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Donnerstag den 13. April
Zweites Blatt
Hamburgs Zollanschlutz uud seine
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im schnellsten Tempo vermehrt werden, um
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die Triebkräfte vom Ganzen in's Einzelne und wieder
c!Ü2 Expansion des Geschäftsumfangs statt, die als in der
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Rmrtion, Expedition und Druckerei:
SchulSraß« Nr. 7.
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Fernsprecher Nr. 51.
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Geschichte des Handels in einem so^ kurzen Zeltraum^ber, spiellos bezeichnet werden muß. 2.: ''
nahm einen gewaltigen Aufschwung auf allen 'Gebieten Mit Ausnahme des Unglücksjahres 1892, m r- /m ’*V die Cholera und ihre Begleiterscheinungen em kleiner Rück- schlag eintrat, ist dieser Aufschwung ein “•**•-*-
Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hesstsche Landwirt, Dlütter für b esst sch e DolKsKunde.
Schiffen, während 1888 nur i
auf 10 467 Schiffen flußaufwärts gingen. ganäen betrug di- Einfuhr im Jahre 1897 !°°wärts so st 81 Mtllwn-n Doppelcentner Waren im Werte von mehr als 1»/, Milliarden Marl, vom Jnlande mit der Eisenbahn und ans der Elbe
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dt Gießener
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Feuilleton.
Huellensinder und Wafferzauber.
Von Dr. Kurt Rudolf Kreusner.
(Nachdruck verboten.)
Bor wenigen Wochen wurde in einem äußerst lesens- msteit Buche der Nachweis geliefert, daß die Nutzbar - nchung der vielgeschmähten südwestafrikanischen Kolonie D^'chlands im wesentlichen eine Frage der künstlichen Wässerung durch Staubecken und Erbohrung unterirdischer Wsrrvorräte sei. Was von dem'fernen Lande im schwarzen gtftctl gilt, trifft auch bei manchem Stücke heimischen Bodens ijl welches bedeutend im Werte steigen würde, wenn Quellen biehner nächsten Nähe zur Verfügung ständen. Sandiger Weit, in welchem des Himmels belebendes Naß sofort fast «lzmützt in die Tiefe sickert, giebt es in der Mark, in M«erschlesien, Posen, im Hannöverschen und an vielen amen Orten genug, und in den Gebirgen, namentlich dort, m d'ie Kalkformation vorherrscht, wie an vielen Stellen der Li-meichischen Alpenländer, leiden viele Dörfer allsommerlich uaien dem Mangel an Quellwasser, welches durch den uu- «,-iitllichen Inhalt der größten Cisterne nicht vollwertig W'itzn werden kann. Insofern also die Auffindung guten !kstljrrs oft eine Lebensfrage für manche Siedelungen ift, Ikrtttt die Quellenkunde ein allgemeines Jnterefie, und m X Achat hat man seit den ältesten Zeiten diejenigen Leute, ~*l$e in dem Rufe standen, tüchtige Quellenfinder zu Jem, geehrt, und zu ihnen, je nachdem sie ihre Thätigkeit
Schlangenstab des Hermes, mit welchem derselbe den Seelen der Abgeschiedenen auf dem Wege zum Hades voranschretter, im engsten Zusammenhänge mit der Zauberkräften virgula divina, welche auch der Gott des heidnischen Deutschtums, Wuotan, der Gott des Wunsches, als Symbol m der Hand trägt. Daß er den Weg zu unterirdischen Quellen weist, ist nur eine der vielen ihm zugeschriebenen wunderbaren Eigenschaften, denn er zeigt auch an, wo sich edle Metall- erze im Gestein befinden oder Schätze vergraben sind.
Unter den Bergleuten des Mittelalters bildete sich das Quellen- und Schatzsuchen sogar zu einer besonderen Wissenschaft aus, und diese sogenannten Rutengänger (Rhabdo- manten), die von Mansfeld, Freiberg, Goldberg t. Schl, und noch manchen anderen Orten Deutschlands durch dre Gauen zogen, hielten namentlich den in der Johannisnacht unter besonderen Zeremonien und Ansprachen geschnittenen gabcligen Haselnußzweig für besonders geeignet, um demjenigen, der die dünnen Gabelenden mit beiden Händen festgeschlossen vor der Brust hielt, sodaß das dickere Wurzelende nach vorn und in die Höhe wies, durch seine Schwankungen den Ort anzuzeigen, wo sich die gesuchten Gegenstände befinden sollten. , ,
Noch im Anfang dieses Jahrhunderts haben sich gelehrte Gesellschaften allen Ernstes damit befaßt, die physikalische« Ursachen zu ergründen, deretwegen die Wünschelrute m der Nähe von unterirdischen Wasseransammlungen m Schimng- ungen geriete. Nachdem aber der Stab und bte Rute gegenüber der fortschreitenden Erkenntnis als gar zu rud.- mentäre Werkzeuge erschienen, erfand man den bipolaren
mit magischen Zeremonien umgaben, oder offen und ehrlich ohne bombastische Bräuche ausübten, mit scheuer Bewunderung oder voll Dankbarkeit ausgeblickt.
