-xMZ
g?“ *1 tzie Erwagu^^, 'ALL
Wt M w
!*n watete 9tebner 8 e|ntraten.
" «Hätten fii
"k^^Sierter Ä-^ anate *ut ^le kaminer-
^erhazys ertlärt im J 7- dS. zuin e- I.ur unrichtig.
jtint
n Beurteiler der st einmütig der de Beaurepaires Buchung ist, die rächt hat. Man Erkenntnis ver- dir Schuld oder Republik eröffnet rrchsägt er nach, 'del. Das Lei' 1 das Vertrauen r zwiegestaltete i des Staates, ührer aber ist, sich dahin, der ar der Rücktritt dessre und sein s Eingeständnis, luen des Landes liniing also von sah, da sich die en Dreyfus und , flüchtete sie in ie Revision des anverttaut. So as Ansehen des lbst die Militär- und die von der wurtt sich nur chvs heranwagtc. erlauf die Unter- )ten sich die jour- ie Mitglieder der it denen Drumont len, wie Verräter, ffen audj für sie 1 hinderte i* rs Ausland nch, ateilMt dieser gerungen stützen, itauimer desselben 1 einem Manne, bei alangerprozesie als ar es Vorbehalten, c>n jedem andern nit einem Richter,' W-l-ftsjud-' gwb a*M itantaii, »>>-
icr Seit Su machen. «®*b “2.1 ■w» i\ rt er*: * >fiali0”89tTÄ‘ *is" weiß n"tzu
fc*1,8g„i?b6«,i beim » grf .
„ b°ß ‘ "U«««1
Ä-s°°-F-x'
Huldigung ihrer achtungsvollen Sympathie darzubringen." Die Leidenschaften, die der Dreysushandel entfesselt hat, haben das Land derart aufgewühlt, daß Beaurepaires Beispiel eine große Zahl der Schwankenden mit sich reißen wird. Denn für sie wird der Eindruck, den eines der hervorragendsten Mitglieder des Kassationshofes aus den Verhandlungen gewonnen hat, auch wenn er keine stichhaltigen Beweise anführen kann, maßgebend fein. K. Z.
Amerika. Noch harren die allerwichtigsten Fragen amerikanischer Politik ihrer demnächstigen, wenigstens vorläufigen Erledigung und schon beginnen die Führer der republikanischen und der demokratischen Partei ihre Vorbereitungen für den nächstjährigen Präsidentschafts- Wahl feldzug. Nach den jetzigen Anzeichen zu urteilen, werden Ausdehnungspolitik, Vermehrung der Armee und Marine und Goldwährung die Hauptpunkte des Programms der Republikaner bilden. Als republikanische Präsidentschafts- Kandidaten werden Mac Kinley und Oberst Roosevelt, der jetzige Gouverneur des Staates New-Jork, genannt. Die Demokraten sind in zwei Lager gespalten. Zwei Demokraten- führer, der „Boß" von Tammany-Hall, Crooker, und der letztmalige Präsidentschaftskandidat, Bryan, haben Erklärungen abgegeben, welche den künftigen Kampf um die Präsidentschaft ohne Zweifel lebhaft beeinflussen werden. Bryans Fraktion ist für freie Silberprägung und gegen Ausdehnung und Vermehrung der Wehrkraft. Ihr Führer äußert sich darüber: „Ein unbezwingliches Verlangen, zu stehlen, wird Kleptomanie genannt, und der Kranke wird in ein Asyl geschickt. Wenn die Landgier unbezwinglich wird, sagt man uns, daß die Strömung der Bestimmung der Vereinigten Staaten durch das Herz des Volkes geht und die Amerikaner offenbar eine neue Mission beginnen. Man sollte sich schämen vor solcher Lobpreisung des Diebstahls! Haben wir ein neues Gebot gegeben: Du sollst nicht stehlen in kleinem Maßstabe?" Der andere Teil der demokratischen Partei ist gegen freie Silberprägung und für Ausdehnung. Neuerdings hat sich auch „Boß" Crooker, der Führer der Tammany-Hall, zu dieser letzteren Ansicht bekehrt. Er sagt in einer Erklärung: „Unser Volk will das durch den Krieg erworbene Eigentum beschützt wissen. Es will für ein stehendes Heer, eine mächtige Marine und die Beschützung unserer Flagge in der ganzen Welt zahlen, was es auch immer kosten mag. Unser Volk ist willig gewesen, Blut zu opfern für die Ehre unseres Landes. Kommt die Frage zur Entscheidung, so wird es sich wie ein Mann erheben und Gebietserweiterung als heiliges Bürgerrecht fordern." Crookers Standpunkt wird sicherlich auf eine Anzahl Blätter, die denjenigen Teil der demokratischen Partei vertritt, welche Admiral Dewey als Präsidentschaftskandidaten verschlägt, einen anspornenden Einfluß ausüben. Vielfach geht die Ansicht dahin, daß, wenn die Volkstümlichkeit Deweys anhält, er im Fall seiner Aufstellung jeden Kandidaten der republikanischen Partei siegreich aus dem Feld schlagen würde. Andere Demokraten dagegen meinen, daß ihr ohnehin schon genügend fraglicher Erfolg bei der nächsten Präsidentenwahl beim Auftreten zweier Bewerber ihrer Partei, dieser vollends alle Aussichten auf Sieg rauben werde. T. R.
