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laufenden Verwaltungsgeschäfte gestattete, war bei allen größeren Veranstaltungen der Vereine ein Vertreter der Centralstelle anwesend und umgekehrt haben in vielen Fällen im Dienstgebäude der Centralstelle Verhandlungen mit Vertretern der Ortsvereine stattgefunden. Diesem regen persönlichen Verkehr verdankt der Landesgewerbeverein nicht den kleinsten Teil seiner lebhaften Thätigkeit und seines Erstarkens.
*t Einsender dieses hat schon wiederholt in öffentlichen Blättern darauf aufmerksam gemacht, wie leicht dem Raupenfraß vorgebeugt, wenigstens derselbe wesentlich vermindert werden könne durch Fangen und Töten der zur Zeit wieder in Unzahl umherfliegenden Schmetterlinge (Kohlweißlinge). Durch Einfangen und Töten eines Schmetterlings würde dem Entstehen Hunderter von Raupen vorgebeugt. Verseht die Schulknaben mit Schmetterlingsnetzen und bezahlt denselben für jeden eingefangenen Schmetterling 2 oder 3 Pfennig für ihre Sparbüchse, für Kinder wenig bemittelter Leute könnten die Netze auf Kosten der Gemeindekasse angeschafft und auch die erwähnte Vergütung aus derselben geleistet werden. Die Hausmütter, denen die Zubereitung der Speisen obliegt, die wohl oftmals mit Ekel ein von Raupenfraß verunreinigtes Krauthaupt rc. in Händen gehabt haben, werden sich über den Erfolg des Einfangens der Schmetterlinge freuen und gerne für die geringe Ausgabe stimmen. Wie traurig sehen oft im Herbst die zerfressenen Krauthäupter in Garten und Feldern aus; dem könnte in der angegebenen Weise leicht abgeholfen werden.
Aos der Zeit für die Zett.
Vor 150 Jahren, am 13. August 1749, starb zu Sorö der Philosoph und Dichter Joh. Elias Schlegel. Seine Dramen, obwohl nicht frei von Einfluß der französischen Dramaturgie und der Gottsched'schen Schule, sind schätzbare Denkmale des Aufblühens der dramatischen Litteratur. Für seine besten Trauerspiele gelten „Hermann" und „Kanut". Er wurde am 17. Januar 1719 zu Meißen geboren.
Vor 58 Jahren, am 14. August 1841, starb zu Göttingen der Philosoph Johann Friedrich Her bart, der während seiner fruchtbaren akademischen Thätigkeit sich vorzugsweise bestrebte, die Welt der Begriffe und Vorstellungen aufzuhellen. In einer Reihe von philosophischen und pädagogischen Schriften seiner Doktrin hat er den vorherrschenden Charakter des Realismus gegeben. Herbart wurde am 4. Mai 1776 in Oldenburg geboren.
Vermischtes.
* Budapest, 11. August. Im hiesigen Militärmagazin wurde durch einen Zufall entdeckt, daß Soldaten seit längerer Zeit große Diebstähle an Leinentüchern, Wolldecken und Matratzen verübt haben. Diese Sachen wurden an einen Armeelieferanten für geringes Geld verkauft, der dieselben der Militärverwaltung wieder verkaufte. Der bisher ermittelte Schaden beläuft sich auf weit über 100000 Gulden.
* Der Gouverneur der kaiserlichen Prinzen, Oberleutnant v. Rauch, ist in Wilhelmshöhe an einer Lungenentzündung schwer erkrankt. Der behandelnde Arzt, Generalarzt Dr. Zunker, hegt um den Kranken ernste Besorgnis. Der Kaiser besuchte Herrn v. R., um sich nach dessen Befinden zu erkundigen. Die Mutter und Schwester des Erkrankten wurden auf Befehl der Kaiserin an das Krankenlager gerufen.
* 800 Mk. gefunden siud Anfang Juli in einem Gasthof zu Bad-Harzburg. Da der Eigentümer bisher nicht ermittelt werden konnte, hat das Herzogl. Amtsgericht zu Bad-Harzburg das Aufgebots-Verfahren eingeleitet. Verloren ist das Geld vermutlich von einer Dame, die in betr. Gasthof auf dem fragt Zimmer gespeist hat.
Gingesandt.
Gießen, 12. August 1899. Anonyme Briefe.
Eine hiesige Perfönttchtttt wild leit längerer Zett durch anonyme Briefe stet« von der gleichen Hand belästigt.
Falls dieser Unfug nicht aufhört, wird zunächst zur Feststellung des Absenders eine Kopie der Handschrift im Annoncenteil dieses Blattes veröffentlicht werden.
Auszug aus den Standesamtsregistern der Stadt Gießen.
Aufgebote.
August: 7. Georg Kirchner, Fuhrunternehmer zu Bad-Nauheim, Wit Henriette Wilhelmine Helene Franz hierfelbst. 7. Heinrich Wilhelm Frank, Fuhrknecht dahier, mit Josefine Panz Hierselbst. 8. Johannes Müller, Dienstknecht dahier, mit Elisabethe Mattern zu Aigenstein. 8. Philipp August Werner, Bautechniker zu Dresden, mit Henriette Christiane Höhn zu Idstein. 9. Wilhelm Christian Schmidt, Fuhrmann zu Gttßen, und Elisabethe Wagner Hierselbst. 10. Johannes Christian Friedrich Wenzel, Lehramtsasiesior zu Pfung- Sadt, mit Elise Schramm Hierselbst.
Eheschließungen.
August: 5. Conrad Karl Augrm Loih, Wirth dahier, mit Bertha lkatbarine Sophie Rosina Jobanna Zöll hiers.lbst. 5. Christian Wilhelm Erle, Finanzaspirant hierselbn, mit Marie Sophie Schäfer hi »selbst. 5. Ludwig Schmidt, Kaufmann dahier, mit Emilie Flender hi »selbst. 5. Johann Herrmann, Taglöhner zu Gießen, mit Elisa- bttlhe Hammel Hierselbst. 5. Friedrich Lang, Mechaniker dahier, mit G'kvrgine Katharine Körbächer Hierselbst.
Geborene.
August: 2. Dem Techniker Ludwig Weiß ein Sohn, Ludwig Wilhelm. 3. Dem Fabrikarbeiter Wilhelm Brück eine Tochter, Soatharine Christine. 3. Dem Werkmeister Wilhelm Grümer ein S<°bn, Wilhelm Paul. 3. Dem Herrschastsdiener Franz Gopon eine Twchter. 4. Dem Ober-Postasststent Wilhelm Kammer ein Sohn. 6. Dem Bahnarbeiter Heinrich Reitz eine Tochter. 6. Dem Fell- bäi"dler Simon Nußbaum ein Sohn, Daniel. 6. Dem BetrNbS- leiiter der Omnibus-Gesellschaft Adolf Braun ein Sohn. 8. Dem Toglöhnrr Johann Georg Schmidt II. ein Sohn.
Gestorbene.
August: 4. Margarethe i&unouemi, geb. Geißler, 32 Jahre alt, Ehefrau von Bäcker Fried« ich Sundyeim zu Lollar. 4 Margarethe Lampus, geb. Schmidt, 77 Jahre alt, Witwe von L-ndwtrth Balthasar Lampus dahier. 4 Marie Völztng, [geb. Rüol, 21 Jahre alt, Ehefrau von Sattler Louis Völzing zu Groß-Felda. 6. Margarethe Hill, 3 Monate alt, Tochter von Fuhrmann Johann Hill dahier. 7. Anna Challier, geb. Scherer, 54 Jahre alt, Ehefrau des Musikalienhändlers Ernst Challier dahier. 7. Heinrich Klös, 55 Jahre alt, Taglöhner dahier.
Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
Getraute.
Mattbäusgemeinde.
Den 5. August. Christian Wilhelm Erle, Finanzaspirant zu Gießen, und Marie Sophie Schäfer, Tochter des Schreinermeisters Karl Schäfer zu Gießen.
LukaSgemeinde.
Den 5. August. Ludwig Schmidt, Kaufmann zu Gießen, und Emilie Flender, Tochter des Restaurateurs Martin Flender zu Gießen.