Wenn wir den Ursprüngen der Quellenfindung nachspüren wollen, so müssen wir uns nach dem sonnendurchglühten Orient wenden, wo m den wasserarmen Gegenden Arabiens und des iranischen Hochplateaus von den Quellen das Wohl und Wehe der nomadisierenden Stämme samt ihrem einzigen Reichtum, ihren Heerden, av- bängt An der Spitze der Quellenfinderzunft marschiert kein geringerer als Moses, der mit seinem Zauber stabe aus dem Felsen in Horeb auf Geheiß Gottes des Herrn Wasser sprudeln läßt, und in den Religtonsbuchern der Perser und den arabischen Märchen aus muhamedam cher Zett spielt die Auffindung von Quellen durch magische Künste eine große^Rollko bcr Quellensucher bis in die Gegen
wart hinein bedient sich, soweit es nicht Geologen von Beruf sind, die sich natürlich lieber auf ihre Instrumente verlassen, zum Zwecke der Auffindung unterirdischer Wasseradern der Wünschelrute, und zwar entweder in Gestalt emes Zwerges des Haselnußstrauches, oder des gabeligen Zweiges der Mistel, welchem schon in der Aeneide die Fähigkeit ju- qesprochen wird, die Pforten der Unterwelt zu offnen. Wo ?s aber die Wünschelrute nicht thut, da ist es der Zauberstab der Götter und Magier, der die Riegel hebt, und so steht der Aeskulapstab auf den Achselstücken der deutschen Sanitätsoffiziere, den das Volk mit grimmigem Humor als Blutegel deutet, der aber nichts anderes ist, als der
Umfanget ^se Entwickelung auch ihren Einfluß auf alle Gebiete des hamburgischen Gemeinwesens aus. Die Anforderungen an die Leistungen de» Staates haben sich gewaltig erhöht, und die Staatsleitung ist klarer Erkenntnis der Thatsache, daß es sich um einen Wendepunkt
Wirkungen.
Unbemerkt beinahe ist die zehnjährige Wiederkehr des rvihrcsl ages eines EreigniffeS vorübergegangen, das vei seam «Geschehen und noch mehr in feiner Vorgeschichte am»je8 Aussehen erregt hatte. Und doch verdient dieser iAeSrnkiag wegen seiner Bedeutung für unser Wirtschafts- ncj cher ^e^eNachtuna^als ^manch anderer Tag in I gewachsen'zu bleiben. Ist die Zahl der Segler l^i iiinler inbiläenreichen Zeit.* Wir meinen die Vollendung I gleich geblieben (288 am 1. Januar 1888, 296 am Iah -
klsi en Dezenniums, seit welchem die größte Handelsstadt I anfang 1899), so hat sich ihre Ladefähigkeit $ nSt ni”^utftblanbs, sondern des europäischen Kontinents, 143345 auf 218194 netto Tons Reg erweiter^ Noch k^ un Hansestadt Hamburg, auch wirtschaftlich, eine ganz andere Sprache reden ie Ziffern ber^* W und zollpoMsch bem D-utsch-nR-ich-as mte. | flotte Hamburgs; sie .st^von 211 Sch,ff-n^m^ 219401 •.7rietenber, wesensgleicher Bestandteil angehört. Man wird Römern, daß der Zollanschluß Hamburgs Nicht ohne
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von 955 Millionen Mark betragen hatte. Die Ausfuhr aber belief sich seewärts auf rund 37 Millionen Doppelcentner mit 1435 Millionen Mark Wert gegen 1021 im Jahre 1888 und nach dem Inlands auf 42V, Millionen Doppelcentner im Werte von 1258 Millionen gegen 881 Millionen zehn Jahre vorher.
Das sind gewaltige Ziffern, die eine beredte Sprache führen' Sie wird noch eindringlicher, wenn wir emen Blick auf bie Umsatz- ,m Bankgeschäft ™rfen bie bei bcn fünf . vu^ —— di-'Kräft-unb Safte 'b-s °inz°ln°n Ns-S-ksLArLUr ,lcuc ------------ ------------------- £ , W-chselstemp-lst-u-r br.ngt Hamburg 12 /- Prozent (Berlm 'siaate. ^Politisch wie wirtschaftlich strüm-n
in b-r-n B-sriebigung b-willigt werben. sand [ ^/.) ^ aegritabOTg des Deutschen Reiches - | 1 - ' - ‘ .........
i !»mnö.chtigen Pression gefügt hat. Die Anhänglichkeit an a :'1( Gewohnheiten, die Furcht vor dem Schritt ins Un- b e, partikularistische Neigungen und Abneigungen nuteten in der Mehrheit der Bevölkerung vor. Die Gründe biet kimsichtigeren und weitsichtigeren Minderheit bekehrten jmht nicht, und nur seufzend fügte man sich. Allerdings als c int vollendete Thatsache vorlag, hat Hamburg mit be- mninbc: ndtoerter Thatkrafl und unvergleichlichem Geschick die g^elgtnmgcn gezogen. Und was sind nun die Ergebnisse dx- il°llanschlusses für Hamburg? Eimge Angaben, die tdä in der ..Hamburger Börsenhalle" finden, mögen Jne Mmlivort auf diese Frage geben.