Lokales und Provinzielles.
Gießen, den 12. Januar 1899.
* Theaterverein. Die gestrige Vorstellung der „Stützen ber Gesellschaft" fand bei fast völlig ausverkauftem Hause statt. Die Ursache des so außerordentlich regen Jntereffes, welches man dieser Vorstellung entgegenbrachte, lag wohl teilweise in dem Stücke selbst, zum größten Teile aber in der Person des Gastes, unseres engsten Landsmannes, des Herrn Carl Peppler. Die Befriedigung, diesen gottbegnadeten Künstler gesehen zu haben, äußerte sich denn auch am Schluffe der Vorstellung in der allgemeinsten Weise, so daß man annehmen darf, sein zweites Gastspiel am Freitag, wo dem Künstler als „König Lear" ja bei weitem mehr Gelegenheit geboten ist, sein Können zu zeigen, werde ein nicht minder volles, wenn nicht überfülltes Haus finden. Eine ausführliche Kritik lassen wir morgen abend folgen, bemerken aber schon heute, daß auch das Personal unseres Stadttheaters gestern geradezu Musterleistungen bot.
•• Stadttheater. Carl Peppler vom Hoftheater in Hannover tritt Freitag hier zum letzten Male als „König Lear" auf. In dieser Vorstellung werden auch zwei von der Direktion für die nächste Saison in Aussicht genommene Kräfte, Herr Alfred Bernau vom Krefelder Stadttheater und Herr Josef Cammer vom Stadttheater in Hanau, debütieren.
'* Lahuthal Sängerbund. Zehn Mitgliedern des Lahnthal-Sängerbundes wurde eine schöne und eigenartige Weihnachtsfrende zu teil, indem sie in Ausführung des auf dem Sängertag am 11. Juli 1898 zu Marburg gefaßten Beschlusses ein Anerkennungs-Diplom für 25jährige ununterbrochene aktive Zugehörigkeit zu genanntem Sängerbünde erhielten. Es betraf dies die Herren Wagnermeister Peter Ritter-Wetzlar, Schuhmachermeister Georg Bruchmeier- Wetzlar, Drehermeister Heinrich Roth-Grünberg, Kaufmann Ferdinand Schott-Grünberg, Küfermeister Georg Müller- Grünberg, Stadtdiener Heinrich Wols-Grünberg, Heinrich Hornfeck-Gießen, Georg Atzbach-Gießen, Bernhard Grüninger-Butzbach und Schuhmachermeister Jakob König- Marbach. Herr Ritter-Wetzlar ist schon seil 1863 Mitglied des Bundes. Die Diplome waren, wie die „Oberh. Ztg." meldet, vom Vertreter des Lahnthal-Sängerbundes, Herrn Schneider-Marburg, ausgefertigt und durch diesen den genannten Herren zugestellt worden.