Den 6. August. Friedrich Emil Diehl, Schlosser zu Gießen, und Katharina Wießner, Tochter des Magazindieners Balthasar Wießner zu Gießen.
Denselben. Friedrich Lang, MechanikuS zu Gießen, und Georgine Katharine Körbächer, Tochter des Weichenstellers Ludwig Körbächer zu Gießen.
JohanneSgemeinde
Den 5. August. Johann Herrmann, Taglöhner zu Gießen, und Elisabethe Hammel, Tochter des HeizerS Jakob Heinrich Hammel zu Güßen.
Denselben. Carl Loth, Wirt zu Gießen, ein Witwer, und Bertha Zöll, Tochter des Schreiners Wilhelm Zöll zu Gießen.
Getaufte.
MatthäuSgemeinde.
Den 6. August. Dem Dienstmann Kaspar Eisenbach eine Tochter, Margarethe Katharine Elise, geboren den 15. Juni.
Denselben. Dem Geschäftsführer Heinrich Fourier ein Sohn, Arthur Hermann Anton, geboren den 16. Juli
Den 9. August. Dem Bureauvorsteher Friedrich Boeck eine Tochter, Luise Sophie Johanna, geboren den 14. Juli.
MarkuSgemeinde.
Den 6. August. Dem Bahnarbeiter Philipp Balser ein Sohn, Philipp, geboren den 21. Mai.
Denselben. Dem Schneider Wilhelm Noll ein Sohn, Wilhelm Heinrich Friedrich, geboren den 3. Juni.
LukaSgemeinde.
Den 6. August. Dem Lokomotivheizer August Schaumburg ein Sohn, Otto Carl Heinrich, geboren den 26. Juli.
Denselben. Dem Former Wilhelm Fuchs ein Sohn, Wilhelm Heinrich Georg, geboren den 18. Juli.
Denselben. Dem Schreiner Ludwig Werner ein Sohn, Friedrich Carl August, geboren den 13. Juli.
Denselben. Dem Gärtner Carl Max Tippmann ein Sohn, Richard Georg, geboren den 10. Juni.
JohanneSgemeinde.
Den 6. August. Dem Taglöhner Adam Schröder eine Tochter, Anna Katharine Margaretha, geboren den 1. Juli.
Denselben. Dem Händler Philipp Fischer eine Tochter, Mathilde, geboren den 24. Juli.
Denselben. Dem Glaser Wilhelm Kreß ein Sohn, Carl, geboren den 13. Mai.
Denselben. Dem Anatomiediener Friedrich Belloff eine Tochter, Maria Katharina Margaretha, geboren den 29. Juni.
Militärgemeinde.
Den 6. August. Dem Feldwebel Reinhard Faur« eine Tochter, Elisabeth Erna, geboren den 15. Juni.
Beerdigte.
MatthäuSgemeinde.
Den 9. August. Heinrich Aos, Taglöhner, verheiratet, 55 Jahre alt, starb den 7. August.
MarkuSgemeinde.
Den 6. August. Margarethe Lampus!, geb. Schmidt, Witwe des verstorbenen Landwirts Balthasar Lampus, 77 Jahre alt, starb den 4. August.
JohanneSgemeinde.
Den 9. August. Anna Challier, geb. Scherer, Ehefrau deS Musikalienhändlers Ernst Challier, 54 Jahre alt, starb den 7. August.
Litteratur, Wissenschaft und Kunst.
— Im Verlage von L. WIlckens, Mainz erschien soeben Prof. Dr. H. Schillers Schulpolitisches Vermächtnis im Lichte der Wahrheit. Von einem Fachmann. Sonderabüruck auS dem „Mainz. Tageblatt" mit wenigen Aenderungen. — Verfasser wird Der Bedeutung Schillers durchaus gerecht, muß ihm aber nichtsdestoweniger den Beruf zum Reformator absprechen.
Unioersitüts Nachrichten.
— Greifswald. Von hier erhält die Deutsche Medizinische Wochenschrift die Mitteilung, daß der Profesior für innere Medizin, Geheimrat Professor Friedrich Mosler, durch ein in letzter Zeit verschlimmertes Augenleiden gezwungen ist, am 1. Oktober in den Ruhestand zu treten.
