Ausgabe 
12.11.1899 Erstes Blatt
 
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Markusgem einb e.

Den 5 November. Dem Hilfswagenwärter Heinrich Kehl eine Lochter, Ottilie Anna Wilhelmine Frieda, geb. den 24. September.

Luk asgemeinde.

Den 5. November. Dem Dr. phil. Karl Helm, Privatdozent, ein Svchn, Walther Rudolf, geb. den 22. August.

Denselben. Dem Schlosser Joseph Pöllenhofer ein Sohn, Union Budwig Karl, geb. den 23. September.

iGetraute.

Matthäusgemeinde.

Den 4. November. Wilhelm Heinrich Jakob Georg Lipp, Haus- bursche zu Gießen und Margarethe Pfeiffer, Tochter von dem Privat­mann Johannes Pfeiffer zu Gießen.

Markusgemeinde.

Den 5. November. Ferdinand Hermann Kumpf, Bäcker zu Gießen mid Anna Gertrud Müller, Tochter von dem Schreinermeister Andreas Müller zu Marburg.

Beerdigte.

Johannesgemeinde.

Den 5. November. Katharine Gerhard, geb. Keßler, Wittwe des Schreinermeisters Peter Gerhard, 78 Jahre alt, starb den 3. November.

Den 7. November. Wilhelmine Feldhaus, Tochter des Gastwirts Hudwig Feldhaus, 19 Jahre alt, starb den 5. November.

Wetterbericht. Die Luftdruckoertetlung unterliegt nun­mehr sehr raschem Wechsel. Von Osten ziehen fortgesetzt Depressionen gegen die britischen Inseln heran, und liegt heute wieder ein neues tiefe« Minimum im Rordwesten Irlands. Das östliche D.presstons Zentrum ist nordostwärts im Abziehen begriffen. Mit demselben ist zugl ich der sehr tief vorgelagerte Ausläufer westlich vorgedrungen. Neber Zentral-Europa hat der Luftdruck wieder vorübergehend an Jntenfiiät gewonnen, und liegt heute ein Kern hohen Barometer­standes über der Alpen-Gegend. Voraussichtliche Witterung: Lore, st noch trübes Wetter mit zeitweisen Ni dersch'Sgen.

Hande» .und Verkehr. Uslkswirtschafl.

Gieße«, u. November. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 0.90i., Hühnereier per St. 79 H, 2 St. 0000 H, Enteneier 1 St. 00 H, Gänse- eier per St. 6-00 H, Käse 2 St. 58 H, Kasematte 2 St. 5-6 Erbsen per Liier 18 H, Linsen per Liter 29 H, Tauben per Paar X 0.700.80, Hühner per St. X 1.001.10, Hahnen per Stück X 0 601.00, Enten per St. X 1.502.40, Gänse per Pfund X 0 480.60, Ochsenfleisch per Pfd. 6874 4t, Kuh' und Rindfleisch per Pfd. 6264 H, Schweinefleisch per Pfd. 6674 H, Schweine­fleisch, gesalzen, per Pfd. 78 H, Kalbfleisch per Pfd. 6466 4f, Hammelfleisch per Pfd. 5060 H, Kartoffeln per 100 Kilo 4.00 btö o.oo X, Weißkraut per St. 0000, Zwiebeln per Etr. X 5.006.00, Milch per Liter 16 4s.

Frankfurter Börde vom 9, November.

Wechsel auf New-York zu 4.19i/g-20i/i.

Prämien auf Kredit per ult.^orember t.50"/>, do. per ult. Dei. 2.80 / , Diskonto Kommandii per ult. Nov. 1.10V , do. per ult. Dez. 2 35n/o, Lombarden per ult. Nov. 0.60%, do. per ult Dez. 9.90'-/^, oraatsbahn per ult. Dez.%.

Notierungen: Kreditaktien 230.50-80, Diskonto - Kom- mandit 191.50-192, Staatsbahn 141.30-80-70, Gotthard 143., Lom­barden 32.60, Ungar. Goldrente 97.90, Italiener 92.70, Cprozentige Mexikaner., Sproz. Mexikaner 25.90, Oesterr. Coupons 84%, ▲merik. Coupons 4.18%, Privat-Diskont 5% Io B-

1% bis 2% Uhr: Kredit 280.80, Diskonto Kommandit 192. 191.90, Staatsbahn 141.60 Lombarden 32.60.

