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Zlints- unb Anzeigsblatt für den Ureis Giefzen
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<jie Sozialdemokratie am Scheidewege.
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Zuchthäuser überflüssig werden. Bernstem dagegen stellt fest, daß „selbst von größeren Eigentums Umwälzungen eine rasche Wandlung der Menschennatur nicht zu er-
tUatrne von Anzeigen zu der nachmittag- für d« erscheinendm Nummer bi- vorm. 10 Uhr.
Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische Uatksknnde.
nutze machen wird. Was er aufgiebt, sind nicht blos die Folgerungen von Marx, sondern seine Grundlagen.
Von der materialistischen Geschichtsauffassung, die die Voraussetzung des Marxismus ist, bleibt bei Bernstem knapp der Name übrig. Was er darunter versteht, dem kann selbst ein verständiger konservativer Geschichtsschreiber zustimmen. Denn daß die ökonomischen Verhältnisse einen überaus wichtigen Faktor in der geschichtlichen Entwickelung darstellen, leugnet kaum noch jemand. Nur über den Grad der Wichtigkeit wird gestritten. Die remen Materialisten mit ihrer historischen Notwendigkeit werden von Bernstein sehr niedlich als die „Calvinisten ohne Gott" verspottet. Und doch waren sie bisher in der Sozialdemokratie maßgebend. Klassisches Zeugnis legt davon Bebels „Frau" ab, in der so rührend naiv ausgeführt wird, wie rm Zukunfts- staat die sozialistische Wirtschaftsordnung alle Menschen gut
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geläuterter Gestalt weiter zu entwickeln. Er glaubt das sicherlich auch. Thatsächlich aber fußt er nur so viel aus Marx, wie auch jeder „bürgerlicher" Nationalökonom von
tiianvergehen. I
Und nun kommt zu alldem Bernsteins neues Buch.
es der Funken, der das Pulverfaß zur Explosion bringen mrb* Oder wird es einfach heißen: „Mann über Bord. Die Fahrt geht weiter!" Nun, wir wollen nicht prophezeien, fmbern ruhig abwarten. Eines nur steht fest: eme Ent- schcidiung muß kommen.
Denn Bernstein ist nicht dieser oder jener, den man über Partei dulden könne, auch wenn er noch so grause Ansichten hat. Er ist der einzige persönliche Schiller von Fiikb rich Engels, vielleicht nur ein Epigone, jedenfalls aber Ku dem Tobe dieses Großen der bekannteste und anerkannteste Acttreter des „wissenschaftlichen Sozialismus". Die lautere Mich des marxistischen Sozialismus hat er an den Brüsten &r .Mütter" selbst getrunken. In ihm erblickte man mit Cgtolv, den „bürgerlichen" Nationalökonomen gegenüber dem Knifsenen Wortführer und Fortführer der marxistischen foftrin. Und nun entpuppt er sich plötzlich als ihr Zer- jfeter. Das heißt, er behauptet natürlich, nur die Fehler
dem System Marx Engels auszuscheiden, und es in
Der „Mainzer Anzeiger" schreibt. I ,ulc uuu* „wuiavv“'9vv ---------,
Seit der eiserne Reifen des Sozialistengesetzes gefallen ^fangener Gesinnung sich die Forschungen Marx zu . t, airt es in der Sozialdemokratie. Aeußerlich ist die I 1 - - ' •
Önnbeit noch da, dank vor allem der überlegenen Diplomatie
Innerlich klaffen die Gegensätze, unüberbrückt durch
8« Äompromißbeschlüsse der Parteitage. Unüberbruckt
Kiehener Anzeiger
Heneral-Anzeiger
Erscheint tt-Nch pi! Ausnahme de-
Monlag-.
Vie Gießenrr ^»iitte«vlLtter vieVn dem Anzeiger - -H'nilich viermal beigetegt.
rmtil unüberbrückbar.
