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»r. 61 Zweites Blatt
Sonntag den 12. März
1999
Amts- und Anzeigeblatt für den Tireis Gieren
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Redaktion. Lrpeditton und Druckerei:
Zchnkaratze Ar. 7.
Schiffe zwar mit stolzen Lasten Trägst du nicht zum fernen Meer, Und nicht wandert sonder Rasten Hin zu dir der Völker Heer. Fern dem großen Weltgetümmel Ziehst du friedlich deine Bahn, Blaue Berge blauer Himmel; Sei gegrüßt, du stille Lahn!
Reiche Auen, gold'ne Fluren, Saft'ge Weiden, grüner Wald Folgen droben deinen Spuren, Froher Menschen Aufenthalt. Unten durch der Berge Schluchten Drängst du rauschend deine Bahn, Lieblich winken deine Buchten; Sei gegrüßt, du holde Lahn!
Tief in deiner Berge Schooße Trägst du Erz und Edelstein, Oben, nah' bei Fels und Moose Reift die Sonne gold'nen Wein. Aus der Erde Quellen dringen, — Brausend, zischend perlt's heran — Kraft und Heilung uns zu bringen; Sei gegrüßt, du reiche Lahn!
Und ein Volk so treu und bieder Wohnt allorts an deinem Strand, Frommer Sitte treuer Hüter; Glücklich Volk und glücklich Land! Schöne Städte, prächt'ge Dome, Aufwärts deutend, himmelan, Spiegeln sich in deinem Strome; Sei gegrüßt, du heil'ge Lahn!
Ob ich auch im deutschen Reiche Wandernd ziehe weit und breit, Nirgends find' ich, was da gleiche Nassau, dir an Herrlichkeit. Und durch Nassaus schöne Gauen — Oftmals scheint's als hielt' sie an. All das Schöne rings zu schauen — Zieht, ein glänzend Band, die Lahn.
Seht, sie kommt vom fernen Hessen, Dessen Treue weit bekannt!
— Wo sich deutsche Stämme messen. Wird auch Hessen stets genannt. — Nassaus Schöne, Hessens Treue Bindet sie auf ihrer Bahn;
Und so ruf' ich stets aufs neue:
Sei gegrüßt, du deutsche Lahn!
Herrlich Land, seit fernen Tagen Du an Ruhm und Ehren reich! Herrlich Thal! wohl darf ich fragen: Was kommt dir an Schönheit gleich? Drum laßt laut die Gläser klingen, Deutsche Brüder, stoßt mit an!
Jubelnd wollen heut' wir bringen Dir ein Hoch, du schöne Lahn!
Ach, so oft hinaus ich ziehe In die Welt, zum fernen Meer, Immer, wenn die Welt ich fliehe. Kehr' ich gerne wieder her. Und wenn dann nach langem Scheiden Ich im Thale komme an, Ruf' ich's laut in alle Weiten: Grüß' dich Gott, du traute Lahn!
Ob an lindem Sommerabend Du in leichtem Wellenspiel, Mensch und Tiere freundlich labend. Nieder ziehst zum fernen Ziel. Ob mit wilden, stolzen Wogen, Die sich donnernd brechen Bahn, Du im Sturmwind kommst gezogen: Lieb' dich immer, meine Lahn!
Wenn sich einst dem Lebensmüden Schließt das Äug' zum letztenmal. Will ich ruh'n zum ew'gen Frieden Hier in diesem stillen Thal;
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Grutz an die Lahn.
(Lahulied) von R. Lade, Obernhof.
Nach der Melodie: „Strömt herbei ihr BöNerscharen" rc. Jedes Volk hat seine Lieder, Die es allzeit gerne singt, Ueberall sie hallen wieder, $po die heim'sche Zunge klingt.
Oftmals stimmten deutsche Zungen Auf den Rhein ihr Loblied an;
Doch mein Lied, es sei gesungen Dir zum Preis, du schöne Lahn!
ttHeixi tt-Nch mit Ausnahme de-
Montag».
Die Gießener >e*trte*SC4tt<i »erden dem Anzeiger »tchmtlich viermal beigelegt.
Ausland.
M.P.C. England. Der Bau der drei neuen vi tüchtigen Forts auf den Höhen östlich und westlich von Do ver macht große Fortschritte. Die Neuarmierung einiger der jetzigen Forts und Batterien mit Schnellfeuergeschützen soll. in nächster Zeit vor sich gehen.
— In voriger Woche ging das letzte der vier Tor- pe dsboote 1. Klasse, welche von Darrow u. Co. für die öileerreichisch-ungarische Regierung gebaut sind, in Poplar m Stapel. Die Länge beträgt 152 engl. Fuß, die Breite 15 Fuß. Das Boot wird demnächst die Fahrt nach Pola anttreten.
