unb das Publikum diesen verlassen hatten. Dreyfus blieb, wie gemeldet, vollkommen ruhig, und Leute, die ihn später haben das Lyceum verlassen sehen, versichern, daß er keine andere Physiognomie zeigte, als an früheren Tagen. Was Frau Dreyfus anlangt, so ertrug sie das Urteil um so gefaßter, als sie es erwartete. Sie und ihre ganze Familie sind zum Kampfe bereit. Zunächst wird Dreyfus beim militärischen Revisionsgericht gegen das Urteil Einspruch erheben. Außerdem kann er am 31. Dezember auf Grund des Gesetzes über bedingte Freilassung von der Regierung die Aufhebung feiner Haft erbitten, da an diesem Tage mit Einrechnung der auf der Teufelsinsel verbrachten fünf Jahre die Hälfte seiner Strafzeit verstrichen sein wird. Es ist aber sehr fraglich, ob er diesen Schritt thun wird. Demange befand sich neben Dreyfus, als diesem das Urteil verlesen wurde. Kein Wort wurde zwischen dem Verurteilten und seinem Verteidiger gewechselt.
Die erste Nachricht von seiner Verurteilung erhielt Dreyfus von Labori, der ihn in die Arme schloß und leise sagte: „Sie sind verurteilt zur Detention, werden aber nicht nach der Teufelsinsel zurückkehren." Dreyfus schüttelte seinem Verteidiger die Hand und sagte nur: „Trösten Sie meine Frau!" — Frau Dreyfus sagte zu ihrem Bruder Hadamard, der ihr die Nachricht von dem Urteil brachte: „Ich verzweifle nicht. Der ehrliche Name unserer Kinder wird und muß gerettet werden."
* * *
Als die beiden Richter, welche gegen die Verurteilung stimmten, das Lyceum verließen, weigerten sie sich mit den übrigen fünf Richtern zusammen in einem Wagen zu fahren. — In einem Cafs wurde gestern abend beim Erscheinen eines Offiziers das Singen der Marseillaise verlangt; man stieß Hochrufe auf die Armee aus. Einige revisionistische Journalisten, die nicht in den Ruf einstimmten, mußten flüchten, um Thätlichkeiten zu entgehen. — Gerüchtweise verlautet, Dreyfus werde nach Korsika auf den festen Platze Corte überführt werden.
Das Urteil im Land und in der Presse.
Paris, 10. September. Das Urteil hat hier mehr verblüfft als bestürzt; auch wird vielfach die Ansicht geäußert, das Urteil sei nur gefällt worden, um die Annullierung durch den Kassationshof herbeizuführen. Die Nationalisten beschimpfen die Mitglieder des Kriegsgerichtes Beauvais und Broguiaux, die gegen die Verurteilung gestimmt haben. Auf den Boulevards verhält sich die Menge ruhig. Allenthalben sind starke Abteilungen von mit Revolvern versehenen Schutzleuten aufgestellt, so insbesondere bei der „Libre Parole" und den Redaktionen der übrigen antisemitischen Blätter.
Man behauptet hier auch, die Gewährung mildernder Umstände bei der Verurteilung Dreyfus' sei auf die bekannte Note im deutschen „Reichsanzeiger" zurückzuführen. Mehrere Blätter glauben, Dreyfus habe nunmehr noch fünf Jahre abzusitzen, da er aber bereits 4 Jahre Zellengefängnis abgebüßt habe, habe er Anspruch auf eine Verminderung von J/4 seiner Haftstrafe. Weiter gebe ihm seine tadellose Führung das Recht auf eine gleiche Vergünstigung, sodaß er Ende September, nachdem fünf Jahre seit seiner ersten Verurteilung verflossen seien, das Anrecht auf bedingungsweise Freilassung habe. Man spricht übrigens schon von einer sofortigen Begnadigung seitens der Regierung.
