Herr Professor Rosenthal-Erlangen erwähnt die Gewerkvereine in Erlangen, die auf dem Gebiete der Volksbildung durch Veranstaltung von Einzelvorträgen etwas leisten.
Herr Professor Eheberg-Erlangen betont, daß in Nürnberg Organisationen vorhanden seien, an die angeknüpft werden könnte. In Erlangen selbst sei unter den Universitätslehrern wenig Interesse kür die Sache zu finden, man müsse darum dort über die Universitätskreise binausgehen.
Herr Professor Löhlein-Gießen: In Gießen herrschen noch gesunde Arbeiterverhältnisie. Die Leute wohnen meist auf dem Dorfe, zum Teil selbst als Besitzer kleiner Ländereien. An Dozenten, die ein warmes Jnteresie für die Sache haben, würde es dort auck nicht fehlen, und auch eine solchen Bestrebungen förderliche Lesehalle ist vorhanden. Für kleinere Universitäten scheint der von Jena eingeschlagene Weg der richtige zu sein. Um an die gewerblichen Arbeiter heranzukommen, bedarf man verbindender Glieder. Als solche erscheinen in erster Linie die Volksschullehrer berufen.
Herr Profeffor v. Meyer-Dresden: In Dresden wirkt mit großem Erfolge der Verein für Volkswohl, an dessen Spitze Herr Geheimrat Böhmert steht, und in dem die Arbeiterschaft sehr reich vertreten ist. Er veranstaltet hauptsächlich Einzelvorträge. Andere
Vereine wenden sich an den Mittelstand, so die Gehestiftung und der Gewerbeverein.
Herr Professor v. Blume-Rostock berichtet, daß in Rostock bisher nichts vorhanden sei, daß aber wohl die Möglichkeit vorliege, an den Arbeiterstand heranzukommen, und daß auch in dem Kreise der Universitätslehrer Sympathien für die Sache zu finden wären.
Aus diesen Berichten geht hervor, daß die Volksbildungsbewegung in vollen Fluß gekommen ist, wenigstens da, wo wirkliche Arbeiterbevölkerung vorhanden ist.
Uermischtes.
* Der deutsche Wein wird auf der Pariser Weltausstellung auch vertreten sein. Wie der „Rheinische Kurier" meldet, versammelten sich dieser Tage in Wiesbaden gegen 30 Weingroßhändler zu einer Beratung über die Vorbereitungen zur Weltausstellung 1900 in Paris. Der Reichskommissar Geh. Reg.-Rat Lewald wohnte der Sitzung bei. Vertreten war der Weingroßhandel des Haardt- und des Moselgebietes, sowie des Rheingaues, von Rheinhessen und von Elsaß. Auf der Weltausstellung soll ein großartiges
deutsches Wirtshaus errichtet werden, dessen Leitung in Händen des Direktors des Palasthotels in Berlin liege« wird. An den Kosten, welche dieses Unternehmen verursacht, werden sich einige Weingroßhändler beteiligen. Die Reichsregierung hat ihre Unterstützung zugesagt. In diesem „deutschen Wirtshaus sollen ausschließlich deutsche Weine zum Ausschank kommen und zwar nicht mehr als 200 Sorten. Ein glanzvoll ausgestattetes Musterbuch soll den Besuchern der deutschen Weinausstellung ein Bild des deutschen Weinhandels geben.
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Vkrstkigeruilg von Kauplahen Wiener $of)
au der Johannesftraße.
Donnerstag den 17. August, nachmittags 3 Uhr, sollen vor Grohh. Ortsgericht Gießen zwei der Stadt gehörige Bauplätze an der Johannesstraße einer einmaligen öffentlichen Versteigerung ausgesetzt werden und zwar: Bauplatz Nr. II mit ca. 23,60 Meter Straßenfront, ca. 700 Quadratmeter Inhalt und den zu 25520 Mk. versicherten Gebäuden des eigentlichen Wiener Hofes, und Bauplatz Nr. III mit ca. 22 Meter Straßenfront, ca. 565 Quadratmeter Inhalt und dcm zu 6700 Mk. versicherten Saalbau.
Lageplan, Bedingungen und Brandversicherungsauszug sind auf unserem Sekretariat, Zimmer Nr. 15, einzusehen.
Gießen, den 8. August 1899. 5873
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
Gnauth.
Niddaer Herbst-Markt.
Gelegentlich des Niddaer Herbst-Marktes — 4. September 1899 — soll eine Verlosung von Vieh, landwirtschaftlichen Geräten und Gebrauchsgegenstäuden, verbunden mit einer Prämiirung von Kalbinnen und Bullen, letztere im Alter bis zu zwei Jahren, wovon jedoch Gemeindebullen, sowie bereits im laufenden Jahre prämiiries Vieh ausgeschloffen sind, ftattfinden. Bei Ausgabe von 8000 Stück Losen bestehen die Hauptgewinne in 12 Stück auf dem Markte angekauft m Vieh. 5032
Los 50 Pfg. 240 Treffer. Los 50 Pfg.
Der Generalvertrieb der Lose wurde dem Herrn Philipp Förster dahier übertragen Wiederverkäufer erhalten 10 Prozent Rabatt.
Nidda. Das Markt-Korrritö.
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Vergebung von Kauarbeiten.
Die zur Herstellung des alten Schloffes zu Gießen nötigen Arbeiten nebst Materiallieferungen, nämlich: Maurer-, Steinhauer-, Zimmer-, Dachdecker-, Schreiner-, Glaser-, Weißbinder- und Spenqlerarbeiten, werden hierdurch unter Hinweis auf den Ministertalerlaß vom 16. Juni 1893 zur Vergebung auf dem Submissionsweg ausgeschrieben.
Die Ausführungs - Bedingungen, Zeichnungen und Arbeitsbeschreib- ungen liegen in unserem Amtslokal zur Einsicht offen, und können letztere, mit Vordruck zu dem bezüglichen Angebots-Vermerk versehen, daselbst zum Selbstkostenpreis in Empfang genommen werden.
Angebote sind bis zum 24. August 1899, vormittags 10 Uhr, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift portofrei an uns abzugeben.
Zuschlagöfrist 5 Wochen.
Gießen, den 21. Juli 1899.
Großherzogliches Hochbauamt.
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