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Nr. 267 Zweites Blatt Sonntag den 12. Novembtt
1899
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Fleckchen Erde in deutschen Besitz zurückgegangen, das schon Ausgang der siebziger Jahre als Hauptniederlassung des deutschen Handels in der Südsee galt. In einem anderen Bilde sehen unsere Leser den Hafen von Apia mit dem Wrack des deutschen Kanonenbootes „Adler", das in einem Cyclon unterging.
Zur Abtretung Samoas.
Wir haben unseren Lesern den Wortlaut des deutsch- englischen Abkommens über Samoa bereits mitgeteilt. Heute führen wir die Lage der Inseln vor, aus welcher hervorgeht, daß der deutsche Besitz den weiaus wertvollsten Teil der Inselgruppe ausmacht und Amerika nur auf eine Kohlen- ftation reflektiert. Mit dem Vertrage ist ein fruchtbares
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Politische Wochenschau.
XX Eine ganze Reihe bedeutsamer Ereignisse kennzeichnet die abgelaufene Woche. Der schon länger avisierte Besuch des Zarenpaares in Potsdam hat jetzt stattgefunden, und die russische Majestäten sind bereits in ihre Heimat zurückgekehrt. Das Zusammensein der Monarchen in der märkischen Residenz trug den Stempel großer Herzlichkeit, aber wir glauben, mit unserer, vor einiger Zeit ausgesprochenen Ansicht Recht gehabt zu haben, daß die politische Tragweite dieser Zusammenkunft, wenigstens soweit sie auf die Gestaltung der internationalen Lage von Einfluß sein sollte, weit überschätzt worden ist. — Es war natürlich reiner Zufall, daß am Tage der Anwesenheit des Zaren in Potsdam der deutsch-englische Vertrag wegen Samoa bekannt gegeben wurde. Eigentlich hat das Abkommen allseits Ueberraschung hervorgerufen, man hielt die Sache für noch nicht so reif und dachte kaum an die Einleitung diesbezüglicher Verhandlungen. England beweist in dem Vertrage recht großes Entgegenkommen und ganz ungewöhnliche Zurückhaltung. Anzuerkennen ist, daß jetzt die Dinge auf Samoa endgiltig geregelt sind, und es steht zu hoffen, daß die politischen Wirren, wie sie auf den -Inseln ständig herrschten, nunmehr der Vergangenheit angehören. Der deutsche Unternehmungsgeist hat mit der Erwerbung der beiden großen Samoainseln ein neues Feld für seine Thätig- keit gefunden, und wir wollen hoffen, daß alle an den neuen Erwerb geknüpften Hoffnungen sich reichlich erfüllen mögen.
Der Kaiser reist nun definitiv nach England, wo man schon große Vorbereitungen zu seinem Empfange trifft. Der Reise soll angeblich die politische Spitze dadurch abgebrochen werden, daß die Kaiserin ihren Gemahl begleitet. Jedenfalls werden die Engländer nicht versäumen, Kapital aus der Anwesenheit des deutschen Kaisers gerade im jetzigen Augenblick zu schlagen.
Eine große Enttäuschung hat die verflossene Woche gebracht, jedermann war bereits der Ueberzeugung, daß die Einführung einer einheitlichen Postmarke im ganzen Deutschen Reiche binnen kurzem erfolgen werde, aber man hatte zu früh gejubelt: Bayern will nicht, und damit ist die Sache abgethan — hoffentlich nur vorläufig.
Im Auslande steht immer noch der südafrikanische Krieg im Vordergründe des Interesses. Die Erfolge der Buren bleiben fortgesetzt gute, und selbst die englischen Blätter müssen zugeben, daß die Sache Englands bedenklich
steht. Irgend eine Entscheidung ist aber auch in der letzten Woche nicht erfolgt, und die Buren werden gut thun, ihren Vorteil auszunutzen, so lange die englischen Verstärkungen noch nicht eingetroffen sind. — Interessant sind die Ausführungen des englischen Premierministers auf dem Lordmayors-Bankett. Lord Salisbury gab sich die erdenklichste Mühe, die internationale Lage als für England nicht gefahrvoll hinzustellen und besonders das Verhältnis zu Deutschland als äußerst herzlich zu bezeichnen. Ob ihm aber wirklich so wohl zu Mute war, erscheint denn doch sehr fraglich.
Von auswärtigen Begebenheiten der abgelaufenen Woche wollen wir noch kurz registrieren die Anwesenheit des Prinzen Albrecht von Preußen in Spanien, die Senatswahlen in Nordamerika, den Wiederzusammentritt des französischen Senats in seiner Eigenschaft als höchster Gerichtshof und den Fortgang der Parlamentsvcrhandlungen in Oesterreich.
Pretzftimmen über das Samoa-Abkommen.
Die deutschen Blätter besprechen in ihrer großen Mehrzahl das Samoa-Abkommen als ein für das deutsche Reich günstiges Ereignis, sowie als einen großen Erfolg des Staatssekretärs Grafen Bülow.
Die „Kreuzzeitung" nennt das Abkommen hoch erfreulich und hebt die Fortdauer der Tendenz, nach allen Richtungen hin klare und unanfechtbare Rechtstite! zu schaffen, hervor und schließt: „Das Abkommen ist günstiger, als wir hoffen durften. Wenn Graf Bülow durch das Großkreuz des Roten Adler-Ordens die Anerkennung unseres Kaiserlichen Herrn erhalten hat, so war dies eine wohlverdiente Auszeichnung, zu der wir unsere Glückwünsche darbringen."