Paris, 8. März. Ihre Heeres-Erörterung hat am Mittwoch die Deputirtenkammer gehabt. Zum Doran- chlag für Heereszwecke äußerte der Abgeordnete Fouquet )ie Ansicht, man könne die Ausgaben des Kriegsministeriums für Verwaltungszwecke verringern. Es gäbe keinen Staat in Europa, nicht einmal Oesterreich-Ungarn mit seiner doppelten Verwaltung, wo die Ausgaben dieser Art so hoch seien, wie in Frankreich. Vor 1893 sei die französische Armee der deutschen an Zahl überlegen gewesen, seither sei sie um 20 000 Mann geringer, als diese, und dieser Unterschied in den Zahlen werde jährlich zunehmen. Allerdings habe Frankreich noch 70000 Mann in Tunesien und Algerien, allein seine festländische Armee sei um 90000 Mann geringer, als diejenige des Deutschen Reiches. — Der Abg. Aimond hob hervor, das Kriegsbudget sei allerdings auf 875 Millionen Franken gestiegen, aber es sei unmöglich, diese Summe herabzusetzen, denn man müsse mit den Rüstungen Deutschlands und dem Anwachsen seiner Ist-Stärke durch ähnliche Maßregeln Schritt halten. Zu beklagen sei auch die Inferiorität der Effektivstreitkräste der Infanterie, well viel zu viel Soldaten nur ein Jahr lang Dienst thun. Daher entsprächen die Ergebnisse den Anwendungen nicht, welche Frankreich opferwillig für seine Armee bewilligt habe. Der Redner erging sich dann in längerer Kritik über Die Heeresverwaltung und beglückwünschte sich dazu, daß ein Zivilmann wieder an die Spitze des Kriegsministeriums getreten ist, weil ein solcher besser als ein General imstande ist, Reformen durchzuführen und die Armee mit der Nation zu verschmelzen. — Dann nahm der Kriegsminister de Frey einet das Wort. Leider sei es richtig, daß die an sich gewaltige Friedensstärke von 560000 Mann geringer sei, als die einer „benachbarten Macht". Letzteres habe indes eine stärkere Bevölkerung, und man müsse darauf verzichten, in Frankreich einen stets gleich starken Präsenzstand zu haben, wie das Deutsche Reich. Uebrigens nehme über eine gewiffe Grenze hinaus die militärische Schlagfertigkeit nicht mit den Verstärkungen zu. Es scheine schwierig, im Felde mehr Armeekorps verwenden zu wollen, als deren hier und dort schon jetzt vorhanden seien. Einige weitere Armee- korps könnten nur als Reserve dienen, und er sei überzeugt, daß das Los des Krieges bereits entschiede» sein werde, ehe man dazu komme, sich der Reserve zu bedienen. „Wir dürfen uns also", fuhr der Minister fort, „über die Vermehrung der Ist-Bestände unserer Nachbarn nicht beunruhigen. Wir müssen darauf halten, die Menge durch Güte zu ersetzen." (Beifall.) Was die Bewaffnung betrifft, so darf Frankreich stolz sein auf das, was es in den letzten 15 Jahren vollbracht hat. Es hat ein Gewehr erfunden, das bei seinem Erscheinen als das erste der Welt galt, und wenn dies heute nicht mehr wahr ist, so wird es doch wieder wahr werden, dank einigen Aenderungen, die sich ohne erhebliche Kosten vornehmen lassen. Unsere Artillerie kann jeden Vergleich siegreich bestehen. Das Land kann also der Zukunft vertrauensvoll entgegensehen. Indes sollen wir unsere Armee nicht so sehr materiell stärken, als moralisch, indem wir die Disziplin befestigen, die bet dem Untergebenen auf der nötigen Achtung vor dem Vorgesetzten beruht Der letztere verdient diese Achtung durch sem Wohlwollen und seinen Gerechtigkeitssinn. Die Armee muß stets ihrer großen Aufgabe eingedenk sein und sich jeden Tag bereit halten, sie zu erfüllen. Wenn sie sich sagt, daß sie die Dienerin des Vaterlandes ist, bereitet sie sich auf die Un- besieglichkeit vor. Ich meinerseits werde alles thun, damit die Armee auf der Höhe ihrer Aufgabe bleibt." (Lebhafter SeifatI) Nach diesem vaterländischen Anruf des Kriegsministers an das Heer ward die weitere Verhandlung auf den folgenden Tag verschoben. Freycinets Rede ist insofern sehr bemerkenswert, als sie das Geständnis enthalt, daß Frankreich mit seinem atemlosen Bestreben, es Deutschland in der Vermehrung seines Heeres zuvorzuthun, an der Grenze seiner Leistangsfähigkeit angekommen ist. „T. R."
