Ausgabe 
12.3.1899 Viertes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

2192

Laubach, 7. März. In große Freude wurde das hiesige erlauchte gräfliche Haus versetzt durch die heute morgen erfolgte Geburt eines Sohnes des Erbgrafen Otto und seiner Gemahlin Emma, geb. Prinzessin von Isenburg- Büdingen. Bom Ramsberg kündeten heute vormittag 25 Böllerschüsse das frohe Ereignis an; durch Fahnen­schmuck in Solms'schen Farben gab die hiesige Bevölkerung ihre Anteilnahme zu erkennen.

Laubach, 8. März. Der Sommerfahrplan wird für den hiesigen Verkehr eine lang angestrebte Verbesserung bringen. Wie im Sommer werden täglich vier Züge ab­fahren, der erste Zug aber früher, nämlich um o Uhr 30 Minuten, wodurch der Anschluß an den zu Hungen nach Gießen abgehenden Zug erreicht wird. Außerdem wird der für den Winter an Sonntagen eingelegte Abend­zug auch im Sommerfahrplan fortbestehen, sodaß also Sonntags fünf Züge nach Hungen verkehren. Hoffen wir.

eine Batterie und eine Eskadron. Größere Truppenkörper sollen wegen der besseren Unterbringung der Mannschaften nicht genommen werden. Zur Verfügung der Führer sollen Generalstabsoffiziere bezw. solche, welche die Akademie ab­solviert haben, gestellt werden, um die Berichte auszuarbeiten. Die Manöver können stattfinden gegen markierten Feind, oder zwei Detachements gegeneinander; letzterer Fall tritt stets ein, wenn die Standquartiere nicht mehr als zwei oder drei Märsche auseinander liegen. Die Manöver dürfen die Dauer von zwei Tagen nicht überschreiten. Bei weniger als 10 Grad Reaumur finden dieselben überhaupt nicht statt. Mit den Manöver» soll möglichst kriegsmäßiges Schießen im Gelände verbunden werden; ferner Befestigungs­arbeiten im Schnee. Nachts ist dem Ortsbiwak Vorzug zu geben; Biwaks im Zelt nur im äußersten Notfälle und dann nur für eine Nacht. Der Kavallerie soll Möglichkeit gegeben werden, auf möglichst großen Entfernungen auf­zuklären und zwar bei jeder Uebung in neuem Gelände.

Asten. Zur Abwechslung wird wieder einmal aus London berichtet, man glaube dort nicht, daß ein ernster Zwist aus den englisch-russischen Meinungsverschieden­heiten in der chinesischen Eisenbahnanleihefrage entstehen werde; eine freundliche Auseinandersetzung werde vielmehr in wenigen Tagen erwartet. Zwischen Salisbury und Staal schweben gegenwärtig direkte Unterhandlungen behufs Erzielung eines dauernden englisch-russischen Abkommens bezüglich Chinas. In der Londoner Presse wird übrigens allgemein eine solche endgiltige Verständigung befürwortet, um auf diese Weise die fortwährende Wiederkehr von Krisen, wie der gegenwärtigen, zu vermeiden. In diesem Sinne sprechen sich selbst Blätter von so verschiedenen Richtungen, wieStandard",Morning Post",Daily Chronicle" und Daily Graphic" aus. Bemerkenswert ist, daß das letztere, häufig sehr gut unterrichtete Blatt im Gegensatz zu den anderen einen besonders freundlichen Ton gegenüber Ruß­land anschlägt.

sie sich dessen nicht bewußt gewesen. Nora kämpft auch den Verzweiflungskampf um ihre Existenz, um ihr Glück, aber nicht Seite an Seite mit ihrem pedantischen Helmer, sondern hinter seinem Rücken. Der Rechtsanwalt Helmer ist bei Ritter zum Schullehrer Dr. Bähr geworden. Auch er hat keine Ahnung, welche Gefahr seinem häuslichen Glück auf­lauert, aber er verrät uns schon zu Anfang in einem be­deutsamen Gespräche mit seinem Weibe, daß er ein geistiger Vetter des Helmer Typus ist.

Dr. Bähr:Und wenn auch alles auf uns einstürzte unsere Ehre müssen wir rein erhalten. Nur auf der Ehre kann sich das Glück aufbauen." Marie: So würdest Du es nie für möglich halten, daß ein Gatte diesen Schritt seiner Gattin verzeihen könne?

Dr. Bähr:Nie, Marie; verzeihen wohl aber nur seinem toten Weibe die lebende müßte er meiden wie die Pest."

