Ausgabe 
13.6.1899
 
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urteilt hätte, und seit dem 8. Dezember ließ Zurlinden Picquart nicht mehr aus seinen Händen. Picquart hat 10 Monate und 27 Tage, das sind 331 Tage, im Ge­fängnis gesessen. Der Kassationshof hatte angeordnet, daß alle Anklagestücke gegen Picquart, sowohl von der bürger­lichen wie von der Militärjustiz, der Anklagekammer einge­reicht werden sollten. Das Urteil der Anklagekammer ist am Freitag endlich gefällt worden. Der Wortlaut ist noch nicht bekannt, da aber Picquart in Freiheit gesetzt worden, so ist anzunehmen, daß die beiden Anklagen wegen Fälsch­ungen und des Gebrauchs von Fälschungen fallen gelassen worden sind.

Males und MsvinMes.

Gießen, den 12. Juni 1899.

* Ernennungen. Durch Entschließung Großherzoglichen Ministeriums des Innern wurden die Gerichtsaccessisten Heinrich Gebhardt zu Gießen, Otto Langrock zu Darmstadt und Dr. Victor Reitz zu Mainz zu Regierungs­assessoren ernannt. Durch Entschließung Großherzoglichen Ministeriums der Justiz wurden zu Gerichtsassessoren er­nannt die Gerichtsaccessisten: Sigmund Baruch aus Worms, Dr. Willy von Becker aus Darmstadt, Ernst Cramer aus Darmstadt, Karl Nikolaus Franz aus Mainz, Jakob Keil aus Mörlenbach, Alexander Marx aus Darmstadt, Richaro Oppenheimer aus Gießen, Dr. August Ostern aus Worms, Adolf Plagge aus Darmstadt, Franz Rech aus Worms, Hans Schneider aus Mainz, Joseph Strigler aus Mainz, Philipp Weidemann aus Mainz, Willy Milbrand aus Darmstadt.

** Die Stenographeugesellfchaft Gabelsberger feierte am Samstag ihr 2. Stiftungsfest durch einen Festakt in den Räumen des Restaurants Feidel. Der Vorsitzende er­öffnete ihn mit der Begrüßung der erschienenen Gäste und einem kernigen Trinkspruch auf Gabelsberger, indem er besonders dessen menschliche Eigenschaften, seinen lauteren Charakter, seine eminente Arbeitskraft und sein versöhnliches Wesen gegenüber seinen Widersachern betonte. Nach dem Festgesang behandelte der Schriftführer, der seinen Worten den Dank des Vorstandes für das Erscheinen der Gäste vorausschickte, die zur Geschichte der Gesellschaft wichtigsten Begebenheiten seit deren Gründung. Heiße es von einem jeden Werke, daß aller Anfang schwer ist, so gelte dies in ganz besonderer Weise von dem festgebenden Verein, denn hier wuchsen mit der Verlegung seines Wirkungskreises auf weitere Gebiete, mit der fortschreitenden gedeihlichen Ent­wickelung die Anforderungen an jedes einzelne Mitglied. So leicht habe es die Gesellschaft nicht gehabt, ihre Lehr- thätigkeit in dem Umfange zu entfalten. Umso fruchtbarer sei diese gewesen, umso geachteter die heutige Stellung des Vereins. Er beleuchtete dann in kurzen Zügen die steno­graphische Bewegung in ihren Beziehungen zur Gesellschaft und brachte auf letztere ein Hoch aus. Bei der Verteilung der im Preisschreiben des ersten diesjährigen Anfängerkursus erkämpften Auszeichnungen erhielten Ed. Rademaker den ersten, Ehr. Hüttenberger den zweiten und Fritz Luh den dritten Preis. Hieran reihten sich in stimmungsvoller Abwechselung Lieder, Konzertstücke und humoristische Vor­träge. Auch ein Toast auf den Bundesvorsitzenden fehlte nicht. Wer als Gast an dem Feste teilgenommen, der ge­wann die Ueberzeugung, daß ein ernster und zielbewußter Geist die Mitglieder der Stenographengesellschaft Gabels­berger bei Erfüllung ihrer Aufgabe beseelt, und daß dies auch in Zukunft der Fall fein wird, dafür bot die hier ge­schilderte Feier, die übrigens gestern in einem Ausflug nach Kloster Arnsburg ihren Abschluß fand, die beste Gewähr.