+ Frankfurt <u M«, 10. November. Centralstelle für Obstverwertung. Trotz des im allgemeinen nicht sehr günstigen Obst­jahres wurden doch durch Vermittelung der Centralstelle eine ganz enorme Anzahl von An- bezw. VerkLufen besonders in Tafel-, Koch- und Most- Spfel abgeschlossen, deren Quantum, soweit sich bis jetzt schon feststellen läßt, viele Millionen Kilo betrögt. Auch heute noch verfügt die Central­pelle über Angebote in Tafel- und Wirtschaftsobst, welche zusammen mehrere hunderttausend Kilo betragen. Daß in so später Jahreszeit eine solch große Menge von Obst meist noch in Händen der Obstzüchter sich befindet, rührt wohl von den verhältnismäßig geringen Preisen, welche für Mostobst während der Ernte bezahlt wurden, her, da infolge dieser geringen Preise viel mehr Obst als in anderen Jahren für den Markt

gepflückt und eingekellert wurde. Die Preise find durchschntttlich mittlere, nur für ausgesuchte Früchte in Aepsel und Birnen, welche stets stark begehrt sind, roerben die höchsten Preise verlangt und bezahlt. Wir machen darauf aufmerksam, daß die Centralstelle für Obstverwertung, Gneisenaustraße Nr. 15, Frankfurt a. M, für dieses Jahr keine An­gebote und Nachfragelisten mehr versendet, aber trotzdem während deS ganzen W.nters den An- und Berkaus von Obst vermittelt, und zwar geschieht dies für Käufer und Verkäufer kostenfrei, da dies gemeinnützige Institut nur den Zweck verfolgt, den deutschen Obstbau zu heben und dem deutschen Obste geeignete Absatzquellen zu verschaffen.

Neueste Meldungen.

Depeschen deS Bureau .Herold'.

Berlin, 11. November. An den Präsidenten des Ab­geordnetenhauses Herrn v. Kröcher ist eine Einladung ZU den Hofjagden in Letzlingen ergegangen. In dieser Einladung erblicken dieBerl. N. Na'chr." ein Anzeichen, daß eine Verständigung wenigstens mit einem er­heblichen Teile der Konservativen wegen der Kanalvorlage nicht nur gewünscht, sondern erwartet wird. v. Kröcher gehört zu derjenigen Minderheit der Konservativen, welche ohne der ganzen Negierungs Vorlage zuzustimmen, doch von dem Wunsche beseelt war, eine Lösung zu finden, die auch der Regierung einigermaßen annehmbar sein würde. Als völlig unrichtig wird es dem genannten Blatte bezeichnet, aus der Einladung des Präsidenten v. Kröcher zu folgern, daß die Regierung auf die Annahme der Kanal Vorlage jetzt weniger Wert lege, als vorher. Es werde im Gegenteil an der Auffassung von der Notwendigkeit und Dringlichkeit der Herstellung des Rhein-Elbe-Kanals unver­rückt festgehalten und dessen Annahme in der nächsten Tag­ung des Landtages mit vollstem Nachdruck betrieben.

Berlin, 11. November. Wie dieBerliner Neuesten Nachrichten hören, soll zum Nachfolger des bisherigen Oberst Kämmerer Fürsten Christian Krafft zu Hohenlohe- Oehringen, Herzog von Ujest, der Staatsminister Graf Botho Eulenburg ausersehen fein.

Berlin, 11. November. Wie aus Kiel gemeldet wird, ist die Kaiserin gestern nachmittag von dort nach Plön abgereist.

Spandau, 11. November. Hier wurde gestern der Oberfeuerwerker Eckmann verhaftet, weil er an­geblich Zeichnungen von Geschütz-Konstruktionen beiseite ge­schafft hat, Er will dieselben zum Privat-Studium ge­braucht haben.

