Ausgabe 
12.3.1899 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Dm 9. Mr), nmd Raroltnt Schell« M Glehen.

** Stadttheater. Sonntag, den 12. März, nachmittags 4 Uhr, findet eine eigens arrangierte Schüler- und

Den 5. My. i i Ibolf Wllftltn Xobttt,

Dm 5. Mq. Dt Mtrmi KWethe hmrii

Dm I). Mz. T 1 k»hn, Emst Gustav Fe

* Mannheim, 9. März. Am Dienstag abend kam in die WirtschaftZum Rosengarten" in der Schwetzigcrstraße in Neckarau der Fabrikarbeiter Friedrich Hacker, eine frischblutende, menschliche Ohrmuschel tu der Hand. Grad hab ich einem das Ohr abschneiden müssen", und zeigte die schauderhafte Trophäe unter den Gästen herum. Er hatte im Streit mit dem Fabrikarbeiter Matt diesem kurzerhand das rechte Ohr abgeschnitlen. Hacker wurde verhaftet, Matt ins Krankenhaus verbracht, wo ihm das Ohr wieder angenäht wurde. . r

Tölz,6.März. Eine gräßliche Mordthat wurde gestern abend aus dem Wege van Tölz nach Oberbuchen verübt. Man sand heute morgen das zwanzigiährige Mädchen Maria Schweighofer von Heilbrunn, int Dienste bei Bacher, Bauer in den Linden, abseits von der Buchenerftraße, ungefähr eine Stunde von hier entfernt, tot liegen mt Stichen in Kopf und Hals und ausgesuchtem Bauche, sodch di- Gedärme h-raushing-n. Der leere Geldbeutel lag daneben. Das Mädchen, das gestern abend 6 Uhr sich van Tölz nachhause begab, hatte kein Geld bet sich. Es herrscht hier große Aufregung über die ruchlose Thal.

* Wie die Präsidenten der Republik präfidiereu. Louoet, der neue Präsident der Republik, hat kürzlich zum erstenmal« im Elysee, in dem Salon der Souveräne, wo oft naa stürmischer Beratung schon mancher Beschluß gefaßt, wordev ist, den Vorsitz im Ministerrat geführt. Es ist nicht uw interessant, zu wissen, wie die verschiedenen Präsidenten dei Republik sich bei dieser Gelegenheit verhalten haben. Den Präsidenten Car not z. B. wurde es stets zu warm m Zimmer und er öffnete oft das Fenster, Herr de Freycinä dagegen war stets frostiger Natur. Deßhalb hielt es ch' I nicht lange auf dem protokollmäßigen Platze und er ruckle I seinen Stuhl in die Nähe des Kamins. Felix Faure tau I stets nach einem Spazierritt im Bois de Boulogne in dea I Ministerrat, aber niemals ohne sich vorher des Reitkostun» entledigt zu haben. Er drückte sämtlichen Ministern W I Hand, brachte eine launige Stimmung mit, und folgte dann aufmerksam ihrer Beratung, indem er mitunter Fragen ® sie richtete, aber niemals aus seiner konstitutionellen Roiu durch allen offene Meinungsäußerung heraustrat. Cäsium

1 Perier beobachtete eine große Reserve und die Ruhe eine* Schiedsrichters. Er sprach langsam, gütig, aber: mit. M- tonung. Grevy präsidierte hingegossen in seinen WW i la papa". Er beschränkte sich darauf, nachdem bi Minister gesprochen hatten, die Lage kurz zu rekapituliere und diejenigen, die nicht seiner Meinung waren, nachmittags zu einer Unterredung ins Elyse zu berufen. Marschall s Mahon genierte sich am wenigsten, seine Meinung zu sage». Den Ministern, die anders dachten als er, sah er W ins Gesicht und schlug auch manchmal nut der Faust den Tisch, wenn sie nicht nachgeben wollten, gewann ovo stets schnell seine Fassung wieder. Unter Thiers fand sV jeden Tag Ministerrat statt. Er trank während der SitzM regelmäßig eine Tasse Kaffee, die er m der einen H "1 I hielt. Mit der anderen deutete er an, daß er das Li I ergreifen wolle. Wenn die Sache ernst zu werden bW

Vermischtes.

i. März. Die KaligewerkschaftBur-

............» Gewerken, daß im östlichen Querschlage der 360 Metersohle ihres Schachtes unter dem Salzthon ein 6y2 Meter mächtiges Hartsalzlager angefahren

Aus der Zeit für die Zeit.

