere Version über die angeblich bevorstehende Zu­sammenkunft Kaiser Wilhelms mit dem Zaren giebt folgende Meldung eines Berliner Blattes aus Wiesbaden wieder:

* nn. Die Vereinigung Hessischer Gardejäger, welche am verflossenen Sonntag einen Ausflug nach ihrem alten Garnisonsort Friedberg i. W. unternommen hatten, wurden bei ihrer Ankunft von der gesamten Einwohner­schaft mit großen Ehren empfangen. An den Gräbern der 1870/71 verstorbenen und gefallenen Kameraden, sowie auch an den Gräbern der verstorbenen französischen Soldaten wurden Kränze niedergelegt und hielt Kamerad Zimmer eine, die Bedeutung der Feier bezeichnende, vortreffliche Gedächtnisrede, worauf von sämtlichen Teilnehmern rote und weiße Rosen auf die Gräber gelegt wurden. Nach­mittags fand zu Ehren der alten Jäger ein großes Volks­fest auf der Seewiese statt.

Offenbach, 11. September. Nach derFranks. Ztg." ist der Vorvertrag, wonach die hiesige Aktiengesellschaft für Hoch- und Tiefbauten von der Fürstlich Jfenburgi­sch en Vermögensverwaltung 2200 Hektar Liegenschaften im Kreise Offenbach für den Betrag von 7 Millionen Mark erwirbt, unterzeichnet worden. Der Kaufpreis dient zunächst zur Tilgung der 3 Vzprozentigen Jsenburgische«

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