— Göttingen. In der philosophischen Fakultät hiesiger Universität habtliticrien sich Dr. Manchot mit einer Probevorlesung über den Einfluß der räumlichen Anordnungen der Atome in Molekül auf die Reaktionsfähigkeit der Verbindungen, Dr. Kaufmann mit einer Probevorlesung über die Zonenwertung in leitenden Gasen.
— Wien. Der Physikproflssor an unserer Unioerfiiät, Hosrat Dr. Ludwig Boltzmann, der einer Einladung zur Abhaltung eines Vortrages solgtleistend, sich im Juni dies-S Jahres nach New Bork begeben hatte, ist von dort nach Wien zurückgekehrt.
Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemesien am 12. August, zwischen 11 u. 12 Uhr mittag!: Wasser 16°, Lust 15°. Rübsarnen'sche Badeanstalt.
Verkehr, Zand- und Volkswirtschaft.
Gießen, 12. August. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. JL 1.00—1.15, Hühnereier per St. 7—0 H, 2 St. 14—15 H, Enteneier 1 St. 7—8 H, Gänse« eier per St. 10—11 Käse 2 St. 5—8 H, Käsematte per St. 8 Erbsen per Liter 20 H, Linsen per Liter 32 H, Tauben per Paar JL 0.65—0.80, Hühner per St. JL 0.90—1.00, Hahnen per Stück vN» 0.60—0 90, Enten per St. X 1.80—2.40, Gänse per Pfund M 0.00—0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 H, Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 62—64 Sy, Schweinefleisch per Pfd. 60—72 H, Schweine« fleisch, gesalzen, per Pfd. 76 Kalbfleisch per Pfd. 60—66 H, Hammelfleisch per Pfd. 50—70 H, Kartoffeln per 100 Kilo 5.50 bis 7.50 JL, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Ctr. JL 7.00—8.00, Milch per Liter 16 H.
Dauer der Marktzeit von 7 Uhr morgend bis 1 Uhr nachmittags. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden.
Neueste Meldungen.
Depeschen des Bureau „Herold".
Berlin, 12. August. Die Morgenblätter beschäftigen sich eingehend mit den gestrigen Reden des Kaisers in Dortmund. So schreibt die „Kreuzztg." u. A. Unsere Parteifreunde haben die kaiserliche Kundgebung mit Ehrfurcht entgegengenommen, und werden immer den Wunsch hegen, der Wille unseres Kaisers möge zur Geltung kommen, und daß sie selbst schmerzlich davon berührt sein werden, wenn es ihnen versagt ist, diesmal dabei mitzuwirken. Die „Deutsche Tages-Ztg." gedenkt keinen Schritt von der rein sachlichen Behandlung der Kanalfrage abzuweichen. Das Blatt hält eine Stimmenthaltung, wie sie der „Reichsbote" gestern empfohlen hat, für unvereinbar mit den Pflichten, den verfassungsmäßigen Aufgaben eines Volksvertreters. — Die „Staatsbürger Zeitung" bedauert die Kundgebung des Kaisers, weil sei in derselben einen Wendepunkt für das gesamte innerpolitische Verhalten, insbesondere einen Ruck nach links erblickt. — Nach demselben Blatte trifft der Minister v. Miquel erst heute abend in Berlin ein. Die „Vvssische Zeitung" nennt die Rede des Kaisers ein klärendes Ereignis. Das Blatt meint, zu einer Auflösung werde es schwerlich kommen.
Berlin, 12. August. Der Kaiser hat gestern in Dortmund noch eine zweite Ansprache über das Kanalwesen gehalten, die ebenfalls von politischer Bedeutung ist und den Eindruck der ersten Rede verstärkte. Bei der Entgegennahme des Ehrentrunkes im Rathause sagte der Kaiser u. a.: Das Werk, der Kanal, welches heute emgeweiht ist, wird einen Markstein bilden in der Geschichte der Stadt. Ich hoffe, daß es richtig verstanden wird als das erste Glied der deutschen Wasserstraße, die ich und meine Regierung auszuführen beabsichtigen, jener Wasserstraße, die auch die östlichen Provinzen, namentlich Schlesien, mit der See und dem Binncnlande verbinden soll. Das einheitliche Nebeneinandergehen von Industrie und Landwirtschaft ist notwendig, wenn das Land vorwärts kommen soll.