Bor 75 Jahren, am 12. März 1824, wurde zu Königs­berg Gustav Robert Kirchhoff geboren, der sich einen unvergänglichen Namen durch seine im Verein mit Bucher gemachte Entdeckung der Spektralanalyse erwarb, wodurch die Möglichkeit geschaffen wurde, über Stoffe, welche Nicht nur die Sonne, sondern die entferntesten Fixsterne und Nebelflecke zusammensetzen, aus den Eigenschaften des Lichts, welches sie aussenden, Aufschluß zu erhalten. Kirchhoff starb am 17. Oktober 1887 als Professor in Berlm.

Vor 18 Jahren, am 13. März 1881, erlag Kaiser Alexander II. von Rußland dem schweren Verhängnis, dem er mehrmals durch glückliche Fügung entgangen war. Bei einer Fahrt nach dem Winterpalais in Petersburg wurde ein Sprenggeschoß gegen seinen Wagen geschleudert, welches den unglücklichen Monarchen dermaßen zerschmetterte, daß er eine Stunde später seinen Geist aufgab. Russakow und die anderen Urheber der nihilistischen Schreckenstat den Strang. _____

^amilien-Borstellung statt, der am Donnerstag eine Abendvorstellung folgen wirb. Heber gedachtes Gastspiel am Züricher Stadttheater schreibt derZüricher ^ges-Anzeiger

iq Rniil 1898. Die Projektionsbilder des Herrn Joachim-Bellachini bieten des Interessanten $ viel und auf so anschauliche Weise, daß sie g-nz wähl Anspruch aus ausverkaufte Hauser erheben dürfen, Sue Reis- Aitjof Nansens nach dem Nordpol kann nicht leid) anschaulicher und instruktiver dem Verständnistgeted werben, als es hier geschieht. Madame Joachim-Bellachini begleitet die Bilder mit einem sehr sorgfältig ausgearbel eten Bortrags-Resumö aus dem Werke Nansens, über dessen letzte Expedition. Die Bilder selbst sind farbig, zum Teil lebendig, man sieht zum Beispiel die ungeheuren Eisschollen im Wasser daher treiben und die Fram bedrohen, die sich aber dank der eigenen Bauart dieses Schiffes damit begnügen muffen es nur in schräge Stellung zu bringen. Eines der Bilder versetzt den Beschauer aus Franz Josefs-Land, em anderes zeigt das Leben auf dem Verdeck derFram", wieder eines eine verwegene Walfischjagd, viele der Bilder versetzen m die unwirtlichen, von Eis bedrohten Gewaffer des Nordens, vergegenwärtigen die gefährlichen Lagen der -nger-n B°. gleitung Nansens, z.B. die Bedrohung durch °"°n S-waltig n Eisbären, dann wieder sehen w,r eine nordlandisch gemüt­liche Weihnachtsfeier in der Kajüte derFram" im hohen Norden. Es gewährt einen eigentümlich anziehenden Ein­druck, die kühnen nordfahrenden Matrosen gemütlich am weißgedeckten Tische bei behaglichem Schmause zu sehen und ru denken, wie weit, weit, sie von der nördlichsten Menschen­niederlassung sich besinden. Auch die zweite, unser Sonnen­system veranschaulichende Bilderserie bot des Interessanten sehr viel. Man konnte da die genauen Großenverhaltnisse und Ellipsenlinien des Laufes unserer Planeten kennen lernen, konnte die Oberfläche des Mondes und des Mars sehen, die Ursachen des Mondwechsels, der Sonnen- und Mond­sinsternisse durch Anschauung kennen lernen. Die dritte Serie bestand aus Wiedergaben berühmter Gemälde, die Szenen aus dem Leben Jesu Christi darstellen. Die Farben­pracht dieser Bilder erinnert zu den hervorragendsten Glas- aemälde. Eine weitere Serie führt nach Indien in die wunderbaren Bauwerke von Delhi, an die Ufer des Ganges, auf die Elephantenjagd, auf den indischen Leichenverbrennungs­platz, in Tempel und Mausoleen, an die Festlichketten der Proklamation der Königin Viktorias, von England zur Kaiserin von Indien u. s. w. Einige sehr drollige Spaßbilder, derei Figuren sich unter fröhlichem Lachen der anwesenden Kmde- bewegten, schlossen die Vorstellung, nachdem noch mehrer NaturpbäN2men zur Darstellung gebracht waren, z.-^ Fiu rrnd Ebbe, ein Ausbruch des Vesuv während der Nacht, em Sturm auf einem schweizerischen Bergsee rc. Alle die Buder, farbenprächtig, geschmackvoll und sehr korrekt arrangiert verdienten die unbedingteste Aufmerksamkeit und ernteten auch durchweg warmen Beifall. Man säume also nicht mit einem baldigen Besuch dieser eigenartigen Vorstellungen im