Die Frage der Beteiligung an den Landtagswahlen §<s! ungelöst. Der alte Liebknecht erklärte die Beteiligung sjUr piinzipienwidrig. Trotzdem hat sie an manchen Orten sj-»gefunden. „Kanonen"-Heine mit seiner Bereitwilligkeit Mm „Suhhanbel" ist nicht „geflogen", sondern erfreut sich ästige seines geschickten Auftretens im Reichstage steigenden -Tuschens. Pons hat seinen ketzerischen Vorschlag, den ersten irtiinblegenben Teil des Programms aus dem Programm « streichen, noch nicht zu büßen gehabt. Schippel hat das Mimm-Fell abgelegt und kämpft mit offenem Visier für M stehende Heer gegen den Götzen des Miliz-Heeres. * v v
Wit) hat sich agrarpolitifche Vorschläge erlaubt, die den I 177obafe bie Verbrechen von selbst" aufhören und die
:BeiiaM der „Deutschen Tageszeitung" fanden, und wird da- I - 7.,..' , " hnnpnpn stellt
Äi von David zerzaust, der übrigens unentwegt für ein Azrai programm zur Gewinnung der Bauernstimmen kämpft, *(-nb Kautsky auf jedes besondere Agrarprogramm und rßjnit auf die Bauern selbst verzichtet.
Die praktischen Hamburger von Elm und Genossen ininben eine Genoffenschaft größten Stiles „Produktion" Nick Dein Borbilde der Belgier, und werden deshalb von M Theoretikern der Partei übel angesehen. Nirgends, [w schreibt Sello (Berlin) in der „Welt am Montag", virgkuds bisher ein Voneinandergehen, allenthalben ein Aus-
entsetzliche Nachricht von der Verbrennung des „Cospatrin" auf dem Wege von England nach Neu-Seeland. Drei Leute von der Mannschaft überlebten alle Kollegen; sie losten, welcher von ihnen getötet werden sollte, um von den andern — verzehrt zu werden. Es ist eine der schauerlichsten See- qeschichten, die je erzählt worden. Nur ein Mann kam zurück nach England, der Maat, welcher sich als Menschenfresser am Leben erhielt. Er wurde durch das Dampfschiff „Nyanza" heimgebracht.
Dreißig Journalisten erwarteten die Ankunft des Schiffes in Plymouth, und man war übereingekommen, den Maat seine Erlebnisse in Gegenwart aller erzählen zu lassen. Aber die Daily News" waren mit diesem Abkommen nicht zufrieden und Mr. Archibald Forbes fuhr nach Plymouth und wartete in einem kleinen Gasthause der Dinge, die da kommen sollten. Er charterte einen Schlepper und wies den Kapitän an, sich an einem einsamen Landungsplätze in Be- reitschaft zu hallen. Endlich kam die Nachricht, daß der Nyanza" das Leuchtfeuer, 25 Meilen von der Station unseres Berichterstatters entfernt, passiert habe. Sobald die Dämmerung über dem Hafen lag, fuhr Herr F°rbes m dem Schlepper dem Schiffe entgegen. Als er an das schiff kam, sprang er kühn von der Brücke des Schleppers herab und faßte die Segeltaue des „Nyanza".
Wo finde ich Macdonald, den Maat des „Cospatnck? Schnell!" rief er aus, als er auf Deck gezogen wurde; bald darauf lauschte er schon der Erzählung des Mannes, der die schrecklichen Erlebnisse hinter sich hatte. Er gab D^cdonald 50 Sovereigns, damit dieser ihm allem seine Geschichte
Feuilleton.
Kostspielige ZeiiungsartiKel.
Von E- Osten.
(Nachdruck verboten.)
Es ist der Stolz jedes Redakteurs oder Berichterstatters, ksii jein Blatt eine sensationelle Nachricht zu erhaschen, welche Htiite andere Zeitung zu bringen in der Lage ist. Es giebt .&t andererseits auch keine größere Demütigung für ein Haftes Blatt, als bei wichtigen Meldungen ein Kon- 'Krenzblatt zitieren zu müssen. Bei uns in Deutschland nf. man in diesen Dingen allerdings etwas kaltblütiger, als r England und Amerika, wo das Zeitungswesen bedeutend nii er ausgebildet und das Publikum nach sensationellen «migkciten mit wahrer Leidenschaft Verlangen trägt.
Es werden oft riesige Geldsummen für derartige, als ^kLusives bezeichnete, sensationelle Neuigkeiten, die kein «itbercS Blatt erhält, bezahlt. So soll, nach Tit-Bits, der toaiudgebcr der „Pall Mall Gazette", 10 000 Mk. für •Jie Nachricht, daß Gladstone im Begriffe sei, abzudanken, .«zahlt haben, und das Geheimnis war diesen Preis wohl etrti denn wochenlang verwies fortwährend jede Zeitung ir. England und Amerika auf die Nachricht, welche die „Pall M" zuerst der Oeffentlichkeit übergeben hatte. Die Ver- faitiung des Blattes nahm einen riesigen Aufschwung.
Die „Daily News" erlangten aber einmal einen sehr ^«würdigen Artikel für nur 1000 Mk. und einige Spesen. 6? war vor 25 Jahren. Die ganze Welt durcheilte die
Die marxistische Werttheorie wird in ihrer praktischen Wertlosigkeit gekennzeichnet. „Auf die Thatsache allein, daß der Lohnarbeiter nicht den vollen Wert des Produktes seiner | Arbeit erhält, ist eine wissenschaftliche Begründung des Sozialismus nicht durchzuführen." Die Krisentheorie, d. h. die Lehre von den in gewisser Regelmäßigkeit aufeinander folgenden, immer heftigeren und immer mehr das Gefüge der Gesellschaftsordnung erschütternden Handelskrisen, wird an der Hand der Thatsachen widerlegt. Der Zusammenbruchstheorie, neben der Werttheorie, dem wesentlichsten Lehrsätze des Marxismus, wird durch ein umfangreiches statistisches Material der Boden unter den Füßen weg- gezogen. Wenn man auch Kautsky mit einigen ^mer Einwendungen gegen diese Statistik recht geben kann, so bleibt doch die Hauptsache bestehen: die Entwickelung, die Marx im kommunistischen Manifest voraussagte, ist nicht eingetreten. Die Mittelschichten sind nicht verschwunden, indem sich einerseits das Heer der Proletarier ungemessen vermehrte, andererseits die Zahl der Kapitalisten verringerte, während der Kapitalbesitz der immer weniger werdenden ungemessen anschwoll.
Im Gegenteil, die Zahl der Besitzenden hat sich ver- | mehrt, der Mittelstand hat sich, wenn Teile abbrockelten, durch neue Elemente ergänzt. Die Proletarier sind nicht zunehmender Verelendung anheimgefallen, sondern haben ihre Lebenshaltung, wenn auch natürlich noch unzureichend, steigern können. Die Zusammenbruchstheorie von Marx
war nicht eine aus den Thatsachen gefolgerte Lehre, sondern eine am Studiertisch ausgeklügelte Doktrin, unbedingt notig freilich für feine Gesamttheorie, für die sie zuglnch unentbehrliche Voraussetzung wie „Krönung des Gebäudes bedeutete. , , ,
„Wäre Bernsteins Kritik der Zusammenbruchstheorie begründet, dann erwiesen sich die grundlegenden Satze unseres Parteiprogramms als einziger Irrtum", sagt Zvautsky und fügt hinzu: „Und nicht sie allem, sondern — her Sozialismus selbst". Wenn Kautsky den maoistischen Sozialismus meint, so hat er unstreitig recht. Bernstem zertrümmert ihn. Was Kautsky gegen B-rnstein zur Ver- teibigung ber Zusammenbruchstheorie vorbrmgt, ist der mühsame Versuch, eine Doktrin dadurch aufrecht zu erhalte^ daß man den harten Boden der Thatsachen verlaßt und sich । auf das biegsame Brett der Erwartungen begiebt. Er giebt zu, daß die Entwicklung der Landwirtschaft den marxistischen Sätzen nicht entspricht. Aber ..es bleibt abzuwarten wie lange die neue, dem Mittelbetrieb günstigere Tendenz dauern wird." Da kann man am Ende lange warten. Jedenfalls ist dies „Warten" keine Wissenschaft mehr, sondern
I Utopismus.