Hervorragende Mitglieder der Dreyfus-Partei, Jaurös, Trarieux und andere, sandten folgende Adresse an Frau Dreyfus, die sie ihrem Mann übermitteln solle: „Die Unterzeichneten verlassen die Sitzungen des Kriegsgerichts, mehr als jemals von Ihrer Unschuld überzeugt, und drücken ihren tiefen Schmerz aus, den Ihnen Ihre neue Verurteilung verursacht. Zwei Ihrer Richter, zwei mutige Offiziere, haben Ihren Verteidigern recht gegeben, die andern zeigen die Unruhe ihres Gewissens, indem sie mildernde Umstände einem Verbrechen zuerkennen, das jede Milde ausschließt. Fürchten Sie nicht, daß wir Sie verlassen werden. Wir verpflichten uns, der Sache der Wahrheit und Gerechtigkeit treu zu bleiben."
Berlin, 10. September. Fast sämtliche Morgenblätter besprechen in längeren Artikeln die Verurteilung Dreyfus'. Nur die „Nord. Allg. Ztg.", die „Kreuzztg." und die „Deutsche Tagesztg." drucken die Telegramme aus Rennes ohne jeden Kommentar ab. Die „Staatsbg. Ztg." ist das einzige Blatt, welches die Verurteilung billigt. Dreyfus habe nicht für Deutschland, sondern für Rußland spioniert und deshalb seien ihm auch mildernde Umstände zugebilligt worden. Das Blatt vertritt die Meinung, daß die fünf Richter, welche für Dreyfus' Verurteilung gestimmt haben, die Ehre Frankreichs gerettet und sich als unbestechliche Richter gezeigt haben. Alle übrigen Blätter halten die Dreyfus zugebilligten mildernden Umstände für unverständlich und weisen aus die unberechenbare Folgen der abermaligen Verurteilung hin. Die „Post" schreibt: Sollte es nicht gelingen, das Dunkel, das noch immer über diesem Spionageprozeß liegt, zu lichten, so kann Deutschland das Urteil über sein Verhalten in dieser Affaire getrost der Nachwelt überlassen. Die „Berliner Neuesten Nachrichten" sagen: Kein Glied der europäischen Völkerfamilie kann einer so tiefen pathologischen Erschütterung verfallen, ohne daß sich früher oder später die Wirkungen auch im Verkehr von Volk zu Volk bemerkbar machen. Die „Nat. Ztg." führt aus: Das größte Verbrechen, welches seit den Tagen der Inquisition und der Hexenverbrennungen gegen die Würde der Menschheit unternommen worden, ist also vollbracht. Dem Verurteilten ist die traurige Genugtuung sicher, daß an dem gegen ihn begangenen Verbrechen gar manches zerschellen wird, was die Bedeutung eines Volkes in der Zeitgeschichte ausmacht. Die „Börsen Ztg." schließt ihren Artikel mit folgenden Worten: Die französische Republik hält sich nur noch durch die erbärmliche Schwäche
der Parteiungen, durch welche sie gespalten wird. Und was wir in letzter Zeit erlebt haben, beweist, daß der letzte Pfeiler, der ihr noch Halt zu geben schien, dem Zusammenbruch nahe ist. Die „Voss. Ztg." meint, Deutschland könne der Entwickelung der Dinge ruhig entgegensehen, Frankreich aber sei zu bedauern. Ein schlimmeres Unheil als der Richterspruch von Rennes konnte ihm nicht widerfahren. Der Kampf ums Recht beginne mit neuer Gewalt, in der Zuversicht, daß schließlich doch die Gerechtigkeit siegen muß. Der „Börs. Cour." sagt: Das ist eine moralische Kapitultion der französischen Armee, unter Nebenumständen, welche den Zusammenbruch von Sedan keineswegs begleitet haben. Die Komödie ist beendet. Mag die französische Regierung Sorge tragen, daß aus der Komödie sich keine Tragödie entwickelt. Das „Berl. Tagebl." schreibt: Für die Republik werden sich aus dem gestrigen Verdikt sowohl für die innere wie für die äußere Politik betrübsame Konsequenzen ergeben. Der Bürgerkrieg steht in Frankreich vor der Thür. Den ersten Gegenschlag dürfte Frankreich bei Gelegenheit der großen Weltausstellung des nächsten Jahres erfahren. Der Generalstab hat gesiegt, die Wahrheit ist unterlegen. Die „Volksztg." führt aus: Durch dieses Urteil ist bewiesen, daß in Frankreich eine unparteiische Rechtsprechung nicht mehr möglich ist. Die Parteileidenschaft hat die Gerechtigkeit überwunden. Die Regierung muß jetzt weiter in der Defension bleiben, seit dem deutsch-französischen Kriege die größte Niederlage, die über das unglückliche Land gekommen. „Halbschuldig" überschreibt der „Vorwärts" seinen Artikel. Dreyfus fei als schuldig und als schuldlos erklärt wyrden. Der Fanatismus des jesuitischen Militarismus habe den Kriegsrichtern gegen ihre eigene Ueberzeugung den Schuld- spruch entrissen. Der Unglückselige von der Teufelsinsel wird persönlich frei werden, seine leiblichen Qualen werden beendet sein, aber das gefesselte Recht ruft nach Befreiung.