** Feier des 50. Geburtstages der in 1849 außerhalb Gießens geborener Gießener. Am Samstag Abend feierten dahier imSafe Ebel" die im Jahre 1849 geborenen hiesigen Einwohner, soweit solche nicht in Gießen das Licht der Welt er­blickt haben, gemeinsam ihr 50. Geburtsfest durch einen Kommers. Das von 28 Altersgenossen besuchte Fest verlief in animier- tester Weise. Herr Buchbinder Steinhäuser eröffnete den Kommers mit einer herzlichen Ansprache, indem er auf die Bedeutung der hier seit Jahren hergebrachten Feier der Zurücklegung des Lebensabschnitts eines halben Jahr­hunderts hinwies. Derselbe bedauerte, daß es sich nicht habe ermöglichen lassen, in diesem Jahre wie seither eine gemeinsame Feier aller in Gießen wohnenden 50 er zu stände zu bringen; es sei dies aus nicht weiter zu erörternden Gründen nicht möglich gewesen, und müsse man eben versuchen, ohne Teilnahme der in Gießen geborenen Mitbürger das Fest in würdiger Weise zu begehen. Selbst­verständlich beglückwünsche man auch diese zu ihrem 50. Geburtstag herzlich und wünsche ihnen wie allen 50 em das beste für ihr ferneres Leben. Das Hoch des Herrn Steinhäuser galt dem Landesherrn und stimmte die Ver­sammlung begeistert in dasselbe ein, worauf die Bauer'sche Kapelle, die den ganzen Abend durch fleißiges und exaktes Spiel verschönte, die Landeshymne:Heil Dir im Sieger­kranz" anstimmte, von welcher die Versammlung den ersten Vers stehend mitsang. Es folgte das schöne Lied:Brüder reicht die Hand zum Bunde" und ein weiteres Lied: Schier 50 Jahre bist Du alt", welches von dem Präsidenten des Kommerses für den Festtag gedichtet und nach der Melodie:Schier 30 Jahre bist Du alt" gesungen wurde. Der Schluß des Liedes lautete:

Daß wir nicht waren echt von häi. Machte man uns deutlich klar.

So feiern wir für uns ganz allein, Es konnte ja nicht anders fein, :,: Trotzdem leb' Gießen hoch!

Herr Rechtsanwalt Metz feierte darauf den Vorsitzenden Herrn Steinhäuser, welcher sich in den letzten Wochen als Organisator bewährt und sich am Festabend als vorzüglicher Präsident, Redner und Dichter vorgestellt habe, mit einem Hoch.

Herr Kaufmann Bräutigam trug sodann unter Klavier­begleitung das LiedDas Herz am Rhein" und weiter das LiedNach Gold und Ruhm sieht man die Menschen streben" vor. Letzterem Gedicht war eine eigene für das Fest verfaßte Strophe beigefügt:

Wie heißt der Mann, der keine Mühe scheute, Der uns das Fest so angenehm gemacht. Daßächt von häi" vor einer Anzahl Leute, Gab ihm den Mut und er hat's schön vollbracht, s' ist unser Freund, Steinhäuser ist sein Name, Nicht ächt von häi", doch ächt er heimbezahlt; Mög lang er leben und halten treu zur Fahn, Dann hat auch ihm ein goldener Stern gestrahlt. Ihm hat ein schöner, goldner Stern gestrahlt." Stürmischer Beifall folgte diesem mit sehr wohlklingender, sym­pathischer Stimme ausdrucksvoll vorgetragenen Gesänge. Nun wandte sich Herr Hauptlehrer Tr aber an dieRevolutions­genossen" d. h. die in der Revolutionszeit geborenen, um in zündender, humorvoller Ansprache ein Hoch denFrauen" der 50 er darzubringen, wobei die erfreuliche Thatsache konstatiert wurde, daß sich unter den 28 Teilnehmern kein Junggeselle und kein Witwer befand, daß es vielmehr sämtlichen 50 em durch ein gütiges Geschick vergönnt ist, noch ihre Frauen zu besitzen. An den Toast des Herrn Traber auf die Frauen schloß sich der Gesang des LiedesLob den Frauen" an; und ergriff hierauf Herr Traber nochmals das Wort, indem er anknüpfend an einen Antrag des Altersgenoffen Kaufmann Rosenbaum, welcher schon früher angenommen war, auch den 60. Geburtstag, soweit möglich, zusammen zu feiern, der Hoffnung Ausdruck verlieh, daß dann jeden­falls eine gemeinsame Feier aller in Gießen wohnenden 60er von Anfang an möge in Aussicht genommen und auch durchgeführt werden. Es folgten noch neben weiteren Chorgesängen mit großem Beifall aufgenommene, teils ernste, teils komische Gesangsvorträge des Herrn Photo­graphen Orth und humoristische Vorträge der Herrn Stationsassistent Meißinger, Telegraphenmeister Les- zinski und Balthasar Pfeiffer, und trennte sich die Versammlung in gehobenster Stimmung erst mit dem Morgengrauen. Von einzelnen Altersgenossen war ermittelt worden, daß der um das Gelingen des Festes sehr ver­diente VorsitzendeSteinhäuser" am 11. Juni seinen Geburtstag hatte, und überreichte deshalb sofort nach dem Glockenschlag 12 Herr Tr aber im Auftrag der sämtlichen Festteilnehmer dem Jubilar zum Andenken an die Feier und gleichzeitig als Geburtstagsgeschenk einen mit ent­sprechender Inschrift versehenen Deckelschoppen, indem er gleichzeitig nach dem Kommando des exercitium salamandri der Kriegerkameradschaft einen kräftigen Salamander auf den Jubilar reiben ließ. Herr Steinhäuser dankte, indem er nochmals allen Gießener 50ern, den hier und auswärts Geborenen, die hoffentlich alle ihr 60. Geburts­tagsfest gemeinsam feiern würden, einen kräftigen Schluck brachte. Der gestrige Sonntag nachmittag vereinigte noch­mals alle Teilnehmer mit ihren Familien zu einer Nach­feier auf der Liebigshöhe, bei welcher wieder verschiedene mit großem Beifall aufgenommene Gesangs- und sonstige Vorträge von öOern und Angehörigen derselben zum besten gegeben wurden. In der Hauptsache aber^kam die Jugend zu ihrem Recht, indem bis gegen Mitternacht flott getanzt wurde; selbstverständlich war dabei auch den öOern und ihren Frauen ein für sie allein bestimmter Tanz reserviert worden, wobei die 50er mit ihren besseren Hälften sich auch auf diesem Gebiet noch bestens bewährten. Eine von dem Altersgenossen Orth auf der Liebigshöhe zwischen 6 und 7 Uhr abends aufgenommene Photographie der 28 Fest­teilnehmer wird diesen ein dauerndes Andenken an die schöne Feier gewähren und es sei schließlich noch der Thatsache Erwähnung gethcm, daß es Herr Orth ermöglicht hatte, jedem Festteilnehmer bei dem Auseinandergehen von der Liebigshöhe bereits ein tadelloses Exemplar der Photographie, auf einer Postkarte ausgeführt, zu behändigen. Das in jeder Beziehung wohlgelungene Fest wird jedem Teilnehmer unvergeßlich bleiben, und wünschen wir, indem wir auch unsererseits den öOern herzlich gratulieren, daß es möglichst allen 1849 geborenen Gießenern, obächt" odernicht ächt von häi", die heute unter uns verweilen, vergönnt sein möge, ihren 60. Geburtstag in voller Rüstigkeit zu begehen.

** Radsport. Bei dem gestern in Bad Nauheim statt­gefundenen großen Pr eis-Blum en-Ko r fo erhielten für chönes Fahren: Bycicle-Klub Offenbach 1. Preis mit 13,44 Punkten, Radfahr-VereinGermania", Frankfurt 2. Preis mit 12,85 Punkten, Gießener Radfahrer-Verein 1885 3. Preis mit 12,74 Punkten,Wanderer", Gießener Rad- ahr-Gesellschaft 4. Preis mit 12,52 Punkten, Radfahrer- Klub Butzbach 5. Preis mit 11,72 Punkten; für schönsten Blumengruß Velociped-Klub Frankfurt 1. Preis, Radfahr­vereinVorwärts" in Hanau 2. Preis, Bycicle-Klub Wetterau", Friedberg 3. Preis, Bycicle-Klub Offenbach 4. Preis.