** Gießener Lesehalle Vereiu. Die diesjährige Mitglie­derversammlung des Vereins fand am 28. v. M. in der Lesehalle statt. Der vom Vorsitzenden, Herrn Prof. Dr. Frank, erstattete Geschäftsbericht zeigte einerseits, was mit verhält­nismäßig geringen Mitteln erreicht wurde, und andererseits, wie viel noch zu thun bleibt. Aus dem Bericht heben wir besonders folgendes hervor. Die Lesehalle wurde eröffnet am 21. Juli 1898. Daß dies in einem so behaglichen Heim geschehen konnte, ist das mit großem Dank anzuer­kennende Verdienst der Stadtverwaltung, die nicht nur die Räume, sondern auch die Kosten für die Heizung und Beleuchtung sowie die hierzu nötigen Einrichtungen m frei- qebiqer Weise bewilligte. Die etwa 1700 Bände, die; Die Bibliothek bei der Eröffnung zählte, waren durch Schen­kungen zusammengekommen, die beiläufig 50 aufliegenden Zeitungen und Zeitschriften werden teils unentgeltlich, teils zu ermäßigten Preisen, teils ohne Preisermäßigung geliefert. Freiexemplare und Preisermäßigungen sind jedoch nur aus kurze Zeit gewährt worden. Von ganz besonders wertvollen Bücherschenkungen sind diejenigen der Herren Prof-'0r- Noack, Gymnasiallehrer Hüter, Geh. Oberschulrat Schiller, D^ Stammler, Prof. Dr. Strahl in Gneßen und Fehsenftw und der Frau Blacker in Freiburg t. B. zu nennen. Diesen schließen sich an die Herren Direktor Bansa, Direktor Blase, Oberbürgermeister Gnauth, Prof. Dr. Groos, Proft Dr. Hansen, Dr. Holzapfel, cand. hist Klein, Buchhändler To- pelmann, Dr. Tips, sowie die Verlagsbuchhandlungen Kirch- heim-Mainz, Teubner-Leipzig, Paetel-Berlm. Em besoiideres Verdienst erwirbt sich die Brühl'sche Druckerei durch die Überlassung einer großen Anzahl illustrierter Zeitschriften. Der Bücherbestand hat sich dann durch Ankauf langsam v^- mehrt. Bedeutende Ankäufe konnten wegen der großen sach­lichen Ausgaben nicht gemacht werden, obgleich die hiesigen Buchhandlungen ein dankenswertes Entgegenkommen bewiesen. Eine besondere Förderung erfuhr der Verem durch die Spenden von je 200 Mark aus der Wilson-Stiftung und aus Den Heberschüssen der Sparkasse, wofür den betreffenden

Behörden auch an dieser Stelle herzlichster Dank ausge­sprochen sei. In diesen Dank schließen wir em alle übrigen Geber, auch diejenigen, deren Namen hier aufzufuhren wir uns leider versagen müssen. Die von zwei Mitgliedern geprüfte und für richtig befundene Rechnung ergab einen Fehlbetrag, der sich durch noch nicht getilgte Forderungen aus über'250 Mark erhöht. Dem Rechner wurde Ent­lastung erteilt. Sodann wurde der seitherige Vorstand, der nach den Satzungen auf ein Jahr gewählt war, einstimmig wiedergewählt. Ferner beschloß die Versammlung, die Lesehalle in den Monaten März und April versuchsweise bis 10 Uhr (statt 9 Hhr) abends zu öffnen. Diese Einrichtung soll eine dauernde werden, sobald der Besuch des_ Luftraumes nach 9 Hhr abends ihre Notwendigkeit eraiebt. Schließlich trat die Versamr.ckung in die Bcsprecyüng eines vom Vor­stande eingebrachten Antrages ein, dessen besondere Wichtig­keit in die Augen fällt. Aus den oben angeführten Er­gebnissen der Rechnung im Vergleich mit der den Lesern bereits aus früheren Mitteilungen bekannten Benutzungs­statistik geht unwiderleglich hervor, daß die verfügbaren Mittel zu den stets wachsenden Anforderungen, die das vorhandene Lesebedürfnis an die Anstalt stellt, in gar keinem Verhältnis stehen. Es erscheint daher die Erhöhung der

