Ausgabe 
12.7.1899 Zweites Blatt
 
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*f Fürsorge für geistig zurückgebliebene Kinder. Die abnorm beanlagten Kinder lassen sich in zwei Gruppen teilen, in bildungsr^nfähige und bildungsfähige Kinder. Für die ersteren gibt es in Deutschland 60 Jdiotenanstalten, in denen die Insassen event. bis an ihr Lebensende verpflegt werden. Noch viel wichtiger als die Pflege idiotischer Kinder ist die Ausbildung derjenigen geistig zurückgebliebenen Kinder, die zum Eintritt in das öffentliche Leben zu gewinnen sind. Diese Kinder haben leider bisher fast allgemein keine geeignete Erziehung erhalten, sie sind infolge dessen dauernd ihren Familien oder den Kommunen zur Last gefallen. Es sei darum auf eine Broschüre des Direktors B. Wildt in Nordhausen überFürsorge für geistig zurückgebliebene aber noch bildungsfähige Kinder" hingewiesen, in welcher der Beweis zu führen versucht wird, welche Erziehungsweise für derartige Kinder am besten ist. Die Broschüre wird von Herrn B. Wildt gratis versandt.

+ Grimberg, 10. Juli. Mit dem am 12. und 13. August l. I. hier stattfindenden Verbandstag des Gabels­berger Stenographenverbandes für Hessen und Nassau wird auch ein Preiswettschreiben verbunden werden. Hierzu beabsichtigen die Damen'Grünbergs einen Ehrenpreis zu stiften. Die Vertreterversammlung tagt am Vorabend im GasthausZum wilden Mann". Sonntag vormittag findet die Festversammlung mit Vortrag in der Turnhalle statt. Nachmittags wird der hiesige Musikverein in der Halle konzertieren, und ein Festball in demselben Lokale wird den Schluß der Veranstaltung bilden. Es ist zu hoffen, daß das Fest, unter zahlreicher Beteiligung der Bewohnerschaft und auswärtiger Vereine einen schönen und würdigen Verlauf nehmen wird.

x Grünberg, 10. Juli. Kaum sind die Spuren des am 21. Juni über unsere Gegend ziehenden Unwetters einigermaßen verwischt, so wurde heute nachmittag gegen 6 Uhr unsere Stadt abermals durch ein schweres Ge­witter mit starkem Regen und Hagelschlag heimgesucht. Glücklicherweise hielt dasselbe nur etwa eine Viertelstunde an, sodaß der verursachte Schaden nicht allzu groß sein dürfte. Auch heute zeigte sich wieder, daß die von Norden kommenden Wetter für unsere Gegend am gefährlichsten sind.

Mücke, 10. Juli. Kürzlich berichteten wir, daß hier eine elektrische Beleuchtungsanlage geplant sei. Der Plan dieser Anlage wird nun seiner Verwirklichung in nächster Zeit entgegengehen. Sämtliche Hausbesitzer auf Mücke sind für das Projekt gewonnen worden. Die elek­trische Kraftquelle liefert die Dampfholzschneiderei des Herrn Schmidt hier. Die Ausführung der Anlage ist einem Frankfurter Elektrizitätswerk übertragen. Hoffentlich bleibt nach Eröffnung der neuen Beleuchtung das eigentliche Sta­tionsgebäude nicht zurück, sondern erhält auch Anschluß und mehr Licht.

n. Ortenberg, 9. Juli. Im nahen Selters feierten heute unter großer Beteiligung die Gesangvereine des Nidderthal-Sängerbundes ihr diesjähriges Bundes- f e st. Das herrliche Festwetter, das nach der langen Regen­periode die Gemüter besonders heiter stimmte, trug viel zum Gelingen des schönen Festes bei.

§ Aus dem Ohmthal, 10. Juli. Je mehr die ländliche Bevölkerung sich den Industriezweigen zuwendet, desto schwieriger wird es dem Landwirt, die nötigen Hilfsarbeiter zur Zeit der Ernte zu bekommen. Dieser Mangel an Ar­beitskräften tritt gleich bei der Heuernte in die Erscheinung. Gerade die Heuernte verlangt zum Mähen des Grases ein größeres Aufgebot von Arbeitern. Die Industrie, die nun dem Landwirt durch besseren Lohn die früher billigen Ar­beitskräfte entzieht, gewährt ihm nach einer Richtung hin wieder Ersatz für den benannten Verlust in den landwirt­schaftlichen Maschinen. Man war bis vor kurzem seitens vieler Landwirte noch der Meinung, landwirtschaft­liche Maschinen eigneten sich nur für den eigentlichen land­wirtschaftlichen Großbetrieb, da hier größere Ländereien­komplexe lediglich den Maschinenbetrieb rentabel machten. Je mehr man sich aber mit der Zeit davon Überzeugte, wie die landwirtschaftlichen Maschinen viel Zeit, Kraft und Mannschaft ersparten, und wie eben der Mangel an Ar­beitskräften nach Ersatz den Blick lenkte, desto mehr gewann und gewinnt man Lust und Liebe zu den landwirtschaftlichen Maschinen. So sehen wir zur jetzigen Heuernte in den Wiesen des oberen Ohmthales mehrere Mähmaschinen in Thätigkeit. Sie waren seither hier eine noch unbekannte Erscheinung. Wer diese Maschinen in Thätigkeit sieht, der erstaunt eben über die Leistungen derselben. Das Mähen des Grases, das manch sauren Schweißtropfen kostet, geht hier wie mit Zauberkraft von statten. Wie diese modernen Mähmaschinen, so gibt es noch eine Reihe anderer Maschinen, die alle dazu berufen sind, dem Landwirt Ersatz für den Mangel an Arbeitskräften zu liefern und ihm es zu ermög­lichen, den Anforderungen unserer jetzigen Zeit an den land­wirtschaftlichen Betrieb vollauf gerecht zu werden.

n. Nieder Florstadt, 9. Juli. Heute feierte, vom Wetter ganz besonders begünstigt und unter lebhafter Teilnahme der gesamten Einwohnerschaft unser Kriegerverein sein 2 5 j ä h r i g e s Bestehen. Die eingeladenen Kriegervereine waren zahlreich erschienen und marschierten, mit den hiesigen Vereinen und der Schuljugend zu einem stattlichen Festzug vereinigt, durch den aufs schönste herausgeputzten Ort nach dem im nahen Hochwald gelegenen prächtigen Festplatz. Hier begrüßte ein aus den Schülern der Oberklasse und einigen Sängern gebildeter gemischter Chor die Festteilnehmer mit der Motette:Hör uns Allmächtiger." Hierauf hielt Herr Lehrer Jakobi von hier die Begrüßungs- und Fest­rede, in der er der Gründung und der Erlebniffe des Vereins gedachte und die Zwecke der Kriegervereine schilderte. Im Anschluß hieran brachte er dem deutschen Vaterland und seinen Fürsten ein Hoch aus, in das die Versammelten be- g.eistert einstimmten. Der Präsident des Bezirksverbandes Jriebberg, Herr Dönges, Überreichte dann im Namen des Vorstandes vom Hassiaverband dem Jubelverein sowohl als

auch dem Rechner, der seit der Gründung die Kasse geführt, Ehrendiplome. Damit schloß der offizielle Teil des Festes und die allgemeine Fidelität nahm ihren Anfang.

Mainz, 8. Juli. Aus Anlaß des 50jährigen Ju­biläums der Mainzer Feuerwehr wurde heute vor­mittag in Gegenwart der Vertreter der Regierung, der städtischen Behörden und der Militärbehörden in der Stadt­halle eine Ausstellung von Feuerwehrgeräten eröffnet, die in reichhaltigster Weise beschickt ist. Herr Beigeordneter Haffner eröffnete sie mit einer Ansprache, worauf ein Rund- gang vorgenommen wurde. Hierauf wurde durch einen Festakt das Jubiläum der Feuerwehr mit Musik- und Ge­sangs-Vorträgen eröffnet. Provinzialdirektor v. Gagern beglückwünschte die Feuerwehr im Namen der Regierung, Oberbürgermeister Dr. Gaßner im Namen der Stadt Mainz und Gouverneur v. Collas im Auftrag der Militärbehörde, worauf Herr Brand-Direktor Pricken dankte. Namens des Großherzogs überreichte Provinzialdirektor v. Gagern an folgende Personen Orden: das Ritterkreuz 1. Klasse des Philippsordens an Brand-Direktor Pricken, das Ritterkreuz 2. Klasse desselben Ordens an Oberbrandmeister Keller, das silberne desselben Ordens an die Brandmeister Gimbel, Becker und an den Zeugwart Schreiber, das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift für Verdienste den Spritz- meistern Hubel und Grundel, sowie dem Feuerwehrmann Bierthaler. Nachmittags fanden unter dem Vorsitz von Brand-Direktor Pricken-Mainz die Beratungen des 18. hes­sischen Feuerwehrtages statt. Ein Antrag auf Bestellung eines Landes-Feuerwehr-Jnspektors gab zu langen Debatten Veranlassung. Die Regierung selbst verhielt sich, gleich den meisten Delegierten, ablehnend gegen den Antrag, doch wurde beschlossen, daß eine Konferenz der Kreisfeuerwehr­inspektoren eine Instruktion für die Feuerwehrinspektoren des ganzen Landes ausarbeiten soll. Ein Antrag, die in dem Uebungsbuch für freiwillige Feuerwehren enthaltenen Sanitätsvorschriften einer zeitgemäßen Umänderung zu unter­werfen, wurde angenommen. Der nächste hessische Feuer­wehrtag findet 1902 in Bad-Nauheim statt.

Vermischtes.

* Vom Deutschen Flotten Verein. Man schreibt: Die reich illustrierte, vom Deutschen Flotten Verein heraus­gegebene MonatsschriftUeberall", welche sich ausschließlich mit allen sich auf unsere und fremde Marinen beziehende Fragen beschäftigt und eine Fülle vortrefflicher Illustrationen bringt, hat den Zweck, in anregender, populärer Weise das Verständnis für das Wesen und die hohe Bedeutung unserer Flotte in den weitesten Kreisen des deutschen Volkes zn ver­breiten. Der Schiffsbau, die Bewaffnung, Dienst und Leben an Bord der einzelnen Schiffe, wie im Geschwader, Be­deutung und Zweck der verschiedenen Schiffstypen, Wert und Notwendigkeit einer starken Seemachtstellung in mili­tärischer, politischer und besonders auch wirtschaftlicher Beziehung werden in leicht faßlicher Darstellung fortlaufend erörtert. Wer sich in all diesen Fragen unterrichten, ihre Entwickelung verfolgen will, wer Freude an der mächtigen Entfaltung des Reiches über See hinaus hat, wer überzeugt ist, daß auf dieser, besonders in kolonialer, wie handels­politischer Hinsicht, für unser Vaterland eine große, segens­reiche Zukunft beruht, dem sei, soweit er auf einen jähr­lichen Bezugspreis von 10 Mark nicht zu sehen braucht, diese patriotische, vielseitige Zeitschrift wärmstens empfohlen.

* Eine interessante Untersuchung, die vielleicht auf einen neuen Spionageprozeß hinauslaufen wird, ist augen­blicklich beim Metzer Landgericht anhängig gemacht. Vor etwa acht Tagen wurden in Metz nach derVoss. Ztg." zwei Männer verhaftet, die sich für französische Missionare ausgaben und Mönchsgewänder angelegt hatten. Sie waren mit Empfehlungsschreiben aus Frankreich und besonders aus Algier versehen, um angeblich für Missionszwecke zu sammeln. Der Mangel einer Erlaubnis der Metzer Behörde und der Umstand, daß sie sehr reichliche Geldmittel besaßen, führte zu ihrer Verhaftung. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, daß der eine ein Araber aus Algier ist, der nur mangelhaft französisch versteht ober verstehen will. Durch Vermittelung eines Dolmetschers soll festgestellt sein, daß es sich hier nicht allein um unerlaubtes Geldsammeln handelt.

* Eine gefährliche Krankheit tritt nach Dr. Favre (Charkow) seit Jahren im ostsibirischen Bezirke Akfcha an der chinesischen Grenze seuchenhaft auf, deren Verlauf voll­kommen dem der Pest ähnelt, sich aber von dieser dadurch unterscheidet, daß sie noch nie als Dolksseuche, sondern nur in kleinen Herden als Hausseuche aufgetreten ist. Die An­steckung soll von einer in jener Gegend vorkommenden Murmeltierart, dem Sabagan (Aretomys Bobae) ausgehen. Bis jetzt ist dieseSabagan-Pest" noch nicht wissen­schaftlich untersucht worden, was aber um so wünschens­werter wäre, als jene Gegend durch die Eröffnung der Sibirischen Eisenbahn dem Weltverkehr näher gebracht wird.

* Zehn Gebote für den Verkehr mit Hausgenossen. 1. Man sei stets nachgiebig, ohne sich alles gefallen zu lassen. 2. Man begrüße sich stets freundschaftlich, meide aber womöglich den näheren Verkehr. 3. Man lasse sich nie über die Mitbewohner von den Dienstmädchen u. s. w. erzählen. 4. Man halte nie dieselbe Waschfrau, Näherin u. s. w. 5. Man nehme nie ein Mädchen, das schon im Hause gedient hat. 6. Man unterlasse das gegenseitige Entlehnen, kommt es aber doch einmal vor, so gebe man das Geliehene bald mit Dank zurück. 7. Hat man auf der Treppe oder im Hausgang etwas verstreut oder aus­gegossen, so lasse man es sofort sauber beseitigen. 8. Man nehme stets Rücksicht auf die neben, über ober unter sich Wohnenben burch Vermeidung alles unnützen Lärms, Ge­trampels und besonders Mißhandlung des Klaviers; unter­lasse das Ausschütteln von Teppichen, Vorlagen usw. aus den Fenstern, sowie das Uebergießen von Blumen auf den Fenstergesimsen. 9. Hört man einen Wortwechsel, der in

ben besten Familien Vorkommen kann, so schließe man Fenster unb Thüren und entferne sich, um nichts davon zu verstehen. 10. Man bilde sich niemals ein, die gesittetsten unb bravsten Kinber zu haben, unb lehre sie neben ben zehn Geboten Gottes auch bie vorstehenben.

* Wo werben die meisten Ansichtspostkarten in Deutsch­land verschickt? Diese Frage dürfte oft gethau werden und wir antworten darauf: Vorn Niederwalddenkmal, das im vorigen Jahr mit 216,000 Postkarten den höchsten Rekord erreichte. Dann folgt das Kyffhäuser - Denkmal mit 168,000, bie Bastei mit 154,000, bie Wartburg mit 146,000, bcr Brocken mit 144,000, die Schneekoppe mit 139,000, bie Rubelsburg mit 57,000, bas alte Schloß in Heibelberg mit 45,000 Ansichtspostkarten. Diese Zahlen haben sich bei einigen bieser Lieblings - Ausflugsorte seit bem Jahre 1893 nahezu verdoppelt, ja bei ber Bastei sogar verdreifacht, bei allen aber ist von Jahr zu Jahr eine sehr erhebliche Steigerung eingetreten. Jedenfalls geht aus bieser kleinen Statistik hervor, baß (in Anbetracht ber beim Nieberwalb- denkmal und beim Kyffhäuser erreichten höchsten Ziffern) die patriotische Begeisterung noch mehr zum Schreiben einer Ansichtskarte anregt als bie Freube an ber schönen Natur.

Stoßseufzer eines Junggesellen in Hessen. Anläßlich bes von ber Zweiten Kammer gefaßten Beschlusses, eine Junggesellensteuer einzuführen, veröffentlicht bas Mainzer Journal" ben folgenden poetischen Stoßseufzer eines Un­verehelichten:

Es kommt im Leben selten Ein Unglück ganz allein. Da nützet auch kein Schelten Es könnt' noch schlimmer sein.

Ich bin ein Junggeselle Unb Rabler obenbrein, Ich fahre gar nicht schnelle Unb bin sonst ganz allein.

Für beibes soll ich zahlen Steuer in Hessen zugleich. Das will mir nicht gefallen, An mir wirb keiner reich.

Da stürze ich mich schließlich Noch in ben Ehestanb Unb stell' mein Rad verdrießlich Für immer an bie Wanb.

Meratur, Wissenschaft und Kunst.

^Der Bär", illustrierte Wochenschrift für Geschichte und modernes Leben (Verlag von Friedrich Schirmer, Berlin SW., 13, Neuenburgerstraße 14a), bringt in Nr. 27 neben der Fortsetzung des RomansOpfer des Herzens" von O. Elster, nachstehende hocd- interefsante Artikel:DaS Berliner Theater in den Jahren 1827 und 1828." Von Eugen von Jagow.Krieg im Frieden." Von Braune. Den Schluß der ErzählungMartino." Von Rudolf Elcho.Eine Pfingstfahrt in den Harz." Von Karl Langhammrr. III.Kunst und Wissenschaft."Berliner und Märkische Chronik." Sehr interessant find auch dieKleine Mitteilungen" desBär" darunter: Eine Geschichtsfälschung. Brandenburg an der Havel erhält Zollfreiheit. DaS zerstörte Zigeunergrab. Französische Okku­pation u. v. a. Wieder eine rcichillustrierle Nummer und können wir unseren Lesern nur wiederholt empfehlen, sich ein Abonnement auf denBär" zu bestellen. Man wird uns Dank wissen, daraus htngewiesen zu haben.

Die soziale Wirksamkeit der Hohenzollerrr von vr. phil. Theo Sommerlad, Privaldozent an der Universität Halle. Preis 3 Mk. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Der Verfasser dieser auf daS mannigfachste anregenden Skizze der sozialen Wirk­samkeit der Hohenzollern ist unausgesetzt bestrebt, den Dingen auf den Grund zu gehen und bei allen Erscheinungen deS modernen Kulturlebens nach Möglichkeit die verknüpfenden Fäden nachzuweisen. Die Würdigung der Reformation in ihrer Bedeutung auch für daS öffentliche Leben des deutschen Volkes leitet die Darstellung der sozialen Thätigkeit des Großen Kurfürsten ein. Der hervorragende Empiriker auf dem Throne, Friedrich Wilhelm I., sein ruhmreicher Sohn, derKönig der Geusen", die Stein-Hardenbergsche Reform, die Begründung der deutschen Zolleinhett, die durch die kaiserliche Botschaft vom 17. November 1881 etngeleitete Sozialgesetzgebung im neu geeinigten Deutschland werden in großen Zügen dem Leser vor Äugen geführt. Gewissenhafte Ausnutzung aller im Druck vorliegen­den Quellen, Freude am Vaterland und Mut für treue Zukunftß- arbett spricht aus jeder Zeile des patriotischen Werkes, das sich in seiner klaren Schreibweise an die weitesten Kreise wendet.

Mit dem Beginn deS Sommers stehen im Blumentisch, auf dem Balkon und vor den Fenstern die Lieblinge der Blumenfreunde in üppigster Vegetation. Mehr als zu anderen Selten stellen sich jetzt aber auch die Feinde der Topfblumen ein, namentlich in Ge­stalt niederer Insekten, und drohen alle Hoffnungen zu vernichten. In der kürzlich erschienenen 2. Lieferung der 2. Auflage des Hand- buchs der praktischen Zimmergärtnerei von Max Hesdörffer (Verlag von Gustav Schmidt, Berlin SW. 46) finden wir zur recht.n Zeit eine eingehende illustrierte Schilderung über die Feinde der Zimmerpflanzen und deren Vernichtung. Auch über daS Einpflanzen und Verpflanzen, über das Gießen, die wichtigste Arbeit im Sommer, über daS Schneiden und Aufbinden der Topfgewächse und über die Reinlichkeit bei der Pflanzenkultur flieht diese Lieferung eingehende Auskunft. In der soeben erschienenen Lieferung 3 finden wir eine eingehende Abhandlung über die Krankheiten der Zimmerpflanzen, Ratschläge für den Einkauf und Transport, über das Aufbewahren und Antreiben ruhender Knollen, Regeln über die Sommerbehandlung der Zimmerpflanzen, über die Blumenkästen und ihre Bepflanzung und neben vielen anderen praktischen Artikeln auch eine mächtig illustrierte Abhandlung über moderne Blumenvasen als Zimmer- schmuck. Nicht weniger als 52 Originalabbildungen im Text schmücken diese Lieferungen. Von den Tafeln stellt eine den in Hamburg mit erstem Preis prämiierten Blumentisch, eine zweite ein prachtvolles Aquarium mit Sumpfgewächsen, Zimmerkultur deS Verfassers, dar. Dieses Handbuch, das beste Werk über Zimmergärtnerei, erscheint in 10 Lieferungen zum Preise von je 75 Pffl. und ist durch jede Buch­handlung zu beziehen.

MQWnö QU z- dass <* bekannten Kuren geg. Angst, JUvl V Um vH Zwangsgedanken, Sohlaflosigk , Asthma, Herz- erreg., Magen- u. Darmträgh., Sohwächezust, def. Gicht eto. auch in d. Jahre v. April bis Okt. in Auerbach, Hessen stattfinden. Prosp. üb. Eigenart u. Wirkung frei.

2535 Dr. Borcherdt.