-o- Lahnthal Zither Bund. Nach verschiedenen Beratungen von Delegierten des Lahnthal-Zither-Bundes mit solchen der Zithervereine aus dem Mainthale bezüglich Erweiterung des Lahnthalbundes nach dem Maingebiet, tagte am Sonntag
dem 8. Januar in Frankfurt a. M. die konstituierende Ber- ammlung eines Main-Lahnthal-Zitherbundes. Vertreten waren die Vereine aus Frankfurt a. M., Bockenreim, Oberrad, Aschaffenburg, Gießen, Marburg re. rc. Die zahlreich Erschienenen nahmen die von einer Kommission auf Grund der Lahnthal-Bundesftatuten ausgearbeiteten neuen Statuten mit einigen kleinen Abänderungen an, worauf man zur Vorstandswahl schritt. Zum ersten Vor- itzenden wurde L. Metzker-Bockenheim, zum ersten Dirigenten Ad. Arnold-Gießen und zum ersten Schriftführer E. Schmidt - Bockenheim gewählt. Das diesjährige Bundesfest finket im Herbst in Bockenheim statt. Der seitherige Lahnthal-Zither-Bund hat nun durch seine Erweiterung zum Main-Lahnthal-Zither-Bund eine vier- bis fünfmal o große Spielerzahl wie früher, und steht in künstlerischer Beziehung das Günstigste zu erwarten.
- Billiges Fleisch. Heute morgen wurden zirka 60 Schweine aus Oldenburg eingeführt. Die Fleischqualität ist vorzüglich, da Kunst- und Maisfütterung in Oldenburg keine Anwendung findet.
♦* Erledigte Stellen im Bezirk des 11. Armeekorps. Kassel, önigl. Eisenbahndirektion, Kassendiener, 1000—1500 Mk. Gehalt und der tarifmäßige Wohnungsgeldzuschuß. — Kgl. Eisenbahndirektion in Frankfurt, 50 Anwärter für den Bahnwärter- und Weichenstellerdienst, 700 Mk. Jahresgehalt und der tarifmäßige Wohnungsgeldzufchuß oder Dienstwohnung. — Frankfurt, städtisches Tiefbauamt, zwei Hilfskanzlisten, je 3 Mk. 30 Pfg. für jeden Arbeitstag. — Höchst a. M., Magistrat, Portier des städtischen Schlacht- wfes, 1200 Mk. jährlich. — Im kaiserl. Ober-Postdirektionsbezirk Dortmund, Landbriefträger, 700 Mk. Anfangsgehalt und der gesetzliche Wohnungsgeldzuschuß. — Wetzlar, Bürgermeisteramt, Steuersekretär und 2. städtischer Beamter, 1200 Mk. Gehalt jährlich.
Grünberg, 11. Januar. Am Marktage, 7. Januar, wurden auf dem hiesigen Frucht markte folgende Fruchtarten 2C. zu den beigesetzten Durchschnittspreisen verkauft: 36 Doppel-Center (ä 100 Kg.) Weizen zu 16,50 Mk., 6 Doppel-Centner Korn zu 14,10 Mk., 24 Doppel-Centner Hafer zu 13,58 Mk., 1 Doppel-Centner Erbsen zu 17 Mk.
Oppenheim, 10. Januar. Gestern abend gegen 8 Uhr am der Maurermeister Peter Haun von Ginsheim mit einem Begleiter von Nierstein hier an den Rhein, um überzufahren. Während der Gefährte nach der Brückengelderhebung ging, begab sich Haun nach der Landebrücke, über- tieg dort die — allerdings kaum 80 Zentimeter hohe — BarriSre und ging vorwärts, bis er mit einem Hilferuf in den Rhein fiel und trotz sofortiger Hilfeleistung ertrank. Die Brücke befand sich zur Zeit des Unfalles auf der rechten Rheinseite, was im Nebel nicht bemerkbar war. Der Ertrunkene war 53 Jahre alt und hatte den deutsch-französischen Feldzug mitgemacht.
Worms, 10. Januar' Infolge leichtsinnigen Umgehens mit einem kleinen Taschen-Teschin wurde gestern Abend die Ehefrau eines hiesigen Heizers verletzt. Ein junger Schreibgehilfe spielte mit der Schußwaffe, dabei entlud sich dieselbe, und die Kugel drang der Frau in den Unterleib. Die Verletzte mußte alsbald ins Krankenhaus ausgenommen werden. Gegen den leichtsinnigen Schützen wurde Anzeige erhoben. ___
Aus der Zeit für die Zeit.