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ültof. Der Umfang b°sb°mn°u°n °rb°rung°u Mar^wahre.ch si^^h^ ^5 Millionen
^e'V-nz-'n'bes Frfthas-ng-biets in b'er | unb vom Inland- 30>/, Millionen D°PP°le°n.n.r >m Werte
äiuijerftten, gesetzlich zulässigen Weise ausgedehnt werden ni|6|cm. Während man beim Zollanschluß annahm, daß
nm für absehbare Zeit hinsichtlich der Begrenzung des
7fcha.sens, der Menge und Ausdehnung der Hafen und d iv L peicherräume vorgesorgt sei, hat die Wirklichkeit alle t W Voranschläge bei weitem übertroffen. Es mußten Mit , e6trr Beschleunigung neue Häfen angelegt werden, und k 't: nkeuerdings sind wieder großartige Arbeiten dieser Art liMk»ssen worden und in der Ausführung begrlfsem Die Daiflretfen genügten dem rapide zunehmenden
i jwkbc schon nach wenigen Jahren nicht mehr, ebenso fehlte ■ä an Speichern und Lagerschuppen. In jedem Jahre fast t mtm neue Verkehrsbedürfniffe hervor und mußten wettere
Gießmer Anzeiger
d>cncral-^{n^cigcr
A,nts- unb Anzeigsblatt für d«n Arei» Giefzen
ra'unb ihr- B-gl-it°rsch-mung-u °.n°tL RüL
st-u T-Mpo v-7m-hr. w-rb-u um b-m S--V°rk°hr H°nd°'s.h°^k°.^g°^nn-N hat.-n^^y ^^Zollauschluß.
bl°ib°n. Ist d'° Zahl d-r S-g^-r °u4 s ! M 1 ’^crbinbung zwischen b-n Hans-stäbtcn
L" unb b°m'Reiche u Weg- brachte, war b.es m st-.genbem
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i aus, während vor zehn lässige und erfolgreiche Arbeit an diesein Jahren nur 7524 Schisie mit 4i/8 ^illionen Tons dort I !^^hn Jahren^bis^auf 667 936 gestiegen — natürlich un- verkehrten. Zu berücksichtigen ist aber noch der gew g 5 b I d 'Gebiete liegenden, aber Mit Ham-
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Schiffen, während 1888 nur 12 /. Millionen Doppel er y^sicy Einkommen zur Steuer herangezoge^
1896 aber schon 441 >/4 und seitdem ist der Betrag noch erheblich gewachsen. Der Postverkehr, bte Trambahn- ftequenz ,c. weisen ebenfalls eine Steigerung .von 60, 80 ja 100 Prozent auf. Die in Hamburg bodenständige Industrie ist enorm gewachsen. Kurz, auf allen^©eheten be« wirtschaftlichen Lebens ein erstaunlicher Aufschwung! Unb natürlich bleibt die Wirkung dieser Blüte nicht auf das Weichbild des Stadt-Staates beschränkt, sondern strahlt nach allen Seiten aus, wie andererseits das Reich immer neue Anregungen, Impulse und belebende Kräfte aus allen Teilen nach Hamburg sendet.
Man wird dieser glänzenden Entwickelung auch auß^- halb Hamburgs aufmerksames Interesse zuwenden. Nicht blos weil die Hansestadt das größte Thor Deutschlands zum Weltmarkt ist. Nein auch weil der Zollanschluß Hamburgs unwiderleglich beweist, wie der Anschluß an einen v _ . _ „ c •. w-un. ..v.k tt-n no& »in iPlrtPTt
netto Tons Reg. auf 392 mit 548 992 Tons gestiegen -
•itüi tiinnern van Der Kouanicuiup uuuiuuig» vy.»v . ein ganz beispielloses Wachstum. DieHam nrg- nievi
sSipfl sich "vollzogen hat, baß namentlich in bei Ekbestabt I Linie ist bie größte Dampfergefellfchaft der^Welt. >eZh | ^"^^"G^chich^HUburgS handele, diesen Anforderungen
,-W i!i Kanfmannskreifen bas stärkste Wiberstreben gegen der anzekommenen unb abgegangtnen Skeschtss-, also je^s Zögern entgegengekomm-n. Di- Einwohn-rschaft
d.r» Plein b-stanb-n, unb daß man S'R-g L ’ ’ '9 ' ' ’ "" UMb’
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