Die „Tägliche Rundschau" sagt: Samoa deutsch ist ein Ergebnis unserer Diplomatie, das in allen deutschen Herzen dankbaren Widerhall finden wird. Das Abkommen erfüllt uns mit stolzer Freude und aufrichtigem Danke gegen Herrn v. Bülow, der mit sehr heftigen und widrigen Strömungen zu kämpfen hatte."
Die „Neuesten Nachrichten" konstatieren die fast ungeteilt günstige Aufnahme des Abkommens und sagen, so sei der sehnliche Wunsch weiter Kreise des deutschen Volkes nach dem Besitz von Samoa nahezu vollständig in Erfüllung gegangen.
Die „Vossische Zeitung" schließt: „Die gemeinsame Abmachung beweist, daß gegenwärtig die besten
Beziehungen zwischen Berlin und London bestehen. Graf Bülow kann vor den Reichstag in dem Bewußtsein treten, daß er seine Verheißungen vom 14. April im vollen Umfang erfüllt hat."
Das „Berliner Tageblatt" hebt hervor, der Vertrag habe nicht nur die sofortige Beseitigung der Unordnung auf Samoa zur Folge, er bedeute auch eine Erhöhung des staatlichen Ansehens und bewirke, daß uns ohne besondere Opfer das in den Schoß falle, was sonst nur ein glücklicher Krieg hätte sichern können.
Die „Freisinnige Zeitung" begrüßt die Lösung der Samoafrage mit Genugthuung (!), weil die Samoainseln seit Jahren der Zankapfel zwischen Deutschland, England und Nordamerika waren.
Der „Hamburgische Korrespondent" sagt, das Abkommen finde auch in Hamburg den freudigsten Widerhall und bedeute eine sehr glückliche und erfolgreiche Lösung, insbesondere, da es ohne jede Konsequenz für die Gesamtpolitik Deutschlands sei. Das Blatt hebt hervor, die glückliche Hand des Grafen Bülow habe kaum jemals ein schwierigeres Problem gelöst, als die deutsche, durch alte Sünden bös verfahrene Samoapolitik.
Die „Hamburger Nachrichten" begrüßen das Abkommen mit um so größerer Freude und Genugthuung, als die Samoa-Angelegenheit neben den materiellen deutschen Interessen eine nationale Ehrenfrage bedeute. Das Blatt beglückwünscht ebenfalls den Staatssekretär des Auswärtigen Amtes zu dem Erfolg seiner Festigkeit.
Von der auswärtigen Presse sind vor allem die englischen Auslassungen von Bedeutung.
London, 9. November. In einer Besprechung des Samoa-Abkommens führen die „Times" aus, dadurch seien die Bedingungen des Satzes „do ut dee“ in billiger Weise befolgt. Keiner der einzelnen Punkte des Abkommens sei von größerer Bedeutung. Denn glücklicherweise sei kein einziger Streitfall zwischen England und Deutschland von größerer Wichtigkeit gewesen, noch sei es wahrscheinlich, daß ein solcher Fall größere Bedeutung annehmen würde. Ueberhaupt scheine das Abkommen so geartet, daß es sich zwei vernünftigen, praktischen Völkern selbst empfehle.
„Daily News" sagen: Wenn auch Salisbury sich aus Samoa habe neuerdings verdrängen lassen, so sei es doch erfreulich, zu wissen, daß die Abtretung Samoas auch für Englands Freunde, die Amerikaner, etwas gutes haben werde. Das Abkommen werde auf jeden Fall mit Befriedigung aufzunehmen sein, und es sei erfreulich, daß alle Ursachen zu einer etwaigen Friktion zwischen den beiden Regierungen beseitigt würden.
„Daily Chronicle" betont, man müsse zunächst die Aeußerung der Kolonien abwarten, bevor man sich endgiltig darüber schlüssig machen könne, ob das Abkommen eine entsprechende Kompensätion dafür bilde, daß man Deutschland das schönste, fruchtbarste Land im Stillen Ozean einräume.
„Morning Post" schreibt: „Die Bedingungen des Abkommens scheinen die eines für beide Teile gleich guten Geschäftes zu sein, und werden hoffentlich auch von den Regierungen von Australien und Neuseeland begrüßt werden."
„Standard" bemerkt: „Insofern der Vertrag die Ursache etwaiger Meinungsverschiedenheiten beseitigt, sollte er in England und Deutschland mit allgemeiner Befriedigung aufgenomen werden.''______________________________
Deutsches Reich.
Berlin, 10. November. Auf ein an den Kaiser gerichtetes Glückwunsch-Telegramm der Hamburger Handelskammer aus Anlaß der Erwerbung der Samoa- Inseln erwiderte derselbe von Letzlingen aus, daß es ihm Genugthuung bereite, von so berufener Stelle aus für seine Thätigkeit zur Befestigung und Mehrung unseres Kolonialbesitzes Anerkennung zu finden. Das gewähre ihm die Zuversicht, daß auch in weiten Kreisen des Vaterlandes das glücklich errungene Ziel in seiner Bedeutung für die Wohlfahrt des Reichs richtig erkannt werde.
— In Reichstagskreisen wird angenommen, daß eine eigentliche Flottenvorlage dem Reichstag in der laufenden Session schwerlich zugehen werde. In Form eines Nachtragsetats würde wahrscheinlich der Bau eines Teils der Schiffe, die nach dem Flottengesetz erst später an die Reihe gekommen wären, schon für das nächste EtatSjahr beantragt werden.