Wien, 10. September. Die gestrige Verurteilung Dreyfus' wird von den hiesigen Blättern, mit Ausnahme der antisemitischen, alsgemeinerJustizmord bezeichnet, doch hätten nicht die Kriegsrichter Dreyfus verurteilt, sondern die Generäle hätten ihn verurteilen lassen. Die „Arbeiter-Zeitung" schreibt: „War das Urteil vom Jahre 1894 ein Justizirrtum, begangen aus menschlicher Schwäche, so ist das gestrige Urteil ein Justizmord, begangen aus menschlicher Niedertracht."
Nachschrift.
* Die abermalige Verurteilung von Dreyfus konnte nach den Eindrücken der letzten Tage nicht gerade mehr überraschen; doch wird sie in den weitesten Kreisen ans juristischen und logischen Gründen lebhaftes Befremden, aus menschlichen Rücksichten tiefen Unwillen erregen. Besonders stark müssen diese Empfindungen in Deutschland zum Ausdruck kommen, wo man nach den längst bekannten und vorgestern in feierlicher Form wiederholten amtlichen Erklärungen überzeugt ist, daß Dreyfus Deutschland gegenüber keinen Verrat an seinem Vaterlande geübt hat. Die Persönlichkeiten des Fürsten Münster und des Grafen Bülow stehen zu hoch, als daß sie durch ein französisches Gerichtsurteil, das ihre Glaubwürdigkeit anzweifelt, beleidigt werden könnten. Ein Grund für Deutschland, sich für die fernere Entwickelung dieser für Frankreich so betrübenden Sache offiziell zu in- teressiren, liegt also nicht vor. Daß die Angelegenheit mit dem Urteilsspruch nicht erledigt ist, scheint sicher; die Gründe, das Verdikt des Kriegsgerichts noch einmal der Entscheidung der höheren Instanz zu unterwerfen, sind zahlreich und gewichtig.
Das Urteil ist nicht bloß ungerecht, es ist auch unlogisch. Entweder ist Dreyfus ein Verräter, oder er ist cs nicht. Man hatte mildernde Umstände annehmen können, wenn er ein Patriot wäre, der im Interesse des eigenen Landes gehandelt hätte, aber für einen Offizier, der fein Heimatland verrät, giebt es keine „mildernden Umstände". So wie das Urteil vorliegt, ist es der Ausdruck einer Unsicherheit des Gewissens; die fünf Kriegsrichter haben nicht die ganz sichere Ueberzeugung der Schuld des Angeklagten gehabt und wollten die Sache nicht zu schlimm machen, für den Fall daß Dreyfus doch ein Verräter fein sollte.
Es ist daran zu erinnern, daß es Berufung gegen ein kriegsgerichtliches Urteil nicht giebt. Dagegen ist dem Verurteilten auf Grund von Formfehlern RÄurs an den aus sieben Offizieren zufammengefetzten Revisionsrat (conseil de rbvision) gestattet. Der Revisionsrat tritt wenige Tage nach dem Spruch des Kriegsgerichts zusammen. Bestätigt er das Urteil von Rennes, so muß alsbald die Degradation stattfinden. Ein weiteres Revisions- oder Annullierungsverfahren ist dem Kassationshofe Vorbehalten, jedoch kann dieser damit nur auf Befehl des Justizministers betraut werden.
