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Der deutsche Batist abermals vom Sultan
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Das Unwetter, welches, hier niedergegangen, hat Singvögel das Leben ,Oberh. Ztg." schreibt, ge- Zämpsrasen einige Schulen zusammen. Durch die r^Iagenen ftenfterfdjeibtii ’rbeit befommen. An den und Anzefahr richtete der großen Schaden an.
ZnderOrtM^ading- acht worden. Zwei Brüder, , Streit geraten. Als nun be er unwohl, und es zeigten rqiftimg. Ein Hund, der , verstarb bald darauf. Der Die Untersuchung wurde bald licht in die dunkle Angelegen-
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(auch in ümtauoh gegen ilter(»Werke) sowie alle andern Bücher
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einen Bruch beider Unterschcnkelknochen des linken Beines.
Arbeiterbemegung.
gertcht bereit.
KMeratur, Wissenschaft und Kunst.
Schon am Nachmittag des ersten September ließ sich der Kaiser nach dem Befinden des verletzten Kanoniers erkundigen. Wie groß aber war dessen Erstaunen und Freude, als am Sedantage ein Diener des Kaisers im Lazarett Tempelhof erschien und außer einem prächtigen Blumenstrauß zwei Flaschen Marcobrunner Auslese überbrachte."
17 000 fl. bei der Pucher'schen Konkursmasse. Ob jedoch i Anzahl Weichteilsverletzungen im Gesicht und auf dem Schädel diese Darlehen einbringlich sind, ist fraglich.
* Salzburg, 9. September. Zu dem geheimnisvollen Todesfall desvr.Waldmann, der am Gaisberg mit zwei Schüssen im Kopfe aufgefunden wurde, wird weiter berichtet: Den umfassenden Nachforschungen der Gendarmerie ist es gelungen, klarzustellen, daß Dr. Waldmann das Opfer der sträflichen Unvorsichtigkeit zweier Jäger geworden ist. Es wurden nämlich die Jäger, welche an einer Jagd teilgenommen haben, einem eingehenden Verhöre unterzogen und nach dem Ergebnisse desselben der Jäger Johann Grill und der Jagdpraktikant Simon Brunauer in Haft genommen. Außerdem 'sollen noch zwei weitere Verhaftungen erfolgt sein. Die gerichtsärztliche Obduktion der Leiche hat im St. Johann-Spitale stattgefunden. Dabei ergab sich, daß Dr. Waldmann zwei Schußwunden erhalten hatte, die eine im Genick durch einen Weitschuß, die andere in der rechtsseitigen Schläfe durch einen Nahschuß; letzterer führte den Tod herbei. Die Wunden rührten von Rehposten her, welche durch die Schädeldecke in das Gehirn drangen. Die genaueren Erhebungen über den schrecklichen Vorfall sind noch im Zuge, doch nimmt man an, daß der eine entferntere Jäger den Dr. Waldmann, der mit einem rehbraunen Lodenrock bekleidet war und wahrscheinlich am Bache sich gelagert hatte, für ein ruhendes Reh hielt und einen Schuß auf ihn abgab. Als der näher befindliche, tiefer unten stehende Jäger diesen Schuß hörte und das Objekt desselben erblickte, dürfte er, ebenfalls in der Meinung, ein Reh zu sehen, einen zweiten Schuß abgegeben haben, um des Wildes sicher
Köln, 9. September. Außer den Klempnern und Installateuren find nunmehr auch die Zimmerleute in eine Ausstandsbewegung eingetrrten. Eine gestern abend stattgefundene Versammlung beschloß auf allen Werkstätten, wo nicht ein Stundenlohn von 50 Pfennig bewilligt werde, die Arbeit sofort niederzulegen.
Bremen, 9. September. Der hiestge Klempner-Ausstand ist beendet, nach Bewilligung LV-stündiger Arbeitszeit und 331/» Proz.
Lohnaufschlag.'
Leipzig, 9. September. Im Plauen'schen Kohlenrevier ist infolge von Lohndifferenzen ein Generalstrike der Bergleute ausgebrochen. Bis jetzt sind etwa 1000 Bergarbeiter ausständig.