** Konzert. Heute Abend 8 Uhr findet im Kaiser­garten (Anton Koch) ein Konzert der hiesigen Regiments­musik statt, worauf wir auch an dieser Stelle aufmerksam machen.

** Haydns Schöpfung; Emma Hiller, Adolf Müller. Rufet lauter, Rufet lauter!" wer erinnerte sich sierbei nicht der muftergiltigen Aufführung desElias" am Ende des vergangenen Jahres durch den akademischen Gesangverein unter Leitung seines über alles trefflichen Dirigenten? Wir haben damals Stimmen aus der Nähe und aus der Ferne, denen es vergönnt war, Teil zu nehmen, vernommen, die alle einig darin waren, daß auch an Pflege- tätten der Musik, wie Leipzig und anderwärts wohl mehr, mächtig-reS nicht aber feineres, trefflicher ausgeführtes ge­boten werden kann, als mit feiner Eliasaufführung der akademische Gesangverein geleistet hat. Wieder rüstet sich )er Verein, seiner Vaterstadt, seiner Universität ein großes Werk zu bieten, Haydns Schöpfung. Er hat, nachdem am

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19. Februar I. Js. unter Beteiligung der wei,^ ~ Gießens fein 80 jähriges Stiftungsfest durch" ein ltches Konzert gefeiert worden ist, fein Bestes daran auch hier wieder in Ehren zu bestehen, nut gutes i.L zugliches zu leisten, und daß dem so sein werd/ m bürgt uns die Hingabe die die bei der Aufführung Mitglieder allezeitunfetm" Stauimm 6ntgeoen "Haydns Schöpfung" bietet eine Fülle ästhetische/G^ erhabene und naive, dramatisch ernste und herrliche [h,- Teile ziehen in reichem Wechsel an uns vorüber R-, , Naivität der Vorstellung behauptet die (Martin/ Schopfungsgedankens überall ihr Feld. Die Erdals des göttlichen Geistes, Demut, Bescheidenheit, Dankba? Freuden des Menschen an allem was Gott schuf rleu ein unvergängliches Thema aller Welten, aller Zeiten i hierin hat Heydn geschaffen ein Werk, dem man w anderes zur Seite stellen kann, das aber von nichts t übertroffen wird. Stücke, wieRun beut die . frische Grün",In holder Anmut stehen mit jungem c! geschmückt" (Terzett),Run scheint in vollem @iflnu7 Himmel",Vor Deiner Gut'", ja man möchte sie alle - nennen, sie muß man gehört haben, will man nicht unbtb mit dem Besten aller Zeiten bleiben. Chöre, wie an die Saiten",Vollendet ist das große Werk".

dem Herrn",Die Himmel erzählen," dem Ku2 schlägt hoch das Herz, wenn er sie nur nennen hört ! hat sich der akademische Gesangverein eine Aufgabe q< die Wiederhall in allen Kreisen finden muß, und wir k 'n es nur bedauern, daß wir den Saalbau noch vermisse es künftigen Geschlechtern ermöglichen wird, um ein qerir Scherflein auch den Geringsten an solchen GenMev r nehmen zu lassen. Aber nur ein volles Haus kann er.^i daß Gießens Bildung reif füö solchen Saalbm, ist ( akademische Gesangverein, der nicht nur eine mShf Liebe feiner Aufgabe zubringt, sondern diesmal auch > pekuniäre Risiko ganz allein trägt, glaubte eine M», Schöpfungsaufführnng nur mit allerersten Solistti um!' nehmen zu dürfen. Die Sopranpartieen desGM/" derEva" sind mit die größten und schönH dkl Musiklitteratur und sie gehören zu den schönsten unHtfu Rollen einer Emma Hiller. Sie erfordern ab« auch tvr- Engels-Stimme und eine Kunst, wie sie nut MuM zu geben vermögen, und zu diesen gehört 6na fyh Die Baßpartie, neben der wir aber den Tenor bei Ht -j. nicht in Schatten stellen möchten, ist über alles erhaben. r_: der Verein hat in Adolf Müller einen unüberttefili Sänger für sie gefunden. Wer möchte sich bitfti (?m> den das Zusammenwirken eines solchen Chors unb |jity Solisten beut, entgehen lasten? Das Konzert finbtt bekannt Mittwoch nachmittag 5 Uhr statt und wir benti.be jeden der solchen Genusses teilhaftig wird.