Nichts liegt mir ferner, als die Behauptung, Ritter habe sich bei all diesen Stücken Motive geholt; ich habe nicht die geringste Gewißheit, ob er sie überhaupt kennt. Aber das ist garnicht von Belang. Es ist höchst unwahr­scheinlich, daß ein Dichter in einer Art von Eklektizismus bei dem und jenem Autor auf die Suche geht, um ein eigenes Drama zu konstruieren. Aber wenn sich dieses mit anderen Werken der gleichen Gattung berührt, so sehen wir darin ein Zeichen, daß er von den Ideen seiner Zeit beeinflußt ist.

Nur der Einfluß von Ibsen ist sicher zu erweisen. Es ist nicht die schlechteste Schule, in die der dramatische Jünger gehen kann. So wenig wie sich der moderne Musiker den

Males und Prsvinsielles.

Gießen, den 11. März 1899.

** Der Voranschlag der Stadt Gießen für 1899/1900 gestaltet sich nach dem Beschluß der Stadtverordneten­versammlung vom 9. ds. Mts. wie folgt: A. Betriebs- Rechnung: Rest aus vorderen Jahren Einnahme 138398.42 Mk., Ausgabe 17 340.42 Mk.; Gebäude Einn. 16243 Mk., Ausg. 4850 Mk.; Grundstücke Einu. 28627.11 Mk., Ausg. 10333.58 Mk.; Waldungen Einn. 97860 Mk., Ausg. 309'98.65 Mk.; Gaswerk Einn. 98040 Mk.; Wasserwerk Einn. 71583.50 Mk.; Schlachthaus Einn. 29 723.50 Mk., Ausg. 15 747.25 Mk.; Jagden Einn. 4270 Mk., Ausg. 260 Mk.; Märkte Einn. 2700 Mk., Ausg. 2592 Mk.; Aich- anftalt Einn. 170 Mk., Ausg. 80 Mk.; Waaganstalten Einn. 4300 Mk., Ausg. 2314.40 Mk.; Kirchen Einn. 67945.99 Mk., Ausg. 69860.91 Mk.; Friedhöfe Einn. 2264.72 Mk., Ausg. 4802.08 Mk.; Volksschule und Fortbildungsschule Einn. 907.44 Mk., Ausg. 116590.46 Mk.; Höhere und erweiterte Mädchenschule Einn. 31 811.29 Mk., Ausg. 61278 Mk.; Realgymnasium und Realschule Einn. 275 Mk., Ausg. 37 813.74 Mk.; Handwerkerschule Einn. 50 Mk., Ausg. 1854.63 Mk.; Vorschule des Gymnasiums Einn. 5130 Mk., Ausg. 6166.86 Mk.; Aliceschulc Einn. 60 Mk., Ausg. 789 Mk.; öffentliche Feierlichkeiten Ausg. 1500 Mk.; Denkmäler Ausg. 100 Mk.; gemeinnützige Zwecke außerhalb der städtischen Verwaltung Ausg. 8098.60 Mk.; Straßen­unterhaltung Einn. 1600 Mk., Ausg. 46 343 Mk.; Straßen- teinigung und Kehrichtabfuhr Eiun. 235 Mk., Ausg. 44 816 Mk.; Straßenbeleuchtung Ausg. 29250Mk.; öffent­liche Anlagen Einn. 180 Mk., Ausg. 10470 Mk.; Brunnen Ausg. 3400 Mk.; Bäche Einn. 50 Mk., Ausg. 1638 Mk.; Kanäle Ausg. 9055.80 Mk.; Entwässerungsanstalten Ausg. 641.76 Mk.; Filialarbeitshaus Einn. 2860 Mk., Ausg. 2860 Mk.; Tonnenanstalt Einn. 500 Mk., Ausg. 107.87 Mk.; Feuerlöschanstalten Einn. 180 Mk., Ausg. 4161.31 Mk.; Faselvieh Ausg. 1100 Mk.; Gemarkungs, Flur- und Ge­wanngrenzen, Parzellenvermessung und Grundbuchskosten Ausg. 3525.56 Mk.; Wert- und Schadensersatz von Feld-

Bei Todesfällen

übernimmt die Buohdruckerei des Giessener Anzeigers, Schulstrasse 7, die schnellste Anfertigung von Trauer- briefen und Dankaagungskarten, welche auf Wunsch couvertirt geliefert werden.

Errungenschaften Richard Wagners entziehen kann, kann h moderne Dramatiker an dem Nordlandsrecken vorbeikomma Es ließen sich noch andere Ähnlichkeiten, abgesehen w Nora", aufspüren. Wichtiger ist, daß Ritters Technik ve von Ibsen gelernt hat.Frau Marie" ist ungefähr w Hedda Gabler komponiert, durchaus deduktiv, d. h.