Paris, 11. November. Das verfehlte Arrange­ment des Staatsgerichtshofes beim Einlassen der Hunderte von Zeugen in den Sitzungssaal bot den Ange­klagten Deroulöde und Gusrin eine willkommene Gelegen­heit, um durch ironische Bemerkungen dem Präsidenten un­angenehm zu werden. Durch die Vorgänge im Saal machte man auch auf der Gallerie Mine, Spektakel anzufangen. Der liberale Deputierte Perillier, welcher sich auf der Gallerie befand, gebot den ärgsten Schreiern Ruhe.

London, 11. November.Morning Leader" bespricht bereits in ernsthafter Weise die Möglichkeit von Friedens- Unterhandlungen. Das Blatt weist auf die großen Ausgaben hin, welche für die Unterwerfung der Buren erforderlich sind, und bemerkt, daß eine große Anzahl der Truppen-Transportschiffe auf dem Wege nach Südafrika schwere Havarie erlitten haben. Die chauvinistische Presse beklagt sich bitter über die Mäßigkeit in der Rede Salisburys.Daily Mail" sagt, die Buren würden sich

die Erklärung Salisburys wohl gemerkt haben, und be- fonders die Worte, welche Salisbury über die Goldmine« und das Land selber gesprochen hat.

London, 11. November. In Ermangelung jedweder Nachrichten vom Kriegsschauplatz begnügen sich die heutigen Morgenblätter damit, die Rede Lord Salisburys und die Einberufung weiterer Armee-Korps zu kommentieren. Die liberalen Blätter heben die Schwierigkeiten hervor, welche augenblicklich die Einberufung eines oder zweier Armee-Korps Hervorrufen würden.

London, 11. November. Wie aus Kapstadt gemeldet wird, sind in den letzten Tagen Versuche gemacht worden, die Eisenbahnzüge auf dem Wege nach dem Norden zum Entgleisen zu bringen. Die Urheber dieser Frevelthaten konnten bisher nicht entdeckt werden.

Petersburg, 11. November. Seit einigen Tagen zirkuliert hier das Gerücht, daß die Russen Herat in Af­ghanistan genommen hätten. An maßgebende« Stellen wird versichert, daß Herat zwar noch nicht ge­nommen sei, doch eine Truppenbewegung an der afghanische« Grenze stattfinde. In militärischen Kreisen herrscht eine ziemlich kriegerische Stimmung. Man möchte gar zu gern Englands augenblicklich schwierige Lage benutzen, um weitere Vorteile zu erzielen.

Petersburg, 11. November. Eine aus 42 Personen bestehende Abteilung von Freiwilligen ist am Donnerstag unter Führung des früheren serbischen Offiziers Petrow von hier nach Transvaal aufgebrochen, um gegen die Engländer zu kämpfen.

Madrid, 11. November. In Barcelona beharren die Gewerbetreibenden, nachdem der General-Kapitän die Steuer­zahler für insolvent erklärt und mit der Schließung ihrer Geschäfte begonnen hat, auf ihrem Widerstand. Seit Donnerstag sind alle Läden geschlossen zum Zeichen allgemeinen Protestes gegen die Maßregelung. Die Lage wird auf die Dauer unhaltbar, aber niemand weiß, wie der Konflikt zu lösen ist. Manche glauben an eine Minister-Krisis.

Bom Kriegsschauplatz.

London, 11. November. Aus Eastcourt wird gemeldet, daß Kundschafter berichten, die Buren ständen in erheb­licher Stärke bei Colenso und hätten schweres Geschütz aufgefahren, mit dem sie die Eisenbahn nördlich und südlich beschössen. Im Arsenal von Woolwich brach in der Werkstatt zur Anfertigung von Munition eine Welle. Infolge dessen mußte die Fabrikation aufhören. Die Unterbrechung der Herstellung der für Südafrika bestimmten Munition bedeutet eine empfindliche Verzögerung der Aus­rüstung der Truppen. Hier ist das Gerücht verbreitet, Rußland habe Spanien Ceuta abgekauft, um dort eine Kohlenstation einzurichten.

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Anfertigung nach Maae« in eigener Werkstätte. 7640

Markus Bauer

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gegenüber der Stadtkirohe. gegenüber der StadÜdrche.

Städtischer Arbeitsnachweis Gießen

Gartenftratze 2.