Einnahmen des Vereins aufs dringendste geboten. Das ist aber nur möglich, wenn die Mitglieder zur freiwilligen Er­höhung ihrer Beiträge und zur Leistung eines einmaligen außerordentlichen Beitrags sich bereit finden, und wenn neue * Mitglieder gewonnen werden. Es giebt m unserer Stadt eine große Anzahl gut situierter Mitbürger, die noch nicht Mitglieder des Vereins sind und für die em dauernder oder einmaliger namhafter Beitrag zur Förderung der Vereinsbestrebungen eine Kleinigkeit wäre. Unsere Anstalt dient keinen Sonderbestrebungen, keiner einzelnen Partei, keiner einzelnen Gesellschaftsklasse; für alle ist sie da, und füi alle ist sie, wie der Erfolg lehrt, fegensreich. Das sollte doch nicht verkannt werden und die Lesehalle nicht mit jedem anderen beliebigen Verein durch die Redensart. ich bin bei so fielest Vereinen" auf eine Stufe gestellt werden. Diesen Erwägungen konnte sich die Versammlung nicht verschließen und beschloß daher, von neuem an den Gemeinsinu unserer Mitbürger in oben genannter Weise heranzutreten. Hoffen wir, das der Erfolg der aufgewendeten Mühe entsprechen möge.

* Examina. Schon seit einer Reche von Jahren oe- steht in unserer Stadt eine Vorbereitungsan st alt für das Freiwilligen-, Schul- und Finanzexamen, die, ohne ihre Zuflucht zu Reklamen in den Tagesblättern zu nehmen, die schönsten Erfolge aufzuweisen hat. Eine ganze Anzahl junger Leute, größtenteils aus der hiesigen Volksschule hervorgegangen und daher mit guten deutschen Vorkenrck- nissen ausgerüstet, verdankt derselben ihre spätere berufliche Vorbildung und gesicherte Existenz. So wurde beispiels­weise erst gestern ein junger Mann entlassen, der nach kaum l'/e jährigem Besuche das Schulexamen ohne Schwierig­keit bestand, obgleich er während der ganzen Hnterrichtszeit bis auf einen Monat seine berufliche Thätigkeit beibehalten hatte. Auch von den früheren Schülern, die sämtlich ihr

Ziel nach der ersten Prüfung erreichten, konnten die Be­rufsarbeiten ohne Störung mitversehen werden. Zu diesen nahezu gesicherten Erfolgen trägt ohne Zweifel die Art der Vorbereitung, die sich in allen Fällen genau an den zu erreichenden Zweck anschließt und es nur mit Schülern der­selben Kategorie zu thun hat, erheblich bei. Junge Leute, welche beabsichtigen, sich den vorgenannten Prüfungen wie auch dem Gerichtsschreiber-Examen zu unterziehen, seien auf diese Anstalt hiermit hingewiesen. Die Expedition dieses Blattes ist jederzeit bereit, nähere Auskunft zu er­teilen und wolle man sich daher eventuell dieserhalb an sie

** Stadttheater. Der Sonntagabend bringt auf vielfachen I ' Wunsch eine Wiederholung der bei der ersten Aufführung I mit außerordentlichem Beifall aufgenommenen Schauspiel- NovitätFuhrmanu Henschel" von Gerhardt I f) aut) t man. Herr Hubert Dietzsch spielt die Titel- I rolle. - Montag geht als letzte Volksoorstellung

Bartel Turaser" in Szene, und zwar mit Herrn I Arthur Bauer von Frankfurt a. M. als Gast. Die I Eintrittspreise sind serhöht auf Mk. 1. für nummerierte Loge, Mk..60 für Saalplatz, Mk..30 für Gallerie. I Die Premiöre des Ritter'schen SchauspielsF r a u M a r i e I findet zum Benefiz für Fräulein Margaretha Würdig am kommenden Dienstag statt. I

- Personenhaltestelle aufAbendstern". Wie wird ver­nehmen, findet morgen, Sonntag den 12. Marz, nachmittags I 2 Uhr in der Wirtschaft des Herrn Bürgermeisters Schlierbach in Rodheim a. d. Bieber eine weitere Interessenten-Versammlung wegen Errichtung einer Personenhaltestelle an der Normalbahn aufAbend­stern" statt. Erfreulicherweise ist ein großer Teck des I erforderlichen Betrages für den Warteraum schon gezeichnet, sodaß zu erwarten steht, daß binnen kurzem eine Personen­haltestelle aufAbendstern" errichtet wird.