Wie Bernstein mit den wissenschaftlichen Grundlagen des ersten Teils des fozialdemokratischen Programms ms I Gericht geht, so scheucht er auch alle die Phantome hmweg, die sich im zweiten Teil des Programms rote tn der Prak- tischen Politik der Partei gezeigt haben. Von der Republik scheint er nicht viel zu halten. Denn „;e großer der Staat, I UM so schwieriger das Problem republikanischer Verwaltung.
Von den Genossenschaften verspricht er sich viel mehr al« die Sozialdemokratie, die sie bisher sehr nebensächlich behandelt hat. Namentlich weist er auf die Oppenheimer scheu I Siedlungsgenossenschaften hin. Für die Fabriken verlangt I er Disciplin. „Es geht nicht, daß der Letter der Angestellte der Geleiteten ist." Daß „neben öffentlichen und genoffen- I schaftlichen Betrieben noch Unternehmungen existieren, die I von Privaten für den eigenen Gewinn betrieben werden, kann der Gesellschaft gleichgiltig fein," wenn nur gewisie Garantien für die Arbeiter geboten sind. Der Kompromiß, I den die offizielle Sozialdemokratie als „Kuhhandel' so furchtbar brandmarkt, ist für ihn „unvermeidlich", die Demokratie nennt er die „Hochschule des Kompromisses". Die I Diktatur des Proletariats ist ihm eine Phrase. Er empfahlt, I „in den Kriegserklärungen gegen den Liberalismus Maß I zu halten."
Das Prinzip der wirtschaftlichen Selbstverantwortlich- I feit, das anscheinend so ganz manchesterlich sei, dürfe vom I Sozialismus unter keinen Umständen außer Wirksamkeit I gesetzt werden.
Für die Miliz schwärmt er nicht, sondern will nur : I eine Herabsetzung ber Dienstzeit so weit, baß „Deutschland
erzählte; unb als bas Schiff in Plymouth ankam, übergab Mr. Forbes ihn einem Kollegen, welcher ihn mit dem nächsten Zuge nach Lonbon rnitnahrn, inbem er einen ganzen Waggon erster Klaffe belegte! Den Aerger ber dreißig wartenden Journalisten kann man sich leicht vorstellen. „Die „Oeffentlichkeit hat ein Recht darauf, Ihre Geschichte zu erfahren," rief einer in großer Aufregung, unb Die Antwort lautete: „Sie wirb sie morgen in ben „Daily News" lesen." _
Eine amerikanische Zeitung sanbte, wenn man Ttt-Btts glauben barf, neulich bem beittschen Kaiser einen Check über 20 000 Mk. mit ber Bitte um einen Artikel übet ben spanisch- amerikanischen Krieg. Das Gelb kam natürlich an ben Absenber zurück; boch ist ber Fall nicht uninteressant, benn er zeigt, wie hoch ein Artikel bes Kaisers geschätzt wird. Es giebt in Deutschlanb gewiß eine große Zahl von berufenen Schriftstellern, welche sehr intereffant über ben spanischen Krieg zu schreiben wissen, aber in ber Regel zahlt man ben bravsten Journalisten nur ben tausenbsten Teil des Honorars, welches bem Kaiser angeboten würbe.
Als ber Prinz von Wales einst nach Niagara kam, um Blonbin auf bem straffen Seil über ben Fall gehen zu fegen, nahm ber „New York Heralb" alle Drähte für sich m Anspruch, um bie Nachricht von dem Eintreffen bes Prinzen unb ber interessanten Vorstellung ganz allein bringen zu können. Eine schwere Summe würbe für bas Telegraphieren ganz unnötiger Dinge bezahlt, um bie Linie besetzt zu hat en, boch war nach Ablauf von zwei teuren Stunben ber Prrnz noch nicht an Ort unb Stelle angelangt. Der »Herold