Berlin, 12. August. Oberleutnant v. Rauch, Gouverneur der Prinzen August Wilhelm und Oskar, ist in Wilhelmshöhe an Lungenentzündung gestorben.
Berlin, 12. August. Wie der „Vorwärts" aus Elmshorn berichtet, wurde der dänische Sozialist Ohlsen, der in Elmshorn über die dänischen Aussperrungen sprechen wollte, auf Veranlassung der preußischen Regierung ausgewiesen.
Berlin, 12. August. Wie der „Lokal-Anzeiger" hört, hat der Kaiser dem Oberbürgermeister von Dortmund in nicht zu langer Zeit einen zweiten Besuch in Aussicht gestellt.
Dortmund, 12. August. Der Kaiser hat den Oberbürgermeister Schmieding zum Geh. Regierungsrat ernannt und an eine Reihe von Personen Ordensauszeichnungen verliehen.
Wien, 12. August. In politischen Kreisen wird dem Besuche Delcassös in Petersburg auch eine finanzielle und wirtschaftliche Bedeutung beigemessen. Man erfährt nachträglich, daß Delcassö eine mehrere Stunden lange Konferenz mit dem Finanzminister Witte hatte, und mit Erfolg bemüht gewesen ist, dessen Anschauungen über den französischen Markt umzustimmen und ihm eine bessere Meinung davon beizubringen.
Budapest, 12. August. Die „Budapester Korrespondenz" bestreitet, daß der sächsische Minister des Innern eine Verordnung bezüglich der Ortsnamen in den sieben- bürgischen Landesteilen erlassen habe.
Nom, 12. August. Wie verlautet, wird, falls Visconti Venosta demissionieren sollte, Sonnino das Portefeuille des Aeußeren übernehmen. Im Befinden des schwer erkrankten Sohnes Visconti Venostas ist eine wesentliche Besserung eingetreten.
Brüssel, 12. August. Der „Soir" veröffentlicht eine Unterredung seines Berliner Korrespondenten mit einem intimen Freunde des Obersten von Schwartzkoppen. Derselbe erklärte, Deutschland müsse fortfahren, die Dreyfus- Affaire als eine interne Angelegenheit Frankreichs zu behandeln. Sollte aber Dreyfus nochmals verurteilt werden, dann würde das Faksimile der Esterhazyschen Dokumente veröffentlicht werden.
Paris, 12. August. General Gallifet wird den großen Herbstmanövern mit seinem Stabe während der Kriegs Operationen beiwohnen und der Truppenschau, welche die Manöver beschließen, an der Seite des Präsidenten der Republik.
Paris, 12. August. Wie es heißt, bezeichneten die Aerzte den Zustand Dup aty de Clam's als hoffnungslos.
Paris, 12. August. Delcassö ist gestern abend von Petersburg hier wieder eingetroffen. Er lehnte jedes Interview ab.
Rennes, 12. August. Die Spannung auf die heutige öffentliche Verhandlung des Kriegsgerichts ist in einem unheimlichen Grade gestiegen. Der ganze heutige Tag soll dem Zeugeu-Verhör gewidmet fein.
Rennes, 12. August. Wie seitens der Verteidiger Dreyfus verlautet, sind diese entschlossen, das ganze geheime Dossier zu veröffentlichen, wenn General Mercier von irgend einem Schriftstücke, das in dem geheimen Dossier enthalten ist, Gebrauch machen wird, um die Mitglieder des Kriegsgerichts oder überhaupt die Franzosen damit zu beeinflussen.
London, 12. August Wie die Blätter melden, hat die Regierung bereits eine Anzahl Dampfer verschiedener Linien gechartert, um eventuell Truppen nach Südafrika transportieren zn können. Außerdem soll in Aldershot Tag und Nacht an der Herstellung von Kriegsmaterial gearbeitet werden.