* Der Gießener Tierfchutz-Verein, der im ^ahre von hem verstorbenen Herrn Polizeirat Fresenius ws Leben gerufen wurde, darf sich getrost sagen, daß er stets nach Kräften bemüht war, die schütz- und wehrlose Tierwelt vor | Mißhandlung zu bewahren, und das Barmherzigkeitsgesuhl für dieselbe in weiteren Kreisen zu wecken und ZU pstegen. Diese Ziele hat er zu erreichen gesucht durch gerichtliche Be­strafung vonTierquälereien, durch Verbreitung geeigneter Winke zur Aufklärung, Belehrung und Anleitung zum Schutze, zur Wartung und Pflege der Tiere. Der hiesige Tierschutz- Verein hat auch nicht versäumt, ferne im Ausschusft zum Schutze der Tiere gehaltenen Vorträge in diesem geschätzten Blatte (Gießener Anzeiger) zu veröffentlichen, und allen seinen Mitgliedern monatlich die Tierschutzzeitung unent­geltlich zugehen zu lassen. Auch war er bemüht, den Vogel­schutz" nach allen Kräften dadurch zu fördern, daß er m den hiesigen Anlagen, auf dem Friedhöfe, in Feld, Gärten und Wald während seines siebzehnjährigen Bestehens 1400 bis 1500 verschiedene Nistkästchen aufhängen ließ. Ferner wurden die armen hungernden Vögel dadurch gehegt und gepflegt, daß sie bei strengem Winter ebenfalls aus den in unseren Anlagen, den Schulhöfen und auf dem Frledhoft angebrachten Futterbrettern und Fickterhäuschen reichlich mit Futter bedacht wurden. Genannter Verein hat auch im vergangenem Jahre 3000 Stück Tierschutzkalender be­zogen zur Verteilung unter seine Mitglieder und die Schul­kinder der hiesigen Schulen. Diese Verteilung haben alle Freunde der Tierwelt gewiß Hrsache, mit Freuden zu be­grüßen, denn dadurch wird dieJugend" für unsere heilige Sache gewonnen, und in ihre Herzen Barmherzigkeit und

Mitleid für die gequälte Tierwelt eingepflanzt. In allen sonstigen Fragen den Tierschutz betreffend hat sich unser Verein stets fördernd, belehrend, mahnend bethatigt, und seine Bestrebungen sind auch immer von den Bewohnern unserer Stadt, deren Opferwilligkeit ja bekannt ist, unter- stützt worden. Da aber im Laufe des Jahres 1898 viele Mitglieder unseres Vereins durch Wegzug ausgetreten oder durch Tod ausgeschieden sind so hat sich unsere^MckgUedcr- zahl, die auch der Einwohnerzahl unserer Stadt (23000) durch­aus nicht mehr entspricht, bedeutend vermindert, und wir sind genötigt, weil wir für unsere gute Sache gerne noch mehr thun möchten, mit der Bitte um Beckntt zu unserem Vereine an unsere Mitbürger heranzutretem Mithelfen an unserem edlen und großen Werke zum Wohle der Tiere und zum besten der Menschen kann ,°der wes <5tanb't, Alters oder Geschlechts er sei, denn der lahrlichc Mindest, betrag beträgt nur ein- Mark, gewiß ein- geringe Summe, die jeder übrig hat, der sich oon dem Leiden der Tiere m seinem guten Herzen gerührt fühlt.' ®nelJunse,LJut Mitgliedschaft nehmen gerne entgegen die Herren Ober, lehrer Fuhr und Hahn, der Herr Lehrer Straub uni> Herr Lehrer i. P. H. Curfchmann.

Hohoechj « Ntitt 6t den i ?8.89' *» »ote I Seginnenb. \M st ; Jdnbemalb,

18! Menfaue 8 Menfam

131 U-lstmm, 1 '°> N«n.s ' J*«

«: Sg*

'S*«

Ntittjit

8 H

'Sy?

W M

8odl Dl-ur«

Mb z K« ütrolhK

SobNi

j-rttdlich Schatibtt ew

Mj.-3.vr. ®il ruht«. 5. MM z -aihartna Ärof-

Kraft ja f SRonitt alt, Sohn wi uttnli», 21 Me alt, Mhrlm vn>lrr, 8 Moi 3-tfpltt dihtrr. 7. Mr ♦iinrli B-lsu »nm r.-W »aufminn 3«n yi Za-» alt, »Uwe z «nna WmM fMnrab Mlkovtstus dah .«II, Ehefrau üonSttflmat t-p-.ltt, 12 W alt. ®i iwunBbtdi.

Ws M Str