Deutsches Keich.
M.P.C Berlin, 10. März. Der am 1. April auf feinen Wunsch aus dem Preußischen Kultusministerium scheidende I). vr. v. Weyrauch ist zum Wirkl. Geh. Rat Mit dem Prädikat Exzellenz ernannt worden. Das ist eine außerordentliche Auszeichnung, welche beweist, daß der verdiente Beamte in hoher Gunst bei seinem Monarchen steht. Diesem näher zu treten hatte er Gelegenheit, als unser Kaiser das Kasseler Gymnasium besuchte. Weyrauch war damals Landrat des Kreises Kassel.
M.P.C. Man schreibt uns von einer dem Centrum nahestehenden Seite: Nichts würde mehr geeignet sein, die Aussichten auf ein möglichst langes vertrauensvolles Zusammenwirken der Zentrumspartei mit den anderen staats- nhaltenden Parteien und der Regierung schnell herab- zubrücken, als wenn die Zentrumswühler den Eindruck ge- Winnen, daß die in Frage stehende Partei gouvernementale Allüren annehmen wolle. Das würde als gleichbedeutend betrachtet werden damit, daß sie aufhören möchte, eine Volks- partei in des Wortes verwegenster Bedeutung zu sein. Deshalb ist auch jetzt Wert darauf gelegt worden, daß der Ausdruck „Kompromiß" aus den Ausgleichs-Verhandlungen rochen der Militärvorlage verschwinde. Auch Ordens- und andere Auszeichnungen haben sich die Väter der Verständigung auf das nachdrücklichste verbeten.
M.P.C. Aus Rom wird uns geschrieben: Hier besteht in wirklich unterrichteten politischen Kreisen nicht der mindeste Zweifel daran, daß Italien mit seinem Streben in China ebenso wie die vor ihm dorthin gegangenen Mächte einen PlaH an der Sonne sich zu sichern, schlechterdings durchdringen werde. Der einzige Widerspruch, der außer von chinesischer Seite erhoben wird, geht von Rußland aus. Dieses aber dürfte denselben fallen lassen, sobald es sich davon überzeugt hat, daß man in Italien die neue chinesische Mission keineswegs als eine englische Hilfsaktion, sondern als eine solche auffassen mag, die den bestverstandenen vationalwirtschaftlichen Interessen Italiens zu dienen be- jtimmt ist.
— Weibliche Fabrikinspektoren. Nach den . letzten Erörterungen im Abgeordnetenhause darf es nunmehr als sicher angesehen werden, daß auch in Preußen in naher Reit weibliche Hilfskräfte im Gewerbe-Auffichtsdienst thätig fein werden. Sozialdemokratische Zweifel werden hieran Vichts ändern. Wenn das Zentralorgan gedachter Partei weiter eine Parallele zwischen der Anstellung dieser weiblichen Hilfskräfte und einer von ihm gewünschten Heran- likhung von Arbeitern zur Bergwerksaufsicht zu ziehen sucht, so vergißt es ganz, daß der Staat alle Veranlassung hat, der Sozialdemokratie nicht noch weitere Stätten zum Unter» i schlupf zu gewähren, als sie schon in den Krankenkassen, । Gewerbegerichten u. s. w. vorhanden sind, und daß er deshalb völlig berechtigt war, die ihm angesonnene Versorgung uzialdemokratischer Agitation in der Bergwerksaufsicht von sch zu weisen. Das wird auch künftig auf allen in Bedacht kommenden Gebieten der Fall fein. Im übrigen hrf doch daran erinnert werden, daß die Reichsverwaltung schon vor Jahren Erkundigungen über die Erfahrungen, reiche im Auslande mit den weiblichen Gewerbe-Aussichts- l'amlen gemacht worden waren, eingezogen hatte. Die berichte aus England lauteten durchaus günstig, diejenigen WS Amerika indessen anders, jedoch wurde der letztere Umstand darauf zurückgeführt, daß wegen des Wechsels der Präsidentschaft die weiblichen Angestellten sich nicht in ihr Htnt genügend einarbeiten könnten. Die Reichsverwaltung srt natürlich, da die Gewerbe-Aufsicht in die Kompetenz ! U Einzelstaaten fällt, davon Abstand genommen, auf diesem Gebiete vorzugehen, jedoch darf wohl angenommen werden, laß die damaligen Erkundigungen mit zur positiven Lösung ier Frage in verschiedenen Einzelstaateu beigetragen haben.
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger


