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Nr. 37 Drittes Blatt.Sonntag dm 12. Februar
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Die englische Thronrede.
Die Zeiten sind vorüber, da von London aus die internationale Politik geleitet wurde und man allerorten alemlos gespannt dem Inhalt der Thronrede lauschte, mit welcher das englische Parlament eröffnet wird. Immerhin nimmt diese Auslassung der britischen Regierung auch heute roch das allgemeine Interesse in Anspruch, wenn sie auch mit l er Zeit an Bedeutung nicht unerheblich verloren hat. Der Znh«lt der diesjährigen Thronrede, die wir bereits an anderer Stelle im Auszuge gebracht haben, hat vielfach stark enttäuscht, und man muß denjenigen Recht geben, welche behaupten, die Thronrede verschweige mehr, als sie kistidgebe.
Man durfte wohl annehmen, daß über die Beziehungen Englands zu Frankreich einige Klarheit geschaffen werden vurde. Wie die Dinge indes stehen, kann man nur aus lern Passus entnehmen, in welchem gesagt wird, daß das Aerhiiltnis Englands zu den fremden Mächten freundschaftlich Iki Nicht minder diplomatisch werden die egyptischen An- >glleg>enheiten behandelt, d. h. sie werden gar nicht erwähnt. $ol)L wird des Siegers der englisch-egyptischen Truppen im Sudan gedacht, aber nicht des Umstandes, daß nunmehr die englische Mission in Egypten eigentlich ihr Ende er- Äichl hat, daß es an der Zeit ist für England, das Pharaonen- lonb zu räumen. Davon will man natürlich an der Themse Mts wiffen, und ängstlich wird alles vermieden, was die grage der Räumung Egyptens etwa in Fluß bringen könnte.
Daß auch der sog. Friedensbotschaft des Zaren in der Lhroitrede Erwähnung gethan werden wurde, durfte als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Dettn welche Macht Lobet heute den Verdacht auf sich, nicht friedliebend zu sein uib nicht alle Bestrebungen zu fördern, welche zu einem bouernben Frieden führen könnten. Man muß sich aber MS vergegenwärtigen, daß eine Störung des europäischen Friedens heute hauptsächlich von England zu erwarten ist. 3vch sind keineswegs die Differenzen beseitigt, welche in Sfrifa mit Frankreich bestehen, und im Hintergründe harrt Mch fortgesetzt die englisch-russische Frage in Asien der Äsung. Wir haben schon wiederholt darauf hingewiesen, doch Ls in Asien notgedrungen zu einer Auseinandersetzung zwischen England und Rußland kommen muß, daß dies auch durch alle Friedensliebe des Zaren nicht verhindert twrben kann.
Angemein mager — wir wiederholen es nochmals — iK die diesmalige englische Thronrede. Daran ändert auch Ms, daß sie die Ordnung der kretensischen Angelegenheit uir.b die Antianarchisten-Konferenz erwähnt. Sollte Lord Sillsbury etwa nicht mit offenen Karten spielen wollen und
Feuilleton.
Gin furchtöarer Wahn.
Novellette nach dem Französischen. Von Wilhelm Thal.
(Nachdruck verboten.)
Als ich noch im Quartier Latin Student war, nahm iHtäglich meine Mahlzeiten in einem kleinen Restaurant r M das auf der Höhe des Boulevard Saint Michel ge» Itejeti war. Unter den Gästen des Etablissements war »Mein blasser Mann mit langen, grauen Haaren auf- t jiiaKcen, der etwas krumm ging und stets den Kragen stskMks Paletots hochgeschlagen trug. Er setzte sich an den -öii neben dem meinigen, und obwohl er schweigsam war, r imö seelbst in der Art, wie er sein Fleisch zerschnitt, ein opiff'tö Mißtrauen lag, so gelang es mir doch, seine hart- mÄig« Wortkargheit zu besiegen; ich mißfiel ihm nicht, und AMlen nannte er mich seinen Freund.
Ich erfuhr, daß er neunundfünfzig Jahre alt war, SNiüe Michaud hieß, Witwer und kinderlos war und WM feinen Renten lebte. Ich sah ihn nur beim Frühstück und bitim Diner, und zwar stets allein. Sein fahles, vtt ijchl'ossenes Gesicht drückte einen schmerzlichen Kummer, Uta bsständige Leiden einer inneren Qual aus. Mehrmals fü^te ich ihn, ob er Kummer hätte . . . vielleicht Liebes- tlbmer? . . . Nein! . . . Geldsorgen? . . . Auch . Was denn? Bei dieser Frage senkte er JR>a,m den Kopf auf seinen Paletot, dessen Kragen ihm die Ohren reichte — große, flache Ohren, die so Htoie Marmor erschienen — und erwiderte seufzend: „WiAott!" — Dann blieb er unbeweglich, die Augen
seine besonderen Gründe dafür haben, daß er die Thronrede so farblos hielt? (xx)
Deutsches Deich.
Berlin, 10. Februar. Nach Beendigung der ersten Lesung des Bankgesetzes und Beratung der Interpellation Kanitz betreffend die Handelsbeziehungen zu Amerika werden der Gesetzentwurf betreffend Aeuderung des Strafgesetzbuches und die unvereidigten falschen Aussagen (Lex Salisch), sowie die Novelle zum Alters- und Juvaliditätsgesetz am Montag auf die Tagesordnung des Reichstages gesetzt werden.
Berlin, 10. Februar. Die Witwe Ferdinand Freiligraths ist am 6. d. Mts. im 82. Lebensjahre in London gestorben.
Berlin, 10. Februar. Der Bundesrat hat heute die Entwürfe einer Fernsprech-Gebührenordnung und eines Telegraphen-Wegegesetzes den Ausschüssen überwiesen. Auf der Tagesordnung der heutigen Sitzung standen ferner die Spezial-Ausschnß-Berichte über das Schlachtvieh- und Fleischbeschau-Gesetz.
Berlin, 10. Februar. Die Interpellation Johannsen betreffend die Ausweisungen aus Nordschleswig wird dem Vernehmen nach im Reichstage von der Reichsregierung nicht beantwortet werden, weil es sich nicht um eine Reichsangelegenheit handle und die preußische Regierung ihren Standpunkt bereits im Abgeordnetenhause bekannt gegeben habe.
Berlin, 8. Februar. Zu dem neuen Postgesetz bemerkt die „Köln. Volksztg.": Zu erheblichctt Bedenken giebt Anlaß die folgende Bestimmung im neuen Postgesetz. Die Beförderung von Briefen und politischen Zeitungen über Ortsbestellbezirke hinaus gegen Bezahlung durch expresse Boten oder Fuhren ist nur gestattet bis zum Gesamtgewicht von 5 Kgr. an postzwangspflichtigen Gegenständen. Ferner die Beschränkung, daß ein Wechsel in der Person des Boten nicht stattfinden darf. Es ist dies eine sehr bedenkliche Bestimmung in dem neuen Gesetzentwurf, welche den sehr verbreiteten und für viele Zeitungen eine Lebensfrage bildenden Botenbetrieb sehr erschwert, wenn nicht unmöglich macht. Viele Zeitungen, besonders in dicht bevölkerten und industriereichen Gegenden, werden vom Verleger zum größten Teil der Auflage durch eigene Zeitnngsboten zugestellt in der Weise, daß ein Bote, der ausschließlich für diese Zeitung thätig ist, die Exemplare in der Geschäftsstelle abholt und sie in denjenigen Ortschaften, wo er durchkommt, an die einzelnen Zeitungsträger zur sofortigen Verbreitung abgiebt. Durch die Beschränkung der von den Zeitungsboten zu be-
ftarr auf irgend einen Gegenstand verloren, augenscheinlich in weite Ferne schweifend.
Eines Abends, als wir zusammen nach dem Essen fortgegangen waren, fragte er mich plötzlich: „Wollen Sie zu mir kommen? Wir werden plaudern." Ich nahm an. Er rief einen Wagen und gab dem Kutscher eine Adresse an, in der Avenue der Champs-Elysees. Während der Fahrt machte er nicht den Mund auf. Der Fiaker hielt vor einem sehr schönen Hotel, deffen Fensterläden geschlossen waren, lieber eine Mauer ragten Baumzweige und eine sanfte Brise bewegte die hin- und herschwankenden Epheuguirlanden, die sich um das Balkongeländer rankten. Neugierig fragte ich: „Wo sind wir?" — „Bei mir zu Hause," gab er zur Antwort. — Wir traten ein, und nachdem wir eine breite Treppe hinaufgestiegen waren und mehrere Salons durchschritten hatten, erriet ich in der Dunkelheit den üppigen Luxus an der Dicke der Teppiche und dem Rauschen der Draperien, die meine Wangen streiften. Vor einer Thüre blieben wir stehen. Bis dahin hatte er mich geführt, indem er mich an der Hand hielt, jetzt machte er Halt, zündete eine Kerze an und sagte, indem er mich vorangehen ließ: „Das ist mein Zimmer."
Ich war geblendet. Die köstliche und sinnliche Grazie des achtzehnten Jahrhunderts, die manierierte und kokette Art, die geschmackvolle und fast impertinente Frivolität der Ausstattung schienen bei der Einrichtung dieses Zimmers vorgeherrscht zu haben. Die fahlen Blumen liefen in Guirlanden über die Behänge, die Spiegel schienen auf eine Frau zu warten, um das flüchtige Bild der Schönheit zurückzuwerfen; in der Luft schwebte ein unnennbares betäubendes Parfüm einer längst verschwundenen, köstlichen
fördernden Menge Exemplare auf 5 Kgr. wird thatsächlich diese Einrichtung unterbunden und ist auch praktisch undurchführbar. Bei 5 Kgr. kann ein Zeitungsbote etwa 250 Einzelnummern im durchschnittlichen Gewicht von 20 Grm. per Bogen befördern. Was nun aber, wenn statt eines BogenS zwei oder drei gegeben werden? Die Träger werden dann also wohl nur die Hälfte bezw. ein Drittel obiger Zahl von Exemplaren austragen dürfen. Der Bote würde also heute 250 Abonnenten, morgen aber nur 125, übermorgen vielleicht nur 80 Abonnenten bedienen können. Oder mit anderen Worten, der Verleger müßte im letzteren Falle zwei oder drei Boten statt einen aussenden. Und woher soll der Zeitungsverleger das Reserveträgersonal hernehmen, wenn er heute 10, morgen 20 und übermorgen 30 Zeitungsboten zur Verfügung haben muß? Wenn aber heute der eine und morgen der andere Bote die Abonnenten bedient, kann von Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit, Haupterforderniffen für die Zeitungszustellung, keine Rede sein. Dabei ist ferner ein Wechsel des Personals während der Beförderung untersagt. Dies schließt nicht nur gegen den Zeitungsverleger selbst, sondern vor allem gegen die Zeitungsträger eine große Härte in sich. Tausende und Abertausende von Familien verschaffen sich durch Zeitungstragen lohnenden Nebenerwerb, wobei sie oft von ihren Familienangehörigen, meistens herangewachsenen Kindern, unterstützt werden. Allen diesen, meistens armen Leuten, wird durch diese Bestimmung das Brot genommen. Eine Entschädigung, wie für die Privatanstalten, ist für diese Leute im Gesetzentwurf nicht vorgesehen. Diese Bestimmungen sind in sozialpolitischer Hinsicht von so sehr schlimmer Tragweite, wie die Postverwaltung sie gewiß nicht beabsichtigt hat. Wenn die neue Vorlage manche abänderungsbedürftige Bestimmungen hat, so sind diese beiden Bestimmungen die ersten, die geändert werden müssen, und wir hoffen, daß besonders hier der Reichstag am kräftigsten einsetzen wird.
M.P.C. Der Verhandlung der Interpellation wegen des Standes der handelspolitischen Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von Nord-Amerika wird in allen diplomatischen Kreisen und bei allen politischen und wirtschaftlichen Parteien mit großer Spannung entgegen gesehen. Man hat neuerdings gesagt, auf unsere Beziehungen zu den Vereinigten Staaten habe das Wort des Fürsten Bismarck Anwendung zu finden, daß die politischen und wirtschaftlichen Erwägungen gesondert in die Wagschale geworfen zu werden verdienten, das trifft gerade im Augenblick und in diesem Falle durchaus nicht zu. Die Vereinigten Staaten von Nord-Amerika haben über einen Staat der alten Welt einen unzweifelhaften Sieg davongetragen, die Hauptseemacht
Epoche. Und dabei hieß er Michaud! und speiste zu drei Francs!
Ich betrachtete ihn. In seinem Fauteuil zusammengesunken, noch blasser als gewöhnlich, machte dieser blutleere Mann mit den hohlen Augen einen beunruhigenden Eindruck. Ich bedauerte einen Augenblick, gekommen zu sein. Er bedeutete mir durch ein Zeichen, neben ihm Platz zu nehmen. Nun erklärte er in dem tiefen Schweigen, während alle Thüren geschloffen waren, gleichgiltig für die tausend verführerischen Reize, die ihn umgaben, langsam, ganz langsam:
„Ich muß jemandem das Geheimnis meiner Traurigkeit verraten. Seit Jahren und Jahren ist mein Leben nur eine beständige Angst. Sie glauben nicht, weshalb? Ich will es Ihnen sagen: Eine Idee hat sich hier ein- genistet — er tippte sich mit dem Zeigefinger auf die Stirn — die sich nicht fortbringen läßt."
Er beugte sich zu mir herüber, ergriff mich bei den Schultern, und flüsterte mir, als schäme er sich der Worte, ins Ohr:
„Ich habe Furcht vor dem Tode."
Ich schauderte.
Jede Silbe zerlegend, gleichsam, als wolle er mir die schreckliche Bedeutung besser begreiflich machen, fuhr er fort: q
„Ich . . habe . . Furcht . . vor . . dem . . Tode. Sie fühlen, wie unglücklich ich bin."
Er legte dieses Geständnis mit der tief durchdrungenen Miene eines kranken Kindes ab, das bedauert zu werden wünscht.
(Schluß folgt.)