Konflikt ist schon in den Anfangsszenen vorhanden, ur wird im Verlaufe der Handlung aufgedeckt. Das Sir- bringt nur die Lösung des Knotens, es schürzt ihn in» sondern läßt nur den Konflikt tragisch ausklingen.

in der Behandlung der Sprache, die sich bei Ritter cW gedrängten Kürze befleißigt, schwebte wohl Ibsen als MB vor. Namentlich die Verwendung gewisser Symbole w der häufige Gebrauch der tragischen Ironie läßt hieral schließen. Gelegentlich verrät sich hier in einem ,u W Unterstreichen der Anfänger.

Es war nicht meine Absicht, ein endgiltiges Urteil m RittersFrau Marie" abzugeben, so wie es nicht mes Absicht sein kann, mich in Vermutungen über den W zu ergehen. Von allen unwahrscheinlichen Dingen ist t. Prophezeien über die Aufnahme eines dramatischen Wei das unwahrscheinlichste, weil zu viel Faktoren im Spiel deren Wirkung unberechenbar ist. Hierbei spricht neben Dichter der Schauspieler ein Wörtchen mit, und ich moff- nicht gegen einen Hauptsatz des Hamburger Dramaturg verstoßen, der also lautet:Die größte Feinheit ri dramatischen Richters zeigt sich darin, daß er in jedem p" des Vergnügens und Mißvergnügens unfehlbar zu M scheiden weiß, was und wieviel davon auf Rechnung Dichters oder des Schauspielers zu setzeu sei". XJ

strafen Einn. 100 Mk., Ausg. 100 Mk.; Vertilgung schäd­licher Tiere Ausg. 200 Mk.; Armenpflege Ausg. 473o0 Mk.; Versicherung der Arbeiter Einn. 3463 Mk , Ausg. 6290 Mk.; Impfung Ausg. 500Mk.; Stiftungen Emn. i6o9.79Mk., Ausq. 7464.67 Mk.; Zwecke des Kreises und der Provinz Ausg. 80000 Mk.; Militürzwecke Einn. 1800 Mk Ausg. 4700 Mk.; Polizei Einn. 5978 Mk., Ausg. 53176.93 Mk.; öffentliche Sicherheit Einn. 108 Mk., Ausg. 2593 Mk.; allgemeine Verwaltung Einn. 7545Mk Ausg. 86'559.75Mk.; Pensionen und WitwengehalteAusg. 5007.89Mk., Schulden^ tilaung Einn. 9000 Mk., Ausg. 75216 Mk.; Grundzinsen und Anerkennungsgebühr Einn. 711 Mk., Ausg. 0.40 Mk.; Einzugs- und Einschreibegeld Einn. 56 Mk.; Kapitalzinsen Einn. 12 975.91 Mk., Ausg. 253100 Mk.; Oktroi Emn. 113 750 Mk., Ausg. 17 711 Mk.; Hundesteuer Einu. 4405 Mk., Ausg. 266.83 Mk.; Anteil an Stempeltaxen für Wanderlager Einn. 38 Mk.; für die Landesuniversität Emn. 80Mk.,Ausg.924.46Mk.; Fleischbeschau Einn. 6778.15 Mk., Ausg. 6272.50 Mk.; Rettungsanstalt, Cholerabaracke und Desinfektionsanstalt Einn. 400 Mk., Ausg. 1347.30 Mk.; Zusammenlegung von Grundstücken Einn. 466.69 Mk., Ausg. 311.56 Mk.; ausgeliehene Kapitalien Ausg. 645.12 Mk.; Reservefond Ausg. 22000 Mk.; Betriebskapital Ausg. 71 710.08 Mk.; Kommunalsteuern Einn. 53 7540 Mk., Ausg. 15 870 Mk.; Rente der Oberhessischen Eisenbahngelände- Entschädigung Ausg. 5761.74 Mk. B. Vermögens- Rechnung: Rest aus vorderen Jahren Einn. 355 692.27 Mk., Ausg. 355.692.27 Mk.; Stiftungskapitalien Einn. 645.12 Mk., Ausg. 1100 Mk; An- und Verkauf von Gebäuden und Grundstücken Einn. 18 884.01 Mk., Ausg. 24 610^Mk.; Er­bauung gemeinheitlicher Gebäudeu.dgl. Ausg. 40779.85Mk.; Erbauung von Straßen und Wegen u. dgl. Einn. 11995.75 Mk., Ausg. 108513.79 Mk.; Kanalbauten Einn. 520 Mk., Ausg. 47556.55 Mk.; Erbauung eines Gaswerks Ausg. 59590 Mk.; Erbauung eines Wasserwerks Ausg. 29695 Mk.; Kapitalaufnahme und Rückzahlungen Einn. 281206.31 Mk., Ausg. 4606 Mk.

** Die Verkehrs Erleichterungen, welche, wie mitgeteilt, die preußische und hessische Staatsbahnverwaltung durch Verlängerung der Geltungsdauer gewöhnlicher Rückfahr­karten (vom 21. März bis 14. April einschl.) gewährt, finden, wie amtlich bekannt gemacht wird, auch auf den Verkehr mit den Privat- und außerpreußischen Bahnen statt. Eine Ausnahme machen die bayerischen, württembergischen und badischen Staatsbahnen, sowie die Rcichseisenbahnen in Elsaß-Lothringen und die pfälzischen Bahnen, auf welchen die Geltungsdauer der Rückfahrten nur auf zehn Tage erstreckt wird; die belgischen Bahnen gewähren überhaupt keine Vergünstigung.Zur Begegnung von Zweifeln" so schließt die Bekanntmachung,wird bemerkt, daß der Antritt der Hinreise am Lösungstage der Rückfahrkarten, spätestens (bei versäumter Abfahrt und eingeholter Be­scheinigung der Stationsbeamten) am nächstfolgenden Tage stattzufinden hat (§ 19 Z, 3 der Verk.-Ordn.). Der Reise­antritt an jedem beliebigen späteren Tage innerhalb der verlängerten Geltungsdauer der vom 21. März ab gelösten Rückfahrkarten ist nicht zulässig."

(leit WN« W1 ft*" * _ gitieit, Die

Max Burkhards Volksstück's Katherl" hat seine Heldin ein Opfer gebracht, wie das schlichte Mädchen aus dem Volke ist Frau Marie aus dieser Krisis geläutert hervor­gegangen. Wie in Ernst von WolzogensLumpengesindel" hat die Heldin eine Vergangenheit, aber sie ruft nicht tendenziös in die Welt hinaus:Wir armen Dinger haben ein Recht auf Vergangenheit" und sie hält nicht wie Katherl ihrem Manne mit peinlicher Logik entgegen: Meine Gegen­wart und Zukunft die gehören Dir, aber meine Ver­gangenheit - nein!" Frau Marie fordert das Recht auf Glück, sie verteidigt ihr Glück wie die Löwin ihre Jungen, aber sie muß in beständiger Furcht leben, daß ihr dieses Glück, das sie sieben Jahre lang genießen durfte zer­trümmert wird, daß eines Tages der Eine wieder auf­taucht, der ihr mühsam erkämpftes Glück vernichten kann. Und er erscheint wirklich, der Eine. Kann man auf einer Lüge ein Glück aufbaueu? Muß das Lügenfundament nicht zusammeubrcchen? Ibsen hat diese Frage mit seiner scharfen Dialektik angeschnitten. In denStützen der Gesellschaft" z. B. wird von dem Musterhaus und dem Musterleben des Konsuls Bernick die Larve heruntergerissen, er verliert den Boden unter den Füßen, das Lügengebäude stürzt zusammen wie ein Theaterpalast. Oder Nora's, der sündigen Reinen und der reinen Sünderin, Scheinglück, gründet sich auf eine Lüge, auf eine Namensfälschung. Sie hat ja nur ein frommes Werk gethan, sie wollte ihrem kranken Gatten die Mittel zu einer Reise nach Italien verschaffen, was liegt an den Mitteln, wenn sie der Zweck heiligt? Wem hat sie mit dieser gefälschten Namcnsuuterschrift einen Schaden zu gefügt? Und wenn sie ein Vergehen begangen hat, so ist

m von del

& **: ? giefceib

G'

per Pfd. 6264 H, Schweinefleisch per Pfd. 6876 Schweim« fleisch, gesalzen, per Pfd. 80 X Kalbfleisch per Pfd. 6466 4, Hammelfleisch per Pfd. 50-70 X Kartoffeln per 100 Kilo 6.60 W 6.60 JL, Weißkraut per St. 0000, Zwiebeln per Ctr. ** 8.009.00.

Milch per Liter 16 H.

Dauer der Marktzeit von 8 Uhr Morgens bis 2 Uhr Nach­mittags. Während der ersten 8 Stunden der Marktzeit darf m Umherziehen nicht feilgeboten werden.