Wie wir bereits Eingangs sagten, kennzeichnet das Wort des Patriarchen in Lessings Nathan den ganzen Prozeß besser als alle Kommentare. Der Jude ist unschuldig, so hatte nach Maßgabe der ihm vorgeschriebenen gesetzlichen Form der Kassationshof entschieden; der Jude ist unschuldig, so plaidierte in feierlichen Worten vor dem obersten Landesgericht der erste öffentliche Ankläger der Republik, Generalstaatsanwalt Manau; der Jude ist unschuldig, ließ in letzter Stunde nachmals die deutsche Regierung erklären, der Jude ist unschuldig, das lehrten die Verhandlungen zu Rennes, das bewies Demange mit feiner und unwiderstehlicher Logik, und als Verkörperung des in leidenschaftlicher Wahrheitsliebe aufbegehrenden Volksgewisfens schrie es Labori in alle Welt hinaus. Thut nichts; der Jude wird verbrannt, antworteten darauf die sieben Stabsoffiziere und Hauptleute des Kriegsgerichts der Bretagne. Nein, nicht verbrennen wollen die Kriegsrichter von Rennes den Juden, nicht einmal verbannen wollen sie ihn; sie haben bekundet, daß sie Kinder der Civilisation und der Aufklärung sind : sie haben Dreyfus zwar schuldig befunden, aber sie haben dem Generalstabs
offizier, der von seinen Kameraden einen Spruch über seine Ehre verlangte, — mildernde Umstände zugebilligt. Das ist, schreibt die „K. Z.", von welchem Gesichtspunkte aus man es auch betrachtet, das verhängnisvollste Urteil, das sie Men konnten, es ist ein politisches Urteil, das nicht nach Wissen und Gewissen die Schuld des Angeklagten wägt, sondern einen Ausweg sucht, um politische Gegensätze zu versöhnen, es ist ein Urteil aus dem Rückstände barbarischsten Mittelalters, wo die Richter, falls ihnen die Anklage den überzeugenden Beweis der Schuld nicht erbracht hatte, eine mildere Strafe verhängten; es ist ein Urteil der Feigheit!
Mairs uud PrsvmMes.
Gießen, 11. September 1899.
* * Einführung des Großh. Gymnafialdirektors. Heute vormittag 9 Uhr fand in Gegenwart der Spitzen der Behörden und vieler Eltern die feierliche Einführung des neuernannten Gymnasialdirektors HerrnProf. vr. Schaed el durch den Vertreter der obersten Schulbehörde, Herrn Geh. Oberschulrat Nodnagel, statt. Herr Geh. Oberschulrat Nodnagel skizzierte in seiner Ansprache die vielfachen Aufgaben des Direktors, seine Stellung gegenüber der vorgesetzten Behörde, dem Kollegium, den Eltern und Schülern seiner Anstalt und betonte mit Nachdruck die Notwendigkeit, daß das Gefühl der Selbstverantwortlichkeit in allen Glieden der Lehrerkollegien lebendig sei. Die Staatsregierung hege zu dem neuen Direktor, dem es wohl vergönnt fein würde, die Feier des 300jährigen Bestehens dieser gelehrten Anstalt zu begehen, in jeder Beziehung das größte Vertrauen. — Herr Prof. D. Stamm begrüßte dann den neuen Direktor namens des Lehrerkollegiums aufs herzlichste. — Darauf erörterte Herr Direktor Schaedel in gedankenvoller Rede die mannigfachen Bedenken, die jetzt auf ihn einstürmten und versprach das ihm entgegengebrachte Vertrauen dadurch zu rechtfertigen, daß er feine ganze Kraft dieser Anstalt widme, an deren Spitze zu stehen stets sein stiller Wunsch gewesen sei. — Gesang des Schülerchors beendete die erhebende Feier.