Dresden, 9. September. Auf Beschluß des Verbandes deutscher Steinmetzgeschäfte haben heute die Steinmetz Jmmngsmeister in Dresden, Pirna und Umgegend 1500 Gesellen ausgesprrrt. Die Arbeitnehmer haben zwar infolgedessen Gegen- maßregeln beschloffen, sind aber zu Einigung durch ein Schieds
— Berlin, 9. September. Der Maler, Professor Wilhelm Amberg ist gestern gestorben.
Temperatur der Lahn und Lust nach Reaumurgemefien am lO.September, zwischen 11 u.!12Uhr|mittagS: Wasser 13«/i°, Luft IW.
Rübsamen'fche Badeanstalt.
und weigerte sich beharrlich, trotz mehrfacher Vor- | Haltungen und Ermahnungen, Deutsch zu sprechen. Da I er drei Jahre beim Militär gedient hatte und den Schöffen bekannt war, daß er Deutsch sprechen kann, stellte der Amtsanwalt den Antrag, den Nowaczyk wegen Ungebühr vor Gericht mit einer sofort zu vollziehenden Haftstrafe von I zwei Tagen zu bestrafen. Das Schöffengericht ging noch über das beantragte Strafmaß hinaus und verurteilte ihn zu drei Tagen Haft, der höchsten zulässigen Strafe. Nach I dieser Strafe konnte Nowaczyk gut Deutsch sprechen, so daß die Verhandlung bis zu Ende in deutscher Sprache geführt wurde.
* Colmar, 9. September. Die Frau des Zeughändlers Kloß wollte eine Spiritusflamme frisch auffüllen, ohne zu bemerken, daß die Flamme noch etwas brannte. Der Inhalt explodirte und die Frau wurde vollständig mit dem brennenden Spiritus übergossen. Sie starb noch am selben Tage unter großen Schmerzen. (Immer die alte Unvorsichtigkeit, die schon so viel Menschenleben | gekostet hat.)
• München, 9. September. EinenKuh handel machte ein in Haidhausen wohnhafter Maurer mit einem Fahr- I rade. Er kaufte bei einem Fahrradhändler für 250 Mk. | ein Rad, zahlte 100 Mk. an und kurz darauf noch 50 Mk. und wollte hierauf das Vehikel gegen eine — Kuh ver- | tauschen. Als ihm dies nicht gelang, veräußerte er das Rad für 140 Mk., also mit einem Mindererlös von 10 Mk., I in Freising wieder. Da nun auf dem Rade das Eigentumsrecht lastete, hatte sich der „große Handelsmann" auch noch wegen Unterschlagung zu verantworten und erhielt einschließlich einer Schutzmannsbeleidigung noch dazu 14 Tage I Gefängnis.
* München, 9. September. Ein Gebirgs-Idyll. I Als jüngst der Prinz-Regent über Urfeld am Walchensee nach Linderhof fuhr, waren die Dörfer Urfeld u. s. w. festlich geschmückt, die Bewohner begrüßten den Regenten aufs herzlichste. Auch die Villa des Herrn von Vollmar hatte Fahnenschmuck angelegt; an der Front des Hauses I waren blau-weiße Fähnchen gekreuzt angebracht. Frau von Vollmar entbot am Thor der Villa dem vorüberfahren- I den Regenten respektvoll den Gruß und dasselbe that Herr von Vollmar von der Veranda des Hauses aus. (Ist I doch wohl nur ein Ulk der „N. Bayr. Ztg.", der diese Nachricht entstammt.)
* Würzburg, 9. September. Den reichen Seifensieder Gabler, der monatelang von Metzgergehilfen große Quantitäten gestohlenen Fettes kaufte, verurteilte die Strafkammer nach zweitägiger Verhandlung | wegen Hehlerei zu einem Jahre Zuchth aus. Er wurde sofort verhaftet.
* Kaiserslautern, 9. September. In vergangener Nacht | starb hier infolge eines Schlaganfalls Kommerzienrat Karl Karcher, Mitbegründer der Kaiserlauterner Bank und vieler blühender industrieller Unternehmungen in der Pfalz. Der Verstorbene hatte ein Alter von nur 58 Jahren | erreicht.
* Plauen i. V., 9. September. Infolge Wolkenbruchs ist Hochwassergefahr eingetreten. Das ganze Muldengebiet ist überschwemmt.
• Mannheim, 9. September. Gestern wurde das zum Andenken für die im Jahre 1849 standrechtlich erschossenen Freiheitskämpfer in Rastatt errichtete Denkmal offiziell von dem aus Mitgliedern der demokratischen und sozialdemokratischen Partei bestehenden Komitee übernommen. Nach Anordnung der badischen Behörden durften nur die Namen der Erschossenen und das Datum ihrer Erschießung auf dem Steine, einem mächtigen Felsblock von grauem Odenwälder Syenit, angebracht werden. Eine weitere Inschrift wurde nicht gestattet. Nach Deckung aller Kosten bleibt noch ein Fond übrig, dessen Zinzerträgnis die dauernde Unterhaltung sichert.
* Wien, 9. September. Der internationale Mädchenhändler I. Banda, 1862 in Galizien geboren, wurde jetzt zu sechs Monaten Zwangsarbeit verurteilt. Banda war 1890 ziemlich mittellos aus Galizien ausgewandert und hat in den letzten zehn Jahren eingestandenermaßen einen sehr ausgedehnten Mädchenhandel zwischen Buenos-Ayres und Galizien betrieben und ist jetzt im Besitze eines Vermögens von über 100 000 Gulden. Während seines vorübergehenden Aufenthaltes in Galizien wohnte Banda in Jaroslaw, wo er die Mädchen engagierte und nach Argentinien expedierte. Er reifte jährlich zwischen Galizien und Argentinien mindestens zwei bis dreimal. Ergriffen wurde er im März in Montevideo, als er mit drei Mädchen aus Jaroslaw, darunter die erst neunjährige Laura R., landete. Mit Banda zusammen „arbeiteten" ein gewisser Fränkel und Frau in Wien, gegen die auch das Strafverfahren eingeleitet worden ist. Banda wird sich Übrigens noch wegen weiterer Strafthaten zu verantworten haben.
* Wien, 9. September. Es erscheint nunmehr zweifellos, daß Dr. Schiestl fast das ganze, ca. 60 000 fl. betragende Vermögen seiner Schwestern seiner Spekulationswut, die ihn ins Unglück brachte, geopfert hat. In Aufzeichnungen, die bei der Revision vorgefunden wurden und vom 30. August b. I., also zwei Tage vor dem entsetzlichen Ende der Geschwister, datirt sind, findet sich ein Geständnis, daß er das Vermögen seiner Schwestern, und das Geld, das ihm Klienten zur Fruktifizierung übergeben hätten, in mißglückten Häuser-Spekulationen verloren habe, und daß er nun vor dem Konkurse stehe. Das sei der Grund, warum er aus dem Leben scheiden müsse. Dieses Selbstbekenntnis behebt wohl jeden Zweifel über den Grund des Selbstmordes des Advokaten, doch bezüglich des Schwestermordes fehlt noch immer jede Erklärung. Von anderer Seite wird mitgeteilt, daß Dr. Schiestl noch viele Hypothekar-Darlehensätze ausstehen hat, darunter auch ungefähr
— Berlin, 9. September. Der Vorstand des Gefchäftsaus- fchuffes der Berliner ärztlichen Standesvereine hatte sich beim Poltzeipräsivium darüber beschwert, daß der Vorstand der Krankenkasse des Hilfsvereins für weibliche Angestellte mit der ärztlichen Behandlung ihrer Mitglieder dauernd in Deutschland nicht approbierte Medizinalpersonen betraue. Das Polizeipräsidium hst darauf den Vorstand der Krankenkasse angewiesen, die drei Damen, welche diesseits als Aerzte im Sinne deS S 29 der Reichsgewerbeordnung rech lich nicht angesehen werden können, weiter mit der ärztlichen Behandlung nicht mehr zu betrauen.
— Breslau, 9. September. Der Oberarzt der Armee der Vereinigten Staaten von Nordamerika, Dr. Wystbury, erhielt die Erlaubnis, bet der 22. Jnfanteriebrigade des sechsten Armeekorps den Herbstübungen beizuwohnen, um sich über den deutschen Sanitätsdienst zu unterrichten. Wystbury ist hier eingetroffen. Ein gleiches Gesuch für die Kaisermanöver in Württemberg ist abgelehnt worden.
— München, 9. September. Der als Pferdemaler und Zeichner rühmlichst bekannte bayerische Major Ludwig Nagel, ein hervorragender Mitarbeiter der Fliegenden Blätter, ist gestorben.
— Kopenhagen, 9. September. Eduard Brandes wurde wegen seines Werkes „Junges Blut" zu 200 Kronen Strafe verurteilt. Die Strafe wurde wegen unsittlichen Inhalts deS Werkes ausgesprochen, während Brandes behauptet, das Buch müsse ironisch aufgefaßt werden.
— Endlich erfahren wir einmal, woher das Wort »Deutsch" stammt. Das in Triest erscheinende slovenische Blatt „Edmost" befaßt sich neuestens mit „etymologischen" Untersuchungen. Der Sprachforscher des Blattes stellte sich die Aufgabe, das verhaßte Wort „Deutsch" aus der slovenischen Sprache abzuleiten; diese Untersuchung ist zu kostbar, als daß fie der Wüt vorenthalten bleiben darf, und lautet: „Die alten Deutschen waren ein Prasservolk, das von den mühsamen Arbeiten der friedlichen Slovenen lebte. Sie liebten es, auf Bärenhäuten herumzuliegen, zu spielen und dabei tüchtig zu kneipen. Der Meth, ihr Lieblingszetränk, wurde natürlich von den Slovenen bereitet; sie selbst hatten es nicht einmal der Mühe wert gefunden, die spätere Weltsprache, das „Slovenische", zu erlernen. Da sie noch dazu daS Unglück hatten, ein dummes Volk zu sein, so merkten fie von der „wortreichen" slovenischen Sprache nur die Worte „Dajte se" (gebt doch!), wenn sie nämlich den Mett-, ihr Lieblingsgetränk, von den Slovenen verlangten. Dieses „Dajte se" ist dann unglücklicherweise an ihnen haften geblieben und hat sich dann in „Deutsche" verwandelt." — Es ist wirklich bedauerlich, daß die Menschheit so viele Jahrhunderte gebraucht hat, um die richtige Erklärung des Wortes Deutsch zu finden; erst ein slovenischrs Sprachgenie mußte kommen, um dieses Rätsel in so großartiger Weise zu lösen.
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• Budapest, 9. September. Gestern nacht hat ein I großer Sturmwind furchtbaren Schaden angerichtet. I Der 15 Meter hohe Turm der im Bau befindlichen neuen reformierten Kirche wurde vom Sturme niedergerissen, wo- I bei ein Passant getötet wurde.
«5 »Rom, 8. September. Ein Pfarrer in den Grafenstand erhoben. König Humbert hat den Pfarrer des Dorfes Altäre bei Savona, Monsignor Bertolotti, der zur Stiftung eines Waisenhauses 300,000 Lire gespendet, in den Grafenstand erhoben mit dem Rechte der Übertragung des Adels auf seine Neffen.
» Petersburg, 9. September. ZweifacherLustmord. In Lefortow (Westrußland) wurden dieser Tage, die grauenhaft entstellten Leichen der 15 jährigen Tochter des Leutnants Lorwrentjew und der 11 jährigen Tochter des Feldwebels Boginow bei einer Bodensenkung in der Nähe der Stadt verschüttet aufgesunden. Die Mädchen, die, wie ärztlich festgestellt worden, einem Lustmord zum Opfer gefallen sein müssen, wurden von ihren Eltern seit 3 Tagen vermißt.
* Schweizerisches Soldatenleben. Von einem bekannten ! schweizerischen Waffenplatz wird folgendes gemeldet: Kürzlich ist hier einem „idyllischen" Zustand ein plötzliches, trauriges Ende bereitet worden. Der Herr Oberst N. N. hatte schon jahrelang die Pacht der Militärkantine inne, und in dieser Wirts-Eigenschaft bediente er höchst eigenhändig im Verein mit seiner wackeren Frau sowohl Offiziere als auch Soldaten, die ihre leiblichen Bedürfnisse in seiner Wirtschaft zu stillen kamen. Da konnte man, zuweilen den hohen Herrn in ehrfurchtgebietender militärischer Haltung am Büffet hantieren oder von Tisch zu Tisch eilen sehen, um Hunger und Durst ganz gewöhnlicher Rekruten zu stillen, die (O Widerspruch der Widersprüche!) unablässig kommandierten: „Herr Oberst, ein Glas Bier! Herr Oberst, zwei Zigarren! Herr Oberst, eine Suppe! Herr Oberst, eine Wurst! Herr Oberst, eine Portion Käse!" Sie scheinen es förmlich darauf abgesehen zu haben, die Dienste des „Herrn Obersten" recht viel in Anspruch zu nehmen; die respektvolle Bezeichnung „Herr Oberst" bei ihren Bestellungen ließen sie schon gar nicht weg. So ging es Jahr für Jahr, bis schließlich jemand daran Aergernis nahm. Plötzlich erhielt nun der „Herr Oberst" eine Verfügung der Militärbehörde, wonach es ihm untersagt wurde, in Zukunft die Gäste der Kantine selber zu bedienen. Damit hatte das „Idyll" ein Ende, und die armen Soldaten müssen sich ! seither zu ihrem größten Leidwesen ihre Bedürfnisse von ganz gewöhnlichen Sterblichen befriedigen lassen.
» Der neue Salomo. In einer südrussischen Stadt, so berichten dortige Blätter, weigerte sich kürzlich ein ehrsamer Bürger, ein Paar Hosen, die er beim Schneider bestellt hatte, in Empfang zu nehmen und zu bezahlen. Die Sache kam vor Gericht. Hier erklärte der Beklagte zu seiner Rechtfertigung, daß die Hosen nicht nur „schlecht säßen", sondern auch zu eng seien. Der Schneider hingegen bestand sehr energisch auf dem Gegenteil und richtete schließlich an den Richter die Bitte, den Beklagten das Kleidungsstück versuchsweise anziehen zu lassen. Der weise Richter hatte es aber anders beschlossen. Er zog sich zunächst seine Stiefel aus, trat alsdann vor den Aktentisch und legte gemütlich das corpus delicti selbst an. Die Unaussprechlichen schienen dem weisen Salomo zu gefallen und — zu passen; er ging einige Male vor dem Aktentische auf und ab und entschied zur sichtlichen Freude des Schneiders und zur heimlichen Empörung des Beklagten, daß tue Hose keineswegs zu eng sei, tadellos sitze und nicht nur zum Tragen am Alltage, sondern auch an Sonn- und Festtagen sich eigne. Das Opfer seiner salomonischen Weisheit mußte aber bezahlen — den Schneider und die Gerichtskosten.
* Ueber eine vom Kaiser einem veruuglückteu Soldaten I erwiesene Aufmerksamkeit berichtet die „Tgl. Rdsch.": „Als bei der Parade über das Gardekorps das erste Garde- Feld-Artillerie-Regirnent im Galopp am Kaiser vorbeimarschierte, kam ein Geschütz der ersten reitenden Batterie dadurch zum Stehen, daß der Vorderreiter stürzte. Von der im Galopp nachfolgenden zweiten reitenden Batterie sprang das Pferd eines Bedienungs-Kanoniers über die Laffette des zum Stehen gekommenen Geschützes hinweg, stürzte zwischen dieser und der Protze nieder und I begrub den Reiter unter sich. Derselbe erlitt Neben einer
Drucksachen,
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Kriihl'sihk Univ.-Such- n. Aeindrnckerei,
Schirlstrabe 7.
Meyers Kohversalions - Lexikon