Mittwoch ab, werv-n in der

13,59

75,91 Ießnel 9

14 Rann Das $olj ßt» Sora Wl unb $o^nfolmä 2195__

WMk In Dn U.

find to WW? - Beuern hat w $ Amt^eachl Gcker 1898 errichteter fo1 des CH i'wph 2o' bonne Müller zu fchadiguntz für gl fei' e alleinige. Erb deren Antrag roi bekannim Aui-v Bruder des V rfloi PM- Wer beffen Soieöeni, nfle ai#orhtrt, biene uatea dar Tellam Md dessen Anfechtung zeichneien Gerichte widrig,nfalls das Te erkannt unb vollstreck

Gießen, den 9. M Großh. Acitt ___Schmit

Verding ^(Maurer-und &

« vubftite des Dbetbe flbJ,ner Stützmauer f W -um Mersckuvv Unhn9kbal^°tmulQte s

Ult. von dem JJWW hegen die qeid ÄÄ

berget

*T6*

$0lt von 68 ok ' 0 title unb t ®

»

8mm bn ,0'' ®r* OtaM

Gießen, 11. März. Marktbericht. Auf dem heutig» Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 0.800.90 Huhnemo per St. 56 2 St. 1011 Enteneier per St. 67 Gant«-

eier per St. 1113 -3», Käse 1 St. 5-8 H, Käsematte per St. »4. Erbsen per Liter 20 X Linsen per Liter 30 Tauben per

0.801.00, Hühner per St. X 1.201.70, Hahnen Per Snii I JL 1.30-2.00, Enten per St. X 1.802.40, Gänse per Pfunjll X o 000.00, Ochsenfleisch per Pfd. 6874 Kuh- und Rmdfitlfl I t

damit diese Einrichtung auch fernerhin bestehen bleibt, atf eine reichliche Freguenz der Züge.

+ Blofeld, 10. März. Kürzlich wurden an einem uro demselben Abend in den Hofraiten des Ortsdieners H<ß und des Landwirts W. Nohl von einem raffinierten Dieb, mittels Einschleichens drei, resp. vier Hühn-r und ein Halv aus dem Geflügelstall entnommen und abgeschlachtet, som« ein Teil dieser Beute mitgenommen. Der Thäter wurde zwar in dem Anwesen des einen Bestohlenen bemerkt, entfiel jedoch in der Dunkelheit, sodaß eine Verfolgung bezw. Er greifung unmöglich war. Nach der heute erfolgten gericht liehen Äugenscheinseinnahme zu schließen, ist man dem Hühner marder auf der Spur.

D. Alsfeld, 10. März. An der hiesigen landwirt­schaftlichen Winterschule begann das Wintersemestei 1898/99 mit dem 7. November. Ausgenommen wurden 28 Schüler, wovon 17 dem oberen, 11 dem unteren Kursus angehörten. Auch in diesem Semester nahm der Unterrich: einen normalen Verlauf und wurde in strengem Anschluß au den vom Großherzoglichen Ministerium erlassenen Unter richtsplan für die landwirtschaftlichen Winterschulen im Großherzogtum Hessen durchgeführt. Die Erfahrung^ welche diesbezüglich gemacht worden sind, bestätigen bi: Ansicht, daß unsere Schulen auf Grund dieses Planes gut organisiert sind, und daß der Unterricht nur noch immc intensiver zu gestalten ist, um in der kurzen Unterrichtszeit, den Zweck der Schule zu erreichen: Die jungen Leute für ihren Beruf als Landwirte vorzubereiten. Der Unterricht findet täglich von 812 Uhr und nachmittags von 2-4 Uhr statt. An den Tagen Montag, Dienstag, Donnerstag unb Freitag haben die hier wohnenden Schüler Arbeitsstundr unter Aufsicht eines der beiden Landwirtschaftslehrer. Die Exkursionen sind in diesem Winter ausgeführt worden: nach Fulda, zur Besichtigung der Domaine Ziehers, nach Hünfeld, zur Besichtigung der Zuckerfabrik, nach Altenburg zur Besichtigung des Schloßgutes und nach Domaine Schafhof. Die Schüler der oberen Klasse unternahmen dann außerdem Ausflüge nach Zell, um der Auswahl bei für die Frankfurter Ausstellung auszuwählenden Tiere beizuwohnen, und nach Romrod, wo eine vom Landes- Pferdezuchtverein angesetzte Stutenkörung stattfand. Zur Verbesserung und Vermehrung des Schulinventars sind auch im abgelaufenen Schuljahre wieder recht beträchtliche Mittel verwendet worden. Die öffentliche Schlußfeier findet am 14. März, vormittags 10 Uhr im Anstaltsgebäude statt. Zeichnungen und schriftliche Arbeiten liegen im PrüfungS- saal aus.

Verkehr, Md- «nd Volkswirtschaft.