Vor 340 Jahren, am 18. Januar 1559, starb auf Wüsten- selb bei Oldesloe Menno Simonis, der Stifter der ^Mennonitin". Aus feinem Fundamentbuch von dem rechten christlichen Glauben erfährt man das Ziel seiner Bestrebungen. Die Mennoniten verwerfen Eid, Krieg, Prozeß, Ehescheidung, halten strenge Kirchenzucht, gute Kindererziehung und tadellosen Wandel; sie verteilen sich auf Holland, Deutschland, die Schweiz, Großbritannien, Rußland und Amerika. Simonis wurde im Jahre 1492 zu Witmarsum in Friesland geboren.
Vermischtest
* Frankfurt a. M., 10. Januar. Das Einheitsdenkmal, das zur Erinnerung an die Jahre 1813 bis 1864 vor der Paulskirche aufgestellt werden soll, beschäftigte heute die Stadtverordneten wieder mehrere Stunden lang. Wie s. Z. mitgetheilt, hatten die Preisrichter den Entwurf „Phönix" von Hessemer und Kaufmann in München zur Ausführung empfohlen. Dem entsprechend beantragte nun der aus Stadtverordneten und Stadträten bestehende Denkmalsausschuß, die Stadtverordnetenversammlung wolle ihn ermächtigen, mit den beiden Künstlern in wettere Verhand- lunaen über die Ausführung ihres Entwurfs einzutreten, und als erste Baurate 62000 Mk. bewilligen. Für das ganze Denkmal sind 150000 Mk. als Höchstbetrag in Aussicht genommen. Es wurde bereits erwähnt, daß eigentlich keiner der ein- qesandten Entwürfe die Beschauer voll befriedigt hat, teils wegen der Schwierigkeit des darzustellenden Gedankens, teils wegen der räumlichen Beschränktheit des Paulsplatzes, für den der Obelisk ein ziemliches Verkehrshindernis bilden wird. Die Vorlage stieß denn auch in der Stadtverordnetenversammlung auf lebhaften Widerspruch, und schließlich wurde unter Ablehnung des Magistratsantrages mit überwiegender Mehrheit beschlossen, zunächst ein Gipsmodell des Entwurfs in natürlicher Größe anfertigen zu lassen, um dessen Wirkung auf dem Paulsplatze zu erproben.
* Nach Meldungen aus Berlin hat sich da« Befinden des Professors Otto Harnack in der Nervenheilanstalt täglich gebeffert, sodaß seine völlige Genesung nächster Tage zu er warten ist. Er schrieb auch aus seinem jetzigen Aufenhaltrort bereits mehrere völlig klare Briefe, insbesondere an seine Angehörigen und an die Technische Hochschule. Nach Ansicht des Nervenarztes hat der Professor die ganze Reife in einer durch Nervenüberanstrengung verursachten Willenlosigkeit ausgeführt und dabei eine schwere Krisis glücklich überstanden.
Gottesdienst in der Synagoge.
Samstag den 14. Januar 1899.
Borabend 4« Uhr, Morgens 9 Uhr, Nachmittags 8 Uhr Schristerklärurrg, Sabbathausgang 5* Uhr.
Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast.
Sabbathfeier am 14. Januar 1899.
Freitag Abend 4« Uhr, SamStaa Vormittag 8“ Uhr, Nachmittag 3 Uyr, Sabbathausgang 6*° Uhr.
Nachmittag 2so Uhr SchrifterNLrrmg in der Synagoge.
Wockengottesdienst Morgens 7 Uhr, Abends 4« Uhr.
UrrKehr, Land- und Volkswirtschaft.
11. Januar. Frachtmarkt. Not-er Metz« A 14,13, weißer Weizen A 00.00, Äotn A 11.15, Gerste A 9 39, Hafer A 7 07._________________________________________________
Neueste Meldungen.
Depeschen des Bureau „Herold".
Berlin, 12. Januar. Gegenüber einer anders lautenden Meldung können die „Berl. Neuest. Nachr." versichern, daß in der Lippe'scheu Angelegenheit bei dem definitiven Beschluß des Bundesrates Bayern in der That mit >en bereits früher genannten vier Kleinstaaten gegen den Beschluß gestimmt hat.
Berlin, 12. Januar. Dem „Berliner Tageblatt" zufolge haben mehrere dänische Firmen mit Petersburger Leder- waren-Häusern und Baumwoll-Spinnereien Verbindungen angeknüpft.
Berlin, 12. Januar. Das „Kleine Journal" meldet aus Paris: Die Erregung wächst. Freyeinet hatte gestern eine Zusammenkunft mit mehreren Generalen. Die Bahnverwaltung erhielt geheimen Befehl, Material zur raschen Beförderung der Provinztruppen nach Paris bereit zu halten.