** Schützenfest. Wir lesen in auswärtigen Zeilm über unser bevorstehendes Schützenfest:Das 17.Brck.it schießen des Badischen Landesschützen-Vereins, des Wlzisi' und Mittelrheinischen Schützenbundes soll in den 2c- vom 2. bis 8. Juli in den Mauern der alten Musen p Gießen gefeiert werden, und Seine Königliche Hohen l Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein V die Gnade gehabt, das Protektorat über das Fest zu n:=: nehmen, damit bekundend, welches hohe Jntereste er bwc festlichen Veranstaltung, aber auch welche landesväterlü Huld er der getreuen Provinzialhauptstadt Gießen entgeh bringt. Gießen feiert zum erftenmale dieses große Schutzu fest, aber als Feststadt hat es sich weit und breit begrünbei; Ruhm schon früher erworben; denn jeber leiintbmtr großen Mittelrheinischen Turnfeste, der lanbivirtWlid«- und vielen anderen festlichen Veranstaltungen wirb sich in seinen Mauern verlebten Stunden gerne erinnern. - Auch in diesem Jahre haben die hohen staatlichen ul städtischen Behörden im Vereine mit der gesamten Büro: schäft gewetteifert, einen schönen Rahmen für das lommer. Verbandsschießen zu schaffen. Herrlich liegt der Festp-! auf demTrieb", mit seiner Festhalle und sonstigen vrs Bauten fast eine kleine Stadt bedeutend, hoch über Gies" und der Blick schweift lahnauf und -ab zu den alten Ri £ bürgen, deren tausendjährige sagenumwobene Geschichte:; Stadt einen reizvollen Hintergrund verleiht. Unsere G" aus Baden, aus der Pfalz, und von den rebenumgtärr s Hügeln des Rheins werden sicherlich den Ausflug nüd>r: im ganzen Verbände nördlichst gelegenen Feststadt nich 3 bereuen haben. Einer herzlichen gastfreundlichen Ausna.^ eines wohl vorbereiteten Festes dürfen sie versichert n und die Stadt mit ihrer schönen Umgebung, mit ihrerm quemen wohlrenommierten Gasthäusern, wird ihnen V für einige Tage frohe Festesstunden bereiten. An der gnp Verkehrsader Basel-Hamburg gelegen, und den Knotens zahlreicher Eisenbahnen bildend, ist Gießen auch^ fernsten Zugehörigen des Schützen-Verbandes in werr Stunden durch bequeme Schnellzüge erreichbar, und so - sich die alte Musen- und Feststadt wohl der frohen Hoss hingeben, ihren Eifer, eine schöne Feier in den Tagen < 2. bis 8. Juli auf den Weg zu bringen, belohnt zu s durch den Einzug zahlreicher Scharen froher Gäste in r geschmückten, bekränzten Mauern."

Polizeibericht v. 10. d. Mts. Heute mittag § 1 Uhr hatte eine Bauersfrau aus Mendorf a. L. das - glück, daß sie in einem hiesigen Metzgerladen am M platz ausglitt, hinfiel und ein Bein brach. Dieselbe in die Klinik gebracht. Heute nachmittag gegen / entstand durch Auswerfen von Funken aus einer £ocom * am Bahndamm am Oswaldsgartcn Feuer, waches ' das dürre Gras reiche Nahrung fand. Durch Arbeiter konnte der Brand alsbald gelöscht werden. dies seit kurzem der zwefte Fall. Heute abend 9V2 Uhr entstand in einem Hause der Wetzstelngass . Kaminbrand, welcher glücklicherweise rechtzelttg o und gelöscht wurde.