* * Militärdienstnachricht. Seidel, Jntend.-Bureau- diätar von der Intendantur des 18. Armeekorps, zu der Intendantur der Großh. Hess. (25.) Division zum 1. Oktober d. Js. versetzt.
* * Ernannt wurde am 6. September l. I. der Johann Heinrich Metzger zu Butzbach zum Steuerkommissariatsgehilfen.
* * Gießener Volksbad. Der Besuch des Bades int Monat August zeigt — ohne Zweifel infolge der Schul- und sonstigen Ferien — einen erheblichen Rückgang gegenüber dem Vormonat. Insgesamt wurden abgegeben 7374 Bäder gegen 8695 im Monat Juli, oder im Durch schnitt pro ganzen Badetag 254 Bäder gegen 304 im Monat vorher. — Der Besuch hat sich im einzelnen verteilt, wie folgt:
Schwimmbad 3048 Männer, darunter 453 zu 10 Pf.,
1173 Frauen, „ 271 „ 10 „
Wannenbäder 1. Klaffe 190 Männer, 86 Frauen,
H 2. „ 542 „ 678 „
Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen 100 Männer, 8 Frauen,
Brausebäder zusammen 1549.
Die Personenwage wurde von 160 Personen benützt, bair Bad von 44 Personen besichtigt.
♦ ♦ Die Vorträge für die Gerichts Affefforen und -Acceffisten im Recht des Bürgerlichen Gesetzbuches werden am Mittwoch dem 20. September 1899, nachmittags 4 Uhr,, wieder fortgesetzt.
* * Nationalliberale Partei. Sicherem Vernehmen nach wird Sonntag den 17. September d. I. eine Sitzung des Landesausschusses der nationalliberalen Partei in Darmstadt stattfinden. Hauptgegenstand der Tagesordnung wird die Beratung der Landtagswahlen fein.
* * Kursus im Schönschreiben. Erne gute Handschrift ist von großem Werte für jedermann, ja mehr als einer, der Karriere gemacht hat, hat dies seiner schönen Handschrift zu verdanken. Wer also die schlechte Handschrift hat, der lasse die Gelegenheit, sie verbessern zu können,, nicht unbenutzt. Eine solche bietet Herr Kalligraph O. Gottlieb der in Kürze einen Kursus im Schönschreiben hier eröffnet und Meldungen durch die Geschäftsstelle dieses Blattes bis zum 15. ds. Mts. annimmt. Herr Gottlieb hat viele Erfolge zu verzeichnen, und auch hier hat sich seine Methode vielfach bewährt. Die Teilnahme an dem Kursus kann also empfohlen werden. (Siehe Inserat in dieser Nummer.)
• * Auf Ersuchen des Verfaffers des Eingesandt in Nr. 218, 1. Bl. des „G. A." berichtigen wir gern, daß es in demselben statt Abonennten, wie im Manuskript deutlich zu lesen, Abonnenten heißen soll. Statt über eine jüdische Angelegenheit heißt es im Manuskript über rein jüdische Angelegenheiten.
♦ ’ Auszeichnung. Herrn C. Seyd, Zentral-Post- karten-Bertrieb in Boppard, wurden die in seinem Verlage erschienenen Hänsel- und Gretel-Postkarten, welche mit gütiger Erlaubnis des Komponisten der gleichnamigen. Oper, Herrn E. Humperdink, nach Original Aufnahmen der Kinder desselben angefertigt wurden, und sich infolgedessen größter Beliebtheit und eines sehr guten Absatzes erfreuen, auf der in Ostende stattgefundenen Ersten großen Internationalen Postkarten-Ausstellung mit bei höchsten Auszeichnung, der Großen Goldenen Medaille, ausgezeichnet. Die Jury hob in ihren Gründen besonders hervor, daß trotz der starken Konkurrenz (es waren über 250 Firmen vertreten) die Karten wegen der Originalität der Auffassung und der gediegenen Ausführung des Ganzen mit der höchsten Auszeichnung bedacht worden wären. Möge