Krefeld, 12. Januar. Seit gestern sinken auch die Arbeiter zweier weiterer Fabriken.
Budapest, 12. Januar. Wie verlautet, ist Baron Banffy entschlossen, für den Fall, daß die Opposition ihre unannehmbaren Forderungen nicht wesentlich reduziert, das Abgeordnetenhaus aufzulösen.
Triest, 12. Januar. Nach einer Meldung de» Piccolo habe ein Hamburger Rheder hier das Schiff des verschollenen Johann Orth, die „Santa Margherita" zum Kauf angeboten. . ,
Rom, 12. Januar. Nach Meldungen aus Erithrea hat Ras Mangascha eine vollständige Niederlage erlitten. Biele feiner Soldaten sind auf italienisches Gebiet gezogen und wurden dort entwaffnet.
Paris, 12. Januar. Der Justizminister ordnete eine eingehende Untersuchung an, um Beaurepaire zum Beweise seiner gegen Löw und einige andere Mitglieder des Kassationshofes gerichteten Anschuldigungen zu zwingen. Beaurepaire soll insbesondere Aufklärung darüber geben, wie er von den Vorkommnissen im Beratungssaale der Kriminalkammer Kenntnis erlangte.
Paris, 12. Januar. Beaurepaire beschuldigt nunmehr den Präsidenten des Kassationshofes, Löw, er habe ihm bei einem Diner mitgeteilt, daß er nach seiner Option für Frankreich eine schlaflose Nacht verbrachte, weil ihm ein hoher Posten in den Reichslanden angeboten worden war. Schon damals war Baurepaire empört, daß Löw überhaupt schwanken konnte.
Paris, 12. Januar. Der frühere Minister Bart hon gedenkt in seiner heutigen Interpellation die Regierung zu befragen, wie sie den Beschlüssen das Kassationshofes Respekt sichern wolle. Die Nationalisten werden die Ueber- weisung des Revisionsverfahrens an den gesamten Kassationshof beantragen, was die Regierung bekämpft.
Paris, 12. Januar. Im Kassationshof sind alle Mitglieder bis auf zwei der Ansicht, daß die bisherigen Ergebnisse der Untersuchung die Revision vollkommen recht- fertigen. Dagegen wird über die Frage, ob das gesamte Material, insbesondere, sowie dritte Personen in Betracht kommen, veröffentlicht werden soll, eifrig diskutiert. Voraussichtlich wird der Präsident Maceau dahin wirken, daß der Schlußbericht nur die auf das Bordereau und die angeblichen Geständnisse Dreyfus' Bezug habenden Veröffentlichungen enthält.
Paris, 12. Januar. Der Anwalt Esterhazy's erklärte die bereits niedergeschriebene, an den Präsidenten Maceau zu richtende Antwort Esterhazy's auf die Fragen des Kassationshofes für so bedeutend, daß sie Esterhazy's Vernehmung nötig machen wird. Freies Geleit wird ihm zugesichert werden müssen.
Paris, 12. Januar. Die Umgebung Delcassss zeigt sich überaus reserviert betreffs des Inhaltes der ausführlichen Depeschen des Botschafters Noailles. Nur so viel verlautet bestimmt, daß das Programm des bevorstehenden Friedens-Kongresses dadurch einen bedeutenden Fortschritt gemacht hat, daß mau jene Themen in den Vordergrund stellt, bezüglich deren eine Gemeinsamkeit der Anschauungen und Interessen seitens aller Kongreß-Teilnehmer bestimmt erwartet werden kann. Bestätigt wird ferner, daß Deutschland und Frankreich außer europäischen namentlich die China betreffende Handels-Politik keinen Widerstand der Interessen zeigt. .
Paris, 12. Januar. Das Zuchtpolizeigericht verurteilte gestern Emile Zola in contumaciam wegen der Angelegenheit Jndet zu 100 Franks Geldstrafe und 500 Franks Schadenersatz. Der Anwalt Jndet's hatte 10000 Franks Schadenersatz gefordert.
Kanea, 12. Januar. Der Prinz-Gouverneur setzte gestern eine zweite Kommission speziell für Gerichtszweck e ein, bestehend aus drei Christen und einem Türken.