Vlrrgedot der «rbettnehmrrr 1 Weißbinder, 2 geprüfte Heizer, 3 Haus- durschen, 3 Lauffrauen, 2 Putzfrauen.

Nachfrage der Ardeitgeder t i Bäcker, 1 Barbier, 1 Mechaniker für Haus- tslegrapben, eine Anzahl Maschinenschlosser, 2 Schneider, 1 selbstständiger Schreiner, 3 Hausburschen, 1 solider Mann im Atter von 22 bis 25 Jahren als Lagerarbeiter, 1 Kellner, 2 Dienstmädchen, 1 gewandtes Hausmädchen.

Lehrlinge r 1 Bäcker, 1 Schreiner, 1 Kellner, 1 Schuhmacher.

Bekanntmachung.

Aus der Minna Keil-Bogt-Stiftnng find für das Jahr 1899 drei Gaben von je 70 Mk. an drei in Gteßen wohnhafte, würdige Und bedürftige Handwerksmeister oder deren Witwen, evanaeltscher Konfeffion, I» vergeben. Bewerbungen haben bis längstens 30. November d. I bei der unterzeichneten Behörde, Zimmer Nr. 2, zu geschehen.

Gießen, den 9. November 1899.

Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

I. V.: Wolff. 7959

Bekanntmachung.

Aus der Stiftung der Ludwig Theodor Felfiug Eheleute yt Gießen sind die diesjährigen Zinsen und zwar:

171 Mk. 43 Pfg. an zehn in Gießen geborene würdige Arme und

34 29 an fünf würdige Witwen z» gleichen Teilen zu vergeben.

Anmeldungen hierzu haben bis zum 10. k. Mts. auf dem

Biireau der unterzeichneten Behörde Zimmer Nr. 2 zu erfolgen.

Gießen, den 9. November 1899.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

I. V.: Wolff. 7960

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Bekanntmachung,

betreffend: Die Ergäuzungswahl der Grotzh. Handelskammer zu Gießen für 1900.

Auf Grund des Gesetzes vom 17. November 1871, die Handelskammern betreffend, hat demnächst eine Neuwahl von drei Mitgliedern der unterzeichneten Handelskammer, und zwar an Stelle des verstorbenen Mitgliedes Herrn Albert Kraatz und der nach den gesetzlichen Be­stimmungen am 1. Januar 1900 ausscheidenden Herren Ernst Balser und A. Katz stattzufinden.

Wahlberechtigt sind hierbei diejenigen Kaufleute und Gesellschaften, welche als Inhaber einer Firma in dem für den Bezirk der hiesigen Handelskammer geführten Handelsregister ein­getragen stehen, in der Stadt Gießen ihren Sitz haben und einer der vier ersten Gewerbesteuer­klassen angehören.

Die Liste der Wahlberechtigten liegt zehn Tage lang und zwar vom 14. bis 24. November inel. 1899 aus dem Büreau der Firma A. Heichelheim von 9 bis 12 Uhr vormittags nnd 3 biß 6 Uhr nachmittags zur Einsicht offen. Einwendungen gegen den Inhalt der Liste, welche nur innerhalb der erwähnten zehntägigen Frist zulässig sind, müssen bei der Handelskammer vorgebracht werden. Nur diejenigen sind zur Teilnahme an der Wahl berechtigt, welche in die festgestellte Liste ausgenommen sind.

Termin zur Wahl ist bestimmt auf 7958

Mittwoch den 6. Dezember d. I., nachmittags von 2-6 Ahr.

Als Wahlkommissär wird Herr Heinrich Schirmer fungieren.

Gießen, den 11. November 1899.

Großherzogliche Handelskammer.

Koch. ___

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geben gegen Belohnung.

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04097] 2 Kupferpumpen ru verkaufen. Metz, Schiffenbergerweg.

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XW Entlaufen eine grau-weiße Pinscherhündm. Abzu-

WlUM an kaufionrfähigen, tüchtigen Wirt auf Hekto zu verpachte«. 7941

Näheres in der Expedition d. Bl.

04094] Geschäftshaus in guter Lage zu verkaufen.

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Gründliche und villige Rackihtlfe in allen Fächern des Gymnasiums wird erteilt.

Gefl. Offerten unter Nr. 04107 an die Expedition dieses Blattes.